Home / Forum / Liebe & Beziehung / Bitte um Hilfe. War ich zu eifersüchtig?

Bitte um Hilfe. War ich zu eifersüchtig?

6. November 2015 um 21:21

Bin ich krankhaft eifersüchtig?
Mein Freund hatte vor mir eine 13-jährige Beziehung, aus der ein Kind hervorgegangen ist. Sie hat ihn betrogen und schlussendlich auch verlassen, weil keine Gefühle mehr da waren. Er redete von Anfang an viel über sie und das Geschehene, was ich verstand, denn sowas tut ja schon gemein weh.

Eines Abends liegen wir dann nach dem Sex im Bett und er berichtet, dass er beim Abholen des Kindes ein Sexbuch gefunden habe, er sofort gegoogelt habe, was darin stehe und dann fragte er mich allen Ernstes, ob ich meine, dass sie mit dem Neuen sexuelle Dinge tut, die sie mit ihm nicht gemacht habe. Mich traf das sehr tief, ich konnte den Schreck aber nicht schnell genug verarbeiten und war erst einmal wie gelähmt. Da liegt er nackt mit mir im Bett und fragt mich so etwas. Da Beginn der Zweifel in mir zu wachsen, ob er sie womöglich noch liebe. Bei ihm an der Wand hingen auch lauter Photos, von ihr, von ihnen als Paar (er war nach der Trennung eingezogen und einen freundschaftlichen oder respektvollen Kontakt pflegten die beiden NICHT! Die haben sich nur provoziert).

Ein paar Tage später erzählte er mir dann, was er alles über den Neuen herausgefunden hätte, er habe offenbar seine Familie nicht verlassen, weil bei google Kleinanzeigen dieses und jenes stehen würde und die Ex und der Typ seien auch nicht mehr so oft gleichzeitig online bei whatsapp. Ummmm.

Ich habe ihm sehr ruhig gesagt, dass mir das Sorgen macht und doch ziemlich die Leichtigkeit und die Schmettleringe nimmt, da er offenbar noch an ihr hänge. Nein, auf gar keinen Fall tue er das, er liebe mich und sei endlich wieder richtig glücklich. Dass er mir das alles erzählt habe, hiesse doch nur, dass er sich wohl und aufgehoben bei mir gefühlt habe. Er hätte abgeschlossen, er würde keine neue Beziehung eingehen, wenn er nicht bereit dafür gewesen wäre. Er liebe mich. Aber der Zweifel in meinem Kopf blieb und war nicht mehr auszuräumen. Und mit der Zeit wuchs der Zweifel zu furchtbarer Angst.

Dann fand die Ex heraus, dass es mich als neue Freundin gibt (nach ca 2 Monaten) und rastete völlig aus. Knallte ihm die letzten Sachen auf die Terrasse, das Kind dürfe er nicht mehr sehen, da sie ihm nicht mehr vertraue, übernachten dürfte das Kind auch nicht mehr (ich kannte das Kind bis dato nicht, er wollte es mir nach 3 Wochen vorstellen, was ich zu früh fand und ablehnte). Und die Photos von mir an der Wand seien ohnehin das Allerletzte. Und die Wochenenden würde sie uns nun auch versauen, wenn sie gewusst hätte, dass er eine neue Freundin hat, hätte sie ihm keinen Samstagabend frei gegeben vom Kind.

Er erzählte mir das alles brühwarm, las mir die Nachrichten vor und in mir begann die Hölle zu wachsen. Hatte ich ja eh schon Angst, dass er sie noch liebt, wollte sie ihn nun offenbar auch zurück? Ich habe sehr traumatische Erlebnisse mit meinen beiden Eltern gehabt, meine Mutter ist ständig so ausgerastet wie sie und mein Vater hat mich wegen einer anderen Frau tatsächlich verstoßen und wir hatten Jahre keinen Kontakt mehr. Ich befinde mich in Traumatherapie.
Ich habe ihm das daraufhin alles erzählt und ihm gesagt, was für eine fürchterliche Verlustangst das in mir auslöst. Ich sollte mir keine Sorgen machen, die beruhige sich schon wieder. Sie sei ja nie so gewesen, sonst wäre er nicht so lange mit ihr zusammen gewesen. Weiter wurde der tägliche Streit der beiden per whatsapp an mich weiter geleitet und ich litt immer mehr. Ich bat ihn ruhig, mit ihr zu sprechen, ihr zu sagen, dass wir gerne warten, bis ich das Kind kennenlerne, aber dass ich da bin und da bleiben werde. Er versprach mir das zu tun. Ich sei ihm das wert.

Einen Tag später gerieten wir in Streit, weil sie uns (mit Ansage!) das Wochenende kaputt gemacht hat und ihm das Kind aufgedrückt hat. Er nahm sie in Schutz, das sei jetzt halt so. (Er wollte mit mir und dem Kind ein paar Monate später in den Urlaub fahren, sie wollte das nicht, also taten wir es nicht. Er wollte mir das Kind nach 3 Wochen vorstellen, was ich abgelehnt habe, da es mir zu früh erschien. Nachdem sie wusste, dass es mich gibt, hat sie verboten, dass ich das Kind überhaupt kennenlerne und nun versaute sie uns auch noch das Wochenende. Mit Ansage. Und er tat nichts dagegen. Wir stritten jedenfalls darüber, ich aus der Angst, dass wieder eine andere Frau einen Mann dazu bringt, sich von mir abzuwenden und erinnerte ihn an die Zusage vom Vortag. Er daraufhin nur: und dann? Was stellst Du dann für Forderungen? Und verließ das Haus. Wir stritten per SMS weiter und ich sagte ihm, dass er mit ihr reden muss, wenn er mit mir zusammenbleiben möchte, da ich den Druck und die Unsicherheit nicht aushalten würde. Daraufhin machte er Schluss, benutzte meinen Satz von oben und teilte mit, dass die Schmetterlinge aufgrund meines Streits weg wären.

Schrieb mir noch nen netten Brief, was für eine tolle Frau ich sei und wir sollten bitte Freunde bleiben und schrieb mir den ganzen Tag Sms. Leider liess ich mich drauf ein, fand ich das so ungerecht, denn hatte ich den eigentlichen Streit doch gar nicht angefangen, sondern sie. Ich habe immer gesagt, erst macht sie dir die Familie kaputt, dann fragt sie das Kind aus bis es mit den Zähnen knirscht und nun auch noch unsere Beziehung. Warum lässt Du das zu?

Dann gab er zu, es beendet zu haben, aus der Angst, ich könnte ihn ebenfalls verlassen. Wir versuchten es noch einmal miteinander. Erstmal als Freunde (was 3 Tage gut ging). Er sagte aber weiterhin, dass aufgrund des Streits er mich nicht mehr liebe. Klar irgendwie schon, aber nicht mehr so wie vorher. Damit das wieder so ist, müsse das Kind einbezogen werden. Nur das verbot die Ex ja und er weigerte sich strikt eine Klärung mit ihr herbeizuführen. Über Monate.

Zwischenzeitlich sprach er mich mehrmals mit dem Namen der Ex an, stellte mich Freunden mit dem Namen der Ex vor, hatte noch ein Pärchenbild als Anrufbild im Handy und der Dinge mehr.
Wir stritten oft, weil ich ihn bat, mit der Ex eine Klärung herbeizuführen (damit ich das Kind kennenlernen kann und er mich wieder liebt ich schäme mich), was er aber verweigerte. Ich würde ihm keine Sicherheit geben, dadurch dass ich ständig mit dem Thema anfange und wir streiten. Ich versuchte ihm mitzuteilen, dass ich noch weniger Sicherheit habe, er liebte mich nicht mehr so, die Ex wollte mich nicht da haben usw usw. Er nahm die Ex in Schutz wo es nur ging, er wolle Rücksicht auf ihre Gefühle nehmen, sie sei nicht so weit, das Kind sei nicht so weit, er habe Angst, dass das alles noch einmal passieren wird und er verlassen wird. Aber das Gespräch wurde vermieden.

Ich habe ihm tatsächlich irgendwann nicht mehr geglaubt, dass er sie nicht mehr liebt. Da konnte er sagen, was er wollte.
Am Geburtstag seines Kindes sagte er dann: vor 5 Jahren als das Kind geboren wurde, hatte ich Familie, Haus und Kind. Und was habe ich jetzt noch? Nichts. Ich habe gar nichts mehr.
Das hatte mal wieder alles nichts mit mir zu tun und ich reagierte angeblich wieder völlig über. Er sei schließlich mit mir zusammen, nicht mit ihr. Ich entgegnete, dass ich aber offenbar nichts für ihn sei, da nannte er mich streitsüchtig und dass ich die Dinge falsch verstehen wolle.

Wir buchten einen Urlaub und 10 Tage vor Abflug teilte er mir dann mit, dass wir noch eine andere Frau dabei hätten. Ich mich sehr gewundert und gefragt, wer das denn sei. Er erzählte, dass er sie letztes Jahr im Urlaub kennengelernt hätte. Ich fragte, wieso er mir nicht vorher sage, dass sie auch mit kommt, würde ich schon komisch finden. Und ob sie bei uns im Hotel schlafen würde. Er wurde sehr kalt und sagte, ich würde ihm einfach nicht vertrauen und was diese Ausfragerei solle, er sei nicht bei Gericht. Und außerdem hätte ich doch schon immer einen Dreier gewollt? (völliger Quatsch!). Und wir würden die da halt mal treffen, sonst nichts. Äh, Du hast eben gesagt, wir haben die dabei? Ich solle nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, das sei ja furchtbar mit meiner Eifersucht.

Eine Mitarbeiterin von ihm trennt sich gerade von ihrem Mann. Er traf sie auf einem Rummel, ob zufällig oder nicht, weiss ich nicht. Da durfte ich nicht dabei sein, weil er das Kind dabei hatte. Ihr Mann in Scheidung sah die beiden dann und setzte das Gerücht in die Welt, dass die beiden was miteinander hätten. Fand er total witzig und erzählte es gleich der ganzen Welt. Mir erzählte er es gleich mehrere Tage hintereinander, wie lustig das doch sei. Und als ich dann eines Abends über etwas Wichtiges was uns betraf reden wollte, lenkte er ab und fragte mich eine rechtliche Frage über die Scheidung seiner Mitarbeiterin (hatte die Tage davor bereits zahlreiche beantwortet). Ich sagte daraufhin total genervt: hast du echt was mit der oder was, du redest ja seit Tagen von nichts anderem mehr. Woraufhin mir wieder Wut und Kälte begegnete. Ich dachte nie wirklich, dass er was mit der hat, ich war nur genervt, weil die plötzlich ständig Thema war.

Ein paar Tage später machte ich nach weiteren Vorfällen Schluss. Ich konnte nicht mehr. Im Kopf war ich tief überzeugt, dass er die Ex noch liebe bzw mich jedenfalls nicht liebe. So verhält sich kein Mann, der verliebt ist, fand ich. Er liess mich auch nach all den Verletzungen immer weinen, nahm nicht nicht in den Arm, tröstete oder entschuldigte sich nicht. Es war immer mein Fehler und je trauriger ich wurde, desto kälter wurde er.
Er beteuerte aber immer, mich wirklich geliebt zu haben und ich hätte mit meiner Eifersucht alles kaputt gemacht. Ich könnte niemandem vertrauen und wenn man sich in immer kürzer werdenden Abständen so streitet wie wir, dann sei es besser es zu lassen. Erst würde ich ihm einreden wolle, er liebe die Ex, dann die Urlaubsbekanntschaft und dann die Kollegin (bei denen habe ich nie gedacht, dass er die lieben würde!)

Ich habe wirklich Probleme zu vertrauen, das ist richtig. Das habe ich ihm auch erzählt. Aber ich weiss gerade nicht, ob ich alles in einer großen selbsterfüllenden Prophezeiung kaputt gemacht habe und völlige Gespenster gesehen habe oder ob ich berechtigte Zweifel hatte und er meine Schwäche nutzt, um mir die Schuld in die Schuhe zu schieben. Geliebt gefühlt habe ich mich jedenfalls nicht.






Mehr lesen

7. November 2015 um 16:00

Tja
ich habe ihn einfach so geliebt... bis ich wirklich keine Kraft mehr hatte und Schluss gemacht habe. Aber die Dissonanz in meinem Kopf bleibt halt

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

9. November 2015 um 0:57

Echt krass deine story

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club