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Chats vom Freund gelesen

22. Mai 2016 um 20:56

Meine ehemalige beste Freundin und ich sind nicht mehr befreundet, weil sie auch die beste Freundin von meinem Freund ist (durch sie sind wir eigentlich zusammen gekommen) und mit unserer Beziehung nicht zurecht kommt. Sie glaubt, dass ich ihn ihr wegnehme und hasst mich seitdem. Ich würde nie von meinem Freund verlangen, sich zwischen uns zu entscheiden, wollte aber wissen ob sie mit ihm über mich redet. Daher habe ich heute heimlich den Chat von ihnen gelesen, wobei er mich erwischt hat. Ich habe mich entschuldigt und er hat mir verziehen, die Stimmung ist aber immer noch angespannt. Ich hasse mich selbst so sehr dafür, das getan zu haben, dass ich nach 4 Jahren wieder begonnen habe mich zu ritzen. Ich habe es ihm nicht erzählt und sehe ihn vermutlich erst in 3 Tagen wieder. Ich habe Angst vor seiner Reaktion wenn er die Wunden sieht.

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23. Mai 2016 um 10:18

Du WILLST doch, dass jemand deine Wunden sieht,
dich versteht und dir bei deinen Problemen zur Seite steht.

Vorab; dein Freund wird es NICHT tun!

Falls er deine Wunden sieht, wirst du mit Vorwürfen rechnen können, was du selbst schon befürchtest. Das macht er aber nicht, weil er sich um dich sorgt, sondern weil er mit dieser Sache nichts zu tun haben will.

Dass so ein Mensch kein Freund sein kann, dürfte klar sein.

Geh mal zum Hausarzt wegen des Ritzens und frag ihn, ob er einen guten Psychologen kennt, der dir bei deinem Problem weiterhelfen kann.

Durch das Ritzen können ja auch gefährliche Bakterien in die Wunden gelangen und schwere Entzündungen, bzw. Blutvergiftung auslösen.

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23. Mai 2016 um 10:28
In Antwort auf stahltrasse

Du WILLST doch, dass jemand deine Wunden sieht,
dich versteht und dir bei deinen Problemen zur Seite steht.

Vorab; dein Freund wird es NICHT tun!

Falls er deine Wunden sieht, wirst du mit Vorwürfen rechnen können, was du selbst schon befürchtest. Das macht er aber nicht, weil er sich um dich sorgt, sondern weil er mit dieser Sache nichts zu tun haben will.

Dass so ein Mensch kein Freund sein kann, dürfte klar sein.

Geh mal zum Hausarzt wegen des Ritzens und frag ihn, ob er einen guten Psychologen kennt, der dir bei deinem Problem weiterhelfen kann.

Durch das Ritzen können ja auch gefährliche Bakterien in die Wunden gelangen und schwere Entzündungen, bzw. Blutvergiftung auslösen.

...
ja, ich finde es auch immer wieder faszinierend, wenn man wegen der Symptome (!) einer Krankheit (!) "mit Vorwürfen rechnen muss", aber das ist eben so.
Nein, die meisten Menschen, die sich selbst verletzen, wollen nicht Bedauern und Unterstützung damit erreichen, aber auch der Vorwurf ist Alltag für uns. Man lernt es zu ignorieren, so lange es nicht von Menschen kommt, die einem nahe stehen und es besser wissen sollten.

Wenn sie 4 Jahre ohne geschafft hat, dann war sie damit vermutlich schon bei einigen Psychologen und in mehreren Therapien und weiss vermutlich auch selbst, dass sie damit zum Doc gehen sollte, wenn es wieder akut wird.

Die Sorge der TE ist wohl eher, dass ihr ein Mensch, den sie liebt, mit den üblichen ignoranten Vorurteilen gegenüber tritt. Nur daran können wir wenig ändern, als Betroffene(r) kann man nur lernen, sich die Menschen in seiner Umgebung sehr genau auszusuchen und damit zu leben, dass es trotzdem immer wieder passieren wird.

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23. Mai 2016 um 12:15

Tja, das macht es wiederum schwer...
... jemanden von so einer Krankheit zu informieren, der einem wichtig ist, weil man immer befürchten muss in dieser "Du WILLST doch, dass jemand deine Wunden sieht..." - Ecke zu landen - dann war es lange nicht akut und dann lässt man die "Aufklärung" mal lieber weg, aus Angst vor dem was passieren könnte - und dann holt es einen später mit Anlauf ein.

Ja, es ist unglaublich schwer, mit psych. Krankheiten und gerade auch SVV beim Partner zu leben, gar keine Frage, wem sagst Du das
Und ja klar, als Betroffene/r muss man von Anfang an offen damit umgehen und informieren ... aber was da an Mut in unserer ach so aufgeklärten und zivilisierten Gesellschaft dazu gehört, finde ich trotzdem irgendwie übel Von daher fällt es mir schwer, denen, die den Mut nicht hatten, einen Vorwurf daraus zu machen (unabhängig davon, dass wir nicht wissen, wie das bei der TE "gelaufen ist").

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23. Mai 2016 um 12:15
In Antwort auf avarrassterne1

...
ja, ich finde es auch immer wieder faszinierend, wenn man wegen der Symptome (!) einer Krankheit (!) "mit Vorwürfen rechnen muss", aber das ist eben so.
Nein, die meisten Menschen, die sich selbst verletzen, wollen nicht Bedauern und Unterstützung damit erreichen, aber auch der Vorwurf ist Alltag für uns. Man lernt es zu ignorieren, so lange es nicht von Menschen kommt, die einem nahe stehen und es besser wissen sollten.

Wenn sie 4 Jahre ohne geschafft hat, dann war sie damit vermutlich schon bei einigen Psychologen und in mehreren Therapien und weiss vermutlich auch selbst, dass sie damit zum Doc gehen sollte, wenn es wieder akut wird.

Die Sorge der TE ist wohl eher, dass ihr ein Mensch, den sie liebt, mit den üblichen ignoranten Vorurteilen gegenüber tritt. Nur daran können wir wenig ändern, als Betroffene(r) kann man nur lernen, sich die Menschen in seiner Umgebung sehr genau auszusuchen und damit zu leben, dass es trotzdem immer wieder passieren wird.

...
Zu 100% stimmt das meiner Meinung nach nicht, dass man nicht will, dass andere die Schnitte sehen.
Ich hab mich früher auch geritzt, vor meinen Eltern hielt ich es vorerst geheim, in der Schule hab ich sie manchmal ganz offen zur Schau gestellt um die Reaktionen der anderen zu sehen. Später hab ich die Schnitte auch vor meinen Eltern nicht mehr versteckt.
Daher könnt ich mir ja vorstellen, dass sie sich bewusst mit dem Gedanken "wenn er das sieht verzeiht er mir bestimmt" geritzt hat. Nach 4 Jahren fängt man ja nicht wieder an...Man ist schließlich auch reifer geworden.

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23. Mai 2016 um 12:31
In Antwort auf ayaka0

...
Zu 100% stimmt das meiner Meinung nach nicht, dass man nicht will, dass andere die Schnitte sehen.
Ich hab mich früher auch geritzt, vor meinen Eltern hielt ich es vorerst geheim, in der Schule hab ich sie manchmal ganz offen zur Schau gestellt um die Reaktionen der anderen zu sehen. Später hab ich die Schnitte auch vor meinen Eltern nicht mehr versteckt.
Daher könnt ich mir ja vorstellen, dass sie sich bewusst mit dem Gedanken "wenn er das sieht verzeiht er mir bestimmt" geritzt hat. Nach 4 Jahren fängt man ja nicht wieder an...Man ist schließlich auch reifer geworden.

Ähm...
deswegen schrieb ich "die meisten wollen es nicht".

"Die meisten" sind doch nicht 100% oder habe ich sprachlich etwas nicht kapiert?!?
Das es tatsächlich "die meisten" sind, ist übrigens leicht erklärt: Statistiken gehen davon aus, dass jeder 10. sich in seinem / ihren (bei Frauen ist es häufiger) Leben zumindest in einer Phase selbst verletzt hat.
Wenn jetzt jeder mal im Stillen die Anzahl der Menschen, die er kennt durchgeht und die Fälle, von denen er überhaupt WEISS, von der Suche nach Mitleid mal ganz zu schweigen, gegenrechnet, wird einem auffallen, dass die gern angeführten "DU WILLST DOCH NUR..." zwar die bekanntesten sind (liegt in der Natur der Sache) aber bestimmt nicht die Mehrheit.

Ich verstecke meine Narben auch nie (frische Wunden hingegen meistens schon), aber Mitleid und das zu instrumentalisieren ist das LETZTE, was ich will (und auch "früher" wollte). Aber ich sehe auch nicht ein, dass ich im Hochsommer jetzt mit langärmligen Klamotten herumlaufe, nur damit irgendwer nicht sieht, was er / sie eh nicht versteht / verstehen will und mich für die Symptome von Krankheiten auch noch zu schämen und sie zu verdecken.
Die meisten (nicht 100% :P ) sprechen mich darauf sowieso nicht an und die wenigen, die mich ansprechen, sind überwiegend daran interessiert, zu verstehen - und denen kann man es auch erklären. Nun gut, aus der Schule bin ich schon lange heraus, wir sind mehr oder minder alle erwachsen. Wenn mir so ein "Du willst doch nur..." - Fall begegnet oder jemand, der mit Mitleid oder "ich darf sie nur noch mit Samthandschuhen anfassen" reagiert, dann versuche ich *ein mal* eine Erklärung, kommt die nicht durch, hat sich diese Person für mich erledigt und ich gehe ihm / ihr weiträumig aus dem Weg.
Meine Eltern haben es erst erfahren, da war ich schon... rund 10 Jahre "dabei". Aber im Unterschied zu einem Partner KANN man das vor den Eltern auch geheim halten. Mein Partner kann also entweder damit umgehen - oder er wird nicht mein Partner, was natürlich manchmal auch schmerzhaft und bitter ist.

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23. Mai 2016 um 12:34
In Antwort auf avarrassterne1

Ähm...
deswegen schrieb ich "die meisten wollen es nicht".

"Die meisten" sind doch nicht 100% oder habe ich sprachlich etwas nicht kapiert?!?
Das es tatsächlich "die meisten" sind, ist übrigens leicht erklärt: Statistiken gehen davon aus, dass jeder 10. sich in seinem / ihren (bei Frauen ist es häufiger) Leben zumindest in einer Phase selbst verletzt hat.
Wenn jetzt jeder mal im Stillen die Anzahl der Menschen, die er kennt durchgeht und die Fälle, von denen er überhaupt WEISS, von der Suche nach Mitleid mal ganz zu schweigen, gegenrechnet, wird einem auffallen, dass die gern angeführten "DU WILLST DOCH NUR..." zwar die bekanntesten sind (liegt in der Natur der Sache) aber bestimmt nicht die Mehrheit.

Ich verstecke meine Narben auch nie (frische Wunden hingegen meistens schon), aber Mitleid und das zu instrumentalisieren ist das LETZTE, was ich will (und auch "früher" wollte). Aber ich sehe auch nicht ein, dass ich im Hochsommer jetzt mit langärmligen Klamotten herumlaufe, nur damit irgendwer nicht sieht, was er / sie eh nicht versteht / verstehen will und mich für die Symptome von Krankheiten auch noch zu schämen und sie zu verdecken.
Die meisten (nicht 100% :P ) sprechen mich darauf sowieso nicht an und die wenigen, die mich ansprechen, sind überwiegend daran interessiert, zu verstehen - und denen kann man es auch erklären. Nun gut, aus der Schule bin ich schon lange heraus, wir sind mehr oder minder alle erwachsen. Wenn mir so ein "Du willst doch nur..." - Fall begegnet oder jemand, der mit Mitleid oder "ich darf sie nur noch mit Samthandschuhen anfassen" reagiert, dann versuche ich *ein mal* eine Erklärung, kommt die nicht durch, hat sich diese Person für mich erledigt und ich gehe ihm / ihr weiträumig aus dem Weg.
Meine Eltern haben es erst erfahren, da war ich schon... rund 10 Jahre "dabei". Aber im Unterschied zu einem Partner KANN man das vor den Eltern auch geheim halten. Mein Partner kann also entweder damit umgehen - oder er wird nicht mein Partner, was natürlich manchmal auch schmerzhaft und bitter ist.

Ja danke für deine Lebensgeschichte
und die Statistiken auch, herzlichen Dank. Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass die TE nur ne Mitleidsnummer abzieht wie ich sie schon zu Hauf bei mir und anderen ebenso miterlebt habe. Und was anderes ist aus den paar Zeilen der TE auch nicht herauszulesen.

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23. Mai 2016 um 12:37
In Antwort auf ayaka0

Ja danke für deine Lebensgeschichte
und die Statistiken auch, herzlichen Dank. Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass die TE nur ne Mitleidsnummer abzieht wie ich sie schon zu Hauf bei mir und anderen ebenso miterlebt habe. Und was anderes ist aus den paar Zeilen der TE auch nicht herauszulesen.

Gern
und Danke für Deine Lebensgeschichte ^^

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Lügen in der Beziehung
Von: ove_12282190
neu
23. Mai 2016 um 12:18
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