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Chronisch krank: Beziehungsaus?

11. Dezember 2020 um 8:22 Letzte Antwort: 13. Dezember 2020 um 1:53

An alle mit Langzeitbeziehungen: Ich bin mit meinem Lebensgefährten seit nun gut 10 Jahren zusammen. Seit etwa 3 Jahren hat er eine fordernde Arbeit im Außendienst bei einer internationalen Firma mit viel Stress angenommen. In letzter Zeit geht es ihm immer schlechter. Er nimmt Antidepressiva und leidet unter Schwindel. Es hat damit begonnen, dass er nach der Arbeit extrem erschöpft war und zu nichts mehr fähig war. Dazu kamen noch Schlafstörungen. Die Einnahme der Antidepressiva hat m.M. keine Verbesserungen gebracht, außer bei den Schlafstörungen. Ich denke, er hat ein Burnout. In letzter Zeit hat er angefangen, mich "fertig" zu machen, er macht mich nieder (Aussehen, Arbeit...). Danach entschuldigt er sich immer wieder und begründet seine "Aussetzer" damit, dass er einfach am Boden ist, nicht mehr kann und am liebsten sterben (!) würde. Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich dadurch absolut unglücklich. Wir sind schon so lange zusammen. Ihr müsst wissen, wir hatten davor eine ganz besondere Beziehung, sehr vertraut und freundschaftlich mit viel Spaß am Leben und voller Zuneigung zueinander, einfach das perfekte Paar. Und nun das. Er möchte, besonders in der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt seine Stelle nicht kündigen. Er sagt, ihm fehlt zu allem die Kraft. Er hat nun vorgeschlagen, sich von mir zu trennen, damit ich ohne ihn glücklich sein kann, da ich so ein Leben mit ihm nicht verdient habe. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Unsere Beziehung war so schön. Bestimmt können all jene mit Langzeitbeziehungen das nachempfinden, dass man nicht aufgeben möchte. Was soll ich eurer Meinung nach tun?

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11. Dezember 2020 um 9:14

Ich war mit meiner Frau 24 Jahre zusammen, bis sie nach 10-jähriger Krebserkrankung gestorben ist. Ich kann die Situation gut nachvollziehen. Darüber hinaus kenne ich aus meinem Freundeskreis viele, die einen ähnlichen Job (Großkanzlei, Banker etc.) haben und auch den Absprung nicht schaffen oder nicht wollen (Karriere, Geld).

Ich denke, dass Dein Lebensgefährte zunächst erkennen muss, dass seine derzeitige Lebensweise nicht hilfreich oder förderlich für eine Beziehung ist. Aber eine Trennung halte ich für nicht sinnvoll, zumal die Lösung, ein neuer Job bzw. Auszeit, zum Greifen nah liegt. Die Angst vor einem Stellenwechsel kann ich nachvollziehen, aber es gibt wichtigeres im Leben als Geld. Aber, er sollte Vertrauen zu sich  haben.

Die Einnahme von Antidepressiva bekämpft allein Folgen, nicht die Ursache.Ich denke, eine Verhaltenstherapie könnte Sinn machen. Evtl. schafft er den Absprung. Aber, ein Patenrezept habe ich auch nicht.




 

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11. Dezember 2020 um 9:40
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An alle mit Langzeitbeziehungen: Ich bin mit meinem Lebensgefährten seit nun gut 10 Jahren zusammen. Seit etwa 3 Jahren hat er eine fordernde Arbeit im Außendienst bei einer internationalen Firma mit viel Stress angenommen. In letzter Zeit geht es ihm immer schlechter. Er nimmt Antidepressiva und leidet unter Schwindel. Es hat damit begonnen, dass er nach der Arbeit extrem erschöpft war und zu nichts mehr fähig war. Dazu kamen noch Schlafstörungen. Die Einnahme der Antidepressiva hat m.M. keine Verbesserungen gebracht, außer bei den Schlafstörungen. Ich denke, er hat ein Burnout. In letzter Zeit hat er angefangen, mich "fertig" zu machen, er macht mich nieder (Aussehen, Arbeit...). Danach entschuldigt er sich immer wieder und begründet seine "Aussetzer" damit, dass er einfach am Boden ist, nicht mehr kann und am liebsten sterben (!) würde. Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich dadurch absolut unglücklich. Wir sind schon so lange zusammen. Ihr müsst wissen, wir hatten davor eine ganz besondere Beziehung, sehr vertraut und freundschaftlich mit viel Spaß am Leben und voller Zuneigung zueinander, einfach das perfekte Paar. Und nun das. Er möchte, besonders in der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt seine Stelle nicht kündigen. Er sagt, ihm fehlt zu allem die Kraft. Er hat nun vorgeschlagen, sich von mir zu trennen, damit ich ohne ihn glücklich sein kann, da ich so ein Leben mit ihm nicht verdient habe. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Unsere Beziehung war so schön. Bestimmt können all jene mit Langzeitbeziehungen das nachempfinden, dass man nicht aufgeben möchte. Was soll ich eurer Meinung nach tun?

Ich denke schon, dass einen der Job stressen, krank machen und verändern kann, nichtsdestotrotz ist das keine Art und Weise sich dir gegenüber dermaßen daneben zu verhalten, vielmehr es an dir auszulassen.

Ich hatte auch schon einen Burnout, kurz nach dem ich mit 15 Jahre alten Kleinkind das Arbeiten aufgenommen habe, aber ich war eher ruhiger und in mich gekehrt, habe nach Hilfe gefragt und gesucht, habe mich mitgeteilt und versucht die Ursache zu beheben, bevor ich chronisch krank werden würde....

Heute bin ich der Meinung, dass bei manchen Charakteren auch eine Therapie nichts bringt, denn selbst der Therapeut ist manipulierbar...

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11. Dezember 2020 um 9:47

Ich würde mit deinem Mann über einen Aufenthalt in einer Tagesklinik reden.

Danach sollte dann ein Jobwechsel stattfinden.

Sage ihm, wie ernst es dir ist und dass du nichts neben kannst, wenn er nicht aktiv versucht etwas zu verändern .

So wichtig kann kein Job sein, dafür Familie und Gesundheit zu riskieren.

Ich bin mit meinem Mann seit 16 Jahren zusammen (30,31) und ich würde ihn nicht einfach verlassen aber wenn die Situation nicht mehr tragbar wäre, dann muss ein Gespräch und Lösungen her.

Denn egal wie lange man zusammen ist, man muss sich nicht alles gefallen lassen und leiden schon gar nicht.

Man kann den Partner nur unterstützen, wenn er sich auch helfen lässt, ansonsten muss er den Weg alleine weiter gehen.

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11. Dezember 2020 um 10:44

Ich kenne es bin mir und im Freundeskreis bzw war es früher bei mir so dass ich auch einen extrem fordernden Job hatte der mich total fertig gemacht hat. 
Die einzige Lösung ist dann halt sich was anderes zu suchen.
Die Symptome die er hat werden noch schlimmer werden, und irgendwann geht dann gar nichts mehr. 

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11. Dezember 2020 um 10:45

"Ich kenne es von mir" sollte es heissen. 

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11. Dezember 2020 um 11:05

Vielen Dank an euch alle für die hilfreichen Antworten bzw. eure Erfahrungen! Ich sehe mich darin bestärkt, nicht aufzugeben, aber auch nicht in der Schockstarre zu verharren. Ich sehe es leider auch so, wie es Sonnenwind beschreibt, manche Charaktere sind für Therapeuten nicht zugänglich, bzw. sehen darin keinen Sinn. So ein Exemplar ist mein Partner zu 100% LEIDER!!! Ich denke, ich werde es wie von euch angesprochen handhaben: Schon alleine aus Selbstschutz, kann man sich nicht alles gefallen und bieten lassen, zumal ich wirklich unter der Situation leide. Ich hoffe, dieses Wochenende kann ich nochmals meine Sichtweise darstellen. Er muss endlich erkennen, dass es ohne Hilfe nicht geht, bzw. dass er etwas ändern muss. Mir ist klar, dass er keine Kraft mehr hat. Aber dafür bin ich doch auch da, ich möchte ihn unterstützen. Wir sind so lange zusammen, wir müssen doch das auch gemeinsam schaffen können. Es verletzt ungemein, wenn er die Lösung darin sieht, sich von mir zu trennen.

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11. Dezember 2020 um 11:18

Ich hatte auch schwere Depressionen und einen Burnout und hab währe d der Therapie dann festgestellt, dass eine Trennung von meinem damaligen Partner nach fast 10 Jahren unvermeidlich ist, ansonsten geht es immer so weiter. Man darf es auch nucht so sehen, dass man mit dem Finger schnippst und danach ist alles wie vorher... Meistens nicht. Also bitte keine Wunderdinge erwarten, wenn er sich dazu entschließen sollte. Wenn er gar keine Hilfe will, ist es auch alleine aus Selbstschutz besser, wenn du dich zurückziehst. 

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11. Dezember 2020 um 12:48

Es tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Ich hoffe, dir geht es nun besser? Natürlich wird es mit einem "Fingerschnippen" nicht abgetan sein, das ist klar. Kann es also sein, dass ich ebenso der Grund dafür sein kann, dass es im so schlecht geht, und er sich trennen MUSS...?

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11. Dezember 2020 um 12:55
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Es tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Ich hoffe, dir geht es nun besser? Natürlich wird es mit einem "Fingerschnippen" nicht abgetan sein, das ist klar. Kann es also sein, dass ich ebenso der Grund dafür sein kann, dass es im so schlecht geht, und er sich trennen MUSS...?

Ich denke nicht, dass du der Grund bist, der wird tatsächlich eher in der beruflichen Situation liegen. Allerdings kommt man aus so einer Situation durchaus verändert raus und es kann sein, dass es dann einfach nicht mehr wirklich passt. Ich bin aber mit meinem Ex weiterhin gut befreundet und wir sind beide wieder glücklich.

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11. Dezember 2020 um 13:03

Ok, danke für deine ehrlichen Worte. Ich hoffe sehr, dass wir diese Situation bewältigen können und gemeinsam gestärkt aus dieser Situation rauskommen. Es ist für mich sehr schwer, manchmal zum Verzweifeln.

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11. Dezember 2020 um 13:58
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Es tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Ich hoffe, dir geht es nun besser? Natürlich wird es mit einem "Fingerschnippen" nicht abgetan sein, das ist klar. Kann es also sein, dass ich ebenso der Grund dafür sein kann, dass es im so schlecht geht, und er sich trennen MUSS...?

Ja, das ist möglich und das gilt es zu klären damit man die passenden Wege finden kann.

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12. Dezember 2020 um 11:06
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An alle mit Langzeitbeziehungen: Ich bin mit meinem Lebensgefährten seit nun gut 10 Jahren zusammen. Seit etwa 3 Jahren hat er eine fordernde Arbeit im Außendienst bei einer internationalen Firma mit viel Stress angenommen. In letzter Zeit geht es ihm immer schlechter. Er nimmt Antidepressiva und leidet unter Schwindel. Es hat damit begonnen, dass er nach der Arbeit extrem erschöpft war und zu nichts mehr fähig war. Dazu kamen noch Schlafstörungen. Die Einnahme der Antidepressiva hat m.M. keine Verbesserungen gebracht, außer bei den Schlafstörungen. Ich denke, er hat ein Burnout. In letzter Zeit hat er angefangen, mich "fertig" zu machen, er macht mich nieder (Aussehen, Arbeit...). Danach entschuldigt er sich immer wieder und begründet seine "Aussetzer" damit, dass er einfach am Boden ist, nicht mehr kann und am liebsten sterben (!) würde. Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich dadurch absolut unglücklich. Wir sind schon so lange zusammen. Ihr müsst wissen, wir hatten davor eine ganz besondere Beziehung, sehr vertraut und freundschaftlich mit viel Spaß am Leben und voller Zuneigung zueinander, einfach das perfekte Paar. Und nun das. Er möchte, besonders in der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt seine Stelle nicht kündigen. Er sagt, ihm fehlt zu allem die Kraft. Er hat nun vorgeschlagen, sich von mir zu trennen, damit ich ohne ihn glücklich sein kann, da ich so ein Leben mit ihm nicht verdient habe. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Unsere Beziehung war so schön. Bestimmt können all jene mit Langzeitbeziehungen das nachempfinden, dass man nicht aufgeben möchte. Was soll ich eurer Meinung nach tun?

Vll sollte er erstmal eine Kur machen und bei euch für ein paar Wochen raus?

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12. Dezember 2020 um 13:06
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An alle mit Langzeitbeziehungen: Ich bin mit meinem Lebensgefährten seit nun gut 10 Jahren zusammen. Seit etwa 3 Jahren hat er eine fordernde Arbeit im Außendienst bei einer internationalen Firma mit viel Stress angenommen. In letzter Zeit geht es ihm immer schlechter. Er nimmt Antidepressiva und leidet unter Schwindel. Es hat damit begonnen, dass er nach der Arbeit extrem erschöpft war und zu nichts mehr fähig war. Dazu kamen noch Schlafstörungen. Die Einnahme der Antidepressiva hat m.M. keine Verbesserungen gebracht, außer bei den Schlafstörungen. Ich denke, er hat ein Burnout. In letzter Zeit hat er angefangen, mich "fertig" zu machen, er macht mich nieder (Aussehen, Arbeit...). Danach entschuldigt er sich immer wieder und begründet seine "Aussetzer" damit, dass er einfach am Boden ist, nicht mehr kann und am liebsten sterben (!) würde. Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich dadurch absolut unglücklich. Wir sind schon so lange zusammen. Ihr müsst wissen, wir hatten davor eine ganz besondere Beziehung, sehr vertraut und freundschaftlich mit viel Spaß am Leben und voller Zuneigung zueinander, einfach das perfekte Paar. Und nun das. Er möchte, besonders in der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt seine Stelle nicht kündigen. Er sagt, ihm fehlt zu allem die Kraft. Er hat nun vorgeschlagen, sich von mir zu trennen, damit ich ohne ihn glücklich sein kann, da ich so ein Leben mit ihm nicht verdient habe. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Unsere Beziehung war so schön. Bestimmt können all jene mit Langzeitbeziehungen das nachempfinden, dass man nicht aufgeben möchte. Was soll ich eurer Meinung nach tun?

Es gab hier einmal jemanden, der geschrieben hat, dass Aggression ein Symptom sein kann, wenn die Wirkung des Antidepressivums nachlässt. In dieser Übergangszeit soll es vorkommen können, dass ein Individuum sehr aggressiv ist - bis zur nächsten Einnahme.

Bitte aber Obacht: Ich gebe nur weiter, was ich von einem anderen User in diesem Forum gelesen habe. Selbst habe ich keinerlei Erfahrung mit Antidepressiva und auch keine medizinische Ausbildung. 
 

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13. Dezember 2020 um 1:53
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Es gab hier einmal jemanden, der geschrieben hat, dass Aggression ein Symptom sein kann, wenn die Wirkung des Antidepressivums nachlässt. In dieser Übergangszeit soll es vorkommen können, dass ein Individuum sehr aggressiv ist - bis zur nächsten Einnahme.

Bitte aber Obacht: Ich gebe nur weiter, was ich von einem anderen User in diesem Forum gelesen habe. Selbst habe ich keinerlei Erfahrung mit Antidepressiva und auch keine medizinische Ausbildung. 
 

Generell äußern sich Depressionen bei Männern anders als bei Frauen, auch neigen Männer eher dazu aggressiv zu werden. Suizidversuche sich dagegen seltener bei Männern, dafür weit häufiger tödlich.

Das weiss man heute.

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