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Das Herz sagt bleib, der Kopf schreit geh...

11. September 2015 um 13:53

Hallo ,

ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiter weiß und Freunde mir auch keinen guten Ratschlag mehr geben können, weil sie (meiner Meinung nach) nicht mehr objektiv sein können.
Folgendes:
Ich bin seit 2 Jahren in einer Beziehung, er ist 26 und ich werde nächsten Monat 24.
Als wir uns kennenlernten und ich von seinem damals fast 4 jährigen Sohn erfuhr, war ich tatsächlich zunächst etwas geknickt. Ich wollte nie einen Mann mit Kind...da ich selber Kinder möchte und nicht gerade aus einer Bilderbuch-Familie stamme, habe ich mir immer alles etwas anders vorgestellt bei mir. Klingt jetzt erst mal nach nem "Kindheitstraum", welche sich sowieso meist selten verwirklichen lassen, aber so war es nunmal. Ich hatte wirklich Entscheidungsschwierigkeiten, denn für mich war klar, entscheide ich mich für diesen Mann, dann auch für seinen Sohn. Ich hatte selbst eine Stiefmutter, welche für mich der Horror war. So etwas würde ich nie einem Kind zumuten wollen. Letztlich entschied ich mich dafür. Doch es erwies sich mit der Zeit als schwieriger als ich dachte. Denn die Fronten zwischen meinem Freund und seiner Ex wurden nie wirklich geklärt. Das Kind war nicht geplant, sie wurde nach 3 Monaten schwanger. Für meinen Freund brach zunächst eine Welt zusammen. Aber es war für ihn immer klar, dass er dazu stehen würde und Verantwortung zeigt. Dies tut er auch bis heute ! Er liebte diese Frau nie und verbrachte dennoch fast 4 Jahre mit ihr, wegen seinem Sohn. Nach der Trennung hatte er ihr alles überlassen, damit für den Sohn gesorgt ist und sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Er hatte mittlerweile einen relativ guten Job und nahm sich dann für den "Neuanfang" einen Kredit auf. Dennoch war es scheinbar nie genug was er tat. Die Ex drehte ständig am Rad, wenn ihr etwas nicht passte. Wenn mein Freund zB den Kleinen nicht nehmen konnte,damit sie auf die Piste gehen konnte usw. Ich geriet natürlich irgendwann in das Treiben rein... ich dachte eigentlich alles wäre geklärt und okay. Ich habe so gelitten.... Als meine Schwiegermutter sich irgendwann noch als SchwiegerMONSTER entpuppte, welche die Ex-freundin total liebt, war es bei mir ganz vorbei. Ich wurde richtig nieder getrampelt von dieser Frau. Heute besteht kein Kontakt mehr,da alles Reden mit ihr nichts brachte und zu keiner Einsicht führte. Der Kontaktabbruch kam von meinem Freund, nicht von mir.
Über Monate hinweg lies mich dieses Thema nicht los.
Hinzu kommt noch, dass mein Freund und ich (leider) sehr früh zusammen gezogen sind. Schon nach 3 Monaten. Grund hierfür war, dass wir beide sowieso schon auf Wohnungssuche waren,weil wir un unseren damaligen Wohnungen nicht zufrieden waren.
Da wir uns ziemlich gut verstanden und uns immer einig waren, nie stritten (das ist bei mir sehr sehr selten), haben wir den Entschluss gefasst und gemeinsam eine Wohnung zu suchen. Damit fing dann der Stress zwischen uns auch noch an. Die Ex, die Mutter und zusätzlich noch der Stress zwischen uns. Plötzlich waren wir uns kaum noch einig. Wir fetzten uns sogar über die Farbe der Vorhänge (nur ein Beispiel). Wir haben es irgendwie immer geschafft alles so hoch zu schaukeln, dass man hätte meinen können die Welt würde unter gehen. Er regte sich permanent über alles auf. Ich habe zwei Katzen, die Haare von den beiden waren ein Grund für ihn auszuticken. Und natürlich noch viele andere Kleinigkeiten. Zuden erwies mein Freund sich im Laufe der Zeit als sehr sehr launisch. Mittlerweile legt er fast täglich depressive Stimmung an den Tag. Er ist launisch ohne erkennbaren Grund und es wurde immer schlimmer. Ich habe ihn lange gebeten sich Hilfe zu holen...dies tat auch sein bester Freund,weil auch er sah, wie sehr wir beide unter dieser Situation leiden. Doch ersteinmal muss es in dem Menschen selbst "klick" machen. Und das tut es leider nur so halb. Unser Sexleben leidet seit über einem Jahr darunter. Ich kann einfach nicht mit ihm schlafen, wenn ich so viel Negatives im Kopf habe. Dies schürte wiederrum seine Eifersucht enorm. Ein Teufelskreis.
Mittlerweile stößt mir so vieles bitter auf. Seine Eifersucht, seine Launen, seine Unfähigkeit Begeisterung auszudrücken und sein absolut nicht sozialisiertes Verhalten.
Am liebsten wäre er immer mit mir allein. Er tut viel für mich...liest mir Wünsche von den Lippen ab und ist sehr fürsorglich. Aber sobald es darum geht, unter Leute zu gehen, kippt alles. Dann heißt es "nee das ist nix für mich" oder "ich kenne dort keinen" oder "ich habe keine Gesprächsthemen mit den Leuten". Geht es darum mit seinen Freunden etwas zu unternehmen heißt es meistens "die haben ja alle keine Zeit".
Also: Er würde am liebsten jede freie Minute mit mir ganz allein verbringen. Am besten willig und stets bereit zwecks KnickKnack Ja, er kam im letzten Jahr wirklich zu kurz was das betrifft und das tut mir auch unendlich leid, aber ich bin nunmal keine Maschine und auch kein Mann. Wenn mich so viele Dinge belasten, die sich ja überwiegend um unsere Beziehung drehen, dann kann ich nun mal nicht die Beine breit machen.
Manchmal fühle ich mich diesbezüglich nur noch als Sexobjekt. Nicht wirklich begehrt, sondern einfach nur als ein Stück Fleisch
Seit wir zusammen sind, musste ich viel verdauen. Ich musste auf 4 Beerdigungen tanzen von Menschen, die mir sehr am Herzen lagen, ich musste den Spott seiner Mutter und seiner Ex über mich ergehen lassen, ich habe meine Abschlussprüfung vom Abitur beim ersten Anlauf versemmelt, ich musste dieses Jahr meine Studienpläne für ein paar Jahre verabschieden, weil ich lange krank war und somit meinen Notendurchschnitt nicht mehr heben konnte und jetzt ettliche Wartesemester habe, ich habe mich total desozialisiert, weil mein Freund kaum irgendwo mit hin gehen wollte und noch vieles mehr. Und das alles in zwei Jahren.
Ich liebe diesen Menschen, aber nicht die Umstände. Ich weiß, dass er "krank" ist und ich würde ihm so gerne beistehen, aber ich bin 24, ich habe mein ganzes Leben noch vor mir, soll ich mir das wirklich weiterhin antun ? So eine Therapie würde ihm auf Dauer vielleicht helfen, aber wissen kann man das nie. Und was ändert sich dann ?
Und was ich vielleicht noch erwähnen sollte, in den letzten Wochen habe ich mit zwei Typen geflirtet, die ich auf einer Veranstaltung durch Bekannte kennenlernte. Es wäre nie fremdgegangen !!! aber das flirten tat mir so gut... und ich schäme mich dafür...
Bin ich egoistisch wenn ich jetzt gehe ?
Bin ich zu weich, wenn ich bleibe ?
Ich bin ehrlich, ich habe Angst vor einer Trennung, ich hänge sehr an ihm und ich habe Angst, das nicht zu überstehen.
Ich war immer gerne Single und habe keine Angst vor dem alleinsein. Aber der Gedanke einen Menschen zu verlassen den ich noch immer liebe und mit dem ich ernsthaft eine Familie geplant habe.... das zerreißt mir mein Herz.
Ich hoffe, ihr habt ein paar Ratschläge für mich.

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11. September 2015 um 14:09

Manchmal muss man im Leben
Entscheidungen treffen, die RICHTIG weh tun. Das hast du erkannt und du weißt auch, welche Entscheidung für dich die Richtige ist.

Diese Entscheidung wirst du wohl oder übel deinem Partner mitteilen müssen. Da führt kein Weg dran vorbei.

Diese Beziehung weiter zu führen halte ich für sinnlos. Es wird sich nichts ändern und dich immer weiter runterziehen. Du verschwendest höchstens deine kostbare Lebenszeit, in der du etwas FÜR DICH erreichen kannst.

Klar werdet ihr BEIDE unter der Trennung leiden, aber immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue.

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11. September 2015 um 14:37

Nein...
Aber es hat gepasst

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11. September 2015 um 14:46

Leider...
er behandelt mich grundsätzlich nicht respektlos, aber ich glaube manchmal,dass er mich nicht zu schätzen weiß. Ich habe ihm die letzten zwei Jahre in allem beigestanden, ihm den Rücken gestärkt, mich selbst dabei vergessen...

Genau das was du oben geschrieben hast, mache ich seit ein paar Monaten. Ich finde den Weg zurück zu Freunden und Spaß... doch er kommt damit nicht wirklich zurecht. Er würde mir nie etwas verbieten...mal abgesehen davon,dass ich mir das auch nicht gefallen lassen würde.... aber er hat immer etwas dazu zu sagen. Sei es, weil ich "zu spät" nach hause komme oder die Fragerei wer alles da war um so heraus zu finden ob eine potentielle Konkurenz für ihn anwesend war. Er lässt mich damit nicht in Ruhe... ich kann diese Treffen mit meinen "neuen" Freunden nicht genießen... Immer wenn ich nach hause komme weiß ich, dass es wieder Krieg gibt. Ich freue mich nicht mehr nach hause zu kommen, bin mittlerweile sogar froh, dass er in 3 Schichten und am Wochenende arbeitet, damit ich mal in Ruhe durchatmen kann. Derzeit gehe ich ihm seit 3 Tagen aus dem Weg, weil ich mir nicht sicher bin, was ich tun soll... Er weiß nicht was los ist, ich habe nicht mit ihm darüber gesprochen. Aber ihm ist sehr wohl bewusst (und das schon seit längerem), dass ich unglücklich bin in der Beziehung, so wie wie seit Monaten läuft. Andererseits vermisse ich ihn auch....
Ich habe Angst, dass ich mir sobald es Ernst wird, wieder alles schön rede und alles versuche zu verharmlosen...so wie ich es immer tue ...

Wenn du meine Beiträge gelesen hast, konntest du sicher heraus filtern, dass ich ein sehr sensible Mensch bin, der sich (zu) viel zu Herzen nimmt...

Aber vielen Dank für deine ausführliche Antwort

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11. September 2015 um 13:50
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