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Beziehung zu einem Distanztypen

22. April 2012 um 11:17

Hallo,

ich bin seit 4 Monaten mit meinem Freund zusammen. Ich hatte mich sehr schnell in ihn verliebt, mittlerweile wurde daraus Liebe. Wir wohnen 8 Autominuten voneinander entfernt, das nur vorweg. Problem ist, dass ich ein Nähetyp bin und er ein Distanztyp. Am Anfang gab er sich große Mühe, wir sahen uns 3-5x in der Woche, er sprach sogar von Zusammenziehen. Heute weiß ich, dass das nur warme Luft war, denn wir hatten gestern Abend eine lange Diskussion bzgl. unserer Beziehung. Seit Wochen bin ich unglücklich, gestern kam es endlich zur Sprache. Wir sehen uns unter der Woche nicht mehr, da zieht er sich eremitenhaft zurück. Am WE sehen wir uns meistens Samstagabends und den halben Sonntag. Für mich ist das eine ganz schlimme Situation, denn mit Partnerschaft hat das nichts zu tun. Wir haben keinen Alltag, das Gefühl der Zusammengehörigkeit setzt sich bei mir nicht ein, mir fehlen Geborgenheit und Sicherheit.
All das habe ich ihm gestern gesagt und er kann verstehen, das ich darunter leide. Aber er kann nicht anders, sagt er. Er kann sich emotional nicht richtig öffnen und er braucht seine Rückzugsmöglichkeit. Aus dem Grund kann er sich eine gemeinsame Wohnung auch nicht vorstellen. Wenn ich ehrlich bin, bedeutet das für mich das Beziehungsende, denn so möchte ich die nächsten Monate und Jahre nicht verbringen. Ich liebe aber diesen Mann, was tun??? Bleibe ich, ist es vergeudete Zeit? Wie kann frau sich entlieben? Scheisse, mir gehts echt schlecht.

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22. April 2012 um 11:50

Wenn...
... ich ehrlich bin, hört sich das für mich nicht danach an, also ob dieser Mann einfach "nicht anders kann", sondern er braucht die Distanz, weil er nicht so in Dich verliebt ist wie Du in ihn. Und von daher ist ihm Abstand von Deiner Liebe lieber, als Dich zu sehen und zu spüren, dass es ihm "eng" wird, weil er die Gefühle nicht so recht erwidern mag. Es gibt die vielfältigsten Gründe, warum man weiterhin mit einem Menschen zusammen ist, den man nicht zu hundert Prozent zurücklieben kann - Angst, nichts anderes mehr zu finden, keine Lust mehr, auf Partnersuche zu gehen, keine Zeit... Viele leben dann lieber mit Abstand nebeneinander her, als ganz allein zu bleiben. Weils einfach bequem ist und man auch zu feige ist zu sagen, dass die Gefühle eher lau sind. Man hat keine große Lust, sich mit dem Kummer des Gegenüber auseinanderzusetzen, und sagt dann lieber, dass man "eben Zeit für sich braucht".

Es ist klar, dass es nicht schön ist, in Erwägung zu ziehen, dass man selbst möglicherweise der Part in der Beziehung ist, der mehr liebt, und dass man nicht so zurückgeliebt wird, wie man es sich wünscht. Fakt ist aber, dass der Wunsch nach Abstand nicht Liebe als Ursache hat, sondern was anderes. Wer liebt und Feuer gefangen hat, möchte auch das Objekt der Begierde um sich haben.

Von daher würde ich an Deiner Stelle auch erst mal Abstand suchen, um mir darüber im Klaren zu werden, wie es weitergehen soll. Ich könnte nicht mit dem Gefühl leben, jemandem "auf die Nerven zu fallen" mit meinem Bedürfnis nach Nähe. Wenn der andere meine Gefühle nicht erwidern kann, dann ist es sein Problem. Ändern kann man es nicht.

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22. April 2012 um 12:05

Aus den Augen aus dem Sinn
Wenn man sich nicht mehr sieht, kann man sich ganz schnell entlieben. Und du liebst ihn auch nicht, sondern siehst in ihm etwas, was er gar nicht ist.
Für mich ist eine Beziehung auf Distanz in meiner jetzigen Lebensphase in Ordnung. Für dich scheint das aber nicht so zu sein, dann solltest du ganz flott die Finger davon lassen und dir was anderes suchen.

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