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Beziehung trotz psychischer Krankheit

5. Mai 2018 um 23:49

Hallo Community,
Vor ab kurz was über mich. Ich bin 28 Jahre alt und seit dem ich denken kann Borderliner.
War schon sehr früh in Behandlung aber es ist eine Erkrankung mit der ich leben muss.
Weshalb ich mich hier an euch wende, hat damit zu tun, dass ich seit Jahren es mir nicht gelingt eine stabile Beziehung zu halten. Das Problem liegt hierbei bei der Erkrankung selbst. Auf Grund vor der Angst verlassen zu werden, entwickle ich ziemlich schnell Wut und kann mich nicht kontrollieren. Ich schäme mich zu tiefst, aber es kam schon vor dass ich Frauen geschlagen habe. Bevor es aber zum Thema Beziehung kommt, sage ich den Frauen, dass eine Beziehung mit mir der reinste Horror sein kann. Nur ich habe zunehmend das Gefühl diese ignorieren das, nehmen es nicht ernst bis es dann eben außer Kontrolle gerät. Durch diese Erfahrungen misstraue ich daher grundsätzlich jedem und habe ein zerstörtes Selbstbild. Wenn es eben vorkommt, dass ich verlassen werde, bin ich quasi komplett taub und spüre nichts mehr außer Schmerzen die ich mir selber zufüge. Meine letzte Beziehung hielt gerade einmal 4 Monate und das war für mich schon ein Erfolg. Sie wusste von anfang an wie ich ticke und wir konnten auch mit der Krankheit leben, bis zu dem Zeitpunkt wo ich Gefühle bekam, es würde so nicht weiter gehen können und im Selbstzweifel häufiger die Kontrolle verlor. Ich wurde ihr gegenüber nie gewalttätig, aber verletzte mich häufiger schwer und musste auch ärztlich versorgt werden. Letztendlich beendete ich dieses Dilemma, da ich nicht mit dem Gedanken leben konnte, dass sie nicht richtig leben konnte. Ich würde mich sehr über jegliche ernst gemeinte Ratschläge freuen. Ist es überhaupt das Richtige sich auf eine Beziehung ein zulassen wenn man selbst nicht weiß wer man ist?

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5. Mai 2018 um 23:55
In Antwort auf katakuri

Hallo Community,
Vor ab kurz was über mich. Ich bin 28 Jahre alt und seit dem ich denken kann Borderliner.
War schon sehr früh in Behandlung aber es ist eine Erkrankung mit der ich leben muss.
Weshalb ich mich hier an euch wende, hat damit zu tun, dass ich seit Jahren es mir nicht gelingt eine stabile Beziehung zu halten. Das Problem liegt hierbei bei der Erkrankung selbst. Auf Grund vor der Angst verlassen zu werden, entwickle ich ziemlich schnell Wut und kann mich nicht kontrollieren. Ich schäme mich zu tiefst, aber es kam schon vor dass ich Frauen geschlagen habe. Bevor es aber zum Thema Beziehung kommt, sage ich den Frauen, dass eine Beziehung mit mir der reinste Horror sein kann. Nur ich habe zunehmend das Gefühl diese ignorieren das, nehmen es nicht ernst bis es dann eben außer Kontrolle gerät. Durch diese Erfahrungen misstraue ich daher grundsätzlich jedem und habe ein zerstörtes Selbstbild. Wenn es eben vorkommt, dass ich verlassen werde, bin ich quasi komplett taub und spüre nichts mehr außer Schmerzen die ich mir selber zufüge. Meine letzte Beziehung hielt gerade einmal 4 Monate und das war für mich schon ein Erfolg. Sie wusste von anfang an wie ich ticke und wir konnten auch mit der Krankheit leben, bis zu dem Zeitpunkt wo ich Gefühle bekam, es würde so nicht weiter gehen können und im Selbstzweifel häufiger die Kontrolle verlor. Ich wurde ihr gegenüber nie gewalttätig, aber verletzte mich häufiger schwer und musste auch ärztlich versorgt werden. Letztendlich beendete ich dieses Dilemma, da ich nicht mit dem Gedanken leben konnte, dass sie nicht richtig leben konnte. Ich würde mich sehr über jegliche ernst gemeinte Ratschläge freuen. Ist es überhaupt das Richtige sich auf eine Beziehung ein zulassen wenn man selbst nicht weiß wer man ist?

Ich denke nicht. 

du fügst ihr schaden zu und auch eben dir.  Wir können dir nicht helfen, sondern  nur Therapeuten. 

Solange du in diesem Schema bist, kannst du nur eine glückliche beziehung führen. 

Alles gute 

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6. Mai 2018 um 20:28

Eine derartige Therapie besteht hauptsächlich aus Tabletten und ist meiner Meinung nach ohne jegliche Wirkung. Es wird einfach nur klargestellt, dass dieses Verhalten gestört ist. Es ist genauso als würde man einem Depressiven sagen, sei doch nicht so schlecht drauf oder einer anorektischen Person, dass sie nicht gesund ist. 

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9. Mai 2018 um 13:25

Ich kann mich purplemoon´s  letzten Beitrag eig. nur anschließen: Gehe zu verschiedenen Therapeuten, bis du jemanden findest, der dir helfen kann. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist: Schaden tut es aber nie, helfen (ggf.) schon

Meiner Erfahrung nach können Beziehungen bei einer psych. Krankheit in beide Richtungen Veränderungen herbeiführen: Mein (damaliger wie heutiger) Freund hat mir enorm dabei geholfen, mit meiner Krankheit umzugehen. Allerdings ist es von Fall zu Fall unterschiedlich, denke ich, und gerade bei einer Krankheit wie deiner, die von Verlustängsten geprägt ist (ohne jetzt angeben zu wollen, ich hätte viel Ahnung von Borderline), würde ich mir den Stress einer Beziehung erst antun, wenn es mir bessergeht. Um mich nicht zusätzlich zu belasten.

Hast du denn sonst jemanden, der dich "stützt" (sprich Familie, ...)? 
~LG
 

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10. Mai 2018 um 0:32

Hallo Katakuri,

also unmöglich ist es nicht, aber schwierig. Eine ehemalige Schulkollegin von mir hat ebenfalls dieses Syndrom, trotz vieler Up and Downs hat sie sich jetzt aber im Griff - dank Therapien, Medikamente. Seit einigen Jahren ist sie auch in einer Beziehung, die funktioniert. Hatte aber auch familiäre Unterstützung, und die ihres Freundes - also du siehst, es ist möglich. Solange du dich aber nicht im Griff hast wird es nicht funktionieren!

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10. Mai 2018 um 0:45
In Antwort auf sayt

Ich kann mich purplemoon´s  letzten Beitrag eig. nur anschließen: Gehe zu verschiedenen Therapeuten, bis du jemanden findest, der dir helfen kann. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist: Schaden tut es aber nie, helfen (ggf.) schon

Meiner Erfahrung nach können Beziehungen bei einer psych. Krankheit in beide Richtungen Veränderungen herbeiführen: Mein (damaliger wie heutiger) Freund hat mir enorm dabei geholfen, mit meiner Krankheit umzugehen. Allerdings ist es von Fall zu Fall unterschiedlich, denke ich, und gerade bei einer Krankheit wie deiner, die von Verlustängsten geprägt ist (ohne jetzt angeben zu wollen, ich hätte viel Ahnung von Borderline), würde ich mir den Stress einer Beziehung erst antun, wenn es mir bessergeht. Um mich nicht zusätzlich zu belasten.

Hast du denn sonst jemanden, der dich "stützt" (sprich Familie, ...)? 
~LG
 

Weitgehend seh ich das wie sayt. Ich war mal mehr als ein Jahr mit einer Voll-Borderlinerin befreundet. Sie ist mit 28 an einer Virusinfektion gestorben , die sie sich durch eine unsterile Spritze zugezogen hat.
Die einzige Psychotherapie, deren Wirkung bei Borderline empirisch erwiesen ist, ist die Verhaltenstherapie nach Barbara Linehan. Auch die wirkt natürlich nicht in jedem Fall.

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10. Mai 2018 um 15:57

Korrektur: MARSHA Linehan. Nicht Barbara. Dialektisch behaviourale Therapie.

Wenn ich schrieb, dass diese Therapie die einzige ist, die nachweislich eine messbare Wirkung hat, bedeutet das nicht, dass alle anderen unwirksam sein müssen. Für andere Therapien ist die Wirkung allerdings nicht nachgewiesen.

Eine spezielle medikamentöse Behandlung gibt es bei Borderline nicht (Boris Bandelow, steht aber fast sicher auch in jedem Lehrbuch, zB in dem von BERGER). Durch Medikamente werden je nach Fall Sympthome behandelt. ZB wird bei Heroinabhängigkeit oft ein Substitutionsmittel (zB Subutex) gegeben.

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