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Bindungsangst

29. Juli 2011 um 19:49

Hallo!

Oh je, ich hab noch nie in so nem Forum was über meine Probleme geschrieben Aber ich hoffe auf ein wenig Input von euch, ich bemühe mich auch, mich möglichst kurz zu fassen:

ich war jetzt etwa ein halbes Jahr mit meinem Mitbewohner zusammen, der davor fast ein halbes Jahr lang sehr liebevoll versucht hat, meine Gunst zu gewinnen Nach und nach habe ich in jener Zeit damals Andeutungen an ihn eingestreut, dass ich durchaus gewillt bin, mich auf ihn einzulassen. Aber auf diese ging er irgendwie nicht ein. So dass am Ende ICH konkret werden musste. Dann, an dem Tag, der eigentlich ein schöner für uns beide hätte sein sollen, der Schock: er sagt, er wünsche sich einerseits so sehr eine Beziehung mit mir, andererseits habe er Angst davor, dass es schief gehe (wie seine letzte, für ihn offenbar traumatische Beziehung) und dass er dann verletzt werde und dass auch ich verletzt werde, was er nicht wolle, da ich ihm ja so viel bedeute. Also ja, er hat ganz am Anfang schon zugegeben, Bindungsangst zu haben. Aber ich war so naiv zu glauben, dass er das in den Griff kriegen würde, wenn er merkt, dass ich gar nicht wie seine Ex-Freundin bin, die ihm offenbar irgendwelche schlimmen Dinge angetan hat.

Es folgte ein halbes Jahr Beziehung, das überwiegend sehr schön war. Allerdings nur mit gewissen Einschränkungen, denn in dem halben Jahr habe ich mein Examen gemacht, eine für mich extrem harte und belastende Zeit, in der ich halt nicht immer so lustig und entspannt war. Aber ich habe mir so viel Mühe gegeben, ihm trotzdem eine gute Partnerin zu sein, wie ich konnte (aber nein, voll "funktionstüchtig" war ich leider trotzdem oft nicht...) und auch er ist meistens wirklich sehr gut zu mir gewesen.
Während meine Prüfungen liefen, war er in Kanada auf einer Dienstreise und er hat sich echt in jeder freien Minute bei mir gemeldet, wir haben jeden Tag ewig geskypt und man merkte ihm an, dass er echtes Heimweh nach mir hat.

Aber durchschnittlich alle 5 bis 6 Wochen hatte er so seltsame Abstürze, in denen er nicht mehr mit mir reden wollte. Zuletzt hatte er das vor einer Woche, als ich erfahren habe, dass ich mein Examen bestanden habe und endlich eine entspanntere und bessere Zeit für uns hätte anbrechen können. Stattdessen redete er nicht mit mir, verzog sich in sein Zimmer. Ich war furchtbar enttäuscht, das wäre einer der wichtigsten Tage meines Lebens gewesen... Es folgten um diesen Tag herum viele Gespräche. Er macht mir einige echt seltsame Vorwürfe, warum wir nicht zusammen passen würden (unterschiedliche Arten von Brettspielen, die wir beide mögen würden etc.). Nachvollziehen kann ich zwar den Vorwurf an mich, dass ich in der Prüfungszeit nicht furchtbar viel Lust auf Sex hatte, aber warum zur Hölle fängt er damit genau dann an, wenn endlich bessere Zeiten anfangen?

Bei unserem letzten Gespräch sagte er ganz zu Anfang, dass er mich einerseits so gerne festhalten und in den Arm nehmen würde, aber andererseits viel zu viel Angst davor habe. Er wäre nicht fähig, die Zuneigung, die ich ihm entgegenbringe, in dem Maße zu erwidern (das habe ich in unserer Beziehung auch gemerkt, dass da irgendeine Mauer von seiner Seite war, aber das war ein sehr diffuses Gefühl, das ich nicht genau beschreiben kann), wie ich es verdient hätte und auch das Vertrauen, das ich ihm entgegenbringe, mache ihm Angst. Schweren Herzens sprach ich daraufhin die Trennung aus, was auch er schweren Herzens aufnahm, ihn aber zu erleichtern schien. Während des Gesprächs hat er mich auch durchaus indirekt dazu getrieben.

Jetzt habe ich lauter verschiedene Stimmen in meinem Kopf:
- wenn er wirklich diese schlimmen Bindungsängste hat, wäre es nicht richtig, den Partner zu unterstützen (Therapie oder so), anstatt ihn zu verlassen?
- wie bringe ich mein Herz dazu, zu verstehen, was da passiert ist (denn zu 90 Prozent hatten wir ja schließlich eine schöne Zeit und er ist wirklich gut zu mir gewesen und wir haben echt gut zusammen gepasst...)?
- muss ich mir Vorwürfe machen, während meines Examens nicht der perfekte Partner gewesen zu sein? Habe ich mir vielleicht nicht genug Mühe gegeben?

Jetzt erlöse ich euch mal! Wie klingt die ganze Geschichte für euch?

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30. Juli 2011 um 13:10

Dazu kommt,
dass längerfristig ohnehin mit Problemen zu rechnen gewesen wäre, denn wo es mich nach meinem baldigen Uniabschluss mal hin verschlägt weiß ich nicht und er wird sehr wahrscheinlich auf kurz oder lang in die USA gehen müssen, weil nur da in seinem Gebiet geforscht wird. Das hat mir auch schon Angst gemacht, der Gedanke. Und ihm vielleicht noch mehr als mir. Dass man jetzt die Beziehung vertieft und dann, in 2 Jahren vielleicht, geht sie auseinander wegen der Karriere. So ein Scheiß... Im wesentlichen mache ich mir im Moment Vorwürfe, dass ich die Beziehung überhaupt eingegangen bin, obwohl ich das alles vorher gewusst habe... Aber sei mal vernünftig, wenn du da so nen lieben Mann vor dir hast, der so gut zu dir ist und der so gut zu dir passt...

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