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Bin ich zu jung oder zu alt um das zu verstehen???

24. September 2007 um 2:47

Ich beginne mit einer Entschuldigung: Dieser Text ist erschreckend lang geworden. Ich hoffe, dass es trotzdem ein paar nette Menschen gibt, die sich meinem Problem annehmen...
Vor etwa 2 Monaten haben sich meine Eltern nach über 25jähriger Ehe einigermaßen friedlich getrennt.
Mein Vater ist sofort nach der Trennung zu seiner langjährigen Affäre gezogen, was meine Mutter überraschend gelassen aufgenommen hat. Sie hat ihm bis heute noch nicht einmal die Schlüssel abgenommen und jeden 2. Tag kommt er zu Besuch weil die Frau nun, da er mit ihr zusammen lebt wohl doch nicht mehr so toll ist.
Aber nun gut, um die Probleme, die meine Eltern untereinander haben, bzw. unverständlicherweise nicht haben geht es garnicht. Ein wenig übel aufgestoßen ist mir die Sache schon, aber ich bin aus dem Alter raus wo ich meine Eltern noch als Einheit für mein persönliches Wohlbefinden nötig habe. Allerdings hat meine Mutter sich nun ebenfalls Hals über Kopf in eine Affäre gestürzt, vielleicht um meinem Vater eins auszuwischen, vielleicht um sich abzulenken, ich weiß es nicht. Und jetzt kommt der Knaller: der Mann ist verheiratet!!!
Nungut, über die Beziehung dieses Herren zu dessen Frau weiß ich (glücklicherweise) nichts. Das Problem ist folgendes: da mein Vater sich diesen Klopper geleistet hat und meine Mutter über eine lange Zeit hin dreist betrogen hat, und auch nicht davor zurückgeschreckt ist, mich zu belügen um seine Affäre zu vertuschen, habe ich ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich mit dieser Frau definitiv keinen Kontakt haben möchte. Er hat es akzeptiert und den Versuch aufgegeben, uns zusammenzubringen. Ein wenig tut mir das sogar leid, aber was soll ich machen, er ist halt mein Vater. Da nun meine Mutter ebenfalls einen Neuen hat und (wie nur allzu verständlich) kaum ein anderes Thema hat bin ich sowohl in einem elterlichem wie auch persönlichem Zwiespalt. Irgendwie denke ich mir nämlich: gleiches Recht für alle. Die Frau meines Vaters geht mir am Allerwertesten vorbei, wieso sollte es mit dem Mann meiner Mutter anders sein? Sicher die Situation ist eine andere, aber auf der anderen Seite finde ich es auch nicht besonders vielversprechend, sich einen verheirateten Mann zu suchen, von den moralischen Aspekten mal ganz abgesehen...
Aber das muss meine Mutter selbst wissen, ich versuche die Sache natürlich schon aus ihrer Sicht zu betrachten.
Meine persönliche Befangenheit der ganzen Angelegenheit gegenüber ist ein weitaus größeres Problem. Meine Mutter hat eine menge gute Bekannte und Freunde, 2 davon in ganz ähnlicher Situation. Trotz dieses meiner Meinung nach üppigen Debattierangebotes bin leider ich es, der meine Mom ständig über diesen neuen Mann in ihrem Leben erzählt. Nicht dass ich es aus weiblicher Sicht nicht verstehen könnte, ich rede auch gern ab und zu über meinen Freund, auch mit meiner Mutter, einfach weil er ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist. Aber genau da liegt der Hund begraben. Er IST ein Bestandteil meines (und nur MEINES) Lebens.
Dennoch ich bin durchaus gewillt, die Sache THEORETISCH zu verstehen. Praktisch sieht das leider etwas anders aus. Ich hab ernsthafte Beklemmungen, mit einem meiner Elternteile (egal mit welchem) über dessen Liebesleben zu plaudern, schon garnicht in diesen derzeitigen ferienlagerähnlichen (entschuldigt meine momentan vielleicht etwas unfaire Betrachtungsweise) Verhältnissen. Es tut mir wirklich schrecklich leid wenn ich abblocken muss, aber ich ertrag das einfach nicht!!!
Ich bin kein Kind mehr, immerhin bin ich fast 27, aber ich komm damit einfach nicht zurecht! Und damit mein ich jetzt wirklich nicht, dass meine Eltern ein Liebesleben HABEN, das ist ihnen ja von herzen zu gönnen. Aber ich muss nicht bis ins Detail darüber Bescheid wissen! Ich will auch im Moment niemanden von diesen Herrschaften kennenlernen, weder die Frau meines Vaters noch den Mann meiner Mutter! Ich möchte noch einmal betonen, dass ich meinen Eltern von Herzen wünsche, dass sie glücklich sind!
Ich bitte um ein paar ratschläge wie ich mich verhalten soll! Hab so ein schlechtes Gewissen weil meine Mom ihre Freude so gern mit mir teilen würde ich aber einfach nicht in der Lage bin mir das anzuhören.
PS: Ich schreibe dies hier bewusst ins Singleforum weil ich es im Trennungsforum fehlplatziert finde. Immerhin ist ja weder für mich noch für meine Eltern die Trennung das Problem sondern vielmehr die sich daraus ergebenen Konsequenzen für unsere zwischenmenschliche Beziehung. Außerdem sind sie abgesehen von ihren merkwürdigen Affären im Moment ja sowas wie Singles...

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24. September 2007 um 3:46

Das ist echt nich so einfach zu erklären
ich danke dir für die schnelle antwort!
dass man in normalen familiären beziehungen nicht über das intimleben der eltern spricht ist mir ja durchaus bewußt, ist bei uns bis jetzt nicht anders gewesen! deswegen ist es ja so verstörend für mich! meine mutter ist nur leider der meinung, dass sie mit niemandem ausser mit mir (ich frag mich ernsthaft, wieso sie das denkt!)darüber reden kann.
es ist ja auch nicht so, dass sie die wirklich intmen dinge ausplaudert, gott bewahre! aber schon die vorstellung, dass meine mutter, die wirklich mit beiden beinen im leben steht auf einmal zum teenager mutiert und unbedingt über beziehungsdinge mit mir diskutieren möchte ist mir mehr als unangenehm. sie ist ja schließlich meine mutter! und das ist genau mien problem! vielleicht ist das egoistisch von mir, immerin hat sie sich die letzten 10 jahre meinen beziehungsmüll angehört, aber ich finde mich in dieser situation nicht zurecht, immerhin standen solche dinge in unserer mutter-tochter-beziehung noch nie im raum. es tröstet mich, dass du das ok findest, dass ich mir das nicht anhören will, aber ich will meine mom eben auch nicht enttäuschen und ich fürchte sie versteht nicht so recht, wo mein problem liegt. grad jetzt beim formulieren dieser zeilen versteh ich es selber nicht. aber wenn ich ihr beim kaffeetrinken gegenüber sitze und sie damit anfängt und dabei dieses mädchenhafte grinsen im gesicht hat wünsche ich mich immer ganz weit fort und hasse mich gleichzeitg selbst dafür...

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24. September 2007 um 3:56
In Antwort auf diara13

Das ist echt nich so einfach zu erklären
ich danke dir für die schnelle antwort!
dass man in normalen familiären beziehungen nicht über das intimleben der eltern spricht ist mir ja durchaus bewußt, ist bei uns bis jetzt nicht anders gewesen! deswegen ist es ja so verstörend für mich! meine mutter ist nur leider der meinung, dass sie mit niemandem ausser mit mir (ich frag mich ernsthaft, wieso sie das denkt!)darüber reden kann.
es ist ja auch nicht so, dass sie die wirklich intmen dinge ausplaudert, gott bewahre! aber schon die vorstellung, dass meine mutter, die wirklich mit beiden beinen im leben steht auf einmal zum teenager mutiert und unbedingt über beziehungsdinge mit mir diskutieren möchte ist mir mehr als unangenehm. sie ist ja schließlich meine mutter! und das ist genau mien problem! vielleicht ist das egoistisch von mir, immerin hat sie sich die letzten 10 jahre meinen beziehungsmüll angehört, aber ich finde mich in dieser situation nicht zurecht, immerhin standen solche dinge in unserer mutter-tochter-beziehung noch nie im raum. es tröstet mich, dass du das ok findest, dass ich mir das nicht anhören will, aber ich will meine mom eben auch nicht enttäuschen und ich fürchte sie versteht nicht so recht, wo mein problem liegt. grad jetzt beim formulieren dieser zeilen versteh ich es selber nicht. aber wenn ich ihr beim kaffeetrinken gegenüber sitze und sie damit anfängt und dabei dieses mädchenhafte grinsen im gesicht hat wünsche ich mich immer ganz weit fort und hasse mich gleichzeitg selbst dafür...

Nachtrag
vielleicht sollte ich dazu noch sagen, dass meine eltern bisher zwar keine direkten vorbilder für mich waren, aber ich zumindest immer die möglichkeit hatte, mich an ihnen zu orientieren. und ich denke alles in allem konnte ich von ihrer lebenserfahrung durchaus profitieren. immerhin haben sie mich nach einer wirklich schwierigen pubertät wieder soweit in die richtige richtung gelenkt dass ich mein abitur gemacht hab und somit die möglichkeit zum studieren bekommen habe. dass sich diese rolle nun irgendwie umgekehrt hat ist glaube ich das eigentliche problem. ich fühle mich wirklich unangenehm an die zeit erinnert in der ich meine ersten "erfahrungen" gemacht habe!!! meine eltern aber sind beide um die 50.

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