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Bitte helft mir, bin am Ende meiner Kraft

22. Juni 2010 um 13:41

Hallo zusammen,

mein Freund und ich sind seit über einem Jahr zusammen. Das ist zwar nicht so lange, aber für uns beide war es die große Liebe von Anfang an.
Nun hatten wir in letzter Zeit viele Probleme, so dass ein ständiges Auf und Ab unseren Alltag prägte und sogar Kleinigkeiten richtig eskaliert sind.
Irgendwann fassten wir uns endlich ein Herz und sprachen über unsere Fehler und sahen ein, dass wir beide daran Schuld waren, dass uns aber nichts auf dieser Welt trennen könne. Wir beschlossen noch einmal bei Null anzufangen und uns keine Vorwürfe mehr zu machen.
Oberflächlich betrachtet klappte das auch gut. Wir stritten nicht mehr, redeten über aufkommende Ungereimtheiten etc.
Doch innerlich konnte ich das alles nicht verarbeiten. Ich weinte oft, wenn ich alleine war, konnte kaum essen und fühlte mich irgendwie allein.
Selbst auf der Arbeit wurde ich täglich gefragt, ob alles in Ordnung mit mir sei.
Da mich der ganze Streit der vergangenen Zeit so runter riss, schrieb ich meinem Freund einen Brief wie es in mir aussieht. Wirklich komplett ohne Vorwürfe. Ich schilderte ihm meine Ängste und dass mich diese Streitigkeiten so traurig machten, dass ich an unserer gemeinsamen Zukunft zweifle und Angst habe, daran zu zerbrechen.
Ich bat ihn, in dieser schweren Zeit für mich da zu sein, da ich ich momentan mehr denn je brauchte.....
Gestern rief mein Freund an, nachdem er den Brief gelesen hatte und war richtig fassungslos. Er sagte, das alles käme für ihn aus dem Nichts und es wäre schwer für ihn damit umzugehen. Ich verstand das natürlich, doch ich bat ihn, einfach für mich da zu sein, damit ich diese Blockade in mir überwinden konnte.
Er war sehr zuvorkommend und versicherte mir, für mich da zu sein. Heute Abend wollte er zu mir kommen, doch nun kommts:
Heute Morgen rief er an und sagte, dass das Alles zu viel für ihn sei, dass er die ganze Nacht nicht schlafen konnte und es ihm so schlecht ginge, dass er erst einmal ein paar Tage seine Ruhe bräuchte, um alls zu verarbeiten.

Für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht. Ich bettelte förmlich um seine Zuneigung, doch bekam stattdessen einen Arschtritt.
Er meinte, ich sei zu egoistisch und könne nicht erwarten, dass er für mich da ist, wenn es ihm selbst schlecht ginge. Und im Endeffekt wäre es ja meine Schuld, da für ihn in letzter Zeit alles perfekt war und er nicht verstehen könne, warum ich mir selbst solche Probleme machte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir trennten uns am Telefon. Einfach so. Nach über einem Jahr.

Ich fühle mich leer. Spüre weder Wut noch Trauer, bin einfach nur fertig mit den Nerven.
Ich begreife das nicht. Dieser Brief war ein Hilfeschrei und die dringende Bitte nach seiner Zuneigung.

Ich weiß gerade wirklich nicht, was ich von seiner Reaktion halten soll.
Habe ich da wirklich zu viel verlangt?
Ich wollte doch einfach nur, dass er für mich da ist und jetzt mache ich mir tierische Vorwürfe.

Bitte sagt mir eure Meinungen, ich kann das Ganze gerade nämlich überhaupt nicht objektiv betrachten.

Danke euch vielmals im Voraus .

LG

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22. Juni 2010 um 13:57


das problem wir gewesen sein, dass du ihm einen brief geschrieben hast...
er hat es gelesen, wenn du ihm alles von angesicht zu angesicht gesagt hättest, dann wäre es bestimmt anders gelaufen....

er hätte an deiner körpersprache sehen können, wie mies es dir geht...
jetzt hatte er aber nur einen brief ohne note....

zu viel hast du nicht verlangt, aber vll euer beidseitiges versprechen gebrochen über alles zu reden...
für ihn war klar, dass alles persönlich zu bereden, für ihn war also klar dass alles passt - aber du wirfst ihn aus den wolken mit deinem brief...

denke mal er bekommt sich wieder ein, lass ihm einbisschen zeit

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22. Juni 2010 um 14:13

Da stimme ich zu.......
ich denke, das es alles nur kurzschlussreaktion war, weil er überfordert war, mit der lage.

die tipps von den threadleserinnen kannst du wenn du willst, gerne berücksichtigen.......
ich an deiner stelle würde es tun

alles gute für euch!

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22. Juni 2010 um 14:15

Hmm
erst einmal lieben dank für eure antworten.
ja, ihr habt recht, er ist wirklich verletzt. ich kann das auch wirklich nachvollziehen und ich habe ihm auch gesagt, dass ich weiß wieviel ich da von ihm erwarte.

mein problem ist jedoch, dass ich ihm nicht diese paar tage zeit lassen möchte. ich weiß, das klingt sehr egoistisch. doch ich brauche ihn JETZT. es bringt mir nichts, wenn er sich in 3 tagen bei mir meldet. das ganze macht es sogar noch viel schlimmer.
ich habe ihm deutlich gemacht wie wichtig er mir in diesem moment ist.
ein partner sollte doch immer für einen da sein. und gerade in solchen schwierigen situationen.
ich schrieb ihm diesen brief mit dem apell, dass ich ihn im moment mehr denn je brauche, doch er macht genau das gegenteil .

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22. Juni 2010 um 14:25

Du hast ja Reecht
Aber ich wäre sofort für ihn da. Ich würde sofort zu ihm fahren und ihn einfach nur in den Arm nehmen. Doch er sagte mir klipp und klar, dass er ein paar Tage alleine sein will.

Das klingt für Außenstehende vllt easy, aber in unserer ganzen Beziehung gab es nicht mal einen halben Tag, an dem wir keinen Kontakt hatten.

3 Tage sind da für mich eine Ewigkeit, vor allem, wenn man die Tatsache bedenkt, dass ich ihn doch gerade jetzt am meisten brauche .

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22. Juni 2010 um 14:49

Oh je
so habe ich das ganze tatsächlich nicht betrachtet.
vermutlich hast du komplett recht mit deinem geschriebenen. während des lesens deiner antwort hatte ich das gefühl, das könnten die worte meines freundes sein... zumindest wenn er mit mir reden würde.

was soll ich denn nun tun?
ich habe versucht ihn anzurufen, doch er reagiert nicht, obwohl ich weiß, dass er gerade zeit hat.
soll ich ihm wirklich diese paar tage ruhe geben?
irgendwie fühle ich mich dadurch aber auch nicht fair behandelt. er stellt mich als egoistin dar und im endeffekt läuft es nach seiner nase...

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22. Juni 2010 um 16:00


oh man, du wirst es nicht glauben, aber im nachhinein schäme ich mir richtig für mein verhalten.
du hast die gedanken und gefühle meines freundes auf den punkt getroffen. er hat mir beinahe die selben sachen gesagt, nur dass ich sie bei ihm nicht richtig begriffen habe.
danke, dass du mir die augen geöffnet hast.

lg

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23. Juni 2010 um 13:48

Update...
Mein Freund hat gestern zurück gerufen und meinte, dass er weiterhin mit mir zusammen sein möchte, aber erst einmal ein paar Tage zum Nachdenken bräuchte. Er möchte in dieser Zeit keinen Kontakt und bittet mich dieses zu akzeptieren, da er den Kopf frei kriegen möchte. Er sagt, dass er mich über alles liebt und auch für immer mit mir zusammen sein will, dass er das Geschehne aber verarbeiten möchte, da ihn mein Verhalten sehr aus der Bahn geworfen hat. Er meint, er hätte nun riesige Angst, dass ich ihn aus dem Nichts verlassen könne, weil der Brief und meine darin geschilderte Unzufriedenheit auch aus dem Nichts kämen. Er macht sich tierische Vorwürfe, dass er mir wohl nicht genug geboten hätte und in seinen Augen versagt hat, obwohl er immer das Beste für mich/uns wollte.

Ich verstehe ihn natürlich. Und es tut mir leid, dass ich ihn verletzt habe. Ich habe viele Fehler in unserer Beziehung gemacht, zu viel an ihm rumgemeckert und ihm zu wenig vertraut.
Ich möchte ihm diese paar Tage geben, damit er wieder zu sich findet.

ABER ich leide sehr darunter. Ich fühle mich total im Stich gelassen. Ich schrieb diesen Brief, weil ich meinen Freund jetzt brauche. Doch nun bin ich so allein wie noch nie.
Als ich vor einigen Wochen wegen der vielen Streits eine Auszeit wollte, hat er Tag und Nacht angerufen, geweint und stand plötzlich auch vor meiner Tür. Es gab keine Stunde, in der er sich nicht meldete, weil er solche Angst hatte mich zu verlieren.
Und nun erwartet er, dass ich Verständnis zeige und meint, ich würde ihn zu sehr unter Druck setzen. Es verletzt mich ungemein, dass er nicht für mich da ist und dass er nun Rücksicht von mir erwartet.

Ich werde ihm diese Zeit lassen, aber es geht mir dabei nicht gut und ich frage mich mittlerweile wirklich, ob das der Mann fürs Leben sein soll. Ich erkenne ihn nicht wieder. Er war immer so verständnisvoll und nun stehe ich auf einmal alleine da.

Bin ich wirklich die Egoistin, so wie er es sagt, oder ist er es? Ich weiß es langsam wirklich nicht mehr .

Und wie soll ich nach diesen paar Tagen mit ihm umgehen? Wieder so tun als ob nichts gewesen ist?
Wenn ich ihm sage, dass ich mich sehr alleine und im Stich gelassen gefühlt habe, dann ist es ja direkt wieder ein Vorwurf .

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