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Bitte Hilfe - heftiges Beziehungschaos

22. April 2009 um 20:59

Hallo,

ich habe ein riesen Problem, über das ich unbedingt reden muss, und ich ergoffe mir auch einige Ratschläge.

Ich bin verheiratet und habe ein 18 Monate altes Kind.
Vor fünf Jahren habe ich mich bereits in einen Kumpel verliebt. Da dieser jedoch verheiratet ist lies ich alles geheim.
Nun hat er sich von seiner Frau (und seinen 2 Kindern) getrennt.
Ich war am Anfang der Ansprechpartner für ihn, hatte immer ein offenes Ohr und merkte auch bald, dass er seine Frau aus Gründen verlassen hat, die ich nachvollziehen kann, da ich mit meiner Ehe selbst auch schon länger nicht mehr zufrieden bin, und seine Frau sowie mein Mann ähnlich ticken.
Wir haben uns dann öfters mal zum Reden getroffen, mein Mann war zu dieser Zeit geschäftlich außer Haus.
Der Kumpel erzählte mir auch, dass er seit einem Jahr eine andere Frau liebt, die jedoch, solange er verheiratet ist, keine öffentliche Beziehung mit ihm haben möchte, außerdem liebt sie ihre Freiheit.
Kurz und gut, wir beide haben uns sehr gut verstanden und sind schließlich auch im Bett gelandet.
Das ganze geht nun fast 2 Monate. Ich fühle mich super, wenn ich mit ihm zusammen bin - es geht mir richtig gut.
Leider hat er mir jetzt mitgeteilt, dass er die Frau, die er liebt, wieder getroffen hat. Er hat mir auch gesagt, dass er offen und ehrlich sein will, und gibt zu, dass er sie wohl sein ganzes Leben lieben wird, egal ob sie je ein Paar werden oder nicht.
Was soll ich machen? Für ihn würde ich sogar meinen Mann verlassen...
Wir treffen uns, jetzt leider nur noch, 1 mal die Woche - die andere Frau sieht er seltener.

ich hoffe, dass ich hier einen ehrlichen Rat oder eine Meinung bekomme - bin nämlich ziemlich fertig.

Liebe Grüsse und vielen Dank

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22. April 2009 um 23:07

Keine Chance
Guten Abend,

die Antwort findest du in deinem eigenen Text. Der Mann, mit dem du seit zwei Monaten eine Affäre hast, LIEBT eine andere Frau. Er hat es dir gesagt und ihm ist zu glauben. Wenn diese andere Frau auch nur mit dem kleinen Finger winkt, ist er weg. Er wird jede Chance ergreifen, die er im Bezug auf sie bekommen kann.
Dann wird er ganz schnell und sang- und klanglos die Affäre mit dir beenden.
Du bist gerade dabei, dich in einen Mann zu verlieben, der dieses Gefühl nicht erwidert. Du bist chancenlos! Wenn es dir nur um die Affäre ginge, nur um den Sex, weils gerade so passend ist - so what.
Aber du investierst Gefühl und dadurch wirst du zwangsläufig diejenige sein, die am Ende verlieren wird - und zwar alles.
Mach einen harten Schnitt und beende die Affäre, schnell, bevor du noch weiter emotional da rein rutschst.
Überlege bitte auch, ob deine Ehe es nicht Wert wäre, gerettet zu werden. Du hast ein Kind mit deinem Mann. Bevor du den unsinnigen Gedanken verfolgst, diese Ehe weg zu werfen für einen Mann, der dich schneller eintauschen würde für eine bestimme Frau als du seinen Namen sagen kannst.
Dir fehlt was in deiner Ehe. Meinst du, du könnest mit deinem Mann darüber reden, was dir fehlt? Vielleicht fehlt ihm ja auch etwas und ihr könntet es zusammen anpacken. Und bitte mach nicht den Fehler und gestehe deinem Mann die Affäre. Begrab sie einfach.

Ich wünsche dir Kraft! Liebe Grüße, Jane

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24. April 2009 um 4:42

@ Hotte 1966
Hallo erstmal,

ich habe mir lange überlegt, ob ich antworten möchte. Denn ich lese aus deinem Beitrag eine Streitlust mir gegenüber, die mich verblüfft. Warum so emotional? Weil ich Hirses fremd gehen als solches gar nicht verurteile? Das stimmt, das tue ich nicht.
Hirse2 hat um Rat gebeten, nicht um Verurteilung. Es hilft ihr nicht, wenn man sie als "dumm, naiv oder berechnend" tituliert. Ich habe die Situation analysiert und versucht, einen Weg raus aufzuzeichnen. Der wahrscheinlich schon daran scheitern wird, dass sie diesen Mann liebt, der sie nur als Lückenfüller benutzt und sich deshalb ihrer Hoffnung hingeben wird, anstatt einen Schnitt zu machen. Aber vielleicht auch nicht.

Die Tatsache, dass Hirse2 bereit wäre, für ihre Affäre, wenn er sie denn haben wollte, ihren Mann zu verlassen, spricht dafür, dass ihre Ehe am Ende ist. Nichtsdestotrotz ist es ihre Aufgabe darüber nachzudenken und eine bewusste Entscheidung zu treffen, sich von ihrem Mann zu trennen (völlig unabhängig von dem anderen) oder sich ihm wieder anzunähern. Einfließen lassen sollte sie in ihre Entscheidung die Existenz ihres Kindes. Denn Kinder brauchen ihre Väter und das besser nicht nur alle 14 Tage am Wochenende.

Und nun noch zum Schluss: ich bin der Überzeugung, dass es niemandem, außer einem selbst hilft, eine Affäre ohne Not zu beichten. Man entlastet damit sein eigenes Gewissen auf Kosten seines Partners. Begraben, tief drin und still ruht der See. Ich würde nicht wissen wollen, ob mein Mann fremd geht. Und ich würde es selbst nicht sagen. Anders sieht es aus, wenn der Partner etwas weiß oder vermutet, denn dieser Verdacht ist quälend. Dann ist es Zeit, reinen Tisch zu machen.

Gruß, Jane

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24. April 2009 um 18:40

Danke für diese Diskussion, Hotte1966
so macht es tatsächlich Spass, mit dir zu diskutieren, Jürgen. Und ich fühle mich diesmal auch nicht angegriffen.
Ich gebe dir in vielen Punkten Recht, die du dargelegt hast. Deine Definitionen von "berechnend, naiv und dumm" in Bezug auf diesen Fall treffen meines Erachtens durchaus zu.
Aber ich bleibe dabei, mir steht es nicht zu, ihr das an den Kopf zu werfen. Sie will einen Weg aus ihrer Situation finden (zumindest habe ich ihr Post so interpretiert) und es hilft ihr nicht, wenn ich sie beschimpfe. Und wenn ich ihr nicht hätte helfen wollen, dann hätte ich gar nicht geantwortet.
ABER ich habe mitnichten irgendwo in meiner Antwort ein "Schulterklopfen", Jürgen oder ein "ist doch nicht so schlimm" oder "kann ja mal vorkommen". Diese Stelle müsstest du mir in meiner Antwort schon zeigen.

Ich habe auch nirgens behauptet, dass es einen schmerzfreien oder "sauberen" Weg aus der Situation gibt. Der Weg, den ich aufgezeigt habe, verlangt von ihr den Schmerz des schnellen und totalen Schnitts mit dem Mann, den sie liebt - aber nicht bekommen wird. Bei diesem Weg wird sie leiden, anfangs sogar ziemlich stark - und ich kann nicht beurteilen, wie leidensfähig Hirse2 ist.
Der in jedem Fall gekniffene ist der Ehemann. Für ihn gibt es nämlich gar keine Lösung, die ihn nicht beeinträchtigt. Das löst beim Leser ein Gefühl von Ungerechtigkeit aus, denn er ist nun mal der Betroffene (im wahrsten Sinn des Wortes). Verlässt sie ihn, muss er mit all den Emotionen klar kommen, die das bei ihm auslösen wird; bleibt sie, dann ist er vielleicht auf Dauer nur der Notnagel. Im ersten Fall hat er die Chance, neu anzufangen - im zweiten Fall kann man für ihn nur hoffen, dass er es nicht merkt - oder selbst auf den Trichter kommt, dass seine Ehe am Ende ist. Da gebe ich dir völlig Recht, eine "saubere" Lösung gibt es nicht.

Tja, die Sache mit dem Kind. Du hast einen emotionalen Blick auf den Fall. Du hast selbst geschrieben, dass dich die Daten "bewegt" hätten. Das ist kein Grund, dich zu verteufeln, auch nicht, dass du dieses Verhalten verantwortungslos hältst. Es ist nur eine andere Herangehensweise als meine. Warum, weshalb, wieso dieses Kind entstanden ist, was die Motivation dahinter war, schwanger zu werden, das weiß ich nicht, weil Hirse2 es nicht geschrieben hat. Ich weiß nur, dass es dieses 18 Monate alte Kind gibt - und dass es ihre Pflicht ist, in ihre Entscheidungen das Wohl dieses Kindes mit einzubeziehen.

Schwangerschaften entstehen aus vielerlei Gründen. Natürlich aus dem Wunsch nach Krönung einer Partnerschaft und Liebe. Aber auch: aus dem mehr verzweifeltem Wunsch nach Liebe, nach Nähe, nach gebraucht werden. Aus dem Wunsch heraus, eine Partnerschaft zu retten, die eigentlich nicht mehr rettbar ist, was man sich aber nicht eingestehen möchte. Aus der Panik vor dem Alter und der biologischen Uhr, aus dem Zugeständnis an den Partner, weil der unbedingt eines möchte und und und. Verstehe mich nicht falsch, bis auf den ersten Grund sind das alles irrationale, z. T. verantwortungslose, verzweifelte Gründe. Welcher hier zutrifft, weiß ich nicht und da maße ich mir auch kein Urteil an. Es macht mich auch nicht fassungslos, weil ich weiß, dass Menschen im zwischenmenschlichen Bereich nicht reflektiert und rational handeln.

Der letzte Punkt - wo kein Kläger, da kein Richter. Ja, das stimmt. Dann gibt es Straffreiheit. Dann hat aber auch keiner einen Schaden, Jürgen. Auch die oder der Betrogene nicht. Das ist das, was die allermeisten Fremdgänger anstreben. Und wenn es raus kommt - der berühmte dumme Zufall - dann heißt es, Verantwortung übernehmen für das eigene Handeln. Fremdgehen ist eine Freiheit, die man sich herausnimmt, dazu muss man dann auch stehen.

Es hat mich gefreut, Jürgen - auch wenn mir klar ist, dass wir in der Bewertung von "Fremdgehen" wahrscheinlich wirklich weit voneinander entfernt liegen.
Gruß, Jane

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