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Bindungsangst

16. April 2010 um 18:28

Hallo,

ich bin einer ganz tollen Frau befreundet und wir empfinden beide mehr für einander, allerdings will es nicht sein, denn sie hat offensichtlich ein Problem: Bindungsangst.
Ich möchte euch um Rat fragen. Hab schonmal in einem anderen Forum um Hilfe gebeten, hier die Vorgeschichte, wie ich vor kurzem gedacht habe und was passiert ist:

http://www.lovetalk.de/thema-liebe-als-diskussionsgru ndlage/97801-beziehungsformen-und-tre nnlinien.html

Dann hatte ich vorgestern dort geschrieben:

Hatte gerade ein längeres Gespräch mit ihr. Ich hab ihr gesagt, dass sie mir wichtig ist und dass ich was für sie empfinde.
Sie hat zugegeben, dass ich ihr auch was bedeute und dass sie mich auch vermisst hat, als ich vor ner Weile 3 Wochen weg war.
ABER sie will keine feste Beziehung. Und zwar kämpfen in ihr wohl zwei Seiten gegeneinander an: einmal die positive, dass sie mich mag, was empfindet und oft auch glücklich darüber denkt.
Dann die negative, dass sie ein generelles Problem hat, was mit mir nichts zu tun hat, dass sie sich nicht binden will, Angst vor Einengung hat und deswegen keine Beziehung will. Dass sie viel Zeit für sich braucht und sich es im Moment nicht vorstellen kann, eine Beziehung zu führen.
Ich will allerdings die Hoffnung nicht aufgeben, da sie mir sehr wichtig ist. Ich habe auch kein Problem damit, sie selten zu sehen, bin kein Klammeraffe und habe das ihr auch gesagt. Ich will nur das Vertrauen und am liebsten Liebe geben und erhalten können.
Was würdet ihr in meiner Situation tun? Bin ratlos.

Und heute noch einmal:

Also im Moment sieht es nicht so gut aus, sie will einfach keine Beziehung.
Es wird erstmal darauf hinauslaufen, dass wir den Körperkontakt einschränken und weiter normal befreundet bleiben. Kontaktsperre will ich nicht, hat mir schon letztes Jahr weh getan. Wenn ich zur Überzeugung gelangen würde, dass sie einfach nicht die Richtige für eine feste Beziehung ist und sie sich auch in der Hinsicht nicht ändern kann, käme ich wohl auch ganz gut damit klar. Vielleicht klappt die Freundschaft mit Körperkontakt, die sie möchte, auch dann irgendwann von meiner Seite aus, zwischenzeitlich hab ich ja auch gedacht, es klappt gut so. Vielleicht bessere körperliche Nähe als nichts?
Allerdings sagt mir mein tiefes Inneres, dass sie doch die Richtige ist. Und als ich ihr genau das gesagt habe, sagte sie sogar, dass die das auch manchmal denkt.
Sie hat jedenfalls auch Gefühle für mich, die allerdings durch ihre Einstellung, den Unwillen, sich zu öffnen, nicht stark genug zu werden scheinen, dass sie über ihre Angst siegen könnten. Vielleicht muss ich es irgendwie schaffen, ihre Gefühlswelt eskalieren zu lassen? Vielleicht muss sie die Gefühle noch ein wenig weiter in sich hineinfressen, bis sie irgendwann ausbrechen? Dass man wirklich gemerkt hat, wie viel sie für mich empfindet, war immer - dieses sowie letztes Jahr - bevor etwas gelaufen ist, also bevor sie es dann "sicher hatte". Vielleicht hilft in diesem Fall wirklich das Motto: Man vermisst nur das, was man nicht hat.
Aber ich kann ihr ja jetzt, nachdem ich ihr gesagt habe, wie viel sie mir bedeutet, nicht einfach den kalten Rücken zeigen (bzw. weiß nicht, wie). Wie gesagt, Kontaktsperre will ich nicht. "Normale" Freundschaft könnte vllt ein Weg sein, denn da haben sich ja wie gesagt auch ihre Gefühle am meisten gezeigt. In den langen, tiefgründigen Gesprächen auf einer Wellenlänge bis tief in die Nacht, bei denen sie aber nicht das sichere Gewissen hatte, in jedem Moment meine körperliche Nähe genießen zu dürfen...

Wie soll es weiter gehen?
War schonmal jemand in einer solchen Situation und hat sie gemeistert?

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16. April 2010 um 20:06

Hi Karly
Haben sich ihre Eltern scheiden lassen, als sie noch ein Kind war?

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16. April 2010 um 20:11
In Antwort auf zina_12650781

Hi Karly
Haben sich ihre Eltern scheiden lassen, als sie noch ein Kind war?

Hi
Nein, sie hat eigentlich keine tragischen Verluste erlitten, ihre Familie ist intakt!
Sie hatte eine zweijährige Beziehung und meinte, dass es letztes Jahr zwischen uns vllt nicht klappt, weil sie erst 1/4 Jahr später (die Beziehung war aber als wir uns kennen lernten schon 2 Jahre vorbei!) sich nochmal mit ihm getroffen hatte und realisierte, da er auch eine Neue hatte, dass sie gar nicht mehr zusammen sind.
Allerdings hatte SIE sich damals von ihm getrennt!
Sie meint, dass sie seit ihrem Studium, seit sie nicht mehr daheim wohnt, ein ganz anderer Mensch geworden sei, dass sie sich so emotionslos gegenüber anderen fühlen würde. Wenn sie daheim ist bei ihrer Familie, kann sie sich wohl auch nicht mehr so richtig einleben.
Vielleicht ist sie mit dem Schritt ins von der Familie unabhängige Leben noch nicht so richtig klar gekommen?

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16. April 2010 um 23:25
In Antwort auf karly140

Hi
Nein, sie hat eigentlich keine tragischen Verluste erlitten, ihre Familie ist intakt!
Sie hatte eine zweijährige Beziehung und meinte, dass es letztes Jahr zwischen uns vllt nicht klappt, weil sie erst 1/4 Jahr später (die Beziehung war aber als wir uns kennen lernten schon 2 Jahre vorbei!) sich nochmal mit ihm getroffen hatte und realisierte, da er auch eine Neue hatte, dass sie gar nicht mehr zusammen sind.
Allerdings hatte SIE sich damals von ihm getrennt!
Sie meint, dass sie seit ihrem Studium, seit sie nicht mehr daheim wohnt, ein ganz anderer Mensch geworden sei, dass sie sich so emotionslos gegenüber anderen fühlen würde. Wenn sie daheim ist bei ihrer Familie, kann sie sich wohl auch nicht mehr so richtig einleben.
Vielleicht ist sie mit dem Schritt ins von der Familie unabhängige Leben noch nicht so richtig klar gekommen?

Hmmm
Ist Ihre Familie, insbes. der Vater sehr leistungsorientiert oder opfert sich ihre Mutter für Vater und Kinder auf? Hat Deine Freundin eine sehr vollkommene und genaue Vortellung von ihrem zukünftigen Leben? Hat sie eine Figur, die sich ohne Sport/Diät nicht aufrecht erhalten läßt?

Eine überentwickelte rationale Ader kann viele Ursachen in der frühen Kindheit haben. Das kommt erst dann richtig zum Vorschein, wenn es darum geht, ausserhalb der Familie Bindungen, die auf Vertrauen beruhen, einzugehen. So wie Du sagst, ist der Einstieg ins eigenständige Leben dann stark belastet.

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17. April 2010 um 4:41
In Antwort auf zina_12650781

Hmmm
Ist Ihre Familie, insbes. der Vater sehr leistungsorientiert oder opfert sich ihre Mutter für Vater und Kinder auf? Hat Deine Freundin eine sehr vollkommene und genaue Vortellung von ihrem zukünftigen Leben? Hat sie eine Figur, die sich ohne Sport/Diät nicht aufrecht erhalten läßt?

Eine überentwickelte rationale Ader kann viele Ursachen in der frühen Kindheit haben. Das kommt erst dann richtig zum Vorschein, wenn es darum geht, ausserhalb der Familie Bindungen, die auf Vertrauen beruhen, einzugehen. So wie Du sagst, ist der Einstieg ins eigenständige Leben dann stark belastet.

Hi
Ne, all das überhaupt nicht! Sie studiert, weil es ihr Spaß macht, hat eigentlich gar kein stressiges Studium. Sie ist sehr schlank und wunderhübsch...
Sie ist eigentlich ein total lieber, zufrieden scheinender Mensch, man würde nie auf die Idee kommen, dass sie solche Ängste hat, wenn man sie nicht besser kennt...

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17. April 2010 um 11:21
In Antwort auf karly140

Hi
Ne, all das überhaupt nicht! Sie studiert, weil es ihr Spaß macht, hat eigentlich gar kein stressiges Studium. Sie ist sehr schlank und wunderhübsch...
Sie ist eigentlich ein total lieber, zufrieden scheinender Mensch, man würde nie auf die Idee kommen, dass sie solche Ängste hat, wenn man sie nicht besser kennt...

An wirkliche Bindungsangst...
... glaube ich persönlich nicht. Ich denke, es geht darum, dass man Angst hat, sich auf eine BESTIMMTE Person einzulassen (nicht Angst vor Bindung generell), weil man innerlich einfach weiß, dass die Person nicht diejenige ist, mit der man WIRKLICH zusammensein will, obwohl man sich "irgendwie" angezogen fühlt, aber nicht so richtig, es fehlt was. Dann lässt man sich auf Freundschaft ein, auf tiefgründige Gespräche, auch mal kuscheln, was auch immer... Aber mehr nicht, davor schreckt man zurück, weil man irgendwie spürt: Man will keine richtige, hundertprozentige Bindung zu diesem Menschen...

Und wenn einem dann jemand über den Weg läuft, der wirklich zu einem passt, spürt man das. Denn dann hat man plötzlich das Gefühl, alles mit demjenigen machen zu wollen, zu können... Beziehung, Heirat, Kinder... Und die Person, der man die Bindungsangstgeschichte "vorgespielt" (das schreibe ich absichtlich in Anführungszeichen, weil es oft unbewusst abläuft) hat, beobachtet das Ganze und fühlt sich nur noch verarscht...

Ist natürlich die Frage, ob man sowas dann will oder eben rechtzeitig die Kurve kratzt oder zumindest den anderen vor vollendete Tatsachen stellt.

LG

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17. April 2010 um 11:37
In Antwort auf karly140

Hi
Nein, sie hat eigentlich keine tragischen Verluste erlitten, ihre Familie ist intakt!
Sie hatte eine zweijährige Beziehung und meinte, dass es letztes Jahr zwischen uns vllt nicht klappt, weil sie erst 1/4 Jahr später (die Beziehung war aber als wir uns kennen lernten schon 2 Jahre vorbei!) sich nochmal mit ihm getroffen hatte und realisierte, da er auch eine Neue hatte, dass sie gar nicht mehr zusammen sind.
Allerdings hatte SIE sich damals von ihm getrennt!
Sie meint, dass sie seit ihrem Studium, seit sie nicht mehr daheim wohnt, ein ganz anderer Mensch geworden sei, dass sie sich so emotionslos gegenüber anderen fühlen würde. Wenn sie daheim ist bei ihrer Familie, kann sie sich wohl auch nicht mehr so richtig einleben.
Vielleicht ist sie mit dem Schritt ins von der Familie unabhängige Leben noch nicht so richtig klar gekommen?


Ich denke nicht, dass es an diesem Schritt liegt...

So gehts den meisten kurz nach dem Studiumseinstieg und Umzug in eine andere Stadt.

Bindungsphobien haben meistens andere Ursachen.

Du solltest die Situation so akzeptieren, wie sie ist und das beste daraus mitnehmen. Aber ich garantiere dir, dass es auch ohne ein bißchen Drama nicht geht. Aber damit musst (kannst) du leben...

Mach das beste draus und genieß die Zeit mit ihr.
So ein Mensch begegnet dir so schnell nicht wieder.

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17. April 2010 um 15:46
In Antwort auf karly140

Hi
Ne, all das überhaupt nicht! Sie studiert, weil es ihr Spaß macht, hat eigentlich gar kein stressiges Studium. Sie ist sehr schlank und wunderhübsch...
Sie ist eigentlich ein total lieber, zufrieden scheinender Mensch, man würde nie auf die Idee kommen, dass sie solche Ängste hat, wenn man sie nicht besser kennt...

Hi Karly
so wie Du sie beschreibst, funktioniert sie sehr gut in der alltäglichen äußeren Welt. Sie bewältigt Aufgaben mit dem Verstand, kann sich sehr gut konzentrieren, macht die Dinge perfekt und ist recht sportlich.

Dass sie erst merkt, dass eine Beziehung zu Ende ist, wenn ihr Ex eine Neue hat, verwundert mich allerdings: Das spricht dafür, dass sie ihn nicht geliebt hat, als die beiden zusammen waren. Damit meine ich "geliebt" in dem Sinne, wie Du es verstehen würdest - verschmelzen wollen, an nichts anderes mehr denken können, auf Wolken schweben, etc.

Sie liebt velleicht auf einer rationalen Ebene und schätzt Deine Eigenschaften - aber sie kann ihre Zweifel nicht zum Verstummen bringen und sich Dir nicht ohne Wenn und Aber hingeben. Es gibt Ehen, die funktionieren so, wenn beide nicht zu viel Nähe wollen. Ob eine solche Beziehung Deinen Bedürfnissen jedoch gerecht wird?

Ich persönlich würde mich nicht mein Leben lang so verbiegen wollen, selbst wenn sie wunderschön ist. Ich würde unzufrieden sein und womöglich irgendwann hart oder bosartig werden.

So leid es mir täte und trotz aller Zweifel: Wenn sie nicht auf Ihr Herz hören kann, dann ist - so wie die Dinge stehen - jede Hoffnung auf ein glückliche Beziehung mit ihr ein Trugbild. Selbst Freundschaft würde nicht funktionieren, denn jede neue Partnerin wäre irritiert und Du bekämst sie nicht aus dem Kopf.

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