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Beziehungskrise, Fremdgehen, Alkohol

17. November 2011 um 13:48

Hallo,

Möchte hier meine Geshichte erzählen, weil ich verunsichert bin und einen Rat/Meinung brauchen könnte.

Ich bin m, seit über 10 Jahren verh., 2 Kinder, sicher im Job, finanziell gut versorgt. Aus dem Titel könnt ihr schon die drei Probleme entnehmen, um die es sich dreht.

Ich habe ein zu 80% gutes Verhältnis zu meiner Frau, wir können uns gut leiden, lachen miteinander, streiten wenig, sind uns in den meisten Dingen einig. Trotzdem fehlte mir was, das Gefühl von Nähe, Geborgenheit und Vertrauen. Es war irgendwie so, als ob der Partner irgendwann zum guten Freund wird. Eigentlich ganz schön?!?. Da es ja auch sonst wenig Kritikpunkte gab, sah ich keinen Grund schlafende Löwen zu wecken und hatte auch gar keinen rechten Anpack.
Ich habe die Probleme auch noch nicht wirklich ernst genommen, weil es zetigleich viele andere stressige Ereignisse gab, die das ganze dann überdeckten (berufliche Veränderung).

Das Thema Trinken wird immer dann aktuell, wenn es Probleme gibt, meine Frau trinkt dann mehr als gut ist, verdrängt die Probleme (meistens äußere, dachte ich), kennt keine Grenzen. Das es auch keine Dauerthema ist, habe ich dem halt auch kein überkritisches Auge zugeworfen.

Dann habe ich einen freundschaftlichen Kontakt zu einer anderen Frau gehabt und nach einiger Zeit des Mailens wurde klar, daß da mehr dahinter ist. Ich hatte mich verliebt und sie auch. Es wurde eine halbjährige Affäre. Ich hatte nie mit sowas gerechnet. Aber eins kam zum anderne und ich habe erst hinterher verstanden, was los ist, als es zu spät war, die emotionale Notbremse zu ziehen.

Und passend zu den Themen habe ich im Moment drei Probleme:
- Ein schlummerndes Alkoholproblem ohne wirkliche perspektivische Einsicht der Betroffenen, was die Ehe zeitweilig sehr belastet.
- Gefühle für eine andere Frau, die von alleine nicht verschwinden, auch wenn der Kontakt wieder eingeschränkt ist
- Ein Kommunikationsproblem, bei dem ich nciht weiss, wo die Ursache liegt...

Würde ich selbst meinen Text lesen würde ich sagen: Kontakt zur Affäre abbrechen, Suchttherapie und Paartherapie. Funktioniert aber entweder nicht, bzw. wird abgeblockt...

Ich weiss nicht mehr weiter....

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17. November 2011 um 15:48

Du hast recht
und schon richtig erkannt, da ist einiges im argen. Nur was war zuerst da , die Henne oder das Ei. Trinkt deine Frau, weil es ein Problem gibt über das ihr nicht redet. Oder redet ihr nicht weil sie ein Problem hat. Ich kann dir dringend raten dich an eine Beratungsstelle zu wenden . Die gibt es bei Diakonie oder Caritas. Die wenigsten Menschen werden gleich ihr Problem eingestehen, wenn sie dann erst mal soweit sind , ist schon viel gewonnen und es kann am Thema gearbeitet werden. Du solltest dich mal über Sucht und Co-Abhängigkeit informieren. Deine Frau kennt wahrscheinlich ihr Thema und möchte nicht, dass es zur Sprache kommt. Wer aufs Eis geht, der kann einbrechen. So ist es auch mit den Affären. Dafür bist du nicht zu verurteilen, du hast dich abgelenkt , warst vermutlich anfällig für Zuwendung . Und anstelle das Thema zuhause zur Sprache zu bringen war die außerhäusliche Ablenkung einfacher.und vielleicht auch schöner. Es nützt nichts, deiner Frau etwas anzudrohen, was du nachher nicht machst, aber du solltest für dich die Möglichkeiten abwägen und dann auch deutliche Signale setzen. Deine Frau muß erfahren, welche Konsequenz ihr Verhalten hat, wenn sie weiter trinkt. Auch KInder können in solch familiären Verhältnissen nicht gesund erwachsen werden und sie bekommen mehr mit , wie du denkst. Triff klare Entscheidungen, wie immer die aussehen.
Gruß melike

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17. November 2011 um 16:24
In Antwort auf melike13

Du hast recht
und schon richtig erkannt, da ist einiges im argen. Nur was war zuerst da , die Henne oder das Ei. Trinkt deine Frau, weil es ein Problem gibt über das ihr nicht redet. Oder redet ihr nicht weil sie ein Problem hat. Ich kann dir dringend raten dich an eine Beratungsstelle zu wenden . Die gibt es bei Diakonie oder Caritas. Die wenigsten Menschen werden gleich ihr Problem eingestehen, wenn sie dann erst mal soweit sind , ist schon viel gewonnen und es kann am Thema gearbeitet werden. Du solltest dich mal über Sucht und Co-Abhängigkeit informieren. Deine Frau kennt wahrscheinlich ihr Thema und möchte nicht, dass es zur Sprache kommt. Wer aufs Eis geht, der kann einbrechen. So ist es auch mit den Affären. Dafür bist du nicht zu verurteilen, du hast dich abgelenkt , warst vermutlich anfällig für Zuwendung . Und anstelle das Thema zuhause zur Sprache zu bringen war die außerhäusliche Ablenkung einfacher.und vielleicht auch schöner. Es nützt nichts, deiner Frau etwas anzudrohen, was du nachher nicht machst, aber du solltest für dich die Möglichkeiten abwägen und dann auch deutliche Signale setzen. Deine Frau muß erfahren, welche Konsequenz ihr Verhalten hat, wenn sie weiter trinkt. Auch KInder können in solch familiären Verhältnissen nicht gesund erwachsen werden und sie bekommen mehr mit , wie du denkst. Triff klare Entscheidungen, wie immer die aussehen.
Gruß melike

Henne oder Ei
Danke für Deinen Beitrag, Melike...

Ich habe mich bereits an eine Beratungsstelle gewandt mit dem Tenor, den ich auch sonst hier herausgehört habe. Der besagt, daß die Betroffenen selber zur Einsicht kommen müssen. Und das wird erst geschehen, wenn das Eheschiff auf Kollisionskurs mit dem Eisberg ist...
Ich bin schon Co-abhängig, das Thema steht schon im Vordergrund, auch wenn es nicht immer akut ist.
Mit der Affäre hast Du schon Recht, nur ich fürchte da steckt auch mehr dahinter, als eine reine Ablenkung. Macht die SItuation nicht leichter, aber da bin ich ja selber schuld.

Die Situation abzuwägen bereitet mir am meisten Schwierigkeiten.Im Moment sind die Fronten noch nicht offen. Aber an irgendeinem Punkt wird nur noch eine gemeinsame Therapie helfen, da bin ich mir sicher. Und wenn die verweigert wird, ziehe ich für mich den Schluss, daß die Angst grösser war als die Liebe. Ich frage mich, wie meine Kinder besser aufwachsen, unter der gemeinsamen Obhut in einer kriselnden Ehe oder in der vermeintlichen Obhut meiner Frau, wenn wir uns trennen. Sie ist eine wunderbare Mutter und trinkt nicht in Gegenwart der Kinder. Ich habe auch damit zu kämpfen, daß mein Weltbild der Familie grade den Bach runter geht.

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24. November 2011 um 11:36

Was willst Du?
Die Affäre gibt Dir Halt - kann ich gut verstehen. In einer Situation, wo so einiges um Dich herum zusammenbricht.
Werde Dir klar darüber, ob Du Deine Affäre als Flucht und Halt benutzt - was ja meistens der Fall ist. Sei ehrlich zu Dir selbst. Lohnt es sich 10 Jahre Gemeinsamkeit einfach so ohne Kampf aufzugeben?

Paarberatung hatte uns sehr weitergeholfen, aber es müssen einfach beide mitmachen. Und das Kommunikationsproblem (in meinen Augen immer das absolut größte Problem) löst sich auch dann nicht schnell - aber es gibt Wege das anzugehen. Bei uns hat es sich gelohnt - vielleicht kann es sich ja auch für Dich lohnen?

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24. November 2011 um 12:05

Hallo Mettbrötchen
Kampflos sowieso nciht, ich gehe gerade den schweren Weg, und es scheint sich ein wenig was zu bewegen. Ob die Probleme an den Wurzeln gepackt sind, weiss ich noch nicht. Es braucht wohl viel Zeit und Arbeit...

Mir gibt der Kontakt zur Ex-Affäre einfach Kraft (also Halt), aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich versuche es in eine Freundschaft zu überführen...Ob das geht..ich weiss es nicht...

Mir wäre eine Paarberatung auch recht, aber wie du ja auch schon bemerkst, da ist der Druck noch nicht groß genug auf der "Gegenseite"...

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28. November 2011 um 10:31

Der Weg wird lang - aber kann sich lohnen
Hallo rastloser,

weiß Deine Frau von der Affäre?

Bei uns war im Sommer alles total verfahren. Die Fronten hatten sich aufgebaut und wir beide hatten das Gefühl: Das wird nix mehr. Ich war auch genau wie Du in eine Affäre verstrickt mit ganz viel Gefühlen dahinter. Der Mann hat mir unendlich viel Halt gegeben, Geborgenheit, Zuneigung, aber auch wieder Spaß am Leben und am Sex. Meine Güte - ich hatte mich so schwer verliebt. Ich hatte auch damit nie gerechnet, dass mir sowas passiert. Ich bin eigentlich der treue Typ und hatte auch 14 Jahre kein wirkliches Interesse an anderen Männern. Mit meinem Mann war zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr zu reden. Wenn wir überhaupt noch miteinander geredet haben, dann garantiert aneinander vorbei. Selbst die ersten Paarberatungstermine haben keine wirkliche Besserung gebracht.

Das große Erwachen kam allerdings erst nachdem die Karten auf den Tisch gelegt wurden und ich meine Affäre in vollem Umfang gebeichtet habe. Natürlich war das mit großen Schmerzen verbunden - sowohl bei ihm als auch bei mir. Ich habe meine Affäre dann Knall auf Fall beendet - das war auch ganz schön scheiße. Hätte nicht gedacht in meinem alter nochmal tiefsten Liebeskummer zu verspüren Aber gut, auch dieser Schmerz lässt langsam nach.

Unsere Beziehung hat es in jedem Fall voran gebracht. Der große Knall aht auf jeden Fall dazu geführt, dass wir beide begriffen haben, dass nur Reden und absolute Offenheit uns gemeinsam weiterbringt und uns hilft eine Ehe zu führen in der wir beide gut aufgehoben sind. Natürlich ist eine solche Offenheit auch mitunter sehr schmerzhaft und nicht leicht. Wer will schon jemanden verletzten, den man mag oder liebt? Es hat viele TRänen auf beiden Seiten gegeben. Aber es ist auch daraus ein neues Gefühl füreinander entstanden. Viele Punkte waren einem von uns beiden auch nach 14 Jahren überhaupt nicht bewusst. Wie oft haben wir in den letzten Wochen gesagt "Das war mir nie so klar".

Jetzt sind wir mittlerweile seit vier Monaten dabei unsere Beziehung neu zu definieren und uns als Paar neu zu entdecken. Es ist nicht immer leicht und auch heute fließen noch ab und an Tränen. Aber unterm STrich kann ich sagen: Es lohnt sich. Ich fühle mich wieder in meiner Beziehung wohl und 14 Jahre sind einfach eine gute Basis, um was neues drauf aufzubauen.

Natürlich fehlt mir der andere nach wie vor. Ich vermisse ihn immer noch schmerzlich und ich würde alles drum geben, um mit ihm noch einmal so schöne Stunden wie im Sommer zu verbringen. Aber zweigleisig fahren ist scheiße. Ich habe gemerkt, ich kann zwar tiefe GEfühle für beide Männer empfinden, aber nicht leben das funktioniert einfach nicht.

Und wie sagte unsere Paartherapeutin so schön: Lieber was Neues mit dem Alten als was Altes mit nem Neuen.

Denn wichtig ist, sich selbst zu verändern, denn sonst verfällt man sowieso zwangsläufig in alte Muster, wenn die rosarote Wolke sich verzogen hat.

Liebe Grüße
Mettbroetchen

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29. November 2011 um 11:08
In Antwort auf leia_12734831

Der Weg wird lang - aber kann sich lohnen
Hallo rastloser,

weiß Deine Frau von der Affäre?

Bei uns war im Sommer alles total verfahren. Die Fronten hatten sich aufgebaut und wir beide hatten das Gefühl: Das wird nix mehr. Ich war auch genau wie Du in eine Affäre verstrickt mit ganz viel Gefühlen dahinter. Der Mann hat mir unendlich viel Halt gegeben, Geborgenheit, Zuneigung, aber auch wieder Spaß am Leben und am Sex. Meine Güte - ich hatte mich so schwer verliebt. Ich hatte auch damit nie gerechnet, dass mir sowas passiert. Ich bin eigentlich der treue Typ und hatte auch 14 Jahre kein wirkliches Interesse an anderen Männern. Mit meinem Mann war zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr zu reden. Wenn wir überhaupt noch miteinander geredet haben, dann garantiert aneinander vorbei. Selbst die ersten Paarberatungstermine haben keine wirkliche Besserung gebracht.

Das große Erwachen kam allerdings erst nachdem die Karten auf den Tisch gelegt wurden und ich meine Affäre in vollem Umfang gebeichtet habe. Natürlich war das mit großen Schmerzen verbunden - sowohl bei ihm als auch bei mir. Ich habe meine Affäre dann Knall auf Fall beendet - das war auch ganz schön scheiße. Hätte nicht gedacht in meinem alter nochmal tiefsten Liebeskummer zu verspüren Aber gut, auch dieser Schmerz lässt langsam nach.

Unsere Beziehung hat es in jedem Fall voran gebracht. Der große Knall aht auf jeden Fall dazu geführt, dass wir beide begriffen haben, dass nur Reden und absolute Offenheit uns gemeinsam weiterbringt und uns hilft eine Ehe zu führen in der wir beide gut aufgehoben sind. Natürlich ist eine solche Offenheit auch mitunter sehr schmerzhaft und nicht leicht. Wer will schon jemanden verletzten, den man mag oder liebt? Es hat viele TRänen auf beiden Seiten gegeben. Aber es ist auch daraus ein neues Gefühl füreinander entstanden. Viele Punkte waren einem von uns beiden auch nach 14 Jahren überhaupt nicht bewusst. Wie oft haben wir in den letzten Wochen gesagt "Das war mir nie so klar".

Jetzt sind wir mittlerweile seit vier Monaten dabei unsere Beziehung neu zu definieren und uns als Paar neu zu entdecken. Es ist nicht immer leicht und auch heute fließen noch ab und an Tränen. Aber unterm STrich kann ich sagen: Es lohnt sich. Ich fühle mich wieder in meiner Beziehung wohl und 14 Jahre sind einfach eine gute Basis, um was neues drauf aufzubauen.

Natürlich fehlt mir der andere nach wie vor. Ich vermisse ihn immer noch schmerzlich und ich würde alles drum geben, um mit ihm noch einmal so schöne Stunden wie im Sommer zu verbringen. Aber zweigleisig fahren ist scheiße. Ich habe gemerkt, ich kann zwar tiefe GEfühle für beide Männer empfinden, aber nicht leben das funktioniert einfach nicht.

Und wie sagte unsere Paartherapeutin so schön: Lieber was Neues mit dem Alten als was Altes mit nem Neuen.

Denn wichtig ist, sich selbst zu verändern, denn sonst verfällt man sowieso zwangsläufig in alte Muster, wenn die rosarote Wolke sich verzogen hat.

Liebe Grüße
Mettbroetchen

Langer Weg
Zunächst Glückwunsch, wenn ihr das nach Deinem Geständnis wieder hingekriegt habt. Meine Frau weiß nichts von der Affäre und wo diese beendet ist, sehe ich auch momentan keinen Grund zur Beichte. Ich versuche nach vorne zu blicken. Allerdings befinde ich mich sozusagen noch ganz am Anfang der Aufarbeitung. Ob es zu einer Paarberatung kommen kann und ob ein Geständnis irgendwann Sinn macht, weiß ich jetzt noch nicht. Die alten Muster versuche ich gemeinsam mit ihr aufzubrechen, aber ich weiss nicht wie nachhaltig und gründlich das ist. Fehler sind auf beiden Seiten gemacht worden. Im Moment bin ich einfach ziemlich am Ende, weil ich totale Sehnsucht nach der Affäre habe, beruflich am Anschlag bin und mein letztes bischen Energie für die Ehe aufbrauche. Inzwischen kommen sogar die Kinder zu kurz...

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