Forum / Liebe & Beziehung

Chaos im Kopf

7. Februar um 19:03 Letzte Antwort: 9. Februar um 19:36

Liebe Community,

ich schreibe sonst eigentlich nichts in Foren und bin immer eher eine stille Mitleserin aber ich versuche nun mal meine Probleme aufzuschreiben. Das allein hilft ja manchmal schon.

Ich bin seit 7 Jahren in einer festen Beziehung. Ich liebe meinen Freund sehr- er ist mein bester Freund, loyal, ehrlich, klug, er würde mir nie mit Absicht etwas Schlechtes tun, gibt mir genug Freiraum... Aber es lässt mich sozusagen am langen Arm verhungern und kann und will meine Bedürfnisse (Zeit, Anerkennung, Sex, Unterstützung, Aufmerksamkeit) nicht befriedigen. Ich spreche mit ihm, sage was ich möchte und bekomme oft einfach ein "nein". Das tut sehr weh. Ich denke eigentlich nicht, dass ich zu fordernd oder egoistisch bin. Doch genau diesen Vorwurf bekomme ich dann sehr oft zu hören. Weiterhin sagt er, ich verstehe ich ihn nicht und seine Bedürfnisse sind halt andere. Er zieht sich sehr zurück und sitzt vor seinem Computer. Das geht jetzt schon bestimmt 2 Jahre so. Ich bin relativ eigenständig und brauche nicht jede Minute am Tag jemanden der bei mir ist aber ich leide darunter, dass wir so wenig Zeit miteinander verbringen obwohl wir die ganze Zeit zusammen sind. Wir sprechen oft darüber und sind uns dessen bewusst, dass wir Probleme haben. Wir schaffen es irgendwie nicht uns zu trennen, weil wir uns sehr mögen und wir natürlich auch immer noch gute Zeiten haben. Er gibt mir immer genug, damit ich nicht gehe aber irgendwie nicht genug damit ich glücklich bin.

Corona tut sein Übriges. Mein Job ist sicher, Kinder sind nicht im Spiel, wir haben eine große Wohnung. Alles ist in Ordnung und ich komme mir dumm vor mich zu beschweren wo ich doch weiß, dass es so vielen Menschen schlechter geht. Aber meine sonstigen Aktivitäten fehlen mir. Die Besuche bei meinen Eltern, meinen Freunden, Ausgehen. Das geht im Moment allen so und ich versuche mich zusammen zu reißen aber es fehlt und ich fühle mich einsam. In den letzten Monaten habe ich wieder verstärkt mit meinen Panikattacken zu tun. Ich bin nicht depressiv aber depressiv verstimmt und leicht angstgestört (wahrscheinlich Kontrollverlust). Mit dem Wetter habe ich eh immer Probleme. Meine Grundstimmung ist daher momentan eher bei „mäßig“.
Es ist wahrscheinlich ganz normal und unwichtig und ich messe dem auch nicht zu viel Bedeutung bei aber in letzter Zeit denke schon manchmal an einen Anderen und bekomme dabei ein recht angenehmes Gefühl im Bauch (einseitige Schwärmerei- da läuft nichts). Ich bin aber doch ein wenig verunsichert da ich in der Beziehung sonst eigentlich nicht solche Gefühle für andere Männer habe. Ich weiß nicht, ob das ein Zeichen ist und mir mein Bauch damit etwas sagen will (Trennung?).
Ich weiß nicht so richtig wie ich meine Gefühle sortieren soll. Mein Leben ist eigentlich okay und es könnte viel schlechter laufen aber richtig zufrieden bin ich nicht. Ich bin unsicher ob ich zurzeit nur wegen der beschriebenen Umstände durchdrehe, Panik schiebe oder ob ich wirklich etwas ändern muss. Meine Therapeutin sagt mir schon seit längerem, dass ich meinen Freund verlassen soll. Ich habe Angst. Mir fällt es schwer mir jemandem darüber zu sprechen. Aber das aufzuschreiben tut ganz gut und wenn mir nur eine Person antwortet, die mich vielleicht versteht oder einen Tipp hat, ist das auch schon etwas Gutes. Ich freu mich schon mal, dass ich mich getraut habe das aufzuschreiben und online zu stellen. w32
 

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7. Februar um 19:50

Du bist unglücklich in der Beziehung.

DU - und um niemand anderen geht es in deinem Leben
BIST UNGLÜCKLICH - du hast nix davon, wenn es anderen schlechter geht
IN DER BEZIEHUNG - das heißt,  ihr gestaltet sie entweder neu oder sie wird zerbrechen.

Mit depressiver Verstimmung ist es halt schwierig, neu anzufangen.

Warum sagt seine Therapeutin, du solltest die Beziehung beenden?

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7. Februar um 21:36
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Du bist unglücklich in der Beziehung.

DU - und um niemand anderen geht es in deinem Leben
BIST UNGLÜCKLICH - du hast nix davon, wenn es anderen schlechter geht
IN DER BEZIEHUNG - das heißt,  ihr gestaltet sie entweder neu oder sie wird zerbrechen.

Mit depressiver Verstimmung ist es halt schwierig, neu anzufangen.

Warum sagt seine Therapeutin, du solltest die Beziehung beenden?

Hallo frauevi. Danke für Dein Feedback.
Meine Therapeutin denkt er zieht mich runter weil sein Knacks viel größer ist als meiner. Sie denkt auch, dass ich aus meiner Komfortzone "ist ja alles gut und passt schon" herauskommen muss wenn ich glücklich werden will und meine Probleme lösen will.
Ja, es ist echt schwierig neu anzufangen. Ich habe halt einfach Angst, dass ich die falsche Entscheidung treffe und alles bereue.

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7. Februar um 21:59

Hallo, sowas gehört zum Lernprozess auch dazu. Das Leben besteht nun man aus Entscheidungen, wobei manche besser und manche schlechter sind. Ich kann dir nur raten, auf deine innere Stimme zu hören. Niemand, absolut Niemand kennt dich so gut wie du selbst. Schwierige und steinige Wege bringen dich aber auch weiter und du lernst dich noch besser kennen. Und denk dran , auch eine falsche Entscheidung ist immer besser als keine Entscheidung. 

Lieben Gruß

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7. Februar um 22:13

Hast du mal über eine Beziehungspause nachgedacht? Vielleicht braucht ihr etwas Abstand voneinander um zu erkennen, was ihr beide wollt?
 

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7. Februar um 23:42
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Hallo, sowas gehört zum Lernprozess auch dazu. Das Leben besteht nun man aus Entscheidungen, wobei manche besser und manche schlechter sind. Ich kann dir nur raten, auf deine innere Stimme zu hören. Niemand, absolut Niemand kennt dich so gut wie du selbst. Schwierige und steinige Wege bringen dich aber auch weiter und du lernst dich noch besser kennen. Und denk dran , auch eine falsche Entscheidung ist immer besser als keine Entscheidung. 

Lieben Gruß

Danke. Das ist richtig. Ich bin leider auch keine 20 mehr. Das schwingt im Kopf immer so mit. Aber keine Entscheidung treffen geht auch nicht. Danke für den Input. Ich lasse es mal sacken.
liebe Grüße zurück

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7. Februar um 23:44
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Hast du mal über eine Beziehungspause nachgedacht? Vielleicht braucht ihr etwas Abstand voneinander um zu erkennen, was ihr beide wollt?
 

Die Idee hatte ich auch schon. Das will er aber absolut nicht. Genauso wenig wie eine Paartherapie. 
Danke aber trotzdem für den Vorschlag 

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8. Februar um 0:14

Wie alt bist du? Ich habe gerade wieder vor einiger Zeit von vorne begonnen. Mit über 40. Das ist dein Leben. Lass es nicht durch Nichtentscheidungen schlechter und schlechter werden. 

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8. Februar um 0:36

Hi paperwings,

wiewohl es schön ist, daß du kein akutes Problem verspürst, du mußt um deinetwillen herausfinden, was du vom Leben willst, was du dir von deinem Partner erwartest. Suche dein Minimum. Vielleicht spürst du, daß dein Minimum nicht erreicht ist. Kein Sex geht, aber es fehlt dann etwas.

Dein Körper signalisiert es. Kleine Anzeichen für eine Depression signalisieren,  daß der große Knall naht. Und du mußt vorher die  richtige Abzweigung finden.

Therapeuten raten nicht leichtfertig zu einer Trennung. Sie muß etwas erkannt haben, was du vielleicht noch nicht siehst.

Ich wünsche dir viel Kraft  und mutige Einsicht,
Pi

 

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8. Februar um 19:37
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Wie alt bist du? Ich habe gerade wieder vor einiger Zeit von vorne begonnen. Mit über 40. Das ist dein Leben. Lass es nicht durch Nichtentscheidungen schlechter und schlechter werden. 

32. Ja, ich habe nur Angst, dass ich ein Problem in mir auf meine Beziehung zu jemand anderem projiziere und dann das falsche Ende kappe.

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8. Februar um 19:52
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Hi paperwings,

wiewohl es schön ist, daß du kein akutes Problem verspürst, du mußt um deinetwillen herausfinden, was du vom Leben willst, was du dir von deinem Partner erwartest. Suche dein Minimum. Vielleicht spürst du, daß dein Minimum nicht erreicht ist. Kein Sex geht, aber es fehlt dann etwas.

Dein Körper signalisiert es. Kleine Anzeichen für eine Depression signalisieren,  daß der große Knall naht. Und du mußt vorher die  richtige Abzweigung finden.

Therapeuten raten nicht leichtfertig zu einer Trennung. Sie muß etwas erkannt haben, was du vielleicht noch nicht siehst.

Ich wünsche dir viel Kraft  und mutige Einsicht,
Pi

 

Danke Pi

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8. Februar um 21:20
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32. Ja, ich habe nur Angst, dass ich ein Problem in mir auf meine Beziehung zu jemand anderem projiziere und dann das falsche Ende kappe.

Also das ist eine überaus edle und gute Gesinnung, aber erinnert mich an Jesus, du weißt schon,  den alten Märtyrer. 

Es ist für ein irdisches Leben letztlich egal, an welchem Ende du kappst.

Mit deiner edlen Einstellung kappst du lieber von dir etwas ab, ein bisschen Lebensfreude hier, ein bisschen Du-sein da, hach mein Gott, das bisschen Bedürfnis nach Gesehen werden,  Anerkennung und Zärtlichkeit, schnippeln wir einfach mit der Machete ab... anstatt eine Situation zu verlassen,  die dir offensichtlich nicht gut tut. 

Wenn du dann dein Leben voller Nichtentscheidungen gelebt hast, was wird dann auf dem Grabstein stehen? nie hat sie ihre Probleme auf andere projiziert.

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9. Februar um 8:12

Guten Morgen,
ich schließe mich frauevi an. Reicht es dir wirklich, "nur" nicht unglücklich zu sein und dir einzureden, dass es anderen noch schlechter geht als dir?!
Du solltest dich fragen, was du fühlst bei der Aussicht, dass es in 5, in 10 Jahren immer noch so ist wie jetzt. Kann "nicht unglücklich" ernsthaft das Ziel sein?

Da du nach Erfahrungen fragst, ich bin ebenfalls mit über 40 aus meiner Komfortzone ausgestiegen, und ich würde es immer wieder tun. Natürlich gibt es Tage an denen man es bereut, weil einem alles zu viel wird, das ist normal. Das meint das Wort Komfort in Komfortzone 

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9. Februar um 10:07
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Liebe Community,

ich schreibe sonst eigentlich nichts in Foren und bin immer eher eine stille Mitleserin aber ich versuche nun mal meine Probleme aufzuschreiben. Das allein hilft ja manchmal schon.

Ich bin seit 7 Jahren in einer festen Beziehung. Ich liebe meinen Freund sehr- er ist mein bester Freund, loyal, ehrlich, klug, er würde mir nie mit Absicht etwas Schlechtes tun, gibt mir genug Freiraum... Aber es lässt mich sozusagen am langen Arm verhungern und kann und will meine Bedürfnisse (Zeit, Anerkennung, Sex, Unterstützung, Aufmerksamkeit) nicht befriedigen. Ich spreche mit ihm, sage was ich möchte und bekomme oft einfach ein "nein". Das tut sehr weh. Ich denke eigentlich nicht, dass ich zu fordernd oder egoistisch bin. Doch genau diesen Vorwurf bekomme ich dann sehr oft zu hören. Weiterhin sagt er, ich verstehe ich ihn nicht und seine Bedürfnisse sind halt andere. Er zieht sich sehr zurück und sitzt vor seinem Computer. Das geht jetzt schon bestimmt 2 Jahre so. Ich bin relativ eigenständig und brauche nicht jede Minute am Tag jemanden der bei mir ist aber ich leide darunter, dass wir so wenig Zeit miteinander verbringen obwohl wir die ganze Zeit zusammen sind. Wir sprechen oft darüber und sind uns dessen bewusst, dass wir Probleme haben. Wir schaffen es irgendwie nicht uns zu trennen, weil wir uns sehr mögen und wir natürlich auch immer noch gute Zeiten haben. Er gibt mir immer genug, damit ich nicht gehe aber irgendwie nicht genug damit ich glücklich bin.

Corona tut sein Übriges. Mein Job ist sicher, Kinder sind nicht im Spiel, wir haben eine große Wohnung. Alles ist in Ordnung und ich komme mir dumm vor mich zu beschweren wo ich doch weiß, dass es so vielen Menschen schlechter geht. Aber meine sonstigen Aktivitäten fehlen mir. Die Besuche bei meinen Eltern, meinen Freunden, Ausgehen. Das geht im Moment allen so und ich versuche mich zusammen zu reißen aber es fehlt und ich fühle mich einsam. In den letzten Monaten habe ich wieder verstärkt mit meinen Panikattacken zu tun. Ich bin nicht depressiv aber depressiv verstimmt und leicht angstgestört (wahrscheinlich Kontrollverlust). Mit dem Wetter habe ich eh immer Probleme. Meine Grundstimmung ist daher momentan eher bei „mäßig“.
Es ist wahrscheinlich ganz normal und unwichtig und ich messe dem auch nicht zu viel Bedeutung bei aber in letzter Zeit denke schon manchmal an einen Anderen und bekomme dabei ein recht angenehmes Gefühl im Bauch (einseitige Schwärmerei- da läuft nichts). Ich bin aber doch ein wenig verunsichert da ich in der Beziehung sonst eigentlich nicht solche Gefühle für andere Männer habe. Ich weiß nicht, ob das ein Zeichen ist und mir mein Bauch damit etwas sagen will (Trennung?).
Ich weiß nicht so richtig wie ich meine Gefühle sortieren soll. Mein Leben ist eigentlich okay und es könnte viel schlechter laufen aber richtig zufrieden bin ich nicht. Ich bin unsicher ob ich zurzeit nur wegen der beschriebenen Umstände durchdrehe, Panik schiebe oder ob ich wirklich etwas ändern muss. Meine Therapeutin sagt mir schon seit längerem, dass ich meinen Freund verlassen soll. Ich habe Angst. Mir fällt es schwer mir jemandem darüber zu sprechen. Aber das aufzuschreiben tut ganz gut und wenn mir nur eine Person antwortet, die mich vielleicht versteht oder einen Tipp hat, ist das auch schon etwas Gutes. Ich freu mich schon mal, dass ich mich getraut habe das aufzuschreiben und online zu stellen. w32
 

Hi, also mir sind zwei Dinge in deinem beitrag aufgefallen.

Als erstes Du wiedesprichst Dir selbst:
Ich liebe meinen Freund sehr- er ist mein bester Freund, loyal, ehrlich, klug, er würde mir nie mit Absicht etwas Schlechtes tun, gibt mir genug Freiraum... Aber es lässt mich sozusagen am langen Arm verhungern und kann und will meine Bedürfnisse (Zeit, Anerkennung, Sex, Unterstützung, Aufmerksamkeit) nicht befriedigen.
Für mich klingt das so als würde er dir zu viel Freiraum geben. Es ist toll, dass er ehrlich, klug und loyal ist, dass aber sind viele Menschen, das ist nichts was ihn für Dich besonders macht. Was macht er damit du ihn liebst?
Ihr habt gerade verschiedene Ansichten von eurem Leben, du willst mehr, er eher weniger.
Du schreibst dein Leben okay, frage dich doch mal ob dir das genügt....

Als zweitens etwas zu deiner Therapeutin:
Wie kann sie dir in dein Leben rein reden, DU!!!!! musst entscheiden was du willst.
Ich glaube nicht das ein guter Therpeut will, dass Du ihr  in einen halben Jahr zB. sagst "wegen ihnen habe ich den Freund verlassen obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte"
Du musst entscheiden was du willst, Dumusst überzeugt sein was Dein Weg ist.

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9. Februar um 19:36
In Antwort auf

Hallo frauevi. Danke für Dein Feedback.
Meine Therapeutin denkt er zieht mich runter weil sein Knacks viel größer ist als meiner. Sie denkt auch, dass ich aus meiner Komfortzone "ist ja alles gut und passt schon" herauskommen muss wenn ich glücklich werden will und meine Probleme lösen will.
Ja, es ist echt schwierig neu anzufangen. Ich habe halt einfach Angst, dass ich die falsche Entscheidung treffe und alles bereue.

Hallo, 

...jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

und in jedem Ende eine Chance

Ich verstehe deine Angst, nur sich nicht zu entscheiden ist schlimmer, als eine, sich im Nachhinein, als fälschliche Entscheidung herauskristallisierte, zu korrigieren. 

Keine Entscheidung = Unglücklichsein
Klare Entscheidung = Chance

LG Sis

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