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Beziehung zu meine Mutter - Sie hat mir als Kind in den Bauch getreten

5. Juli 2011 um 11:33

Hi,
ich muss das hier mal loswerden sonst platze ich irgendwann. Meine Kindheit war schön bis ich sieben wurde, als der Druck und Stress in der Schule anfing und mein Vater zur selben Zeit befördet wurde. Er ist ein sehr großer (1,98, 150 Kilo) cholerischer Mann, der sich nur dadurch profilieren kann wenn er anderen das Gefühl gibt nichts Wert zu sein. Die Odysee in meiner Kindheit ging bis ich 17 wurde und mich zur Wehr setzte indem ich das Jugendamt und einen Mediator einschaltete. Mein Vater hat mich danach nie wieder angefasst. Mit angefasst meine ich: Schlagen, Schubsen, Treten. Verbaler Missbrauch war fast noch ein größeres Thema, mein Vater ist ein sehr kluger Mann, Akademiker. Beschimpfungen, subtile Machtspiele, Druck, Erniedrigungen, ich habe das komplette Spektrum immer und immer wieder erlebt.
Meine Mutter hingegen ist eine sehr schwache Person. Mein Vater hat mal zu mir gesagt als ich gefragt habe wieso er mit ihr zusammen ist: Ich will eine dumme Frau die alles tut was ich sage, eine kluge die mir Überlegen ist wäre zu anstrengend. Er hat ihr auch noch nie gesagt das er sie liebt, in 25Jahren Ehe, das hat mir zumindest meine Mutter erzählt. Sie hat mir nie geholfen, egal was mein Vater gemacht hat, wie sehr ich geweint habe wieviele blaue Flecken auch immer ich hatte, sie hat nie was gesagt. ABER sie hat mich auch nie angefasst und dafür war ich schon "dankbar".
Letztes Wochenende war ich wieder mal zu Hause, bin sofort nach dem Abi ausgezogen und weit weg zum studieren gegangen, sehe die beiden jetzt vll 3x im Jahr. Naja meine Schwester, meine Mutter und ich waren zusammen im Auto unterwegs und haben uns unterhalten. Irgendwie kam das Gespräch auf unsere Kindheit und meine Schwester sagt: "Für mich waren die beiden immer gute Eltern, ich würde gerne so werden wie sie, sie haben mir ja nie was getan." Das hat mich schon getroffen, sie war wirklich immer das Goldkind aber irgendwie fühlte ich mich ein bisschen verraten das ich immer alles erleiden musste. Weiterhin sagte sie:

"Das schlimmst was ich gesehen habe war, als du wegen Papa geweint hast, er hat dich die Treppe hochgejagt und in dein Zimmer gestoßen, du bist hingefallen und er hat dich weiter angeschrien, dann hat Mama dich voll krass in den Bauch getreten."

Mir wurde heiß und kalt, ich erinnere mich nicht daran. Ich erinnere mich einfach nicht und frage mich nun was ich noch alles vergessen oder verdrängt habe. Vor allem aber kann ich meine Mutter nicht mehr ansehen, nicht nur das sie meinen Vater nicht abgehalten hat, sie hat auch mitgemacht. Ich bin wie tot innendrin, überlege vll eine Therapie zu machen. Meine Mutter hat den Vorwurf auch nicht abgestritten, sie hat einfach weggeschaut aus dem Fenster. Ich habe mal versucht mit meinem Vater über all das zu reden, er sagt ich sei verrückt und hätte mir das alles nur ausgedacht. Es gibt sogar Fotos von meinen blauen Flecken, teilweise waren Freundinnen im Haus wenn er so abging. Meine Mutter gibt die Vorfälle auch zu. Doch er spricht einfach nicht darüber. Was tun? Was soll ich bloß tun? Könnt ihr mir was raten? Vll einen Brief? Aber er würde mich wahrscheinlich eh auslachen.

Danke fürs lesen!

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5. Juli 2011 um 12:11

Hallo fabula
Ich kann deine Wut und Enttäuschung nachvollziehen.
War deine Mutter denn sonst gefühlvoll und zärtlich zu dir?
Dann kann man ihr das eventuell irgendwann verzeihen. Wenn sie gefühlskalt war, würde ich auch den Kontakt immer mehr drosseln-das habe ich bei meinen Eltern auch gemacht. Und siehe da, es geht mir viel besser.
Übrigens ist das ein Phänomen: Eltern bestreiten immer das, was sie getan haben. Sie sehen sich immer als liebende Eltern, die für sie gerechterweise ab und zu zugehauen haben. ABER WIR VERGESSEN NICHTS!!!

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5. Juli 2011 um 12:32
In Antwort auf laeticia161

Hallo fabula
Ich kann deine Wut und Enttäuschung nachvollziehen.
War deine Mutter denn sonst gefühlvoll und zärtlich zu dir?
Dann kann man ihr das eventuell irgendwann verzeihen. Wenn sie gefühlskalt war, würde ich auch den Kontakt immer mehr drosseln-das habe ich bei meinen Eltern auch gemacht. Und siehe da, es geht mir viel besser.
Übrigens ist das ein Phänomen: Eltern bestreiten immer das, was sie getan haben. Sie sehen sich immer als liebende Eltern, die für sie gerechterweise ab und zu zugehauen haben. ABER WIR VERGESSEN NICHTS!!!


Ich glaube da liegt der Hase begraben, bis jetzt hatte ich den Eindruck meine Mutter sei eine nette aber schwache Person die sich halt nicht gegen meinen Vater aufgelehnt hat. Doch dem ist ja nicht so... ich habe ihr schon verziehen das sie mich nicht beschützt hat aber ich glaube weiter kann ich nicht gehen.
Bestreiten Eltern das wirklich immer? So habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich habe immer das Gefühl sie wollen mich dazu bringen zu glauben ich sei verrückt und es sei alles meine Schuld. Ich wünschte mein vater würde sich entschuldigen aber ich denke er sieht sich selbst als Opfer.

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5. Juli 2011 um 12:38


Ich hatte mal ein halbes Jahr keinen Kontakt und auch jetzt ist er auf ein Minimum reduziert bzw. ich rede am Telefon mit meiner Mama aber mit meinem Vater so gut wie nie. Wenn ich sie mal besuche machen wir die meiste Zeit Smalltalk und alles ist "okay" eine tiefere Beziehung gibt es nicht und die will ich auch nicht. Sie wissen quasi nichts von mir uns missbilligen fast alles was ich tue also: meine Studienfächer, meinen Freund, meine Lebensweise etc. aber sie haben aufgehört sich einzumischen und das ist gut.

Ja, eine Therapie... kann es dann sein das ich mich noch an mehr erinnere? Also Sachen die ich anscheinend verdrängt habe, wie den Tritt?

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6. Juli 2011 um 10:16

Spezial für dich
habe ich soeben ein Profil bei Gofem angebracht, um dir ganz auf die Schnelle etwas zu deinem Thema zu schreiben:

Es hat mich persönlich sehr berührt, was du da beschreibst und ich sah mein eigenes Elternhaus wieder vor mir: die "hilflose" Mutter, der übergrosse, hochintelligente Vater, die Schwester, die das alles ganz anders erlebt hat, die Treppe, die ich hinaufgejagt wurde, die Demütigungen udn Beleidigungen...
Die Szene im Auto hätte sich genauso bei mir abspielen können....ich hatte echt das Gefühl, wir beide kennen uns! Es ginge zu weit, hier meine gesamten "ähnlichen" Geschichten zu erzählen, aber ich will dir schreiben, welche hilfreichen Entwicklungen ich durchgemacht habe:

Zu Studienzeiten ( Studienfächer waren nach Entfernung zum Elternhaus gewählt, so dass ich auch einen legitimen Grund zum Auszug hatte) habe ich mich zum ersten Mal für 9 Monate von ihnen "getrennt". Das war eine instinktieve Entscheidung, ich wollte mal sehen, wann sie sich wieder melden, nachdem sie wieder einmal einen meiner Lebensentscheidungen vollkommen abgelehnt hatten. (Freund, Studium, Job, Klamotten, all mein Gedankengut wurde lächerlich gemacht) Es kam dazu, dass ich mich schliesslich wieder anbiederte, ich konnte die Kälte nicht ertragen. Es kam in der ganzen Zeit NICHTS von ihnen und auch nicht von meiner Schwester.

Die eingefahrenen Muster haben sich immer weiter verschärft. Statt unabhängiger zu werden, was nach aussen aussen auch so schien, wurde ich innerlich immer mehr von den Beleidigungen, Prophezeihungen eingeholt.
Alles eskalierte vor 1.5 Jahren, als ich in eine Lebenskrise geworfen wurde (Tod einer geliebten Person) und dies führte wiederum zu totalem Kontaktverlust mit Eltern UND Schwester. Denn diese bezieht ganz klar Stellung auf der Gegenseite.

Diesmal ist der Kontaktabbruch weniger instinktiev. Nein, ich habe mich mit vielem auseinander gesetzt und beschlossen, dass sie mir nicht gut tun. Dass es eine Illusion ist, alles würde nochmal gut, sie wúrden mich doch irgendwann mal akzeptieren, sich sogar mit mir über ihre schweren verbalen Verletzungen unterhalten. Nein, diese Illusion habe ich (fast ganz) aufgegeben. Ich bin immer noch in dem Prozess. Ein Grund, warum ich hier im Forum mitlese...

Was mir konkret geholfen hat waren diese Bücher:

"Vergiftete Kindheit", "Schämen muss man sich für dich"(bei diesem Buch wurde mir wirklich übel, so erkennbar war alles!!) und dann von Franz Ruppert seine Erfahrungen als Psychologe. Es gibt dazu einen Titel, den ich leider auf Deutsch nicht kenne, aber so in dem Sinne von "Die Wahrheit heilt den Wahnsinn". Danach habe ich auch einige Male mit Familienaufstellungen gearbeitet, was ebenfalls sher geholfen hat, die "Illusion" zu erkennen und die Tatsache, dass es wirklich keine Veränderung gibt, ausser in mir selber. Dazu muss es aber auch den Abstand geben.
Ich habe bei den Familienaufstellungen gelernt, dass JEDES Familienmitglied 'dazu' gehört, auch die 'Verstossenen', die, über die "wir nicht mehr reden, die waren ja so anders". Aber das heisst nicht, dass man persönlich den Kontakt halten muss. Ich schreibe regelmässig Geburtstagskarten, einen kurzen Gruss "Hallo..., herzlichen Glückwunsch sendet..". Mehr nicht. Oberflächig, aber dennoch ein Zeichen "auch ICH bin da noch!".

Ach ja, und als beste Therapieform dient mir das Schreiben. Es wird mittlerweile ein Buch, ich schreibe die ganzen Geschichten auf! Irgendwann will ich es veröffentlichen...

Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas helfen. Du kannst mir jederzeit eine PN schicken.

Gruss,
Gretna.

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6. Juli 2011 um 10:25

Re
Ganz ehrlich? Dein Vater weiss anscheinend was er getan hat. Aber er musste anscheinend auch nie Konsequenzen für sein Verhalten von sich tragen.

Ich würde mit ihm als starke Persönlichkeit Auge in Auge reden. Mich nicht unterkriegen lassen und fragen wieso er das tut und wieso er deine Mutter so schlecht behandelt.

Wie er sich fühlt das er Kinder angepackt hat. Wesen die sich nicht wehren können. Was er dabei fühlt.

Ich würde hier aber nicht alleine hingehen, sondern mir jemanden mitnehmen dem ich vertraue. Nicht das dein Vater euch allen noch was antut.

So ein Mensch, der ist abartig. Tut mir leid das ich es so sage.

Bei deiner Mutter denke ich das es da ein einmaliger Ausrutscher war. Vllt. war sie überfordert, ist nicht glücklich in der Beziehung.

Aber das man das tritt und schlägt was man lieben sollte? Nein!

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6. Juli 2011 um 10:28
In Antwort auf rauha_12124621


Ich glaube da liegt der Hase begraben, bis jetzt hatte ich den Eindruck meine Mutter sei eine nette aber schwache Person die sich halt nicht gegen meinen Vater aufgelehnt hat. Doch dem ist ja nicht so... ich habe ihr schon verziehen das sie mich nicht beschützt hat aber ich glaube weiter kann ich nicht gehen.
Bestreiten Eltern das wirklich immer? So habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich habe immer das Gefühl sie wollen mich dazu bringen zu glauben ich sei verrückt und es sei alles meine Schuld. Ich wünschte mein vater würde sich entschuldigen aber ich denke er sieht sich selbst als Opfer.

Liebe Fabula,
also bei meinen Eltern war es so, dass sie sich selbst nicht gemocht haben. Sie haben das Wohl/Meinung anderer über ihre eigene gestellt und das noch immer:

Wenn ich was erzähle, wird es immer als unglaubwürdig abgestuft. Kommt aber irgendein anderer Mensch-egal über welche Intelligenz er verfügt- wird es geglaubt. Ein anderes Beispiel: Hat mich ein Kind bei meinen Eltern angeschwärzt, wurde ich sofort bestraft (d.h. meistens geschlagen).

Ich habe auch oft meine Mutter angegriffen, dass sie mich schlecht behandelt, nicht beschützt hat usw. Aber sie sieht es überhaupt nicht ein, beschützt immer noch meinen Vater, obwohl er sie auch immer geschlagen hat and so on. Für sie bin ich eine missratene, böse Tochter, die ihre Eltern nicht schätzt. Sie sagt sogar immer: "Womit habe ich so eine Tochter verdient? War ich in meinem früheren Leben so schlecht, dass das jetzt meine Strafe ist?"

Ich habe nun kaum Kontakt zu ihr. Mein Vater ist gestorben und ich hasse ihn immer noch (Ok, geweint hab ich schon-ich weiß auch nicht warum).

Weil deine Eltern sich selber hassen, hassen sie dich auch. Sie haben das Problem und nicht du.

Ich hoffe für dich, dass du einen Partner findest, der dir alle Liebe gibt, die du brauchst. Ich habe seit langem einen Partner, der mir das gibt, was ich brauche, so dass ich über die Taten meiner Eltern nicht mehr nachdenke. Denn je mehr du darüber nachdenkst, desto schlechter geht es dir.

Denn nur schlechte Gedanken machen dich traurig/depressiv und sonst nichts anderes! Ich umgebe mich nur noch mit Menschen, denen ich was bedeute-auch wenn ich die an einer Hand abzählen kann. Aber ich bin glücklich! Du schaffst das auch!!!

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6. Juli 2011 um 13:53
In Antwort auf katharina1210

Re
Ganz ehrlich? Dein Vater weiss anscheinend was er getan hat. Aber er musste anscheinend auch nie Konsequenzen für sein Verhalten von sich tragen.

Ich würde mit ihm als starke Persönlichkeit Auge in Auge reden. Mich nicht unterkriegen lassen und fragen wieso er das tut und wieso er deine Mutter so schlecht behandelt.

Wie er sich fühlt das er Kinder angepackt hat. Wesen die sich nicht wehren können. Was er dabei fühlt.

Ich würde hier aber nicht alleine hingehen, sondern mir jemanden mitnehmen dem ich vertraue. Nicht das dein Vater euch allen noch was antut.

So ein Mensch, der ist abartig. Tut mir leid das ich es so sage.

Bei deiner Mutter denke ich das es da ein einmaliger Ausrutscher war. Vllt. war sie überfordert, ist nicht glücklich in der Beziehung.

Aber das man das tritt und schlägt was man lieben sollte? Nein!

Das stimmt!
Mein Vater war immer der stärkste, niemand konnte sich ihm in den Weg stellen. Das Problem ist das er bei Gesprächen komplett abblockt, habe ich alles schon versucht. Er tut einfach als wäre ich verrückt als hätte ich mir das alles ausgedacht und würde immer nur übertreiben. Als er mich einmal so schlimm an den Armen gepackt und geschüttelt hatte das ich seine Fingerabdrücke blau auf meinem Arm und Rippenbogen hatte und danach zu meinem damaligen Freund geflüchtet bin um dort ein paar Tage Ruhe zu finden, hat er behauptet ich hätte das nur gemacht um meine Beziehung zu retten... es wäre gar nicht schlimm gewesen. Er verdreht in seinem Kopf alles so wie er es braucht. Er verweigert auch ein Mediator Gespräch, habe ich auch versucht- sein Argument ist: Ich bin Diplom-Ingenieur ich habe so etwas nicht nötig. Therapie ist für Schwachköpfe die reden einem nur was ein. Ich denke er hat Angst das dabei rauskommen könnte das er ein Schwein ist. Also schwarz auf weiß!
Das mit meiner Mutter denke ich auch... trotzdem ist sie nicht mehr dieselbe für mich. *sufz* Du hast Recht, was man liebt behandelt man nicht so.

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6. Juli 2011 um 13:55


Dankeschön für deine Mühe!

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6. Juli 2011 um 13:59

Ich weiß nicht
Ich will meine Eltern nicht anzeigen, ich will das sie sich bei mir entschuldigen, auch wenn ich weiß das, dass nicht passieren wird. Ich will das sie erkennen was sie mir angetan haben, ich will Eltern die mich Lieben wie ich bin. Eine Anzeige erscheint mir im Moment noch nicht richtig, ich werde eine Therapie anfangen und mal schauen wie sich das ganze entwickelt. Vielleicht schaffe ich es ja danach ganz ohne weiteren Emotionalen Aufwand die Sache zu beenden. Ich glaube wenn sie mir irgendwann gleichgültig sind habe ich es geschafft aus der Eltern-Falle zu entkommen. Vielen Dank für deinen Beitrag!

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6. Juli 2011 um 14:12

Genauso ist es
Hallo Seldarius,
du hast schon einmal vor längerer Zeit auf einen anderen Fred von mir geantwortet und ich finde deine Antworten immer sehr hilfreich und gut. Dankeschön.
Ich bin nicht sicher ob mein Vater nicht "bereut" zumindest nach seiner Definition. Seitdem ich ausgezogen bin und die beiden merken, das ich ihnen "entgleite" hat er seine finanzielle Zuwendung hochgefahren und betont auch immer, das wenn ich Geld brauche ich immer vorbeikommen kann. Ich denke er will mich bestechen. Ausgleichen was er getan hat, aber das funktioniert nicht, ich will sein Geld nicht.
Manchmal frage ich mich ob man sich an Sachen die in der Kindheit passiert sind wirklich noch klar erinnern kann oder ob die Zeit nicht alles abmindert oder schlimmer macht.

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6. Juli 2011 um 14:16
In Antwort auf laeticia161

Liebe Fabula,
also bei meinen Eltern war es so, dass sie sich selbst nicht gemocht haben. Sie haben das Wohl/Meinung anderer über ihre eigene gestellt und das noch immer:

Wenn ich was erzähle, wird es immer als unglaubwürdig abgestuft. Kommt aber irgendein anderer Mensch-egal über welche Intelligenz er verfügt- wird es geglaubt. Ein anderes Beispiel: Hat mich ein Kind bei meinen Eltern angeschwärzt, wurde ich sofort bestraft (d.h. meistens geschlagen).

Ich habe auch oft meine Mutter angegriffen, dass sie mich schlecht behandelt, nicht beschützt hat usw. Aber sie sieht es überhaupt nicht ein, beschützt immer noch meinen Vater, obwohl er sie auch immer geschlagen hat and so on. Für sie bin ich eine missratene, böse Tochter, die ihre Eltern nicht schätzt. Sie sagt sogar immer: "Womit habe ich so eine Tochter verdient? War ich in meinem früheren Leben so schlecht, dass das jetzt meine Strafe ist?"

Ich habe nun kaum Kontakt zu ihr. Mein Vater ist gestorben und ich hasse ihn immer noch (Ok, geweint hab ich schon-ich weiß auch nicht warum).

Weil deine Eltern sich selber hassen, hassen sie dich auch. Sie haben das Problem und nicht du.

Ich hoffe für dich, dass du einen Partner findest, der dir alle Liebe gibt, die du brauchst. Ich habe seit langem einen Partner, der mir das gibt, was ich brauche, so dass ich über die Taten meiner Eltern nicht mehr nachdenke. Denn je mehr du darüber nachdenkst, desto schlechter geht es dir.

Denn nur schlechte Gedanken machen dich traurig/depressiv und sonst nichts anderes! Ich umgebe mich nur noch mit Menschen, denen ich was bedeute-auch wenn ich die an einer Hand abzählen kann. Aber ich bin glücklich! Du schaffst das auch!!!

So ist es bei mir auch
Das kommt mir so bekannt vor! Meine Mutter sagt auch immer in sehr sarkastischem Tonfall:"Wie waren ja so schlechte Eltern, du hast ja nur schlechte Erinnerungen, wenn wie jetzt (...was auch immer grade passiert...) machen hast du wenigstens eine Gute Erinnerung. Das kotzt mich so an, so herablassen und ich bin in diesen Momenten so gelähmt das ich nicht weiß was ich sagen soll.

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6. Juli 2011 um 14:21
In Antwort auf gretna2

Spezial für dich
habe ich soeben ein Profil bei Gofem angebracht, um dir ganz auf die Schnelle etwas zu deinem Thema zu schreiben:

Es hat mich persönlich sehr berührt, was du da beschreibst und ich sah mein eigenes Elternhaus wieder vor mir: die "hilflose" Mutter, der übergrosse, hochintelligente Vater, die Schwester, die das alles ganz anders erlebt hat, die Treppe, die ich hinaufgejagt wurde, die Demütigungen udn Beleidigungen...
Die Szene im Auto hätte sich genauso bei mir abspielen können....ich hatte echt das Gefühl, wir beide kennen uns! Es ginge zu weit, hier meine gesamten "ähnlichen" Geschichten zu erzählen, aber ich will dir schreiben, welche hilfreichen Entwicklungen ich durchgemacht habe:

Zu Studienzeiten ( Studienfächer waren nach Entfernung zum Elternhaus gewählt, so dass ich auch einen legitimen Grund zum Auszug hatte) habe ich mich zum ersten Mal für 9 Monate von ihnen "getrennt". Das war eine instinktieve Entscheidung, ich wollte mal sehen, wann sie sich wieder melden, nachdem sie wieder einmal einen meiner Lebensentscheidungen vollkommen abgelehnt hatten. (Freund, Studium, Job, Klamotten, all mein Gedankengut wurde lächerlich gemacht) Es kam dazu, dass ich mich schliesslich wieder anbiederte, ich konnte die Kälte nicht ertragen. Es kam in der ganzen Zeit NICHTS von ihnen und auch nicht von meiner Schwester.

Die eingefahrenen Muster haben sich immer weiter verschärft. Statt unabhängiger zu werden, was nach aussen aussen auch so schien, wurde ich innerlich immer mehr von den Beleidigungen, Prophezeihungen eingeholt.
Alles eskalierte vor 1.5 Jahren, als ich in eine Lebenskrise geworfen wurde (Tod einer geliebten Person) und dies führte wiederum zu totalem Kontaktverlust mit Eltern UND Schwester. Denn diese bezieht ganz klar Stellung auf der Gegenseite.

Diesmal ist der Kontaktabbruch weniger instinktiev. Nein, ich habe mich mit vielem auseinander gesetzt und beschlossen, dass sie mir nicht gut tun. Dass es eine Illusion ist, alles würde nochmal gut, sie wúrden mich doch irgendwann mal akzeptieren, sich sogar mit mir über ihre schweren verbalen Verletzungen unterhalten. Nein, diese Illusion habe ich (fast ganz) aufgegeben. Ich bin immer noch in dem Prozess. Ein Grund, warum ich hier im Forum mitlese...

Was mir konkret geholfen hat waren diese Bücher:

"Vergiftete Kindheit", "Schämen muss man sich für dich"(bei diesem Buch wurde mir wirklich übel, so erkennbar war alles!!) und dann von Franz Ruppert seine Erfahrungen als Psychologe. Es gibt dazu einen Titel, den ich leider auf Deutsch nicht kenne, aber so in dem Sinne von "Die Wahrheit heilt den Wahnsinn". Danach habe ich auch einige Male mit Familienaufstellungen gearbeitet, was ebenfalls sher geholfen hat, die "Illusion" zu erkennen und die Tatsache, dass es wirklich keine Veränderung gibt, ausser in mir selber. Dazu muss es aber auch den Abstand geben.
Ich habe bei den Familienaufstellungen gelernt, dass JEDES Familienmitglied 'dazu' gehört, auch die 'Verstossenen', die, über die "wir nicht mehr reden, die waren ja so anders". Aber das heisst nicht, dass man persönlich den Kontakt halten muss. Ich schreibe regelmässig Geburtstagskarten, einen kurzen Gruss "Hallo..., herzlichen Glückwunsch sendet..". Mehr nicht. Oberflächig, aber dennoch ein Zeichen "auch ICH bin da noch!".

Ach ja, und als beste Therapieform dient mir das Schreiben. Es wird mittlerweile ein Buch, ich schreibe die ganzen Geschichten auf! Irgendwann will ich es veröffentlichen...

Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas helfen. Du kannst mir jederzeit eine PN schicken.

Gruss,
Gretna.

Das ist so lieb von dir!
Ich schreibe dir heute Abend zu dem Thema eine PN!
LG

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Kontaktsperre und nun hat er eine neue
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6. Juli 2011 um 14:01
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