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Beziehung beenden oder doch bleiben?

9. Mai 2016 um 13:20

Hallo meine Lieben,
ich habe ein "Problem" und möchte einfach neutrale Meinungen einholen.
Es geht um die Beziehung zu meinem Freund (knapp 1,5 Jahre zusammen). Er ist mein erster richtiger Freund (ich bin 22, er 24), da ich vorher einfach noch nie bereit für eine Beziehung war bzw. einfach nicht den passenden Partner gefunden hatte. Bei ihm hat es einfach sofort gefunkt und wir waren seit dem ersten Tag unzertrennlich; ich konnte mir direkt alles mit ihm vorstellen (vorher hätte ich nie an so ein Verhalten von mir geglaubt). Als dann aber erstmal mehr oder weniger Alltag einkehrte, zeigten wir beide auch unsere schlechteren Seiten. Er ist wirklich teilweise extrem impulsiv und rastet wegen Kleinigkeiten aus. Wenn er schlechte Laune hat, dann lässt er sie immer an mir aus, brüllt mich an und sagt, dass ich dumm sei etc. Mir tut das weh und ich habe es auch so kommuniziert, allerdings führte dies zu keinerlei Besserung. Ich weiß wirklich mittlerweile nicht mehr, ob ich mir vorstellen kann mit ihm ein gemeinsames Leben aufzubauen. Will ich wirklich für den Rest meines Lebens einen Mann, der mich anbrüllt, nur weil er mal schlecht gelaunt ist und der auch mit fremden Leuten teilweise unglaublich respektlos umgeht?! Andererseits hat er natürlich auch ganz, ganz viele tolle Charaktereigenschaften und ist - ganz im Gegensatz zu seinem aggressiven Verhalten - auch wirklich extrem liebevoll. Dennoch macht mir das Ganze sehr zu schaffen. Ich weiß allerdings auch, dass ich ihn wirklich sehr schmerzlich vermissen würde, wenn ich mich von ihm trennen würde... Da ich noch nie einen festen Partner an meiner Seite hatte (wir wohnen übrigens auch zusammen), würde diese erste Trennung für mich sicherlich sehr schwer zu verkraften sein. Und für ihn wahrscheinlich auch... Ich möchte ihm und mir nichts vor machen, aber ich habe einfach Angst.
Angst davor, es sehr zu bereuen, falls ich die Beziehung beende und fortan jeden mit ihm zu vergleichen.
Und Angst davor, mich später, wenn ich älter bin und an Heirat und Kinder denke, ärgere, dass ich nicht eher reagiert habe...
Habt ihr einen guten Ratschlag für mich? Ich möchte mich ungern falsch entscheiden und bin eben in dieser Hinsicht auch nicht wirklich erfahren und kann meine Gefühle daher nur schwer ordnen und einschätzen.
Vielen lieben Dank!

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9. Mai 2016 um 13:51

Tja nur...
... ist das Problem, dass wir so gar nicht entscheiden können, womit Du klar kommen kannst und solltest - und womit nicht.

Das sind Punkte, die empfinden nun einmal nicht alle gleich.
Wir könnten Dir schreiben, wie schlimm oder nicht schlimm wir das finden würden - aber in der Frage, ob *Du* damit klar kommst, ändert das gar nichts.

Der erste Rat von mir wäre, das ihm gegenüber anzusprechen - hast Du ja schon getan. Aber abgesehen davon, dass es nichts geändert hat - was hat er denn geantwortet? Ist er ein Mensch, der nun einmal generell schnell cholerisch reagiert? Dann ist es im besten Falle auch echt schwer, das zu ändern und hat ausserdem mit Dir nichts zu tun - aber Du bekommst es eben ab und damit kann nicht jeder umgehen und soll auch nicht jeder umgehen können.

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9. Mai 2016 um 13:57

Mich würde
auch interessieren, wie er reagiert, wenn du ihm sagst, dass das für dich so nicht in Ordnung ist.
Übrigens würde ich ihm -auch wenn's dir wahrscheinlich schwer fällt- nicht nur sagen, dass es dich stört, sondern ihm sagen, dass du Zweifel hast, ob du mit diesem Verhalten dauerhaft leben kannst. Das ist nämlich schon noch mal ein anderer Dämpfer, der ihm zu denken geben sollte.

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9. Mai 2016 um 14:45
In Antwort auf coquette164

Mich würde
auch interessieren, wie er reagiert, wenn du ihm sagst, dass das für dich so nicht in Ordnung ist.
Übrigens würde ich ihm -auch wenn's dir wahrscheinlich schwer fällt- nicht nur sagen, dass es dich stört, sondern ihm sagen, dass du Zweifel hast, ob du mit diesem Verhalten dauerhaft leben kannst. Das ist nämlich schon noch mal ein anderer Dämpfer, der ihm zu denken geben sollte.

Beispiel
Er sagt dann entweder, dass es ihm leid tue oder aber, dass es ja zum Teil auch meine Schuld sei, weil ich ihn dann so nerve und mich so dumm anstelle (was auch immer er damit meint, da ich mich für gar nicht mal so dumm halte).
Grad eben hat er sich z.B. um eine Reparatur meines Autos gekümmert, was ich wirklich total lieb von ihm finde und mich bei ihm entsprechend bedankt habe. Allerdings hat er dabei einige Punkte nicht beachtet, die total wichtig sind, sodass ich es ganz vorsichtig (!) a la "meinst du nicht, dass es besser wäre, wenn..." angesprochen habe. Daraufhin kam direkt ein trotziges "dann mach's doch selber" und keine weitere Reaktion auf irgendetwas mehr. Ich finde so ein Verhalten einfach kindisch und lachhaft, da habe ich überhaupt keine Lust zu.
Das mal als harmloses Beispiel aus dem Alltag!

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9. Mai 2016 um 15:03
In Antwort auf shadi_12484307

Beispiel
Er sagt dann entweder, dass es ihm leid tue oder aber, dass es ja zum Teil auch meine Schuld sei, weil ich ihn dann so nerve und mich so dumm anstelle (was auch immer er damit meint, da ich mich für gar nicht mal so dumm halte).
Grad eben hat er sich z.B. um eine Reparatur meines Autos gekümmert, was ich wirklich total lieb von ihm finde und mich bei ihm entsprechend bedankt habe. Allerdings hat er dabei einige Punkte nicht beachtet, die total wichtig sind, sodass ich es ganz vorsichtig (!) a la "meinst du nicht, dass es besser wäre, wenn..." angesprochen habe. Daraufhin kam direkt ein trotziges "dann mach's doch selber" und keine weitere Reaktion auf irgendetwas mehr. Ich finde so ein Verhalten einfach kindisch und lachhaft, da habe ich überhaupt keine Lust zu.
Das mal als harmloses Beispiel aus dem Alltag!

Ich hatte das eher so verstanden...
... dass Du ihm gegenüber mal ganz allgemein angesprochen hast, dass Du mit seiner impulsiven und gereizten Art nicht wirklich klar kommst und dass sich das inzwischen soweit zum Problem entwickelt, dass Du zweifelst, ob die Beziehung eine Zukunft hat. Darauf bezog sich eigentlich meine Frage, was er geantwortet hat.
Wenn Du das so noch nicht angesprochen hast, würde ich Dir dazu auf jeden Fall raten.

Mag sein, dass er das nicht so gemeint hat - wenn er ein cholerischer Mensch ist, ist das sogar sehr wahrscheinlich.

Geht mir auch oft so, dass Menschen etwas, was ich sage, völlig in den falschen Hals bekommen und zum Teil sehr, sehr viel persönlicher nehmen, als es gemeint ist. Nur der Punkt ist, damit habe ich dann die Wahl zwischen 2 Möglichkeiten:
a) ich pflege mit Menschen, bei denen das so ist, nur sehr lockeren Kontakt oder gar keinen
b) ich kommuniziere immer so wie die Stachelschweine Liebe machen: gaaaaaaaaaaaaaaanz vorsichtig. Nie "einfach so" etwas sagen, sondern immer, bevor ein Satz mein Schnäuzchen verlässt, ganz genau überlegen, wie das jetzt bei demjenigen, der es hört ankommt, wie er das versteht und interpretiert, ... - ganz ehrlich: eine Beziehung möchte ich so niemals führen und auch ausserhalb von Beziehungen entscheide ich mich überwiegend für a) weil b) zwar möglich ist, aber so ziemlich das genaue Gegenteil von entspannend.
Dafür komme ich für meinen Teil super mit Cholerikern klar, weil ich so etwas nicht als Beleidigung empfinde und es mich nicht verletzt - und ein Choleriker beispielsweise meist offen und direkt ist - und üblicher Weise nicht nachtragend. Ach ja: und keinesfalls "harmoniesüchtig". Das sind Eigenschaften, die mir wichtig sind, damit, dass sie dafür dann auch immer mal herumflippen, komme ich klar, das tut mir überwiegend nichts. - Aber das ist bei jedem anderes, für andere Menschen ist das unerträglich und die zucken dann bei Charaktereigenschaften, mit denen ich gar nicht klar kommen würde, dafür nur die Schultern.

Aber das sind natürlich Extrempunkte und ich kann so nicht beurteilen, ob Dein Freund auch in die Extrempunkte fällt, oder ob es mit "mal bissl zusammenreissen und Rücksicht nehmen" getan wäre. Deswegen die Frage, was er dazu sagt. Das würde vielleicht helfen, das etwas besser einschätzen zu können.

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9. Mai 2016 um 15:10

Wie Vevlyn
denke ich auch, dass ihr euch, wenn ihr denn beiden zusammenbleiben wollt, eine Art Notfallplan überlegen solltet, so dass euch beiden klar ist, wann ihr euch besser aus dem Weg geht.

Entschuldigungen a la : Es tut mir leid, aber du bist auch schuld, gehen meiner Meinung nach gar nicht, denn im Grunde heisst das: Eigentlich ist es deine Schuld, dass ich so reagiere, deshalb sehe ich es gar nicht ein, mal über mein Verhalten nachzudenken und etwas zu ändern.

Ich würde ihm auch sagen, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, die Beziehung zu beenden.

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9. Mai 2016 um 15:27

Stimme ich Dir völlig zu,...
... aber mir fehlt da ein Punkt: an der Stelle muss man sich realistisch fragen (können), ob man das kann.

Wenn man zu den Menschen gehört, die sich da zurückgewiesen fühlen würden, auch wenn sie rein rational genau wissen, dass es mit ihnen gar nichts zu tun hat, funktioniert die Version "so lange aus dem Weg gehen" leider nicht. Also hin und wieder ist es m.E. bei den meisten der Fall, dass es verletzt, kurzfristig stark auf Distanz zu gehen, aber die einen kommen damit ganz gut klar - und andere gar nicht.

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9. Mai 2016 um 15:49

Wow...
... ich gratuliere - und ausnahmsweise mal ganz ohne jeden Hauch von Ironie. Den Schritt von "ich in dem Moment keine Liebe bekomme obwohl ich nichts getan hab" zu "ich tue auch meinen Teil und nehme das nicht persönlich" ist ein grosser Sprung über einen ziemlich tiefen Graben. Hut ab, dass Du den tun wolltest - und geschafft hast.

Ich weiss aber nicht, ob das jeder kann, mir fallen da auf Anhieb einige Menschen ein, die m.E. nicht könnten - oder nur um einen Preis, den ich zu hoch finden würde...

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9. Mai 2016 um 15:52

Ich glaub ...
... das war anders gemeint und bezog sich auf die Entschuldigungen AN die TE

Wie auch immer: Suche nach Schuldigen ist ganz leicht das genaue Gegenteil von Suche nach Lösungen...

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9. Mai 2016 um 16:11
In Antwort auf somasu

Wie Vevlyn
denke ich auch, dass ihr euch, wenn ihr denn beiden zusammenbleiben wollt, eine Art Notfallplan überlegen solltet, so dass euch beiden klar ist, wann ihr euch besser aus dem Weg geht.

Entschuldigungen a la : Es tut mir leid, aber du bist auch schuld, gehen meiner Meinung nach gar nicht, denn im Grunde heisst das: Eigentlich ist es deine Schuld, dass ich so reagiere, deshalb sehe ich es gar nicht ein, mal über mein Verhalten nachzudenken und etwas zu ändern.

Ich würde ihm auch sagen, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, die Beziehung zu beenden.

Antwort
Vielen Dank für eure ganzen Beiträge; es freut mich wirklich sehr!
Ich habe mittlerweile auch erkannt, dass es nichts bringt mit ihm zu reden, wenn er grad einen seiner Anfälle hat. Ich ziehe mich dann meistens zurück und lasse ihm seine Ruhe. Allerdings geht das auch oft nach hinten los, er läuft mir hinterher und hört einfach nicht auf, sich über mich aufzuregen (auch, wenn ich wirklich absolut gar nichts getan habe und seine Wut nicht durch mich ausgelöst wurde). Irgendwann ist dann alles wieder "gut". Ja, ich nehme es nicht mehr persönlich und weiß, dass es einfach seine Art ist - aber ich weiß eben nicht, ob ich damit umgehen kann. Ich gehe immer auf ihn ein, versuche alles zu tun, damit er glücklich und zufrieden ist und es ändert sich trotzdem nicht.

Noch ein kleines Beispiel: Letztens erst habe ich seine Oma jeden Tag in einem Zeitraum über 3 Wochen zu einer ambulanten Therapie gefahren, da ich sowieso Zeit hatte (Semesterferien), ein Auto und seine Oma das nicht alleine durchstehen wollte. Ich habe also mit ihr teils stundenlang dort gesessen und das auch wirklich gerne.
An einem Tag konnte ich allerdings nicht bleiben, da ich selber einen wichtigen Termin hatte, der nicht zu verschieben war, sodass ich sie hin brachte und auch abholen wollte. Ich fuhr dann extra über 1,5 Stunden vor dem verabredeten Abholtermin los (Fahrtzeit circa 40 Minuten), damit ich auch bloß nicht zu spät komme, kam aber dann doch dank Vollsperrung der Autobahn etwa 5 Minuten zu spät. Mein Freund hat dies auch mitbekommen und ist komplett ausgerastet, meinte, wie dumm ich denn sei, dass ich sowas nicht mal vorher nachgucke (wobei ich dies tat, die Autobahn aber wegen eines Unfalles gesperrt war, der erst kurz vor meiner dortigen Ankunft auf der Autobahn geschehen war, konnte ich es nicht abwenden). Das mag jetzt vielleicht harmlos klingen und vielleicht erscheint es euch so als würde ich übertreiben, aber sowas passiert mir nun fast jeden Tag. Er ist dann wirklich stundenlang sauer auf mich, ich muss mich 1000 Mal entschuldigen (wobei ich nicht mal wirklich weiß, wofür) und der Tag ist im Eimer. Versteht ihr, was ich meine? Ich verstehe nicht, wie sich ein Mensch so sehr über alles und jeden aufregen kann.
Er regt sich nicht nur über mich so auf. Er fängt Stress mit allen möglichen Leuten an, pöbelt dann rum etc. Mir ist sowas wirklich furchtbar peinlich, da ich sowas absolut nicht gewohnt bin.

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9. Mai 2016 um 16:23
In Antwort auf shadi_12484307

Antwort
Vielen Dank für eure ganzen Beiträge; es freut mich wirklich sehr!
Ich habe mittlerweile auch erkannt, dass es nichts bringt mit ihm zu reden, wenn er grad einen seiner Anfälle hat. Ich ziehe mich dann meistens zurück und lasse ihm seine Ruhe. Allerdings geht das auch oft nach hinten los, er läuft mir hinterher und hört einfach nicht auf, sich über mich aufzuregen (auch, wenn ich wirklich absolut gar nichts getan habe und seine Wut nicht durch mich ausgelöst wurde). Irgendwann ist dann alles wieder "gut". Ja, ich nehme es nicht mehr persönlich und weiß, dass es einfach seine Art ist - aber ich weiß eben nicht, ob ich damit umgehen kann. Ich gehe immer auf ihn ein, versuche alles zu tun, damit er glücklich und zufrieden ist und es ändert sich trotzdem nicht.

Noch ein kleines Beispiel: Letztens erst habe ich seine Oma jeden Tag in einem Zeitraum über 3 Wochen zu einer ambulanten Therapie gefahren, da ich sowieso Zeit hatte (Semesterferien), ein Auto und seine Oma das nicht alleine durchstehen wollte. Ich habe also mit ihr teils stundenlang dort gesessen und das auch wirklich gerne.
An einem Tag konnte ich allerdings nicht bleiben, da ich selber einen wichtigen Termin hatte, der nicht zu verschieben war, sodass ich sie hin brachte und auch abholen wollte. Ich fuhr dann extra über 1,5 Stunden vor dem verabredeten Abholtermin los (Fahrtzeit circa 40 Minuten), damit ich auch bloß nicht zu spät komme, kam aber dann doch dank Vollsperrung der Autobahn etwa 5 Minuten zu spät. Mein Freund hat dies auch mitbekommen und ist komplett ausgerastet, meinte, wie dumm ich denn sei, dass ich sowas nicht mal vorher nachgucke (wobei ich dies tat, die Autobahn aber wegen eines Unfalles gesperrt war, der erst kurz vor meiner dortigen Ankunft auf der Autobahn geschehen war, konnte ich es nicht abwenden). Das mag jetzt vielleicht harmlos klingen und vielleicht erscheint es euch so als würde ich übertreiben, aber sowas passiert mir nun fast jeden Tag. Er ist dann wirklich stundenlang sauer auf mich, ich muss mich 1000 Mal entschuldigen (wobei ich nicht mal wirklich weiß, wofür) und der Tag ist im Eimer. Versteht ihr, was ich meine? Ich verstehe nicht, wie sich ein Mensch so sehr über alles und jeden aufregen kann.
Er regt sich nicht nur über mich so auf. Er fängt Stress mit allen möglichen Leuten an, pöbelt dann rum etc. Mir ist sowas wirklich furchtbar peinlich, da ich sowas absolut nicht gewohnt bin.

Hmm...
ich bin grundsätzlich gar kein Fan von "Ich gehe immer auf ihn ein, versuche alles zu tun, damit er glücklich und zufrieden ist..." sondern eher ein Fan davon, auf seine eigenen persönlichen Grenzen zu achten. Grundsätzlich.

Davon abgesehen: wie gesagt, sprich es ihm gegenüber mal allgemein an. Dann könnt Ihr gemeinsam eine Strategie überlegen. Beziehungsprobleme kann nie einer allein lösen. Wenn es so aussieht, dass Du auf Distanz gehst (was ich jetzt ohne Euch zu kennen auch für die sinnvollste Version halte), dann muss er die Distanz auch respektieren.
Macht Euch ein Stop-Wort aus... irgend etwas, was dann ganz gewiss NICHT in den Kontext passt - also so etwas wie "Apfelkuchen!" und vereinbart, wenn einer von Euch beiden dieses Wort ausspricht, dann gilt für alle beide: min 30 min Klappe halten. Nichts, gar nichts sagen, egal, wie sehr es auf der Zunge auch brennen mag. Braucht etwas Übung und Disziplin - für beide. Nicht nur darin, das zu respektieren und auch wirklich die Klappe zu halten, als auch darin, es nicht zu missbrauchen (kann beiden (!) schnell passieren, ohne dass man es selbst merkt) u.a. - funktioniert aber dann oft recht gut.

Vor allem aber mache klar: "Hier ist meine Grenze, darüber kann ich nicht auf Dauer gehen, wenn die Beziehung funktionieren soll, wir müssen uns etwas überlegen, wie wir das lösen können, wenn wir die Beziehung weiter führen wollen".

Aber das löst es auch nicht, wenn Dir sein Verhalten anderen gegenüber peinlich ist und ev. andere Punkte auch nicht. Dafür wüsste ich ehrlich gesagt auch keine Lösung, das kann ich zu wenig nachvollziehen.

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9. Mai 2016 um 16:38
In Antwort auf shadi_12484307

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Vielen Dank für eure ganzen Beiträge; es freut mich wirklich sehr!
Ich habe mittlerweile auch erkannt, dass es nichts bringt mit ihm zu reden, wenn er grad einen seiner Anfälle hat. Ich ziehe mich dann meistens zurück und lasse ihm seine Ruhe. Allerdings geht das auch oft nach hinten los, er läuft mir hinterher und hört einfach nicht auf, sich über mich aufzuregen (auch, wenn ich wirklich absolut gar nichts getan habe und seine Wut nicht durch mich ausgelöst wurde). Irgendwann ist dann alles wieder "gut". Ja, ich nehme es nicht mehr persönlich und weiß, dass es einfach seine Art ist - aber ich weiß eben nicht, ob ich damit umgehen kann. Ich gehe immer auf ihn ein, versuche alles zu tun, damit er glücklich und zufrieden ist und es ändert sich trotzdem nicht.

Noch ein kleines Beispiel: Letztens erst habe ich seine Oma jeden Tag in einem Zeitraum über 3 Wochen zu einer ambulanten Therapie gefahren, da ich sowieso Zeit hatte (Semesterferien), ein Auto und seine Oma das nicht alleine durchstehen wollte. Ich habe also mit ihr teils stundenlang dort gesessen und das auch wirklich gerne.
An einem Tag konnte ich allerdings nicht bleiben, da ich selber einen wichtigen Termin hatte, der nicht zu verschieben war, sodass ich sie hin brachte und auch abholen wollte. Ich fuhr dann extra über 1,5 Stunden vor dem verabredeten Abholtermin los (Fahrtzeit circa 40 Minuten), damit ich auch bloß nicht zu spät komme, kam aber dann doch dank Vollsperrung der Autobahn etwa 5 Minuten zu spät. Mein Freund hat dies auch mitbekommen und ist komplett ausgerastet, meinte, wie dumm ich denn sei, dass ich sowas nicht mal vorher nachgucke (wobei ich dies tat, die Autobahn aber wegen eines Unfalles gesperrt war, der erst kurz vor meiner dortigen Ankunft auf der Autobahn geschehen war, konnte ich es nicht abwenden). Das mag jetzt vielleicht harmlos klingen und vielleicht erscheint es euch so als würde ich übertreiben, aber sowas passiert mir nun fast jeden Tag. Er ist dann wirklich stundenlang sauer auf mich, ich muss mich 1000 Mal entschuldigen (wobei ich nicht mal wirklich weiß, wofür) und der Tag ist im Eimer. Versteht ihr, was ich meine? Ich verstehe nicht, wie sich ein Mensch so sehr über alles und jeden aufregen kann.
Er regt sich nicht nur über mich so auf. Er fängt Stress mit allen möglichen Leuten an, pöbelt dann rum etc. Mir ist sowas wirklich furchtbar peinlich, da ich sowas absolut nicht gewohnt bin.

Sorry,
aber wenn ihr euch jeden Tag (oder nahezu jeden Tag) wegen solchen Banalitäten streitet und er ein Drama daraus macht, dass seine Oma 5 Minuten warten muss (na und wenn schon. Das passiert halt mal und ist nicht der Rede wert. Ein kurzes "Entschuldige, da war ein Unfall. Es ging nicht schneller!", an die Oma und das ganze ist erledigt.), dann kann ich dein Problem schon verstehen. Das macht ja keinen Spaß und raubt auch irgendwie die Freude, Entspanntheit und ja....einfach alles.....Man muss ja auch einfach mal zufrieden leben können ohne ständig mit Drama rechnen zu müssen.

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10. Mai 2016 um 8:41

Keine Einsicht
Ich habe gestern Abend in einem ruhigen Moment versucht mit ihm darüber zu sprechen und ihm klar gemacht, dass mich sein Verhalten wirklich sehr verletzt und dass ich von meinem Partner auch eine gewisse Wertschätzung entgegen gebracht bekommen möchte. Daraufhin meinte er dann, dass er weiß, dass er oft überreagiert, ABER (!) ich ihn ja dann auch aufrege. Also wie immer das Gleiche: Er entschuldigt sich, damit ich Ruhe gebe, sieht das Problem aber nicht ein. Ich möchte gerne an der Beziehung festhalten, aber ich weiß nicht wie das gehen soll, wenn er kein bisschen einsichtig ist und sich nicht eingesteht, dass auch er nicht fehlerfrei ist.

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