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Beziehungsunfähig oder war der Richtige noch nicht dabei?

2. Januar 2005 um 15:53

Hallo an alle,

Mein Problem ist folgendes:
Langsam glaube ich wirklich, dass ich einfach beziehungsunfähig bin.. Ich bin 28 und mit meinem jetzigen Freund bin ich seit fast 3 Jahren zusammen. Doch die Beziehung scheint mal wieder am Ende zu sein.

Wie sich das äußert? Nun, ich bin total unzufrieden mit allem, motze ihn nur noch an, er nervt mich nur noch - mit allem was er sagt und tut. Ich bin der Meinung, wir passen doch nicht richtig zusammen. Wir haben keine gute gemeinsame Basis, zu wenig gemeinsame Interessen. Auch mit dem Sex klappt es nicht, das war von Anfang an ein Problem. Außerdem fehlt mir der Tiefgang in der Beziehung. Ich habe das Gefühl, ich brauche meine Freunde dringender denn je, zum Austausch. Er alleine kann mit nicht annähernd das geben, was ich brauche. Aber kann ich das überhaupt erwarten??

Ich könnte viele Gründe aufzählen, warum ich der Meinung bin, dass wir eigentlich nicht besonders gut zusammen passen. Aber ich habe mich doch mal in ihn verliebt!! Wieso denn überhaupt? Dinge, die ich früher an ihm liebte, nerven mich jetzt nur noch. Warum passiert das???

Meine Beziehungen laufen immer so: ich bin Feuer und Flamme, nach und nach spüre ich aber, dass mir so vieles fehlt in der Beziehung. Dafür mache ich dann meinen Partner verantwortlich, obwohl er doch einfach nur so ist, wie er eben ist. Ich glaube, wenn man sich einen Partner backen könnte, dann wäre ich die erste, die das Angebot nutzen würde...

Was kann ich nur gegen diese ewige Unzufriedenheit tun? Ich möchte doch auch irgendwann den Mann meines Lebens finden und nicht immer wieder von "vorne" beginnen! Aber wie sieht er aus, der Mann meines Lebens. Gibt es ihn überhaupt? Oder bin ich bisher tatsächlich einfach immer an die "Falschen" geraten und es gibt da draußen schon jemanden, der besser zu mir passt?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir über Eure Erfahrungen berichten könntet. Meine Beziehung steht mal wieder vor dem Aus und ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen. Mir ist nicht mal klar, ob ich die Beziehung nicht aufgeben will, weil mir an meinem Partner so viel liegt, oder ob es einfach Gewohnheit ist und ich so daran fest halte, weil ich ziemlich Angst davor habe "allein" zu sein.

Wenn wir zusammen sind, nervt er mich meistens und wir streiten nur. Mir ist dann meistens "sonnenklar", dass unsere Beziehung keine Zukunft hat. Sobald er weg ist (wie jetzt) vermisse ich ihn und könnte nur noch heulen. Mir tut es dann auch so schrecklich leid, dass ich immer so ätzend zu ihm bin. Aber in dem Moment, wenn ich es bin, kann ich nicht anders. Das ist doch schizophren, oder???

Hat jemand von Euch ähnlich Erfahrungen oder kann mir was dazu sagen?

Vielen Dank schon mal!!

Ich grüße Euch alle ganz herzlich,

Eure Amourette

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2. Januar 2005 um 16:42

Und wieder mal nicht allein!
Hallo Amourette,

als ich Deinen Beitrag las, kam mir vieles sehr bekannt vor. Genau wie Du stand ich vor der Frage, ob etwas nicht in Ordnung ist mit mir, ob ich nicht ganz richtig "ticke".

Da ich mich mit Deinem Beitrag ziemlich identifizieren kann, versuche ich mal meine Sicht der Dinge darzustellen. Vielleicht verändert das ja ein wenig Deine Sicht der Dinge.

Ich habe die "Veranlagung", mich recht schnell in jemanden zu verlieben. Die Gefühle spielen verrückt, ich habe Schmetterlinge im Bauch usw. Dieses Hormonchaos lenkt aber von den wichtigen Dingen ab. Sprich, ich mache mir dann gar keine Gedanken, ob diejenige überhaupt zu mir passen könnte. Umgekehrt wurde es von meinem Gegenüber auch so "begangen". Da die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruhte, wurde auch recht bald eine Beziehung eingegangen. Erst einige Zeit später habe ich dann festgestellt, dass etwas nicht stimmt. Zu viele Dinge nerven, ich unzufrieden war... nur womit, dass konnte ich nicht sagen. So habe ich oft meine Unzufriedenheit unbewußt auf meine Partnerin projiziert, es gab Streit, was mir hinterher oft sehr leid tat. Erst durch die Trennung von meiner damaligen Freundin, wurde mir so richtig bewußt, dass es so nicht weitergehen kann und ich habe "Ursachenforschung" betrieben.

Das Problem lag bei mir bisher immer daran, dass ich gar nicht so recht wußte, welche Art Partnerin mir gut tut und was meine Erwartungen an eine Beziehung sind. Ich hatte mich verliebt und dachte, das reicht. Als mir dann bewußt wurde, dass was nicht passt, habe ich mich der falschen Hoffnung hingegeben, dass wird schon besser mit der Zeit. Aber das wurde es nicht...

Versuche herauszufinden, was genau Dich so unzufrieden macht. Suche nicht nach äußeren Einflüssen (Dein Partner), sondern ganz gezielt bei Dir und sei dabei ehrlich in den Antworten. Und rede mit ihm, sag ihm, was Dich stört. Vielleicht findet Ihr eine gemeinsame Lösung. Falls nicht, dann bleibe nicht aus Bequemlichkeit in der Beziehung, dass macht Dich auf Dauer nur kaputt.

Kleiner Tipp: schau Dich mal in Deiner Kindheit um... wie war das Verhältnich Deiner Eltern zu Dir und zwischen Ihnen und wie hat es Dich geprägt... Es ist erschreckend, wie sich eine vermeintlich gute Erziehung auf das spätere Beziehungsverhalten Erwachsener auswirkt.

Ich hoffe, Dir ein wenig geholfen zu haben.

LG
Heiggo

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3. Januar 2005 um 19:18
In Antwort auf quin_12233891

Und wieder mal nicht allein!
Hallo Amourette,

als ich Deinen Beitrag las, kam mir vieles sehr bekannt vor. Genau wie Du stand ich vor der Frage, ob etwas nicht in Ordnung ist mit mir, ob ich nicht ganz richtig "ticke".

Da ich mich mit Deinem Beitrag ziemlich identifizieren kann, versuche ich mal meine Sicht der Dinge darzustellen. Vielleicht verändert das ja ein wenig Deine Sicht der Dinge.

Ich habe die "Veranlagung", mich recht schnell in jemanden zu verlieben. Die Gefühle spielen verrückt, ich habe Schmetterlinge im Bauch usw. Dieses Hormonchaos lenkt aber von den wichtigen Dingen ab. Sprich, ich mache mir dann gar keine Gedanken, ob diejenige überhaupt zu mir passen könnte. Umgekehrt wurde es von meinem Gegenüber auch so "begangen". Da die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruhte, wurde auch recht bald eine Beziehung eingegangen. Erst einige Zeit später habe ich dann festgestellt, dass etwas nicht stimmt. Zu viele Dinge nerven, ich unzufrieden war... nur womit, dass konnte ich nicht sagen. So habe ich oft meine Unzufriedenheit unbewußt auf meine Partnerin projiziert, es gab Streit, was mir hinterher oft sehr leid tat. Erst durch die Trennung von meiner damaligen Freundin, wurde mir so richtig bewußt, dass es so nicht weitergehen kann und ich habe "Ursachenforschung" betrieben.

Das Problem lag bei mir bisher immer daran, dass ich gar nicht so recht wußte, welche Art Partnerin mir gut tut und was meine Erwartungen an eine Beziehung sind. Ich hatte mich verliebt und dachte, das reicht. Als mir dann bewußt wurde, dass was nicht passt, habe ich mich der falschen Hoffnung hingegeben, dass wird schon besser mit der Zeit. Aber das wurde es nicht...

Versuche herauszufinden, was genau Dich so unzufrieden macht. Suche nicht nach äußeren Einflüssen (Dein Partner), sondern ganz gezielt bei Dir und sei dabei ehrlich in den Antworten. Und rede mit ihm, sag ihm, was Dich stört. Vielleicht findet Ihr eine gemeinsame Lösung. Falls nicht, dann bleibe nicht aus Bequemlichkeit in der Beziehung, dass macht Dich auf Dauer nur kaputt.

Kleiner Tipp: schau Dich mal in Deiner Kindheit um... wie war das Verhältnich Deiner Eltern zu Dir und zwischen Ihnen und wie hat es Dich geprägt... Es ist erschreckend, wie sich eine vermeintlich gute Erziehung auf das spätere Beziehungsverhalten Erwachsener auswirkt.

Ich hoffe, Dir ein wenig geholfen zu haben.

LG
Heiggo

Lieber Heiggo,
vielen Dank für Deine Antwort.
Nun, eigentlich glaube ich, dass ich sehr genau weiß, was ich von einer Beziehung erwarte. Ich befürchte eher, dass das zu viel ist, ich könnte Dir einen ganzen "Wunschzettel" schreiben. Ich glaube, bestimmte grundlegende Einstellungen und Werte müssen einfach zueinander passen. Und man muss miteinander lachen können. Wichtig finde ich auch, dass sich mein Partner auch für meine "Faibles" (z.B. moderne Kunst) begeistern kann und nachvollziehen kann, was mir das "gibt".
Leider schlittert man oft viel zu schnell in eine Beziehung. Es ist alles so schnelllebig. Man lernt jemanden kennen, geht zwei- dreimal aus und dann ist man meist schon zusammen. Bei mir ist das zumindest so. Klar, ist ja auch die schönste Zeit, die Zeit des Verliebtseins. Aber so hat man doch nie die Möglichkeit, mal "abzuchecken", ob derjenige wirklich zu einem passt! Und dann steckt man halt schon in der Beziehung und will ja auch nicht alles gleich wieder hinwerfen...
Wir haben schon oft über die Probleme gesprochen. Aber was hilft es, wenn ich meinem Partner sage, dass mich bestimmte Persönlichkeitszüge an ihm stören. So ist er nunmal und das wird er nicht ablegen können. Die Frage ist: ist es überhaupt sinnvoll, dass er sich für mich verändert?? Hier geht es leider nicht um Banalitäten wie Klodeckel runterklappen etc. Ich glaube, über sowas regt man sich eh nur auf, wenn die Basis schon nicht stimmt...
Danke für Deinen Beitrag!
Amourette

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