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Das Rätsel der menschlichen Paarbindung

21. August 2016 um 0:44 Letzte Antwort: 21. August 2016 um 2:28

Eines vorweg: Ich erwarte keine großartigen Ratschläge, Mitleidbekundungen oder was auch immer von dem Thread. Ich habe einfach mal Lust mir das Ganze von der Seele zu schreiben.

Zu mir: Ich bin inzwischen 35 Jahre alt und habe immer noch keine passende Frau gefunden. Nicht schlimm? Das stimmt wohl, ich habe das Ganze auch nie besonders verbissen gesehen. Habe mal mehr und mal weniger geschaut und immer gedacht: irgendwann werde ich schon die richtige junge Dame treffen. Ich war in all der Zeit ganze 3 Mal verliebt und bei allen dreien hat es nicht geklappt (kein Interesse, vergeben, nicht bereit für eine Beziehung). Für einen Mann bin ich relativ wenig schwanzgesteuert. Ich brauche lange um jemanden attraktiv zu finden und wenn ich mir ohnehin keine Chancen ausrechne, dann kann ich das auch ganz gut verdrängen. Wenn eine Frau leicht zu haben wäre, dann würde ich mich auch immer direkt fragen wie viele sie schon hatten. Verkehrte Welt. Was dann dazu führt das ich noch nie Sex mit einer Frau hatte. (Exkurs: Mit einem Mann übrigens auch nicht, falls sich diese Frage aufdrängt, daran habe ich allerdings auch wenig Interesse.) Das stellt aber für das geringere Problem dar. Dieses Gefühl das sich noch nie auch nur ein einziges Mal eine Frau für mich interessiert hat nagt da eher an mir. Ist aber leider die bittere Realität.

Also woran liegts? 1.50m groß, Quasimodo ohne Job und nur am Drogen nehmen im Park? Auch solche Männer haben mit dem Alter schon mehrere Frauen gehabt. Ich dagegen bin an die 1.90m, um die 80kg, sportlich, Uni-Abschluss, fester Job, reise gerne, optimistisch, naturverbunden, auf der Gesichtsskala sicher kein David Beckham oder wer auch immer als besonders attraktiv gilt, aber dennoch mindestens im Mittelfeld. Habe einen relativ großen Freundeskreis, zu dem auch einige Frauen gehören. Die aber alle vergeben sind oder aus anderen Gründen nicht in Frage kommen (Distanz, lesbisch, es passt nicht). Alles in allem würde ich das als normal bezeichnen. Besonders gut komme ich mit denen aus die augenscheinlich nicht passen: >50, zu jung, vergeben etc. Ich denke es liegt daran, dass sie einfach lockerer drauf sind. Wenn ich jetzt nach einer normalen Frau suche, die zu mir passt und bei der ich mich weder verbiegen noch verstellen muss, dann hört es einfach auf. Sowas gibt es nicht auf dem Markt oder wenn doch, dann sucht sie leider einen gitarrespielenden Surfertypen, der Harley fährt, einfühlsam ist und ein eigenes Gestüt betreibt. Treu, kinderlieb und sozial engagiert sind wären dann noch der Zuckerguss. Frauen im richtigen Alter, die theoretisch passen könnten und ebenfalls auf der Suche sind, sind meist sehr verkrampft, egozentrisch und maximal abweisend. Die heutige Zeit mit ihren es gibt immer einen noch besseren, wisch doch einfach noch mal nach links (oder war es rechts?) weiter Versprechungen hilft auch nicht unbedingt.

Anyway, zurück zum wesentlichen: Ich bin jedenfalls kein Discogänger/Partytyp/Festivalbesucher, was die Möglichkeit morgens mit dickem Kopf einfach neben jemandem aufzuwachen minimiert. Gefühlt fangen ja 2/3 aller Beziehungen so oder so ähnlich an. Wie lange sowas gut geht sei dahingestellt. Da im Freundeskreis/beim Sport/auf Arbeit irgendwann auch keine neuen Kandidatinnen mehr dazu kommen habe ich auch mal Onlinedating ausprobiert. Mich stört allerdings dieses sich selbst anpreisen wie auf dem Jahrmarkt. Alle Frauen sind maximal abweisend, vermutlich weil das Gros der Männer maximal aufdringlich ist. Ich setze mich hin, lese das Profil, so es denn ausgefüllt ist und schreibe eine halbe Stunde etwas zusammen, nur um dann in 90% der Fälle keine Antwort zu bekommen. 5% schreiben ein kurzes kein Interesse (immerhin) und die restlichen 5% verlangen zwar nach Kreativität, Wortwitz und Einfallsreichtum, können aber selbst in keiner dieser Kategorien punkten. Und nein, ich habe es nicht nur bei den Schönheitskönigen probiert bei denen die Männermodells schlange stehen. Ich habe mich allen Widrigkeiten zum Trotz mit einigen Damen getroffen, was soll ich sagen? Die Fotos waren wohl Jahre alt und aus einem sehr günstigen Blickwinkel geschossen. Die Reisefreude führt jedes Jahr wieder an die Ostsee und aus der Liebe zum Radeln wird schnell die Fahrt zum Supermarkt, falls das Auto gerade mal in die Werkstatt musste.

Was bleibt? Was finden Frauen denn nun an Männern wirklich interessant? Man liest ja immer (besonders in Profilen auf Datingseiten) Humor, wenn du mich zum Lachen bringen kannst blablabla. Wenn das tatsächlich ein Kriterium wäre, dann hätte ich wohl einen ganzen Harem. Was noch, wenn er weiß was er will, mMn. auch kein wirkliches Kriterium und in der Realität eher ein Ärgernis für viele Damen. Nichtraucherin, aktiv, naturverbunden und Ernährung/Sport bitte nicht als Ersatzreligion? So ein chauvinistisches Schwein, ich lass mir gar nichts vorschreiben! Selbstbewusstsein wird auch immer gerne genannt. Wer ist am Selbstbewusstesten? Vermutlich der Typ, der jeden zweiten Tag eine neue abschleppt. Absage? Egal, die nächste kommt bestimmt. Genau der Typ also, den Frau sucht. Bitte keine ONS! Musste ich übrigens googlen.

Um noch mal auf die Überschrift einzugehen: Ich denke manchmal einfach, dass ich kein guter Mann bin. Mann sollte einfach egoistisch, rücksichtslos, aufdringlich und schwanzgesteuert sein, ansonsten hat Mann keine Chance bei der Partnersuche. Mann sollte einfach jede ansprechen, egal wie plump, irgendeine wird anbeißen, Mann sollte 1000 Copy&Paste Nachrichten beim Onlinedating schicken. Also quasi genau das, was Frauen angeblich immer genau nicht möchten. Aber will ich das?

Ich stehe oft daneben und beobachte die Situation als quasi Außenstehender. Diese Menschen, interessant ist das schon, aber keine Ahnung was die da eigentlich treiben.

Ganz aufgegeben habe ich noch nicht, aber langsam kommt man dann doch in ein Alter wo man sich beeilen sollte, wenn man noch Kinderlein in diese Welt setzen möchte.

Wer bis hier her gekommen ist: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich wünsche nun eine angenehme Nachtruhe.

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21. August 2016 um 2:28

Hallo Kratylos!
Mir erging`s nicht anders. Nur bei mir war es NOCH katastrophaler. Ich war mit 16 Jahren so fett, dass mir meine Freunde rieten, in den Schlachthof zu fahren, ich sei jetzt genug gemästet, sagten sie. Das baut natürlich ungemein auf. Abends lag ich dann im Bett und weinte still und leise vor mich hin, hatte Suizidgedanken, das Schlachtermesser war stets griffbereit. Um ganz ehrlich zu sein: Es ging mir gar nicht so sehr um die große Liebe, sondern lediglich um Sex. All meine Freunde hatten Frauen, nur ich nicht. Ich wurde ausgelacht, verspottet, diskriminiert. Ich war und bin bis heute nicht beziehungsfähig, nur wollte ich das Gefühl von Liebe mal spüren, den Atem eines Mädchens, ihren Busen massieren etc. Ich konnte aber nicht reden, weil ich nicht wusste, was Rhetorik bedeutete. Ein Professor übte mit mir. Von Tag zu Tag wurde ich selbstbewusster. Nach einem Jahr war ich so weit, dass ich die Leute von ALLEM überzeugen konnte. Was ich sagte, glaubte ich selber. Ich trieb jeden Tag Sport, lernte Karate, ging unter Leute und redete mit ihnen. Ich wurde immer besser. Und das war auch der Grund, warum ich das bekam, was ich immer wollte. Wenn ICH es schaffte, dann schaffst Du das auch!

Liebe Grüße,

lib

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