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Beziehung ohne Liebe?

26. April 2013 um 13:31

Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und benötige auch direkt objektive Meinungen... .

Kurzinfos: Ich bin 26, mein Freund 30, wir sind seit 2 Jahren zusammen und wohnen seit einem Jahr auch zusammen. Wir führen im Grunde eine sehr schöne, harmonische Beziehung.

Da wir uns dennoch noch nie "Ich liebe dich" gesagt haben. habe ich vor 2 Tagen im Laufe eines ganz normalen Gesprächs eher scherzhaft (d.h. für mich war das eher rhetorisch, da ich niemals als seinen Gefühlen gezweifelt habe...) gefragt, ob er mir nur nicht sagen kann, oder ob er mich wirklich nicht liebt. Seine Antwort: Er liebt mich einfach nicht.

Das hat natürlich Einiges ins Rollen gebracht... . Meine erste Reaktion war Trennung und ich habe dann die Nacht auch erstmal von ihm getrennt verbracht weil ich da nicht mehr darüber reden konnte und wollte.

Gestern hatten wir dann ein "klärendes" Gespräch. Um es kurz zu fassen: Für ihn ist Liebe ein bedingungsloses, extrem starkes Gefühl, und er hat es noch nie für jemanden außer seinen Eltern empfunden (vor mit hatte er eine 3jährige, davor eine 6-jährige Beziehung). Er hat mich sehr, sehr lieb, will mich nicht verlieren und wäre nie auf den Gedanken gekommen, die Beziehung zu beenden. Für ihn passt es einfach verdammt gut zwischen uns und die Liebe, nach seiner Definition, kommt ja vielleicht noch.

Ja, nun sitze ich hier und mir schwirren so viele Fragen durch den Kopf. Was ist eigentlich Liebe? Kann man sie definieren? Wo fängt sie an?

Und auch wenn ich weiß, dass ich mir dir Fragen selbst beantworten muss: Kann ich die Beziehung auf dieser Basis weiter führen? Haben wir vielleicht die selben Empfindungen und definieren sie einfach nur anders?

ich habe das Gefühl, egal was ich mache, es ist falsch.
Trenne ich mich, so gebe ich eine wunderschöne Beziehung auf, vielleicht sogar ohne Grund, weil wir beide Liebe einfach nur anders bezeichnen.
Bleibe ich bei ihm, so verschwende ich mein Ich und meine Gefühle an jemanden, der womöglich nicht das gleiche für mich empfindet und nie empfindet wird... .

ich weiß einfach nicht weiter und was ich tun soll und habe Angst die falsche Entscheidung zu treffen. Oder ist es nur die Angst die Trennung wirklich durchzuziehen? Ich weiß es nicht....

Daher meine Frage an euch: Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

ich bin sehr dankbar für jede Anregung und Meinung

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26. April 2013 um 16:58

Vielen Dank
für deine Antwort

Teilweise stimmt das mit den hohen Erwartungen bestimmt, zumindest kann ich mir das vorstellen. Er hat auch gestern davon geredet, dass er eben irgendwie darauf wartet, dass alles perfekt ist, auch wenn er weiß, dass das eigentlich niemals der Fall ist.

Und ja, die Antwort bereut er schon seit gestern, aber anlügen möchte er mich bei so einer Frage natürlich auch nicht, was ja auch vollkommen legitim bzw. richtig so ist.

Seine letzten Beziehungen... . Seine erste Beziehung ( die 6-jährige) ist wohl daran zerbrochen, dass sie nicht wirklich die treuste Person auf Erden war und sich auch nicht wirklich Mühe gegeben hat, das zu verbergen. Im Endeffekt hat dennoch sie sich von ihm getrennt, da sie jemand anderen kennengelernt hat. das hat sicher nen kleinen Knacks bei ihm hinterlassen, aber auch für sie hat er wohl nicht die Liebe empfunden.

Die Beziehung vor mir hat er beendet, weil es wohl zu viele Streitereien gab und er irgendwann einfach nicht mehr genug Gefühle für sie hatte.

Deinen Vorschlag mit einem erneuten Gespräch werde ich auf jeden Fall annehmen, v.a. den Aspekt mit dem Grundvertrauen - das trifft meine momentane Gefühlslage ganz genau, ich konnte es nur irgendwie nicht in Worte fassen! Vielen Dank dafür!

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26. April 2013 um 17:28

Auch dir
vielen Dank für die schnelle Antwort!

Kumpelhaft würde ich uns ganz und gar nicht bezeichnen, wir sind mehr als das, sowohl sexuell wie auch emotional. Aber ich habe ihn gestern genau das auch gefragt und er meinte auch, ich bin viel mehr für ihn als eine Freundin.

Ich bin eigentlich auch ein Mensch, der mehr Wert auf taten als auf Worte legt, deswegen hätte ich ja auch niemals auf an seinen Gefühlen gezweifelt. Wahrscheinlich zieht mir seine Aussage auch deswegen so den Boden unter den Füßen weg.

ich merke einfach schon jetzt, dass in kleine Dinge, die mir vorher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wären, so viel Negatives reinintepretiere. Bei der obigen Aussage, dass ich mehr als eine Freundin bin, habe ich mir bspw. gedacht: Ja, was bin ich denn dann?
Oder ich habe das Gefühl, ich müsste dankbar sein, dass er mit mir zusammen ist - dabei bin ich überhaupt nicht der Mensch der sich klein macht oder gar klein machen lässt, ganz im Gegenteil!

Und ich weiß, im Endeffekt gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich trenne mich sofort, oder ich lerne seine Aussage so schnell wie möglich zu vergessen - das kann ich aber nur, wenn ich weiß, wie ich sie zu interpretieren habe.

Eine verdammt, blöde Situation... Aber es tut alle Fälle schonmal gut, dass ich meinen Gedanken mal freien Lauf lassen kann und auch, dass nicht nur Kommentare wie "Trenne dich sofort" o.ä. kommen... Also nochmal vielen Dank für die objektive und ehrliche Einschätzung!

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26. April 2013 um 17:42

Leider
muss ich gleich weg, sonst würde ich gerne mehr dazu schreiben.

Um es kurz zu machen: Deine Argumentation bzw. Einschätzung ist absolut schlüssig und trifft in vielen Aspekten 100% auf ihn zu, z.B. das Ehrlichkeit vor Empathie und / oder Diplomatie.
Da sind wir beide auch sehr gegensätzlich - ich sehr empathisch, er bevorzugt dann doch gerne die "Hau-drauf" Methode, auch wenn er es dann im Nachhinein bereut, aber natürlich nicht zurück nehmen kann - schließlich "muss man dazu stehen was man sagt oder tut" Missverständnisse sind da natürlich vorprogrammiert.

Vielen Dank nochmal - ich habe zwar dennoch einiges zum nachdenken, aber ich fühle mich nicht mehr so total erschlagen von seinen Worten sondern habe zumindest das Gefühl wieder ein wenig offener auf ihn zugehen zu können, als zuvor.

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