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Binationale Fernbeziehung

2. Januar 2005 um 20:30

Hallo,
ich bin gerade durch Zufall auf dieses Forum hier gestoßen und würde gern über etwas diskutieren: binationale Fernbeziehungen.
Im Prinzip geht es vielleicht sogar um mehr, nämlich die kleine häßliche Krankheit "Eifersucht" und allem, was dazu gehört.
Mein Mann und ich sind seit ziemlich genau einem Jahr verheiratet und zur Zeit ist er, nun seit vier Wochen, für 1/4 Jahr bei seiner Familie in Zentralafrika, wobei ich in ca. 1 Monat nachkommen werde (es ging aus studientechnischen Gründen nicht eher). Da er gerade mit seinem Studium fertig ist und auch ich in einem Jahr fertig sein werde, ist er seit langem (4 Jahre) wieder nach Hause um zu sehen, wie er sich dort eine Existenz aufbauen könnte, da wir nicht planen, hier zu bleiben.
Seit er weg ist, telefonieren wir alle zwei Tage, was so aussieht, dass ich ihn anrufe (da es günstiger ist, als umgekehrt) und er mich immer kurz anklingelt, um mir zu sagen, dass er an mich denkt.
Seit ungefähr einer Woche ist es allerdings so, dass ich nicht mehr besonders mit dieser Situation zurechtkomme, ich warte den ganzen Tag darauf, angeklingelt zu werden und weine mich, wenn wir telefoniert haben, in den Schlaf. Werde ich nicht angeklingelt und höre mal einen Tag rein gar nichts, macht mein Kopf die wildesten Gedankengänge und ich fühle mich regelrecht "sitzengelassen". Bemerke ich am Telefon ein kleines Desinteresse oder habe ich das GEfühl, gerade zu stören oder ungelegen zu kommen, frage ich mich, ob er mich wirklich liebt oder ob er mich betrügt und so weiter...denn ich komme schlichtweg nicht mit diesen 5 Minuten zurecht, es kommt mir vor, als würden wir aneinander vorbeileben, als würde er mich gar nicht mehr teilhaben lassen wollen, an seinem Leben. Zuerst wollte ich es nicht ansprechen, weil ich ihn seine Zeit genießen lassen wollte und nicht wollte, dass vielleicht Schuldgefühle aufkommen, aber dann habe ich ihn per eMail darauf angesprochen, damit er schon weiß, worum es geht und es so am Telefon nicht allzu lange dauert (es ist teuer) - aber er hat trotz Bitte nicht in seine eMail geschaut, mit dem Arguent, er habe keine Zeit, wo ich mir dann wieder denke, für XX Minuten in ein Internet Café zu gehen kostet höchtens 500 FCFA (also nicht mehr als 1 Euro) und mich frage, was ich ihm denn dann bedeute, wenn er das nicht einmal für mich tun kann. Nun überlege ich, ihn auch einfach mal nicht mehr anzurufen, mich gar nicht zu melden, um ihm zu zeigen, wie ich mich fühle und wie das ist, wenn man denkt, man wird vergessen, aber letztendlich wäre das vielleicht auch einfach "albern" und führt auch zu nichts, mal davon abgesehen, dass ich wirklich drunter leide.
Hat jemand von euch so etwas schon einmal durchgemacht und kennt solche Gefühle??

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2. Januar 2005 um 21:18

Sorry, aber ich finde...
...dass du ein bisschen übertreibst!

lass ihm doch seine zeit mir seiner familie, wenn er sie so lange nicht gesehen hat. ihr telefoniert doch jeden zweiten tag...das ist doch nicht gerade wenig! und dieses desinteresse hat sicherlich nichts mit dir zu tun, sondern mit den vielen eindrücken dort. und du kommst doch schon in einem monat nach. mach dir bis dahin hier noch eine schöne zeit und freu dich auf das wiedersehen....alles andere finde ich albern.

liebe grüße

tigerle

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2. Januar 2005 um 23:37

Kann dich verstehen
hi sisal!

ich kann deine schilderung nachvollziehen, ich befinde mich in einer ähnlichen situation. wenn es bei mir auch nichts mit zwei nationalitäten zu tun hat.
mein freund ist zur zeit irgendwo in deutschland, aber ich hab keinen blassen schimmer, wo. er hat kein handy und ist heute hier und morgen da, so daß ich ihn gar nicht erreichen kann. bin also darauf angewiesen, zu warten, bis er sich meldet. daß er das nicht jeden tag tut, ist klar. damit habe ich auch kein problem. aber er hat vorgestern angerufen, es war ein blödes kurzes gespräch, in dem es mir vorkam, als wären wir uns völlig fremd. er versprach, am nächsten tag, also gestern, wieder anzurufen. das hat er bis jetzt immer noch nicht getan. und ich drehe schon so langsam am rad.
ich habe mich seinetwegen von jemandem anders getrennt, obwohl ich wußte, daß wir zumindest für die nächsten zwei jahre eine schwierige beziehung über große distanzen führen würden. ich war bereit, dieses risiko einzugehen, weil er mir das gefühl gab, es wäre das wert.
jetzt weiß ich nicht, ob das so richtig war. ich sitze hier, warte und mache mir gedanken, während er wieder in seiner welt ist, ständig unterwegs, und anscheinend so viel ablenkung hat, daß er innnerhalb von einer woche nur fünf minuten zeit für ein telefonat mit mir hatte. da frage ich mich auch, wie viel bzw. wenig ich ihm wohl bedeute...
ich überlege schon die ganze zeit, wie ich mich verhalte, wenn er sich irgendwann wieder meldet. mein erster impuls tendiert zur explosion. er soll wissen, daß ich sauer bin. aber ich denke, ich werde versuchen, ruhig zu bleiben. es ist ihm vermutlich gar nicht bewußt, wie es mir geht, denn er lebt wirklich in einer ganz anderen, viel schnelleren und abwechslungsreicheren welt, die ihn erst zu dem menschen gemacht hat, in den ich mich verliebt habe.
ich weiß nicht, wann ich ihn wiedersehe, vermutlich erst ostern. das wird nicht einfach, aber ich werde versuchen, mich abzulenken. und ich werde von einer gemeinsamen späteren zukunft träumen. in zwei jahren...

ich denke, du solltest versuchen, dasselbe zu tun. auch dein mann befindet sich momentan in einer ganz anderen welt. er war lange nicht dort, das sagst du selbst. da ist es doch ganz klar, daß er viel zu tun hat, um sich und alles andere auf den neuesten stand zu bringen. und es dauert ja auch nicht mehr allzu lange, bis du ihm nachreist, da wird er vermutlich einiges vorbereiten wollen.
ich weiß, es tut weh, wenn man das gefühl hat, für den partner an wichtigkeit verloren zu haben. aber ich denke, das ist nur ein vorübergehender zustand. männer reagieren oft abweisend, wenn sie ihre partnerin vermissen. das erleichtert ihnen den trennungsschmerz.
so hat es mir zumindest mein freund oft erklärt, auch schon lange bevor wir zusammen waren. und ich finde es recht logisch.

wenn du wieder mit deinem mann sprichst, bleib ruhig und versuch, deine negativen gedanken positiv zu formulieren. ein "ich vermisse dich" ist für ihn vermutlich schmerzhafter als ein "ich freue mich schon so darauf, dich bald wiederzusehen"! damit bekommst auch du eine positivere einstellung, denn ihr werdet euch ja bald sehen, und du hast etwas, worauf du dich freuen kannst.

was die eifersucht betrifft: die sollte mit der räumlichen distanz zwischen euch nichts zu tun haben! betrügen kann er dich hier oder da. aber wieso sollte er das tun, wenn er doch gerade dabei ist, eine gemeinsame zukunft für euch aufzubauen?
versuch dir dein leben nicht selber schwer zu machen, sondern freu dich lieber auf das ganze aufregende leben, das euch beiden zusammen noch bevorsteht. auch wenn euch bis dahin vielleicht noch ein paar steine im weg liegen!

ich wünsche dir ganz viel geduld und glück!

liebe grüße

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