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Borderline und Trennung

3. April 2010 um 18:32

Borderline, Emotionale Abhängigkeit und Trennung

03.04.10 17:10

Hallo, ich habe noch nie bei einem Forum geschrieben aber ich brauche heute wirklich Hilfe.
Um es kurz zu machen, hat mein Mann und unsere drei Kinder vor fast 2 Jahren nach 17 Jahre Ehe verlassen, und zwar auf so einer üblen Weise, dass ich 6 Monate lang unter Schock stand und die Trennung nicht akzeptieren konnte (er ist immer wieder gegangen, zurückgekommen, hat mir Vorwürfe gemacht, wie hässlich ich sei wenn ich weine, hat gesagt, dass er uns am liebsten wegradieren möchte, um sein Leben von vorne anzufangen, ist dann wieder gegangen, zurückgekommen, usw). Ich habe es 6 Monate ausgehalten, dann war ich 3 Monate lang in der Psychiatrie wegen schwerer Depression und Selbstmordgedanken. Irgendwie habe ich dort Kontakt zu einem Teil von mir aufgenommen, den ich bis jetzt nicht kannte und habe mich in eine Frau verliebt (was mir noch nie passiert war), die Borderline hat. Ich hatte so sehr Sehnsucht nach Nähe, nach Liebe...
Wie es bei Borderlinern üblich ist, war die erste Zeit traumhaft, wunderschön, märchenhaft. Dann hat die Hölle angefangen, mit Beleidigungen, Druck für Geld (ich habe erst nach ein paar Monaten erfahren, dass sie spielsüchtig ist), Gewalt. Leider habe ich nicht wahrnehmen wollen, dass ich wieder eine Trennung durchleben musste und wollte nicht loslassen.
Ich habe meinen Alltag überhaupt nicht in Griff gehabt, habe mich kaum noch um meine Kinder kümmern können.
Ich will sie hier nicht runtermachen, ich weiß, was ihre Krankheit bedeutet und auch, was sie in ihrem Leben durchmachen musste. Und es war einiges. Ich sage nicht, dass ich die gute und sie die böse war. In einer Beziehung, ist man immer zu zweit, und ich habe sicherlich auch meinen Teil dazu beigetragen. Zum Beispiel, indem ich ihr keine Grenzen gegeben habe, aus Angst, wieder verlassen zu werden.
Dann habe ich mich entschlossen, wieder in die Klinik zu gehen, wo ich im letzten Sommer wieder 2 Monate verbracht habe. Diagnose: Borderline. Das heißt, ich war in 2 gespaltet, war manchmal in meiner weißen Seite, manchmal in meiner schwarzen Seite. Ich kannte keine Grau. Es gab bei mir extreme Stimmungsschwankungen, und emotionale Abhängigkeit.
Trotz allen Schwierigkeiten habe ich es geschafft, mich so weit zu stabilisieren, dass ich in die Realität wieder Fuß fassen konnte. Ich habe auch, und es ist das Wichtigste, eine ganz neue und sehr wertvolle Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können.
Kurz danach habe ich die Trennung akzeptieren können, habe viel geweint und habe es geschafft, meinem Leben eine neue Richtung zu geben. 2 Monate später habe ich unter einem Vorwand wieder Kontakt mit ihr aufgenommen, weiß nicht genau warum. Ich habe es aber irgendwie geschafft, mich auf mich selbst zu konzentrieren und habe akzeptiert, dass wir keine Liebesbeziehung mehr haben. Ich habe eine Arbeit gefunden, habe einen Käufer für das Haus gefunden, was ich mit meinem Mann gekauft hatte und was ich nicht mehr bezahlen kann, habe eine Wohnung gefunden, wo jedes Kind sein eigenes Zimmer haben wird und wir den Hund mitnehmen können (mein Mann, besser gesagt zukünftiger Ex-Mann hatte mir geraten, ihn ins Tierheim zu bringen...). Ich habe auch die Scheidung eingereicht.
Leider hat sich die Hoffnung wieder hingeschlichen, ohne dass ich es gemerkt habe. Und ich habe wieder damit angefangen, von ihr emotional abzuhängen. Ich bin kurz davor, in die Krankheit wieder reinzurutschen. Wie bei einer Sucht.
Heute früh haben wir beide eingesehen, dass es so nicht weiter gehen kann, sie kann nur Freundschaft mit mir haben, und ich kann das nicht weil es mir nicht genug ist. Wir haben entschieden, dass es für uns beide besser ist, den Kontakt abzubrechen.
Nun stehe ich da, habe den ganzen Tag geweint, spüre den Drang, sie wieder anzurufen und ihr Telefonterror zu machen. Hoffe sehr stark, dass ich es schaffen werde, mit ihr nicht wieder den Kontakt zu suchen. Hoffe, dass ich es schaffen werde, nicht darauf einzugehen, wenn sie den Kontakt suchen wird (und sie wird es machen).
Und weiß nicht mal, ob ich jemals wieder jemandem vertrauen werde, und ob dieser jemand ein Mann oder eine Frau sein wird. Habe ich mich wirklich speziell in eine Frau verliebt, oder habe ich nur Liebe gesucht, egal unter welcher Form?...
Ich will das schaffen, ich habe bis jetzt so hart gekämpft für meine Kinder, aus einer psychischen Krankheit rauszukommen ist nicht einfach, ich will nicht nochmal in diese Beziehung rein, ich habe auch das Recht auf eine schöne und ruhige Beziehung. Aber erst in ein paar Jahren, wenn ich wirklich stabil bin.
So, das war nicht so kurz wie ich dachte, aber wenn jemand meinen Beitrag bis zum Schluss gelesen hat und ein paar Worten antworten will, gerne...

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3. April 2010 um 23:32

Ich fühle...
mich gerade ein wenig übrfordert, weil die meisten Geschichten hier relativ "normal" sind, und Deine eine ganz andere Dimension animmt!

Erst mal, muss ich Dir sagen, wie toll ich es finde, dass Du gegen Deine Krankheit ankämpfst und das Du sie bis jetzt auch gut unter Kontrolle hast!
Ich kann mir denken wie schwer das ist, nicht mehr in das alte "kranke" Verhalten zurück zu fallen! Meine Mutter war/ist selber Borderlinerin und ich spreche jetzt als Kind einer kranken Mutter!
Ich weiß nicht wie alt Deine Kinder sind und wie viel sie von Deiner Krankheit mitbekommen, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass es einen prägt! Auch dann wenn die Mutter wieder gesund ist und sich alles etwas normalisiert! Und meine Mutter hatte auch ein ähnliches Problem: Auch sie fühlte sich plötzlich zu einer Frau hingezogen! Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr, und jetzt im nachhinein betrachtet hat sie mir gesagt, dass es ihr eigentlich nicht um die Frau an sich ging, sondern nur um die Aufmerksamkeit ,auf der Suche nach etwas Neuem! Meine Mutter hat mit 19 Jahren geheiratet und ihr erstes Kind bekommen, sie hatte keine Jugend nie die Möglichkeit sich auszuleben, dass wollte sie jetzt alles nach holen! Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber ich denke dass es auch bei Dir mehr um die Aufmerksamkeit geht!

Du bekommst Dein Leben im Moment toll auf die Reihe und Du solltest Dir bewusst sein, was Deine Kinder für ein Geschenk sind! Sei für sie und für Dich stark, damit Du eines Tages wieder ganz gesund werden kannst!

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