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Chance 2.5?

26. Februar 2012 um 7:29

Hallo ihr Lieben
Kurz zu meiner Situation. Ich M(35) bin vor 2 Jahren mit meiner Liebe (W 24) zusammengekommen. Anfänglich war es für mich nur eine Romanze, aus der sich sehr bald starke Gefühle entwickelten. Wir leben ca.200km voneinander entfernt und sehen (sahen) uns mittlerweile fast jedes Wochenende und der Plan war, dass ich zurück zu ihr nach Wien gehe. Aufgrund meiner Arbeit und meines Umfeldes (Hausumbau meine Eltern) war es mir zu Beginn leider nur möglich, meine Liebe nur alle 2 Wochen zu sehen. Vor ca. einem Jahr passierte es dann. Ich war extrem im Stress und sie wollte mich mehr sehen, als mir möglich war und setzte mich dadurch unter weiteren Druck. Ich distanzierte mich ein wenig um Atmen zu können und dann war ihr Kollege da. Er war charmant, verwegen, versprach ihr gemeinsame Pläne für die Zukunft. Meine Liebe schlief mit ihm beendete die Beziehung mit mir. In ihrer damaligen Schlussmachmail gab sie mir die alleinige Schuld, ohne zu erwähnen, dass sie, mit ihrem Kollegen etwas angefangen hatte. Ich vermutete, dass jemand anders im Spiel war, aber ich wollte es nicht wahr haben. Wir stellten den Kontakt zueinander ein.

Wochen später nahm sie den Kontakt zu mir wieder auf und begann um mich zu werben. Ein paar Wochen später waren wir wieder zusammen, ohne über das Geschehen gesprochen zu haben. Ein paar Monate später an einem leicht konfliktreichen Wochenende nimmt sie am Abend, demonstrativ vor mir, ein Telefonat entgegen. Dumm wie ich bin, machte ich natürlich mit und fragte, wer am späten Abend noch anrief. Es war ihr Kollege Peter. Und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war er, sie hatte wegen ihm schlussgemacht und sie hatten Sex miteinander. Große Kriese, viele Gespräche, ein verletztes Ego und danach der Beginn der Chance 0,5.

Bis vor 3 Wochen lief unsere neue Beziehung sehr gut. Ich war jedes Wochenende bei ihr und wenn wir uns nicht sahen, dann telefonierten wir beinahe täglich miteinander. Wir bezeugten uns unsere Liebe aus ganzem Herzen. Es war einfach schön. Dann passierte es sie schlief wieder mit ihrem Kollegen Peter mit Vorsatz. Ihre Begründungen, die auch stimmen: Ich bin unpünktlich und mit mir kann man keinen Urlaub planen. Ich war zu unaufmerksam zu ihr. Mehr wars anscheinend nicht.

Peter, ihr Kollege ist etwas älter als ich. Sie wirkt für ihr Alter extrem reif. Bevor ich sie kennenlernte hatte sie bereits Erfahrung mit mehr als 13 Männern.

Jetzt gehen wir gerade durch das Tal der Tränen.
Macht das Ganze noch einen Sinn? Macht das Ganze überhaupt Sinn?
Danke fürs Lesen

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26. Februar 2012 um 11:03

Danke für die aufrichtigen Worte.

Obwohl ich bereits 35 bin hat die ganze Problematik mir eine neue Seite meiner Persönlichkeit kurz aufgezeigt. Nämlich den Zorn. Das kannte ich bisher nicht, aber zum Glück und durch Verzeihen war es mir möglich diesen wieder in den Griff zu bekommen. Ich bin mir nicht klar, ob sie mich Bestrafen wollte, oder einfach im Moment Nähe gesucht hat. Was mich erschüttert ist die Tatsache, dass sie es aus einem Vorsatz heraus machte. Sie war vom Fortgehen bereits wieder zuhause angekommen und kontaktierte ihn absichtlich und fuhr dann wieder in die Stadt zurück, um ihn zu treffen. Da fehlt das Moment des Zufalles bzw. der Gelegenheit. Ich bin gerade auf der Suche nach dem Warum. Gibt es für soetwas überhaupt eine Erklärung?

Abgesehen von dieser Thematik, können sich Menschen ändern? Das Fremdgehen ist doch ein tiefer Teil der Persönlichkeit eines Menschen.

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19. März 2012 um 10:11

Danke fürs Lesen
Nun weiß ich mehr. Die Gründe fürs Fremdgehen sind tiefgreifender als die ursprünglich erwähnten. Wir haben uns ausgesprochen und verbringen derzeit die Wochenenden in der Illusion, dass es wieder gut wird. Die Liebe und Sexualität hat eine neue, bisher unbekannte Qualität erreicht. Die Offenheit zueinander auch. Eigentlich der perfekte Zustand
Dennoch weiß ich, dass das Ende unausweichlich ist. Denn hinter irgendeiner Türe wartet der Schmerz, das Misstrauen und die Angst. Es wird plötzlich durch irgendetwas getriggert und trifft mich mit unbarmherziger Härte.
Wir leben derzeit in der wunderschönen Illusion und weiß, dass dadurch das Ende noch viel "blutiger" wird als es sein müsste.
Als Außenstehender kann man leicht urteilen und emotionsbefreite Ratschläge abgeben - so wie ich es auch früher gerne gemacht habe. Doch wenn man mitten drin ist, ist die Welt nicht mehr so trivial.

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21. März 2012 um 9:45

Eine Wochenendbeziehung ist eh immer ein Risiko!
Die meisten Menschen merken erst, ob sie richtig zusammen passen, wenn sie zusammen leben.
Am WE ist man anders drauf, als im Alltag.
Deine Freundin möchte einen Mann (dich), mit dem sie richtig zusammen lebt. Entweder du gehst das Risiko ein und suchst dir bei ihr einen Job oder du machst so weiter und besuchst sie nur an den WE mit dem Risiko, dass sie irgendwann die Nase voll hat.
Euer Plan war, dass du zu ihr nach Wien ziehst. Ich an ihrer Stelle hätte nach 2 Jahre warten auch kein Bock mehr. Wahrscheinlich hat sie den Glauben an dich verloren und deshalb ihr Ding gemacht. Irgendwie kann ich sie verstehen.
Ich kann dich aber auch verstehen, denn du musst ja zu ihr ziehen und das Risiko ist hoch, dass ihr evtl. gar nicht zusammen passt. Kommt also drauf an, was für einen Job du gerade hast und ob es sich lohnt alles aufzugeben. Wieso zieht sie nicht zu dir?

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21. März 2012 um 13:15

Warum kommts du auf disen Schluss
Wie oben gesagt, lebten wir in einer Fernbeziehung. Ich habe nicht meine ganze Energie in die Beziehung gesteckt, aber sehr sehr viel. Ein Mindestmaß an Energie benötige ich für mich selber. Soweit es die Ferne zugelassen hat, war ich immer für sie da. Von unseren Eigenschaften her sind wir konträre Persönlichkeiten. Ich bin eher der ruhige Typ, nachdenklich und nicht sofort ins Blaue planend, aber spontan. Sie umgekehrt - sie braucht eine geplante Zukunft, wie anscheinend jede Frau
Es waren die Enttäuschungen, die aufgrund unserer Persönlichkeiten entstanden und eine momentane Kommunikationsschwierigkeit. Die Gelegenheit war nicht notwendig, da der Seitensprung bereits mit dem Entschluss passierte, dass sie an dem besagten Abend gegen ihrer Aussage nichts mehr zu machen, noch mit ihrem Arbeitskollegen ausging.
Richtig, ich möchte nicht mehr mit ihr zusammenleben. Das Vertrauen ist verloren gegangen. Das Vertrauen, das nötig ist, um eine Familie zu gründen. Wie jeder Mensch möchte ich auch die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, um Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Ein Partner der bei vergleichsmäßig geringen Beziehungsproblemen keine Loyalität hat, erfüllt diese Ansprüche nicht. Wie gesagt, hatte sie bereits in jungen Jahren eine beträchtliche Anzahl an Sexualpartner. Ich denke, die Einstellung zur Treue und das Vorleben gehen Hand in Hand.

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22. März 2012 um 10:13
In Antwort auf uta60

Eine Wochenendbeziehung ist eh immer ein Risiko!
Die meisten Menschen merken erst, ob sie richtig zusammen passen, wenn sie zusammen leben.
Am WE ist man anders drauf, als im Alltag.
Deine Freundin möchte einen Mann (dich), mit dem sie richtig zusammen lebt. Entweder du gehst das Risiko ein und suchst dir bei ihr einen Job oder du machst so weiter und besuchst sie nur an den WE mit dem Risiko, dass sie irgendwann die Nase voll hat.
Euer Plan war, dass du zu ihr nach Wien ziehst. Ich an ihrer Stelle hätte nach 2 Jahre warten auch kein Bock mehr. Wahrscheinlich hat sie den Glauben an dich verloren und deshalb ihr Ding gemacht. Irgendwie kann ich sie verstehen.
Ich kann dich aber auch verstehen, denn du musst ja zu ihr ziehen und das Risiko ist hoch, dass ihr evtl. gar nicht zusammen passt. Kommt also drauf an, was für einen Job du gerade hast und ob es sich lohnt alles aufzugeben. Wieso zieht sie nicht zu dir?

Ich
war zuvor 10 Jahre in Wien und würde liebend gerne wieder zurück gehen. Ich lernte sie kennen, als ich gerade auf der Jobsuche war. Nach ca. 7 Monate erfolgloser Suche im Großraum Wien musste ich den Schritt machen und doch fernab von Wien endlich einen Job annehmen. Warum sie nicht zu mir gezogen ist? Weil sie ein Stadtmensch ist und dort wo ich arbeite keine Stadt ist und weil auch dort kein kein adäquater Job für sie zu finden wäre.

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22. März 2012 um 11:16

...
Zentralraum OÖ, leider zu weit zum Pendeln. Du bist wahrscheinlich irgendwo in NÖ?

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22. März 2012 um 11:54

Naja, nicht gut.
Verstand und Liebe arbeiten gegeneinander. Sie kann noch weniger loslassen als ich. Wahrscheinlich sind wir emotional bereits in einem pathologischen Ausmaß voneinander abhängig.

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22. März 2012 um 21:14

Die Frage,
ob ich der Richtige für sie bin, stelle ich mir nicht. Das ist der falsche Ansatz. Ich stelle mir die Frage, ob sie die Richtige für mich ist. Deine Frage muss sie sich stellen. Was verstehst du unter das Leben erleben? Ausgehen, Party machen, reisen, Freunde treffen?? Ich habe sie in keiner Weise eingeschränkt. Wie sollte ich auch wenn wir uns nur am Wochenende sahen. Hier kann ich eher an mir kritisieren, dass ich zu wenig einschränkend bin. Das ist mein Charakter und den werde ich weiterhin bewahren. Ich werde weiterhin meinem Partner grenzenloses Vertrauen schenken und kein einschränkendes Klammeräffchen sein. Auch mit der Gefahr, dass ich wieder auf die Nase falle.
Ja, ich habe bezüglich einer inflationären Sexualpartnerwahl große Bedenken. Bezüglich Liebe und Sexualität sehe ich die Dinge wie Fromm. Liebe und Sexualität sind zwei immaterielle Güter die im Sog der westlichen Konsumgesellschaft mittlerweile auch als konsumierbare Waren angesehen werden - bewusst oder unbewusst. Welchen Stellenwert da die Treue bzw. Loyalität noch einnimmt, kann sich jeder selber denken. In unsrer liberalen Gesellschaft führt letztendlich der oberflächliche Umgang mit den genannten Werten, zu einer Entfremdung des Menschen. Daher betrachte ich den oberflächlichen Umgang mit der Sexualität, wobei zweifelsohne die paar ONS dazugehören, etwas kritischer als der Rest der Konsumenten. In diesem Sinne empfinde ich antiquiert bzw. reaktionär als ein Kompliment.
Ob das Vorleben des Partners wirklich nur die Sache des Partners ist, darüber muss ich noch nachdenken. Dazu kann ich noch keine differenzierte Aussage treffen.
Ist es wirklich ein Ziel einer Partnerschaft schnellstmöglich zusammenleben? Ich denke eher, dass das Zusammenleben als Summe aus vielen einzelnen, wichtigen Dingen, sofern diese erfüllt sind, automatisch eintritt. Liebe, Vertrauen, Verständnis, Ziele Arbeitsort. Wer aufs Zusammenziehen drängt wird bald wieder aufs Auseinanderziehen drängen.
Bezüglich Urlaub gebe ich dir recht. Wir haben zu Beginn des Jahres darüber gesprochen. Ich habe klar meinen Standpunkt klar gemacht, dass ich mit ihr einen Teil meines Urlaubes verbringen möchte und den andern Teil mit Freunden. Ein Kompromiss zwischen zwei Welten. Sie, geplant und nach Prospekt, ich ungeplant und spontan.
Ja, natürlich hat man immer jemanden verdient, der noch besser auf einen eingeht. Doch will man wirklich seinen eigenen Psychotherapeuten als Partner haben?

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