Forum / Liebe & Beziehung

"Cholerischer" Freund?

Letzte Nachricht: 26. Juli 2010 um 12:36
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xara_11963086
25.07.10 um 0:03

Mein Freund(31) und ich(22) sind seit 2 Jahren zusammen und sind vor einem Jahr zusammen gezogen.
Ich wusste schon vorher, dass er teilweise etwas "jähzornig" sein kann, allerdings wurde das in den letzten Monaten richtig extrem. Die banalsten Kleinigkeiten bringen ihn regelmäßig zum Ausrasten, was sich dann in hemmungslosem Rumbrüllen äußert (auch gerne mal in der Öffentlichkeit) und wenn's ganz extrem wird, wirft er sogar manchmal Sachen durch die Gegend...

Ich weiß, das hört sich jetzt wahrscheinlich naiv an, aber im Grunde ist er ein sehr lieber Kerl, der immer das Beste für mich will, alles für mich tut und auch totale Verlustängste hat... er steckt momentan wegen seines Studiums in einer ziemlich schwierigen Phase, was ihn sehr stresst und frustriert. Ich denke/hoffe, dass dieses extreme Verhalten daher kommt... aber wissen tu ich's nicht, weil wir ja noch nicht soo lange zusammen leben und ich also nicht wirklich einen "Vergleichswert" habe.

Jetzt könnte man natürlich sagen - Abwarten, Augen zu und durch. Allerdings bin ich was Rumschreien und Streiten angeht echt sensibel, mich macht das total fertig und muss auch sofort immer heulen... ich unternehme deswegen ständig Schlichtungsversuche, rede beruhigend auf ihn ein und lass ihn auch oft einfach in Ruhe, damit er sich abreagieren kann. Das funktioniert dann auch meistens und eine halbe Stunde später ist er wieder bestens gelaunt und alles ist vergessen. Aber ich kann nicht einfach immer alles runterschlucken! Mir tut es so weh, wenn er mich anschreit und danach soll ich's einfach vergessen und hinnehmen? Wenn ich nochmal ganz in Ruhe darüber reden will um mir über den Auslöser seiner Reaktion klar zu werden, wird er oft wieder agressiv und ich krieg zu hören, ich wär ja selber schuld, wenn ich ihn so nerve, dass er mich Anschreien muss...

Was mich also am meisten stört ist, dass man nicht auf einer normalen Basis mit ihm über Probleme reden kann... er fühlt sich immer gleich angegriffen(auch wenn ich noch so ruhig, klar und lieb mit ihm rede) und wird dann wütend...

Ich bin momentan echt im Zwiespalt... da es auch sehr viele schöne Momente gibt und ich ihn auch nach wie vor liebe, kommt es für mich eigentlich nicht in Frage, ihn zu verlassen. Ich weiß aber auch definitiv, dass ich das so nicht für immer mitmachen werde, da ich echt bei jedem Schritt/Handgriff und sowieso bei allem was ich sage überlege, ob ich ihn dadurch nicht mal wieder auf die Palme bringen könnte... das ist ja auch kein Zustand...

Was denkt ihr? Besteht hier der Hauch einer Hoffnung, dass er wieder ausgeglichener wird, wenn er beruflich fest eingebunden ist und sich nicht mehr "nutzlos" fühlt? Oder kann man bei so einer cholerischen Art nicht mehr auf eine krasse Besserung hoffen?

Würde mich sehr über eure Beiträge freuen... fühle mich momentan echt etwas hilflos und überfordert.

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xara_11963086
25.07.10 um 0:40

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Erst mal vielen Dank für die Antworten!

Das mit dem "ins Lächerliche ziehen" (nach dem Motto: Merkst du eigentlich, worüber du dich eigentlich gerade aufregst?) habe ich bereits versucht. Es macht ihn nur noch wütender, wenn ich ihn nicht ernst nehme

Kontra geben ist auch so ne Sache, er ist in solchen Situationen so irrational, dass er nicht merkt, dass ich zurück(!)schreie. Er ist danach immer der Meinung, ich hätte damit angefangen und er hat sich dann ja nur verteidigt... mir ist es irgendwie zu anstrengend, ihm da noch mehr Angriffsdläche zu bieten und danach als Schuldige dazustehen.
Ich weiß allerdings nicht, ob er wirklich nicht merkt, dass er mit dem Schreien anfängt, oder ob er es nur nicht zugeben will..

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ethel_12723187
25.07.10 um 18:12

Man ändert niemanden
Hallo!
Ich kann gut nachempfinden, was Du fühlst ... ich war 4 1/2 Jahre mit so jemandem zusammen und hab wirklich ALLES versucht etwas zu ändern. Hab nachher sogar alle Fehler bei mir gesehen, Pychologie- und Beziehungsratgeber gelesen. Bis ich irgendwann nicht mehr konnte und die Liebe auf der Strecke geblieben ist und ich mich getrennt habe.
Ich bin in der Beziehung auch oft sehr krank gewesen (Rückenschmerzen, Erkältungen, Laktose-Intoleranz mit Bauchschmerzen allem drum und dran), mir ging es seelisch oft sehr schlecht und ich hab immer vermutet, dass das mit dem "Feind" in meinem Leben, also meinem Partner, zu tun hat. Das alles war ein Hilfeschrei meiner Seele zu gehen.

Und glaub mir, dass ist im Endeffekt die beste Lösung, auch wenn es schwerfällt, aber so jemanden ändert man nicht. Helfen kann sicher eine Anti-Aggressions- oder Psychotherapie, aber dazu muss derjenige ja erstmal bereit sein und ob er sein Problem dann dauerhaft in den Griff kriegt, ist fraglich. Bei Dir und Deinem Freund kommt auch noch das berufliche dazu, auch das hab ich erlebt damals, als mein Partner arbeitlos wurde eine Zeitlang. Bei mir ar es dann auch schlimmer, aber auch als er einen Job hatte, war es nicht besser ...

Ich kann Dir nur sagen, mir geht es heute wieder gut, ich bin wieder der Mensch, der ich war (während der Beziehung nicht mehr!) und ich bin förmlich wieder aufgelebt nach der Trennung. Auch Krankheiten sind kein Thema mehr - alles weg!

Denk an Dich, was Dir gut tut und geh Deinen Weg und auch wenn es schwerfällt, loszulassen, da draussen gibt es für jeden von uns den Menschen den er verdient. Jemanden, bei dem man sich verstanden, geboren und geliebt fühlt.
Alles Liebe

Sansina

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H
hector_12080339
25.07.10 um 18:23

Tja
das wird sehr schwer. Meine Mutetr war recht jung,als sie meinen vater geheiratet hat, er war damals auch serh charmant udn sie fiel sozusagen auf seine Art herein. Mit den jahren merkte sie imemr mehr,wie cholerisch er ist und es wurd immer schlimemr udn hält bis heute an. Einen solchen menschen ändert man nicht,sie verdrehen alles,geben anderen für alels die Schuld und brüllen rum wegen Nichtigkeiten. Ich denk, sie leiden auch an Borderline, bei meinem Vater zumindest bin ich sicher. Jeder,der mit solchen Menschen zu tun hat oder im Familienkreis erlebt,der wird Dir bestätigen,daß sich solche Menschn nicht ändern,denn sie glauben nicht, daß sie was ändern müßten. In ihren Augen sind ja die anderen Schuld dafür,daß sie ausrasten...die anderen machen ja alles falsch und sind dumm udn bescheuert usw. Nur denn,wenn ein Choleriker selbst merkt,daß mit seinem Verhalten was nicht stimmt,dann gibts eventuell eine Besserung,wenn er eine Therapie macht.
LG

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O
odette_12828049
26.07.10 um 12:36

Gleiches Problem wie du
Hallo,

ich verstehe dich sehr gut, habe momentan das selve Problem wie du, nur das zu dem schreien noch rumschubsen dazu kommt. Ich habe jetzt die Kosequenzen gezogen und Schluss gemacht, weil er mir 100 Mal versprochen hat, es kommt nie wieder vor, und doch wars dann immer wieder das selbe, er muss jetzt ausziehen.

Er möchte jetzt eine Therapie machen, weil er gemerkt hat, das es so nicht mehr weitergeht.

Wenn ich sehe das er es macht, gibt es evt einen Neuanfang, aber vorher nicht, das bringt nichts.
Man kann 100 mal sagen man ändert sich und am Ende war das doch nur Gerede.

Daher bin ich froh wenn er jezt erst mal auszieht und dann sehen wir weiter was draus wird...

Würde ich dir auch beim nächsten mal empfehlen, das du erst mal woanders hin gehts und ihm dann sagst das du nicht mehr kommst, wenn er sich keine Hilfe sucht.

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