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Brauchen wir mehr Abstand?

25. Januar 2014 um 1:40

Hallo,

ich weiß momentan echt nicht weiter. Meine Freundin und ich hatten letzte Woche unser 6-jähriges Jubiläum, aber nach feiern ist mir nicht wirklich zumute.

Die ersten anderthalb Jahre lief alles gut, rosarote Brille, Verliebtheit, ständig Sex...
Dann hatte ich ihr irgendwann gestanden, dass ich im Bett gern ausgefallenere Sachen (SM) ausprobieren möchte, was leider überhaupt nicht ihr Ding ist. Um es mir recht zu machen, hat sie es trotzdem versucht, was mir auch sehr gefallen hat, nur hat es sie so frustriert, dass sie sich ohne mit mir darüber zu sprechen, bei ihrem Exfreund ausgeweint hat, der die Chance gleich nutzte, um sie zum Fremdgehen zu animieren, was sie dann auch einmal getan hat.
Ein paar Tage später, hat sie mir das gestanden, woraufhin mein Selbstwertgefühl erstmal übel angeschlagen war. Doch weil sie es aufrichtig bereut hat, und sonst alles gut lief, habe ich ihr verziehen und wir haben uns darauf geeinigt, darauf zu achten, dass wir sexuell beide auf unsere Kosten kommen. Seither gab es keine SM-Experimente mehr und der Sex ist für sie wieder gut, mir fehlt aber etwas, was ich mir nun notgedrungen bei diversen Girls im Internet angucke.

Irgendwann sind wir dann zusammen gezogen, haben uns ein gemeinsames Haustier angeschafft und seither wird doch recht häufig gestritten. Meistens, weil ich sehr auf Sauberkeit und Sparsamkeit aus bin, sie aber gern alle Lichter in der Wohnung aufdreht, ständig die Glotze und das Radio laufen lässt, und ihre Frauen-Utensilien wie Taschentücher, Makeup und dergleichen überall in der Wohnung verteilt.
Ich empfinde sie als etwas chaotisch, sie mich als pedantisch.

Beruflich habe ich einen Job, der mir Spaß macht, wo ich gut ausgelastet bin, aber kaum Überstunden machen muss. Sie studiert seit Jahren, kann aber keine nennenswerten Fortschritte verbuchen, was sie meistens mit ihren depressiven Phasen entschuldigt.

Als ich ihr mal geraten habe, sich mehr in ihr Studium zu vertiefen, auch im Sinne unserer gemeinsamen Zukunft, hat sie es so mit dem Studieren übertrieben, dass wir fast zwei Monate lang trotz Zusammenleben kaum miteinander gesprochen haben. Sie hat studiert, wenn ich geschlafen habe, und hat geschlafen, wenn ich wach war. Sex gab es in dieser Zeit auch keinen mehr.

Ich habe ihr damals oft gesagt, dass ich mich vernachlässigt fühle, aber sie meinte, ich hätte ihr ja zu mehr Engagement im Studium geraten, und damit müsste ich halt leben.

Ich dachte mir, mach das beste draus, und unternehme wieder öfter was mit meinen Kumpels.
Dabei habe ich eine Frau kennen gelernt, die mich von da an förmlich vergöttert hat, und auch umgekehrt war Interesse vorhanden.

Bevor aber etwas ernstes daraus wurde, habe ich meiner Freundin erzählt, dass ich Angst habe, mich in eine andere Frau zu verlieben, woraufhin meine Freundin einen totalen Zusammenbruch erlitten hat, und ich den Kontakt zu der anderen Frau abgebrochen habe, die mir daraufhin sagte, dass sie für mich nun nurmehr Hass übrig hat...

Seither ist das Selbstwertgefühl meiner Freundin am Boden, sie hat ständig psychosomatische Beschwerden und Verlustangst. Ihre Angst und diese öffentlich zur Schau gestellte Abhängigkeit empfinde ich als komplett unerotisch und belastend, da ich sozusagen alleinverantwortlich für ihr Glück zu sein scheine.

Je mehr sie klammert und je mehr sie sagt, wie sehr sie mich zu ihrem Glück braucht, umso mehr will ich eigentlich meinen Abstand haben und allein sein.

Seither habe ich mich zunehmend in meine Internet-SM-Pornos geflüchtet und unternehme viel mit meinen Kumpels, fast als wenn ich Single wäre (Flirten mit anderen Frauen, Prügeleien, wilde Besäufnisse). Sie merkt das natürlich auch, fühlt sich vernachlässigt und ist oft sehr aggressiv.

Wenn wir dann wiedermal streiten, meint sie immer "schauen wir, dass der Sex wieder häufiger und besser wird", aber immer wenn ich darauf zurückkommen will, und ihr beispielsweise in der Dusche oder am Esstisch näher kommen will, vertröstet sie mich auf später. Erst wenn ich totmüde bin und nurmehr schlafen möchte, dann erwachen plötzlich ihre sexuellen Gefühle und sie macht sich an mich ran, doch dann wimmle ich meist nur noch genervt ab, weil ich mir schon vor dem zu Bett gehen aus Frust einen runtergeholt habe.

Abgesehen von dieser sexuellen Problematik, finde ich auch unsere Streitkultur miserabel, wo ich mich selbst auch nicht von Kritik ausnehme. Ich kann ihr einfach nicht zuhören, ohne sie unterbrechen zu müssen, weil sie grundsätzlich alles als persönlichen Angriff versteht. Sie ihrerseits empfindet mein betont ruhiges, sachliches Reden während Streitereien als "oberlehrerhaft" und bekommt einen Wutausbruch nach dem anderen, wirft Sachen durch die Gegend und knallt um 4 Uhr früh die Türen zu, dass sie sicherlich die ganze Nachbarschaft weckt.
5 Minuten später kommt sie dann heulend wieder angekrochen und bittet um Entschuldigung und möchte sich wieder versöhnen, was ich dann wiederum nicht so schnell kann.

Das klingt jetzt alles so, als würden wir uns ohnehin bald trennen, aber in den sechs Jahren gab es eben auch viele gemeinsame Erinnerungen aus Urlauben, mit dem Hund, von gemeinsamen Unternehmungen und aus besseren Tagen... außerdem wohnen wir wie gesagt zusammen. Eine Trennung wäre also äußerst kompliziert. Ich frage mich, ob es nicht doch einen Weg gibt, die Beziehung noch zu retten.

Ich würde so gern wieder die Seiten an ihr sehen können, die ich liebe und geliebt habe.

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25. Januar 2014 um 13:31

Welcher Weg den sonst?
Trennt euch, wenigstens räumich, so kann es nicht weiter gehen. Ihr lebt im Krieg

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25. Januar 2014 um 13:48

Ja
Mit dem Pillenunfall liegst du falsch, sie möchte lieber ihr Studium fertig machen und dann arbeiten, als Kinder haben.

Ansonsten gebe ich dir aber mit deiner Einschätzung recht. Ich sollte ihr gegenüber mal eine offenere Beziehung ansprechen. Ich denke, wenn ich das Gefühl habe, dass sie auch ohne mich kann, wird sie das auch für mich wieder interessanter machen.

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25. Januar 2014 um 18:08

Gelle
ich verstehe es auch nicht, wir 2 Menschen zusammen glücklich sein können, wenn sie andere poppen

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25. Januar 2014 um 18:09

Wo ist der Sinn:
ich liebe Äpfeln, aber muss ständig Kiwi essen?

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27. Januar 2014 um 8:21

Du hast schon recht
Ich habe mir den Text im Frust von der Seele geschrieben... insofern ist es sicher gut und wichtig, auch die andere Seite zu sehen. Mittlerweile haben sich die Wogen auch wieder geglättet und wir versuchen wiedermal, harmonisch miteinander zu leben. Hoffentlich dauert's diesmal länger bis zum nächsten Streit.

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