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Beziehungsphase überwinden

18. April um 21:13 Letzte Antwort: 19. April um 18:19

Guten Abend ihr Lieben,

ich würde Euch gerne einmal etwas schildern und Eure Meinung dazu hören. Habe schon viel darüber recherchiert, jedoch fällt es mir schwer dies auf meine Situation zu beziehen bzw anwenden zu können.

Mein Freund (27) und Ich (23) sind seit 1 1/2 Jahren zusammen, wovon wir seit 1 Jahr zusammen wohnen. Ich habe gemerkt, dass sich meine Beziehung verändert hat, was erstmal nichts Ungewöhnliches ist, denn laut Studien und gewissen Beziehungsphasen befinden wir uns wohl gerade in solch einer Phase, in der die rosarote Brille nun vollständig abgelegt ist, man nervige Eigenschaften umso bewusster wahrnimmt etc. Das alles war anfangs in der Verliebtheitsphase kein Thema, denn da schien mir mein Partner absolut perfekt für mich. Nun merke ich immer mehr Unterschiede zwischen uns, die Zuneigung lässt nach, mich stört einiges an ihm und der Alltagstrott ist natürlich auch da. In genau so einer Zeit trennen sich die meisten Paare, deswegen wollte ich mal hören, wie es bei Euch so war? Wie habt Ihr diese Phase überstanden und konntet Eure Liebe und Beziehung weiter vertiefen, statt Euch zu entfernen und nicht gleich bei der ersten unschönen Zeit zu viele Zweifel entwickeln? Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist? Klingt kitschig, aber das war und ist nunmal mein Ziel. 

Wir sind zur Zeit recht distanziert, küssen uns kaum. Das macht mir zu schaffen.

Danke Euch und Liebe Grüße

 

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19. April um 11:55
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In Antwort auf ..franzi..

Guten Abend ihr Lieben,

ich würde Euch gerne einmal etwas schildern und Eure Meinung dazu hören. Habe schon viel darüber recherchiert, jedoch fällt es mir schwer dies auf meine Situation zu beziehen bzw anwenden zu können.

Mein Freund (27) und Ich (23) sind seit 1 1/2 Jahren zusammen, wovon wir seit 1 Jahr zusammen wohnen. Ich habe gemerkt, dass sich meine Beziehung verändert hat, was erstmal nichts Ungewöhnliches ist, denn laut Studien und gewissen Beziehungsphasen befinden wir uns wohl gerade in solch einer Phase, in der die rosarote Brille nun vollständig abgelegt ist, man nervige Eigenschaften umso bewusster wahrnimmt etc. Das alles war anfangs in der Verliebtheitsphase kein Thema, denn da schien mir mein Partner absolut perfekt für mich. Nun merke ich immer mehr Unterschiede zwischen uns, die Zuneigung lässt nach, mich stört einiges an ihm und der Alltagstrott ist natürlich auch da. In genau so einer Zeit trennen sich die meisten Paare, deswegen wollte ich mal hören, wie es bei Euch so war? Wie habt Ihr diese Phase überstanden und konntet Eure Liebe und Beziehung weiter vertiefen, statt Euch zu entfernen und nicht gleich bei der ersten unschönen Zeit zu viele Zweifel entwickeln? Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist? Klingt kitschig, aber das war und ist nunmal mein Ziel. 

Wir sind zur Zeit recht distanziert, küssen uns kaum. Das macht mir zu schaffen.

Danke Euch und Liebe Grüße

 

Hallo,

auch in einer stabilen, liebevollen Beziehung kann es Details geben, die einen am Partner stören oder aufregen. Ich würd sagen, entscheidend ist, dass genügend positive Dinge vorhanden sind, um das auszugleichen.
Ein paar Sachen lassen sich allerdings meiner Meinung nach nicht ausgleichen, weil sie die Grundlagen der Beziehung in Frage stellen oder gleich direkt in Klump hauen.
Zum Beispiel lässt es sich bestimmt verschmerzen, wenn der Partner auf ne Art von Musik steht, die man selber schwer auszuhalten findet. Aber wenn es Probleme mit dem Vertrauen oder dem gegenseitigen Respekt in der Beziehung gibt, also mit den Grundwerten, die man in seiner Beziehung verwirklicht haben will - dann muss man das entweder gemeinsam in den Griff bekommen und dabei bewusst aufeinander zugehen, oder man kann auf Dauer die Beziehung vergessen.


"Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist?"

"Der Richtige für immer" - das ist ne Vorstellung aus Hollywoodfilmen, die hören nämlich nicht umsonst genau da auf, wo das Liebespaar sich "gekriegt" hat und die eigentliche Arbeit anfängt. Damit wird das Bild vermittelt, dass diese Liebe auf Dauer so bleibt, ohne dass man groß was dafür tun muss, und dass man schon aktiv von außen eingreifen müsste, um die großen Gefühle zu zerstören.
In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Positive Gefühle nutzen sich im Lauf der Zeit immer ab, wenn man nicht bewusst und aktiv was dagegen tut. Ja, auch die "große Liebe". Im Alltag kommt es einfach immer zu kleinen, unbewussten und unbeabsichtigten negativen Erlebnissen mit dem Partner - jedesmal, wenn der nicht genau das tut, was du dir von ihm wünschst, schleift es ein kleines bisschen von deinen Gefühlen für ihn ab, und die Schleifstelle muss man dann quasi mit nem positiven Gedanken oder Erlebnis wieder aufpolieren. Liebe führt sicher dazu, dass man eher dazu bereit ist, diese positiven Erlebnisse zu schaffen, aber Liebe allein ist nicht alles. Eine Beziehung ist immer ein Prozess, kein statischer Zustand.

Das soll jetzt nicht heißen, dass es den "Richtigen für immer" nicht gibt - sondern bloß, dass der "Richtige" nicht unbedingt der ist, bei dem alles von Anfang an stimmt (obwohl das natürlich hilfreich ist ), sondern der, der zeitlebens willens und fähig ist, mit dir zusammen eure Beziehung frisch und positiv zu halten und gegen den ganzen Alltagsmist anzukämpfen. Und das muss natürlich von beiden Seiten kommen. Wenn du selber im Alltag den positiven Blick für deinen Partner verlierst und deine Beziehung schleifen lässt, dann wird auf Dauer keiner der Richtige für dich sein.

Außer diesen positiven Erlebnissen ist natürlich immer auch Kommunikation sehr wichtig, um Probleme aus der Welt zu schaffen. "Kommunikation" heißt dabei nicht bloß, dass du deine Sichtweise an deinen Partner los wirst, sondern genauso sehr, dass du ihm zuhörst und seine Sichtweise an dich ranlässt. Und das Ganze auch umgekehrt. (Viele Paare scheitern schon da dran, weil sie sich entweder kaum für die Perspektive ihres Partners interessieren oder sich weigern, sie zur Kenntnis zu nehmen, weil sie dem eigenen Wunschdenken zu sehr widersprechen.)
Wenn man beide Sichtweisen beisammen hat, dann kann man sich über ne gemeinsame Lösung Gedanken machen, mit der dann hoffentlich beide zufrieden sind. Durch diesen Prozess - wenn er klappt, natürlich - verstärkt sich dann auch wieder das Vertrauen in den Partner und die Beziehung.

lg
cefeu

 

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19. April um 9:45
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Dass mit dem wegfallen der rosaroten Brille, die negativen Seiten aufkommen ist, wie du geschrieben hast, völlig normal.

Und hier zeigt sich, ob sich aus Verliebtheit,  eine stabile Liebe entwickelt.

Wenn das der Fall ist, dann entfernt man sich nicht, man ist nicht genervt von den kleinen Marotten des anderen.

Wenn aus verliebtheit nicht mehr wird, dann passiert genau das, was du beschreibst, man merkt, dass es einfach nicht passt, die vielen Kleinigkeiten die man nicht akzeptieren kann.

Daran kann man nichts ändern, das ist leider einfach so und klar, trennen sich die Leute da am häufigsten, weil sie sehen, dass das keine Zukunft hat und man Gefühle nicht erzwingen kann.

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19. April um 11:55
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In Antwort auf ..franzi..

Guten Abend ihr Lieben,

ich würde Euch gerne einmal etwas schildern und Eure Meinung dazu hören. Habe schon viel darüber recherchiert, jedoch fällt es mir schwer dies auf meine Situation zu beziehen bzw anwenden zu können.

Mein Freund (27) und Ich (23) sind seit 1 1/2 Jahren zusammen, wovon wir seit 1 Jahr zusammen wohnen. Ich habe gemerkt, dass sich meine Beziehung verändert hat, was erstmal nichts Ungewöhnliches ist, denn laut Studien und gewissen Beziehungsphasen befinden wir uns wohl gerade in solch einer Phase, in der die rosarote Brille nun vollständig abgelegt ist, man nervige Eigenschaften umso bewusster wahrnimmt etc. Das alles war anfangs in der Verliebtheitsphase kein Thema, denn da schien mir mein Partner absolut perfekt für mich. Nun merke ich immer mehr Unterschiede zwischen uns, die Zuneigung lässt nach, mich stört einiges an ihm und der Alltagstrott ist natürlich auch da. In genau so einer Zeit trennen sich die meisten Paare, deswegen wollte ich mal hören, wie es bei Euch so war? Wie habt Ihr diese Phase überstanden und konntet Eure Liebe und Beziehung weiter vertiefen, statt Euch zu entfernen und nicht gleich bei der ersten unschönen Zeit zu viele Zweifel entwickeln? Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist? Klingt kitschig, aber das war und ist nunmal mein Ziel. 

Wir sind zur Zeit recht distanziert, küssen uns kaum. Das macht mir zu schaffen.

Danke Euch und Liebe Grüße

 

Hallo,

auch in einer stabilen, liebevollen Beziehung kann es Details geben, die einen am Partner stören oder aufregen. Ich würd sagen, entscheidend ist, dass genügend positive Dinge vorhanden sind, um das auszugleichen.
Ein paar Sachen lassen sich allerdings meiner Meinung nach nicht ausgleichen, weil sie die Grundlagen der Beziehung in Frage stellen oder gleich direkt in Klump hauen.
Zum Beispiel lässt es sich bestimmt verschmerzen, wenn der Partner auf ne Art von Musik steht, die man selber schwer auszuhalten findet. Aber wenn es Probleme mit dem Vertrauen oder dem gegenseitigen Respekt in der Beziehung gibt, also mit den Grundwerten, die man in seiner Beziehung verwirklicht haben will - dann muss man das entweder gemeinsam in den Griff bekommen und dabei bewusst aufeinander zugehen, oder man kann auf Dauer die Beziehung vergessen.


"Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist?"

"Der Richtige für immer" - das ist ne Vorstellung aus Hollywoodfilmen, die hören nämlich nicht umsonst genau da auf, wo das Liebespaar sich "gekriegt" hat und die eigentliche Arbeit anfängt. Damit wird das Bild vermittelt, dass diese Liebe auf Dauer so bleibt, ohne dass man groß was dafür tun muss, und dass man schon aktiv von außen eingreifen müsste, um die großen Gefühle zu zerstören.
In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Positive Gefühle nutzen sich im Lauf der Zeit immer ab, wenn man nicht bewusst und aktiv was dagegen tut. Ja, auch die "große Liebe". Im Alltag kommt es einfach immer zu kleinen, unbewussten und unbeabsichtigten negativen Erlebnissen mit dem Partner - jedesmal, wenn der nicht genau das tut, was du dir von ihm wünschst, schleift es ein kleines bisschen von deinen Gefühlen für ihn ab, und die Schleifstelle muss man dann quasi mit nem positiven Gedanken oder Erlebnis wieder aufpolieren. Liebe führt sicher dazu, dass man eher dazu bereit ist, diese positiven Erlebnisse zu schaffen, aber Liebe allein ist nicht alles. Eine Beziehung ist immer ein Prozess, kein statischer Zustand.

Das soll jetzt nicht heißen, dass es den "Richtigen für immer" nicht gibt - sondern bloß, dass der "Richtige" nicht unbedingt der ist, bei dem alles von Anfang an stimmt (obwohl das natürlich hilfreich ist ), sondern der, der zeitlebens willens und fähig ist, mit dir zusammen eure Beziehung frisch und positiv zu halten und gegen den ganzen Alltagsmist anzukämpfen. Und das muss natürlich von beiden Seiten kommen. Wenn du selber im Alltag den positiven Blick für deinen Partner verlierst und deine Beziehung schleifen lässt, dann wird auf Dauer keiner der Richtige für dich sein.

Außer diesen positiven Erlebnissen ist natürlich immer auch Kommunikation sehr wichtig, um Probleme aus der Welt zu schaffen. "Kommunikation" heißt dabei nicht bloß, dass du deine Sichtweise an deinen Partner los wirst, sondern genauso sehr, dass du ihm zuhörst und seine Sichtweise an dich ranlässt. Und das Ganze auch umgekehrt. (Viele Paare scheitern schon da dran, weil sie sich entweder kaum für die Perspektive ihres Partners interessieren oder sich weigern, sie zur Kenntnis zu nehmen, weil sie dem eigenen Wunschdenken zu sehr widersprechen.)
Wenn man beide Sichtweisen beisammen hat, dann kann man sich über ne gemeinsame Lösung Gedanken machen, mit der dann hoffentlich beide zufrieden sind. Durch diesen Prozess - wenn er klappt, natürlich - verstärkt sich dann auch wieder das Vertrauen in den Partner und die Beziehung.

lg
cefeu

 

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19. April um 12:30
Beste Antwort
In Antwort auf cefeu1

Hallo,

auch in einer stabilen, liebevollen Beziehung kann es Details geben, die einen am Partner stören oder aufregen. Ich würd sagen, entscheidend ist, dass genügend positive Dinge vorhanden sind, um das auszugleichen.
Ein paar Sachen lassen sich allerdings meiner Meinung nach nicht ausgleichen, weil sie die Grundlagen der Beziehung in Frage stellen oder gleich direkt in Klump hauen.
Zum Beispiel lässt es sich bestimmt verschmerzen, wenn der Partner auf ne Art von Musik steht, die man selber schwer auszuhalten findet. Aber wenn es Probleme mit dem Vertrauen oder dem gegenseitigen Respekt in der Beziehung gibt, also mit den Grundwerten, die man in seiner Beziehung verwirklicht haben will - dann muss man das entweder gemeinsam in den Griff bekommen und dabei bewusst aufeinander zugehen, oder man kann auf Dauer die Beziehung vergessen.


"Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist?"

"Der Richtige für immer" - das ist ne Vorstellung aus Hollywoodfilmen, die hören nämlich nicht umsonst genau da auf, wo das Liebespaar sich "gekriegt" hat und die eigentliche Arbeit anfängt. Damit wird das Bild vermittelt, dass diese Liebe auf Dauer so bleibt, ohne dass man groß was dafür tun muss, und dass man schon aktiv von außen eingreifen müsste, um die großen Gefühle zu zerstören.
In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Positive Gefühle nutzen sich im Lauf der Zeit immer ab, wenn man nicht bewusst und aktiv was dagegen tut. Ja, auch die "große Liebe". Im Alltag kommt es einfach immer zu kleinen, unbewussten und unbeabsichtigten negativen Erlebnissen mit dem Partner - jedesmal, wenn der nicht genau das tut, was du dir von ihm wünschst, schleift es ein kleines bisschen von deinen Gefühlen für ihn ab, und die Schleifstelle muss man dann quasi mit nem positiven Gedanken oder Erlebnis wieder aufpolieren. Liebe führt sicher dazu, dass man eher dazu bereit ist, diese positiven Erlebnisse zu schaffen, aber Liebe allein ist nicht alles. Eine Beziehung ist immer ein Prozess, kein statischer Zustand.

Das soll jetzt nicht heißen, dass es den "Richtigen für immer" nicht gibt - sondern bloß, dass der "Richtige" nicht unbedingt der ist, bei dem alles von Anfang an stimmt (obwohl das natürlich hilfreich ist ), sondern der, der zeitlebens willens und fähig ist, mit dir zusammen eure Beziehung frisch und positiv zu halten und gegen den ganzen Alltagsmist anzukämpfen. Und das muss natürlich von beiden Seiten kommen. Wenn du selber im Alltag den positiven Blick für deinen Partner verlierst und deine Beziehung schleifen lässt, dann wird auf Dauer keiner der Richtige für dich sein.

Außer diesen positiven Erlebnissen ist natürlich immer auch Kommunikation sehr wichtig, um Probleme aus der Welt zu schaffen. "Kommunikation" heißt dabei nicht bloß, dass du deine Sichtweise an deinen Partner los wirst, sondern genauso sehr, dass du ihm zuhörst und seine Sichtweise an dich ranlässt. Und das Ganze auch umgekehrt. (Viele Paare scheitern schon da dran, weil sie sich entweder kaum für die Perspektive ihres Partners interessieren oder sich weigern, sie zur Kenntnis zu nehmen, weil sie dem eigenen Wunschdenken zu sehr widersprechen.)
Wenn man beide Sichtweisen beisammen hat, dann kann man sich über ne gemeinsame Lösung Gedanken machen, mit der dann hoffentlich beide zufrieden sind. Durch diesen Prozess - wenn er klappt, natürlich - verstärkt sich dann auch wieder das Vertrauen in den Partner und die Beziehung.

lg
cefeu

 

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. 
Selten so einen tollen treffenden Beitrag gelesen 

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19. April um 18:12
In Antwort auf cefeu1

Hallo,

auch in einer stabilen, liebevollen Beziehung kann es Details geben, die einen am Partner stören oder aufregen. Ich würd sagen, entscheidend ist, dass genügend positive Dinge vorhanden sind, um das auszugleichen.
Ein paar Sachen lassen sich allerdings meiner Meinung nach nicht ausgleichen, weil sie die Grundlagen der Beziehung in Frage stellen oder gleich direkt in Klump hauen.
Zum Beispiel lässt es sich bestimmt verschmerzen, wenn der Partner auf ne Art von Musik steht, die man selber schwer auszuhalten findet. Aber wenn es Probleme mit dem Vertrauen oder dem gegenseitigen Respekt in der Beziehung gibt, also mit den Grundwerten, die man in seiner Beziehung verwirklicht haben will - dann muss man das entweder gemeinsam in den Griff bekommen und dabei bewusst aufeinander zugehen, oder man kann auf Dauer die Beziehung vergessen.


"Wie oft habe ich den Trennungsgrund "Wir haben und auseinander gelebt" gehört. Kann das überhaupt passieren, wenn er wirklich der Richtige für immer ist?"

"Der Richtige für immer" - das ist ne Vorstellung aus Hollywoodfilmen, die hören nämlich nicht umsonst genau da auf, wo das Liebespaar sich "gekriegt" hat und die eigentliche Arbeit anfängt. Damit wird das Bild vermittelt, dass diese Liebe auf Dauer so bleibt, ohne dass man groß was dafür tun muss, und dass man schon aktiv von außen eingreifen müsste, um die großen Gefühle zu zerstören.
In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Positive Gefühle nutzen sich im Lauf der Zeit immer ab, wenn man nicht bewusst und aktiv was dagegen tut. Ja, auch die "große Liebe". Im Alltag kommt es einfach immer zu kleinen, unbewussten und unbeabsichtigten negativen Erlebnissen mit dem Partner - jedesmal, wenn der nicht genau das tut, was du dir von ihm wünschst, schleift es ein kleines bisschen von deinen Gefühlen für ihn ab, und die Schleifstelle muss man dann quasi mit nem positiven Gedanken oder Erlebnis wieder aufpolieren. Liebe führt sicher dazu, dass man eher dazu bereit ist, diese positiven Erlebnisse zu schaffen, aber Liebe allein ist nicht alles. Eine Beziehung ist immer ein Prozess, kein statischer Zustand.

Das soll jetzt nicht heißen, dass es den "Richtigen für immer" nicht gibt - sondern bloß, dass der "Richtige" nicht unbedingt der ist, bei dem alles von Anfang an stimmt (obwohl das natürlich hilfreich ist ), sondern der, der zeitlebens willens und fähig ist, mit dir zusammen eure Beziehung frisch und positiv zu halten und gegen den ganzen Alltagsmist anzukämpfen. Und das muss natürlich von beiden Seiten kommen. Wenn du selber im Alltag den positiven Blick für deinen Partner verlierst und deine Beziehung schleifen lässt, dann wird auf Dauer keiner der Richtige für dich sein.

Außer diesen positiven Erlebnissen ist natürlich immer auch Kommunikation sehr wichtig, um Probleme aus der Welt zu schaffen. "Kommunikation" heißt dabei nicht bloß, dass du deine Sichtweise an deinen Partner los wirst, sondern genauso sehr, dass du ihm zuhörst und seine Sichtweise an dich ranlässt. Und das Ganze auch umgekehrt. (Viele Paare scheitern schon da dran, weil sie sich entweder kaum für die Perspektive ihres Partners interessieren oder sich weigern, sie zur Kenntnis zu nehmen, weil sie dem eigenen Wunschdenken zu sehr widersprechen.)
Wenn man beide Sichtweisen beisammen hat, dann kann man sich über ne gemeinsame Lösung Gedanken machen, mit der dann hoffentlich beide zufrieden sind. Durch diesen Prozess - wenn er klappt, natürlich - verstärkt sich dann auch wieder das Vertrauen in den Partner und die Beziehung.

lg
cefeu

 

Erstmal danke für deine Mühe die Du dir gegeben hast!

Lustig das du auch noch ein passendes Bsp. mit dem unterschiedlichen Musik Geschmack triffst, das ist bei uns auch der Fall und über sowas sehe ich natürlich hinweg. Genauso wie seine Unordnung und kleine Macken, gibt schlimmeres! Was mich allerdings stört sind folgendes: (und ich bin der Meinung das ich die kommenden Eigenschaften von ihm nicht mal mit der rosaroten Brille nur nicht sehen wollte, sondern das sie am Anfang gar nicht vorhanden waren. Natürlich zeigt man sich von seiner Besten Seite aber sich verstellen sollte man sich nicht.) 
- Er kritisiert mich oft und hat immer etwas zu bemängeln bzw kann nichts Positives über mich sagen, geschweige denn Komplimente machen, was in der Anfangszeit nicht der Fall war. Ich weiß, das er kein Mann großer Worte ist, das hat er mir selbst gesagt, dennoch weiß ich nicht ob ich auf Dauer mit ständiger Kritik klar komme. Ich glaube er meint es an sich zwar nicht böse und ich bin auch nicht die einzige Person, aber dennoch will ich das Gefühl, nicht gut genug für ihn zu sein, nicht an mich heran lassen, den Schuh zieh ich mir nicht an
- Durch Punkt 1 fühle ich mich von ihm nicht soo begehrt und geliebt. Er sagt es mir (selten) und sexuell gesehen begehrt er mich, dann wiederum macht es (für ihn spaßige) Andeutungen über meinen Bauchspeck. Das geht finde ich nicht denn hinter jeder spaßigen Aussage ist meiner Meinung nach auch ein Funke Wahrheit dran. Zum Glück habe ich ein gutes Selbstbewusstsein, schön ist es dennoch nicht, geändert hat er bislang nichts
- Ich kann ihn zur Zeit für nichts begeistern, sei es einen Spaziergang machen oder sonst was. Wenn ich weiß das mein Partner da große Lust drauf hat, kann ich mich für ihn aufwinden, er jedoch nicht für mich. Ich würde folglich mehr für ihn machen und würde mich auch begeistern können, er leider nicht und das zieht meine Laune manchmal runter, obwohl ich gute Laune habe und er wohl eher etwas mürrisch ist
- Anfangs habe ich ihn als sehr gesprächig kennengelernt und jetzt? Natürlich hat man nicht mehr so viele Themen wie in der Kennenlernzeit aber es ergibt sich immer etwas worüber ich ein Gespräch anfangen könnte und er kaum darauf ein geht und seine Ausrede ist dann sowas wie "Naja was soll ich auch dazu sagen"

Jetzt bin ich etwas ausgeahtet obwohl ich erst auf 1/3 deines Textes eingegangen bin Aber ich habe mich charakterlich nicht so verändert oder verstellt wie er.. oder ist es nur eine Phase?
Natürlich finde ich auch positive Dinge, die Grundbausteine passen, Zukunftsvorstellungen etc, weiß aber ehrlich gesagt nicht ob ich mir zu 100% sicher bin, das diese überwiegen.

"Wenn du selber im Alltag den positiven Blick für deinen Partner verlierst und deine Beziehung schleifen lässt, dann wird auf Dauer keiner der Richtige für dich sein" - Das hat etwas in mir bewegt und regt zum nachdenken an. Ich habe das Gefühl das er damit angefangen hat und sich keine große Mühe mehr gibt und das auf mich übertragen wurde und ich nun auch keine große Lust mehr habe, auf ihn zu zu gehen, ihn zu motivieren etc, da es erfolglos scheint in "wieder zurecht zu rücken".

Bei unser Kommunikation auf diese Themen kommt von Seite aus nicht so viel (Punkto Gesprächigkeit) bzw wir kommen nicht wirklich zu einer Lösung. Wobei ich auch zugeben muss das ich oft eine unheimliche Blockade habe, Dinge anzusprechen, somit weiß er leider nicht über alles Bescheid, bzw wie ich mittlerweile auf unsere Beziehung blicke. Ich bin jemand, der sich im Allgemeinen eher zu viele Gedanken um etwas macht, daher wollte und möchte ich erstmal etwas abwarten und es weiter auf mich zu kommen lassen denn irgendwo hab ich vor dieses Gespräch auch Angst bzw eher vor den Konsequenzen. Ich weiß, dass Kommunikation das A&O ist, und es mir so nicht viel bringen wird, jedoch denke ich zu viel darüber nach es ihm alles zu offenbaren, als es dann tatsächlich umzusetzen und kriege meinen Mund nicht auf.

Liebe Grüße und Entschuldige für diese lange Antwort

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19. April um 18:19
In Antwort auf creepyworld89

Dass mit dem wegfallen der rosaroten Brille, die negativen Seiten aufkommen ist, wie du geschrieben hast, völlig normal.

Und hier zeigt sich, ob sich aus Verliebtheit,  eine stabile Liebe entwickelt.

Wenn das der Fall ist, dann entfernt man sich nicht, man ist nicht genervt von den kleinen Marotten des anderen.

Wenn aus verliebtheit nicht mehr wird, dann passiert genau das, was du beschreibst, man merkt, dass es einfach nicht passt, die vielen Kleinigkeiten die man nicht akzeptieren kann.

Daran kann man nichts ändern, das ist leider einfach so und klar, trennen sich die Leute da am häufigsten, weil sie sehen, dass das keine Zukunft hat und man Gefühle nicht erzwingen kann.

Ich denke eben auch das sich nun zeigen wird ob wir wirklich zueinander passen. Wir sind auch wie ich finde sehr unterschiedlich. Ich würde unsere Gefühle nicht nur als Verliebtheit sehen, ich fühle mich geborgen bei ihm, er ist mir wichtig etc und die Schwärmerei, Kribbeln im Bauch etc ist schon lange weg, das hat sich in etwas festeres und tieferes entwickelt. Dennoch sollten es wohl so viele Punkte die einen stören nicht geben, oder? Über Kleinigkeiten kann ich ja hinweg sehen..

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