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Binationale Paare,eine Liebe-zwei Sprachen

3. September 2014 um 20:14 Letzte Antwort: 16. Juli 2015 um 19:59

Hallo Ihr Lieben,
ich bin ganz neu hier und würde mich über die Kommunikation mit den Gleichgesinnten sehr freuen.
Ich bin seit 9 Jahren mit meinem Schatz zusammen und nun schon seit 2 Jahren verheiratet. Wir führen eine binationale,bireligiose und bilinguale Ehe. Jeder Punkt für sich hat ja so seine Tücken,das kennt so mancher von euch bestimmt auch,aber ich würde gerne wissen wie ehr auf kommunikativer/sprachlicher Ebene eure Beziehungen meistert. Bei uns ist es so,dass Deutsch bei mir auch nicht die Muttersprache ist,aber auf dem guten Wege das Niveau zu erreichen. Mein Mann spricht Deutsch zwar gut,aber mit der Grammatik,da hapert es noch.Deutsch ist unsere Kommunikationssprache und es gibt keine andere gemeinsame Sprache,auf die wir zur Not ausweichen könnten. Ich habe damit kein Problem,aber manchmal habe ich das Gefühl,dass bei meinem Mann da sprachlich nicht alles bzw. nicht das was ich gesagt oder gemeint habe ankommt,daraus entstehen hin und wieder mal Missverständnisse oder Kuriositäten.Wir haben mittlerweile eine "Geheimsprache"entwickelt,die nur wir beide dann auch beherrschen. Für unsere Freunde klingt es immer mal lustig und seltsam,wenn mein Mann z.B sagt: "Schatz,da oben auf der Decke hängt Spinat,mach weg" . Ich weiß ja,dass "Spinat" in diesem Fall einen Spinnennetz bedeutet,die anderen aber nicht,so dass es immer wieder was zum lachen gibt. Aber in manchen Situationen ist es ganz schon schwierig auf einen Nenner zu kommen,dass liegt nicht nur an der falschen Wortwahl.Sobald es um ernstere Dinge geht,bleibt immer ein unangenehmes Gefühl der "Unausgesprochenheit". Kennt ihr das auch,da frage ich mich schon mal,ob es überhaupt einen Sinn macht ihm was zu sagen oder zu erklären,da es sowieso unverstanden bleibt.
Hat jemand gleiche Erfahrungen?Was meistert ihr die Kommunikation?

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4. September 2014 um 0:08

Bereicherung und Stolperstein zugleich
Solche multi-kulti Beziehungen sind schon sehr spannend,aber auch pflege intensiv zugleich.Ich finde,dass gewisse Themen,wie z.B. Gefühle schwer ist so präzise in einer Fremdsprache auszudrücken,genauso schwer ist es als das wahre anzunehmen, wenn man das in einer Fremdsprache gesagt bekommt. Das Gefühl ist nicht dasselbe.Bekanntlich lässt sich in einer anderen Sprache gewisse Dinge zu sagen,die man vielleicht sonst nicht sagen würde. Ich fühle mich dabei irgendwie anonym. Bei uns während der Konversation fällt oft "du verstehst mich nicht,du hörst mir nicht richtig zu".In gewisse Situationen fehlt diese Leichtigkeit die entstehenden Probleme auszudiskutieren,da stößt man schon mal an die eigene Sprachgrenzen.Ich finde schon,dass man die Sprache des Partners erlernen sollte,in meinem Fall ist es aber besonders großes Unterfangen,es gibt nicht einmal einen gescheiten Lehrbuch zur Muttersprache meines Mannes,schon ganz zu schweigen von den Sprachkursen.

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4. September 2014 um 21:50

Ja klar
ich komme ursprünglich aus Russland.Aber Russisch spielt in unserer Beziehung keine Rolle,da mein Mann das nicht beherrscht und ich selbst kaum Kontakt zu den russisch-stämmigen habe.Gibts bei euch Situationen oder Themen. wo ihr eher Spanisch oder Griechisch sprecht?Oder habt ihr vielleicht einen eigenen "Sprachsalt" entwickelt? Bei uns ist es so,dass mein Mann sehr gut und gerne kocht,da versuche ich mit meinen einigen wenigen Vokabelkenntnissen zu glänzen. Durch das gemeinsames Kochen,habe ich die Namen der exotischen Gewürze oder anderen Lebensmitteln gelernt,so dass wir im Alltag alles was Kochen oder Einkaufen angeht oft in seiner Sprache meistern. Mit dem Rest klappt es noch nicht so ganz.

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4. September 2014 um 22:19

Das würde mich auch noch interessieren...
Wie regelt ihr das mit der Kindererziehung?Erziehst du deine Tochter zweisprachig?

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5. September 2014 um 12:29

Mein Mann
spricht Pashto(Afghanisch)

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5. September 2014 um 12:45

Also
das mit dem "glänzen" ist vielleicht falsch rübergekommen. ich finde es einfach authentischer mit ihm hin und wieder mal paar Worte auf seiner Muttersprache zu wechseln,ich frage ihn auch oft aus, wie dies oder jenes heißen würde und er unterstürzt mich gerne dabei,das mache ich aber nicht um ihn zu imponieren sondern eher aus eigener Interesse,ich habe Sprachen studiert und interessiere mich sehr für Strukturen anderer Sprache,aber natürlich auch weil ich ihn und seine Kultur dadurch besser verstehen kann.Das mit dem Russischen ist größtenteils meine Schuld,er hat schon den Wunsch geäußert die Sprache von mir zu erlernen,aber ich habe das viel zu wenig unterstützt,da ich selber die Sprache kaum noch spreche.(beherrschen tue ich das allerdings schon)Das mit den Kindern,da habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht,da noch keine geplant sind. Aber ich werde auf jeden Fall großen Wert darauf legen,dass das Kind von klein auf die sprachen auf natürlichem Wege erlernt.Außerdem sind da noch unsere Familien,die leider sprachlich einander nicht verstehen.Und für die Kinder ist es sehr wichtig eine intakte Beziehung zu den Großeltern haben,es wird wohl für den Kleinen/die Kleine unausweichlich sein die beiden Sprachen zu beherrschen.
Habt ihr schon Kinder?Sprechen sie beide Sprachen?

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7. September 2014 um 12:57

Eine Liebe - zwei Sprachen
Ja, ich kenne das Gefühl des Unausgesprochenen sooo gut...
Ich bin mit meinem Liebsten ja noch eher am Anfang. Er stammt aus Algerien, spricht neben Berber und Arabisch noch Französisch. Ich habe seit meiner Schulzeit nicht mehr französisch gesprochen, lerne nun wieder mit ihm.
Das Gefühl des unausgesprochenen bleibt schon immer wieder... aber immer seltener.
Ich empfinde es aber auch als Bereicherung. Ich bin gezwungen, ihm sehr genau zuzuhören... Und man denkt vielleicht auch sorgfältiger nach, bevor man in der Fremdsprache etwas Schwieriges mitteilt...
ABER: Mein Liebster ist bereit, Deutsch zu lernen, ist auch schon dabei, wenngleich das in Eigenregie (in Algerien) nicht so einfach ist...

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16. Juli 2015 um 19:59

Fotum
Hallo gibt es das Forum noch?

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