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Depressive Freundin/Kollegin auffangen?

13. April 2011 um 8:08

Hallo Mädels,

ich lese hier ab und zu mit und verfasse auch mal einen Beitrag. Heute habe ich auch ein Problem.

Es geht um eine Kollegin und Freundin. Vom Alter her könnte sie meine Mutter sein. Als ich vor 10 Jahren neu in die Firma kam, hatte ich anfangs wenig mit ihr zu tun. Ich hörte von anderen Kollegen, dass sie schon häufig mit anderen Kollegen Zoff hatte, kümmerte mich aber nicht um den Klatsch.
Als vor ein paar Jahren meine Ehe zerbrach und sie davon erfuhr, fand ich in ihr, die selbst vor vielen Jahren geschieden ist, eine gute Zuhörerin und Ratgeberin. Seit dem sind wir auch miteinander befreundet, haben öfter etwas an den kinderfreien Wochenenden zusammen unternommen. Sie ist ein Mensch, der sich sehr einsam fühlt, sich seit vielen Jahren wieder einen Partner wünscht. Allerdings stößt sie auch häufig Menschen vor den Kopf, ist was Männer angeht, sehr wählerisch (so nach dem Motto: der hat schiefe Zähne und kommt deshalb nicht in Frage) In der Zeit, in der ich sie kenne, beobachte ich eine Entwicklung, die mich sehr besorgt macht. Sie entwickelt sich zu einem sehr misstrauischen, negativen Menschen, unterstellt Kollegen, manchmal auch mir, wir wollten ihr Böses.
Besonders extrem ist es, seit ich einen neuen Partner habe. Sie kann mit mein Glück einfach nicht gönnen. Ihr werdet sagen: Na, das ist doch klar, dass sie so reagiert, denn du hast ja nun weniger Zeit für sie. Ja klar, verbringe ich nun mehr Zeit mit meinem Partner. Trotzdem habe ich ihr nie das Gefühle gegeben, dass sie nun abgeschrieben ist.
Ein paar Monate später fand auch eine weitere alleinerziehende Mutter im Kollegium, mit der sie sich etwas angefreundet hatte, ihren Freund. Sie hat eine ähnliche Erfahrung gemacht wie ich und musste sich schon einige dumme Sprüche anhören.
Mein Problem: Ich mag meine Kollegin wirklich gern, müsste ihr aber eigentlich mal gehörig die Meinung geigen. Ich weiß schon jetzt, dass sie absolut beleidigt reagieren wird. Wahrscheinlich würde ihr das, da sie im Moment sehr depressiv ist, endgültig den Rest geben. Ich bin ein sehr lebensfroher Mensch. Oft gelingt es mir auch, sie aufzubauen, aber langsam merke ich, wie das meine Kräfte übersteigt. Andererseits bin ich ihr sehr dankbar, weil sie mir damals geholfen hat, die Scheidung durchzustehen.

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13. April 2011 um 8:35

Du
kannst jemanden nicht helfen, wenn der keine Hilfe will. Und wer soviel Gift verspritzt, ist nicht depressiv, sondern mit sich selber unzufrieden und nicht bereit, sich das selber einzugestehen.

Höre dir weiter an, was sie zu sagen hat, aber zeige ihr ab jetzt deine Schmerzgrenze "Stop, bis hierhin und nicht weiter!" Vor den Kopf stoßen wirst du sie sowieso irgendwann!

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13. April 2011 um 15:18
In Antwort auf asya_12525814

Du
kannst jemanden nicht helfen, wenn der keine Hilfe will. Und wer soviel Gift verspritzt, ist nicht depressiv, sondern mit sich selber unzufrieden und nicht bereit, sich das selber einzugestehen.

Höre dir weiter an, was sie zu sagen hat, aber zeige ihr ab jetzt deine Schmerzgrenze "Stop, bis hierhin und nicht weiter!" Vor den Kopf stoßen wirst du sie sowieso irgendwann!

Hilfe will sie schon,
sie beschwert sich häufig, dass niemand für sie da ist, was natürlich nicht stimmt. Aber es springen nun mal nicht alle auf Knopfdruck, so wie sie das möchte. Die meisten haben Kinder, die vorgehen. Ihre erwachsenen Töchter wohnen weiter weg. Viele Kolleginnen haben sich abgewandt.
Zu Ostern will ich ein Osterkaffee mit ein paar Kolleginnen machen und nun habe ich das nächste Problem. Lade ich sie ein, vergiftet sie die Stimmung. Lade ich sie nicht ein, ist sie beleidigt. Ich denke trotzdem, dass ich sie nicht einladen werde.
Du hast Recht, meine Schmerzgrenze ist erreicht und dass muss ich sie merken lassen. Wobei ich auch ein schlechtes Gewissen dabei habe, denn wenn ich mich auch zurückziehe, dann hat sie wohl niemanden mehr.

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13. April 2011 um 16:02
In Antwort auf rjabina

Hilfe will sie schon,
sie beschwert sich häufig, dass niemand für sie da ist, was natürlich nicht stimmt. Aber es springen nun mal nicht alle auf Knopfdruck, so wie sie das möchte. Die meisten haben Kinder, die vorgehen. Ihre erwachsenen Töchter wohnen weiter weg. Viele Kolleginnen haben sich abgewandt.
Zu Ostern will ich ein Osterkaffee mit ein paar Kolleginnen machen und nun habe ich das nächste Problem. Lade ich sie ein, vergiftet sie die Stimmung. Lade ich sie nicht ein, ist sie beleidigt. Ich denke trotzdem, dass ich sie nicht einladen werde.
Du hast Recht, meine Schmerzgrenze ist erreicht und dass muss ich sie merken lassen. Wobei ich auch ein schlechtes Gewissen dabei habe, denn wenn ich mich auch zurückziehe, dann hat sie wohl niemanden mehr.

Nein,
sie möchte so ziemlich alles, aber Hilfe bzw. eine Partnerschaft will sie bestimmt nicht. Da es ihr nicht gut geht, hat es allen anderen in ihrer Umgebung auch nicht gutzugehn. Das ist ein psychisches Problem was sie alleine ohne professionelle Hilfe nicht in Griff bekommen wird.

Warum glaubst du wohl ist sie heute alleine? Und warum wohnen ihre Töchter alle weiter weg? Warum kommt sie mit vorgeschobenen Gründen, denn etwas anderes sind ihre Gründe nicht, mit diesem oder jenen Partner nicht zusammenzukommen? (oder achtest du auf Äußerlichkeiten, die korrigiert werden können, wenn du dir deinen Partner aussuchst)?

Sie hat in ihrem Leben anscheinend so ziemlich alle selber vergrault. Laß dir davon kein schlechtes Gewissen machen. Und sollte sie wegen dem Osterkaffee fragen, sag ihr bitte direkt, woran es liegt, daß sie für diesen Tag keine Einladung erhält. Oder lade sie schon 1 Tag vorher alleine ein.

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13. April 2011 um 16:13
In Antwort auf asya_12525814

Nein,
sie möchte so ziemlich alles, aber Hilfe bzw. eine Partnerschaft will sie bestimmt nicht. Da es ihr nicht gut geht, hat es allen anderen in ihrer Umgebung auch nicht gutzugehn. Das ist ein psychisches Problem was sie alleine ohne professionelle Hilfe nicht in Griff bekommen wird.

Warum glaubst du wohl ist sie heute alleine? Und warum wohnen ihre Töchter alle weiter weg? Warum kommt sie mit vorgeschobenen Gründen, denn etwas anderes sind ihre Gründe nicht, mit diesem oder jenen Partner nicht zusammenzukommen? (oder achtest du auf Äußerlichkeiten, die korrigiert werden können, wenn du dir deinen Partner aussuchst)?

Sie hat in ihrem Leben anscheinend so ziemlich alle selber vergrault. Laß dir davon kein schlechtes Gewissen machen. Und sollte sie wegen dem Osterkaffee fragen, sag ihr bitte direkt, woran es liegt, daß sie für diesen Tag keine Einladung erhält. Oder lade sie schon 1 Tag vorher alleine ein.

Danke,
deine verständnisvollen Worte tun mir sehr gut.
Die Idee, dass sie keine Partnerschaft will, kam mir auch schon, denn dass jemand angeblich komische (keine schlechten) Zähne hat, ist wirklich ein vorgeschobener Grund. Vielleicht hat sie einfach Angst vor Ablehnung und lehnt deshalb die Männer vorher selbst ab. Trotzdem sehnt sie sich sehr nach einem Partner.
Um eine ehrliche Antwort werde ich wohl nicht herum kommen. Ich weiß nur noch nicht, wie ich es taktvoll formuliere, dass die anderen Kolleginnen sie lieber nicht dabei haben wollten.
Irgendwie tut sie mir leid, denn ich weiß, dass sie einen guten Kern hat, auch wenn der nicht für jedermann sichtbar ist.

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13. April 2011 um 16:15

Wie meinst du das,
dass die den Profit sucht?

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14. April 2011 um 7:24

Verkuppeln?
Woher nehmen und nicht stehlen?

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14. April 2011 um 7:29

Ich kann nicht sagen, ob...
...sie depressiv ist oder nicht, doch dein Verdacht scheint begründet. Vielleicht noch leichtes Asperger Syndrom? Wie dem auch sei, wenn es sich herausstellt, dass sie depressiv ist, dann empfehle ich dir folgendes Buch:

Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist: Wie man Angehörigen oder Freunden hilft

Ich kenne diese Situation, habe auf der Arbeit zwei bestätigte Fälle, wie ich zuhause einen hatte. Und das Buch hat mir sehr dabei geholfen, mit dem Anderen und vor allem mit mir selbst umzugehen.

By the Way: Ist das nicht Off Topic? ^^

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14. April 2011 um 15:31
In Antwort auf realwebhamster

Ich kann nicht sagen, ob...
...sie depressiv ist oder nicht, doch dein Verdacht scheint begründet. Vielleicht noch leichtes Asperger Syndrom? Wie dem auch sei, wenn es sich herausstellt, dass sie depressiv ist, dann empfehle ich dir folgendes Buch:

Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist: Wie man Angehörigen oder Freunden hilft

Ich kenne diese Situation, habe auf der Arbeit zwei bestätigte Fälle, wie ich zuhause einen hatte. Und das Buch hat mir sehr dabei geholfen, mit dem Anderen und vor allem mit mir selbst umzugehen.

By the Way: Ist das nicht Off Topic? ^^

Danke für den Tipp,
vielleicht hilft mir das Buch, mir kein schlechtes Gewissen mehr machen zu lassen.

Stimmt, es ist OT, aber hier bekommt man die meisten Antworten.

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14. April 2011 um 16:42

Also
hat die TE aus deiner Sicht keinerlei Anspruch auf Glück oder ein glückliches Zusammensein mit anderen Kolleginnen, weil es die Eine vor den Kopf stoßen könnte. Ich weiß nicht, warum sie so geworden ist, schlechte Eheerfahrung, schlechte Kindheit, kein Selbstbewußtsein, ich kann es dir nicht sagen!

Das sie sich deswegen von ihrer Kollegin abwendet, ist noch lange nicht gesagt. Wenn das so wäre, würde sie sich keine Gedanken machen, wie sie es ihrer Kollegin beibringt.

Und es nicht immer die Schuld der Umwelt und der anderen, daß jemand so griesgrämig geworden ist. Wie gesagt, daß ihre Töchter alle weit weg wohnen und keine Zeit mehr für sie haben, bedeutet für mich eigentlich nur, daß sie selbst ihre Familie so tyrannisiert hat. Das kann man als Freundin oder Kollegin nicht auffangen, sondern da muß man sich professionell helfen lassen. Da geht aber nur, wenn man tatsächlich Hilfe möchte und das sehe ich bei dieser Dame nicht.

Jeder von uns hat bereits negatvie Erfahrungen gemacht, daß ist noch lange kein Grund, ständig seine gesamte Umwelt in schlechte Laune zu versetzen oder zu mobben.

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14. April 2011 um 20:06

Nein!
Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich mache mir sehr wohl Gedanken, aber es gibt auch für mich eine Schmerzgrenze, die wohl so langsam erreicht ist.
Es ist selbstverständlich, dass man für Freunde auch in schlechten Zeiten da ist, aber es ist nicht selbstverständlich, ein Punchingball der Launen zu werden. Wenn einem auch noch Hilfsbereitschaft negativ ausgelegt wird, dann hört es einfach auf.
Vor kurzem war sie krank. Ich hatte an diesem Tag selbst viele Termine, habe sie aber so verschoben, dass ich noch schnell hätte vorbei fahren können, um nach dem Rechten zu sehen. Also rief ich um kurz nach 10 an, sagte, dass ich in der Nähe sei und schnell vorbeikommen könnte. Die Antwort hat mich ziemlich gekränkt: Zuerst wies sie mich schroff zurecht, sie könne mich jetzt nicht sehen, weil sie noch nicht geduscht hätte - verstehe ich, auch wenn sie mich nicht zu Wort kommen ließ. Als ich aber nachmittags noch einmal anrufen musste, weil auf der Arbeit ein wichtiger Termin drückte und sie noch Unterlagen hatte, sagte sie, dass sie es eine Unverschämtheit findet, einen kranken Menschen so früh anzurufen.
Vielleicht liege ich ja falsch und kurz nach 10 ist wirklich zu früh, aber ich habe extra Termine verschoben, damit ich ihr helfen kann. Inzwischen ist es auch so, dass ich, wenn sie krank ist, natürlich einige Dinge für sie miterledige, was ja selbstverständlich ist, dass mich meine Kollegen aber auf ihre Fehler ansprechen. Sie machen mich nicht dafür verantwortlich, aber es ist trotzdem unangenehm, denn wenn ich ihr erzählen würde, was die Kollegen gesagt haben, gäbe es Krieg und sie würde mit Kanonen auf Spatzen schießen. Bisher habe ich immer taktvoll versucht, sie zu verteidigen und habe unzufriedene Äußerungen verschwiegen. Ich bin ja auch keine Klatschtante.

Justyannick, du hast Recht. Ich habe auch ein Recht auf persönliches Glück und ich muss es einfach lernen, mich abzugrenzen.

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15. April 2011 um 9:20

In
dem du ihr Verhalten immer wieder unterstützt, wirst du sie nie dazu bewegen, irgend etwas an sich zu ändern. Und ich habe auch nie behauptet, sie solle ihre Kollegin hängen lassen, vielmehr hatte ich vorgeschlagen, sie an einem anderen Tag einzuladen. Dies wäre ein Kompromiß, die Freundschaft weiterhin aufrecht zu erhalten und trotzdem einen angenehmen Tag mit den anderen Kolleginnen zu verbringen. Wo hast du dabei ein Problem?

Und ja, wir verarbeiten alle unsere Erfahrungen auf den uns eigenen Weg. Wenn wir aber dabei ständig von unseren Mitmenschen erwarten, daß diese genauso zu leiden haben oder anders gesagt, wenn wir unsere negativen Erfahrungen an anderen auslassen, die dafür gar nichts können, stören wir die Gemeinschaft und können nicht immer Rücksichtnahme fordern.

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15. April 2011 um 12:33

Lange bleiben
würde sie wirklich nicht, das kenne ich von anderen Events, zu denen sie bei mir eingeladen war. Trotzdem hat sie bisher jedes Mal zu bestimmten Themen sehr extreme Ansichten vertreten, was die anderen Gäste ziemlich genervt hat. Während sie da war, war eine unbeschwerte Feier einfach nicht möglich. Und wenn ich den Kolleginnen gesagt hätte Frau X kommt auch, dann hätten sie abwehrend die Hände hoch gerissen, so nach dem Motto: Dass du noch mit ihre befreundet bist ...

Es stimmt, wie ich es mache, mache ich es sowieso verkehrt, aber ich bin im Moment einfach an meine Grenzen gekommen und muss etwas an meinem Verhalten ändern. Ich darf mich nicht mehr runterziehen lassen, muss klare Grenzen setzen, darf mich nicht manipulieren lassen.

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18. April 2011 um 14:33

Ich habe es ihr gesagt,
aber nicht so, wie ich es vorhatte, denn sie hat mich mal wieder nicht zu Wort kommen lassen, sondern war schroff, vorwurfsvoll, negativ am Telefon und hat meine Freundschaft angezweifelt.
Nun ist sie, wie erwartet, beleidigt. Vielleicht kriegt sie sich wieder ein und kapiert endlich, dass sie mich so nicht behandeln kann. Ich vermute aber eher, dass sie noch mehr verbittert.

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