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Brauche euren Rat, bitte!

8. September um 0:17

Ich liebe es, andere Menschen kennen zu lernen. Ich liebe es, zu erfahren, wie Gesprächsthemen immer tiefer gehen, bis es scheint, als würden sich die Seelen berühren. Das kann im gemeinsamen herzlichen Lachen enden, oder auch in einem warmen Gefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet wie ein wohltuendes Bad. Der Wechsel zwischen „Fremdheit“ und „Gemeinschaft“, der sich innerhalb von ein paar Stunden, schneller als man denkt, vollzieht, hat ebenfalls etwas Magisches an sich.
Und immer wieder gibt es dann Menschen, mit denen ich mich besonders gut verstehe. Wo einfach die „Chemie“ passt, auch wenn das eine abgedroschene Phrase ist. Besser formuliert: Wo zehn Minuten Beisammensein genügen, um mich euphorisch durch die nächsten Tage schweben zu lassen, immer wieder gerne an das Gespräch zurückdenkend.

Nun, wenn diese Menschen dann auch noch zufällig männlich sind und ich noch dazu das Gefühl bekomme, dass mir von ihnen Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, kommt eine ganz neue Komponente hinzu - die Spannung.
Es genügen kleine Zeichen, um mich in diese Richtung aufhorchen zu lassen. Warum verweilt er denn beim Erzählen bei jeder anderen Person mit seinen Augen nur ein paar Sekunden, während er sonst unentwegt in meine Augen blickt, obwohl er mit allen in der Runde spricht?
Warum macht er sich besondere Mühe für ein Geschenk, wo andere nur eine Kleinigkeit mitbringen?
Warum nimmt er einen Umweg in Kauf, um mich zu sehen?
Warum fängt er nach einer normalen Umarmung zu stottern und zu grinsen an und die ersten drei, vier Sätze scheinen ihm nicht so recht zu gelingen?
Warum mache ich mir Gedanken darüber, ob etwas sein könnte, wenn es eh nur reine Interpretation ist?

Und hier beginnt dann für mich eine Mischung aus Neugierde, Spannung und einem Gefühl, das an Verliebtheit erinnert. Ich genieße das Zusammensein mit diesem Menschen, die Gespräche zu verschiedenen Themen, das Lachen und die Herzlichkeit und frage mich regelmäßig, was, wenn ich nun zu flirten beginnen würde? Wo liegt denn die Grenze? Liegt sie bei dem, was man macht, oder bei dem, was man dabei fühlt?
Erst kürzlich saß ich am Schoß eines Freundes, ganz ohne Bedenken. Er ist ein guter Freund, sorgt für tolle Unterhaltung. Die Zeit mit ihm ist kostbar. Aber es fehlt bei ihm die Komponente der „Spannung“, die ich oben beschrieben habe. Dementsprechend konnte ich ganz entspannt bleiben und sah es nicht als „flirten“ an.
Im Gegensatz dazu muss ich nur im Geiste daran denken, bei einem der Männer, die in mir das Gefühl mit der rosaroten Brille auslösen, auf dem Schoß zu sitzen, und mir wird heiß. Im real life würde ich genau die gleiche Aktion also einmal als „freundschaftlich“ und einmal als „flirten“ interpretieren.

So, schön langsam kommen wir meinem Dilemma näher. Ich würde nämlich gerne flirten. Ich würde nämlich sehr gerne auf dem Schoß eines solchen Mannes sitzen, wo mir bei der bloßen Vorstellung schon ganz hibbelig im Magen wird. Ich würde ihnen gerne zeigen, was ich empfinde. Ich würde ihnen gerne näherkommen.

Aber ich darf nicht. Ich kann gar nicht, ohne schlechtes Gewissen. Warum? Ich lebe seit 10 Jahren in einer Beziehung mit einem Mann, den ich liebe. Und mit zwei Kindern, die ich ebenso liebe. Mit diesen Menschen möchte ich alt werden und meinen Alltag verbringen. Ich kann wochenlang, monatelang absolut zufrieden mit uns als Familie sein. Mich an uns als Paar erfreuen. Und dann, wie ein „switch“, wahrscheinlich wenn die Alltagsroutine wieder zu viel Raum eingenommen hat, sehne ich mich wieder nach der oben beschriebenen Spannung. Nach einem kleinen Erlebnis, nach einem Ausbruch aus dem Alltag. Häufig auch in meiner ersten Zyklushälfte - ob das auch hormonell bedingt ist?

Ich schäme mich auf der einen Seite dafür, so zu denken. Mein Freund meint, ihm wären solche Gedanken fremd. Er will nur mich. Und ich würde mir wünschen, ganz genau das Gleiche zu empfinden.
Auf der anderen Seite... es gibt so viele tolle Menschen auf der Welt... und ich bin 25 Jahre alt. Soll ich bis an mein Lebensende jeden, der mir näherkommen möchte, abblocken? Darf ich jemals wieder das Gefühl zulassen, auf Wolke 7 schweben, wie zu Zeiten der Verliebtheit, die nun auch schon 8 Jahre her ist?
Bin ich unnormal, weil ich beides will - meine Familie mit Mann und Kindern UND eine schöne, spannende Zeit mit dem anderen Geschlecht?
Wie kann ich lernen, mit diesem Gefühl zu leben?

Was noch wichtig zu wissen ist: Nein, es geht überhaupt nicht um einen speziellen anderen Mann. Im Gegenteil, wenn ich sie eine Zeit lang nicht sehe, verebben die Gefühle der rosaroten Brille ebenso schnell wieder. Da muss ich mich dann schon mächtig konzentrieren, mit ganz viel Kopfkino, ums sie wieder zu erwecken. Ich schreibe hier ganz allgemein, dass ich diese Spannung beim Flirten so genieße scheint von je her ein normaler Bestandteil meiner Gefühlswelt zu sein.

Und - nein, sexuell frustriert bin ich nicht. Im Gegenteil - wenn ich an die anderen denke, dann nie an Sex. Das höchste der Gefühle, dass ich mir einen kleinen Kuss mit ihnen vorstelle. Es geht wirklich nur ums Kennenlernen, vor allem um Gespräche... ich bin schon seltsam, nicht?

Danke schon einmal sehr fürs Lesen und noch mehr würde mich eure Meinung dazu interessieren!

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8. September um 1:18
Beste Antwort

An sich sind das normale Phasen bzw. Gedanken oder Wünsche, die man haben kann und die auch wieder vergehen. Du bist noch nicht alt, die Hormone tragen natürlich auch ihren Teil bei. Dennoch musst du dir klar darüber sein, was in der einen und in der anderen Variante auf dem Spiel steht.
Ein Mann, der sich soeben bemüht, kann schon morgen ganz anders denken und sich auch entsprechend benehmen. Aber sei kritisch, besonders dann, wenn ihm bekannt ist, dass du eine Familie hast. Jetzt mag es eine Art Anreiz sein, ein gewisser Jagdtrieb. Aber wenn du nachgibst, kannst du schnell wieder uninteressant sein, erst recht, wenn du deinen Partner wegen ihm belügst. Meist identifizieren sich Männer mit Männern, und dann sieht sich der Konkurrent schon einmal selbst in der Rolle des Betrogenen und verachtet dich. Wenn das dein Arbeitskollege ist, kann das anschließend unangenehm werden.

Ich musste aber beim Lesen zuerst daran denken, dass du deinen Partner wieder einmal auf Vordermann bringen könntest. Wie wär's denn mit einer Festlegung nach all den Jahren und mit den zwei Kindern? Also nicht mehr dieses offene Ende, das schließlich auch ein Gehen gestattet. Das allein kann schon eine andere innere Einstellung bewirken.
Versuche einige Automatismen, dieses "Funktionieren" abzustellen, um zu erreichen, dass er sich wieder um dich bemüht. Abwarten, bis er dich um etwas bittet, also mehr aufs Reagieren verlegen. Denn die Komplimente, die kleinen Liebeserklärungen, dieses Gefühl des Begehrt-, Geachtetseins wird dir in der Alltagsroutine wohl auch manchmal fehlen. 

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8. September um 1:38

"Aber sei kritisch, besonders dann, wenn ihm bekannt ist, dass du eine Familie hast.""
Das ist immer eines der ersten Dinge, die ich über mich erzähle.
Und ich denke, dass eben deswegen alle (bis auf einen, der eine Grenz überschritten hat) meine Familie und Beziehugn respektieren und deswegen nicht von sich aus zum Flirten anfangen. 

Dass du sowas als "normal" bezeichnest, hilft mir sehr. Ich traue mich über diese Gefühle kaum zu sprechen, weiß deshalb gar icht, was für Situationen in meinem Freundeskreis vorherrschen. Es hat aber auch kaum jemand so eine lange Beziehung...

"Meist identifizieren sich Männer mit Männern, und dann sieht sich der Konkurrent schon einmal selbst in der Rolle des Betrogenen und verachtet dich. Wenn das dein Arbeitskollege ist, kann das anschließend unangenehm werden."
- ok, von dieser Seite, also von der des Mannes, hab ich das noch gar nicht betrachtet. Das heißt, ein "Ausrutscher" würde ja dann quasi alles aufs Spiel setzen, Beziheung, Arbeit, Familie, Selbstachtung, auf jeder Ebene! Ein Grund mehr, vorsichtig zu sein...

Danke, auch der letzte Absatz hat mir geholfen!
Nach längerer Überlegung kann es natürlich sein, dass wir uns als zu selbstverständlich betrachten. Seit Jahren leben wir harmonisch, sind ein eingespieltes Team und es gibt kaum Streit. Also eigentlich Bilderbuchfamilie.
Aber na klar, (sexuelle) Spannung sucht man da vergebens... 
Hab ihm sogar mal gedrängt, mir zu erzählen mit welchen Frauen er geflirtet hat und ob es zu etwas geführt hat, einfach weil mich der Gedanke, dass er für andere begehrenswert ist, scharf gemacht hat 
 

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8. September um 9:44
In Antwort auf lyana

Ich liebe es, andere Menschen kennen zu lernen. Ich liebe es, zu erfahren, wie Gesprächsthemen immer tiefer gehen, bis es scheint, als würden sich die Seelen berühren. Das kann im gemeinsamen herzlichen Lachen enden, oder auch in einem warmen Gefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet wie ein wohltuendes Bad. Der Wechsel zwischen „Fremdheit“ und „Gemeinschaft“, der sich innerhalb von ein paar Stunden, schneller als man denkt, vollzieht, hat ebenfalls etwas Magisches an sich.
Und immer wieder gibt es dann Menschen, mit denen ich mich besonders gut verstehe. Wo einfach die „Chemie“ passt, auch wenn das eine abgedroschene Phrase ist. Besser formuliert: Wo zehn Minuten Beisammensein genügen, um mich euphorisch durch die nächsten Tage schweben zu lassen, immer wieder gerne an das Gespräch zurückdenkend.

Nun, wenn diese Menschen dann auch noch zufällig männlich sind und ich noch dazu das Gefühl bekomme, dass mir von ihnen Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, kommt eine ganz neue Komponente hinzu – die Spannung.
Es genügen kleine Zeichen, um mich in diese Richtung aufhorchen zu lassen. Warum verweilt er denn beim Erzählen bei jeder anderen Person mit seinen Augen nur ein paar Sekunden, während er sonst unentwegt in meine Augen blickt, obwohl er mit allen in der Runde spricht?
Warum macht er sich besondere Mühe für ein Geschenk, wo andere nur eine Kleinigkeit mitbringen?
Warum nimmt er einen Umweg in Kauf, um mich zu sehen?
Warum fängt er nach einer normalen Umarmung zu stottern und zu grinsen an und die ersten drei, vier Sätze scheinen ihm nicht so recht zu gelingen?
Warum mache ich mir Gedanken darüber, ob etwas sein könnte, wenn es eh nur reine Interpretation ist?

Und hier beginnt dann für mich eine Mischung aus Neugierde, Spannung und einem Gefühl, das an Verliebtheit erinnert. Ich genieße das Zusammensein mit diesem Menschen, die Gespräche zu verschiedenen Themen, das Lachen und die Herzlichkeit und frage mich regelmäßig, was, wenn ich nun zu flirten beginnen würde? Wo liegt denn die Grenze? Liegt sie bei dem, was man macht, oder bei dem, was man dabei fühlt?
Erst kürzlich saß ich am Schoß eines Freundes, ganz ohne Bedenken. Er ist ein guter Freund, sorgt für tolle Unterhaltung. Die Zeit mit ihm ist kostbar. Aber es fehlt bei ihm die Komponente der „Spannung“, die ich oben beschrieben habe. Dementsprechend konnte ich ganz entspannt bleiben und sah es nicht als „flirten“ an.
Im Gegensatz dazu muss ich nur im Geiste daran denken, bei einem der Männer, die in mir das Gefühl mit der rosaroten Brille auslösen, auf dem Schoß zu sitzen, und mir wird heiß. Im real life würde ich genau die gleiche Aktion also einmal als „freundschaftlich“ und einmal als „flirten“ interpretieren.
 
So, schön langsam kommen wir meinem Dilemma näher. Ich würde nämlich gerne flirten. Ich würde nämlich sehr gerne auf dem Schoß eines solchen Mannes sitzen, wo mir bei der bloßen Vorstellung schon ganz hibbelig im Magen wird. Ich würde ihnen gerne zeigen, was ich empfinde. Ich würde ihnen gerne näherkommen.
 
Aber ich darf nicht. Ich kann gar nicht, ohne schlechtes Gewissen. Warum? Ich lebe seit 10 Jahren in einer Beziehung mit einem Mann, den ich liebe. Und mit zwei Kindern, die ich ebenso liebe. Mit diesen Menschen möchte ich alt werden und meinen Alltag verbringen. Ich kann wochenlang, monatelang absolut zufrieden mit uns als Familie sein. Mich an uns als Paar erfreuen. Und dann, wie ein „switch“, wahrscheinlich wenn die Alltagsroutine wieder zu viel Raum eingenommen hat, sehne ich mich wieder nach der oben beschriebenen Spannung. Nach einem kleinen Erlebnis, nach einem Ausbruch aus dem Alltag. Häufig auch in meiner ersten Zyklushälfte – ob das auch hormonell bedingt ist?
 
Ich schäme mich auf der einen Seite dafür, so zu denken. Mein Freund meint, ihm wären solche Gedanken fremd. Er will nur mich. Und ich würde mir wünschen, ganz genau das Gleiche zu empfinden.
Auf der anderen Seite… es gibt so viele tolle Menschen auf der Welt… und ich bin 25 Jahre alt. Soll ich bis an mein Lebensende jeden, der mir näherkommen möchte, abblocken? Darf ich jemals wieder das Gefühl zulassen, auf Wolke 7 schweben, wie zu Zeiten der Verliebtheit, die nun auch schon 8 Jahre her ist?
Bin ich unnormal, weil ich beides will – meine Familie mit Mann und Kindern UND eine schöne, spannende Zeit mit dem anderen Geschlecht?
Wie kann ich lernen, mit diesem Gefühl zu leben?
 
Was noch wichtig zu wissen ist: Nein, es geht überhaupt nicht um einen speziellen anderen Mann. Im Gegenteil, wenn ich sie eine Zeit lang nicht sehe, verebben die Gefühle der rosaroten Brille ebenso schnell wieder. Da muss ich mich dann schon mächtig konzentrieren, mit ganz viel Kopfkino, ums sie wieder zu erwecken. Ich schreibe hier ganz allgemein, dass ich diese Spannung beim Flirten so genieße scheint von je her ein normaler Bestandteil meiner Gefühlswelt zu sein.
 
Und – nein, sexuell frustriert bin ich nicht. Im Gegenteil – wenn ich an die anderen denke, dann nie an Sex. Das höchste der Gefühle, dass ich mir einen kleinen Kuss mit ihnen vorstelle. Es geht wirklich nur ums Kennenlernen, vor allem um Gespräche… ich bin schon seltsam, nicht?

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Tja so ist das wenn man sich mit so jungen Jahren aus einer Laune heraus Einbildet unbedingt schon eine Familie zu gründen....  anstatt sich erstmal Zeit zu lassen

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8. September um 9:45
In Antwort auf lyana

Ich liebe es, andere Menschen kennen zu lernen. Ich liebe es, zu erfahren, wie Gesprächsthemen immer tiefer gehen, bis es scheint, als würden sich die Seelen berühren. Das kann im gemeinsamen herzlichen Lachen enden, oder auch in einem warmen Gefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet wie ein wohltuendes Bad. Der Wechsel zwischen „Fremdheit“ und „Gemeinschaft“, der sich innerhalb von ein paar Stunden, schneller als man denkt, vollzieht, hat ebenfalls etwas Magisches an sich.
Und immer wieder gibt es dann Menschen, mit denen ich mich besonders gut verstehe. Wo einfach die „Chemie“ passt, auch wenn das eine abgedroschene Phrase ist. Besser formuliert: Wo zehn Minuten Beisammensein genügen, um mich euphorisch durch die nächsten Tage schweben zu lassen, immer wieder gerne an das Gespräch zurückdenkend.

Nun, wenn diese Menschen dann auch noch zufällig männlich sind und ich noch dazu das Gefühl bekomme, dass mir von ihnen Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, kommt eine ganz neue Komponente hinzu – die Spannung.
Es genügen kleine Zeichen, um mich in diese Richtung aufhorchen zu lassen. Warum verweilt er denn beim Erzählen bei jeder anderen Person mit seinen Augen nur ein paar Sekunden, während er sonst unentwegt in meine Augen blickt, obwohl er mit allen in der Runde spricht?
Warum macht er sich besondere Mühe für ein Geschenk, wo andere nur eine Kleinigkeit mitbringen?
Warum nimmt er einen Umweg in Kauf, um mich zu sehen?
Warum fängt er nach einer normalen Umarmung zu stottern und zu grinsen an und die ersten drei, vier Sätze scheinen ihm nicht so recht zu gelingen?
Warum mache ich mir Gedanken darüber, ob etwas sein könnte, wenn es eh nur reine Interpretation ist?

Und hier beginnt dann für mich eine Mischung aus Neugierde, Spannung und einem Gefühl, das an Verliebtheit erinnert. Ich genieße das Zusammensein mit diesem Menschen, die Gespräche zu verschiedenen Themen, das Lachen und die Herzlichkeit und frage mich regelmäßig, was, wenn ich nun zu flirten beginnen würde? Wo liegt denn die Grenze? Liegt sie bei dem, was man macht, oder bei dem, was man dabei fühlt?
Erst kürzlich saß ich am Schoß eines Freundes, ganz ohne Bedenken. Er ist ein guter Freund, sorgt für tolle Unterhaltung. Die Zeit mit ihm ist kostbar. Aber es fehlt bei ihm die Komponente der „Spannung“, die ich oben beschrieben habe. Dementsprechend konnte ich ganz entspannt bleiben und sah es nicht als „flirten“ an.
Im Gegensatz dazu muss ich nur im Geiste daran denken, bei einem der Männer, die in mir das Gefühl mit der rosaroten Brille auslösen, auf dem Schoß zu sitzen, und mir wird heiß. Im real life würde ich genau die gleiche Aktion also einmal als „freundschaftlich“ und einmal als „flirten“ interpretieren.
 
So, schön langsam kommen wir meinem Dilemma näher. Ich würde nämlich gerne flirten. Ich würde nämlich sehr gerne auf dem Schoß eines solchen Mannes sitzen, wo mir bei der bloßen Vorstellung schon ganz hibbelig im Magen wird. Ich würde ihnen gerne zeigen, was ich empfinde. Ich würde ihnen gerne näherkommen.
 
Aber ich darf nicht. Ich kann gar nicht, ohne schlechtes Gewissen. Warum? Ich lebe seit 10 Jahren in einer Beziehung mit einem Mann, den ich liebe. Und mit zwei Kindern, die ich ebenso liebe. Mit diesen Menschen möchte ich alt werden und meinen Alltag verbringen. Ich kann wochenlang, monatelang absolut zufrieden mit uns als Familie sein. Mich an uns als Paar erfreuen. Und dann, wie ein „switch“, wahrscheinlich wenn die Alltagsroutine wieder zu viel Raum eingenommen hat, sehne ich mich wieder nach der oben beschriebenen Spannung. Nach einem kleinen Erlebnis, nach einem Ausbruch aus dem Alltag. Häufig auch in meiner ersten Zyklushälfte – ob das auch hormonell bedingt ist?
 
Ich schäme mich auf der einen Seite dafür, so zu denken. Mein Freund meint, ihm wären solche Gedanken fremd. Er will nur mich. Und ich würde mir wünschen, ganz genau das Gleiche zu empfinden.
Auf der anderen Seite… es gibt so viele tolle Menschen auf der Welt… und ich bin 25 Jahre alt. Soll ich bis an mein Lebensende jeden, der mir näherkommen möchte, abblocken? Darf ich jemals wieder das Gefühl zulassen, auf Wolke 7 schweben, wie zu Zeiten der Verliebtheit, die nun auch schon 8 Jahre her ist?
Bin ich unnormal, weil ich beides will – meine Familie mit Mann und Kindern UND eine schöne, spannende Zeit mit dem anderen Geschlecht?
Wie kann ich lernen, mit diesem Gefühl zu leben?
 
Was noch wichtig zu wissen ist: Nein, es geht überhaupt nicht um einen speziellen anderen Mann. Im Gegenteil, wenn ich sie eine Zeit lang nicht sehe, verebben die Gefühle der rosaroten Brille ebenso schnell wieder. Da muss ich mich dann schon mächtig konzentrieren, mit ganz viel Kopfkino, ums sie wieder zu erwecken. Ich schreibe hier ganz allgemein, dass ich diese Spannung beim Flirten so genieße scheint von je her ein normaler Bestandteil meiner Gefühlswelt zu sein.
 
Und – nein, sexuell frustriert bin ich nicht. Im Gegenteil – wenn ich an die anderen denke, dann nie an Sex. Das höchste der Gefühle, dass ich mir einen kleinen Kuss mit ihnen vorstelle. Es geht wirklich nur ums Kennenlernen, vor allem um Gespräche… ich bin schon seltsam, nicht?

Danke schon einmal sehr fürs Lesen und noch mehr würde mich eure Meinung dazu interessieren!
 

dass du deinen Partner damit sehr verletzt ist dir klar oder?

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8. September um 10:35

immernochnich

Zu 1)
Wir haben damals beschlossen, unseren Sohn nicht abzutreiben, nachdem die Verhütung versagt hat und ich bin bis heute unglaublich froh darüber. 

Aber nein liebe immernochnich, maches (Kinder, Krankheiten, Schicksale...) kann man nicht einfach "entscheiden". Sondern versuchen, das Beste daraus zu machen. 

Zu 2) 
Mein Freund weiß es natürlich, ich sag ihm offen, dass es mich total scharf mach, wenn mich andere begeheren. Er meint dazu, dass das ja nach 10 Jahren Beziehung normal wäre, dass ER mich nicht die genau gleiche Spannung bieten kann... Und wenn es sich anbietet flirtet er ja auch gern, so ist es mal zu einem Dreier gekommen.
Aber mich hätte eben zu diesem thema Meinungen von Menschen, die in derselben Situation sind, interessiert.. Deswegen schreibe ich hier. 

Deine Antworten zu 1) und zu 2) wirken auf mich, als hättest du noch nicht so viel über den Horizont geblickt. Natürlich kann ich mich irren!
Aber wenn du nicht weiß, worum es mir geht, dann schreib lieber in Threads, wo du die Intentionen des TE nachvollziehen kannst 
 

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8. September um 11:53

Hallo liebe lyana,

solche Gedanken kennt wohl jeder von uns und ich fürchte, es ist ein ewiges Dilemma für das es keine klare Lösung gibt. Du wirst abwägen müssen, welches Bedürfnis zu befriedigen dir wichtiger erscheint, dein Bedürfnis nach Spannung und Neuem oder dein Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit. Das sind normale Bedürfnisse die jeder Mensch, bedingt durch seine individuelle Biografie in unterschiedlicher Ausprägung hat und die sich leider konträr gegenüberstehen. Man kann das ganze ein bisschen abmildern, zB mit dem Partner gemeinsam immer neue Facetten von einander entdecken (denn mal ehrlich, man kennt eine Person NIE völlig, ich bin mir sicher, Leute verändern sich in ihrem Leben und können den Partner somit immer wieder neu überraschen und bereichern, sofern sie denn nicht zu faul und träge dafür geworden sind), aber ganz beseitigen, daran glaube ich nicht. Es gibt einfach überall spannende Menschen, die uns berühren. Erschwerend hinzu kommt, dass immer das, was man gerade nicht hat, umso anziehender erscheint. Dir kommt es also jetzt so vor, als überwiege das Bedürfnis nach neuem. Doch wenn du dem nachgehst, riskierst du rational betrachtet enorm viel, und kannst dir zudem todsicher sein, dass du es danach bereust. Denn das Pendel wird dann wieder in die andere Richtung schlagen und dein Sicherheitsbedürfnis wird sich wieder mit aller Macht melden. Immer das was wir gerade nicht haben versuchen wir zu verwirklichen, denk daran! Somit würdest du also objektiv besser fahren, alles so zu lassen wie es ist und nicht zu flirten. Du würdest viel zu viel zerstören, und kaum gewinnen. Ausser vielleicht an Erfahrung (habe das alles schon durch)

Somit mein Rat: entwickelt dich ZUSAMMEN mit deinem Partner weiter, gib ihm einen Schubs, neues zu wagen, mach ihm deutlich, dass du das brauchst! Vielleicht macht ihr mal beizeiten einen Abenteuer Urlaub in Grönland oder so 
Ich kann dir bestätigen, im Überlebenskampf lernt man Seiten am Partner kennen, die man NIE vermutet hätte *lach*

Alles Gute!

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8. September um 16:22
In Antwort auf lyana

immernochnich

Zu 1)
Wir haben damals beschlossen, unseren Sohn nicht abzutreiben, nachdem die Verhütung versagt hat und ich bin bis heute unglaublich froh darüber. 

Aber nein liebe immernochnich, maches (Kinder, Krankheiten, Schicksale...) kann man nicht einfach "entscheiden". Sondern versuchen, das Beste daraus zu machen. 

Zu 2) 
Mein Freund weiß es natürlich, ich sag ihm offen, dass es mich total scharf mach, wenn mich andere begeheren. Er meint dazu, dass das ja nach 10 Jahren Beziehung normal wäre, dass ER mich nicht die genau gleiche Spannung bieten kann... Und wenn es sich anbietet flirtet er ja auch gern, so ist es mal zu einem Dreier gekommen.
Aber mich hätte eben zu diesem thema Meinungen von Menschen, die in derselben Situation sind, interessiert.. Deswegen schreibe ich hier. 

Deine Antworten zu 1) und zu 2) wirken auf mich, als hättest du noch nicht so viel über den Horizont geblickt. Natürlich kann ich mich irren!
Aber wenn du nicht weiß, worum es mir geht, dann schreib lieber in Threads, wo du die Intentionen des TE nachvollziehen kannst 
 

na dann spricht doch nichts gegen eine offene Beziehung 

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8. September um 16:22
In Antwort auf nasowas

na dann spricht doch nichts gegen eine offene Beziehung 

wenn dich dein Partner sowieso teilt

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