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Beziehung trotz Liebe aufgegeben ?

22. November 2003 um 20:43

Ich habe vor ein paar Tagen hier schon einmal Rat gesucht, jetzt hat sich die entsprechende Geschichte leider weiterentwickelt:

Die Kurzfassung war die, dass ich mit meiner geliebten Freundin etwa vier Jahren zusammen war. Vor 2 Jahren lernte sie kurzfristig einen anderen Mann kennen, begann sich mit ihm zu treffen und verliebte sich ihn ihn, beendete die Beziehung und begann eine Beziehung mit ihm. Diese dauerte 2 Monate. Danach beendete sie diese wieder, bat mich inständig um Verzeihung und wollte wieder zurück. Sie beteuerte, einen riesigen Fehler gemacht zu haben und erst dadurch meinen Wert erkannt zu haben. In vielen langen Gesprächen erkannte ich den Menschen, den ich liebete, wieder. Da ich sie immer noch abgöttisch geliebt habe, habe ich nicht lange gezögert und ja gesagt. Es folgten viele harte, tränenreiche Gespräche. Irgendwie haben wir es geschafft, diese Hypothek abzutragen - oder vielleicht doch nicht ?
Mittlerweile waren wir wieder 1 1/2 Jahre glücklich zusammen, es gab einige Probleme (u.A. Sex), vielleicht kam es deswegen soweit, dass wieder eine Krise ausbrach, sie sich nicht mehr über sich selbst klar war. Diese Unsicherheit war die Hölle.
(Mehr steht in meinen alten Beiträgen von vor etwa 5 Tagen.)

Heute haben wir uns getrennt, unter sehr sehr vielen Tränen, weil es wahrscheinlich einfach keine Zukunft hat.
Es ist so absurd, jeder hatte im anderen eigentlich den Menschen gefunden zu haben, den man über alles liebt, aber entweder nicht sexuell begehrt oder den man aus Angst ihn zu verlieren gerade verloren hat.

Dies ist nur ein Auszug unserer sehr intensiven und wundervollen Zeit, die jetzt vorbei ist.

Viele hier haben mir zu diesem Schritt geraten, manche auch nicht -
ich danke allen für die ehrlichen und einfühlsamen Ratschläge, die mir auch geholfen haben, Dinge zu erkennen, die ich selbst verdrängt habe und mein Selbstwertgefühl aufrecht erhalten haben.
Mein Verstand hat mir geraten, es zu beenden, im Herzen liebe ich sie, aber die Angst und die vielen Fundamentalkrisen kann ich auch nicht mehr ohne Schaden ertragen.

Jetzt bin ich alleine, liebe sie immer noch und muss damit fertig werde. Das wird sehr sehr lage dauern. Wenigstens habe ich jetzt Gewissheit, aber trotzdem das Gefühl, einen grossen wunderbaren Diamanten ins Meer gewofen zu haben.

Kann das sein ? Kann man sich von Herzen lieben, zeitweilig in Krisenzeiten alles vergessen, was man hat, alles hinschmeissen, riesiger Vertrauensbruch, Reue, Rückkehr, wieder Krise - alles zu zweit ist wunderbar, aber irgendwie geht es einfach doch nicht ?
Ich habe alles versucht, mir aber gleichzeitig ein 'zweites Standbein' aufgebaut, in dem ich Freundschaften, Hobbies usw. mehr als vor der ersten Trennung gepflegt habe - aus Angst, sie zu verlieren und dann wieder ganz alleine darzustehen ? Und damit am Grab mitgegraben ? War das falsch ? Aber jetzt bin ich allein. Und doch würde ich gleichzeitig alles für sie tun, auch jetzt noch, wo es vorbei ist.
Und sie bezeichnet ein Schlussmachen wegen einer unglücklichen Affäre als "schlimmsten Fehler, den sie je gemacht hat" und 1 1/2 Jahre später als "erhobener Zeigefinger" ?
Und trotzdem ist die Trennung schmerzhafter, als man es sich vorstellen kann.

Bin ich verrückt oder ist das normal ?Habt ihr ähnliches erlebt ? Wie vergisst man einen Menschen, der fast 4 1/2 Jahre alles war - bester Freund, Ansprechpartner, Schwester, Freundin und vieles mehr in einem ?

Ich glaube, das wird sehr hart.

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22. November 2003 um 23:29

Lieber Jake
ich finde das ganz furchtbar,
was Dir da geschehen ist,
aber glaube mir,
es kann einfach nicht in Ordnung sein,
bzw der "ideale" Partner,
wenn irgendetwas nicht recht funktioniert und /oder funktioneren will.
Ich denke,
ihr habt schon genug geredet, probiert, getestet,
dann ging es vielleicht mal ne Zeit lang ganz gut und dann haben euch die Probleme wieder eingeholt,
oder???
Aber glaub mir,
so wie es jetzt ist,
ist es richtig,
auch wenn es unerträglich traurig ist und schmerzt,
was es auch noch lange tun wird,
aber wie sagt man so schön:

Lieber ein Ende mit Schrecken,
als ein Schrecken ohne Ende.

Ich wünsch Dir ganz, ganz viel Kraft und sende Dir ganz liebe Trostgrüße

mel.

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23. November 2003 um 12:26

Stecke in ähnlicher Situation
Führe seit 9 Jahren eine Beziehung. Habe aber das Gefühl nicht zu wissen, ob ich ihn liebe. Vor kurzem habe ich jemanden kennengelernt mit dem ich alles teilen kann, was mir bis jetzt fehlte. Trotz Allem habe ich Angst den Schritt zu wagen ihn zu verlassen. Stelle mir oft die Frage, was richtig oder falsch ist. Da meine Gefühle, so wie du sie beschrieben hast, bei mir auch noch so vorhanden sind. Kannst du mir einen Ratschlag geben?

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23. November 2003 um 12:48
In Antwort auf sweety111

Stecke in ähnlicher Situation
Führe seit 9 Jahren eine Beziehung. Habe aber das Gefühl nicht zu wissen, ob ich ihn liebe. Vor kurzem habe ich jemanden kennengelernt mit dem ich alles teilen kann, was mir bis jetzt fehlte. Trotz Allem habe ich Angst den Schritt zu wagen ihn zu verlassen. Stelle mir oft die Frage, was richtig oder falsch ist. Da meine Gefühle, so wie du sie beschrieben hast, bei mir auch noch so vorhanden sind. Kannst du mir einen Ratschlag geben?

Das ist eine schwere Frage,
ich würde Dir gerne helfen, bräuchte aber noch ein paar Hintergrundinformationen:

-Was hält Euch momentan zusammen ? Gewohnheit ? Vertrautheit ? Liebe ? Sex ? Der Wunsch, einfach nicht alleine zu sein wollen ?
-Was fehlt Dir, was Du bei Deiner neuen Bekanntschaft findest ?

Allgemein gesagt:
Dann musst Du Dir - das klingt platt, weil das jeder immer als Ratschlag gibt - darüber im klaren sein, was Du wirklich willst, was Dir fehlt und wie wichtig Du diese Dinge findest.
Ich glaube, in langen Beziehungen beginnt sich manchmal in Zweifelphasen die Realität etwas zu verzerren und man beginnt, zu vergessen oder übersehen, was man hat - kleine oder grössere Minuspunkte bekommen auf einmal unendlich viel mehr Gewicht.
Dazu wird einem ständig überall vorgemacht, wie Beziehung zu funktionieren haben, alles muss perfekt und die völige Erleuchtung für einen sein - und so verliert man vielleicht auch den Blick für sich selber.
Ich will Dir nicht für oder gegen etwas raten, dafür weiss ich viel zu wenig über Deine Situation. Ich denke aber, das 9 Jahre eine sehr lange Zeit ist und das einiges an gegenseitigem Vertrauen und Gemeinsamkeiten voraussetzt. Ein Neuanfang kann nötig sein, vielleicht verlierst Du aber auch alles ?

Schreib' mir doch etwas mehr über Deine Umstände - ansonsten: nimm Dir vielleicht einmal ein paar Tage oder 1-2 Wochen frei und denke nach. Lass Dich dabei nicht von 100 verschiedenen Leuten beeinflussen (dazu neige ich leider auch...), die vielleicht ohne es zu wollen ihre gescheiterten oder nicht gescheiterten Situationen in Dich hineinprojizieren.
Sei ganz ehrlich zu Dir selber und hör auf Dein Herz. Aber sei dabei auch realistisch.

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23. November 2003 um 16:21
In Antwort auf jake2002

Das ist eine schwere Frage,
ich würde Dir gerne helfen, bräuchte aber noch ein paar Hintergrundinformationen:

-Was hält Euch momentan zusammen ? Gewohnheit ? Vertrautheit ? Liebe ? Sex ? Der Wunsch, einfach nicht alleine zu sein wollen ?
-Was fehlt Dir, was Du bei Deiner neuen Bekanntschaft findest ?

Allgemein gesagt:
Dann musst Du Dir - das klingt platt, weil das jeder immer als Ratschlag gibt - darüber im klaren sein, was Du wirklich willst, was Dir fehlt und wie wichtig Du diese Dinge findest.
Ich glaube, in langen Beziehungen beginnt sich manchmal in Zweifelphasen die Realität etwas zu verzerren und man beginnt, zu vergessen oder übersehen, was man hat - kleine oder grössere Minuspunkte bekommen auf einmal unendlich viel mehr Gewicht.
Dazu wird einem ständig überall vorgemacht, wie Beziehung zu funktionieren haben, alles muss perfekt und die völige Erleuchtung für einen sein - und so verliert man vielleicht auch den Blick für sich selber.
Ich will Dir nicht für oder gegen etwas raten, dafür weiss ich viel zu wenig über Deine Situation. Ich denke aber, das 9 Jahre eine sehr lange Zeit ist und das einiges an gegenseitigem Vertrauen und Gemeinsamkeiten voraussetzt. Ein Neuanfang kann nötig sein, vielleicht verlierst Du aber auch alles ?

Schreib' mir doch etwas mehr über Deine Umstände - ansonsten: nimm Dir vielleicht einmal ein paar Tage oder 1-2 Wochen frei und denke nach. Lass Dich dabei nicht von 100 verschiedenen Leuten beeinflussen (dazu neige ich leider auch...), die vielleicht ohne es zu wollen ihre gescheiterten oder nicht gescheiterten Situationen in Dich hineinprojizieren.
Sei ganz ehrlich zu Dir selber und hör auf Dein Herz. Aber sei dabei auch realistisch.

Mehr...
Am anfang unserer beziehung,lief alles super.Nach ein paar Jahren begannen wir uns des öfteren zu streiten. Hatte damals jemanden kennengelernt,und hätte den Absprung fast geschafft.Doch durch den Druck seiner Eltern versuchte ich mit ihm einen Neustart. Doch ich war nicht besonders glücklich, mir fehlte etwas jeder ging seinen Interessen nach und beachtete den anderen nicht mehr. Seit etwa zwei Jahren hatte ich auch keine Lust mehr mit ihm Gefühle auszutauschen. Unser Sexleben, wenn man es so nennen kann, beschränkte sich auf 2 mal pro Jahr! Aber auch nur, weil er mir leid tat. Jedesmal dachte ich: Hoffentlich ist es bald vorbei! Er hatte mich als Mann einfach nicht mehr angemacht. Ich dachte, das sei normal. Doch nun habe ich jemanden kennengelernt, der mir das Gegenteil zeigt. Ich habe mit ihm sehr viel Spaß, was mit meinem vorherigen Freund nicht so wahr. Kann mit ihm besser reden und er kann mir zeigen, daß er mich liebt. All das habe ich bisher vermisst. Jetzt wo mein alter Freund merkt, daß ich mich von ihm trennen möchte, meint er, er könne sich ändern. Doch ich glaube, daß in diesen 2 Jahren sehr viel kaputt gegangen ist und man dies nicht einfach wieder kitten kann. Lebe jetzt seit etwa drei Wochen bei einer Freundin. Ich vermisse ihn eigentlich nicht! Doch wenn ich manchmal da sitze und mir Gedanken mache, kommen Zweifel auf. Und ich weiß nicht, was ich tun soll. Ist es vielleicht GEWOHNHEIT?

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23. November 2003 um 16:51
In Antwort auf sweety111

Mehr...
Am anfang unserer beziehung,lief alles super.Nach ein paar Jahren begannen wir uns des öfteren zu streiten. Hatte damals jemanden kennengelernt,und hätte den Absprung fast geschafft.Doch durch den Druck seiner Eltern versuchte ich mit ihm einen Neustart. Doch ich war nicht besonders glücklich, mir fehlte etwas jeder ging seinen Interessen nach und beachtete den anderen nicht mehr. Seit etwa zwei Jahren hatte ich auch keine Lust mehr mit ihm Gefühle auszutauschen. Unser Sexleben, wenn man es so nennen kann, beschränkte sich auf 2 mal pro Jahr! Aber auch nur, weil er mir leid tat. Jedesmal dachte ich: Hoffentlich ist es bald vorbei! Er hatte mich als Mann einfach nicht mehr angemacht. Ich dachte, das sei normal. Doch nun habe ich jemanden kennengelernt, der mir das Gegenteil zeigt. Ich habe mit ihm sehr viel Spaß, was mit meinem vorherigen Freund nicht so wahr. Kann mit ihm besser reden und er kann mir zeigen, daß er mich liebt. All das habe ich bisher vermisst. Jetzt wo mein alter Freund merkt, daß ich mich von ihm trennen möchte, meint er, er könne sich ändern. Doch ich glaube, daß in diesen 2 Jahren sehr viel kaputt gegangen ist und man dies nicht einfach wieder kitten kann. Lebe jetzt seit etwa drei Wochen bei einer Freundin. Ich vermisse ihn eigentlich nicht! Doch wenn ich manchmal da sitze und mir Gedanken mache, kommen Zweifel auf. Und ich weiß nicht, was ich tun soll. Ist es vielleicht GEWOHNHEIT?

An so einer treue
wie bei Dir hätte sich meine - jetzt leider Ex - Freundin eine Scheibe abschneiden können...
Aber jetzt geht es um Dich.

Sehe ich aus Deiner Formulierung 'fast den Absprung geschafft' nach ein paar Jahren Beziehung, dass Du Das als eine Art Befreiung betrachtet hättest ?

Dass Sex nur zweimal im Jahr 'stattfindet', ist bedenklich, aber noch kein Grund, alles aufzugeben. Wenn der Rest jedoch auch nicht stimmt ?
Bei jemand anderem ist Spannung und Aufregung immer am Anfang da, einfach dadurch, dass man sich noch nicht so gut kennt - das muss natürlich nicht heissen, dass es danach völlig zusammenbricht. Ein gewisses Nachlassen in dieser Hinsicht ist aber sicher normal.

Das alles ist sehr schwer zu beurteilen, wenn ausser dem Sex aber auch die gemeinsame Basis von gegenseitiger Rücksichtnahme, gemeinsamen Interessen und gleicher Geisteshaltung fehlt, ist das wirklich bitter. Wenn Du ihn seit drei Wochen nicht vermisst, ist das auch kein wirklich gutes Zeichen.

Dass er sich im Angesicht, Dich zu verlieren (vielleicht hat er vorher daran niemals im Traum gedacht ?) ändern möchte, ist normal. Allerdings solltest Du ihn gut genug kennen, um einzuschätzen, wie weit und wie lang das gehen wird.

Ich will ehrlich sein:
Ich sehe aus all Deinen Formulierungen, wie Du alles beschreibst und der Tatsache, das sowohl die körperliche als auch die geistige Gemeinsamkeit nicht mehr vorhanden ist, das Eure Beziehung ohne riesige Veränderungen keine Zukunft mehr hat - Du musst wissen, wie wahrscheinlich diese sind.

Ich weiss nicht, wie Du über Familienplanung etc. denkst (nach 9 Jahren Beziehung macht man das vielleicht) ?
Ein Bruch mit Kindern ist sehr grausam - das habe ich bei einem guten Freund hautnah erlebt. Dort nehmen nicht nur 2 Leute Schaden und man wird sehr sehr tief verletzt und aus seinen Grundfesten gerissen.
Was das Kitten von Beziehungen angeht, hast Du recht - ich habe das auch versucht (Du hast ja meinen Beitrag gelesen) und ich habe, obwohl ich der 'Verlassene' war, sie immer noch aus tiefstem Herzen geliebt und alles versucht - und vielleicht doch nicht. Irgendwann verstrickt man sich zu sehr in Verlustangst, Vorwürfen, Gedanken an die Vergangenheit, dass man sich selbst und den anderen verliert. Und zumindest sich selbst sollte man niemals verlieren !

Ich hoffe, dass ich Dir jetzt nicht zu nahe trete oder indiskret bin, aber einige Fragen würden mir das Verständnis der Angelegenheit leichter machen:
Warum zweifelst Du jetzt genau ? Was Euch noch zusammenhält ? Ob Du das ales hinschmeissen darfst ? Wie ist das Verhältnis zu seinen Eltern (wenn Du nur wegen ihnen einen Neuanfang versucht hast) ?

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