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Beziehung mit einem Alkoholiker

5. Juni 2017 um 10:35

Hallo ihr Lieben,

ich frage heute nach eurer Einschätzung, da ich mich mit hartem Alkohol wenig auskenne und dessen Folgen für Hirn und Empathie.

Nach vielen Jahren hab ich einen Mann wiedergetroffen, der mir damals bereits viel bedeutet hatte. Er beendete vor 8 Jahren unsere frische Beziehung, ohne mir damals den Grund genannt zu haben.

Als ich ihn vor wenigen Monaten wiedertraf, erzählte er mir den Grund von damals. Er war damals gerade erst 1 Jahr trocken und da ich auch eine depressive Phase hatte und in therapeutischer Behandlung, riet man ihm, unsere Beziehung zu beenden.

10 Jahre war er trocken (er ist 35). Vor 2,5 Jahren erlitt er einen krassen Rückfall. Nur harter Alkohol und pur, war sein Ding. 2 Delire, im Feb 2017 Reanimation nach 2. Delir. 2 Wochen Obdachlosigkeit.... Diebstähle (Alk). Insgesamt 10 Entzugsklinikaufenthalte, mit Desinfektionsmittel trinken und der Folge, dass 2 Finger und alle Zehen taub sind.

Zu diesen Fakten zu stehen, selbst wenn ihm Alkoholiker auf der STirn tänd, ist nicht mein Problem. Sein Verhalten (er trinkt seit einigen Monaten nichts mehr) ist es.

Er hat scheinbar keine Empathie mehr. Er sagt am laufenden Band krasse Schimpfworte. EInfach so. Ist nie ernst, macht nur Blödsinn. Immer sind die Anderen an allem Schuld. Wenn es mir nicht gut geht, kommt keine Reaktion. Er starrt in sein Handy, während mir der Kreislauf wegsackt und ich mich hinlegen muss. Meine Mutter starb vor 3 Monaten und als mir demletzt ein Bild von ihr in die Hände fiel und ich geweint habe, hat er mich ignoriert.Keine Reaktion.
Zudem ist er total ruhelos. Er zappelt ständig rum. Ärgert mich am laufenden Band. Finger ins Ohr, grabschen, Blödsinn reden. Nie Antworten sondern nur dumme Gegenfragen....usw.

Meine Frage ist, Kann Alkohol Einfühlungsvermögen absolut zerstören? Ist das etwas, dass wieder erlangt werden kann? Die Ruhelosigkeit, gehört das zum trocken sein dazu?

Ich mag diesen Menschen. Aber das schwindet. Er ist nur obszön. Kann keine Unterhaltung führen ... Ich habe eine leise Hoffnung, dass sich das irgendwann normalisiert, aber ich bin mittlerweile 32 und ich möchte auch mal ankommen und an Familie denken.
Ist das eurer Meinung nach irreparabel?

Viele Grüße Rapunzel

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5. Juni 2017 um 10:48

Selbst wenn er sich das Gehirn nicht rettungslos weggesoffen hat,
kannst Du weitere Rückfälle ausschließen?
Du sprichst von Familie, so jemand soll Deine Kinder erziehen und über ihr Wohlergehen wachen?

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5. Juni 2017 um 10:56

Ich denke immer, mit Liebe wird alles gut. Das ist naiv oder? Aber du hast schon recht, so jemand soll mein Kind nicht großziehen. Ich frage mich eben, ob sich ein Mann noch ändern kann mit 35. Ich bin eine sehr anständige Frau, ich rede nicht in Schimpfworten.... usw, aber mhm, er orientiert sich eigentlich auch nicht an mir. mhm. Ich will ihn retten, das ist wahrscheinlich bescheuert... Es wäre wohl eine Lebensaufgabe.
Danke für deine Antwort übringens

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5. Juni 2017 um 13:09

Danke für Eure Antworten.

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5. Juni 2017 um 14:44

Also wenn er schon Nervenschäden an den Extremitäten hat bedenke bitte das das Gehirn auch aus Nervenzellen besteht.
Natürlich macht kein Gehirn sowas schadlos mit.
Und nein, Nervenzellen wachsen nicht nach.
Ich denke, das wird sehr wahrscheinlich nicht besser sondern eher schlechter.
Das Thema Familie und innige, stabile Beziehung dürfte für ihn noch ganz weit entfernt sein.
 

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5. Juni 2017 um 14:44

Also wenn er schon Nervenschäden an den Extremitäten hat bedenke bitte das das Gehirn auch aus Nervenzellen besteht.
Natürlich macht kein Gehirn sowas schadlos mit.
Und nein, Nervenzellen wachsen nicht nach.
Ich denke, das wird sehr wahrscheinlich nicht besser sondern eher schlechter.
Das Thema Familie und innige, stabile Beziehung dürfte für ihn noch ganz weit entfernt sein.
 

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5. Juni 2017 um 16:17

Meinst du mich?

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5. Juni 2017 um 16:35

Sag mal, Rapunzel, was magst du an diesem Mann? Der Typ, den du beschreibst, ist ja völlig abgefahren. Ist dir klar, dass es sich um einen schwerst Süchtigen handelt? Partnerinnen geraten da schnell in Ko-Abhängigkeit. Der hat sich nicht im Griff. Irgendwann schlägt er auch zu. Der ist völlig unbeherrscht. Er lebt ausschließlich für seine Sucht. Hoffentlich hast du kein Helfer-Syndrom und meinst, den Typen unbedingt retten zu müssen. Denn dabei werdet ihr beide vor die Hunde gehen und keinem ist damit geholfen.
​Verabschiede den Typen endgültig aus deinem Leben. Sein Alkoholismus ist irreversibel und progredient. Dass du, Rapunzel, ankommen willst, ist gut verständlich. Aber gemeinsam mit dem kommst du nur in der Assozialität an.

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5. Juni 2017 um 16:52
In Antwort auf mars419

Sag mal, Rapunzel, was magst du an diesem Mann? Der Typ, den du beschreibst, ist ja völlig abgefahren. Ist dir klar, dass es sich um einen schwerst Süchtigen handelt? Partnerinnen geraten da schnell in Ko-Abhängigkeit. Der hat sich nicht im Griff. Irgendwann schlägt er auch zu. Der ist völlig unbeherrscht. Er lebt ausschließlich für seine Sucht. Hoffentlich hast du kein Helfer-Syndrom und meinst, den Typen unbedingt retten zu müssen. Denn dabei werdet ihr beide vor die Hunde gehen und keinem ist damit geholfen.
​Verabschiede den Typen endgültig aus deinem Leben. Sein Alkoholismus ist irreversibel und progredient. Dass du, Rapunzel, ankommen willst, ist gut verständlich. Aber gemeinsam mit dem kommst du nur in der Assozialität an.

Ich überlege auch oft, ob es mehr die Erinnerung an damals ist, die mir etwas bedeutet. Ob dieser Mensch für immer verschwunden ist, durch den Alkohol?

Ich hab in den letzten 3 Jahren Singlesein so viele scheiss Kerle kennengelernt (okay, die haben nicht rumgerülpst aber sie waren halt unehrlich, Betrüger, waren nur auf das Eine aus) Ich habe tatsächlich KEINEN guten Mann kennegelernt und dann traf ich ihn wieder. Ich weiss, dass er treu ist. Ich weiss auch, dass er mich braucht und vielleicht liegt hier der Hase im Pfeffer.
Meine Mutter war hilfsbedürftig. Ich habe das jahrelang übernommen - und ja, es ist schon erstaunlich, wie sich 1,5 Monate nach ihrem Tod, ein neues "Projekt" eröffnet hat. Wieder bin ich die, die hilft. Vielleicht ist der Hinweis auf ein evtl Helfersyndrom gar nicht so verkehrt. Ich habe Muster, wie jeder andere auch.

Das Problem ist, wenn er über whatsapp schreibt, dann kann er soo vernünftig sein.... er verwickelt mich in Diskussionen (hat wieder Ausreden parat), klingt so klaaar... wie kann das sein? Wieso kann ein Mensch das Angesicht zu Angesicht nicht sein?!
Vielleicht liegt hier die Hoffnung begraben, dass ich an seinen Schrauben drehen kann. Hach.... ich vermute ganz stark, dass ihr recht habt.

Ich bin eine Träumerin und bin mir der Tatsachen wahrscheinlich nicht bewusst. Er verhält sich irre.... so wie im Trockenrausch (wie ich eben las). Ich bin keine, die einen Meschen schnell aufgibt. Aber ja, Nervenschädigungen sind wohl tatsächlich irreparabel.

Danke für deine Antwort.
 

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5. Juni 2017 um 17:35
In Antwort auf rapunzel03

Ich überlege auch oft, ob es mehr die Erinnerung an damals ist, die mir etwas bedeutet. Ob dieser Mensch für immer verschwunden ist, durch den Alkohol?

Ich hab in den letzten 3 Jahren Singlesein so viele scheiss Kerle kennengelernt (okay, die haben nicht rumgerülpst aber sie waren halt unehrlich, Betrüger, waren nur auf das Eine aus) Ich habe tatsächlich KEINEN guten Mann kennegelernt und dann traf ich ihn wieder. Ich weiss, dass er treu ist. Ich weiss auch, dass er mich braucht und vielleicht liegt hier der Hase im Pfeffer.
Meine Mutter war hilfsbedürftig. Ich habe das jahrelang übernommen - und ja, es ist schon erstaunlich, wie sich 1,5 Monate nach ihrem Tod, ein neues "Projekt" eröffnet hat. Wieder bin ich die, die hilft. Vielleicht ist der Hinweis auf ein evtl Helfersyndrom gar nicht so verkehrt. Ich habe Muster, wie jeder andere auch.

Das Problem ist, wenn er über whatsapp schreibt, dann kann er soo vernünftig sein.... er verwickelt mich in Diskussionen (hat wieder Ausreden parat), klingt so klaaar... wie kann das sein? Wieso kann ein Mensch das Angesicht zu Angesicht nicht sein?!
Vielleicht liegt hier die Hoffnung begraben, dass ich an seinen Schrauben drehen kann. Hach.... ich vermute ganz stark, dass ihr recht habt.

Ich bin eine Träumerin und bin mir der Tatsachen wahrscheinlich nicht bewusst. Er verhält sich irre.... so wie im Trockenrausch (wie ich eben las). Ich bin keine, die einen Meschen schnell aufgibt. Aber ja, Nervenschädigungen sind wohl tatsächlich irreparabel.

Danke für deine Antwort.
 

Tja, Rapunzel, du scheinst ein echt gutes Händchen dafür zu haben, dir die falschen Kerle aus dem Sortiment rauszupicken.
Aber der hier könnte nun tatsächlich der Tiefpunkt werden. Jedenfalls dann, falls du nicht widerstehen kannst und deinem, zumindest ansatzweise wohl wirklich vorhandenen, Helfer-Syndrom nachgibst. Da hilft alle Liebe rein gar nichts. Süchtige sind wie Vampire, sie saugen andere vollkommen aus. Sie benutzen Mitmenschen allein um ihre Sucht zu befriedigen, mehr nicht. Mit Liebe kannst du da nichts ausrichten, glaub mir. Versuch´s erst gar nicht. Sonst wirst du dabei vor die Hunde gehen. Egal, ob der mal schnell in hellen Augenblicken ein paar Zeilen halbwegs vernünftig per Whatsapp schreiben kann oder nicht. Der Typ ist mit 35 bereits abgesoffen. Wenn das ZNS, Gehirn und Rückenmark, schon dermaßen fertig ist. Was meinst du, wie´s bei dem internistisch ausschaut: Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren usw.
​Leg deine angenehmen Erinnerungen an ihn ad acta. Und leb dein Leben. Vor allem aber und unter allen Umständen ohne den!
 

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7. Juni 2017 um 1:35

..es ist furchtbar, wenn sich einer innerhalb weniger Jahre den Verstand wegsäuft.
Und er hat schwer gesoffen (siehe Reinigungsmittel).

Es sieht für mich so aus, dass er auch damals schon nicht die Wahrheit gesagt hat - und er, im Gegenteil, sogar sehr früh das Trinken angefangen haben muss.

Was hat er für ein Elternhaus? Gehört da der Alkohol schon immer ''zur Familie''?

Ich will nicht sagen, dass es ganz unmöglich wäre, dass er abstinent werden kann - nur müsste ER dazu erst mal die Absicht, trocken werden zu wollen, bestehen.
Und natürlich müsste ER etwas dafür tun! Und NUR ER!

Den Therapeuten braucht er nichts mehr vorzumachen. Ich kenne da die einzig ''wahren Therapeuten'' und das sind die trockenen Alkoholiker gar selbst. Und zwar die, die sich damals entschlossen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, um sich wieder orientieren und in den Alltag eingewöhnen zu können. Eben, um sich wieder als ganzer, zufriedener MENSCH zu fühlen - OHNE Alkohol.

Von allein wird da gar nichts wieder gut. Aber in Ausreden war noch nie ein Alkoholiker verlegen - und schuld sind eh immer nur die anderen.

Vergiss es lieber - diesen Mann rettest Du nicht - er schafft es eher, Dich mit sich nach unten zu ziehen, wenn Du nicht zur Besinnung kommst.

Ich würde Dir gerne was anderes erzählen. Doch solange er keine Einsicht zeigt und sein Leben nicht ändern will, hoffst Du umsonst und Deine Liebe lässt ihn kalt. Was sein Körper derzeit verlangt, das ist nicht Liebe, sondern Alkohol, danach schreit alles in ihm.

Bete für ihn - mehr kann ich da nicht empfehlen.

Alles Gute für Euch -
Du könntest auch mal in eine Suchtberatungsstelle gehen, um Dich aufklären zu lassen. Manchmal hilft das wenigstens dem Co-abhängigen. Oder such Dir im Internet die Seite der ' Al anon '

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7. Juni 2017 um 9:34
In Antwort auf rapunzel03

Ich überlege auch oft, ob es mehr die Erinnerung an damals ist, die mir etwas bedeutet. Ob dieser Mensch für immer verschwunden ist, durch den Alkohol?

Ich hab in den letzten 3 Jahren Singlesein so viele scheiss Kerle kennengelernt (okay, die haben nicht rumgerülpst aber sie waren halt unehrlich, Betrüger, waren nur auf das Eine aus) Ich habe tatsächlich KEINEN guten Mann kennegelernt und dann traf ich ihn wieder. Ich weiss, dass er treu ist. Ich weiss auch, dass er mich braucht und vielleicht liegt hier der Hase im Pfeffer.
Meine Mutter war hilfsbedürftig. Ich habe das jahrelang übernommen - und ja, es ist schon erstaunlich, wie sich 1,5 Monate nach ihrem Tod, ein neues "Projekt" eröffnet hat. Wieder bin ich die, die hilft. Vielleicht ist der Hinweis auf ein evtl Helfersyndrom gar nicht so verkehrt. Ich habe Muster, wie jeder andere auch.

Das Problem ist, wenn er über whatsapp schreibt, dann kann er soo vernünftig sein.... er verwickelt mich in Diskussionen (hat wieder Ausreden parat), klingt so klaaar... wie kann das sein? Wieso kann ein Mensch das Angesicht zu Angesicht nicht sein?!
Vielleicht liegt hier die Hoffnung begraben, dass ich an seinen Schrauben drehen kann. Hach.... ich vermute ganz stark, dass ihr recht habt.

Ich bin eine Träumerin und bin mir der Tatsachen wahrscheinlich nicht bewusst. Er verhält sich irre.... so wie im Trockenrausch (wie ich eben las). Ich bin keine, die einen Meschen schnell aufgibt. Aber ja, Nervenschädigungen sind wohl tatsächlich irreparabel.

Danke für deine Antwort.
 

der sogenannte ''Trockenrausch'' bezieht sich m.W. auf ein Verhalten bei bereits langjähriger Trockenheit. Da ist der Alkoholiker zwar lange abstinent geblieben, hat jedoch Geist und Seele vernachlässigt und keine SHG besucht (was zu empfehlen wäre). Der Alkoholiker verfällt nach und nach den alten Gewohnheiten und dem bekannten, nassen ''Größenwahn''. Ich weiß nicht, ob man das mit ''Euophorie'' vergeleichen kann?

Mit Überheblichkeit zumindest auch.

 

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