Home / Forum / Liebe & Beziehung / Das "Ich will unglücklich sein" - Syndrom

Das "Ich will unglücklich sein" - Syndrom

30. August 2005 um 19:11 Letzte Antwort: 4. September 2005 um 18:09

Hey ihr,
wollte mal hauptsächlich die Frauen unter uns ansprechen.
Eigentlich ist es mir schon länger aufgefallen, nur es kommt mir, je mehr Zeit verstreich, umso perplexer vor und ich weiss nicht, ob ich damit alleine dastehe:

*Jede Frau kennt das Gefühl unglücklich verliebt zu sein. Das Gefühl von unsäglicher Traurigkeit und den ganzen Tag weinen zu könnten. Sind wir ehrlich - ein scheiss Gefühl. Aber kann man von dem Gefühl abhängig sein?

*Sehr wissen wohl auch, wie es ist, wenn man sich in ein ... verliebt bzw. Macho usw. und wir haben uns doch alle schon einmal gefragt, warum wir uns genau in den verlieben, da wir doch schon von Anfang an wissen, dass das eh nicht klappen wird.

*Die meisten kennen auch das Gefühl betrogen zu werden und manche sind so blind dadurch geworden, dass sie dem Mann alles verzeihen würden. Ebenfalls ein Gefühl, dass zu Traurigkeit und Wertlosigkeit anregt.

*Doch was ist, wenn man dann einen Mann findet, der einem Liebe gibt und einem auf Hände tragt. Das für eine Frau macht, was sich so viele andere Mädchen wünschen und man selbst nur denkt: Dann nimm ihn doch - ich will das nicht!

------

Ich habe meinen ExFreund, der genauso zu mir war, betrogen und belogen, weil ich das Gefühl als Langeweile empfand, dass er alles für mich tat. Stattdessen habe ich mich in einen Mann verliebt, der vergeben ist und ein ... ist - also wieder das alte Muster von Mann - ein ... !

Mein ExFreund hat mir vorgeworfen, dass ich nicht glücklich sein will und jetzt, wo ich so nachdenke - ist das Möglich?

----------------> Man sagt ja immer, dass man vielleicht in der Kindheit suchen sollte bei so Problemen und die einzigen Sachen, die mir hierzu einfallen sind zum einen:
-Meine Mutter, die mich als Kleinkind vergöttert hat und mir alles gegeben hat und später in der Pupertät, als ich anstrengend wurde, sogar für kurze Zeit in ein Heim geschickt hat.
-Zum anderen ist mein Vater, als ich dreizehn war gestorben - worüber ich allerdings komischerweise sehr schnell hinweggekommen bin.
-Ein weiterer Punkt könnte auch noch sein, dass ich früher in der Schule eher eine Aussenseiterin war und sich das erst in den höheren Klassen geändert hat.

Meint ihr, ein Punkt von denen könnte auch damit was zu tun haben?

Mehr lesen

30. August 2005 um 20:59

Frauen...
kann dir nur sagen meine exfreundin würde deine gefühle genauso unterschreiben können.
Ich wusste auch nie, warum sie manchmal so melancholisch war, obwohl eigentlich für mich gar kein ersichtlicher ansatz dazu bestand.
Ich weiß nicht, aber ich hatte erst das gefühl, sie -WOLLTE- einfach nicht glücklich sein.

"Es könnte ja alles so toll sein, aber naja, ich weiß auch nicht"

Aber immer wieder war von früher die Rede, von der zeit daheim. Ich spekulier jetz mal dass ihr Mädels, wie du auch andeutest, irgendwie ein problem mit dem "ausziehen" von daheim habt.
Weil ihr einfach ein besseres Verhältnis zu den Eltern hattet als die meisten Jungs. Es besteht eine enegere emotionale Verbindung zu den Eltern, und dass ihr jetzt nicht mehr so sehr "daheim" seid, darüber grübelt ihr dann nach, und schlittert dann so in eine "abwärtsspirale" wo man sich dann immer leerer fühlt.

Ich denke dass es vielen Frauen so geht.

Könnte es dann nicht aber eine Aufgabe des Lebens sein, sich durch so eine Selbstfindungsphase durchzubeißen?

Meine Gedanken dazu,
CC

CC

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
30. August 2005 um 21:19

Ja, das gibt es.
Ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob deine Punkte das bei dir ausgelöst haben.

Ich bin aber davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die immer einen Haken finden werden. Oder überzeugt davon sind, immer "Opfer" zu sein. Du bist sicher nicht alleine damit, dich auf eine Beziehung einzulassen, bei der die Aussichten gar nicht gut aussehen.

LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
30. August 2005 um 22:43

Dein problem ist mir bekannt...
hallo,

also, es gibt ganz viele menschen, denen es so geht wie dir. und eben weil sie nicht in der lage sind, emotional anders zu handeln, lassen sie sich immer wieder auf den falschen ein.sie kennen es nicht anders. sie haben in der kindheit ein bestimmtes verhaltensmuster bei ihren gefühlen gelernt, was falsch war. konnten es aber natürlich nicht wissen. es kommt aber nur vor, wenn in solchen familien probleme auftraten. entweder mutter krank, oder vater gefühlskalt usw.

ich empfehle dir das buch "wenn frauen zu sehr lieben"von robin heywood. da bekommst du auf alles eine antwort,was dieses thema betrifft. lese es gerade selber. bin auch eine betroffene.

wünsche dir ganz viel kraft für deine neue zeit.

lb.gruß jane

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2005 um 12:13
In Antwort auf cassie_12373910

Dein problem ist mir bekannt...
hallo,

also, es gibt ganz viele menschen, denen es so geht wie dir. und eben weil sie nicht in der lage sind, emotional anders zu handeln, lassen sie sich immer wieder auf den falschen ein.sie kennen es nicht anders. sie haben in der kindheit ein bestimmtes verhaltensmuster bei ihren gefühlen gelernt, was falsch war. konnten es aber natürlich nicht wissen. es kommt aber nur vor, wenn in solchen familien probleme auftraten. entweder mutter krank, oder vater gefühlskalt usw.

ich empfehle dir das buch "wenn frauen zu sehr lieben"von robin heywood. da bekommst du auf alles eine antwort,was dieses thema betrifft. lese es gerade selber. bin auch eine betroffene.

wünsche dir ganz viel kraft für deine neue zeit.

lb.gruß jane

Das...
...ist jetzt aber eine sehr hobbypsychologische Analyse, die ich ziemlich gewagt (und vor allem unzutreffend finde). Ich kenne oben genannte Problematik auch aus meinem eigenen Verhaltensmuster, kann aber mit Gewißheit sagen, dass ich keine Problemfamilie habe. Das liegt nicht daran, dass ich die Augen davor verschließe (glaub mir, ich hab selbst schon genug darüber nachgedacht) sondern daran, dass in meiner Familie wirklich alles in Ordnung ist.
Finde solche Aussagen, ohne jeglichen wissenschaftlichen Background also immer mehr als fraglich. Sicher ist dieses Forum nicht dafür da, um hundertprozent zutreffende Analysen und Aussagen zu erstellen, wenn man aber nur seine eigene Meinung wiedergibt sollte man das auch kenntlich machen und nicht generalisieren.
Stieß mir nur grade so auf

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2005 um 22:43
In Antwort auf sheena_12362348

Das...
...ist jetzt aber eine sehr hobbypsychologische Analyse, die ich ziemlich gewagt (und vor allem unzutreffend finde). Ich kenne oben genannte Problematik auch aus meinem eigenen Verhaltensmuster, kann aber mit Gewißheit sagen, dass ich keine Problemfamilie habe. Das liegt nicht daran, dass ich die Augen davor verschließe (glaub mir, ich hab selbst schon genug darüber nachgedacht) sondern daran, dass in meiner Familie wirklich alles in Ordnung ist.
Finde solche Aussagen, ohne jeglichen wissenschaftlichen Background also immer mehr als fraglich. Sicher ist dieses Forum nicht dafür da, um hundertprozent zutreffende Analysen und Aussagen zu erstellen, wenn man aber nur seine eigene Meinung wiedergibt sollte man das auch kenntlich machen und nicht generalisieren.
Stieß mir nur grade so auf

Dann belese dich mal....
...das ist kein hobby, und für solche "aussagen gibt es genug hintergrundmaterial. gehe mal in eine psychatrie und frage nach, warum sie da sind.
wenn es ein solches "krankes zu hause" gab, und der restliche verlauf "normal" gewesen wäre, gäbe es jetzt nur gesunde menschen. aber wo kommen denn die über 4 mill.deutsche her, die an depressionen u.ä.leiden?haben die das alle, weil in ihrer kindheit alles in ordnung war????sicher das gebiet ist noch nicht bis zum ende hin erforscht, aber beweise für "meine hobbytheorie" gibt es ja nun mehr als genug. sorry, aber du bist es, die sich so überhaupt nicht mit diesem thema auskennt. es gibt immer ursachen und gründe, warum menschen leiden, alkoholiker werden usw. uns zu 90%liegt die ursache in der kindheit. sonst gäbe es auch keine langzeittherapien. aber wie zu jedem anderem thema auch, gibt es immer einen der ja und einen der nein sagt. ich will deine meinung hier nicht abändern. du darfst sie dazu haben. aber diejenigen die davon betroffen sind, wie oben geschrieben, sind froh, wenn sie hilfe bekommen.glaube mir, ich kenne genug. und nur diese betroffenen habe ich hier angesprochen. und was glaubst du denn wo eine verlustangst herrührt, bei einem noch jungen menschen???????eine reihe von verlusten oder eben verluste in der kindheit.PUNKT.
und jeder der hier im forum textet, gibt seine erfahrungen wieder ohne jedesmal zu schreiben, aber es sind doch nur meine erfahrungen.das solltest du als leser eigentlich wissen, das du hier nicht von psychologen betreut wirst.
vielleicht solltest du ja mal lieber schauen, woher deine negative einstellung hier herkommt.

bye

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2005 um 23:11
In Antwort auf cassie_12373910

Dann belese dich mal....
...das ist kein hobby, und für solche "aussagen gibt es genug hintergrundmaterial. gehe mal in eine psychatrie und frage nach, warum sie da sind.
wenn es ein solches "krankes zu hause" gab, und der restliche verlauf "normal" gewesen wäre, gäbe es jetzt nur gesunde menschen. aber wo kommen denn die über 4 mill.deutsche her, die an depressionen u.ä.leiden?haben die das alle, weil in ihrer kindheit alles in ordnung war????sicher das gebiet ist noch nicht bis zum ende hin erforscht, aber beweise für "meine hobbytheorie" gibt es ja nun mehr als genug. sorry, aber du bist es, die sich so überhaupt nicht mit diesem thema auskennt. es gibt immer ursachen und gründe, warum menschen leiden, alkoholiker werden usw. uns zu 90%liegt die ursache in der kindheit. sonst gäbe es auch keine langzeittherapien. aber wie zu jedem anderem thema auch, gibt es immer einen der ja und einen der nein sagt. ich will deine meinung hier nicht abändern. du darfst sie dazu haben. aber diejenigen die davon betroffen sind, wie oben geschrieben, sind froh, wenn sie hilfe bekommen.glaube mir, ich kenne genug. und nur diese betroffenen habe ich hier angesprochen. und was glaubst du denn wo eine verlustangst herrührt, bei einem noch jungen menschen???????eine reihe von verlusten oder eben verluste in der kindheit.PUNKT.
und jeder der hier im forum textet, gibt seine erfahrungen wieder ohne jedesmal zu schreiben, aber es sind doch nur meine erfahrungen.das solltest du als leser eigentlich wissen, das du hier nicht von psychologen betreut wirst.
vielleicht solltest du ja mal lieber schauen, woher deine negative einstellung hier herkommt.

bye

Hey Anne,
Du musst Dich nicht rechtfertigen, ich glaube, Du liegst gar nicht verkehrt (und wir sind hier in einem Hobby-Psycho-Forum...).
Vielleicht verdrängen andere einfach mehr als Du und ich...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2005 um 23:19
In Antwort auf phelim_12065082

Frauen...
kann dir nur sagen meine exfreundin würde deine gefühle genauso unterschreiben können.
Ich wusste auch nie, warum sie manchmal so melancholisch war, obwohl eigentlich für mich gar kein ersichtlicher ansatz dazu bestand.
Ich weiß nicht, aber ich hatte erst das gefühl, sie -WOLLTE- einfach nicht glücklich sein.

"Es könnte ja alles so toll sein, aber naja, ich weiß auch nicht"

Aber immer wieder war von früher die Rede, von der zeit daheim. Ich spekulier jetz mal dass ihr Mädels, wie du auch andeutest, irgendwie ein problem mit dem "ausziehen" von daheim habt.
Weil ihr einfach ein besseres Verhältnis zu den Eltern hattet als die meisten Jungs. Es besteht eine enegere emotionale Verbindung zu den Eltern, und dass ihr jetzt nicht mehr so sehr "daheim" seid, darüber grübelt ihr dann nach, und schlittert dann so in eine "abwärtsspirale" wo man sich dann immer leerer fühlt.

Ich denke dass es vielen Frauen so geht.

Könnte es dann nicht aber eine Aufgabe des Lebens sein, sich durch so eine Selbstfindungsphase durchzubeißen?

Meine Gedanken dazu,
CC

CC

Gradwanderung.
Hey Ihr Lieben,

nun meine bescheidenen Gedanken hierzu: in meiner letzten Krise habe ich mich recht stark mit "esoterischen" Dingen befaßt wie Reike, Yoga...meine ehrlich Meinung? Es half mir, aber mir ging irgendwann diese "bleib positiv, Du WILLST ja nur leiden"-Kacke (sorry) wirklich auf die Eier. Ich weiß nicht, manchmal muss man mit der Hand auf den Tisch hauen und sagen "ES IST MIST", ich weiß nicht, ob jemand leiden will... und wenn, dann baut er einen Selbstschutz auf.
Damit meine ich, Angst vor Nähe, Angst, dass es KLAPPEN kann mit einem Mann... also dieses Leiden wollen, sie falsche Partner aussuchen haben in meinen Augen funtamentale Hinntergründe: verhaltenstherapeutisch betrachtet...
Egal also, ob man leider will oder wirklich leidet, das hat seinen Grund, und den sollte man suchen und eben auch nicht die Angst scheuen, dass dann Dinge all zu grell im Licht der Wahrheit erscheinen. Das ist ja nicht alles an den Haaren herbeigezogen...

Oder?

Ach und Deine Theorie mit dem Elternhaus... teile ich nicht! Kann ich als Frau so nicht sagen...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
31. August 2005 um 23:21
In Antwort auf biddy_12156480

Gradwanderung.
Hey Ihr Lieben,

nun meine bescheidenen Gedanken hierzu: in meiner letzten Krise habe ich mich recht stark mit "esoterischen" Dingen befaßt wie Reike, Yoga...meine ehrlich Meinung? Es half mir, aber mir ging irgendwann diese "bleib positiv, Du WILLST ja nur leiden"-Kacke (sorry) wirklich auf die Eier. Ich weiß nicht, manchmal muss man mit der Hand auf den Tisch hauen und sagen "ES IST MIST", ich weiß nicht, ob jemand leiden will... und wenn, dann baut er einen Selbstschutz auf.
Damit meine ich, Angst vor Nähe, Angst, dass es KLAPPEN kann mit einem Mann... also dieses Leiden wollen, sie falsche Partner aussuchen haben in meinen Augen funtamentale Hinntergründe: verhaltenstherapeutisch betrachtet...
Egal also, ob man leider will oder wirklich leidet, das hat seinen Grund, und den sollte man suchen und eben auch nicht die Angst scheuen, dass dann Dinge all zu grell im Licht der Wahrheit erscheinen. Das ist ja nicht alles an den Haaren herbeigezogen...

Oder?

Ach und Deine Theorie mit dem Elternhaus... teile ich nicht! Kann ich als Frau so nicht sagen...

Grmpf
Sorry für die Tippfehler...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
1. September 2005 um 1:23

Alkoholiker, Workaholiker, Negaholiker!
Hallo sadfeelings!
Klar kann man von schlechten Gefühlen abhängig sein!
Gibt sogar ein Buch, das so heißt: "Negaholiker: Der Hang zum Negativen. Wege aus der Selbstblockade" von Cherie Carter-Scott. Ich habe das Buch gelesen, ich finde es ganz gut.
Du wirst dich vermutlich in diesem Buch wiederfinden, wie wohl die meisten von uns, und vielleicht ein paar brauchbare Tipps bekommen. Wenn du den "negativen" Dingen auf den Grund gehen willst, wird es vermutlich nicht ausreichen.
1.Negative Gefühle kann man nicht einfach so wegdenken, Emotionen entziehen sich unserer Kontrolle, sie sind einfach erstmal da, ob wir wollen oder nicht. Deshalb ja auch die "blinde" Verlieberei in die vermeintlich falschen Kerle, du verschenkst ja dein Herz, das nur fühlt und nichts sieht und nicht denkt.
2. "Unsägliche Traurigkeit" führt man nicht absichtlich herbei, trainiert man sich nicht an, sie fällt auch nicht einfach vom Himmel, sie hat Ursachen.
3. Ich bin mir inzwischen sicher, dass die Ursachen vieler seelischer Probleme, die wir mit uns herumtragen, in der Kindheit zu finden sind. Manche Erlebnisse interpretieren wir als Kinder falsch und tragen so seltsame innere Überzeugungen mit uns rum, z.B. ganz typisch: Scheidungskinder glauben oft, dass sie an der Trennung der Eltern schuld sind. Natürlich absoluter Quatsch, aber die Kleinen sind davon überzeugt und haben im schlimmsten Fall ihr Leben lang Schuldgefühle, was sich natürlich auf ihre eigenen Beziehungen auswirkt.
Ein anderes Beispiel, was für dich interessant sein könnte: Wenn ein Elternteil geht, haben Kinder oft das Gefühl, sie sind verlassen worden, weil sie es nicht wert sind geliebt zu werden.
Dein Vater ist für immer gegangen.
Du schreibst, dass du "komischerweise" schnell darüber hinweg gekommen bist. So komisch ist das gar nicht: Menschen verdrängen sehr schlimme Erlebnisse und die damit verbundenen Gefühle manchmal, um nicht daran zu zerbrechen.
Vielleicht trägst du noch die Traurigkeit von damals mit dir rum und hast den Verlust noch nicht betrauert und verarbeitet. Ich weiß es nicht, ist nur eine Vermutung. Falls es so ist, kommt möglicherweise eine weitere Eigenart der menschlichen Psyche hinzu: Wenn du ganz tief in dir die Überzeugung hast, du bist es nicht wert, geliebt zu werden, weil du ja "verlassen" wurdest, wirst du vielleicht diejenigen "Muster"-Männer bevorzugen, die dir genau diese Überzeugung bestätigen. Das kann eine zwar sehr subtile, aber leider selbsterfüllende Prophezeiung sein. Ich vermute auch, dass das Verhalten deiner Mutter, als du ins schwierige Teenie-Alter gekommen bist, vielleicht auch nicht förderlich war, um deinen Selbstwert zu stärken.
Dir wurde hier das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" empfohlen, der Empfehlung schließe ich mich an, sorgt vielleicht auf für ein paar Aha-Effekte.
Irgendwo stand auch was zu "Positivem Denken". Darüber gibt es ja auch Hunderte von Ratgeber-Büchern, die ich im Grunde auch für sinnvoll halte. Ich glaube auch, dass eine optimistische und positive Einstellung das Leben schöner macht. Aber genauso glaube ich, dass man Traurigkeit, Enttäuschung oder Wut genauso zulassen sollte, ohne blöde Gefühle dabei zu haben.
Negative Gefühle gehören GANZ GENAUSO zum Leben wie schöne! Jedes Gefühl hat seinen Grund und jedes Gefühl hat seine Berechtigung!
Wenn's mir mal so richtig dreckig geht, erinnere ich mich an einen sehr klugen Satz meiner Mutter: Wenn du am meisten leidest, lernst du am meisten.
Deshalb heul dir ruhig die Seele aus dem Leib, das löst den Schmerz ausm Herz.
Isso!

Liebe Grüße
Flinkes Schneckchen


Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
1. September 2005 um 12:36

Interessantes thema!
erstmal zu dir- ich habe den eindruck das es bei dir weniger ein "ich will ungelücklich sein" ist, als eine angst vor zu grosser nähe. deswegen suchst du dir partner mit denen es von anfang an aussichtslos ist. die angst vor nähe könnte mit dem tod deines vateres zusammenhängen... mal ganz hobbypsychologisch spekuliert

aber dieses "ich will unglücklich sein" kenne ich auch.
inzwischen habe ich zwar einen partner der mir gut tut, aber trotzdem schaffe ich es immer noch, einfach nicht glücklich sein zu WOLLEN.
bei mir sieht das so aus, dass ich mich in völlig banale sachen extrem reinsteigere und ihn zum schuldigen mache der mich verletzt. inzwischen bin ich zumindest schon soweit, dass es mir IN der situation auffällt( ich konfontriere meinen partner allerdings nicht mit diesen gedanken- zum glück!!) aber selbst dann bin ich bockig und will nicht einsehen was ich doch eigentlich weiss *kopfschüttel*

bei mir hat das schon was mit der kindheit zu tun, denke ich.

zum einen bin ich "anti-positives-denken" erzogen worden, was ich als kind auch falsch interpretiert hatte und angenommen hatte, etwas könne nur dann gut enden wenn ich gebührend angst davor habe. inzwischen habe ich aber gelernt, dass nervosität ok und normal ist, angst ist aber immer destruktiv.

zum anderen hat besonders mein vater mich rel. respektlos behandelt- es hiesse ich sei faul, unehrlich, blöd... ich bin also in dem glauben aufgewachsen, ich müsse etwas LEISTEN wenn ich geliebt werden will, ich müsse mir diese liebe VERDIENEN.
folglich kann mir jeder kleine fehler diese liebe wieder wegnehmen.
um mich davor zu schützen versuche ich es gar nicht erst so weit kommen zu lassen- *fehler*( man mag kaum glauben was ich alles dafür halte, wenns nicht so traurig wäre, wärs schon witzig!) lassen sich aber nicht komplett vermeiden. also *muss* ich mich schützen indem ich *angreife* und das gegenüber zum *feind* erkläre, dem ich dann natürlich auch eine *schuld* nachweisen muss.
interessanter weise habe ich damit EXAKT das muster meines vaters übernommen.


sparkling

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
1. September 2005 um 22:10
In Antwort auf biddy_12156480

Hey Anne,
Du musst Dich nicht rechtfertigen, ich glaube, Du liegst gar nicht verkehrt (und wir sind hier in einem Hobby-Psycho-Forum...).
Vielleicht verdrängen andere einfach mehr als Du und ich...

Ich möchte mich jetzt auch...
...gar nicht rechtfertigen, schließlich habe ich bis letzten Monat in einer Psychiatrie gearbeitet und studiere Psychologie im Nebenfach. Belesen bin ich in diesem Thema also und deinen Rat doch mal in die Psychiatrie zu gehen muß ich ja nun auch nicht mehr befolgen. Danke.
Ich wollte auch gar nicht deine Theorie im allgemeinen angreifen, ich mag nur Verallgemeinerungen und Generalisierungen nicht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
2. September 2005 um 18:04

...nochmal ich...
Hey, ich melde mich nochmals zu Wort!
danke für eure zahlreichen Antowrten - ist echt schön zu wissen, dass man nicht alleine dasteht!
Habe nun gestern angefangen das Buch "Wenn frauen zu sehr lieben" zu lesen und ich muss sagen, dass es mich überwältigt. Fast jeder Satz bringt mich zum Seufzen und ich erkenne mich absolut wieder. Allerdings habe ich auch in den vergangenen Jahren dazugelernt, dass man sich nicht vollkommen aufgeben sollte für einen Mann, doch irgendwie tu ich das immer noch ein Stück. Vielleicht noch schlimmer?! Zu wissen, dass es falsch ist, aber es trotzdem zu tun, weil man denkt, es wäre richtig?!
wow...Irgendwie eine echt schreckliche Situation...

Grüssle

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
4. September 2005 um 15:30

Hallo edy,
*abgelegt* habe ich das alles noch lange nicht. aber zumindest WEISS ich jetzt, dass ich mir liebe nicht verdienen muss/kann

ganz praktisch gesehen, macht mir ja auch nicht diese muster *probleme*, sondern die verhaltensweisen die daraus resultieren. und wenn ich mir dann klar mache, dass der grund für dieses verhalten NICHT EXISTIERT kann ich mich besser und angemessener auf die situation einstellen.

mit der angst war es genau so. in dem moment in dem ich erkannt habe, dass ich das gefühl *nur* jahrelang *falsch* interpretiert habe, habe ich gelernt damit umzugehen, weil ich jetzt weiss was es IST.
denn vorher DACHTE ich schliesslich nur, ich hätte angst und habe versucht DAMIT umzugehen, was ja nicht klappen konnte weil ich 1.ganz *normal* reagiert habe und 2. der gefühl TATSÄCHLICH ein ganz anders war.


sparkling

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
4. September 2005 um 18:09
In Antwort auf meta_11956024

...nochmal ich...
Hey, ich melde mich nochmals zu Wort!
danke für eure zahlreichen Antowrten - ist echt schön zu wissen, dass man nicht alleine dasteht!
Habe nun gestern angefangen das Buch "Wenn frauen zu sehr lieben" zu lesen und ich muss sagen, dass es mich überwältigt. Fast jeder Satz bringt mich zum Seufzen und ich erkenne mich absolut wieder. Allerdings habe ich auch in den vergangenen Jahren dazugelernt, dass man sich nicht vollkommen aufgeben sollte für einen Mann, doch irgendwie tu ich das immer noch ein Stück. Vielleicht noch schlimmer?! Zu wissen, dass es falsch ist, aber es trotzdem zu tun, weil man denkt, es wäre richtig?!
wow...Irgendwie eine echt schreckliche Situation...

Grüssle

Da weißt du ja wie...
...ich mich fühle. und ich muß sagen, in wut auf ihn lebt es sich doch irgendwie leichter, weil ich, wenn sie nicht mehr da ist, merke das ich noch sehr viel für ihn empfinde.aber er ist weg!!!!!(obwohl ich mich trennte)es gibt kein zurück mehr.dazu ist die trennung zu böse gewesen.

aber die sehnsucht nach ihm bleibt....!!!Trotz aller vernunft, die ich inzwischen gelernt habe. auch das ich genauso viel schuld trage. tatsache bleibt aber, das er mir sehr weh getan hat.und das ist ein gefühl, was sich trotz aller logig und bücher nicht wegdenken läßt.alles andere, bin ich auf dem besten weg!!!!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen