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Burn Out-Partner verändert sich

12. September 2015 um 12:36

Hallo zusammen!

Irgendwie denkt man immer, man schafft es....heute bin ich an einem Punkt und denke: ich schaffe es nicht mehr.

Mein Mann hat seinem Jahr Burn Out und war Anfang des Jahres auch in einer Klinik. Die ganze Familie atmete auf und langsam, aber stetig wurde er ruhiger, ausgeglichener. Einsichten kamen, Streitigkeiten gingen etc....es war einfach sehr schön. Viele Tipps mit auf den Weg gebracht. Dann ging es an die Wiedereingliederung mit der Arbeit und das klappte nicht. Stundenweise, aber der Chef hatte so viel auf dem Programm, dass er immer länger bliebt und der Druck sofort wieder da war. Therapeut riet zum Abbruch, er solle erst mal runterkommen.

In Urlaub fahren wollte er nicht, was uns beiden aber gut getan hätte. Anstatt hat er im Haus bei und Eltern gewerkelt und schien glücklich. Die Projekte sind jetzt fertig, das Loch ist wieder da. Ich habe morgens schon Angst etwas zu sagen. Es könnte falsch sein. Nichts ist richtig. Niemand macht es ihm recht, Umgang meidet er. Früher war er witzig, heute lacht er nur noch selten. Ich bin leider selbst gesundheitlich angeschlagen und es scheint, dass dieser Druck mich auch krank macht.

Ich bin bestimmt ein positiv denkender Mensch und mache mir jeden Tag selber Mut. Aber jetzt kann ich nicht mehr. Jede Unternehmung wird abgeblockt. Freundinnen haben leider auch nie viel Zeit, also bin ich alleine. Immer nur Sport, lesen oder Fernsehen gucken ist auch nicht die Lösung.

Eine Freundin meinte letztes Jahr schon, ich solle gewappnet sein, dass er nie mehr der Alte wird. Langsam glaube ich das und habe Angst. Wie sind eure Erfahrungen, wie habt ihr euch aus dem Loch gezogen?

Danke schon mal fürs Lesen. Ein schönes Wochenende! Zykade

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12. September 2015 um 17:53

Schwierig.....
Hallo,

danke schon mal an die drei Schreiberinnen der Antworten!!!

Mein Mann war schon immer ein Perfektionist. Was im Grunde ja nichts schlimmes ist, aber vor der Diagnose hatten wir in der Familie echt stressige Jahre. Es gab halt immer Reibereien innerhalb der Familie. Die sich zwar immer schnell legten und ich auch nie wirklich sagen konnte: hier stimmt was nicht, denn im Grunde haben wir alle zusammen gehalten. Gerade er und der älteste Sohn gerieten fast täglich aneinander. Und ich war immer der Puffer dazwischen. Wahrscheinlich war die Arbeit der Auslöser, nicht, dass er nicht gerne arbeiten ging, im Gegenteil. Aber es war das ständige Erreichbar sein. Selbst zu Weihnachten bimmelte hier das Telefon. Und Urlaub an einem Stück gab es fast nie, immer nur in Happen......ich habe so oft gesagt, so geht es nicht weiter. Aber in der heutigen Zeit weiß jeder, dass man froh sein kann, wenn man Arbeit hat. JEder ist sehr schnell ersetzbar.

Eine Depression wurde ja schon vom Therapeut diagnostiziert, aber er sagte mir, mein Mann sei einfach nur sehr gestresst und müsse körperlich zur Ruhe kommen. In der Klinik fand es mein Mann sehr schlimm, dass er den ganzen Tag fremden Leuten sein Leben erzählten sollte. JEden Tag die gleiche Leier. In Gruppen. Er meinte, Einzelgespräche hätten weit mehr geholfen, was auch die Krankenkasse und Therapeut bestätigten.

Ich selbst nehme mir ja meine Freiräume, ohne dem ging es gar nicht. Aber ehrlich, es ist weitaus schöner Erlebnisse zu teilen als später nur zuhause davon zu berichten. z. B. eine Urlaubsreise. Allerdings sind diese Dinge immer mit Kosten verbunden. Krankengeld schränkt halt sehr ein. Meine frühere Firma lebt nicht mehr und wir leben auf dem Land, da ist Arbeit mager gesät.

Manchmal wünsche ich mir einfach das alte Leben zurück. Ich versuche schon immer Dinge vorzuschlagen, die uns beiden liegen oder Spaß machen, aber selbst hier ist es oft schwierig, das nicht wieder ein Haar in der Suppe gefunden wird.

Hat einer versprochen, dass das Leben einfach ist???

LG Zykade

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