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Beziehungsfrage speziell an türkische/muslimische Frauen

28. März 2018 um 23:05

Hallo erstmal, bin neu hier und noch männlicher Physikstudent aus Stuttgart,


eigentlich ist das denkbar peinlich, dass ich (M 28) hier überhaupt reinschreibe, aber ich würde doch gerne mal ein paar Meinungen von euch hören.
Ich bin vor gut einem Jahr mit einer 24jährigen Türkin  zusammengekommen. Beide studieren wir noch.
Für sie war/ist es die allerste Beziehung, ich hatte selbst auch sehr spät erst Frauenerfahrung und sie ist die erste eigentlich richtig ernste aus meiner Sicht, die ich wirklich mehr liebe als alles andere, für die ich wirklich alles tun würde.

Eigentlich sind wir die pure Harmonie, in jeder Hinsicht habe ich noch nie etwas Besseres erlebt als sie.
Lange hat sie es sich nicht getraut, es ihren Eltern zu erzählen, weil diese von einem Deutschen nicht begeistert sind. Sie lebt noch bei ihren Eltern, ich habe eine eigene Wohnung.

Mittlerweile hat sie es ihren Eltern erzählt. Sie sagen zwar sie würden das akzeptieren, machen ihr aber einen regelrechten Psychoterror und setzen sie so unter Druck, die Beziehung - die deswegen so ein bisschen pausiert ist - zu beenden. Wir führen momentan einen harten Kampf, sie wiederherzustellen.
Dabei reden sie ihr immer wieder ein schlechtes Gewissen ein sie würde ihre Religion verraten uvm (dabei habe ich überhaupt nichts gegen ihre Religion - so wie meine Freundin sie lebt, ist das absolut gut - sie lebt halt eher einen Khorchide-Islam als einen Pierre Vogel-Islam).
Für sachliche Argumente, sogar theologisch islamische sind sie dabei unempfänglich.

Mich würde interessieren, hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen? Konnte jemand ähnliche Probleme mit den Eltern lösen?
Wie seid ihr dabei vorgegangen?

Ich bitte darum allgemeine Diskussionen über Zuwanderer aus dem nahen Osten, Erdogan, den Islam etc zu vermeiden, davon gibt es genug von beiden Seiten unsachliche, sich im Kreis drehende, emotional aufgeladene Diskussionen.

Grüße aus Stuttgart
AC28
 

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Top 3 Antworten

29. März 2018 um 9:18

Was hast du dagegen wenn man mit 24 als Student noch bei einen Eltern wohnt? Viele Studenten wohnen mit 24 noch bei ihren Eltern.

Diejenigen die es nicht tun, sind entweder in einer langjährigen Beziehung und mit dem Partner zusammen gezogen, oder mussten Aufgrund der Entfernung ausziehen.
Mit dem Willen "selbstständig" zu werden, oder das eigene Selbstbewusstsein zu pushen, hatte das echt überhaupt nichts zu tun. 

Ausziehen ist für die meisten Studenten ein Luxus.

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29. März 2018 um 9:02

Islam hin oder her. Ich will nicht behaupten, dass alles im Koran gut ist. Vieles ist gut, vieles nicht. Eine 1400 Jahre alte Religion kann nicht Humanismus, Aufklärung etc. mitgemacht haben. Da finden sich natürlich Dinge, die mit Grundgesetz, Denokratie und freiheitlicher Gesellschaft nicht vereinbar sind.
Selbst bei konservativen Islamgelehrten ist es aber Konsens, dass Männer auf jeden Fall Frauen mit anderen Religionen haben dürfen.
Es gibt auch Islamgelehrte, die sogar Eheschließungen von muslimischen Frauen mit nicht muslimischen Männern befürworten.

Das Problem ist eher politisch-kulturell. Die setzen sich ja gar nicht auseinander mit der Religion. Die haben etwas als Kind eingebläut bekommen.
Dazu kommt türkischer Nationalismus und autoritäres Denken. Es ist ein chauvinistisches Menschenbild; Türken seien mehr wert, als alle anderen Menschen (auch muslimische). Nicht muslimische sind dann natürlich noch eine Stufe drunter. Die sind höchstens dafür gut, ihr ein Leben in Frührente und Sicherheit zu bezahlen.
Dass die Religion eigentlich nicht wirklich ausschlaggebend ist, sondern als Teil in dieses Denken mit eingebaut wird, wird daran deutlich, dass die Mutter auch nicht alle Regeln befolgt. Beispielsweise betet sie nicht fünf mal am Tag, was bei ganz strenger konservativer Auslegung weit schlimmer und ein viel eindeutigerer Verstoß ist, als was ihre Tochter macht. Die Religion wird nur wirklich ernst genommen, wenn es in den Kram passt.

Es fällt ihr halt schwer, sich zu lösen, was ich verstehe. Notfalls könnte sie bei mir einziehen, das wäre für mich auch eigentlich irgendwie noch zu früh.

Am meisten interessiert mich nach wie vor, gibt es hier ein muslimisches Mädchen/Frau, die in irgendeiner Weise mit so einer Situation Erfahrungen hat.

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29. März 2018 um 9:18

Was hast du dagegen wenn man mit 24 als Student noch bei einen Eltern wohnt? Viele Studenten wohnen mit 24 noch bei ihren Eltern.

Diejenigen die es nicht tun, sind entweder in einer langjährigen Beziehung und mit dem Partner zusammen gezogen, oder mussten Aufgrund der Entfernung ausziehen.
Mit dem Willen "selbstständig" zu werden, oder das eigene Selbstbewusstsein zu pushen, hatte das echt überhaupt nichts zu tun. 

Ausziehen ist für die meisten Studenten ein Luxus.

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29. März 2018 um 9:22

Meine türkische Studienfreundin hat damals einen deutschen kennengelernt und riesige Probleme mit ihren Eltern bekommen. Nun wohnte sie studienbedingt nicht mehr zu Hause das ermöglichte das überhaupt erst aber es blieb problematisch und wurde erst erträglich als sie verheiratet waren und Kinder hatten.

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29. März 2018 um 9:33
In Antwort auf herbstblume6

Meine türkische Studienfreundin hat damals einen deutschen kennengelernt und riesige Probleme mit ihren Eltern bekommen. Nun wohnte sie studienbedingt nicht mehr zu Hause das ermöglichte das überhaupt erst aber es blieb problematisch und wurde erst erträglich als sie verheiratet waren und Kinder hatten.

Hat denn bei herbstblume6 in irgendeiner Weise die Vernunft gesiegt oder war die einzig erfolgreiche Taktik die Zermürbungstaktik? Nach dem Motto, irgendwann finden die Eltern sich halt damit ab.

annna187 wenn man hier wohnt und so denkt, steht es außer Frage, dass das indiskutabel ist, so zzu denken und zu handeln. Vor allem sind selbst ihre Eltern hier geboren und sprechen zu Hause deutsch... 
In der Türkei würden viele die wohl auch nicht so richtig als Türken sehen.
Wenn man selbst nicht so Eltern hat, finde ich es aber etwas unfair, jemand anderes zu verurteilen. Mit in der Hinsicht normal denkenden Eltern, die ich ja auch habe, sagt sich sowas leicht.

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29. März 2018 um 9:36

persephone0hades der Wunsch selbstständiger zu sein ist definitiv da. Von elterlicher Seite wird der aber unterdrückt. Teilweise sind die Eltern auch unselbstständig, sie hilft z.B. bei Ämtererledigungen etc.
In so einem Streit aueinander gehen wäre aber denke ich auch für jeden selbstständigen Menschen schwierig.

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29. März 2018 um 9:47
In Antwort auf ac28

Hat denn bei herbstblume6 in irgendeiner Weise die Vernunft gesiegt oder war die einzig erfolgreiche Taktik die Zermürbungstaktik? Nach dem Motto, irgendwann finden die Eltern sich halt damit ab.

annna187 wenn man hier wohnt und so denkt, steht es außer Frage, dass das indiskutabel ist, so zzu denken und zu handeln. Vor allem sind selbst ihre Eltern hier geboren und sprechen zu Hause deutsch... 
In der Türkei würden viele die wohl auch nicht so richtig als Türken sehen.
Wenn man selbst nicht so Eltern hat, finde ich es aber etwas unfair, jemand anderes zu verurteilen. Mit in der Hinsicht normal denkenden Eltern, die ich ja auch habe, sagt sich sowas leicht.

Bei meiner Freundin war es wahrscheinlich beides... sie haben aber ordentlich und sehr lange Gegenwind bekommen. Obwohl die Familie eigentlich sehr aufgeklärt und absolut integriert war.

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29. März 2018 um 9:51
In Antwort auf ac28

persephone0hades der Wunsch selbstständiger zu sein ist definitiv da. Von elterlicher Seite wird der aber unterdrückt. Teilweise sind die Eltern auch unselbstständig, sie hilft z.B. bei Ämtererledigungen etc.
In so einem Streit aueinander gehen wäre aber denke ich auch für jeden selbstständigen Menschen schwierig.

Es gehört zum erwachsenwerden dazu, Prioritäten zu setzen.

Ich wusste schon sehr früh, dass Beziehung/Partnerschaft schwierig mit meinen Eltern zu vereinen wäre. Dementsprechend begann ich so früh wie möglich, mit Nebenjob und Bafög so viel Geld zu horten, wie nur möglich.
Hatte irgendwann genug Geld, um einfach abzuhauen, wenn es brenzlig wird.
Vorausschauend zu sein, hat Vorteile. Diese Eigenschaft fehlt deiner Freundin anscheinend vollkommen. Ebenso der Wille, sich für etwas einzusetzen.

Sie ist also entweder nicht überzeugt von dir, oder sie hat eindeutig Defizite in obligatorischen Bereichen ihrer Persönlichkeitsentwicklung, die ihr die Fähigkeit geben würden, sich endlich mal gegen die Tyrannei ihrer Eltern durchzusetzen. Such dir aus, was dir lieber ist.

Wäre für mich beides kein Heiratsmaterial.

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29. März 2018 um 10:32

Das hat mit dem Islam wenig zu tun. Ich kenne liberale Moslems.

Du kannst sie dabei unterstützen, sich von engstirnigen, rückwärts gewandt denkenden Eltern zu manzipieren. Das ist ein aufreibender und kräftezehrender Prozess - vor allem für sie. Ob ihr das gelingen wird ist fraglich. Das kann so oder so ausgehen. Lebe die Beziehung so, dass du in beiden Fällen noch mit Liebe auf sie schauen kannst. Egal ob sie dann deine Expartnerin oder deine Lebenspartnerin ist.

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29. März 2018 um 11:45

Ich selbst kenne nur liberale Türken in meinem Umfeld. D.h. den Eltern war es letztlich egal, ob es ein deutscher oder ein türkischer Mann wurde.

Ihr zwei habt aber einen echten Vorteil: Du hast bereits eine eigene Wohnung. Somit könnte sie bei totaler Eskalation eventuell direkt bei dir einziehen? Finanziell gesehen muss sie sich natürlich einen Werkstudentenjob suchen oder BaFög beantragen. 

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29. März 2018 um 18:58

fresh0089 wie hat sich denn bei deinen Eltern das Unbegeistertsein geäußert? Ihre machen ihr unglaubliche Vorwürfe und Schuldgefühle, nachdem ein Bekenntnis zu mir kam. 
Erst war halt so die Autoriät Taktik (gibt es bei uns nicht), dann in der Hoffnung, dass sie einknickt die Taktik, ihr zu sagen, sie kann entscheiden, sie finden nicht gut wenn sie mit mir zusammen ist, aber es sei ihr Leben. Dann hat sie gesagt, sie hätte sich für mich entschieden und dann kam halt eine brutale emotionale Erpressung als Reaktion.

Also da ist defintiv mehr als nur Konservativität bis Rassismus ein Problem, da gibt es noch andere familiäre Probleme.
 

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