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Das Leben, die Liebe und die Leidenschaft

24. Oktober 2007 um 14:25 Letzte Antwort: 9. November 2007 um 17:52

Hallo Forum,

ich lese schon einige Zeit mit und mache mir sehr viel Gedanken über mich mein Leben. Meine Frau hat mich verlassen und dies tut sehr weh. 6 Wochen lief die Affäre bis ich davon erfahren habe.
Da ich angefangen habe meine Gedanken nieder zu schreiben, wäre ich froh, wenn Ihr vielleicht das ein oder andere Feedback geben könntet.

Was meint Ihr zu dem einen oder anderen Gedanken?

Grüße
Beaker
----------------------------------------------------------------------------

Ich widme diese Zeilen, dem Menschen, der mir sehr viel bedeutet und mir immer sehr viel bedeuten wird.

Was einmal im Herzen ist, lässt sich nicht entfernen. Das miteinander verändert sich, aber die Liebe bleibt erhalten.

Der Schmerz hat mir die Augen geöffnet.



Das Leben, der Alltag

Menschen sind getrieben, getrieben von dem Streben nach Glück und Zufriedenheit. Jeder sucht und glaubt, dass er dieses Glück findet. Er sucht an den unterschiedlichsten Orten, im Beruf, im Hobby, in der Familie und in der Liebe.

Man treibt sich an, jagt der Hoffnung von einem schönen Leben hinterher. Perfektionismus ist die Leitkultur.

Doch wie sieht es in der Realität aus?

Wie viel Menschen können sagen, dass sie Glücklich sind.
Ich meine hier nicht das Glück, von kurzer Dauer, wie etwa das Gefühl, welches man bei einer jungen Liebe empfindet. Ich meine das Glück, welches sich einstellt, wenn man innere Zufriedenheit erlangt.

Durch ein sehr schmerzliches Ereignis, habe ich sehr viel über mich, meine Beziehungen und meine Umwelt nachgedacht. Meine Frau hatte mir gesagt, dass sie sich in jemanden anderen verliebt habe und dem Gefühl nachgeben möchte. Sie habe immer nur auf ihren Kopf gehört und nicht auf ihr Herz, dies muss sie jetzt tun. In mir brach eine Welt zusammen, mein Leben war auf sie ausgerichtet. Wir haben ein gemeinsames Haus erschaffen, indem ich mit ihr alt werden wollte. Jetzt wohne ich alleine darin. Ich dachte sie sei meine Traumfrau. Sie war so viel für mich und nun soll alles zu Ende sein? Sieben Jahre Beziehung, 17 Monate Ehe. Ich dachte mein Leben hätte eine Ende, oder ich solle ihm ein Ende setzen.

Wie kam es dazu? Auseinander gelebt? Im Alltag versunken?

Ja, wir waren im Alltag versunken, keine bemühte sich mehr um den anderen.

Was ist überhaupt Alltag? Ist es das Raster, die Tretmühle in der man sich befindet? Und wie gelangt man da hinein? Wird dies nicht von außen vorgegeben und man kann nichts dagegen tun? Alles ist richtig und dennoch falsch. Ja, man obliegt Einflüssen, welche man sich nicht immer entziehen kann. Aber wie ich damit umgehe, ob ich diese Einflüsse, diese Tretmühle verstärke, in dem ich noch größeren Druck auf mich und meine Umgebung ausübe, dies liegt ganz bei mir. Man stellt Anforderungen an sich und seine Lieben, welche nie zu erfüllen sind. Jagt so manchem Traum hinterher und wird dabei ganz unglücklich und ungerecht zu sich und seiner Umwelt.

Meine Frau hat mich sehr enttäuscht, wieso hat sie nicht mit mir geredet? Aber habe ich mit Ihr geredet? All die Jahre zuvor?

Enttäuschung ist eigentlich ein positives Wort. Ent-Täuschung, man obliegt nicht mehr einer Täuschung, sondern erkennt die Realität.
Und dieser Realität, diesem Leben muss man sich stellen.

Nach eine kurzen Nacht, welche ich mit viel Grübeln und Sehnsucht nach meine Frau verbrachte, wurde ich wach und die Sonne blinzelte mir ins Gesicht. Ich hatte plötzlich den inneren Drang in die Natur zu müssen und zu Laufen. Erst dachte ich, jetzt laufe ich allem davon, doch plötzlich passierte etwas sonderbares in mir. Da waren Gänse, die noch schliefen, ein See über dem Nebel aufzog und Vögel, die ihr Lied sangen. Und ich nahm dies alles sehr intensiv war. Ich sog es in mich auf. Den Schmerz, den ich empfunden habe und immer noch empfinde, war plötzlich nicht mehr so schwer zu ertragen.

Ich war plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt meines Schmerzes, meines Berufes und meiner Beziehung. Sondern nur noch ein Bestandteil von vielem.

War es das? Muss man einfach seinen Alltag, seine Umwelt bewusst wahrnehmen?

Ich denke ja, genau das ist es. In jedem Tag steckt so viel Gutes. Man muss nur genau hinsehen und hinhören. Ein Gespräch mit einem Menschen, schöne Musik im Radio oder mit jemandem Lachen. Jeder ist ein Teil von etwas Großem. Und jeder kann Kraft daraus schöpfen, man muss nur bereit sein, sich zu öffnen und wahrzunehmen. Sich bewusst zu machen, dass der Tag etwas Gutes bringt und das man dies entdecken kann. Das ist die Bereicherung im Leben, nach der ich immer gesucht habe.

Für mich war es immer sehr schön, morgens neben meiner Frau wach zu werden. Ihr in die Augen zu schauen gab mir Sicherheit.

Doch nun war der Traum zu Ende. Träumen ist etwas schönes, aber man sollte nur den Weg zur Erfüllung dieses Traumes genießen und nicht enttäuscht sein, wenn der Traum sich nicht erfüllen kann.

Im jetzt und hier liegt das Schöne. Gestern ist Vergangenheit, morgen noch nicht da, aber heute bin ich.

Ich weiß, dass dies schwer werden wird. Zulange habe ich in den Tag hineingelebt, hab mich treiben lassen, nur das schlechte sehen wollen.

Aber die bewusste Wahrnehmung lässt mich erkennen, dass einem das Leben, der Alltag so viel schenken kann.

Liebe

Wenn einem das Leben, der Alltag soviel geben kann, wo ist dann die Liebe. Was ist überhaupt Liebe? Und brauchen wir Liebe?

Sich ohne Worte verstehen, sich nach dem anderen zu sehnen, lachen, reden, das Leben ist plötzlich leicht und unbeschwert, sich sicher und geborgen fühlen, das ist verliebt sein.

Sich ohne Worte verstehen, das gleiche denken. Für einander Dasein, sich einlassen auf den anderen vertrauen. Das ist wohl nur der Anfang

Ich denke Liebe wächst mit der Zeit, sie verbindet zwei Menschen miteinander, lange Zeit nach dem die Verliebtheit aufgehört hat. Sie wächst mit jedem Problem, welches aufkeimt und bewältigt wird.
In jeder Beziehung gibt es über kurz oder lang leichte oder schwere Krisen. Daher kann der Umgang mit Problemen in einer Partnerschaft der Gradmesser für die Stärke der Liebe sein.

Liebe wertet nicht, sondern lebt in der Realität. Liebe macht nicht glücklich, wie es die Verliebtheit tut. Liebe macht zufrieden, wenn man bereit ist daran zu arbeiten.

In meiner eigenen Ehe und Partnerschaft, wurden Probleme nicht gemeistert. Man sprach nicht offen darüber. Mit offen meine ich, dass beide Partner präsent sind und beide die gleiche Sichtweise auf das Problem haben, oder daran arbeiten. Das war nicht gegeben. Erst das Ende der Beziehung lies uns gemeinsam unsere Probleme erkennen. Deren Bewältigung war nicht mehr möglich, zu stark war das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung meiner Frau. Zu stark das Gefühl der Verliebtheit. Nach sieben Jahren kann man nicht mehr verliebt sein, aber man kann an der Liebe arbeiten und erkennen, dass Liebe mehr ist als nur die Verliebtheit.

Liebe schmerzt, Liebe erfüllt, Liebe ist die Gemeinsamkeit in Leidenschaft, der Glaube an den anderen, die Verlässigkeit und die Vorhersagbarkeit. Ja, auch letzteres. Klar neues ist spannend, aber auch das legt sich mit der Zeit. Ein Mensch, der Vertrauen verdient, ist in seinen Handlungen in positiver Weise berechenbar. (2) Dies fördert das vertrauen, die Gemeinsamkeiten.

Was einmal im Herzen ist, lässt sich nicht entfernen. Das miteinander verändert sich, aber die Liebe bleibt erhalten.

Leidenschaft

Und genau hier liegt auch der Schlüssel zum Erfolg. Das Miteinander lässt sich beeinflussen, der Alltag ist gestaltbar. Rituale können eine Partnerschaft positiv beeinflussen.

Doch wie kann man Leidenschaft entwickeln, wenn man alles an dem anderen kennt, oder meint zu kennen?

Hingabe, genießen, sich öffnen, sich gegenseitig immer neu entdecken, all das ist am Anfang und auch nach Jahren in einer Partnerschaft möglich.

Die Leidenschaft kommt mit der Freude am Geben. Erfülltheit mit der echten Nähe des anderen.


Mich haben folgende Bücher beeinflusst:
1. Hector und die Geheimnisse der Liebe
2. Abenteuer Liebe: Was Paare wissen müssen
3. Liebe Dich selbst, dann ist es egal wen Du heiratest.

Mehr lesen

24. Oktober 2007 um 16:10

Schön geschrieben!
Nur was bringt es dir im Endeffekt?

Die Frau hat dich verlassen weil Sie eben Ihr Glück haben will. Und dabei hat Sie eben nicht an dich gedacht oder dich miteinbezogen.

Mitleid? Für wen?
Verständnis? für diese Frau - NEIN

Selbstmitleid? hast du das nötig?

Du bist frei, du kannst deine eigenen Entscheidungen treffen. Lebe dein leben, es ist zu schade um es für einen Anderen wegzuwerfen! Kümmer dich nicht um Menschen wie es deine Ex sind. Du siehst ja, dass der Schmerz vergehen wird. Lerne aus diesen Dingen und leben dein Leben!

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24. Oktober 2007 um 17:24
In Antwort auf zoe_12062812

Schön geschrieben!
Nur was bringt es dir im Endeffekt?

Die Frau hat dich verlassen weil Sie eben Ihr Glück haben will. Und dabei hat Sie eben nicht an dich gedacht oder dich miteinbezogen.

Mitleid? Für wen?
Verständnis? für diese Frau - NEIN

Selbstmitleid? hast du das nötig?

Du bist frei, du kannst deine eigenen Entscheidungen treffen. Lebe dein leben, es ist zu schade um es für einen Anderen wegzuwerfen! Kümmer dich nicht um Menschen wie es deine Ex sind. Du siehst ja, dass der Schmerz vergehen wird. Lerne aus diesen Dingen und leben dein Leben!

"Schön geschrieben!"
Ich beschäftige mich mit mir selbst, um zu lernen und mein Leben zu leben. Ich werde den Schmerz überwinden und ich lebe jetzt.

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8. November 2007 um 13:11
In Antwort auf sharma_11924118

"Schön geschrieben!"
Ich beschäftige mich mit mir selbst, um zu lernen und mein Leben zu leben. Ich werde den Schmerz überwinden und ich lebe jetzt.

An beaker:
Du sprichst mir mit Deinem Beitrag so aus dem Herzen!

Tatsächlich liege ich Nächte wach, laufe kilometerweise durch die Natur, wälze Bücher, denke wo auch immer ich bin und in jeder freien Minute darüber nach und suche nach einer Antwort auf die Frage:

Liebe ich meinen Mann noch? Und liebt er mich? Was ist eigentlich Liebe? Was ist es was ich aufgeben würde, wenn ich ihn nach 19 Jahren (ein zweites und diesmal letztes Mal) verlasse? Ich bin sehr unglücklich in meiner Ehe und habe aufgehört zu reden und aufgehört zu kämpfen. Ich habe resigniert, mich abgefunden damit, dass das Leben nun mal in diesem Punkt mal weniger, mal überhaupt nicht, meinen Vorstellungen entspricht. Und sind meine Vorstellungen überhaupt real?

Ich bin aus dieser Lethargie gerissen worden von einem Menschen, dem es genau so ging wie mir. Wir halten uns aneinander fest und geben uns Mut - und schöne Stunden, in denen wir viel reden, lachen und Glück empfinden. Noch hatten wir keinen Sex, aber ich denke, ich bin schon dabei, mich ins Unrecht zu setzten. Und ich bin hin und her gerissen.

Vertrauen, Geborgenheit, Verständnis, Liebe. Ich brauche sie so sehr und finde sie nicht. Ich suche Linderung für meinen Schmerz in der Natur, freue mich an Blumen, Tieren, Düften, Musik, Farben und anderen schönen Dingen. Doch ich finde nicht, wonach ich mich sehne! Es ist wie ein kleines Pflaster auf eine große Wunde.

Vor allem finde ich es nicht zu Hause und vor allem nicht bei meinem Mann. Du hast schon ganz richtig angesprochen, woran es mit mit größter Sicherheit liegen wird. Und warum leide nur ich darunter? Sind die Bedürfnisse so verschieden?

Ob ich das alles bei dem anderen finde, weiß ich nicht, wer weiß schon vorher, was übrig bleiben wird.

Dein Beitrag spricht mir jedenfalls sehr aus der Seele. Danke.

Mary

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8. November 2007 um 16:16
In Antwort auf mairmn_12490485

An beaker:
Du sprichst mir mit Deinem Beitrag so aus dem Herzen!

Tatsächlich liege ich Nächte wach, laufe kilometerweise durch die Natur, wälze Bücher, denke wo auch immer ich bin und in jeder freien Minute darüber nach und suche nach einer Antwort auf die Frage:

Liebe ich meinen Mann noch? Und liebt er mich? Was ist eigentlich Liebe? Was ist es was ich aufgeben würde, wenn ich ihn nach 19 Jahren (ein zweites und diesmal letztes Mal) verlasse? Ich bin sehr unglücklich in meiner Ehe und habe aufgehört zu reden und aufgehört zu kämpfen. Ich habe resigniert, mich abgefunden damit, dass das Leben nun mal in diesem Punkt mal weniger, mal überhaupt nicht, meinen Vorstellungen entspricht. Und sind meine Vorstellungen überhaupt real?

Ich bin aus dieser Lethargie gerissen worden von einem Menschen, dem es genau so ging wie mir. Wir halten uns aneinander fest und geben uns Mut - und schöne Stunden, in denen wir viel reden, lachen und Glück empfinden. Noch hatten wir keinen Sex, aber ich denke, ich bin schon dabei, mich ins Unrecht zu setzten. Und ich bin hin und her gerissen.

Vertrauen, Geborgenheit, Verständnis, Liebe. Ich brauche sie so sehr und finde sie nicht. Ich suche Linderung für meinen Schmerz in der Natur, freue mich an Blumen, Tieren, Düften, Musik, Farben und anderen schönen Dingen. Doch ich finde nicht, wonach ich mich sehne! Es ist wie ein kleines Pflaster auf eine große Wunde.

Vor allem finde ich es nicht zu Hause und vor allem nicht bei meinem Mann. Du hast schon ganz richtig angesprochen, woran es mit mit größter Sicherheit liegen wird. Und warum leide nur ich darunter? Sind die Bedürfnisse so verschieden?

Ob ich das alles bei dem anderen finde, weiß ich nicht, wer weiß schon vorher, was übrig bleiben wird.

Dein Beitrag spricht mir jedenfalls sehr aus der Seele. Danke.

Mary

Danke...
Hallo Mary,

ich dachte erst meinen Schmerz müsste ich mit fremder Haut stillen. Aber ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass ich erstmal zu mir finden muss. Mir selbst genug sein.
Ich habe wohl den Vorteil, dass wir ein Haus gebaut haben, in das ich alleine eingezogen bin und hier einen vollkommen neuen Alltag gestalten kann. Der halt ohne sie ist. Ich suche derzeit nach mir und dies kann mir niemand anderes geben, als ich mir selbst. Auch keine andere Frau.

Vielleicht eine kleine Geschichte dazu:

In China gibt es Affen, welche ganz zahm werden können, aber sie sind schwer zu fangen, da sie sehr schnell sind und super klettern können.
Diese Affen lieben überalles Reis. Diesen können sie schon aus großer Entfernung riechen.
Ein Mann kam auf die Idee in Kokosnüsse ein kleines Loch zu schneiden, dass gerade so die Hand der Affen durchpasst. Anschließend füllte er die Kokosnüsse mit Reis und band diese an einen Baum.

Die Affen rochen natürlich ihre Lieblingsspeise und rannten geradezu auf ihr vermeintliches Glück zu. Der erste Affe steckte die Hand durch das Loch und nahm eine Faust voll, doch er bekam dann diese nicht mehr durch das kleine Loch hindurch. Er riss daran, aber er kam nicht frei.

War jetzt der Mensch böse, der die Affen auf diese Art fing? Nein. Die Affen haben frei entscheiden können und haben sich dafür entschieden nicht loszulassen.

Was ich mit der Geschichte sagen möchte, ist, dass wir immer die Entscheidungen treffen können. Manchmal muss man loslassen können, um frei zu werden.
Frei für neues.... Aber ich denke, man sollte nicht von der einen "Kokosnuss zur anderen rennen". Da läuft man die Gefahr, die gleichen Fehler zu machen wie immer, denn die Rosarotebrille hört irgendwann mal auf.

Für diese Erkenntnis habe ich jetzt einige Zeit benötigt. Ich sage mir nun, ich lebe jetzt und hier und alleine. Du glaubst nicht wie schön das sein kann. Klar tut das verdammt weh und manchmal bin ich wieder voller Hoffnung, ein Hoffnungsjunkie. Aber es wird weniger und mein ich finde immer besser zu mir.

Ich wünsche Dir viel Kraft auf dem Weg Dich selbst zu entdecken und wieder mit Dir glücklich zu werden.
Alles andere folgt dann von alleine. Ich befinde mich auch noch auf diesem Weg.

Grüße Stefan

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9. November 2007 um 14:19
In Antwort auf sharma_11924118

Danke...
Hallo Mary,

ich dachte erst meinen Schmerz müsste ich mit fremder Haut stillen. Aber ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass ich erstmal zu mir finden muss. Mir selbst genug sein.
Ich habe wohl den Vorteil, dass wir ein Haus gebaut haben, in das ich alleine eingezogen bin und hier einen vollkommen neuen Alltag gestalten kann. Der halt ohne sie ist. Ich suche derzeit nach mir und dies kann mir niemand anderes geben, als ich mir selbst. Auch keine andere Frau.

Vielleicht eine kleine Geschichte dazu:

In China gibt es Affen, welche ganz zahm werden können, aber sie sind schwer zu fangen, da sie sehr schnell sind und super klettern können.
Diese Affen lieben überalles Reis. Diesen können sie schon aus großer Entfernung riechen.
Ein Mann kam auf die Idee in Kokosnüsse ein kleines Loch zu schneiden, dass gerade so die Hand der Affen durchpasst. Anschließend füllte er die Kokosnüsse mit Reis und band diese an einen Baum.

Die Affen rochen natürlich ihre Lieblingsspeise und rannten geradezu auf ihr vermeintliches Glück zu. Der erste Affe steckte die Hand durch das Loch und nahm eine Faust voll, doch er bekam dann diese nicht mehr durch das kleine Loch hindurch. Er riss daran, aber er kam nicht frei.

War jetzt der Mensch böse, der die Affen auf diese Art fing? Nein. Die Affen haben frei entscheiden können und haben sich dafür entschieden nicht loszulassen.

Was ich mit der Geschichte sagen möchte, ist, dass wir immer die Entscheidungen treffen können. Manchmal muss man loslassen können, um frei zu werden.
Frei für neues.... Aber ich denke, man sollte nicht von der einen "Kokosnuss zur anderen rennen". Da läuft man die Gefahr, die gleichen Fehler zu machen wie immer, denn die Rosarotebrille hört irgendwann mal auf.

Für diese Erkenntnis habe ich jetzt einige Zeit benötigt. Ich sage mir nun, ich lebe jetzt und hier und alleine. Du glaubst nicht wie schön das sein kann. Klar tut das verdammt weh und manchmal bin ich wieder voller Hoffnung, ein Hoffnungsjunkie. Aber es wird weniger und mein ich finde immer besser zu mir.

Ich wünsche Dir viel Kraft auf dem Weg Dich selbst zu entdecken und wieder mit Dir glücklich zu werden.
Alles andere folgt dann von alleine. Ich befinde mich auch noch auf diesem Weg.

Grüße Stefan

Mit sich allein sein
und zufrieden, da hin zu kommenn, stelle ich mir sehr schwer vor.

Es ist sozusagen meine Ur-Angst, den Partner los zu lassen und allein leben, dann einsam sein und sich verlassen fühlen. Ich habe das schon durch und habe mich leider nicht selbst gefunden. Statt dessen habe ich meinen Schmerz zwar nicht mit fremder Haut gestillt (dazu muss ich mich verlieben, und das geht bei mir nicht so schnell), aber ich bin Tag und Nacht unterwegs gewesen, habe mich abgelenkt und bin allein zu Hause in ein tiefes Loch gefallen.

Vielleicht würde es mir beim zweiten Anlauf ja besser gelingen. Trotzdem habe ich Angst davor, mich wieder allein und wie ein streunender Hund zu fühlen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Gerade bricht der graue Novemberhimmel auf und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Wenn das kein gutes Zeichen ist.

Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg und auf dass Du ihn irgendwann mit jemandem gemeinsam gehen kannst.

Viele Grüße Mary

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9. November 2007 um 17:52
In Antwort auf mairmn_12490485

Mit sich allein sein
und zufrieden, da hin zu kommenn, stelle ich mir sehr schwer vor.

Es ist sozusagen meine Ur-Angst, den Partner los zu lassen und allein leben, dann einsam sein und sich verlassen fühlen. Ich habe das schon durch und habe mich leider nicht selbst gefunden. Statt dessen habe ich meinen Schmerz zwar nicht mit fremder Haut gestillt (dazu muss ich mich verlieben, und das geht bei mir nicht so schnell), aber ich bin Tag und Nacht unterwegs gewesen, habe mich abgelenkt und bin allein zu Hause in ein tiefes Loch gefallen.

Vielleicht würde es mir beim zweiten Anlauf ja besser gelingen. Trotzdem habe ich Angst davor, mich wieder allein und wie ein streunender Hund zu fühlen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Gerade bricht der graue Novemberhimmel auf und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Wenn das kein gutes Zeichen ist.

Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg und auf dass Du ihn irgendwann mit jemandem gemeinsam gehen kannst.

Viele Grüße Mary

Das
wünsche ich uns beiden!

Liebe Grüße Stefan

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