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Beziehung beenden - oder doch nicht?

27. Januar 2008 um 11:44

Hallo zusammen,

heute wende ich mich mit einem großen Problem an Euch, und hoffe, zumindest einige Gedanken von Euch zu lesen. Ich bin 23 Jahre alt, und mit meiner 22-jährigen Freundin bin ich nun etwas über ein halbes Jahr zusammen. Für mich waren meine Gefühle von Anfang an stärker als ich es jemals zuvor für jemanden empfunden hatte, und ich war mir sicher, dass sie diejenige ist, mit der ich mein Leben verbingen wollte.
Allerdings gestaltete sich unsere Beziehung von Anfang an nicht leicht, zumal ihre Heimat 600km von München entfernt ist, und sie nur während ihres Studiums hier in München ist. Andererseits gibt es noch ein anderes Problem, über das ich aber nicht reden kann und was auch nicht so wichtig für die Stituation ist. Darüber hinaus habe ich mittlerweile ein schlechtes Verhältnis zu ihren ELtern, die mich nicht besonders leiden können, was ich sehr schade finde, zumal ich sie eigentlich schon recht gern hatte.
Was das schlimmste an allem ist, ist dass wir offensichtlich unterschiedliche Ansichten von einer Beziehung haben, was sich mit der Zeit immer deutlicher herausgestellt hat. Ich möchte oft für sie da sein, möchte dass sie zu mir kommt wenn sie Kummer hat, und oft mache ich mir Sorgen weil es ihr häufig nicht gut geht. Sie im Gegenzug erwartet mehr oder weniger von mir, dass ich es akzeptiere, wenn sie häufig schweigt und mir nichts erzählen möchte, dass ich mir am besten keine Sorgen mache und mir nicht allzu oft etwas zu Herzen nehme.
UNsere beiden Leben sind ziemlich unkompatibel, und das war auch schon ein paar Mal der Grund, warum wir uns fast voneinander getrennt hätten. Aber irgendwie war die Liebe doch immer stärker, und wir haben uns eingeredet, wir könnten es schaffen und alles irgendwie unter einen Hut bringen.

Mittlerweile bin ich aber so weit, dass ich mit der Beziehung einfach nicht mehr klarkomme. Wir wohnen etwa 25 MInuten U-Bahn-Fahrt voneinander entfernt, trotzdem schaffen wir es nicht, uns häufiger als einmal pro Woche zu sehen, und dann meist auch nur für ein, zwei Stunden. Wir haben beide viel zu tun unter der Woche, trotzdem bin ich der Meinung, dass es möglich ist sich öfter zu sehen, wenn man sich nah sein möchte, und dass man auch einfach mal zusammen spazieren geht, zusammen radelt, zusammen ins Kino geht oder solche Dinge. Mir fehlt einfach der gemeinsame Alltag, eine Art gemeinsame Lebensplanung. Dies habe ich ihr auch letztes Wochenende gesagt, woraufhin sie meinte, ich mache ihr Angst, wie sehr ich an ihr hängen würde.

Und nun bin ich einfach nicht mehr sicher, was ich erwarten darf, und was nicht. In den Semesterferien können wir uns im Grunde nie sehen, da wir einerseits sehr beschäftigt sind, andererseits ich nicht wegen ihrer Eltern zu ihr nach Hause fahren kann. Sie andererseits will bzw. kann nicht nach München kommen. UNd das stört mich schon gewaltig, weil es möglich sein muss, in einer Beziehung auch mal einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen. Nun gut, dies könnte ich noch akzeptieren, aber dass wir nicht mal unter der Woche viel voneinander haben, obwohl wir Luftlinie gerade mal 15km auseinander sind, macht mich wahnsinnig.

Kurz vor Weihnachten waren wir fast so weit, zusammenzuziehen, was meiner Meinung nach genau das gewesen wäre, was ich (und vielleicht auch unsere Beziehung) gebraucht hätte. Pinzipiell wollte sie das auch, aber ihre Eltern haben es ihr letztlich verboten.

Was ich mit all meinem Geschreibe sagen will ist: Die Beziehung ist nicht das, was ich mir immer vorgestellt hatte. Die Situation mit ihren ELtern stört mich, dass sie mir vorwirft ich würde zu sehr an ihr hängen, dass man keine Ferien gemeinsam verbringen kann, dass einfach die gemeinsame Lebensperspektive fehlt. Und vor allem stört es mich, wenn sie mich hängen lässt und einfach gewisse Dinge nicht erzählt. Sie muss mir natürlich nicht alles erzählen, und ich lasse ihr alle Freiheiten. Aber sie fuhr zum Beispiel Anfang der Woche nach Hause, ohne mir davon etwas zu sagen. Als ich dann überrascht gefragt habe, wieso und wie es ihr denn so ginge, antwortete sie nur ihr ginge es schlecht, sie wolle aber nicht drüber reden, und das war alles was ich für die nächsten Tage erfuhr.

Ich weiß nicht, ob mein Problem für Euch nachvollziehbar ist. Ich bin einfach nicht sicher, was ich tun soll. Ich meine, ich liebe sie mehr als jeden anderen Menschen, mit all ihren Fehlern und Schwächen. Und es wäre falsch mich von ihr zu trennen, weil es einfach falsch sein muss sich von dem Menschen zu trennen den man liebt. Aber ist es nicht genauso falsch an einer Beziehung festzuhalten, von der man weiß dass sie aufgrund unterschiedlicher Ansichten zu Beziehung und Lebensplanung nicht funktioniert? Eine Beziehung, in der beide irgendwie nicht wirklich glücklich sind?

Egal welche Entscheidung ich also treffe, sie wird falsch sein, und sie wird auf die eine oder andere Weise wehtun. Daher würde ich gerne mal andere Meinungen hören, da ich selber kaum mehr klare Gedanken fassen kann. Vielen Dank dafür!

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27. Januar 2008 um 12:01

Scheinbar
bist du wirklich jemand, der das Leben eher schwer nimmt und alles bierernst sieht und sie es auch mal gut sein läßt statt etwas totzureden. Gefühle nicht völlig nach außen kehren zu wollen hat auch etwas gutes: Man wird nicht verletzt oder weniger, wenn man sich nicht total ungeschützt ausliefert.
Aber du bist damit nicht zufrieden und drängst sie dazu, etwas zu tun, was sie nicht kann. Kein Wunder, daß sie das nicht mitmacht und ihr sogar 15km zu viel sind.

Mag sein, daß ihr trotzallem noch zusammen paßt vom Typ her und als Mensch. Gefühle wissen das schon, aber so viel Gedrängel um Gefühle tut ihr nicht gut.

Was aber an euren Leben so verschieden sein soll, weiß ich gar nicht so genau. Kann ich nicht nachvollziehen.

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27. Januar 2008 um 12:23
In Antwort auf sif_12131515

Scheinbar
bist du wirklich jemand, der das Leben eher schwer nimmt und alles bierernst sieht und sie es auch mal gut sein läßt statt etwas totzureden. Gefühle nicht völlig nach außen kehren zu wollen hat auch etwas gutes: Man wird nicht verletzt oder weniger, wenn man sich nicht total ungeschützt ausliefert.
Aber du bist damit nicht zufrieden und drängst sie dazu, etwas zu tun, was sie nicht kann. Kein Wunder, daß sie das nicht mitmacht und ihr sogar 15km zu viel sind.

Mag sein, daß ihr trotzallem noch zusammen paßt vom Typ her und als Mensch. Gefühle wissen das schon, aber so viel Gedrängel um Gefühle tut ihr nicht gut.

Was aber an euren Leben so verschieden sein soll, weiß ich gar nicht so genau. Kann ich nicht nachvollziehen.

Kann...
... ich schon gut nachvollziehen, dass Du Probleme hast mit der Haltung Deiner Freundin. Sie vermittelt Dir das Gefühl, dass Du sie als Person störst, wobei Du vermutlich in Wirklichkeit nur in bestimmten Situation "störst", was ein gewaltiger Unterschied ist.

Das passiert leider oft in Beziehungen - man selbst fühlt sich unerwünscht, wenn der andere seine Ruhe braucht, weil man es erst mal auf sich selbst bezieht. Insbesondere, wenn der andere eben jemand ist, der gern öfter mal allein ist. Man fühlt sich einfach abgewiesen und unverstanden und versucht, noch mehr Nähe herzustellen, macht dem Partner Vorwürfe, etc. Dieser fühlt sich dann mehr und mehr bedrängt und sucht noch mehr Abstand - diesmal aber, um tatsächlich von dem anderen als Person wegzukommen und nicht mehr, weil man generell einfach mehr Abstand braucht. Hier fangen dann die Probleme an.

In so einer Situation müssen beide offen reden. Entweder ist es so, dass Deine Freundin tatsächlich keine richtige Lust mehr hat auf Partnerschaft mit Dir. Oder aber sie merkt einfach nicht, dass sie Dir mit ihrer Art, ihren Wunsch nach Einsamkeit auszudrücken, weh tut. Ihr steckt beide in einer Spirale, die sich immer stärker zuspitzen und in einer Trennung enden wird, wenn nicht einer die Notbremse zieht und Klartext redet.

Das ist mein persönlicher Eindruck von der Geschichte, vielleicht hilft Dir das ja ein wenig.

LG

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27. Januar 2008 um 12:33
In Antwort auf tyche26

Kann...
... ich schon gut nachvollziehen, dass Du Probleme hast mit der Haltung Deiner Freundin. Sie vermittelt Dir das Gefühl, dass Du sie als Person störst, wobei Du vermutlich in Wirklichkeit nur in bestimmten Situation "störst", was ein gewaltiger Unterschied ist.

Das passiert leider oft in Beziehungen - man selbst fühlt sich unerwünscht, wenn der andere seine Ruhe braucht, weil man es erst mal auf sich selbst bezieht. Insbesondere, wenn der andere eben jemand ist, der gern öfter mal allein ist. Man fühlt sich einfach abgewiesen und unverstanden und versucht, noch mehr Nähe herzustellen, macht dem Partner Vorwürfe, etc. Dieser fühlt sich dann mehr und mehr bedrängt und sucht noch mehr Abstand - diesmal aber, um tatsächlich von dem anderen als Person wegzukommen und nicht mehr, weil man generell einfach mehr Abstand braucht. Hier fangen dann die Probleme an.

In so einer Situation müssen beide offen reden. Entweder ist es so, dass Deine Freundin tatsächlich keine richtige Lust mehr hat auf Partnerschaft mit Dir. Oder aber sie merkt einfach nicht, dass sie Dir mit ihrer Art, ihren Wunsch nach Einsamkeit auszudrücken, weh tut. Ihr steckt beide in einer Spirale, die sich immer stärker zuspitzen und in einer Trennung enden wird, wenn nicht einer die Notbremse zieht und Klartext redet.

Das ist mein persönlicher Eindruck von der Geschichte, vielleicht hilft Dir das ja ein wenig.

LG

Der Wunsch nach Einsamkeit ist es wohl weniger
Eher der Wunsch, daß er versteht, daß sie mal nicht über Gefühle REDEN will, sondern sie einfach nur HABEN und ZEIGEN möchte. Da liegt ein wesentlicher Unterschied. Denkt man nämlich zu viel über Gefühle nach, dann hat man doch in dem Moment keine mehr. Sie werden totgedacht. Danach ist man dann doch leer. Also reicht es doch, wenn man Gefühle mal einfach nur hat. Fertig.

Aber akzeptiert nicht, daß die Gefühle HAT, nein, er möchte HÖREN, daß sie Gefühle hat.

Da liegt doch das Problem: Umgang und nach außen bringen von Gefühlen.

Der eine hat, der andere sagt nur, daß er sie hat ...

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27. Januar 2008 um 13:52

Alles schön und gut
aber m.M.n. akzeptierst du nicht, daß die gefühle hat. sie hat sie, du willst sie nur sehen.

setz mal deine scheuklappen ab.
das könnte helfen.

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27. Januar 2008 um 22:26
In Antwort auf sif_12131515

Der Wunsch nach Einsamkeit ist es wohl weniger
Eher der Wunsch, daß er versteht, daß sie mal nicht über Gefühle REDEN will, sondern sie einfach nur HABEN und ZEIGEN möchte. Da liegt ein wesentlicher Unterschied. Denkt man nämlich zu viel über Gefühle nach, dann hat man doch in dem Moment keine mehr. Sie werden totgedacht. Danach ist man dann doch leer. Also reicht es doch, wenn man Gefühle mal einfach nur hat. Fertig.

Aber akzeptiert nicht, daß die Gefühle HAT, nein, er möchte HÖREN, daß sie Gefühle hat.

Da liegt doch das Problem: Umgang und nach außen bringen von Gefühlen.

Der eine hat, der andere sagt nur, daß er sie hat ...

Ja...
... stimmt schon. Aber das Problem, dass man das Bedürfnis hat, zu wissen, was der andere empfindet, entsteht ja meistens durch Unsicherheit. Dadurch, dass der andere sich - beispielsweise - zurückzieht und man das nicht einordnen kann: Soll man das als gegen sich gerichtet empfinden oder nicht? Aus dieser Unsicherheit heraus wächst das Bedürfnis, vom anderen wissen zu wollen, was derjenige denkt.

Hier fängt ja dann das Problem an: Der eine kann den anderen nicht verstehen. Derjenige, der Abstand braucht, versteht nicht, dass er den anderen damit wegstößt, zumindest indirekt. Derjenige, der weniger Abstand braucht, fühlt sich verletzt und möchte reden, was den anderen wiederum nervt.

Einer von beiden müsste sagen: Hey, ich liebe Dich doch trotzdem, auch wenn ich nicht ständig das Bedürfnis nach Gesellschaft habe.

Der andere müsste sagen: Okay, ich liebe Dich auch, ich nehme es nicht persönlich, wenn Du Abstand brauchst und akzeptiere das.

Mehr Worte bedarf es im Grunde nicht. Zumindest theoretisch... Sich daran zu halten und genug Vertrauen aufzubauen, damit man nicht ständig wieder und wieder über dasselbe Thema diskutiert, ist natürlich etwas anderes...

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