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Beziehungszerreißprobe Hartz IV - Depressionen!

14. März 2008 um 7:33 Letzte Antwort: 14. März 2008 um 13:50

Mein Schatz (schon immer zu Depressionen neigend) hat letztes Jahr Ende März seinen gut bezahlten Job in der Firma, in der ich auch arbeite (ihn hab ich dort kennengelernt...) aus psychischen Gründen gekündigt. Schon damals war ich in Tränen aufgelöst, weil ich ahnte, was kommt (er wird 49 J. alt). Nun steht Hartz IV kurz vor der Tür und seine Depressionen werden immer schlimmer. Wir wohnen (momentan vielleicht zum Glück...) noch immer nicht zusammen - was jetzt auch wegen "Bedarfsgemeinschaft" nicht mehr möglich wäre... - aber die Zeiten, die wir zusammen verbringen, lassen mich am Ende immer weinen.

Gestern abend bin ich bei ihm geblieben. Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen, stand um zwei wieder auf, redet schon seit Tagen nicht mehr wirklich mit mir und als ich unter Tränen darauf ansprach, meinte er: "Wenn ich so nutzlos bin, mir am liebsten einen Strick nehmen oder mich von der Brücke stürzen oder mir sonst irgendwie das Leben nehmen würde... warum sollte ich darüber noch mit jemandem reden!?"...

Wie bitte soll diese Beziehung denn noch gut enden?

Mit Depressionen haben wir beide mehr oder weniger zu kämpfen - momentan bin aber auch ich am Ende meiner Nerven. Unter anderem auch darum, weil ich ernsthaft Angst habe, er tut sich etwas an!

LG Zecke

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14. März 2008 um 7:50

Dringend zum
psychater.
wenn er ein bein gebrochen hätte, ginge er zum chirurgen. warum also nicht die depression behandeln lassen?
du bist seine partnerin, nicht seine therapeutin
schau bitte mal unter kompetenznetz depressionen im internet

cp

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14. März 2008 um 8:03

...
Du musst ihm jetzt den Rücken stärken. Höre ihm zu, sei für ihn da. Er darf als Mann nicht denken, nutzlos zu sein, weil er seinen Job verloren hat. Vielleicht besteht die Möglichkeit einer Selbständigkeit für ihn, wenn er schon 49 ist, dann hat er sicher genug gelernt und sich angeeignet in seinem Leben. Lasst euch mal beraten, er muss da wieder ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Und... wer immer sagt, dass er sich umbringen will, der tut so was eigentlich nicht.Ich kenne das von meinem Ex-Mann, der war auch ganz unten und hat jetzt durch Weiterbildungen wieder eine ganz neue Perspektive.
Alles Gute für euch, LG Drea

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14. März 2008 um 8:12
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...
Du musst ihm jetzt den Rücken stärken. Höre ihm zu, sei für ihn da. Er darf als Mann nicht denken, nutzlos zu sein, weil er seinen Job verloren hat. Vielleicht besteht die Möglichkeit einer Selbständigkeit für ihn, wenn er schon 49 ist, dann hat er sicher genug gelernt und sich angeeignet in seinem Leben. Lasst euch mal beraten, er muss da wieder ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Und... wer immer sagt, dass er sich umbringen will, der tut so was eigentlich nicht.Ich kenne das von meinem Ex-Mann, der war auch ganz unten und hat jetzt durch Weiterbildungen wieder eine ganz neue Perspektive.
Alles Gute für euch, LG Drea

Ich würde
ihm zu gerne den Rücken stärken. Nur fühle ich mich momentan irgendwie auch ziemlich kraftlos. Und dazu kommt noch, dass ich dazu neige, mir auch noch einen Teil der Schuld zu geben. Ich rede mir ein, dass es ihm besser ginge, wenn ich ihn mehr stützen würde - allerdings lässt er ja kaum jemanden an sich ran - und mich inzwischen leider auch immer weniger. Und dass jemand, der von Suizid redet, diesen nicht ausübt, würde ich zu gerne glauben. Nur hat er leider schon einen Suizidversuch hinter sich (währender der Studienzeit - das Studium hat er übrigens abgebrochen... - das war aber vor meiner Zeit), LG Zecke

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14. März 2008 um 8:17
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Ich würde
ihm zu gerne den Rücken stärken. Nur fühle ich mich momentan irgendwie auch ziemlich kraftlos. Und dazu kommt noch, dass ich dazu neige, mir auch noch einen Teil der Schuld zu geben. Ich rede mir ein, dass es ihm besser ginge, wenn ich ihn mehr stützen würde - allerdings lässt er ja kaum jemanden an sich ran - und mich inzwischen leider auch immer weniger. Und dass jemand, der von Suizid redet, diesen nicht ausübt, würde ich zu gerne glauben. Nur hat er leider schon einen Suizidversuch hinter sich (währender der Studienzeit - das Studium hat er übrigens abgebrochen... - das war aber vor meiner Zeit), LG Zecke

Also
dann würde ich allerdings auch eine Therapie empfehlen, für euch beide. Es gibt da sicher gute Möglichkeiten. Ihr müsst beide wieder nervlich gestärkt werden, sonst geht alles andere auch nach hinten los.Hoffentlich ist er in seinem jetzigen "Zustand" bereit, so eine Therapie anzufangen, viele scheuen sich ja vor diesem Gang. Aber das ist wohl echt das Einzigste, was jetzt noch hilft.
Ich drück dich.

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14. März 2008 um 9:03
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...
Du musst ihm jetzt den Rücken stärken. Höre ihm zu, sei für ihn da. Er darf als Mann nicht denken, nutzlos zu sein, weil er seinen Job verloren hat. Vielleicht besteht die Möglichkeit einer Selbständigkeit für ihn, wenn er schon 49 ist, dann hat er sicher genug gelernt und sich angeeignet in seinem Leben. Lasst euch mal beraten, er muss da wieder ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Und... wer immer sagt, dass er sich umbringen will, der tut so was eigentlich nicht.Ich kenne das von meinem Ex-Mann, der war auch ganz unten und hat jetzt durch Weiterbildungen wieder eine ganz neue Perspektive.
Alles Gute für euch, LG Drea

Ist es indiskret
wenn ich dich frage, warum dein Ex-Mann so depressiv war? Beziehungsprobleme oder wegen der Arbeitslosigkeit? Ich denke nämlich leider manchmal, ihm ginge es vielleicht besser, wenn er eine andere Frau hätte - eine starke, die es auch mal schafft, von seinen Sorgen abzulenken und zum lachen zu bringen...

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14. März 2008 um 9:15
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Ist es indiskret
wenn ich dich frage, warum dein Ex-Mann so depressiv war? Beziehungsprobleme oder wegen der Arbeitslosigkeit? Ich denke nämlich leider manchmal, ihm ginge es vielleicht besser, wenn er eine andere Frau hätte - eine starke, die es auch mal schafft, von seinen Sorgen abzulenken und zum lachen zu bringen...

Ja,
mein Exmann war selbständig, seine Firma lief schlecht durch schlechte Zahlungsmoral, er konnte kein Material mehr bezahlen, bekam keines mehr usw. Dann hatte er einen Arbeitsunfall, wobei sein linkes Knie so verletzt wurde, dass er jetzt berufsunfähig ist.

Zu dieser Zeit lernte er eine andere Frau kennen, mit der er reden konnte.Mit mir wollte er es nicht mehr. Ich denke da war zuviel Alltag bei uns drin. Aber es war nicht die wahre Liebe mit der anderen, er hat jetzt nach 2 Jahen bereits eine neue.

Ich denke, als es damals mit seiner Firma usw. so schlecht lief, hatten wir uns bereits schon entfremdet, wir waren 17 Jahre zusammen, 5 Kinder. Da blieb für Freiraum kein Platz. Und als alles zusammenkam bei ihm, sprach er auch immer von Selbstmord.
Man kann nie was ausschließen, Männer haben manchmal eine seltsame Art, mit Problemen umzugehen, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, wie es meiner tat. Er wollte uns angeblich nicht mehr belasten, konnte uns nichts mehr bieten, wie er meinte.So ließ er uns die Möbel und zog in ein möbliertes Zimmer.

Versuche deshalb, ihn, so weit es dir noch möglich ist, aufzubauen, sucht euch eine Gesprächstherapie und macht Pläne für seine berufliche Zukunft.Hoffnung und gute Ideen und Gedanken sind manchmal Gold wert.

LG, Drea

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14. März 2008 um 9:54
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Ja,
mein Exmann war selbständig, seine Firma lief schlecht durch schlechte Zahlungsmoral, er konnte kein Material mehr bezahlen, bekam keines mehr usw. Dann hatte er einen Arbeitsunfall, wobei sein linkes Knie so verletzt wurde, dass er jetzt berufsunfähig ist.

Zu dieser Zeit lernte er eine andere Frau kennen, mit der er reden konnte.Mit mir wollte er es nicht mehr. Ich denke da war zuviel Alltag bei uns drin. Aber es war nicht die wahre Liebe mit der anderen, er hat jetzt nach 2 Jahen bereits eine neue.

Ich denke, als es damals mit seiner Firma usw. so schlecht lief, hatten wir uns bereits schon entfremdet, wir waren 17 Jahre zusammen, 5 Kinder. Da blieb für Freiraum kein Platz. Und als alles zusammenkam bei ihm, sprach er auch immer von Selbstmord.
Man kann nie was ausschließen, Männer haben manchmal eine seltsame Art, mit Problemen umzugehen, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, wie es meiner tat. Er wollte uns angeblich nicht mehr belasten, konnte uns nichts mehr bieten, wie er meinte.So ließ er uns die Möbel und zog in ein möbliertes Zimmer.

Versuche deshalb, ihn, so weit es dir noch möglich ist, aufzubauen, sucht euch eine Gesprächstherapie und macht Pläne für seine berufliche Zukunft.Hoffnung und gute Ideen und Gedanken sind manchmal Gold wert.

LG, Drea

Zu gerne
würde ich deine Ratschläge befolgen. Er hat sich wirklich das ganze letzte Jahr über beworben und beworben - teilweise auch Einladungen bekommen - und trotzdem war noch nichts für ihn dabei. Ich vermute mal, dass die Arbeitgeber sein Geburtsdatum sehen und sofort an das Gehalt denken, das sie ihm zahlen müssten... Er war wirklich engagiert - natürlich mit kleinen zwischenzeitlichen Hängern - aber momentan ist alles zusammengefallen und das Loch, in dem er ist, ist so tief, dass man kaum noch rankommt... Und "ich will dich nicht auch noch mit meinen Problemen belasten" habe ich auch schon oft gehört. Mal schauen, wie es weitergeht, ich danke dir jedenfalls für die mentale Unterstützung! LG Zecke

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14. März 2008 um 10:41

Kommt mir sehr bekannt vor
...ich erlebe genau das gleiche. Mein Freund ist nun schon seit über einen Jahr arbeitslos und mittlerweile "auf Hartz IV", seine Stimmungsschwankungen sind auch extrem, so schlimm, dass sogar sein Immunsystem angeschlagen ist und er schon zweimal schwer krank geworden ist. Im Moment geht es ihm gerade mal wieder ganz gut, trotz der schwierigen Lage. Ich kann Dir nur raten: lasse Dich nicht runterziehen, bleib "oben", nur so kannst Du ihm die Kraft geben und ihn unterstützen! Wenn Du auch noch weinst, bestätigst Du sein schlechtes Gefühl doch auch noch. Sicher ist es nicht einfach, ich kenne das, aber Du musst ihm jetzt Stärke zeigen, zeigen, dass Du zu ihm stehst, egal was kommt, das gibt ihm Kraft aus diesem Tal herauszukommen und irgendwann auch wieder Arbeit zu finden. Ich weiß nicht, wie so eine Beziehung "endet" - ob gut oder schlecht, aber ich glaube daran, dass es eine Beziehung festigt, wenn man sich gemeinsam stärkt und schwierige Zeiten durchsteht.

Warum bist Du depressiv? Richtige Depressionen sind erwiesenermaßen eine Krankheit und die muss man behandeln, bei einer Grippe geht man doch auch zum Arzt, daran ist nichts "ehrenrühriges". Stimmungsschwankungen sind aus meiner Sicht etwas anderes, daran kann man selbst etwas ändern, aber das muss man wollen, dann Lösungswege suchen und sich "bewegen", es anpacken!

Ich wünsche Euch viel Kraft, dass Ihr gemeinsam bald wieder glücklich sein könnt!

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14. März 2008 um 12:28

Das ist leider wahr
dass wir BEIDE mental zu schwach sind. Er hat mir grad eine kurze SMS geschrieben, dass ich mich nicht wundern soll, dass er nicht online ist (ich schreibe ihm ab und zu mal von hier aus mal die eine oder andere Trost-E-Card...), das hätte ja eh alles keinen Sinn. Und als Abschiedsgruß kommt GUTE NACHT...

Was soll ich denn darauf antworten? Soll ich jedesmal zurückschreiben, dass sich schon was finden wird, dass alles gut werden wird... Bin ja leider davon selbst nicht überzeugt

Na ja - mal sehen, wie sich alles entwickelt. Ich bin jedenfalls durch diese angespannte Situation und durch chronische Schlaflosigkeit durch ununterbrochenes Grübeln so ziemlich am Ende meiner Kräfte

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14. März 2008 um 12:56

Kopf hoch
Die Situation kenne ich und würde dir dazu raten, dich von "professionellen" Stellen beraten zu lassen - in jeder größeren Stadt gibt es Initiativen / Gruppen für Arbeitslose, Hartz IV Empfänger und Angehörige. Es würde euch beiden bestimmt helfen, mit anderen zu sprechen, denen es ähnlich geht. Dann verschwindet auch das "ich bin der einzige Loser, der es nicht gepackt hat"-Gefühl. Das wird nur stärker, wenn ihr euch zuhause verkriecht.

Für einen oder zwei allein ist das einfach zu viel. Nachdem man den Job verloren hat, fühlt man sich eh schon Scheiße und nach einiger Zeit auch nutzlos. Dann mit Hartz IV kommt noch dieses "das war es endgültig, der totale Abstieg"-Gefühl dazu und es ist ja auch "normal", dass man sich dann irgendwann nicht mehr gesellschaftsfähig fühlt: Wozu raus gehen, kostet nur Geld, ich schäme mich, usw.

Unternimm jetzt was - sonst rutscht ihr beide nur weiter ab (stimmungsmäßig gemeint!).

Ich drück die Daumen,
Feri

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14. März 2008 um 13:07
In Antwort auf

Kopf hoch
Die Situation kenne ich und würde dir dazu raten, dich von "professionellen" Stellen beraten zu lassen - in jeder größeren Stadt gibt es Initiativen / Gruppen für Arbeitslose, Hartz IV Empfänger und Angehörige. Es würde euch beiden bestimmt helfen, mit anderen zu sprechen, denen es ähnlich geht. Dann verschwindet auch das "ich bin der einzige Loser, der es nicht gepackt hat"-Gefühl. Das wird nur stärker, wenn ihr euch zuhause verkriecht.

Für einen oder zwei allein ist das einfach zu viel. Nachdem man den Job verloren hat, fühlt man sich eh schon Scheiße und nach einiger Zeit auch nutzlos. Dann mit Hartz IV kommt noch dieses "das war es endgültig, der totale Abstieg"-Gefühl dazu und es ist ja auch "normal", dass man sich dann irgendwann nicht mehr gesellschaftsfähig fühlt: Wozu raus gehen, kostet nur Geld, ich schäme mich, usw.

Unternimm jetzt was - sonst rutscht ihr beide nur weiter ab (stimmungsmäßig gemeint!).

Ich drück die Daumen,
Feri

Was soll ich den tun...?
Zu gerne würde ich erstmal zusammen mit ihm unter Freunde! Will er nicht! Ich hätte einfach gerne mal mit gemeinsamen Freunden etwas geklönt - ein Gläschen Wein und ein paar nette Unternehmungen... keine Chance. Grad kam folgende SMS (nachdem ich wieder per SMS versucht habe, ihn etwas aufzuheitern + ihm etwas Mut zu machen...):

Sorgen? Kenn ich gar nicht! Weiß gar nicht, was Sorgen sind! Sehe Hartz IV eher als Chance für ausreichend Schlaf + Selbstfindung! In diesem Sinne: Gute Nacht!


Was bitte soll ich davon halten bzw. darauf antworten??!!

ICH habe finanzielle Probleme, obwohl ich noch Arbeit habe. ICH habe schon beide Eltern verloren (beide durch Krebs).

Ich weiß nicht mehr weiter und mir steigen grad schon wieder die Tränen in die Augen

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14. März 2008 um 13:50

Das schlimme ist...:
Seine Mutter (und Schwester, die auch im Elternhaus wohnt) macht sich unglaubliche Sorgen. Mir wird aber von meinem Freund immer gesagt, ich solle denen nicht erzählen, dass es ihm grad mal wieder nicht gut geht - sie würden sich sowieso schon genug Sorgen um ihn machen!!

Kannst Du dir vorstellen, wie schwer mir das fällt?

Am liebsten würde ich dort anrufen und alles erzählen... Aber ich reiße mich zusammen und werde mir wohl heute abend wieder alleine die Augen aus dem Kopf weinen

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