Home / Forum / Liebe & Beziehung / Depressionen in der Beziehung

Depressionen in der Beziehung

20. Mai 2009 um 20:45 Letzte Antwort: 21. Mai 2009 um 17:31

Hallo, mein Name ist Anna und ich bin seit 5 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Ich habe ein sehr großes und schlimmes Problem. Mein Mann ist seit einigen Jahren sehr depressiv. Er war schon seit einiger Zeit bei einer Therapeutin, hat die Therapie aber abgebrochen. Er nimmt Antidepressiva.

Anfangs war unsere Beziehung sehr vergnügt und fröhlich. Nach ca. einem Jahr hat sich das geändert. Er ist oft sehr launisch und ich bin oft seinen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Manchmal wird er richtig aggressiv und schreit mir Beleidigugnen entgegen. Ich hab immer Angst wenn ich von der Arbeit nach hause komme weil ich nicht weiß war mich erwartet.

Ein Problem das schon länger wie eine dunkle Wolke über uns hängt ist die Tatsache das er schon seit 5 Jahren keinen richtigen, festen Job hat. Er hat meist eine befristete Anstellung bekommen (meistens für ein Jahr oder ein bißchen mehr). Ich hab nicht den Eindruck das er es ernsthaft versucht weil er oft Termine für Vorstellungsgespräche nicht wahrnimmt, seine Unterlagen unvollständig sind usw.

Ich bin ein geduldiger Mensch und bringe ihm unheimlich viel Verständnis entgegen. Aber ich bin nun am Ende mit meiner Energie. Wir können unsere Probleme nie besprechen weil er immer ausweicht. Ich hab festgestellt das er ein Mensch ist der Probleme lieber ignoriert und nicht angeht (Ich bin da umgekehrt).
Ich hab schon Paar Therapie vorgeschlagen aber alles wird ignoriert. Ich traue mich schon gar nicht mehr überhaupt etwas brisantes anzusprechen weil er manchmal sehr aggressiv reagiert.

Ich bin so verwirrt und manchmal ist er wieder so lieb. Ich hänge noch sehr an ihm aber ich habe einfach nicht das Gefühl das wir eine richtige Partnerschaft führen. Die Arbeit (sei es Haushalt, Finanzen usw.) bleibt fast zu 100 Prozent immer an mir hängen. Ich bin schon so weit in Therapie zu gehen damit ich weiß wie ich damit umgehen soll.

Danke fürs zuhören. Ich freue mich über jeden Ratschlag.

Anna

Mehr lesen

20. Mai 2009 um 21:17

Meiner Ansicht nach...
... hilfst Du ihm mit Deinem Verhalten, seine Depression weiterhin zu "pflegen". Indem Du nämlich seine Launen hinnimmst und permanent Deine Grenzen von ihm überschreiten lässt. Jemandem beizustehen heißt nicht, dass man in Kauf nehmen muss, auf sich rumtrampeln zu lassen und unbegrenztes Mitleid haben muss.

Ich denke, Deinem Mann ist der Blick nach außen verloren gegangen. Bei depressiven Menschen ist es oft so, dass sie ihren Blick nur noch nach innen und auf sich selbst richten und nicht mehr merken, wenn sie jemanden mit ihrem Verhalten verletzen. Ihr Denken kreist nur noch um ihre schlechte Lage und die eigene Person. Das Umfeld spielt mit und hat für alles Verständnis...

Würde an Deiner Stelle mal überlegen, ihm zu sagen, was und wie Du wirklich empfindest und dass er auch etwas für Dich und die Beziehung zwischen euch tun muss, wenn er noch Interesse hat, diese Ehe weiterzuführen. Er muss aufwachen - und mit ewigem Mitleid und Verständnis wird das meiner Meinung nach nicht passieren.

LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
20. Mai 2009 um 21:33


warum hat er die therapie abgebrochen?
ich leide selbst an depressionen und weiß, wie schwer es meine mitmenschen haben, nur leider ändert das nichts an meinen launen.
will er keine weitere therapie machen? ich würde ihn an deiner stelle versuchen, ihn davon zu überzeugen, die therapie fortzusetzen bzw eine neue zu beginnen. auch wenn man sich selbst therapiert, so ist der therapeut ein wirklich wichtiger assistent. aber er muss es selbst wollen... sonst bringt das alles nichts.

verständnis deinerseits ist okay, ich bewundere alle dafür, die das können. aber du musst ihn auf den pott setzen. konsequent sein. denn so macht er eure beziehung kaputt, das ist leider so. und du kannst ihm nich helfen indem du eine therapie machst... die antidepressiva sind zwar stimmungsaufhellend, aber sie können die ursachen nicht bekämpfen. und das muss erreicht werden. aber er muss sich selbst ändern wollen, sonst bringt es alles nichts.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
20. Mai 2009 um 21:35

Ein schwieriges Thema
Ich habe ähnliches durchgemacht wie Du und bin oft daran verzweifelt. Manchmal habe ich festgestellt, dass ein paar klare (oder harte?) Worte mehr helfen als Mitleid. Besonders Kinder leiden darunter, wenn ein Elternteil depressiv ist. Aber vielleicht habt Ihr noch keine Kids. Ich geh mal davon aus, dass Du noch jünger bist und Dir Dein weiteres [Ehe-]Leben anders vorgestellt hast. Dann würde ich mich langsam aber sicher mit dem Gedanken einer Trennung befassen. Entweder rüttelt das Deinen Mann wach und er realisiert, dass es 5 vor 12 ist oder er versinkt dann ganz in seine Depression. Die Entscheidung ist nicht leicht. Ich wünsche Dir viel Kraft.

Pandanoza

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
20. Mai 2009 um 22:03
In Antwort auf tyche26

Meiner Ansicht nach...
... hilfst Du ihm mit Deinem Verhalten, seine Depression weiterhin zu "pflegen". Indem Du nämlich seine Launen hinnimmst und permanent Deine Grenzen von ihm überschreiten lässt. Jemandem beizustehen heißt nicht, dass man in Kauf nehmen muss, auf sich rumtrampeln zu lassen und unbegrenztes Mitleid haben muss.

Ich denke, Deinem Mann ist der Blick nach außen verloren gegangen. Bei depressiven Menschen ist es oft so, dass sie ihren Blick nur noch nach innen und auf sich selbst richten und nicht mehr merken, wenn sie jemanden mit ihrem Verhalten verletzen. Ihr Denken kreist nur noch um ihre schlechte Lage und die eigene Person. Das Umfeld spielt mit und hat für alles Verständnis...

Würde an Deiner Stelle mal überlegen, ihm zu sagen, was und wie Du wirklich empfindest und dass er auch etwas für Dich und die Beziehung zwischen euch tun muss, wenn er noch Interesse hat, diese Ehe weiterzuführen. Er muss aufwachen - und mit ewigem Mitleid und Verständnis wird das meiner Meinung nach nicht passieren.

LG

Kampf
Anfangs habe ich mich gegen sein rüpelhaftes und rücksichtsloses Verhalten gewehrt. Nur das Problem damit ist, das das alles noch viel schlimmer gemacht hat. Er wird dann noch aggressiver und hat keinerlei Verständnis für meine Gefühle. Mittlerweile hat sich bei mir Resignation breitgemacht. Ich gebe euch mal ein Beispiel:

Wenn ich Abends nach hause komme und er wieder eine von diesen Stimmungsschwankungen hat dann stelle ich mir selbst die Frage: Soll ich mich wehren? Dann haben wir einen riesigen Streit und die Atmosphäre zu hause ist aufgeheitzt. Wenn ich mich nicht wehre und Verständnis zeige dann ist ein noch halbwegs netter Abend möglich. Nach einem langen Arbeitstag sehne ich mich danach. Das ist einfach mein Problem. Ich hab anfangs gekämpft und ich war eigentlich noch nie ein Mensch der sich Unverschämtheiten gefallen läßt. Von keinem. Nun bin ich einfach so erschöpft das es mir fast egal ist. Es zeigt sich ja bei ihm sowieso kein Einsehen.

Über Trennung denke ich schon länger nach und so wird es wahrscheinlich auch kommen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
20. Mai 2009 um 22:20

Tut mir leid für dich.....
aber du bist coabhängig! das ist kein makel oder sowas. es ist einfach so du zuviel tolerierst und dich nur wohl fühlst wenn er dich braucht. so hört es sich an. es darf aber nicht sein das du dich hinten an stellst und er seinen zustand pflegen kann! und als therapeutin bist du einfach auch ungeeignet, weil das kein noch so gutmeinender laie kann.

sag ihm einfach das es so nicht mehr geht! vielleicht hilft es ihm auch wenn er eine stationäre therapie macht, ein wochen weg von zu hause ist. wenn er eh arbeitslos ist ist es ja nicht so ein problem. geht auch auf krankenkasse.
denk an dich! du hast auch nur ein leben!
lg

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
21. Mai 2009 um 17:31

Trennung
Da hast du recht. Ich sehe einfach das wohl alles verloren ist und ich ein paar Jahre mein Leben allein gestalten muss bevor ich dann überhaupt wieder eine Beziehung eingehen kann. Ich kann mir einfach nicht erklären wie es zu meiner jetztigen Situation gekommen ist.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper