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Beziehung ja oder nein? Vegetarier

23. August 2013 um 22:22

Ich habe jemanden kennen gelernt - und das nun schon über einen längeren Zeitraum - jetzt mit ich an dem Punkt - Beziehung - ja oder nein? Mein Typ - ja - klar hat er noch ein paar Macken, aber mit denen würde ich klar kommen, weil ich überzeugt bin, dass da einfach noch etwas Selbstbewusstsein fehlt (Dinge wie ein schlechter Gang oder manchmal ein recht kindlicher Humor - kindliche Mimik, noch etwas wenig lächeln).
Schön ist, dass er sehr ähnliche Interessen hat wie ich, einen ähnlichen Geschmack und sehr ähnliche Träume. So viele Ähnlichkeiten hatte ich noch nie mit jemanden, den ich kennen gelernt habe und ich muss sagen, dass ist etwas, was man nur genießen kann, weil man sich absolut nicht zu verbiegen braucht. Und ja, dass ist auch sicherlich etwas, was ich an ihm liebe.

Über eine Sache mache ich mir aber Gedanken: Er ist Vegetarier und ich nicht. Jetzt könnte man sagen: Wieso - ist doch sein Problem - und genau das versuche ich auch die ganze Zeit in meinen Dickschädel zu bekommen, aber Essen ist und bleibt nun mal auch ein kulturelles Ding. Ich fände es z.B. schrecklich, wenn ich ständig schauen muss, ob in einem Produkt Gelantine drin ist, mit dem ich meinem Schatz was kochen wollen würde.
Mir würde es fehlen einen Weihnachtsbraten mit jemanden teilen zu können - auf das traditionelle Essen würde ich nicht verzichten wollen, weil es für mich emotionale Werte hat, die ich dann leider nicht mit meinem Freund teilen könnte.
Mir würde es auch fehlen im Restaurant sagen zu können "hier probier mal - das ist sooo lecker" - einfach um mein Glück zu teilen.
Ich koche sehr gerne und weiß, dass tierische Fette oft die besondere Note in die Gerichte bringen, auf die ich oft (jeden 2-3Tag) verzichten müsste, würde man ein Essen zusammen genießen wollen oder wir beide müssten zwei Gerichte kochen, was für mich symbolisch auch immer was mit Distanz zu tun hat.
Gemeinsam essen hat eben auch schon immer was mit Vertrauen, Gemeinsamkeit, enger Gemeinschaft zu tun.
Auch nervt meine Freunde und Familie jetzt bereits, dass man aus Gastfreundlichkeit dann doch komplett vegetarisch kocht, ist er zu Besuch
-- schlicht - es macht das Leben komplizierter, distanzierter.
Essen ist eben mehr als essen (was nur jene nachvollziehen können, die das selber in ihrer Familie leben).

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Auf der einen Seite hat er ganz viele wunderbare Seiten. Ja, seine noch etwas unselbstbewusste Art ist manchmal unsexy, aber wie gesagt - das wird sicher noch. Aber ich weiß nicht, ob ich mich auf ein durch den Vegetarismus (für mich) komplizierteres Leben bzw. eher eines mit weniger Leichtigkeit einstellen will, denn das werde ich dann tun müssen, auch wenn das Vegetarier gar nicht gerne hören.
Mir würde dadurch zwangsläufig etwas Lockerheit aus dem Leben genommen.

Kennt ihr sowas? Wie seid ihr mit sowas umgegangen? Kann man sich auf sowas einstellen? Kann man jemanden lieben, bei dem man sehr oft durch das Essen suggerriert bekommt - wir sind anders und werden es immer sein?

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23. August 2013 um 23:28

...
Ich verstehe nicht, weshalb aus Vegetarismus immer so ein Problem gemacht wird. Man könnte meinen, er hat Lepra. Dabei mag er nur kein Fleisch. Wenn das euer größtes Problem ist und er nicht einer von diesen militanten Vegetariern ist, die meinen, alles und jeden bekehren zu müssen, kannst du dich doch wirklich glücklich mit ihm schätzen.

Ich selbst ernähre mich seit über 15 Jahren so gut wie fleischlos (nach einem Zwischenfall mit einem extrem fettigen Hühnchen komm ich da einfach so gut wie gar nicht mehr ran). Mein Freund hingegen ist Fleischliebhaber. Wir sind jetzt einige Jahre zusammen und mittlerweile isst er weniger Fleisch. Nicht weil ich ihn dazu gedrängt habe, sondern weil er sich auf etwas neues eingelassen und festgestellt hat, dass auch ein vegetarisches Gericht sehr lecker sein kann.

Wenn er Lust auf Fleisch hat, nehme ich einfach mehr von den Beilagen. Beispiel: Steak + Kartoffelauflauf für Schatz, Kartoffelauflauf und Salat für mich. Oder ich koche mir einfach selbst etwas.

Natürlich wäre es einfacher/schöner, wenn wir die selben Essgewohnheiten hätten, schon allein weil mein Freund wirklich gerne kocht und dann sicher auch das ein oder andere Fleischgericht zubereiten würde, was er jetzt nicht macht, weil sich seiner Meinung nach für eine Person der Aufwand nicht lohnt. Aber das ist eben nicht der Fall. Und mir persönlich es es lieber, wir haben bei so etwas eine unterschiedliche Auffassung als bei wirklich wichtigen und grundlegenden Dingen (Kinder, Heiraten usw.).


"Auch nervt meine Freunde und Familie jetzt bereits, dass man aus Gastfreundlichkeit dann doch komplett vegetarisch kocht, ist er zu Besuch"

Keine Ahnung, wie pingelig er da ist, aber für mich muss niemand extra vegetarisch kochen. Ich nehme die Beilagen und das Fleisch bekommt mein Freund.

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24. August 2013 um 21:06

Kann kein problem sein
Ich hab eher das gefühl, du möchtest viele sachen an ihm ändern, aber so funktioniert leider keine glückliche Beziehung.
Er vegetarier, du Fleischesser, es ist doch okay, siehe meinung von Kuon 86. Andere Macken, die er hat, die kennst du schon. Wenn du bereit bist mit ihm eine Beziehung einzugehen, dann hast du auch seine Macken akzeptiert. Nobody is perfect

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25. August 2013 um 9:52

Er hat sich seine guten Gründe, Vegetarier zu sein
Er hat keinen Bock mehr auf "Weihnachtsbraten" von gequälten Tieren aus Massentierhaltung.
Ist doch ein prima Zug von ihm. Und alles andere, als "kindliches Verhalten!"
Vielleicht solltest Du auch mal über Deinen Tellerrand hinausgucken und Dich wenigstens mal im Ansatz mit dem Thema beschäftigen. Ansonsten könnte es nämlich passieren, dass ER keinen Bock mehr hat, auf Dauer mit Dir zusammen zu bleiben.
Das ist nämlich eine innere Einstellung und nicht einfach bloss "Genussfeindlichkeit".
Perverse Tierhaltungen wären nicht mehr möglich, wenn alle Menschen sich damit auseinandersetzen würden, WAS sie da eigentlich essen!

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25. August 2013 um 15:59
In Antwort auf freitag10

Er hat sich seine guten Gründe, Vegetarier zu sein
Er hat keinen Bock mehr auf "Weihnachtsbraten" von gequälten Tieren aus Massentierhaltung.
Ist doch ein prima Zug von ihm. Und alles andere, als "kindliches Verhalten!"
Vielleicht solltest Du auch mal über Deinen Tellerrand hinausgucken und Dich wenigstens mal im Ansatz mit dem Thema beschäftigen. Ansonsten könnte es nämlich passieren, dass ER keinen Bock mehr hat, auf Dauer mit Dir zusammen zu bleiben.
Das ist nämlich eine innere Einstellung und nicht einfach bloss "Genussfeindlichkeit".
Perverse Tierhaltungen wären nicht mehr möglich, wenn alle Menschen sich damit auseinandersetzen würden, WAS sie da eigentlich essen!

Man kann auch fleisch kaufen
wo man weiß, wie die tiere leben und wie sie geschlachtet werden.
gibt auch viele menschen, die schlachten sogar selber und die tiere haben ein gutes leben.

nicht jedes stück fleisch besteht aus qual und massenhaltung. man muss nur mehr dafür hinblättern.

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1. September 2013 um 9:45

Denke auch
dass es hier nicht wirklich um den Vegetarier in ihm geht. Vegetarisch kochen kann eine Bereicherung sein, wenn du auf eine Essens - Gruppe verzichtest, machst du fast automatisch mehr aus den anderen Zutaten und kannst dadurch eine große Menge neuer sehr leckerer Dinge kennen lernen, eben Gerichte auf die man sonst nicht kommt. Vegetarisch ist ja nicht, Fleisch einfach weg lassen oder per se durch Fleischersatz aufzufüllen, es gibt eine Fülle eigener und sehr schöner Sachen, die mit Fleisch einfach lange nicht so lecker wären.

Aber
ich denke, die Entscheidung für oder gegen eine Beziehung ist keine, die leichtfertig getroffen werden sollte. Deswegen finde ich es gut, dass du dir Gedanken machst. In gewissem Sinne schränkt dich jede Beziehung ein, deswegen sollte es sich halt um des Menschen, mit dem du diese Beziehung eingehst auch wirklich lohnen.
Es gibt Dinge, wo das Gefühl ja sagt, aber es klar ist, dass da nichts draus wird. Drogensucht zum Beispiel ist IMMER stärker als jede Liebe. Andere Dinge sind überwindbar. Dein Problem ist so eines denke ich, sofern du es wirklich versuchen wollen würdest - und da liegt der Hase im Pfeffer. Denn es klingt weniger so, als wäre das Essen das eigentliche Problem sondern vielmehr, dass du nicht aus ganzem Herzem JA sagen kannst, zu diesem Mann und in dem Moment wo du das nicht kannst, ist der schlechte Stern schon da. Natürlich kannst du es trotzdem versuchen und schauen, ob ihr nicht gemeinsam einen Weg finden könnt, damit umzugehen und du dich vielleicht einfach mal auf was Neues einlässt, aber du kannst genau so sagen : Nein, dieser Mann ist es mir nicht wert - und dann ist er ein toller Mann, aber vielleicht nicht unbedingt der Richtige für dich.

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