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Beziehungsvermeider - Wie traue ich mich, dass zu ändern?

15. Juni 2009 um 20:28

Bisher habe ich noch keine nennenswerten längeren Beziehungen in meinem Leben gehabt. Lange habe ich mir auch eingeredet, ich könnte nichts dafür und die Männer wären einfach zu doof. Mit einigem Nachdenken sind mir aber an meinem Verhalten einige "unschöne" Angewohnheiten aufgefallen, mit denen es eher schwer ist, Männer überhaupt kennenzulernen.

Ich bin wirklich nicht gefühlskalt, aber ich weiß, dass ich sehr "sachlich" rüberkomme. Immer vernünftig und verständnisvoll. Meine Gefühle zeige ich zuerst auch nicht gerne. Vor allem nicht neuen Bekanntschaften gegenüber. Ich muß einen Mann erst einmal näher kennenlernen, bevor ich ihm vertrauen kann. Und bestehen von Anfang an Vorbehalte dagegen - dauert es umso länger, bevor ich ihm mein volles Vertrauen schenken kann.

Bei einigen "Chancen" in meinem Leben habe ich aber auch einfach so getan, als interessierte mich der Mann einfach nicht - und ließ ihn eiskalt abblitzen. Natürlich liegt der Grund darin, dass ich selbst mal in jungen Jahren unglücklich verliebt war und jahrelang darunter gelitten habe, dass mein Schwarm nichts von mir wollte. Um mir die "Sache" in Zukunft einfacher zu machen und nie wieder so zu leiden wie damals, sah ich einfach keine andere Möglichkeit, als jedem Mann, der mich näher interessiert hätte, zu signalisieren, dass er für mich nicht in Frage kommt. Dabei war es für mich immer supereinfach, herauszufinden, was der Mann absolut an einer Frau nicht leiden konnte, so dass er auch ja das Interesse an mir verlieren würde. So habe ich also immer so getan, als würden mich die Männer total kalt lassen und nicht interessieren. Hat auch fast - bis auf wenige Ausnahmen - super geklappt. Wie gesagt, besonders bei den Männern, wo so eine besondere "Anziehung" bestand.

Gelitten habe ich danach trotzdem, wenn er dann eine andere Beziehung eingegangen ist und ich das - dummerweise - mitbekommen habe. Nie hätte ich daran aber etwas ändern wollen. Wenn er eine andere Partnerin hat, war es eben so. Konnte ich mit leben und habe es akzeptiert.

Nur, jünger werde ich ja auch nicht. Und wenn ich so weiter mache, wie bisher, wird es auch nie etwas mit einer Beziehung zu einem Mann. Weil ich grundsätzlich denen nicht traue, die ich insgeheim gut finde - weil ich mir eigentlich selbst nicht traue und Angst habe, hereinzufallen. Die Konsequenz ist: Die anderen will ich gar nicht. Deshalb bin ich Single und werde es wohl nie ändern können.

Natürlich gab es da einen Mann in meinem Leben, in den ich glaube ich, seit ich ihn kennen gelernt habe, verliebt bin. Irgendwie mag und mochte ich ihn von Anfang an. Aber ich konnte da zarte Pflänzchen Liebe da nicht entstehen lassen. Ich lernte ihn beruflich kennen und befürchtete ein bißchen, es würde nicht gut gehen, wenn ich mich mit ihm eingelassen hätte. Dann hätte ich beruflich mir auch gleich etwas neues Suchen können. Also habe ich "es" ignoriert. Dabei glaube ich noch heute, dass er mich auch gut fand. Aber bestimmt hat er nun eine andere Beziehung.

Trotz allem Für und Wider: Eigentlich fürchte ich mich davor, ihm wieder zu begegnen, weil ich absolut nicht wüßte, wie ich mich verhalten soll. Im Prinzip würde ich es machen wie bisher: Bloß meine Gefühle nicht anmerken lassen. Aber glücklich bin ich damit nicht.

Gäbe es einen Weg mich selbst zu "überlisten"?

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16. Juni 2009 um 13:12

...
Bedenke, wieviel Schönes dir entgeht, wenn du es vermeidest, Gefühle zu zeigen, sie zu leben.

So, wie du es jetzt machst, gehst du kein Risiko ein, abgewiesen zu werden. Aber das Gegenteil tritt eben auch nicht ein - das ist schade.

Natürlich macht man auch unangenehme Erfahrungen, aber die gehören zum Leben und danach kommt auch wieder was Gutes.
Es wäre ja auch langweilig, wenn immer alles perfekt und eindeutig wäre.

Also denke immer daran, du kannst nur gewinnen (Lebensqualität) und auch nur Gefühle von anderen empfangen und geniessen, wenn du selbst bereit bist, Gefühle zu zeigen.

Falls du mal enttäuscht wirst und deine Gefühle nicht erwidert werden, sag dir einfach: "an mir liegt es nicht, denn ich habe alles richtig gemacht, ich war ehrlich und habe Gefühle gezeigt."

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17. Juni 2009 um 23:13
In Antwort auf liv_12338567

...
Bedenke, wieviel Schönes dir entgeht, wenn du es vermeidest, Gefühle zu zeigen, sie zu leben.

So, wie du es jetzt machst, gehst du kein Risiko ein, abgewiesen zu werden. Aber das Gegenteil tritt eben auch nicht ein - das ist schade.

Natürlich macht man auch unangenehme Erfahrungen, aber die gehören zum Leben und danach kommt auch wieder was Gutes.
Es wäre ja auch langweilig, wenn immer alles perfekt und eindeutig wäre.

Also denke immer daran, du kannst nur gewinnen (Lebensqualität) und auch nur Gefühle von anderen empfangen und geniessen, wenn du selbst bereit bist, Gefühle zu zeigen.

Falls du mal enttäuscht wirst und deine Gefühle nicht erwidert werden, sag dir einfach: "an mir liegt es nicht, denn ich habe alles richtig gemacht, ich war ehrlich und habe Gefühle gezeigt."

Wenn das so einfach wäre...
Nur wie fühlt man sich dabei?? Ziemlich Scheiße (sorry), wenn man eigentlich immer mit dem schlimmsten rechnet.

Ich finde es sehr nett, dass Du mir geantwortet hast. Ich glaube man sieht an meinem Profil auch nicht, dass ich schon recht alt bin... Ich bin nämlich schon über 40.

Das ist ja das Problem: Ich kann es nicht (meine Gefühle zeigen). Und werde es wohl auch nie können und nie tun.

Was hat das außerdem mit Ehrlichkeit zu tun?? Wenn man mal richtig böse verletzt wurde, glaube ich, kann man da nicht mehr so offen sein. Ich würde ein anderes Wort dafür benutzen. Offen oder vertrauensselig. Das kann ich nicht.

Bei jedem Mann, bei dem es von meiner Seite her irgendwie eine stärkere Anziehung gegeben hat - bin ich geflüchtet. Ich muss es so schreiben. Mir erschien und erscheint das einfach zu gefährlich zu sein. Es war so eine schlimme Zeit, wo ich diesen Liebeskummer hatte, ich möchte das so nie wieder erleben. Ich habe erst Jahre später die ganzen Kartons mit den Abschiedsbriefen, die ich ihm schicken wollte, weggeworfen. Es waren mehrere Kartons!! die ich natürlich nicht mehr abgeschickt habe. Ich weiß natürlich, dass es schon ehrlicher wäre und auch mutig, zu seinen Gefühlen zu stehen. Aber nach dem erlebten, habe ich in den Situationen dermaßen Angst...dass mir der Atem stockt, wenn ich dran denke, dass ich die Situation jetzt durchstehen müsste.

Der einzige Weg schien mir der zu sein, allen Männern aus dem Weg zu gehen, die ich anziehend finde. Und das blöde war auch - ich scheine ein ganz tolles Talent gehabt zu haben - dass, wenn die Männer mein Interesse bemerkten, meistens auch noch blöde reagiert haben und ich mir doofe Sprüche anhören konnte (ich wurde immer leicht rot - habe ich mir aber abgewöhnt) und mir das erst recht hinterher peinlich war. Dann habe ich mich noch zusätzlich geschämt und war total verwirrt im Kopf von irgendwelchen Gefühlen, dem ständigen Rot werden (und eigentlich bin ich furchtbar schüchtern gewesen) und dann wird man blöde angemacht und ist, weil man schüchtern ist, auch nicht besonders schlagfertig...

Toll. Ich habe es echt aufgegeben mit mir und den Männern. Das wird glaube ich nix mehr.

Und mit über 40 schreibt man auch keine Liebesbriefe mehr. Damit habe ich es früher auch mal versucht, um mir die peinlichen Situationen zu ersparen. Es war mir aber immer hinterher sehr peinlich, dass ich die Briefe überhaupt geschrieben hatte. Und den erwarteten Erfolg hatten sie übrigens auch nicht. Es kam nie Antwort. Also stand ich genaus blöde da, wie vorher auch. Hätte ich auch gleich lassen können und hätte mich nicht blamiert., oder??

Gibt wohl eher keinen Weg, da etwas zu ändern....



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