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Denselben gesellschaftlichen Status haben wie der Partner?

7. September 2003 um 16:42

Noch bis Anfang dieses Jahrhunderts wurde in diesem Land
darauf geachtet, daß bei der Heirat eine gute Partie gemacht
wurde. Es wurde selten unter dem eigenen Stand geheiratet und
die Vermählten hatten ähnliche Elternhäuser und eine ähnliche
Erziehung. Diese sogenannten "Vernunftehen" waren häufig
nicht unglücklicher als die heutigen "Liebesheiraten".
In mehreren Studien wurde analysiert weshalb. Wenn ein Paar
denselben sozialen Hintergrund hat, dann wird es sich, wenn
die erste Verliebtheit verflogen ist, besser miteinander
arrangieren können. Sie haben ähnliche Vorstellungen, seien
es jetzt Moral-oder Wertvorstellungen, einen ähnlichen Bildungs-
stand und mehr oder weniger dieselben finanziellen Rücklagen.
Was außerdem eine Rolle spielt, sind die gesellschaftlichen
Verknüpfungen und nicht zu verachten die Gewohnheiten, die
man von Kindesbeinen an vorgelebt bekommen hat. Vielleicht
war früher nicht immer Liebe im Spiel, aber dadurch, daß sich die
Ehepartner sehr ähnlich waren, war ein harmonisches
Nebeneinander gegeben.

Heute ist es häufig so, daß sich die Partner weniger ähneln. In
der Evolution gab es nur selten die Ausnahme, daß zum Beispiel
die Frau "höher" gestellt war als der Mann. Heute ist das nichts
Ungewöhnliches. Heute haben auch die Ehepartner zum Teil
verschiedene Schulabschlüsse und Berufsausbildungen, stammen
aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Während das Eltern-
haus des einen Ehepartners Wert auf gute Erziehung und Bildung
gelegt hat, kommt der andere Ehepartner aus einer Familie, die
zerrüttet war und in der sich keiner um das Kind kümmerte.
Da wir uns heute in der Regel unsere Partner selbst aussuchen,
kann man in den meisten Fällen von Liebesheirat sprechen. Denn
Liebe kennt keine Klassen. Aber was, wenn die ersten rosa
Wolken verflogen sind? Wenn man bemerkt, dass sich im Alltag
immer mehr Differenzen einschleichen, wenn immer mehr
völlig gegensätzliche Ansichten aufeinanderprallen? Wenn sich
Minderwertigkeitsgefühle einstellen oder wenn einer der Partner
seine Ansichten und Gedanken nicht teilen kann, weil der andere
völlig anders denkt und es völlig anders gewohnt ist? Wenn zum
Beispiel der eine zum Sparen erzogen wurde, während der
andere sich nie große Sorgen ums Geld machen mußte?

Wie seht ihr das? Kann Liebe diese Differenzen überwinden oder
liegt da der Punkt, warum viele unserer heutigen Ehen scheitern?

Viele Grüße
Ipanema

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7. September 2003 um 16:50

Hallo liebe Ipa,
meiner Meinung nach macht es vieles einfacher, ähnlichen background zu haben, auch wenn sich die Zeiten geändert haben.

Heutzutage- die Frau Professor und der Herr Maurermeister, kommt auf das Weltbild des Mannes an, die Reife u. Flexibilität beider.
Auch den Druck des Freundeskreises aushalten zu können oder der Familie.

Das kann nur eine große, "gute" Liebe mit solidem Fundament u. ehrlichen Gefühlen.

kein "ich habe geheiratet, weil sie schwanger war u. die Familie es erwartet hat" usw.
Gibts ja heute auch noch

Ich habe aus Liebe geheiratet, und weil ich denke, das ist der Mann für immer, auch heute noch.

Er ist Jurist, u. ich war im med.Ass.bereich tätig.
Wir konnten und können beide gut mit leben, er Akademiker u. promoviert, u. ich nicht.

Warum hast Du den Thread geschrieben "nur mal so interessiert frage" - bist Du selbst betroffen?

B.

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7. September 2003 um 17:20
In Antwort auf BrunhildeP

Hallo liebe Ipa,
meiner Meinung nach macht es vieles einfacher, ähnlichen background zu haben, auch wenn sich die Zeiten geändert haben.

Heutzutage- die Frau Professor und der Herr Maurermeister, kommt auf das Weltbild des Mannes an, die Reife u. Flexibilität beider.
Auch den Druck des Freundeskreises aushalten zu können oder der Familie.

Das kann nur eine große, "gute" Liebe mit solidem Fundament u. ehrlichen Gefühlen.

kein "ich habe geheiratet, weil sie schwanger war u. die Familie es erwartet hat" usw.
Gibts ja heute auch noch

Ich habe aus Liebe geheiratet, und weil ich denke, das ist der Mann für immer, auch heute noch.

Er ist Jurist, u. ich war im med.Ass.bereich tätig.
Wir konnten und können beide gut mit leben, er Akademiker u. promoviert, u. ich nicht.

Warum hast Du den Thread geschrieben "nur mal so interessiert frage" - bist Du selbst betroffen?

B.

Liebe Brunhilde
Ich sehe die Sache ähnlich wie Du. Auch wenn es altmodisch klingen mag, aber ich finde es sehr
wichtig eine ähnliche Herkunft zu haben.

Den Thread habe ich deshalb verfasst, weil ich
es schon öfter in meinem Bekanntenkreis beobachtet
habe, daß sich sehr unterschiedliche Pärchen ge-
bildet haben, die glaubten, ihre Liebe so groß
genug diese Differenzen zu überbrücken sie sind
leider alle gescheitert.

Zum Glück hatte ich dieses "Problem" bisher mit
meinen Partnern noch nicht, aber es beschäftigt
mich je "älter" ich werde, je mehr ich beruflich
vorankomme und je mehr Erfahrung und folglich auch
Ansprüche ich habe.

Liebe Grüße
Ipanema

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7. September 2003 um 18:51

Habe auch schon die Kehrseite erlebt...
dass Akademiker sich zum Beispiel im Restaurant in die Serviette schneuzen und wieder auf den Frühstücksteller zurücklegen; es mit dem duschen nicht so genau nehmen, schmuddelige Kleidung tragen, in einem Auto rumfahren, das einer Müllhalde gleicht, rülpsen, pf....., all das, was eigentlich sonst im Leben eher nicht erwähnenswert ist - und zwar aus dem Gefühl heraus: "Ich kann mir das leisten, ich bin schliesslich Dr.!....."
Weder der akademische Grad noch das fehlen desselben sagen etwas über den Charakter und Feinsinn eines Menschen aus, meine ich.
LG Vero2

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7. September 2003 um 19:00
In Antwort auf vero2

Habe auch schon die Kehrseite erlebt...
dass Akademiker sich zum Beispiel im Restaurant in die Serviette schneuzen und wieder auf den Frühstücksteller zurücklegen; es mit dem duschen nicht so genau nehmen, schmuddelige Kleidung tragen, in einem Auto rumfahren, das einer Müllhalde gleicht, rülpsen, pf....., all das, was eigentlich sonst im Leben eher nicht erwähnenswert ist - und zwar aus dem Gefühl heraus: "Ich kann mir das leisten, ich bin schliesslich Dr.!....."
Weder der akademische Grad noch das fehlen desselben sagen etwas über den Charakter und Feinsinn eines Menschen aus, meine ich.
LG Vero2

Es geht nich um...
...eine Einteilung in Klassen oder in "bessere" und "schlechtere" Menschen. Sondern über das, was sie zu
Hause mit auf den Weg bekommen haben. Es geht hier
auch nicht darum ÜBER einen Menschen zu urteilen,
denn egal welche Schicht, es gibt überall schwarze
Schafe. Die Fragestellung war, ob es gut gehen kann,
wenn zwei "Welten" aufeinander prallen (welche besser
ist, liegt nicht an uns zu urteilen)

Lieber Gruß
Ipanema

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7. September 2003 um 19:05

Es macht vieles leichter.
Hallo Ipanema,

über dieses Thema habe ich mir auch schon des öfteren Gedanken gemacht.

Ich hatte früher mehrere Beziehungen, in denen ich aus "besserem" Hause kam bzw. den höheren Bildungsstand hatte, als meine Partner. Und das hat unterschwellig zu Problemen geführt. Es war in der Hinsicht nicht sooo wichtig, das wir halt noch sehr jung waren. Aber man hat schon gemerkt, dass es nicht so gut passte.

Jetzt bin ich mit jemanem zusammen, der ungefähr den gleichen familiären Hintergrund hat und auch ungefähr den gleichen Bildungsstand (beide studiert). Ich empfinde das als angenehm. Sicher ist jemand, der Akademiker ist nicht zwangsläufig ein besserer Mensch . Aber ich denke, es ist einfach angenehmer, wenn der Partner den gleichen Bildungsstand aufweist, weil man sich dann auf einer Ebene befindet und sich in vielen Dingen besser austauschen kann. (Oh Gott, das klingt gerade furchtbar arrogant, so ist es gar nciht gemeint!)

Ich finde es wichtig, das man ein ähnliches soziales Umfeld hat, wie der Partner. Dazu zählen neben der Familie ja auch die Freunde. Und man sucht sich halt meist Freunde, die aus einem ähnlichen Umfeld stammen, wie man selber. Es passt einfach irgendwie bsser.

Sicher ist es keine "Zwangsvoraussetzung" für eine glückliche Partnerschaft. Allerdings erfordert es meiner Ansicht nach ein hohes Maß an Flexibilität und Toleranz, wenn man aus zwei "verschiedenen Welten" stammt. Und nicht jeder ist auf Dauer bereit oder in der Lage, diese aufzubringen.

Liebe Grüße,
Nindscha

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8. September 2003 um 2:31
In Antwort auf vero2

Habe auch schon die Kehrseite erlebt...
dass Akademiker sich zum Beispiel im Restaurant in die Serviette schneuzen und wieder auf den Frühstücksteller zurücklegen; es mit dem duschen nicht so genau nehmen, schmuddelige Kleidung tragen, in einem Auto rumfahren, das einer Müllhalde gleicht, rülpsen, pf....., all das, was eigentlich sonst im Leben eher nicht erwähnenswert ist - und zwar aus dem Gefühl heraus: "Ich kann mir das leisten, ich bin schliesslich Dr.!....."
Weder der akademische Grad noch das fehlen desselben sagen etwas über den Charakter und Feinsinn eines Menschen aus, meine ich.
LG Vero2

Stimmt
ich will ja schließlich irgendwann auch Akademiker sein, aber bei mir hat es mit dem Charakter und Feinsinn auch nicht geklappt.

chicogo

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8. September 2003 um 7:03
In Antwort auf anoush_11978179

Stimmt
ich will ja schließlich irgendwann auch Akademiker sein, aber bei mir hat es mit dem Charakter und Feinsinn auch nicht geklappt.

chicogo

Ach schätzchen,
das macht doch nichts, ich mag dich trotzdem!
karicia

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8. September 2003 um 8:35

Ende eine Beziehung wegen ...
Hallo Ipa!
Meine Beziehung ist am gesellschaftlichen Status zerbrochen. Aber nicht weil wir uns nicht gemocht haben, nein, die Eltern habe es nicht zugelassen, dass ein geschiedener Mann mit 2 Kindern und dann nur FH-Ing. ihre Frau DR. der Zahnmedizin zu nahe kommt. Wir habe es 4 Jahre lang nur durch Heimlichkeiten und Lügereien geschafft eine gemeinsame Freizeit zu verleben. Da ist es natürlich auch klar, dass es kaum eine Liebe von meiner Freundin geben konnte. Eine gemeinsame Zukunft war uns eigentlich nie beschert, doch dass unser Ende so schnell und plötzlich kommt, hätte ich nicht gedacht. Aber so einfach kanns gehen. Da kommt ein Anwalt vom Liegenschaftsamt und lächelt in einem Gespräch mit den Eltern die Tochter nett an und schwuuuupps isse weg!
Game over! der Mann wird von den Eltern akzeptiert und meine Prinzessin braucht nie wieder zu lügen, der könnte sogar Feinrippunterhosen mit seitlichen Eingriff tragen, meine Prinzessin würde ihn nicht mehr loslassen!
Ok, der Artikel wird zu lang! Aber der Status ist schon eine Grundlage für eine Beziehung, wenn nicht beim Päärchen selber, dann zumindest bei den Eltern oder dem rest der Verwandschaft.
GLG
Obelix mit ausgebranntem Herz

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8. September 2003 um 16:19

Davon kann ich auch ein Liedchen singen
Hallo Ipanema,

es gab eine Zeit, da konnte ich mich ob so einer Einstellung nur fassungslos an den Kopf fassen.

Etwa um die Zeit, da ich Vordiplom machte, fragte mich doch meine Vermieterin, ob ich nicht die Beziehung zu meinem Freund überdenken wolle. Er sei schließlich nur ... (setz hier irgendetwas Praktisches ein wie Fliesenleger, Altenpfleger o.ä.) und würde mir als angehender Akademikerin wohl nicht auf Dauer intellektuell angemessen sein. !!!

Ich dachte, mich trifft der Schlag und schob diese Einstellung auf ihr vorgerücktes Alter.

Freilich haben wir nicht aneinander zu zweifeln begonnen und wären auch weiterhin problemlos miteinander ausgekommen. Auch wenn ich Professorin und er Bäckermeister geworden wäre. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Nun bekam er aber diese (Pollen/Mehlstaub/Tierhaar/egal was /Allergie), die ihn an der Ausübung seines Berufes hinderte. Daraufhin war es das Klügste für ihn ein Studium anzufangen, um auf einen vernünftig bezahlten Beruf in einer reizfreien Umgebung hinzuarbeiten. Ergebnis: jetzt sind wir beide Akademiker; meine Ex-Vermieterin wär's zufrieden. Seine uralte Akademikerfamilie war ohnehin immer dagegen gewesen, daß er so etwas "Dreckiges" gelernt hatte.

Das große ABER kommt jetzt: Er meint tatsächlich, er könne mich nun in vielerlei Hinsicht besser verstehen als in den Jahren vor seinem Studium.

Oder liegt das allein an den miteinander verbrachten Jahren? Er bezweifelt es.

Was das Ursprungsmilieu angeht, ist es für mich persönlich ein Segen, nicht daran gebunden zu sein. Wieder in die "Ungelernte Sozialhilfeempfänger-Kaste" zurück?

Bitte, bitte nicht. Ich bin glücklich, daß es ist, wie es ist. Vielleicht scheitern deshalb Ehen, aber andere wiederum hätten nicht die Chance zu Stande zu kommen.

LG,
Brüni


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8. September 2003 um 23:34
In Antwort auf ipanema

Liebe Brunhilde
Ich sehe die Sache ähnlich wie Du. Auch wenn es altmodisch klingen mag, aber ich finde es sehr
wichtig eine ähnliche Herkunft zu haben.

Den Thread habe ich deshalb verfasst, weil ich
es schon öfter in meinem Bekanntenkreis beobachtet
habe, daß sich sehr unterschiedliche Pärchen ge-
bildet haben, die glaubten, ihre Liebe so groß
genug diese Differenzen zu überbrücken sie sind
leider alle gescheitert.

Zum Glück hatte ich dieses "Problem" bisher mit
meinen Partnern noch nicht, aber es beschäftigt
mich je "älter" ich werde, je mehr ich beruflich
vorankomme und je mehr Erfahrung und folglich auch
Ansprüche ich habe.

Liebe Grüße
Ipanema

Liebe Ipa
man wird älter,reifer und nachdenklicher...

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