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Das Ende einer Fernbeziehung

22. Juni 2002 um 1:15

Nachdem meine Freundin nach drei Wochen die erste Möglichkeit zu einem Treffen hatten, wollte sie nicht kommen, weil ich eine Virusinfektion hatte. Sie hatte Angst, daß sie sich anstecken könnte. Dieses Wochenende (nach vier Wochen) hätte ich zu ihr fahren können und erwähnte nebenbei, daß als Folge der Infektion wohl ein Schnupfen im anrollen ist. (Ich mußte zwar andauernd niesen, aber irgendwie war es nur eine Eingebung. Vielleicht wollte ich einfach ihre Reaktion testen)

Sie sagte sofort, daß ich gar nicht kommen brauchte, wenn ich krank wäre. Wenn ich könnte, würde ich die sechs Stunden auf mich nehmen und zu ihr fahren, nur um sie endlich wieder sehen zu können. Ihre Reaktion hat mich verletzt und wieder einige Dinge aufgeworfen, die ich geklärt glaubte, aber wohl nur geschluckt hatte.

Gestern abend fragte ich sie am Telefon, ob ich denn nun kommen solle. Sie meinte, daß ich es wissen müsse.
Wenn ich kommen würde, wäre ich halt da; wenn ich nicht kommen würde, dann eben nicht. Jedenfalls müßte ich gesund sein. Mein Verstand sagte mir, daß ich hinfahren müßte, um unsere Situation zu klären. Mein Gefühl riet mir total davon ab. Also habe ich eine Nacht darüber geschlafen, um mir heute früh sicher zu sein.

Ich rief sie an und erklärte ihr, daß ich nicht kommen würde. Sie war empört und überrascht. Ich versuchte ihr meine Beweggründe zu erklären. Wenn sie krank werden würde, wäre es vollkommen egal, wo sie sich angesteckt hätte. Ich würde dafür die Schuld kriegen und das müßte ich mir nicht antun.
Darauf meinte sie, sie könne nicht mehr telefonieren und würde später anrufen.

Ich bekam eine Mail mit dem Satz: „Ich habe entschieden, daß du zu mir kommst. Krankheit ist eine Sache, aber unsere Beziehung eine andere.“ Was meint sie denn, wer ich bin? Wir haben dann doch noch telefoniert. Geredet und geredet. Sie hat gejammert, geweint, gebettelt und sich nicht davor gescheut ihren Sohn vorzuschieben, der mich sehr mag. Da ich ihn auch sehr gerne habe, ist es mir nur noch schwerer gefallen.

Ich bin stur geblieben - warum auch immer. Sie fragte, ob ich wüßte, daß es das Ende unserer Beziehung bedeuten würde. Ja, ich wußte es. Wäre ich gefahren, dann hätte ich das Ende vor Ort besiegelt.
Sie hatte meine Signale und meine Worte die ganze Zeit entweder verdrängt oder überhaupt nicht wahrgenommen. Jedenfalls kam ihr Kampf für unsere Beziehung zu spät. Ich bin gefühlsmäßig auf Distanz gegangen und kann nicht zurück, weil ich einfach nicht mehr genug Vertrauen in ihre Liebe aufbringen kann.

Ich bin tieftraurig und mußte einfach mal mein Herz ausschütten. Es ist doch immer etwas anderes zu wissen, wie man es machen müßte und es dann doch zu leben.

Ich wünsche Euch ein schöneres Wochenende
mikado

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22. Juni 2002 um 2:03

Vielleicht....
... lieber mikado, wollt Ihr beide nur das selbe??? Nämlich Eindeutigkeit? Bekennen zueinander, zusammen sein wollen - egal, ob man(n) krank ist oder nicht???
Ich kenne ja eure Vorgeschichte nicht...aber spontan ist mir dazu eingefallen, dass es mich "auf Krawall" bürstet, wenn mein Mann mich fragt: "Soll ich....?"
Viel lieber hätte ich, er täte einfach...egal was, solange er es aus tiefem Herzen vertreten kann. Wäre für mich eindeutig!

Kann es sein, dass Ihr da rangelt bzw. hin - und herschiebt? Jeder erwartet von dem anderen Eindeutigkeit und lebt sie selbst nicht?
Wie du schon sagst: eine Frage des Vertrauens - aber ICH finde, nicht nur in den anderen bzw. dessen Liebe sondern auch in DICH selbst, oder ?
Warum handelst du abhängig von ihren Reaktionen/Verhaltensweisen? Wenn Ihr beide so handeln würdet, dann würde das nie was - gerade bei einer Fernbeziehung. Ist es nicht etwas zu einfach, zu sagen: "ich würde ja gerne, aber...."?

Und als Frau kann ich dir nur sagen, dass ICH es als ziemlich eindeutig, mutig und bekennend (zu dir) empfinde, was sie dir in der mail geschrieben hat (dass du kommen sollst - Krankheit sei eine Sache, aber eure Beziehung eine andere)!
Ist sie dir da nicht einen Schritt voraus, wenn du dich da auch nicht so gerne "bestimmen" lässt???

Mann, schlaf´ doch noch mal ne Nacht drüber und erforsche dein Herz und NICHT deinen Stolz!

Vielleicht wird es ja auch für dich noch ein schönes Wochenende?

Wie ich dich bisher hier erlebt habe, kann ich gar nicht glauben, dass du eine Beziehung per Telefon beendest??? Vielleicht fährst du ja doch noch? Und vielleicht kommt alles anders als du jetzt denkst....

Ich wünsch´ es dir von Herzen! Gonagall

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22. Juni 2002 um 8:23

Möchte Dich auch noch ermutigen
zu ihr zu fahren, lieber Mikado

Das passt doch gar nicht zu dir, einfach so am Telefon...
Die Augen sieht man doch nur, wenn man jemandem gegenüber steht. Du weißt doch selbst, wie schwierig es manchmal ist, sich hier (im Forum per Tastatur) auszudrücken.
Der Satz "ich habe entschieden..." stört MICH auch wahnsinnig. Sowas bringt mich auch auf die Palme, denn es hat sowas "Gönnerhaftes" Aber ich denke, es war anders gemeint. Du kennst sie doch und weißt vielleicht, dass sie es SO nicht gemeint hat.

Wie gesagt: ich verstehe dich, würde aber trotzdem der Liebe eine letzte Chance geben.

Vielleicht hatte sie einen schlechten Tag? Als sie wieder zur "Besinnung" kam, schrieb sie dir ja diese Mail.

Och, ich weiß ja auch keinen Rat...
Mir tut es einfach nur immer so Leid, wenn Beziehungen durch evtl. Missverständnisse auseinander gehen

Möchtest du nicht doch noch hinfahren? Einfach mal drüber reden? Ich kann reden wie ein Wasserfall, alles klären und erklären... aber das geht bei mir auch am besten mit Händen und Füßen. Bin kein schriftlich begabter Mensch, der sich schriftlich gut ausdrücken kann. Weißt du ja selbst, dass auch bei MIR manchmal Worte rüberkommen, die nicht so gemeint sind. Vielleicht ist sie ja auch so?

Fahr doch... oder telefonier wenigstens nochmal mit ihr.

Schönes Wochenende, wie immer du dich entscheidest und liebe Grüße

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22. Juni 2002 um 8:44
In Antwort auf perla_11981740

Vielleicht....
... lieber mikado, wollt Ihr beide nur das selbe??? Nämlich Eindeutigkeit? Bekennen zueinander, zusammen sein wollen - egal, ob man(n) krank ist oder nicht???
Ich kenne ja eure Vorgeschichte nicht...aber spontan ist mir dazu eingefallen, dass es mich "auf Krawall" bürstet, wenn mein Mann mich fragt: "Soll ich....?"
Viel lieber hätte ich, er täte einfach...egal was, solange er es aus tiefem Herzen vertreten kann. Wäre für mich eindeutig!

Kann es sein, dass Ihr da rangelt bzw. hin - und herschiebt? Jeder erwartet von dem anderen Eindeutigkeit und lebt sie selbst nicht?
Wie du schon sagst: eine Frage des Vertrauens - aber ICH finde, nicht nur in den anderen bzw. dessen Liebe sondern auch in DICH selbst, oder ?
Warum handelst du abhängig von ihren Reaktionen/Verhaltensweisen? Wenn Ihr beide so handeln würdet, dann würde das nie was - gerade bei einer Fernbeziehung. Ist es nicht etwas zu einfach, zu sagen: "ich würde ja gerne, aber...."?

Und als Frau kann ich dir nur sagen, dass ICH es als ziemlich eindeutig, mutig und bekennend (zu dir) empfinde, was sie dir in der mail geschrieben hat (dass du kommen sollst - Krankheit sei eine Sache, aber eure Beziehung eine andere)!
Ist sie dir da nicht einen Schritt voraus, wenn du dich da auch nicht so gerne "bestimmen" lässt???

Mann, schlaf´ doch noch mal ne Nacht drüber und erforsche dein Herz und NICHT deinen Stolz!

Vielleicht wird es ja auch für dich noch ein schönes Wochenende?

Wie ich dich bisher hier erlebt habe, kann ich gar nicht glauben, dass du eine Beziehung per Telefon beendest??? Vielleicht fährst du ja doch noch? Und vielleicht kommt alles anders als du jetzt denkst....

Ich wünsch´ es dir von Herzen! Gonagall

Danke
Du lenkst meine Aufmerksamkeit in eine interessante Richtung. Natürlich gibt es eine Vorgeschichte, die ich hier nicht erzählt habe. Das wäre wohl eher was für ein Buch

Warum genau verärgert dich ein "Soll ich"? Es ist ja nicht die Unfähigkeit entscheiden zu können oder das Fehlen der eigenen Meinung. Es ist das Interesse an der Meinung des Partners. Ich erwarte eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Frage und den Dingen, die mich beschäftigen. Anteilnahme, die ich schließlich auch gebe. Ich erwarte einfach eine Meinung. Und bei dieser Frage bekam ich ein "sch### egal".

Für mich ist die Meinung des Partners ein wichtiger Aspekt. Das funktionierte bei uns ziemlich gut in beide Richtungen. Denn sollten beide in der Beziehung nur danach leben, was sie gerade entschieden haben, ohne Rücksicht auf den Partner zu nehmen, dann hat man zwei Singles, die nebeneinander leben. Vielleicht ist das erstrebenswert, weil es beiden die größtmögliche Freiheit läßt und ich habe es einfach noch nicht erkannt. Wenn das so sein sollte, dann habe ich so eine Beziehung mit meiner liebsten Freundin. (Nur das wir natürlich keinen Sex haben)

Eine Beziehung bedeutet für mich aber mehr. Keine Verschmelzung zweier Menschen zu einem amorphen Klumpen. Für mich ist eine Beziehung das freiwillige Zusammensein zweier Individuen, die mit Respekt, Interesse und Liebe gleichberechtigt eine gemeinsame Gegenwart gestalten und eine gemeinsame Zukunft anstreben.

Ich habe meine Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Nur mußte ich diese aufgrund des fehlenden Interesses von ihrer Seite eben alleine Treffen. Nachdem ich mich entschieden hatte, hat sie eindeutig Stellung bezogen. Ich denke, was meinen Stolz angeht... na ja... was sind meine Entscheidungen wert, wenn ich sie sofort revidiere, nachdem sie sich dann doch mal zu einer Äußerung bequemt.

Die Waagschale der guten und negativen Seiten ist irgendwann von positiv auf negativ gekippt. So sehr ich mich bemühte sie darauf aufmerksam zu machen, es ist mir nicht gelungen. Ich habe das Gefühl, daß sie der Meinung war, mich „sicher zu haben“ und dann das Interesse an einer Beziehungspflege einstellt hat. Da es eine freiwillige Beziehung im Sinne von „frei sein“ und den „den Willen dazu haben“ ist, kann mich keine Abhängigkeit, keine Zukunftsplanung und keine in mir existierende Angst davon abhalten, diese zu beenden, wenn ich merke, daß ich alleine positiver leben kann.

Die Liebe hatte im Chat und telefonisch begonnen. So finde ich es nicht problematisch, wenn sie am Telefon endet, solange es im Gespräch miteinander ist und nicht nur eine Mitteilung von einer Seite mit anschließender Abschottung. Ich werde versuchen, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, weil ich noch Hoffnung habe. Aber dazu gehören natürlich zwei.

Lieben Gruß,
mikado

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22. Juni 2002 um 8:55
In Antwort auf willow_12869135

Möchte Dich auch noch ermutigen
zu ihr zu fahren, lieber Mikado

Das passt doch gar nicht zu dir, einfach so am Telefon...
Die Augen sieht man doch nur, wenn man jemandem gegenüber steht. Du weißt doch selbst, wie schwierig es manchmal ist, sich hier (im Forum per Tastatur) auszudrücken.
Der Satz "ich habe entschieden..." stört MICH auch wahnsinnig. Sowas bringt mich auch auf die Palme, denn es hat sowas "Gönnerhaftes" Aber ich denke, es war anders gemeint. Du kennst sie doch und weißt vielleicht, dass sie es SO nicht gemeint hat.

Wie gesagt: ich verstehe dich, würde aber trotzdem der Liebe eine letzte Chance geben.

Vielleicht hatte sie einen schlechten Tag? Als sie wieder zur "Besinnung" kam, schrieb sie dir ja diese Mail.

Och, ich weiß ja auch keinen Rat...
Mir tut es einfach nur immer so Leid, wenn Beziehungen durch evtl. Missverständnisse auseinander gehen

Möchtest du nicht doch noch hinfahren? Einfach mal drüber reden? Ich kann reden wie ein Wasserfall, alles klären und erklären... aber das geht bei mir auch am besten mit Händen und Füßen. Bin kein schriftlich begabter Mensch, der sich schriftlich gut ausdrücken kann. Weißt du ja selbst, dass auch bei MIR manchmal Worte rüberkommen, die nicht so gemeint sind. Vielleicht ist sie ja auch so?

Fahr doch... oder telefonier wenigstens nochmal mit ihr.

Schönes Wochenende, wie immer du dich entscheidest und liebe Grüße

Ach ja...
Liebe Seefee,
ich hoffe ja auch noch. Nun habe ich auf das Posting von Gonagall eine lange Antwort geschrieben, in der ich zu erklären versuche.

Ja, traurig ist es - für beide Seiten. Ich bin traurig und für sie tut es mir unendlich leid, weil ich sie nach wie vor liebe.

Nur irgendwie muß ich mir wohl den Respekt erarbeiten und dazu blieb mir nur die letzte Möglichkeit den entscheidenden Schnitt zu machen.

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22. Juni 2002 um 9:51
In Antwort auf sani_12662212

Danke
Du lenkst meine Aufmerksamkeit in eine interessante Richtung. Natürlich gibt es eine Vorgeschichte, die ich hier nicht erzählt habe. Das wäre wohl eher was für ein Buch

Warum genau verärgert dich ein "Soll ich"? Es ist ja nicht die Unfähigkeit entscheiden zu können oder das Fehlen der eigenen Meinung. Es ist das Interesse an der Meinung des Partners. Ich erwarte eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Frage und den Dingen, die mich beschäftigen. Anteilnahme, die ich schließlich auch gebe. Ich erwarte einfach eine Meinung. Und bei dieser Frage bekam ich ein "sch### egal".

Für mich ist die Meinung des Partners ein wichtiger Aspekt. Das funktionierte bei uns ziemlich gut in beide Richtungen. Denn sollten beide in der Beziehung nur danach leben, was sie gerade entschieden haben, ohne Rücksicht auf den Partner zu nehmen, dann hat man zwei Singles, die nebeneinander leben. Vielleicht ist das erstrebenswert, weil es beiden die größtmögliche Freiheit läßt und ich habe es einfach noch nicht erkannt. Wenn das so sein sollte, dann habe ich so eine Beziehung mit meiner liebsten Freundin. (Nur das wir natürlich keinen Sex haben)

Eine Beziehung bedeutet für mich aber mehr. Keine Verschmelzung zweier Menschen zu einem amorphen Klumpen. Für mich ist eine Beziehung das freiwillige Zusammensein zweier Individuen, die mit Respekt, Interesse und Liebe gleichberechtigt eine gemeinsame Gegenwart gestalten und eine gemeinsame Zukunft anstreben.

Ich habe meine Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Nur mußte ich diese aufgrund des fehlenden Interesses von ihrer Seite eben alleine Treffen. Nachdem ich mich entschieden hatte, hat sie eindeutig Stellung bezogen. Ich denke, was meinen Stolz angeht... na ja... was sind meine Entscheidungen wert, wenn ich sie sofort revidiere, nachdem sie sich dann doch mal zu einer Äußerung bequemt.

Die Waagschale der guten und negativen Seiten ist irgendwann von positiv auf negativ gekippt. So sehr ich mich bemühte sie darauf aufmerksam zu machen, es ist mir nicht gelungen. Ich habe das Gefühl, daß sie der Meinung war, mich „sicher zu haben“ und dann das Interesse an einer Beziehungspflege einstellt hat. Da es eine freiwillige Beziehung im Sinne von „frei sein“ und den „den Willen dazu haben“ ist, kann mich keine Abhängigkeit, keine Zukunftsplanung und keine in mir existierende Angst davon abhalten, diese zu beenden, wenn ich merke, daß ich alleine positiver leben kann.

Die Liebe hatte im Chat und telefonisch begonnen. So finde ich es nicht problematisch, wenn sie am Telefon endet, solange es im Gespräch miteinander ist und nicht nur eine Mitteilung von einer Seite mit anschließender Abschottung. Ich werde versuchen, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, weil ich noch Hoffnung habe. Aber dazu gehören natürlich zwei.

Lieben Gruß,
mikado

Guten Morgen Mikado!
Darf ich mal fragen, was Dir wichtiger ist?
Dein Stolz oder DeineBeziehung?

Ich gebe meinen beiden Vorrednerinnen Recht - es gibt nichts schlimmeres, als einen Mann, den man sich herbeisehnt, auf den Mann sich freut und der dann "Soll ich?" fragt!
Das klingt so sehr, als ob er eigentlich gar nicht will und hofft,ich würde sagen, "Du mußt nicht!"!

Ist es denn so schlimm,sich sicher zu fühlen?
Ist das nicht der große Vorteil einer guten festen Beziehung?
Das man sich sicher sein kann, daß es nicht wegen der geringsten Probleme auseinander geht?
Daß eben nicht jedes Wort auf die Waagschale gelegt wird?

Ich denke auch, Du hast ihre Antwort falsch verstaden!
Sie hat sich ernsthafte Gedanken gemacht und genau so reagiert, wie Du es Dir gewünscht hast - nämlich in dem sie sagt, die Beziehung ist ihr wichtiger, sie hat Sehnsucht nach Dir und nimmt in Kauf, sich anzustecken.
Sie hat es nur nicht besonders liebevoll rübergebracht.

Ich weiß nicht, was ansonsten noch vorgefallen ist, aber ich denke auch, das was Du hier beschrieben hast, sollte kein Grund sein, die Beziehung zu jemandem zu beenden, den man liebt!

Bitte überleg es Dir wirklich nochmal.

Liebe Grüße, harter Kern

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22. Juni 2002 um 10:13
In Antwort auf sani_12662212

Danke
Du lenkst meine Aufmerksamkeit in eine interessante Richtung. Natürlich gibt es eine Vorgeschichte, die ich hier nicht erzählt habe. Das wäre wohl eher was für ein Buch

Warum genau verärgert dich ein "Soll ich"? Es ist ja nicht die Unfähigkeit entscheiden zu können oder das Fehlen der eigenen Meinung. Es ist das Interesse an der Meinung des Partners. Ich erwarte eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Frage und den Dingen, die mich beschäftigen. Anteilnahme, die ich schließlich auch gebe. Ich erwarte einfach eine Meinung. Und bei dieser Frage bekam ich ein "sch### egal".

Für mich ist die Meinung des Partners ein wichtiger Aspekt. Das funktionierte bei uns ziemlich gut in beide Richtungen. Denn sollten beide in der Beziehung nur danach leben, was sie gerade entschieden haben, ohne Rücksicht auf den Partner zu nehmen, dann hat man zwei Singles, die nebeneinander leben. Vielleicht ist das erstrebenswert, weil es beiden die größtmögliche Freiheit läßt und ich habe es einfach noch nicht erkannt. Wenn das so sein sollte, dann habe ich so eine Beziehung mit meiner liebsten Freundin. (Nur das wir natürlich keinen Sex haben)

Eine Beziehung bedeutet für mich aber mehr. Keine Verschmelzung zweier Menschen zu einem amorphen Klumpen. Für mich ist eine Beziehung das freiwillige Zusammensein zweier Individuen, die mit Respekt, Interesse und Liebe gleichberechtigt eine gemeinsame Gegenwart gestalten und eine gemeinsame Zukunft anstreben.

Ich habe meine Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Nur mußte ich diese aufgrund des fehlenden Interesses von ihrer Seite eben alleine Treffen. Nachdem ich mich entschieden hatte, hat sie eindeutig Stellung bezogen. Ich denke, was meinen Stolz angeht... na ja... was sind meine Entscheidungen wert, wenn ich sie sofort revidiere, nachdem sie sich dann doch mal zu einer Äußerung bequemt.

Die Waagschale der guten und negativen Seiten ist irgendwann von positiv auf negativ gekippt. So sehr ich mich bemühte sie darauf aufmerksam zu machen, es ist mir nicht gelungen. Ich habe das Gefühl, daß sie der Meinung war, mich „sicher zu haben“ und dann das Interesse an einer Beziehungspflege einstellt hat. Da es eine freiwillige Beziehung im Sinne von „frei sein“ und den „den Willen dazu haben“ ist, kann mich keine Abhängigkeit, keine Zukunftsplanung und keine in mir existierende Angst davon abhalten, diese zu beenden, wenn ich merke, daß ich alleine positiver leben kann.

Die Liebe hatte im Chat und telefonisch begonnen. So finde ich es nicht problematisch, wenn sie am Telefon endet, solange es im Gespräch miteinander ist und nicht nur eine Mitteilung von einer Seite mit anschließender Abschottung. Ich werde versuchen, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, weil ich noch Hoffnung habe. Aber dazu gehören natürlich zwei.

Lieben Gruß,
mikado


hallo mikado,
vielleicht wollte deine freundin dich ja einfach zu keiner entscheidung drängen so das du "gezwungen" bist zu ihr zu fahren. vielleicht wollte sie ja auch einfach nur die gewissheit haben (so doof sich das jetzt auch anhören mag) das du aus freien stücken kommst, das du es wirklich willst.
evtl steckt bei ihrer ersten absage ja auch sorge um ihren sohn dahinter? eine virusgrippe ist ja für (kleine?) kinder nicht ganz ungefährlich.
solltest wohl nochmal drüber nachdenken.
dir und @all ein schönes wochenende wünsch.
lg den

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22. Juni 2002 um 13:15

Du sparst nicht mit Kritik...
und das ist auch gut so!

Ich hätte es hier nicht gepostet, wenn ich eure kritische Meinung nicht gewollt hätte.

Ich wollte sie auf jeden Fall nicht als Sündenbock darstellen, sondern nur meine vollkommen subjektive Sicht beschreiben und mich dafür zerlegen lassen. Selbstverständlich gehören zwei dazu.

Mit der eigenen Wahrnehmung und den eigenen Erfahrungen ist es so eine Sache. Es ist nunmal der einzige Maßstab, an dem wir alles messen. Auf der einen Seite frage ich mich, ob meine Wahrnehmung falsch ist, auf der anderen Seite, ob meine Schlußfolgerungen nicht in Ordnung sind.
Wie auch immer, durch eure Posting bekomme ich insgesamt ein objektives Bild von meinen Fehlern. Die will ich ja schließlich beseitigen.

Lieben Gruß,
mikado

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22. Juni 2002 um 13:18

Ihr lieben...
nachdem meine Freundin und ich heute wieder fünf Stunden telefoniert haben, werde ich mich gleich in die Bahn schmeißen und zu ihr fahren.

Ich danke euch von ganzem Herzen!

mikado

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22. Juni 2002 um 13:43
In Antwort auf sani_12662212

Ihr lieben...
nachdem meine Freundin und ich heute wieder fünf Stunden telefoniert haben, werde ich mich gleich in die Bahn schmeißen und zu ihr fahren.

Ich danke euch von ganzem Herzen!

mikado

Klasse gemacht!
Ich merke, dass mein Herz hüpft, lieber mikado!

Geniesst einfach die gemeinsame Zeit!

So kann ich mir auch noch etwas Zeit lassen, dir zu antworten auf deine Frage an mich...brauche ein bisschen Muße dafür (und die gibts hier grad nicht )

Alles Liebe für euch, Gonagall

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22. Juni 2002 um 15:33

Dieses Verhalten finde ich merkwürdig :/
Hi Mikado,

so wie Du die Reaktion Deiner Freundin in den Beitrag schilderst im Bezug auf ein Wiedersehen,
finde ich es auch als höchst merkwürdig von ihr wie
sie sich verhält. Mir kommt es vor als weiß sie einfach nicht was sie überhaupt will!!!
Schon dieser Satz wenn Du kommen würdest wärst Du halt da, wenn nicht dann eben nicht klingt nicht gerade nach großer Sehnsucht. Daher kann ich es nachvollziehen, dass Du dich verletzt gefühlt hast
sowie einige Zweifel in Dir aufgekommem sind.
Ich hätte genauso reagiert wie Du da doch jeder von
uns, so etwas wie Stolz besitzt. Ich denke, wenn die Sehnsucht groß ist man es nicht mehr abwarten kann sich endlich zu sehen und in den Arm zu nehmen
spielt nicht einmal eine Virusinfektion eine Rolle.
So jedenfalls betrachte ich es und aus meinen Erfahrungen heraus zu meinem Freund.

LG Rose

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23. Juni 2002 um 18:05
In Antwort auf sani_12662212

Danke
Du lenkst meine Aufmerksamkeit in eine interessante Richtung. Natürlich gibt es eine Vorgeschichte, die ich hier nicht erzählt habe. Das wäre wohl eher was für ein Buch

Warum genau verärgert dich ein "Soll ich"? Es ist ja nicht die Unfähigkeit entscheiden zu können oder das Fehlen der eigenen Meinung. Es ist das Interesse an der Meinung des Partners. Ich erwarte eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Frage und den Dingen, die mich beschäftigen. Anteilnahme, die ich schließlich auch gebe. Ich erwarte einfach eine Meinung. Und bei dieser Frage bekam ich ein "sch### egal".

Für mich ist die Meinung des Partners ein wichtiger Aspekt. Das funktionierte bei uns ziemlich gut in beide Richtungen. Denn sollten beide in der Beziehung nur danach leben, was sie gerade entschieden haben, ohne Rücksicht auf den Partner zu nehmen, dann hat man zwei Singles, die nebeneinander leben. Vielleicht ist das erstrebenswert, weil es beiden die größtmögliche Freiheit läßt und ich habe es einfach noch nicht erkannt. Wenn das so sein sollte, dann habe ich so eine Beziehung mit meiner liebsten Freundin. (Nur das wir natürlich keinen Sex haben)

Eine Beziehung bedeutet für mich aber mehr. Keine Verschmelzung zweier Menschen zu einem amorphen Klumpen. Für mich ist eine Beziehung das freiwillige Zusammensein zweier Individuen, die mit Respekt, Interesse und Liebe gleichberechtigt eine gemeinsame Gegenwart gestalten und eine gemeinsame Zukunft anstreben.

Ich habe meine Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Nur mußte ich diese aufgrund des fehlenden Interesses von ihrer Seite eben alleine Treffen. Nachdem ich mich entschieden hatte, hat sie eindeutig Stellung bezogen. Ich denke, was meinen Stolz angeht... na ja... was sind meine Entscheidungen wert, wenn ich sie sofort revidiere, nachdem sie sich dann doch mal zu einer Äußerung bequemt.

Die Waagschale der guten und negativen Seiten ist irgendwann von positiv auf negativ gekippt. So sehr ich mich bemühte sie darauf aufmerksam zu machen, es ist mir nicht gelungen. Ich habe das Gefühl, daß sie der Meinung war, mich „sicher zu haben“ und dann das Interesse an einer Beziehungspflege einstellt hat. Da es eine freiwillige Beziehung im Sinne von „frei sein“ und den „den Willen dazu haben“ ist, kann mich keine Abhängigkeit, keine Zukunftsplanung und keine in mir existierende Angst davon abhalten, diese zu beenden, wenn ich merke, daß ich alleine positiver leben kann.

Die Liebe hatte im Chat und telefonisch begonnen. So finde ich es nicht problematisch, wenn sie am Telefon endet, solange es im Gespräch miteinander ist und nicht nur eine Mitteilung von einer Seite mit anschließender Abschottung. Ich werde versuchen, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, weil ich noch Hoffnung habe. Aber dazu gehören natürlich zwei.

Lieben Gruß,
mikado

Ich seh´ das so
Lieber mikado,

auch wenn du deinem Herzen gefolgt bist und dir einen Ruck gegeben hast, doch noch zu fahren möchte ich dir antworten...
Warum mich ein "Soll ich...?" verärgert? Für mich ist das etwas anderes als der von dir beschriebene Meinungsaustausch bzw. das Interesse an der Meinung des Anderen.
Für MICH ist das so wie die "Atemmärkchen" abgeben, will sagen: Verantwortung abgeben...ein Handeln auf Geheiß sozusagen, der andere soll entscheiden. Damit kann man auch nichts "falsch" machen, denn der Andere hat es ja so gewollt Das KANN auch als Bequemlichkeit/Desinteresse verstanden werden - man(n) will sich einfach nichts EIGENES überlegen...Ausserdem kann es für den Befragten auf Dauer langweilig werden, in diese "Bestimmerposition" gedrängt zu werden.
Oberflächlich betrachtet läuft zwar alles nach seinem Gusto, aber Überraschungen gibt es auch keine! Das Spannende an Paarbeziehungen ist aber doch gerade der AUSTAUSCH, der Ballwechsel wie bei einem Ping-pong-Spiel oder Tennis, gell ?
"Soll ich...?"-Fragen kommen MIR so vor, als stünde ich vor einer Garagenwand und würde alleine Tennis spielen...kommt rüber, was ich meine???
Vielleicht kam auch so die sch....egal-Antwort deiner Freundin zustande.
Das fröhliche Ausprobieren, für Überraschungen sorgen, Beziehung aktiv gestalten, Impulse geben, EIGENES einbringen - DAS ist für MICH Austausch und Interesse am Anderen und seiner Meinung. DAS macht Beziehung auch lebendig und kreativ!
"Soll ich...?"-Fragen hingegen sind statisch, ohne Pfeffer und so flexibel wie eine Eisenbahnschwelle
Natürlich haben wir hier nur einen kleinen Ausschnitt eurer Beziehung gesehen und so können wir auch nur mässige "Ratgeber" sein
Interessant finde ich, dass die Antworten fast alle das Selbe aussagten!
Besonders schön, dass deine Gedanken noch einmal die Richtung geändert haben! Anfangs wirktest du recht kopflastig auf mich - und sooo kennen wir dich hier eigentlich nicht, gell ? Hast nach einer Nacht deine alte Form wiedergefunden, was?

Jetzt bin ich gespannt, wie es dir/euch ergangen ist??? Hoffe, du lässt uns teilhaben ?

Im übrigen bin ich nicht der Meinung, dass eine Liebe, die telefonisch begonnen wurde, auch telefonisch beendet werden kann. Das ist mir zu einfach!- und wohl auch nicht dein Stil, denn du hast ja letztlich anders entschieden.
Zwischen dem Anfang und dem Ende (???) ist doch sicher allerhand passiert, es hat sich etwas entwickelt, Nähe (trotz Fernbeziehung) ist entstanden...und dann käme ein telefonisches Ende einem "wegschleichen" gleich, finde ICH.

Ich wünsche dir/euch von Herzen, dass ihr das Wochenende zur Klärung (wie auch immer die aussehen mag) nutzen konntet! Manchmal bedarf es ja einer solchen "Notbremsung", damit etwas Neues entstehen kann .

Lass´ es dir gut gehen! Gonagall

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23. Juni 2002 um 18:27

Die Geschichte habe
ich auch nicht ganz verstanden!

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23. Juni 2002 um 23:34

Hallihallo mikado...
"Nachdem meine Freundin nach drei Wochen die erste Möglichkeit zu einem Treffen hatten, wollte sie nicht kommen, weil ich eine Virusinfektion hatte. Sie hatte Angst, daß sie sich anstecken könnte. ..und so weiter und so weiter."

tut mir leid mikado, ich hab da eine ganz andere meinung.

ich kanns gar nicht glauben, was ich da lese. bloss wegen einer virusinfektion will sie nicht kommen ?

mein schatz kann die masern, scharlach, diptherie oder die pest haben, wenn ich ihn liebe, ist mir das völlig wurscht !!!! und ich komm so schnell ich kann!!!!

so eine reaktion würde mich auch tief verletzen und schon aus selbstschutz würde ich so eine beziehung beenden.

wie stellt sie sich denn überhaupt eine beziehung vor: wenn du gesund und gut drauf bist, ist alles super, aber wehe du wirst krank, dann ab in die quarantäne mit dir. schau selbst wie du wieder gesund wirst....

"Wenn ich kommen würde, wäre ich halt da; wenn ich nicht kommen würde, dann eben nicht. Jedenfalls müßte ich gesund sein."
so einen schwachsinn sagt keine frau, die dich liebt.

mir scheint, deine freundin benützt dich als spielzeug, wenn sie dich will holt sie dich hervor, wenn nicht schmeisst sie dich weg. wenn sie widerstand merkt, dann wird geweint, gebettelt und sonst noch was. unwürdig für dich - glaub mir.

"Ich habe entschieden, daß du zu mir kommst."
das ist nicht bloss so eine formulierung, sie meint es auch so. sie bestimmt und entscheidet wo es lang geht.

nimm dir zeit für die trauerarbeit, tu was für dich, aber lass doch nicht so mit dir umspringen.

alles liebe
maya

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24. Juni 2002 um 23:02

Ist das jetzt...?
...ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass du hier noch nicht wieder aufgetaucht bist, lieber mikado???

Verlängertes Wochenende, heeh ?

Melde dich mal, wenn du zurück bist.

Herzliche Grüße, Gonagall

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