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Borderline...

20. Mai 2003 um 23:17

grüß euch...

ich finde es immer wieder aufs neue erschütternd, wie leichtfertig mit der "diagnose" borderline umgegangen wird...

nicht nur, dass professionisten sehr leichtfertig und aus ohnmacht heraus mit der diagnose umgehen, passiert es immer häufiger, dass sich laien anmaßen, diese diagnose zu stellen...

warum von professionisten die diagnose immer häufiger gestellt wird, kann daran liegen, dass der begriff mit mehrere bedeutungen verwendet wird...

zb., wenn dem therapeuten bei "schwierigen patienten" die diagnostischen ideen ausgehen - bevor keine diagnose gestellt wird, bedient man sich dem borderlinesyndrom... "besser das, als nix!"

oder wenn dem therapeuten die behandlung mangels erfolgserlebnisse zu frustig wird als beschimpfung und beleidigung

aber auch dann und wann als symptomatisch präzise definierte persönlichkeitsstörung nach dms IV und icd X

es bedarf großer kompetenz, die diagnose borderline zu stellen... der dms IV und icd X sollen lediglich HILFESTELLUNG bieten... da jeder mensch ein individuum ist, ist auch jede borderlinepersönlichkeit ein individuum... nicht alle borderliner passen zb. in den kriterienkatalog des dms IV... nicht jeder, der fünf der neun kriterien laut dms IV aufweist ist ein borderliner...

es ist schon für psychiater und therapeuten äußerst schwierig diese diagnose zu stellen... ich versteh einfach nicht,wie laien diese diagnose stellen können... mit welcher berechtigung? wozu? ist es wirklich von nöten, einen menschen so zu stigmatisieren?

wenn man sich mit dem thema borderline ernsthaft und intensiv auseinandersetzt, dann kann man sich in etwa ausmalen, was es für betroffene bedeutet, diese diagnose gestellt zu bekommen... mit diesem stigmata leben zu müssen...

chance auf heilung gibt es nicht... uU kann die krankheit gelindert und im besten fall gestopt werden... wobei bei tatsächlichen borderlinern die erfolgschancen sehr gering sind... was nichts anderes bedeutet, als leiden auf lebenszeit...

bevor man jemanden die "diagnose" borderline "aufdrückt", sollte man sich überlegen, ob man das dem gegenüber wirklich "wünscht" und antun möchte, oder ob man da einem negativ"trend" folgt und ein großes stück über das ziel hinausschießt...

nachdenkliche grüße, pain4me

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21. Mai 2003 um 0:12

Jo
Scheint mir auch das neueste "In-Wort" zu sein. Wichtig erscheinen! *mitfremdwörternumsichschmeißundnichtwissenwasdash-eisst*

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21. Mai 2003 um 8:32

Hallo pain,
das sehe ich ganz genau so. Hier mutiert eine schlimme Krankheit zum angesagten Schimpfwort für Menschen, mit denen man ein Problem hat. (die "Laien" meine ich hiermit)

Apropos Schimpfwort: Wie viele Kriterien müssen erfüllt sein, um jemanden einen Ar*** nennen zu dürfen?
Sorry, ich hab heut meinen albernen Tag...

Liebe Grüße von der Isidor

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21. Mai 2003 um 8:51

Achja....
Fremdwörterbuch holt und Stigma nachlesen muß,"Wund/Brandmal", stigmatisieren ...."brandmarken"....


Der Beitrag ist sicherlich gerechtfertigt, habe mich auch schon oft gewundert, wie leicht er über die Tasten kommt hier in manchen Beiträgen.

Greez
Natasha

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21. Mai 2003 um 9:15
In Antwort auf rhapsody

Jo
Scheint mir auch das neueste "In-Wort" zu sein. Wichtig erscheinen! *mitfremdwörternumsichschmeißundnichtwissenwasdash-eisst*

Seltsam...........
Hallo,
schon seltsam, gerade heute sitzt ich da völlig zerrissen, und wollt meine Frage an alle stellen.
Meine Ärztin sagte ich habe das "Boarderline-Syndrom".
Nun was auch immer ich habe, ich halt es nicht aus. Ich bin hin und her gerissen zwischen meiner Liebe und meinem wegwollen.
Bin mir so sicher bis ich ihm in die Augen seh. Dann kipp ich regelmäßig um. Wieder zurück in seine Arme.
Ist das Ein Boarderlinesyndrom???

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21. Mai 2003 um 9:21
In Antwort auf denise_12949962

Seltsam...........
Hallo,
schon seltsam, gerade heute sitzt ich da völlig zerrissen, und wollt meine Frage an alle stellen.
Meine Ärztin sagte ich habe das "Boarderline-Syndrom".
Nun was auch immer ich habe, ich halt es nicht aus. Ich bin hin und her gerissen zwischen meiner Liebe und meinem wegwollen.
Bin mir so sicher bis ich ihm in die Augen seh. Dann kipp ich regelmäßig um. Wieder zurück in seine Arme.
Ist das Ein Boarderlinesyndrom???

Hi Du
Was für eine Ärztin hast du denn, meinst du, sie ist in der Lage, Dir so eine Diagnose zu stellen? ist es eine "normale" Hasusärztin oder Psychologin? Was hat sie denn außer der Diagnose noch zu Dir gesagt, wie du damit umgehen sollst?
Wenn Du Dir da nicht sicher sein kannst, was ihre Feststellung angeht, solltest du einen anderen Arzt aufsuchen, denn wie in dem Beitrag von pain ganz richtig dargestellt, das sollte dir hier keiner beantworten können/wollen, bei allem Mitgefühl und Verständnis...

Also, erkundige Dich doch lieber bei wirklich fachlichen Spezialisten...okay?

Liebe Grüße
Natasha

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21. Mai 2003 um 9:29

"Laien"
Da den Leuten, die hier posten sicherlich bewußt ist, daß es hier kein psychologisches/medizinisches Forum ist wollen sie sich anscheinend einfach nur einen Rat holen und keine Diagnose! Oder vielleicht suchen sie einfach nur jemanden, der die selben Probleme hat. Ich denke schon, dass die betroffenen Personen sich bei Bedarf an ein anderen Forum wenden würden, wie z. B. bei Focus (da antworten richtige Ärzte)

Grüße

Izabela

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21. Mai 2003 um 10:57

Kurze frage:
hallo traumfee,

das alles läßt auf ein borderline-syndrom schließen?

lily

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21. Mai 2003 um 11:47

Genau
aber ich glaube nicht, daß ich eine psychose oder sowas hab.wenn das so stimmen sollte, was du schreibst, dann wäre ja vermutlich jeder zweite betroffen. ich möchte hier auf keinen fall jemanden zu nahe treten (kenn mich damit auch nicht aus) aber manchmal hab ich das gefühl, daß irgend etwas selbst diagnostiziert wird, nur damit man auch was hat. wenn jemand wirklich davon betroffen ist, ist es schlimm genug.

aber man kann doch nicht jede macke oder jeden spleen sofort mit einem krankheitsbild behaften. damit meine ich nicht die wirklich betroffenen, nur der klarheit halber.

ich kenn genug hansels dir nur der aufmerksamkeit willen die abenteuerlichsten geschichten erzählen.

noch mal zum borderline-syndrom: m. e. ist es so, daß viele dieses wort vielleicht falsch interpretieren. borderline=grenze. geht jemand an seine grenze=borderline dann ist es ein syndrom. vielleicht liegt es ja daran, daß man in letzter zeit so häufig davon liest und hört.

für mich ist es immer noch menschsein, mal auszuflippen. nochmal der klarheit wegen: nicht wenn ein wirkliches krankheitsbild vorliegt. wie gesagt, ich möchte hier niemanden zu nahe treten.

für mich ist auch die zeit bezeichnend. heute geht doch jeder mit irgendeiner sucht oder manie hausieren. früher gab es das nicht. behaupten zumindes die älteren semester .

lg

lily

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21. Mai 2003 um 12:43
In Antwort auf oxana_12753055

Genau
aber ich glaube nicht, daß ich eine psychose oder sowas hab.wenn das so stimmen sollte, was du schreibst, dann wäre ja vermutlich jeder zweite betroffen. ich möchte hier auf keinen fall jemanden zu nahe treten (kenn mich damit auch nicht aus) aber manchmal hab ich das gefühl, daß irgend etwas selbst diagnostiziert wird, nur damit man auch was hat. wenn jemand wirklich davon betroffen ist, ist es schlimm genug.

aber man kann doch nicht jede macke oder jeden spleen sofort mit einem krankheitsbild behaften. damit meine ich nicht die wirklich betroffenen, nur der klarheit halber.

ich kenn genug hansels dir nur der aufmerksamkeit willen die abenteuerlichsten geschichten erzählen.

noch mal zum borderline-syndrom: m. e. ist es so, daß viele dieses wort vielleicht falsch interpretieren. borderline=grenze. geht jemand an seine grenze=borderline dann ist es ein syndrom. vielleicht liegt es ja daran, daß man in letzter zeit so häufig davon liest und hört.

für mich ist es immer noch menschsein, mal auszuflippen. nochmal der klarheit wegen: nicht wenn ein wirkliches krankheitsbild vorliegt. wie gesagt, ich möchte hier niemanden zu nahe treten.

für mich ist auch die zeit bezeichnend. heute geht doch jeder mit irgendeiner sucht oder manie hausieren. früher gab es das nicht. behaupten zumindes die älteren semester .

lg

lily

Ja,
viele junge Menschen heutzutage reden sich alle möglichen Krankheiten ein. Ich möchte es auf niemanden beziehen, denn nur vom Schreiben hier im Forum kann man es nicht sagen. Allerdings kenne ich selber Fälle (Bekanntenkreis), bei denen es der Fall ist. Es gehen heutzutage auch sehr viele sofort zum Psychiater, egal ob es um Beziehung, Krankheit usw. geht. Aber es ist nicht immer die Lösung. Der erste Schritt wäre die Erkenntnis, falls man tatsächlich krank ist. Der Psychiater ist nicht dafür da, um die alltäglichen Problemchen zu lösen

Die jungen Menschen (Teenies und auch Anfang 20) heutzutage sind psychisch sehr schwach, obwohl es nach außen überhaupt nicht danach sieht. Bin mal gespannt, wie sich diese Generation entwickeln wird, denn die Eltern haben ja meistens keine Zeit mehr für ihre Kinder, da sie ja Geld für Handies, Computer, Klamotten usw. verdienen müssen (wie Temptress schon angesprochen hat, haben die Eltern der Schüler keine Zeit mit ihnen zum Arzt zu gehen!!!). Tja, bin überhaupt gespannt, wie die Menschheit sich noch verändert.

Grüße

Izabela

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21. Mai 2003 um 12:46

Ich fand bis jetzt
Deine Beiträge sehr gut Mich haben sie schon öfters zum Nachdenken gebracht, vor allem die Schreibweise (viel Wahres dran und ironisch). Ich wäre froh, wenn Du weiterhin auf die verschiedensten Beiträge aus dem Bauch heraus antworten würdest

Liebe Grüße

Izabela

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21. Mai 2003 um 14:02

Ist schon klar

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21. Mai 2003 um 18:32

Mir hat es geholfen
ich war froh hier was zu finden , was mir das komische verhalten von meinem typen erklärte .... vor allem das er so nicht mit absicht mit mir umspringt . Gleichzeitig wurde mir bewußt, daß dieset theater ewig so weitergehen wird .... weil sämtliches reden und vorleben nix an seiner einstellung zum leben und zur partnerschaft ändern werden . Ich bat ihn sogar sich das über boarderline mal durchzulesen... weil es traf fast alles auf ihn zu ..... es verschlug mir fast die sprache .... Leider ist mein schatz davon überzeugt , daß so wie er ist alles ok ist und selbst mein leidensdruck unter ihm und sein verhalten konnte ihm die ernsthaftigkeit unseres gespräches nicht in ansätzen nahe bringen .
was hab ich daraus gelernt ? nun ...ich nehm seine boshaftigkeit nicht mehr persönlich .... sobald er sich in meiner wohnung unmöglich benimmt ...muß er gehen , und ich bin hart ihm gegenüber ..... ihm ist mein konsequentes hartes verhalten zwar aufgefallen ..... aber es ist für mich die einzige möglichkeit mich nicht über ihn zu ärgern . all dieses war vor einer woche und heute habe ich endgültig für mich den absprung aus dieser für mich jedenfalls nicht glücklichen beziehung geschafft, weil ich nun weis, das er sich weder in therapie noch mir zu liebe darüber nachdenken wird , warum ich in unserer beziehung nicht glücklich bin/war/werde. Schade .... ohne diese beziehungsunfähig von ihm .... ein ganz süßer typ ...aber diese ständigen verbalen verletzungen und sein ego-gehabe gehen mir auf die nerven . hat halt nicht sollen sein .

winke

mardsha

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21. Mai 2003 um 19:17

Praxis-Link: Borderline zum Anfassen
Morgens halb zehn in Deutschland, spätestens, trifft man auf
- Selbstzweifler
- Multiexistenzler
- Lebensängstliche
- Kindheitsgeschädigte
- Scheinweltflüchtlinge
und ihre Lösungsansätze zum jeweiligen Problem.

Voll aus dem Alltag der Grenzgänger, Borderline zum Anfassen:
http://www.gofeminin.de/world/communaute/forum/for-um1.asp?forum=Loisirs5

Wann ist Borderline?
Erst wenn's der Arzt sagt?
Oder wenn ich mich an die Grenze meiner Psyche begebe?

Gruß
Ulli

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22. Mai 2003 um 0:11

Servus tresserl
nun war der freizeitstress doch nicht so zeitintensiv, wie vorerst vermutet und ich komm doch noch zum senfen

vielleicht hab ich mich wieder einmal etwas ungeschickt und oder kompliziert ausgedrückt... ich mags auf ein neues versuchen... vielleicht kommts dann so an, wie ich es meinte

ich verwehre mich nicht vollkommen gegen die diagnose borderline... ich stelle sie nicht immer in frage... aber ich bin der meinung, dass diese diagnose zu oft, zu voreilig und zu entwertend gestellt wird...

wenn ich les, dass irgendwer beziehungsprobleme, bindungsängste hat... unfähig ist, sich auf eine intime beziehung einzulassen und aus seiner angst und/oder unfähigkeit dem gegenüber verletzungen zufügt und dann jemand sofort brüllt "BORDERLINER", dann finde ich persönlich es zu voreilig...

nur weil jemand beziehungsunfähig ist, ist er noch lange kein borderliner... nur weil jemand mit den gefühlen anderer spielt, andere verletzt, bedeutet das nicht sofort, dass er borderliner ist... zum borderlinedasein gehört mehr als das... aber dir brauch ichs nicht erzählen... ich denk du bist mit der materie vertraut...

es kommt mir oftmals vor, dass leute mit sich spielen lassen und als entschuldigung und rechtfertigung dann selbst diese person als borderliner einordnen... und genau das ist es, was ich "verurteile"...

"Ich denke auch, daß dieses Forum vielleicht Denkanstöße geben kann, aber nicht mehr.
Wir hatten einst ein ähnliches Thema mit der "Selbstverantwortung". Was schreibt man, was schreibt man nicht? Schreibt man wirklich was man denkt, oder sollte man sich lieber selber einen Maulkorb verpassen, um eben nicht alles zu schreiben wie man es denkt und wie es aus einem heraussprudelt - weil man vielleicht an den damit verbundenen Handlungen des Ratsuchenden mitbeteiligt ist? "

meine meinung zum thema selbstverantwortung ist dir ja bekannt... jeder einzelne hier ist für SICH verantwortlich... und wenn er es psychisch nicht verkraftet, was hier "abgeht", dann liegt es in SEINER verantwortung sich zu schützen...

für die handlungen die der betroffene macht, ist der ratsuchende ganz alleine verantwortlich... niemand wird hier gezwungen etwas zu tun, oder zu lassen... und im großen und ganzen sind hier erwachsene und die haben meines erachtens ihre selbstverantwortung und ihren selbstschutz eigenständig zu tragen...

aber wieder zurück zum thema... wenn man will, dann kann man so gut wie jedem menschen ein borderline aufdrücken... meinereine hatte auch "störungen", die man mit borderline diagnostizieren hätte können... ich weiß heute, dass ich wahnsinns glück mit meinem arzt und meiner therapeutin hatte... obwohl ich einige borderlinekriterien vorweisen konnte, war nie davon die rede... somit blieb ich therapiefähig und konnte letztendlich wieder gesund werden...

ich glaub, die sache wäre anders ausgegangen, hätte mein arzt und meine therapeutin borderline diagnostiziert... sie hätten anders mit mir gearbeitet (weil borderline nicht heilbar ist) und ich hätte anders mitgearbeitet, weil ich ja unheilbar krank gewesen wäre... weißt was ich mein? und ich denk, so ist es bei vielen vermeintlichen borderlinern... irgendwie wirds ja auch bequem... für alles hat man eine feine ausrede parat "bin ja borderliner und da ist dieses verhalten ganz normal! des weiteren bin ich unheilbar und brauch nichts zu tun!"... diagnostiziert man da eine persönlichkeitsstörung und stellt heilung in aussicht, kann der verlauf der psychischen störung ganz anders laufen...

"Ich kann immer nur von mir selber ausgehen, und ich selber wäre (wußte ja nicht, was mit mir los ist) froh gewesen, hätte mir jemand z.B. eine website in der Richtung empfohlen, dann hätte ich nicht erst an die 35 werden müssen und hätte mit meinen persönlichen Geistern vielleicht viel früher fertigwerden können - zumindest mit ihnen umgehen können."

glaubst du wirklich, dass du borderliner bist? ich kenn dich (noch!) nicht persönlich, aber ich habe nicht das gefühl, dass du borderliner bist... allein, wie du von deinen kindern erzählst... allein, wie du mit deinen mitmenschen umgehst... meines wissens nach wäre ein borderliner NIEMALS in der lage, so zu agieren... nicht über einen so langen zeitraum... und da bin ich wieder bei meiner aussage, dass man jedem borderline diagnostizieren kann... denn jeder erfüllt mehr oder weniger kriterien, die auch ins borderline fallen...

"Mein vorletzter Freund war ebenfalls ein nachgewiesener Borderliner, und wir konnten voneinander lernen und uns austauschen."

ich bleibe dabei... nicht jeder, der borderline diagnostiziert bekommen hat, ist auch tatsächlich ein borderliner... es reicht eine persönlichkeitsstörung, um zb. beziehungsunfähig zu sein oder andere kriterien zu erfüllen...

"Mit diesem "Stigma" muß niemand leben."

das sehe ich etwas anders... durch meine arbeit hab ich dann und wann das "vergnügen" auf "echte borderliner" zu treffen... zwei meiner klientinnen bekamen von mehreren therapeuten zu hören, dass sie therapieunfähig sind und dass sie maximal durch medikamente das eine oder andere symptom behandeln können... mehr sei nicht drin... die müssen mit dem stigmata leben... mit allem, was dazugehört... ob sie wollen, oder nicht...

"Ich selber bin der Meinung, daß ein jeder Mensch "was an der Waffel" hat"

sind wir nicht alle ein bisschen bluna?

das unterschreib ich dir, ohne wenn und aber...

"Als Borderliner hat man immense Probleme, Beziehungen zu leben."

glaubt man den fachleuten, dann hat man keine zwei möglichkeiten... dann gibt es nur eine... nämlich mit der krankheit zu leben... im besten fall kann man mehrere symptome heilen und sich so das leben lebenswerter gestalten, aber heilung ist so gut wie nicht möglich...

"Man hat aber auch hier zwei Möglichkeiten, wie fast immer im Leben:
Borderline muß kein Stigmata sein, und ich selber wäre froh gewesen, wenn mir jemand früher gesagt hätte "so und so sieht es aus, damit kannst Du arbeiten..." u.s.w
Tatsächlich aber mußte erst ein traumatisches Erlebnis her, welches mich fast den Verstand gekostet hätte.
Zu den zwei Möglichkeiten: Nicht ein jeder Mensch besucht eine Therapie oder weiß überhaupt, daß er ein Problem hat.
Man wundert sich vielleicht nur, daß keine Beziehung hält, daß man vielleicht selber Verhaltensweisen an den Tag legt, die man von keinem anderen Menschen angediehen bekommen möchte. Was Du nicht willst, daß man Dir tue - und doch... tickt die Seele anders.
Man kann also weiterhin in Unwissenheit bleiben und sich an seinem Lebensende wundern, wieso alles so schlecht gekommen ist - man dachte doch, man hätte alles richtig gemacht?!
Oder aber man kommt dahinter - entweder durch Literatur, oder einen Tip von Freunden oder eine Website - oder durch einen Psychologen!
Dann erst kann man sich erkennen, und lernen, damit umzugehen, und es im besten Falle beinahe ganz loswerden.
Giftreste in der Seele werden immer bleiben, aber man betrachtet die Dinge in einem anderen Licht, man hat die Chance erhalten etwas zu ändern, und sein Leben zu einem Besseren zu wenden. Man vergiftet sich nicht mehr selber seine Seele und wundert sich über die Folgen, sondern man schaut vorher."

das trifft zu, wenn es sich um psychosen, neurosen und persönlichkeitsstörungen handelt... aber nicht bei einem borderline...

"Erst als ich es wußte (Therapie) konnte ich lernen, mich in andere Menschen wirklich hineinzuversetzen und lernte, mein Ego aus der Mitte zu nehmen und den anderen Menschen mit all seinen Gefühlen zu erahnen. Dazu war ich vorher nicht fähig."

*kopfschüttel* ich bin natürlich keine therapeutin und keine psychiaterin... aber ich hab schon viel über borderline gelesen und hab mich auch in fachkreisen mit dem thema beschäftigt... auch war/ist es mir "vergönnt", mit borderlinern stückerlweis wege zu beschreiten... was du mir von dir erzählst, ist meines wissens nach nicht borderline... dir fehlt nicht das urvertrauen... du siehst bei menschen nicht nur "gut und böse", sondern auch schatierungen... du kannst einen menschen auch als das sehen, was er ist... mit guten und mit schlechten eigenschaften... ein borderliner kann das nicht... für den ist man gut oder böse... dazwischen gibt es nichts... und diese beiden eigenschaften wechseln ab... mal ist man der gute, zu dem der borderliner lieb, freundlich, zuvorkommend und nett ist, und eine minute später kann man schon der böse sein, der vom borderliner verbale und physische schläge bekommt, dass es einem schwarz vor den augen wird...

"Die Sehnsucht nach Nähe und Liebe ist übergroß - und doch kann keine Nähe zugelassen werden.Zu tief ist die Angst verwurzelt, wieder verlassen zu werden. Also drückt man den, den man doch liebt, mit recht negativen Verhaltensweisen absichtlich von sich, um sich hinterher selber zu verfluchen, daß man wegwerfen will, was man doch eigentlich so sehr liebt."

das KANN ein kriterium für borderline sein, aber genauso gut für eine persönlichkeitsstörung... wer diese eigenschaft in sich trägt, ist nicht automatisch ein borderliner... gerade dieses verhalten kenn ich von mir nur zu gut... die motivation, die nähe nicht zuzulassen war, dass ich angst hatte, dass ich verlassen werde... als verlass ich gleich mal selbst, oder gebe grund zum verlassen werden, dann hab ICH es in der hand, wann die beziehung zu ende geht... dann tu ICH (mir und dem partner) weh (im glauben, dass dieser schmerz leichter zu ertragen ist, als wenn er vom partner kommt)... die ursachen für dieses verhalten können so individuell sein, wie wir menschen es sind... da gibt es kein schema, dass auf jeden, der darunter leidet, anzuwenden ist...

" Was ist mit den ganzen Kindern, die sich ritzen? In der Klasse meiner Tochter gibt es zwei davon! Nur - da geht KEIN Elternteil zum Arzt, haben alle keine Zeit - und das Kind wächst in dem Glauben auf, das sei noch normal vertretbar..."

mhm... ich weiß nicht... vielleicht kenn ich nur die "falschen" leute... aber bisher hab ich noch niemanden kennengelernt, der nicht in der pubertät geritzt, mit der zigarette gebrannt oder ein mit der zirkelspitze handangefertigtes tattoo angefertigt hat... ich denke, dass es in einem gewissen maß "normal" ist... dass das zum erwachsenwerden dazugehört... sich selbst spüren... der ganzen welt zeigen, dass man mit seinem körper tun kann, was man will... zu rebellieren... zu tun, was eigentlich verboten und verpöhnt ist...

"(ich ziehe mir den Schuh also mal an - und er paßt mir!"

wirst du den schuh ausziehen?!!!!? den hab ich NICHT für dich hingestellt! beim lesen eines posts (NICHT von dir) fiel mir wieder auf, wie leichtfertig mit dem begriff borderline umgegangen wird... nicht nur von laien... auch von den professionisten... mein post hat sich an keine spezielle person gerichtet... es war als denkanstoß für alle und niemanden gedacht...

"Was tun?
Ich weiß es nicht.
Mund halten? Nicht Mund halten?
Keine Ahnung...
Für manche Dinge gibt es wohl keine Lösung."

NICHT DEN MUND HALTEN!!!! ich verweise wieder einmal auf die selbstverantwortung jedes einzelnen...

"Ich werde darüber nachdenken, wenn ich tapeziere und keine Zeit zum Schreiben habe..."

*schmunzel* würdest du ein paar hundert km näher wohnen, würd ich dir glatt helfen, damit du wieder schneller zum schreiben kommst (wie das von mir tapezierte dann aussehen würde, kann ich nicht sagen - hab noch nie tapeziert... ich glaub imandrine die meisterin wäre die bessere hilfe )

und nun knuddel ich dich mal durchs forum und wünsch dir gut tapezier (stell es mir total stressfrei vor, wenn zwergi "mithelfen" mag*g*)

ganz liebe grüße, pain

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22. Mai 2003 um 0:35

Servus fee der träume
"genau das ist mir in letzter zeit ein paarmal aufgestoßen hier - wollte aber der jeweiligen verfasserin nicht zu nahe treten und hab deshalb nix gesagt"

mir ging es nicht um EINE verfasserin... es geht mir um die breite masse und auch die experten... meines erachtens wird zu leichtfertig diagnostiziert... und laien dürften ÜBERHAUPTNICHT diagnostizieren... man kann vermutungen aussprechen... man kann hinweise geben, aber die diagnose sollte dann doch ein arzt oder therapeut stellen...

" was heißt denn bitte dms IV und icd X...?"

das sind zwei (von vielen) diagnosesystemen

dms IV (dms 4) diagnostic and statistical manual of mental diseases, 4. version, 1994

icd X (icd 1o)internationale klassifikation der erkrankungen 1o. version, 1992

_________________________________________

Klassifikation nach DSM-IV:
Ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten, sowie von deutlicher Impulsivität. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter, und die Störung manifestiert sich in den verschiedenen Lebensbereichen. Mindestens 5 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:
(1) verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
(2) Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
(3) Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
(4) Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmißbrauch, rücksichtsloses Fahren, ,,Freßanfälle") vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
(5) Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
(6) Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
(7) Chronische Gefühle von Leere.
(8) Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
(9) Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

_______________________________________________

Klassifikation nach ICD 10:
Kriterien der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (F60.3):
Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, impulsiv zu handeln ohne Berücksichtigung von Konsequenzen, und wechselnder, instabiler Stimmung. Die Fähigkeit, vorauszuplanen, ist gering und Ausbrüche intensiven Ärgers können zu oft gewalttätigem und explosiblen Verhalten führen; dieses Verhalten wird leicht ausgelöst, wenn impulsive Handlungen von anderen kritisiert oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen dieser Persönlichkeitsstörung können näher beschrieben werden, bei beiden finden sich Impulsivität und mangelnde Selbstkontrolle.
F60.30 impulsiver Typus:
Die wesentlichen Charakterzüge sind emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle. Ausbrüche von gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten sind häufig, vor allem bei Kritik durch andere.
Dazugehörige Begriffe:
- aggressive Persönlichkeit(sstörung)
- reizbare (explosible) Persönlichkeit(sstörung)
Ausschluß:
- dissoziale Persönlichkeit(sstörung) (F60.2)
F60.31 Borderline Typus
Einige Kennzeichen emotionaler Instabilität sind vorhanden, zusätzlich sind oft das eigene Selbstbild, Ziele und ,,innere Präferenzen" (einschließlich der sexuellen) unklar und gestört. Meist besteht ein chronisches Gefühl innerer Leere. Die Neigung zu intensiven, aber unbeständigen Beziehungen kann zu wiederholten emotionalen Krisen führen mit übermäßigen Anstrengungen, nicht verlassen zu werden, und mit Suiziddrohungen oder selbtbeschädigenden Handlungen (diese können auch ohne deutliche Auslöser vorkommen).
Dazugehöriger Begriff:
- Borderline Persönlichkeit(sstörung)

liebe grüße und ein schönes wochenende, pain

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22. Mai 2003 um 0:37
In Antwort auf isidor

Hallo pain,
das sehe ich ganz genau so. Hier mutiert eine schlimme Krankheit zum angesagten Schimpfwort für Menschen, mit denen man ein Problem hat. (die "Laien" meine ich hiermit)

Apropos Schimpfwort: Wie viele Kriterien müssen erfüllt sein, um jemanden einen Ar*** nennen zu dürfen?
Sorry, ich hab heut meinen albernen Tag...

Liebe Grüße von der Isidor

Servus isidor
"das sehe ich ganz genau so. Hier mutiert eine schlimme Krankheit zum angesagten Schimpfwort für Menschen, mit denen man ein Problem hat. (die "Laien" meine ich hiermit)"

wären es nur die laien, wärs nur halb so schlimm....................

"Apropos Schimpfwort: Wie viele Kriterien müssen erfüllt sein, um jemanden einen Ar*** nennen zu dürfen?"

das kommt auf die tagesverfassung an... und auf die sympathie, die dem arsch entgegengebracht wird, wenn er grad kein arsch ist *g* manchmal reicht ein klitzekleines kriterium... uns schwupppppppppps... isser schon zum arsch mutiert

liebe grüße, pain

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22. Mai 2003 um 0:40
In Antwort auf denise_12949962

Seltsam...........
Hallo,
schon seltsam, gerade heute sitzt ich da völlig zerrissen, und wollt meine Frage an alle stellen.
Meine Ärztin sagte ich habe das "Boarderline-Syndrom".
Nun was auch immer ich habe, ich halt es nicht aus. Ich bin hin und her gerissen zwischen meiner Liebe und meinem wegwollen.
Bin mir so sicher bis ich ihm in die Augen seh. Dann kipp ich regelmäßig um. Wieder zurück in seine Arme.
Ist das Ein Boarderlinesyndrom???

Hi sana...
bevor ich mich mit der diagnose abfinden würde, würde ich noch einen anderen arzt aufsuchen...

an deiner stelle würde ich mich im moment nicht zu viel mit dem thema borderline beschäftigen, sonst kanns leicht passieren, dass du unbewusst verhaltensmuster übernimmst und dich zum borderliner machst...

liebe grüße, pain4me

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22. Mai 2003 um 8:11
In Antwort auf lynne_12661553

Servus tresserl
nun war der freizeitstress doch nicht so zeitintensiv, wie vorerst vermutet und ich komm doch noch zum senfen

vielleicht hab ich mich wieder einmal etwas ungeschickt und oder kompliziert ausgedrückt... ich mags auf ein neues versuchen... vielleicht kommts dann so an, wie ich es meinte

ich verwehre mich nicht vollkommen gegen die diagnose borderline... ich stelle sie nicht immer in frage... aber ich bin der meinung, dass diese diagnose zu oft, zu voreilig und zu entwertend gestellt wird...

wenn ich les, dass irgendwer beziehungsprobleme, bindungsängste hat... unfähig ist, sich auf eine intime beziehung einzulassen und aus seiner angst und/oder unfähigkeit dem gegenüber verletzungen zufügt und dann jemand sofort brüllt "BORDERLINER", dann finde ich persönlich es zu voreilig...

nur weil jemand beziehungsunfähig ist, ist er noch lange kein borderliner... nur weil jemand mit den gefühlen anderer spielt, andere verletzt, bedeutet das nicht sofort, dass er borderliner ist... zum borderlinedasein gehört mehr als das... aber dir brauch ichs nicht erzählen... ich denk du bist mit der materie vertraut...

es kommt mir oftmals vor, dass leute mit sich spielen lassen und als entschuldigung und rechtfertigung dann selbst diese person als borderliner einordnen... und genau das ist es, was ich "verurteile"...

"Ich denke auch, daß dieses Forum vielleicht Denkanstöße geben kann, aber nicht mehr.
Wir hatten einst ein ähnliches Thema mit der "Selbstverantwortung". Was schreibt man, was schreibt man nicht? Schreibt man wirklich was man denkt, oder sollte man sich lieber selber einen Maulkorb verpassen, um eben nicht alles zu schreiben wie man es denkt und wie es aus einem heraussprudelt - weil man vielleicht an den damit verbundenen Handlungen des Ratsuchenden mitbeteiligt ist? "

meine meinung zum thema selbstverantwortung ist dir ja bekannt... jeder einzelne hier ist für SICH verantwortlich... und wenn er es psychisch nicht verkraftet, was hier "abgeht", dann liegt es in SEINER verantwortung sich zu schützen...

für die handlungen die der betroffene macht, ist der ratsuchende ganz alleine verantwortlich... niemand wird hier gezwungen etwas zu tun, oder zu lassen... und im großen und ganzen sind hier erwachsene und die haben meines erachtens ihre selbstverantwortung und ihren selbstschutz eigenständig zu tragen...

aber wieder zurück zum thema... wenn man will, dann kann man so gut wie jedem menschen ein borderline aufdrücken... meinereine hatte auch "störungen", die man mit borderline diagnostizieren hätte können... ich weiß heute, dass ich wahnsinns glück mit meinem arzt und meiner therapeutin hatte... obwohl ich einige borderlinekriterien vorweisen konnte, war nie davon die rede... somit blieb ich therapiefähig und konnte letztendlich wieder gesund werden...

ich glaub, die sache wäre anders ausgegangen, hätte mein arzt und meine therapeutin borderline diagnostiziert... sie hätten anders mit mir gearbeitet (weil borderline nicht heilbar ist) und ich hätte anders mitgearbeitet, weil ich ja unheilbar krank gewesen wäre... weißt was ich mein? und ich denk, so ist es bei vielen vermeintlichen borderlinern... irgendwie wirds ja auch bequem... für alles hat man eine feine ausrede parat "bin ja borderliner und da ist dieses verhalten ganz normal! des weiteren bin ich unheilbar und brauch nichts zu tun!"... diagnostiziert man da eine persönlichkeitsstörung und stellt heilung in aussicht, kann der verlauf der psychischen störung ganz anders laufen...

"Ich kann immer nur von mir selber ausgehen, und ich selber wäre (wußte ja nicht, was mit mir los ist) froh gewesen, hätte mir jemand z.B. eine website in der Richtung empfohlen, dann hätte ich nicht erst an die 35 werden müssen und hätte mit meinen persönlichen Geistern vielleicht viel früher fertigwerden können - zumindest mit ihnen umgehen können."

glaubst du wirklich, dass du borderliner bist? ich kenn dich (noch!) nicht persönlich, aber ich habe nicht das gefühl, dass du borderliner bist... allein, wie du von deinen kindern erzählst... allein, wie du mit deinen mitmenschen umgehst... meines wissens nach wäre ein borderliner NIEMALS in der lage, so zu agieren... nicht über einen so langen zeitraum... und da bin ich wieder bei meiner aussage, dass man jedem borderline diagnostizieren kann... denn jeder erfüllt mehr oder weniger kriterien, die auch ins borderline fallen...

"Mein vorletzter Freund war ebenfalls ein nachgewiesener Borderliner, und wir konnten voneinander lernen und uns austauschen."

ich bleibe dabei... nicht jeder, der borderline diagnostiziert bekommen hat, ist auch tatsächlich ein borderliner... es reicht eine persönlichkeitsstörung, um zb. beziehungsunfähig zu sein oder andere kriterien zu erfüllen...

"Mit diesem "Stigma" muß niemand leben."

das sehe ich etwas anders... durch meine arbeit hab ich dann und wann das "vergnügen" auf "echte borderliner" zu treffen... zwei meiner klientinnen bekamen von mehreren therapeuten zu hören, dass sie therapieunfähig sind und dass sie maximal durch medikamente das eine oder andere symptom behandeln können... mehr sei nicht drin... die müssen mit dem stigmata leben... mit allem, was dazugehört... ob sie wollen, oder nicht...

"Ich selber bin der Meinung, daß ein jeder Mensch "was an der Waffel" hat"

sind wir nicht alle ein bisschen bluna?

das unterschreib ich dir, ohne wenn und aber...

"Als Borderliner hat man immense Probleme, Beziehungen zu leben."

glaubt man den fachleuten, dann hat man keine zwei möglichkeiten... dann gibt es nur eine... nämlich mit der krankheit zu leben... im besten fall kann man mehrere symptome heilen und sich so das leben lebenswerter gestalten, aber heilung ist so gut wie nicht möglich...

"Man hat aber auch hier zwei Möglichkeiten, wie fast immer im Leben:
Borderline muß kein Stigmata sein, und ich selber wäre froh gewesen, wenn mir jemand früher gesagt hätte "so und so sieht es aus, damit kannst Du arbeiten..." u.s.w
Tatsächlich aber mußte erst ein traumatisches Erlebnis her, welches mich fast den Verstand gekostet hätte.
Zu den zwei Möglichkeiten: Nicht ein jeder Mensch besucht eine Therapie oder weiß überhaupt, daß er ein Problem hat.
Man wundert sich vielleicht nur, daß keine Beziehung hält, daß man vielleicht selber Verhaltensweisen an den Tag legt, die man von keinem anderen Menschen angediehen bekommen möchte. Was Du nicht willst, daß man Dir tue - und doch... tickt die Seele anders.
Man kann also weiterhin in Unwissenheit bleiben und sich an seinem Lebensende wundern, wieso alles so schlecht gekommen ist - man dachte doch, man hätte alles richtig gemacht?!
Oder aber man kommt dahinter - entweder durch Literatur, oder einen Tip von Freunden oder eine Website - oder durch einen Psychologen!
Dann erst kann man sich erkennen, und lernen, damit umzugehen, und es im besten Falle beinahe ganz loswerden.
Giftreste in der Seele werden immer bleiben, aber man betrachtet die Dinge in einem anderen Licht, man hat die Chance erhalten etwas zu ändern, und sein Leben zu einem Besseren zu wenden. Man vergiftet sich nicht mehr selber seine Seele und wundert sich über die Folgen, sondern man schaut vorher."

das trifft zu, wenn es sich um psychosen, neurosen und persönlichkeitsstörungen handelt... aber nicht bei einem borderline...

"Erst als ich es wußte (Therapie) konnte ich lernen, mich in andere Menschen wirklich hineinzuversetzen und lernte, mein Ego aus der Mitte zu nehmen und den anderen Menschen mit all seinen Gefühlen zu erahnen. Dazu war ich vorher nicht fähig."

*kopfschüttel* ich bin natürlich keine therapeutin und keine psychiaterin... aber ich hab schon viel über borderline gelesen und hab mich auch in fachkreisen mit dem thema beschäftigt... auch war/ist es mir "vergönnt", mit borderlinern stückerlweis wege zu beschreiten... was du mir von dir erzählst, ist meines wissens nach nicht borderline... dir fehlt nicht das urvertrauen... du siehst bei menschen nicht nur "gut und böse", sondern auch schatierungen... du kannst einen menschen auch als das sehen, was er ist... mit guten und mit schlechten eigenschaften... ein borderliner kann das nicht... für den ist man gut oder böse... dazwischen gibt es nichts... und diese beiden eigenschaften wechseln ab... mal ist man der gute, zu dem der borderliner lieb, freundlich, zuvorkommend und nett ist, und eine minute später kann man schon der böse sein, der vom borderliner verbale und physische schläge bekommt, dass es einem schwarz vor den augen wird...

"Die Sehnsucht nach Nähe und Liebe ist übergroß - und doch kann keine Nähe zugelassen werden.Zu tief ist die Angst verwurzelt, wieder verlassen zu werden. Also drückt man den, den man doch liebt, mit recht negativen Verhaltensweisen absichtlich von sich, um sich hinterher selber zu verfluchen, daß man wegwerfen will, was man doch eigentlich so sehr liebt."

das KANN ein kriterium für borderline sein, aber genauso gut für eine persönlichkeitsstörung... wer diese eigenschaft in sich trägt, ist nicht automatisch ein borderliner... gerade dieses verhalten kenn ich von mir nur zu gut... die motivation, die nähe nicht zuzulassen war, dass ich angst hatte, dass ich verlassen werde... als verlass ich gleich mal selbst, oder gebe grund zum verlassen werden, dann hab ICH es in der hand, wann die beziehung zu ende geht... dann tu ICH (mir und dem partner) weh (im glauben, dass dieser schmerz leichter zu ertragen ist, als wenn er vom partner kommt)... die ursachen für dieses verhalten können so individuell sein, wie wir menschen es sind... da gibt es kein schema, dass auf jeden, der darunter leidet, anzuwenden ist...

" Was ist mit den ganzen Kindern, die sich ritzen? In der Klasse meiner Tochter gibt es zwei davon! Nur - da geht KEIN Elternteil zum Arzt, haben alle keine Zeit - und das Kind wächst in dem Glauben auf, das sei noch normal vertretbar..."

mhm... ich weiß nicht... vielleicht kenn ich nur die "falschen" leute... aber bisher hab ich noch niemanden kennengelernt, der nicht in der pubertät geritzt, mit der zigarette gebrannt oder ein mit der zirkelspitze handangefertigtes tattoo angefertigt hat... ich denke, dass es in einem gewissen maß "normal" ist... dass das zum erwachsenwerden dazugehört... sich selbst spüren... der ganzen welt zeigen, dass man mit seinem körper tun kann, was man will... zu rebellieren... zu tun, was eigentlich verboten und verpöhnt ist...

"(ich ziehe mir den Schuh also mal an - und er paßt mir!"

wirst du den schuh ausziehen?!!!!? den hab ich NICHT für dich hingestellt! beim lesen eines posts (NICHT von dir) fiel mir wieder auf, wie leichtfertig mit dem begriff borderline umgegangen wird... nicht nur von laien... auch von den professionisten... mein post hat sich an keine spezielle person gerichtet... es war als denkanstoß für alle und niemanden gedacht...

"Was tun?
Ich weiß es nicht.
Mund halten? Nicht Mund halten?
Keine Ahnung...
Für manche Dinge gibt es wohl keine Lösung."

NICHT DEN MUND HALTEN!!!! ich verweise wieder einmal auf die selbstverantwortung jedes einzelnen...

"Ich werde darüber nachdenken, wenn ich tapeziere und keine Zeit zum Schreiben habe..."

*schmunzel* würdest du ein paar hundert km näher wohnen, würd ich dir glatt helfen, damit du wieder schneller zum schreiben kommst (wie das von mir tapezierte dann aussehen würde, kann ich nicht sagen - hab noch nie tapeziert... ich glaub imandrine die meisterin wäre die bessere hilfe )

und nun knuddel ich dich mal durchs forum und wünsch dir gut tapezier (stell es mir total stressfrei vor, wenn zwergi "mithelfen" mag*g*)

ganz liebe grüße, pain

Möchte mich
aus aktuellem Anlaß hier Frau Pain nochmal anschließen und Euch allen liebe Grüße hinterlassen!

Ein kurzes Fallbeispiel, was eine Vorschnelle "Aburteilung" zum Borderliner verursachen kann:

Also, der Herr Kern verhält sich in letzter Zeit recht merkwürdig.
Nimmt man erstmal so hin, er hatte ja auch eine schwere Zeit mit einigen großen Umbrüchen.
Dann zweifelt man mal an sich selbt - vielleicht doch falsch eingeschätzt? Vielleicht doch erst jetzt richtig kennengelernt? usw.

Und dann passiert etwas, was einem drastisch die Augen öffnet: Der Herr Kern ist derzeit einfach psychisch krank, ziemlich am Ende!

Mich haben gerade die vielen Beiträge, die hier in letzter Zeit zum Thema Borderline waren, dazu animiert, mich mal ein wenig damit zu beschäftigen.
Und siehe da: Um Himmels Willen! Da passen aber VIELE Merkmale!!!

Also mal fix in ein Forum von Borderlinern geschlichen, dort herumgelesen.
Wie schrecklich! Wie leiden all diese Menschen! Und das ohne jegliche Aussicht auf Heilung...
Man sieht, wenn man da mal viel liest, wie sehr diese Menschen mit ihrer Krankheit kämpfen, was die Therapie bewirkt, wie oft ganz harte Rückschläge kommen.

Wäre der Herr Kern ein Borderliner - ich würde ihn mir als Partner und zukünftigen Miterzieher meiner Kinder nicht antun wollen!

Aber weil eine Diagnose, gerade für Laien, nahezu unmöglich ist, bleibt ja noch ein kleines Stück Hoffnung, daß ihm ein solches Schicksal nicht beschiede ist.
Und nachdem ich in diesem Forum gepostet habe, bekam ich in zwei Antworten von diagnostizierten und reichlich therapieerfahrenen Borderlinern den Hinweis, ich solle mich doch mal lieber bei den normal depressiven umsehen! "gg"
(Gab übrigens auch einige, die meinten, ich sei dort schon an der richtigen Stelle, nach meiner Beschreibung!)

Und erst da ist es mir wie Schuppen aus den Haaren gefallen, daß er vermutlich tatsächlich einfach eine depressive Phase hat.
Und meine schuppigen Haare könnte ich mir alle einzeln herausreißen, weil ich selber 1 1/2 Jahre schwer depressiv war, nicht behandelt wurde und nur durch einen glücklichen Zufall dort wieder herauskam.

Ich weiß nicht, warum ich nicht gemerkt habe, was mit ihm los war, obwohl er selbst es mir eigentlich immer wieder zu verstehen gegeben hat.

Jetzt bin ich in der Lage, ein ganz anderes Verständnis aufzubringen und hoffe, daß er seine Überlegungen, sich ärztlich helfen zu lassen, zu einem positiven Abschluß bringt.

Aber ich muß ganz ehrlich sagen: Nach dem, was ich mir an Wissen darüber angelesen habe, hätte ich mich zurückgezogen, wenn er wirklich Borderliner wäre!
Das hätte meine Kräfte ganz sicher überstiegen.

Und ich denke, ich gehöre zu denen, die sich da gründlich informieren und keine übereilten Rückschlüsse ziehen.
Wäre ich dabei nicht so hartnäckig gewesen, sondern nur auf den Borderline-Seite geblieben, hätte mich das ungemein runtergezogen.
Ich mag gar nicht wissen, wie viele ihrer Beziehung einen Todesstoß versetzt hätten, nachdem sie das gelesen hätten, was ich gelesen habe!

Denn dummerweise erkennt man ja als behandlungsbedürftiger Mensch dieses nicht, läßt sich erst behandeln, wenn man ganz am Ende ist und die Antriebslosigkeit so weit vorangeschritten ist, daß man sich nicht mehr dagegen wehren kann, wenn einen Angehörige hinschleppen.

Also sind die Partner auf solche Diagnosen wie hier per Internet angewiesen.
Und wäre ich da bei meinem ersten Verdacht klebengeblieben - eine Beziehung hätte mich überfordert.
Eben weil Borderline doch viel schlimmer ist,als die meisten anderen psychischen Krankheiten - und eben nicht heilbar!

Daher denke ich, man sollte wirklich sehr, sehr vorsichtig sein, wenn man einen derartigen Verdacht äußert. Und ihn dann so äußern, daß man Borderline als eine von vielen Möglichkeiten hinstellt.

Ich denke, ein achtlos hingeworfenes (wenn auch gut gemeintes): Da tippe ich auf Borderline! Mach dich mal schlau...
kann einfach verheerende Auswirkungen haben!

Hier sind zwar viele erwachsene Menschen unterwegs, die alle für sich selbst verantwortlich sind, aber das Lesen der entsprechenden Seiten könnte doch bei vielen Auswirkungen haben, die einfach nicht abzuschätzen sind.

Liebe Grüße, harter Kern

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22. Mai 2003 um 8:37
In Antwort auf Wolfsgoettin41

Mir hat es geholfen
ich war froh hier was zu finden , was mir das komische verhalten von meinem typen erklärte .... vor allem das er so nicht mit absicht mit mir umspringt . Gleichzeitig wurde mir bewußt, daß dieset theater ewig so weitergehen wird .... weil sämtliches reden und vorleben nix an seiner einstellung zum leben und zur partnerschaft ändern werden . Ich bat ihn sogar sich das über boarderline mal durchzulesen... weil es traf fast alles auf ihn zu ..... es verschlug mir fast die sprache .... Leider ist mein schatz davon überzeugt , daß so wie er ist alles ok ist und selbst mein leidensdruck unter ihm und sein verhalten konnte ihm die ernsthaftigkeit unseres gespräches nicht in ansätzen nahe bringen .
was hab ich daraus gelernt ? nun ...ich nehm seine boshaftigkeit nicht mehr persönlich .... sobald er sich in meiner wohnung unmöglich benimmt ...muß er gehen , und ich bin hart ihm gegenüber ..... ihm ist mein konsequentes hartes verhalten zwar aufgefallen ..... aber es ist für mich die einzige möglichkeit mich nicht über ihn zu ärgern . all dieses war vor einer woche und heute habe ich endgültig für mich den absprung aus dieser für mich jedenfalls nicht glücklichen beziehung geschafft, weil ich nun weis, das er sich weder in therapie noch mir zu liebe darüber nachdenken wird , warum ich in unserer beziehung nicht glücklich bin/war/werde. Schade .... ohne diese beziehungsunfähig von ihm .... ein ganz süßer typ ...aber diese ständigen verbalen verletzungen und sein ego-gehabe gehen mir auf die nerven . hat halt nicht sollen sein .

winke

mardsha

Das war richtig, liebe mardsha...
dass du dich getrennt hast. ich war jahrelang mit einem borderline-mann zusammen und bin fast daran kaputt gegangen. als er am ende unserer beziehung und möglichkeiten keinen ausweg mehr sah, wählte er den einfachsten weg und brachte sich um. du kannst nicht helfen und wenn er sich selbst nicht helfen will, hast du absolut keine chance. auch wenn es im moment weh tut, geh deine weg ohne ihn.

dafür wünsche ich dir alles gute, glg sungirl

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22. Mai 2003 um 8:53
In Antwort auf lynne_12661553

Servus isidor
"das sehe ich ganz genau so. Hier mutiert eine schlimme Krankheit zum angesagten Schimpfwort für Menschen, mit denen man ein Problem hat. (die "Laien" meine ich hiermit)"

wären es nur die laien, wärs nur halb so schlimm....................

"Apropos Schimpfwort: Wie viele Kriterien müssen erfüllt sein, um jemanden einen Ar*** nennen zu dürfen?"

das kommt auf die tagesverfassung an... und auf die sympathie, die dem arsch entgegengebracht wird, wenn er grad kein arsch ist *g* manchmal reicht ein klitzekleines kriterium... uns schwupppppppppps... isser schon zum arsch mutiert

liebe grüße, pain

Guten Morschen,
leider ist es bei mir so, dass ein Ar*** auch immer einer bleibt... da kommt dann nie mehr Sympathie auf...leider.

Einen schönen Tag wünscht die Isidor

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22. Mai 2003 um 9:50
In Antwort auf megan_12750002

Möchte mich
aus aktuellem Anlaß hier Frau Pain nochmal anschließen und Euch allen liebe Grüße hinterlassen!

Ein kurzes Fallbeispiel, was eine Vorschnelle "Aburteilung" zum Borderliner verursachen kann:

Also, der Herr Kern verhält sich in letzter Zeit recht merkwürdig.
Nimmt man erstmal so hin, er hatte ja auch eine schwere Zeit mit einigen großen Umbrüchen.
Dann zweifelt man mal an sich selbt - vielleicht doch falsch eingeschätzt? Vielleicht doch erst jetzt richtig kennengelernt? usw.

Und dann passiert etwas, was einem drastisch die Augen öffnet: Der Herr Kern ist derzeit einfach psychisch krank, ziemlich am Ende!

Mich haben gerade die vielen Beiträge, die hier in letzter Zeit zum Thema Borderline waren, dazu animiert, mich mal ein wenig damit zu beschäftigen.
Und siehe da: Um Himmels Willen! Da passen aber VIELE Merkmale!!!

Also mal fix in ein Forum von Borderlinern geschlichen, dort herumgelesen.
Wie schrecklich! Wie leiden all diese Menschen! Und das ohne jegliche Aussicht auf Heilung...
Man sieht, wenn man da mal viel liest, wie sehr diese Menschen mit ihrer Krankheit kämpfen, was die Therapie bewirkt, wie oft ganz harte Rückschläge kommen.

Wäre der Herr Kern ein Borderliner - ich würde ihn mir als Partner und zukünftigen Miterzieher meiner Kinder nicht antun wollen!

Aber weil eine Diagnose, gerade für Laien, nahezu unmöglich ist, bleibt ja noch ein kleines Stück Hoffnung, daß ihm ein solches Schicksal nicht beschiede ist.
Und nachdem ich in diesem Forum gepostet habe, bekam ich in zwei Antworten von diagnostizierten und reichlich therapieerfahrenen Borderlinern den Hinweis, ich solle mich doch mal lieber bei den normal depressiven umsehen! "gg"
(Gab übrigens auch einige, die meinten, ich sei dort schon an der richtigen Stelle, nach meiner Beschreibung!)

Und erst da ist es mir wie Schuppen aus den Haaren gefallen, daß er vermutlich tatsächlich einfach eine depressive Phase hat.
Und meine schuppigen Haare könnte ich mir alle einzeln herausreißen, weil ich selber 1 1/2 Jahre schwer depressiv war, nicht behandelt wurde und nur durch einen glücklichen Zufall dort wieder herauskam.

Ich weiß nicht, warum ich nicht gemerkt habe, was mit ihm los war, obwohl er selbst es mir eigentlich immer wieder zu verstehen gegeben hat.

Jetzt bin ich in der Lage, ein ganz anderes Verständnis aufzubringen und hoffe, daß er seine Überlegungen, sich ärztlich helfen zu lassen, zu einem positiven Abschluß bringt.

Aber ich muß ganz ehrlich sagen: Nach dem, was ich mir an Wissen darüber angelesen habe, hätte ich mich zurückgezogen, wenn er wirklich Borderliner wäre!
Das hätte meine Kräfte ganz sicher überstiegen.

Und ich denke, ich gehöre zu denen, die sich da gründlich informieren und keine übereilten Rückschlüsse ziehen.
Wäre ich dabei nicht so hartnäckig gewesen, sondern nur auf den Borderline-Seite geblieben, hätte mich das ungemein runtergezogen.
Ich mag gar nicht wissen, wie viele ihrer Beziehung einen Todesstoß versetzt hätten, nachdem sie das gelesen hätten, was ich gelesen habe!

Denn dummerweise erkennt man ja als behandlungsbedürftiger Mensch dieses nicht, läßt sich erst behandeln, wenn man ganz am Ende ist und die Antriebslosigkeit so weit vorangeschritten ist, daß man sich nicht mehr dagegen wehren kann, wenn einen Angehörige hinschleppen.

Also sind die Partner auf solche Diagnosen wie hier per Internet angewiesen.
Und wäre ich da bei meinem ersten Verdacht klebengeblieben - eine Beziehung hätte mich überfordert.
Eben weil Borderline doch viel schlimmer ist,als die meisten anderen psychischen Krankheiten - und eben nicht heilbar!

Daher denke ich, man sollte wirklich sehr, sehr vorsichtig sein, wenn man einen derartigen Verdacht äußert. Und ihn dann so äußern, daß man Borderline als eine von vielen Möglichkeiten hinstellt.

Ich denke, ein achtlos hingeworfenes (wenn auch gut gemeintes): Da tippe ich auf Borderline! Mach dich mal schlau...
kann einfach verheerende Auswirkungen haben!

Hier sind zwar viele erwachsene Menschen unterwegs, die alle für sich selbst verantwortlich sind, aber das Lesen der entsprechenden Seiten könnte doch bei vielen Auswirkungen haben, die einfach nicht abzuschätzen sind.

Liebe Grüße, harter Kern

Guten morgen frau kern
danke für dein beispiel, es trifft den nagel auf den kopf!

nicht alles, was nach borderine riecht, hat auch borderline drin... zum glück!

eine "beziehung" zu einem borderliner, ist glaube ich eine der größten "herausforderungen", die man sich "zumuten" kann... wenn man da selbst nicht 1oo pro mit beiden beinen im leben steht und selbst sehr stabil ist, kann es katastrophale auswirkungen haben... letztendlich kann man an einer borderlinebeziehung zu grunde gehen und selbst ein fall für die psychiatrie werden...

ich glaube traumfee hat es schon gesagt... wenn man sich verschiedene psychische störungen durchliest, dann findet man schnell das eine oder andere krterium, das hinweist, dass man an dieser krankheit erkrankt ist...

unterbewusst kann sich dann das verhalten ganz drastisch ändern... letztendlich "konstruiert" man sich seine psychische störung aufgrund des gelesenen... gerade wenn man nicht stabil ist, kann sich diese kettenreaktion schnell verselbständigen...

"Hier sind zwar viele erwachsene Menschen unterwegs, die alle für sich selbst verantwortlich sind, aber das Lesen der entsprechenden Seiten könnte doch bei vielen Auswirkungen haben, die einfach nicht abzuschätzen sind."

weißt frau kern, ich denk dass die leute trotzdem selbst verantwortlich sind... denn wenn mir ein laie eine "diagnose" stellt und ich zum grübeln anfang, ob ich nun daran erkrankt bin, oder nicht, dann begebe ich mich am schnellsten weg in ärztliche hände, um dies abklären zu lassen... vielleicht ist es abgehoben von mir, dass ich diesen anspruch auch an andere hab... vielleicht ist es überfordernd und unrealistisch, aber ich denk, soviel sollte sich jeder mensch wert sein... soviel hausverstand sollte jeder noch sein eigen nennen können...

weiters wird wirklich JEDESMAL auch geraten, sich in professinelle hände zu begeben... ob es dann getan wird, oder nicht, liegt in der hand des betroffenen... darauf hat unsereiner keinen einfluss...

und jezz bleibt mir noch eins... nämlich dir und herrn kern alles gute zu wünschen... dass ihr seine (und somit eure) kriese ganz schnell wieder überwunden habt!

ein schönes wochenende, ganz liebe grüße, pain

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22. Mai 2003 um 9:57
In Antwort auf isidor

Guten Morschen,
leider ist es bei mir so, dass ein Ar*** auch immer einer bleibt... da kommt dann nie mehr Sympathie auf...leider.

Einen schönen Tag wünscht die Isidor

Guten morgääääähn
"eider ist es bei mir so, dass ein Ar*** auch immer einer bleibt... da kommt dann nie mehr Sympathie auf...leider."

dann hat bei dir der begriff arsch eine andere bedeutung, als bei mir *g* ein arsch kann man bei mir schnell mal werden... da brauchts nicht viel dazu... aber genauso schnell gehts auch wieder umgekehrt... vom arsch zum sympathikus

ich denk, für dich sind ärsche die, für die mir die worte fehlen... also leute, mit denen man wirklich nichts mehr zu tun haben möchte... und ist wer bei mir in diesem status angelangt, dann hat er es auch seeeeeeeeeeeeeehr schwer, wieder mein vertrauen zu erlangen...

liebe grüße, pain

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22. Mai 2003 um 10:20
In Antwort auf lynne_12661553

Guten morgääääähn
"eider ist es bei mir so, dass ein Ar*** auch immer einer bleibt... da kommt dann nie mehr Sympathie auf...leider."

dann hat bei dir der begriff arsch eine andere bedeutung, als bei mir *g* ein arsch kann man bei mir schnell mal werden... da brauchts nicht viel dazu... aber genauso schnell gehts auch wieder umgekehrt... vom arsch zum sympathikus

ich denk, für dich sind ärsche die, für die mir die worte fehlen... also leute, mit denen man wirklich nichts mehr zu tun haben möchte... und ist wer bei mir in diesem status angelangt, dann hat er es auch seeeeeeeeeeeeeehr schwer, wieder mein vertrauen zu erlangen...

liebe grüße, pain

Ja,
so ist das wohl bei mir. Okay, man kann auch jemanden mal im Scherz als Ar*** bezeichnen, das kommt schon mal vor. Manchmal brauchts einfach einen richtig deftigen Ausdruck...

So, nun aber genug rumgear****...muss noch bissi arbeiten heute...dabei hab ich gar keine Lust dazu und würde viel lieber mit sowas von einer Ar***ruhe auf meiner Couch mit Buch, Katze und Co. abhängen.

Liebe Grüße
Isidor


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22. Mai 2003 um 10:22
In Antwort auf isidor

Ja,
so ist das wohl bei mir. Okay, man kann auch jemanden mal im Scherz als Ar*** bezeichnen, das kommt schon mal vor. Manchmal brauchts einfach einen richtig deftigen Ausdruck...

So, nun aber genug rumgear****...muss noch bissi arbeiten heute...dabei hab ich gar keine Lust dazu und würde viel lieber mit sowas von einer Ar***ruhe auf meiner Couch mit Buch, Katze und Co. abhängen.

Liebe Grüße
Isidor


griiiiiiiiiiiinz
für mich hat gestern um 16 uhr das wochenende begonnen *strahl*freu*grins*jubel*tanz*begeistert kreisch*

durchhalten... du hast ja nur mehr zwei tagerl... das schlimmste solltest schon hinter dir haben

ein ganz ein schönes wochenende, liebe grüße, pain

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22. Mai 2003 um 10:27
In Antwort auf lynne_12661553

griiiiiiiiiiiinz
für mich hat gestern um 16 uhr das wochenende begonnen *strahl*freu*grins*jubel*tanz*begeistert kreisch*

durchhalten... du hast ja nur mehr zwei tagerl... das schlimmste solltest schon hinter dir haben

ein ganz ein schönes wochenende, liebe grüße, pain

Ja, sagens amal
wie geht denn das??? *neidischbin*

Aber hast ja recht, bald hab ichs auch geschafft, aber der Tag heute ist wie angestemmt. Ich schau ständig auf die Uhr und nichts tut sich!
Wenigstens ist der Boss nicht da, da kann ich auch mal ein Zigaretterl mehr schmauchen gehn.

So, jetzt wart ich drauf, dass Mittag wird...

Isidor >>ticktackticktack<<

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22. Mai 2003 um 13:10
In Antwort auf lynne_12661553

Guten morgen frau kern
danke für dein beispiel, es trifft den nagel auf den kopf!

nicht alles, was nach borderine riecht, hat auch borderline drin... zum glück!

eine "beziehung" zu einem borderliner, ist glaube ich eine der größten "herausforderungen", die man sich "zumuten" kann... wenn man da selbst nicht 1oo pro mit beiden beinen im leben steht und selbst sehr stabil ist, kann es katastrophale auswirkungen haben... letztendlich kann man an einer borderlinebeziehung zu grunde gehen und selbst ein fall für die psychiatrie werden...

ich glaube traumfee hat es schon gesagt... wenn man sich verschiedene psychische störungen durchliest, dann findet man schnell das eine oder andere krterium, das hinweist, dass man an dieser krankheit erkrankt ist...

unterbewusst kann sich dann das verhalten ganz drastisch ändern... letztendlich "konstruiert" man sich seine psychische störung aufgrund des gelesenen... gerade wenn man nicht stabil ist, kann sich diese kettenreaktion schnell verselbständigen...

"Hier sind zwar viele erwachsene Menschen unterwegs, die alle für sich selbst verantwortlich sind, aber das Lesen der entsprechenden Seiten könnte doch bei vielen Auswirkungen haben, die einfach nicht abzuschätzen sind."

weißt frau kern, ich denk dass die leute trotzdem selbst verantwortlich sind... denn wenn mir ein laie eine "diagnose" stellt und ich zum grübeln anfang, ob ich nun daran erkrankt bin, oder nicht, dann begebe ich mich am schnellsten weg in ärztliche hände, um dies abklären zu lassen... vielleicht ist es abgehoben von mir, dass ich diesen anspruch auch an andere hab... vielleicht ist es überfordernd und unrealistisch, aber ich denk, soviel sollte sich jeder mensch wert sein... soviel hausverstand sollte jeder noch sein eigen nennen können...

weiters wird wirklich JEDESMAL auch geraten, sich in professinelle hände zu begeben... ob es dann getan wird, oder nicht, liegt in der hand des betroffenen... darauf hat unsereiner keinen einfluss...

und jezz bleibt mir noch eins... nämlich dir und herrn kern alles gute zu wünschen... dass ihr seine (und somit eure) kriese ganz schnell wieder überwunden habt!

ein schönes wochenende, ganz liebe grüße, pain

Hallo Frau Pain!
Vielen Dank für Deine guten Wünsche!
Leider verkriecht sich der Herr Kern derzeit in seinem Schneckenhaus, was ich durch recht unsensibles Verhalten und eigene Überforderung mit verursacht habe.
Ich hoffe, daß er in den nächsten Tagen daraus hervorkommt und man alles weitere konstruktiv angehen kann.

Ich denke, wer einmal so weit unten war, lernt, sich selbst besser zu beobachten und sich Hilfe zu suchen, wenn es notwendig ist. Auch abklären zu lassen, was einem denn nun genau fehlt.

Aber wenn einem sowas zum ersten Mal passiert?
Von meinen 1 1/2 schlimmen Jahren wäre ich höchstens das letzte halbe Jahr bereit gewesen, mich in Behandlung zu begeben. Leider hat mich überhaupt niemand auf diese Idee gebracht!
Nach außen hin hab ich meinen Zustand versteckt, so gut es ging. Fragen bin ich ausgewichen oder hab Ausreden angebracht, teilweise wirklich geglaubt, daß es mir einfach nur so schlecht geht, weil jeden Tag eine neue Kleinigkeit passiert ist, die mich weiter runtergerissen hat.

Es gab nur zwei Menschen, die nah genug an mir dran waren, um überhaut zu erkennen, daß ich dringend Hilfe gebraucht hätte. Und die waren vermutlich auch völlig überfordert.
Meine damals beste Freundin hat mir allerdings geholfen, indem sie mich aus meinem Schneckenhaus geholt hat und mich "gezwungen" hat, reiten zu lernen - das hat mich dann nach einer Weile aus der Krise geholt...

Das erste Jahr hätte ich mich jedenfalls mit Händen und Füßen gegen ärztliche Hilfe gesträubt!
Und ich denke, das geht wohl allen so.
Wenn man mitten drin steckt, hält man sich für normal - und auch das gehört mit zum Krankheitsbild.
Man selbst informiert sich überhaupt nicht, damit ist man in der Situation auch überfordert, die Kraft reicht dazu nicht aus.
Man schafft ja nicht mal mehr, seinen normalen Alltag zu bewältigen.

Und die nahestehenden Menschen?
Die lesen in solchen Foren, informieren sich und stoßen dabei z.B. auf Borderline.
Zum Arzt bekommt man den Betreffenden nicht, also passiert das, was Du auch schon beschrieben hast: man wird voreingenommen und bastelt sich die wildesten Konstrukte zurecht.

Das ist für mich der Punkt, weshalb ich sage, daß man mit Eigenverantwortung nicht weiterkommt.
Was nützt es dem "Gesunden" (weniger gestörten trifft es vielleicht besser ), wenn er sieht, daß was nicht paßt, aber sich die Diagnose selbst zusammenbasteln muß?
Und wie soll der "Kranke" noch eigenverantwortlich handeln?

Ich denke, das alles ist unglaublich schwer zu bewältigen.
Darum denke ich, daß man einen Hinweis auf Borderline schon geben darf, aber nur wohldosiert und nicht ohne weitere Infos zu dem Thema - oder auch andere Anregungen, was noch dahinter stecken könnte.

Liebe Grüße, harter Kern

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23. Mai 2003 um 12:22

Sollte dieser Beitrag nicht lieber ins
Gesundheitsforum?
Nein, denn Pain darf alles, was andere von ihr kritisiert bekommen.
Tststs...
Nachdenkliche Grüße zurück, MiG

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23. Mai 2003 um 12:39

Gell, ich hab dich auch ganz arg vermisst
Naja, wenn du meinst, dann gehört dieser Beitrag eben ins Beziehungsforum.
Hätte ein anderer das hier reingestellt, dann wären 100% wieder Beiträge gekommen á la "was hat das im Beziehungsforum zu suchen".
Und das brauchst du nicht abstreiten.
Na, freust dich sehr, mich wieder hier zu sehen?
Ich hätte schon viel eher wieder was hier reinschreiben sollen!

Viele gaaaaanz liebe Grüße Nur für dich!
MiG

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23. Mai 2003 um 13:38
In Antwort auf taryn_12482861

Sollte dieser Beitrag nicht lieber ins
Gesundheitsforum?
Nein, denn Pain darf alles, was andere von ihr kritisiert bekommen.
Tststs...
Nachdenkliche Grüße zurück, MiG

Borderline ist eine Krankheit
die vor allem auch die Beziehungsfähigkeit von Menschen beeinflußt und wurde deshalb in anderen Beiträgen schon erwähnt, paßt also schon hieher.

Es ist außerdem ein sehr ernstest Thema und nicht etwa auf dem Niveau zu sehen ala "Wie bastle ich einen Adventskalender".
Bis auf deinen Beitrag war es eine sehr interessante Diskussion.
Also hör auf rumzuzicken und geh woanders spielen.
o

RedDevil

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23. Mai 2003 um 14:20
In Antwort auf taryn_12482861

Sollte dieser Beitrag nicht lieber ins
Gesundheitsforum?
Nein, denn Pain darf alles, was andere von ihr kritisiert bekommen.
Tststs...
Nachdenkliche Grüße zurück, MiG

Nein,...
... ins Gesundheitsforum gehört das nicht. Wenn dann zur Psychologie. Da das Borderliner-Syndrom aber einen sehr großen Einfluss auf Beziehungen hat - und die unfachkundliche Stigmatisierung von Menschen als Borderliner Beziehungen auch stören kann gehört dieser Thread genau hier her.

Somit darf Pain nicht alles, was sie an anderen kritisiert, sondern stellt ihren Thread genau ins richtige Forum. Psychologie wäre auch gut gewesen - aber das ist ja wohl ihre Entscheidung. Soviel zu meiner Meinung.

Hoffe ich konnte deiner Nachdenklichkeit einen weiteren Anstoß geben.

LG, Ely

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24. Mai 2003 um 11:31

Ein kleiner Denkanstoss....



Wenn die Seele schreit


Ich bin so wütend, das Gefühl kriecht von der Magengegend hinauf bis zu meinem Brustkorb, mir fällt es schwer zu Atmen.
Ich habe das Gefühl ich müsste von innen her explodieren. Ich werde unruhig, ich weiß was jetzt kommt.
Meine Hand greift zum Skalpell, eigens dafür angeschafft, ich hocke mich hin und fange an zu schneiden.
Langsame und präzise Schnitte, fünf auf dem rechten und drei auf dem linken Oberschenkel. Warum ich das so genau weiß? Man sieht die Narben noch heute. Ich schaue auf meine Beine und sehe das herrlich rote Blut, es ist so lebendig. Der Druck lässt nach, die Wut vergeht, dafür kommt ein anderes Gefühl -Schmerz- ich fühle mich wie nach einem Marathon, ausgelaugt mein Herz schlägt ängstlich gegen meine Rippen. Mein Verstand taucht aus dem Nebel wieder auf und es ist schön.

Es ist Dunkel im Zimmer nur der Mond scheint zu mir herein, er ist der einzige der herein darf. Ich sehe auf meine Arme sie sind so schön, voller Blut, es tropft langsam auf den Teppich, tropf, tropf, immerzu und hinterlässt einen roten Fleck. Die Augen geschlossen und den Kopf in den Nacken gelegt spüre ich wie die Wellen des Schmerzes und der Angst verebben. Angst, ich hatte vorhin so fürchterliche Angst. Mein Ex-Freund rief mich heute Abend an um mir zu erzählen ich solle doch lieber einen HIV-Test machen da er mich betrogen habe und sich nicht geschützt hatte na ja und in der heutigen Zeit wüsste man ja nie, und da wir noch miteinander geschlafen hätten danach währe es wohl ratsam. Ich weiß das er das nur macht um mich zu quälen aber ich bekomme Angst und fange an zu schneiden.
Als mein Verstand wieder aus dem Nebel auftaucht gehe ich ins Badezimmer um mich zu verbinden, schließlich soll niemand von meinem kleinem Geheimnis erfahren.

In meinem Psychologischem Bericht steht: Frau Schmidt war auf eigenen Wunsch zu psychotherapeutischen Gesprächen bei mir. Sie berichtet das sie sich emotional erschöpft und depressiv fühle. So wie sie ihr Leben zurzeit führe ginge sie in die Selbstzerstörung.

Während der Geführten Gespräche wurden traumatisierende und kritische Lebensereignisse bearbeitet und in einem Zusammenhang mit ihrer persönlichen Entwicklungsgeschichte gebracht. Diese scheint starke Defizite in der Befriedigung emotionaler Grundbedürfnisse aufzuweisen. Vor allem werden Selbstverleugnung und Minderwertigkeitsgefühle deutlich, die ihre Körpersymptome zu intensivieren und sogar zu Selbstverletzung führen.

Zur Verhinderung einer Chronifizierung des autoaggressiven ( Selbst, unmittelbar)
Verhaltens und zugrunde liegender depressiver Symptomatik sowie von Somatisierung ist dringend psychotherapeutische Unterstützung am Heimatort angezeigt. Es sollte aufgrund der derzeitigen schwierigen privaten Lage überlegt werden, ob ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik angezeigt sein könnte.

Also auf Deutsch: Borderline


Das bin ich also: ein Borderliner
Jemand der nicht ganz dicht ist der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Jetzt hat dieses etwas also einen Namen: Borderlin. Einerseits bin ich froh aber andererseits habe ich Angst. Was ist das? Das was mich so oft dazu bringt mich zu schneiden. Immer dann wenn ich Wütend bin oder Angst habe, ist das eine Krankheit? Kann man das heilen?
Ich hab Angst.




LG
Petersilia

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24. Mai 2003 um 18:20
In Antwort auf ceri_12436226

Ein kleiner Denkanstoss....



Wenn die Seele schreit


Ich bin so wütend, das Gefühl kriecht von der Magengegend hinauf bis zu meinem Brustkorb, mir fällt es schwer zu Atmen.
Ich habe das Gefühl ich müsste von innen her explodieren. Ich werde unruhig, ich weiß was jetzt kommt.
Meine Hand greift zum Skalpell, eigens dafür angeschafft, ich hocke mich hin und fange an zu schneiden.
Langsame und präzise Schnitte, fünf auf dem rechten und drei auf dem linken Oberschenkel. Warum ich das so genau weiß? Man sieht die Narben noch heute. Ich schaue auf meine Beine und sehe das herrlich rote Blut, es ist so lebendig. Der Druck lässt nach, die Wut vergeht, dafür kommt ein anderes Gefühl -Schmerz- ich fühle mich wie nach einem Marathon, ausgelaugt mein Herz schlägt ängstlich gegen meine Rippen. Mein Verstand taucht aus dem Nebel wieder auf und es ist schön.

Es ist Dunkel im Zimmer nur der Mond scheint zu mir herein, er ist der einzige der herein darf. Ich sehe auf meine Arme sie sind so schön, voller Blut, es tropft langsam auf den Teppich, tropf, tropf, immerzu und hinterlässt einen roten Fleck. Die Augen geschlossen und den Kopf in den Nacken gelegt spüre ich wie die Wellen des Schmerzes und der Angst verebben. Angst, ich hatte vorhin so fürchterliche Angst. Mein Ex-Freund rief mich heute Abend an um mir zu erzählen ich solle doch lieber einen HIV-Test machen da er mich betrogen habe und sich nicht geschützt hatte na ja und in der heutigen Zeit wüsste man ja nie, und da wir noch miteinander geschlafen hätten danach währe es wohl ratsam. Ich weiß das er das nur macht um mich zu quälen aber ich bekomme Angst und fange an zu schneiden.
Als mein Verstand wieder aus dem Nebel auftaucht gehe ich ins Badezimmer um mich zu verbinden, schließlich soll niemand von meinem kleinem Geheimnis erfahren.

In meinem Psychologischem Bericht steht: Frau Schmidt war auf eigenen Wunsch zu psychotherapeutischen Gesprächen bei mir. Sie berichtet das sie sich emotional erschöpft und depressiv fühle. So wie sie ihr Leben zurzeit führe ginge sie in die Selbstzerstörung.

Während der Geführten Gespräche wurden traumatisierende und kritische Lebensereignisse bearbeitet und in einem Zusammenhang mit ihrer persönlichen Entwicklungsgeschichte gebracht. Diese scheint starke Defizite in der Befriedigung emotionaler Grundbedürfnisse aufzuweisen. Vor allem werden Selbstverleugnung und Minderwertigkeitsgefühle deutlich, die ihre Körpersymptome zu intensivieren und sogar zu Selbstverletzung führen.

Zur Verhinderung einer Chronifizierung des autoaggressiven ( Selbst, unmittelbar)
Verhaltens und zugrunde liegender depressiver Symptomatik sowie von Somatisierung ist dringend psychotherapeutische Unterstützung am Heimatort angezeigt. Es sollte aufgrund der derzeitigen schwierigen privaten Lage überlegt werden, ob ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik angezeigt sein könnte.

Also auf Deutsch: Borderline


Das bin ich also: ein Borderliner
Jemand der nicht ganz dicht ist der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Jetzt hat dieses etwas also einen Namen: Borderlin. Einerseits bin ich froh aber andererseits habe ich Angst. Was ist das? Das was mich so oft dazu bringt mich zu schneiden. Immer dann wenn ich Wütend bin oder Angst habe, ist das eine Krankheit? Kann man das heilen?
Ich hab Angst.




LG
Petersilia

Du arme
es tut mir leid , daß es dir so schlecht geht .... aber leider kannst nur du dir helfen ..indem du dir helfen läßt. nachem was ich nun alles so gelesen habe im net über dieses mist-syndrom ..... gibts keine heilung sondern nur linderung durch enstprechendes verhaltenstraining und durch viel viel reden und verständnis . also lerne damit zu leben .... auf den betroffenen und angehörigenseiten der borderliner findest du viele die das selbe durchmachen wie du und erwarte nicht , daß du keine rückfälle in alte verhaltensmuster bekommst .... versuch einfach zu überleben ohne dir und anderen wehzutun und zu verstehen warum du so reagierst .... nur dann nach unzähligen gesprächen und wutanfällen wirst du lernen , daß lieben und geliebt werden dir keine angst machen muß.
viel glück

Marsha

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27. Mai 2003 um 21:31
In Antwort auf megan_12750002

Hallo Frau Pain!
Vielen Dank für Deine guten Wünsche!
Leider verkriecht sich der Herr Kern derzeit in seinem Schneckenhaus, was ich durch recht unsensibles Verhalten und eigene Überforderung mit verursacht habe.
Ich hoffe, daß er in den nächsten Tagen daraus hervorkommt und man alles weitere konstruktiv angehen kann.

Ich denke, wer einmal so weit unten war, lernt, sich selbst besser zu beobachten und sich Hilfe zu suchen, wenn es notwendig ist. Auch abklären zu lassen, was einem denn nun genau fehlt.

Aber wenn einem sowas zum ersten Mal passiert?
Von meinen 1 1/2 schlimmen Jahren wäre ich höchstens das letzte halbe Jahr bereit gewesen, mich in Behandlung zu begeben. Leider hat mich überhaupt niemand auf diese Idee gebracht!
Nach außen hin hab ich meinen Zustand versteckt, so gut es ging. Fragen bin ich ausgewichen oder hab Ausreden angebracht, teilweise wirklich geglaubt, daß es mir einfach nur so schlecht geht, weil jeden Tag eine neue Kleinigkeit passiert ist, die mich weiter runtergerissen hat.

Es gab nur zwei Menschen, die nah genug an mir dran waren, um überhaut zu erkennen, daß ich dringend Hilfe gebraucht hätte. Und die waren vermutlich auch völlig überfordert.
Meine damals beste Freundin hat mir allerdings geholfen, indem sie mich aus meinem Schneckenhaus geholt hat und mich "gezwungen" hat, reiten zu lernen - das hat mich dann nach einer Weile aus der Krise geholt...

Das erste Jahr hätte ich mich jedenfalls mit Händen und Füßen gegen ärztliche Hilfe gesträubt!
Und ich denke, das geht wohl allen so.
Wenn man mitten drin steckt, hält man sich für normal - und auch das gehört mit zum Krankheitsbild.
Man selbst informiert sich überhaupt nicht, damit ist man in der Situation auch überfordert, die Kraft reicht dazu nicht aus.
Man schafft ja nicht mal mehr, seinen normalen Alltag zu bewältigen.

Und die nahestehenden Menschen?
Die lesen in solchen Foren, informieren sich und stoßen dabei z.B. auf Borderline.
Zum Arzt bekommt man den Betreffenden nicht, also passiert das, was Du auch schon beschrieben hast: man wird voreingenommen und bastelt sich die wildesten Konstrukte zurecht.

Das ist für mich der Punkt, weshalb ich sage, daß man mit Eigenverantwortung nicht weiterkommt.
Was nützt es dem "Gesunden" (weniger gestörten trifft es vielleicht besser ), wenn er sieht, daß was nicht paßt, aber sich die Diagnose selbst zusammenbasteln muß?
Und wie soll der "Kranke" noch eigenverantwortlich handeln?

Ich denke, das alles ist unglaublich schwer zu bewältigen.
Darum denke ich, daß man einen Hinweis auf Borderline schon geben darf, aber nur wohldosiert und nicht ohne weitere Infos zu dem Thema - oder auch andere Anregungen, was noch dahinter stecken könnte.

Liebe Grüße, harter Kern

Guten abend frau kern
hast du herrn kern übers we aus seinem schneckenhaus locken können? *i hope 4 u*

hast du mit ihm darüber gesprochen? vorallem, über deine überforderung? ich denk, dass er dann auch wieder etwas leichter aus dem schneckenhaus kommen kann... vorallem, wenn du ihm erklärst, dass du selbst noch nicht 1oo pro stabil bist... dass diese überforderung nicht an seiner person, sondern an der situation liegt...

man muss sooooooooooo vorsichtig bei seinen äusserungen sein... es ist immer ein tanz auf dem trapez... vorallem sind depros spezialisten in "wort im mund umdrehen"... jede äusserung wird so lange hin und hergedreht, bis sie wieder in die opferrolle fallen können *das aus eigener erfahrung in bester erinnerung hab*gg*

womit du vollkommen recht hast ist, dass man sensibler wird... man nimmt sich selbst ernster... weiß, wie man sich zu nehmen hat und wie weit man wirklich gehen darf und kann... zumindest hab ich es gelernt... und was noch ganz wichtig für mich ist "wer schon am meeresgrund war, fürchtet sich nichtmehr vor lacken."

es ist das teuflische der psychischen erkrankungen, dass einem die krankheitseinsicht fehlt... selbst wenn man schon weiß, dass etwas nicht läuft, wie es laufen soll, wehrt man sich mit händ und füß gegen professionelle hilfe... es liegt wohl auch daran, dass niemand gern zugibt "verrückt zu sein"... in unserer gesellschaft wird man noch zu schnell ins laderl "nicht ganz sauber und unfähig auf allen linien" gesteckt, wenn die seele erkrankt ist oder war... man wird seines verstand beraubt... es wird einem viel abgesprochen... man wird kritisch und diagnostizierend betrachtet... und man hat sehr schwer zu arbeiten, dass man aus dem laderl wieder rauskommt... von manchen menschen wird es einem nahezu unmöglich gemacht... vorallem, wenn diagnosen gestellt werden...

wenn ich mir die definition von borderline durchles, dann hätte mein arzt und meine therapeutin mir in meiner burn out zeit locker borderline diagnostizieren können... welch riesen glück hatte ich, dass sie es nicht taten und mit mir arbeiteten... nach dms IV war ich zu dieser zeit der paradeborderliner... und heute? viele dieser krankheitsbedingten verhaltensweisen konnte ich ablegen ich glaub, ich wär niemals so weit gekommen, hätte ich borderline diagnostiziert bekommen... ich hätte mich fallen lassen... hätte keinen sinn gesehen, weiter zu kämpfen... weiters wäre es mir nicht mehr möglich gewesen, meinen (traum)beruf weiter auszuüben!

"Was nützt es dem "Gesunden" (weniger gestörten trifft es vielleicht besser ), wenn er sieht, daß was nicht paßt, aber sich die Diagnose selbst zusammenbasteln muß?"

wer muss sich diagnosen zusammenbasteln? es reicht doch der hinweis, dass professionelle hilfe angebracht wäre... tuts der betroffene, dann ists gut, tut er es nicht, dann ists für mich auch gut... erst wenn selbst- oder fremdgefährdung eintritt sehe ich mich gezwungen zwangsmaßnahmen zu veranlassen... davor ist es noch die persönliche freiheit jedes einzelnen mit seinem leben zu machen, was er damit machen will...

es ist schwierig, in einem forum (chat,...) verantwortung zu übernehmen... man kennt die leute nicht real... wie soll man da schon groß helfen können? man kann zuhören... bei problemen raten, aber man kann einem psychisch kranken menschen nicht die therapie ersparen! man kann es schon nicht bei menschen, zu denen man eine enge bindung hat... bei fremden ist es schier unmöglich... man kann nur feststellen/hinweisen, dass etwas nicht so läuft, wie es laufen soll und dass sich derjenige mal in prof. hände begeben sollte... nur welche chance hat man, ihm dabei zu helfen? ihn dabei zu unterstützen? imho keine!

"Darum denke ich, daß man einen Hinweis auf Borderline schon geben darf, aber nur wohldosiert und nicht ohne weitere Infos zu dem Thema - oder auch andere Anregungen, was noch dahinter stecken könnte."

mhm... ich bin der diagnose borderline sehr kritisch gegenüber... meines erachtens wird zu oft borderline diagnostiziert... vorallem, wenn therapeuten mit ihrem latein am ende sind... wenn der mensch nicht eindeutig in eine andere diagnose "reinpasst"... ich glaub, es wäre mehr geholfen, wenn man immer und immer wieder darauf hinweist, dass sich der betroffene in professionelle hilfe begeben soll... ich denke, man fährt besser, wenn man sich die "diagnose" denkt... man muss nicht alles sagen, was man vermuet oder weiß... gerade bei so heiklen themen... wie soll man bei fremden wissen, in welcher dosis man seine wahrheit (seine eindrücke) einsetzen kann/darf... face 2 face ist das einfacher... da kann man eher erkennen, wie weit man gehen darf... aber in den weiten des netzes kann man schnell übers ziel schießen... vorallem, wenn wirklich eine psychische erkrankung vorliegt...

liebe grüße, ein langes, schönes wochenende für dich, deine zwergln und herrn kern, pain

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27. Mai 2003 um 21:33
In Antwort auf isidor

Ja, sagens amal
wie geht denn das??? *neidischbin*

Aber hast ja recht, bald hab ichs auch geschafft, aber der Tag heute ist wie angestemmt. Ich schau ständig auf die Uhr und nichts tut sich!
Wenigstens ist der Boss nicht da, da kann ich auch mal ein Zigaretterl mehr schmauchen gehn.

So, jetzt wart ich drauf, dass Mittag wird...

Isidor >>ticktackticktack<<

*schmunzel*
und weils so schön ist, frau isidor, darf ich die woche wieder nur drei tage arbeiten *juchatz* morgen noch, dann ist bis montag wieder ruh

liebe grüße, pain, die sich daran gewöhnen könnte, dass die arbeitswoche nur von montag bis mittwoch geht *g*

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28. Mai 2003 um 0:24
In Antwort auf lynne_12661553

Guten abend frau kern
hast du herrn kern übers we aus seinem schneckenhaus locken können? *i hope 4 u*

hast du mit ihm darüber gesprochen? vorallem, über deine überforderung? ich denk, dass er dann auch wieder etwas leichter aus dem schneckenhaus kommen kann... vorallem, wenn du ihm erklärst, dass du selbst noch nicht 1oo pro stabil bist... dass diese überforderung nicht an seiner person, sondern an der situation liegt...

man muss sooooooooooo vorsichtig bei seinen äusserungen sein... es ist immer ein tanz auf dem trapez... vorallem sind depros spezialisten in "wort im mund umdrehen"... jede äusserung wird so lange hin und hergedreht, bis sie wieder in die opferrolle fallen können *das aus eigener erfahrung in bester erinnerung hab*gg*

womit du vollkommen recht hast ist, dass man sensibler wird... man nimmt sich selbst ernster... weiß, wie man sich zu nehmen hat und wie weit man wirklich gehen darf und kann... zumindest hab ich es gelernt... und was noch ganz wichtig für mich ist "wer schon am meeresgrund war, fürchtet sich nichtmehr vor lacken."

es ist das teuflische der psychischen erkrankungen, dass einem die krankheitseinsicht fehlt... selbst wenn man schon weiß, dass etwas nicht läuft, wie es laufen soll, wehrt man sich mit händ und füß gegen professionelle hilfe... es liegt wohl auch daran, dass niemand gern zugibt "verrückt zu sein"... in unserer gesellschaft wird man noch zu schnell ins laderl "nicht ganz sauber und unfähig auf allen linien" gesteckt, wenn die seele erkrankt ist oder war... man wird seines verstand beraubt... es wird einem viel abgesprochen... man wird kritisch und diagnostizierend betrachtet... und man hat sehr schwer zu arbeiten, dass man aus dem laderl wieder rauskommt... von manchen menschen wird es einem nahezu unmöglich gemacht... vorallem, wenn diagnosen gestellt werden...

wenn ich mir die definition von borderline durchles, dann hätte mein arzt und meine therapeutin mir in meiner burn out zeit locker borderline diagnostizieren können... welch riesen glück hatte ich, dass sie es nicht taten und mit mir arbeiteten... nach dms IV war ich zu dieser zeit der paradeborderliner... und heute? viele dieser krankheitsbedingten verhaltensweisen konnte ich ablegen ich glaub, ich wär niemals so weit gekommen, hätte ich borderline diagnostiziert bekommen... ich hätte mich fallen lassen... hätte keinen sinn gesehen, weiter zu kämpfen... weiters wäre es mir nicht mehr möglich gewesen, meinen (traum)beruf weiter auszuüben!

"Was nützt es dem "Gesunden" (weniger gestörten trifft es vielleicht besser ), wenn er sieht, daß was nicht paßt, aber sich die Diagnose selbst zusammenbasteln muß?"

wer muss sich diagnosen zusammenbasteln? es reicht doch der hinweis, dass professionelle hilfe angebracht wäre... tuts der betroffene, dann ists gut, tut er es nicht, dann ists für mich auch gut... erst wenn selbst- oder fremdgefährdung eintritt sehe ich mich gezwungen zwangsmaßnahmen zu veranlassen... davor ist es noch die persönliche freiheit jedes einzelnen mit seinem leben zu machen, was er damit machen will...

es ist schwierig, in einem forum (chat,...) verantwortung zu übernehmen... man kennt die leute nicht real... wie soll man da schon groß helfen können? man kann zuhören... bei problemen raten, aber man kann einem psychisch kranken menschen nicht die therapie ersparen! man kann es schon nicht bei menschen, zu denen man eine enge bindung hat... bei fremden ist es schier unmöglich... man kann nur feststellen/hinweisen, dass etwas nicht so läuft, wie es laufen soll und dass sich derjenige mal in prof. hände begeben sollte... nur welche chance hat man, ihm dabei zu helfen? ihn dabei zu unterstützen? imho keine!

"Darum denke ich, daß man einen Hinweis auf Borderline schon geben darf, aber nur wohldosiert und nicht ohne weitere Infos zu dem Thema - oder auch andere Anregungen, was noch dahinter stecken könnte."

mhm... ich bin der diagnose borderline sehr kritisch gegenüber... meines erachtens wird zu oft borderline diagnostiziert... vorallem, wenn therapeuten mit ihrem latein am ende sind... wenn der mensch nicht eindeutig in eine andere diagnose "reinpasst"... ich glaub, es wäre mehr geholfen, wenn man immer und immer wieder darauf hinweist, dass sich der betroffene in professionelle hilfe begeben soll... ich denke, man fährt besser, wenn man sich die "diagnose" denkt... man muss nicht alles sagen, was man vermuet oder weiß... gerade bei so heiklen themen... wie soll man bei fremden wissen, in welcher dosis man seine wahrheit (seine eindrücke) einsetzen kann/darf... face 2 face ist das einfacher... da kann man eher erkennen, wie weit man gehen darf... aber in den weiten des netzes kann man schnell übers ziel schießen... vorallem, wenn wirklich eine psychische erkrankung vorliegt...

liebe grüße, ein langes, schönes wochenende für dich, deine zwergln und herrn kern, pain

Guten Abend Frau Pain!
Vermutlich könnten wir das hier noch endlos fortsetzen...

Da der Herr Kern aber noch immer nicht aus seinem Schneckenhaus kriecht und ich da langsam mit meinem Latein am Ende bin, während ich den Eindruck habe, daß Du Dich da sehr gut auskennst, würde ich mich freuen, wenn Du mir eine Mail geben könntest, unter der ich Dich erreichen kann.

Ich selber bin auch nach wie vor unter sasaone@gmx.de zu erreichen...

Meine Zwergis fahren morgen Mittag mit Oma und Opa an die Ostsee, Herr Kern reagiert weder auf Telefon, noch auf Handy, noch auf Mails, noch auf handgeschriebe Briefe (das Ganze verteilt über knapp zwei Wochen, nicht, daß der Eindruck der Belagerung entsteht) und ich werde mich die nächsten Tage wohl ein wenig der Grübelei hingeben müssen, auch wenn das nicht wirklich gut ist und wohl auch wenig Sinn macht.

Würde mich jedenfalls freuen, wenn ich mich da nochmal genauer mit jemandem austauschen könnte, der sich wirklich auskennt.
Und dazu möchte ich mich nicht so wirklich hier im Forum ausbreiten.

So, jetzt gehts erstmal schlafen...

Gute Nacht und liebe Grüße, harter Kern

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