Home / Forum / Liebe & Beziehung / Beziehung aufs Spiel setzen

Beziehung aufs Spiel setzen

11. August um 14:00 Letzte Antwort: 11. August um 21:58

Ich hole etwas weit aus, alles fing an als ich etwa 12-13 Jahre alt war. Ich hatte meinen ersten kleinen kreisförmigen Haarausfall. Dadurch sollte sich in den nächsten Jahren viel ändern, vielleicht mehr als ich es mir vorstellen konnte. Ich hatte zum Glück immer ein Umfeld das mich bestärkt und unterstützt hat, sei es Familie oder auch Freunde. Allerdings wurde ich von sehr vielen Menschen komisch und manchmal, meinem Gefühl nach, fast angeekelt angeschaut. Einerseits verständlich, ich meine man sieht nicht alle Tage einen Jungen in dem Alter mit zeitweise kaum Haaren auf dem Kopf, andererseits ist es aber schon immer sehr verletzend gewesen. In meinem Bekanntenkreis lief es allgemein gut, worüber ich unheimlich dankbar bin. Anders sah es aus bei Bekanntschaften, insbesondere bei Mädchen. Kontaktaufnahme war quasi unmöglich, wer will schon einen Jungen der so “komisch” aussieht, wenn daneben ganz viele “normale” daneben stehen? Ich habe mit den Jahren mich mit dieser Realität teilweise abgefunden. Ich habe in der Oberstufe noch eine Beziehung geführt, die mir natürlich Mut gemacht hat, nach 2 Jahren kam es dann zur Trennung da sie Umgezogen ist. Später zu Beginn des Studiums habe ich relativ schnell eine neue Freundin gefunden, mit der ich jetzt etwa 3 Jahre zusammen bin. Meine Haarausfälle beschränken sich auf in regelmäßig auftretenden Abschnitten (ca. alle 4-5 Monate) auf kleinere Löcher, die ich gut durch meine Haare kaschieren kann.
it meiner Beziehung bin ich grundsätzlich zufrieden, aber etwas nagt seit jetzt längerer Zeit an mir. Einerseits ist die Beziehung etwas ins stocken gekommen, es passiert nicht viel, manchmal habe ich keine Lust sie zu besuchen, langweile mich bei ihr. Keiner von uns beiden macht etwas “falsch”, ich habe nur das Gefühl, dass dieser Funken zwischen zwei Liebenden langsam erlischt. Auch Corona hat diese Situation nicht verbessert, viel Zeit, wenig zu tun, viel Nähe zu ihr, die zu wenig genossen wurde meinerseits. 
Ganz seltsam wurde es, als ich mit alten Schulfreunden in den Urlaub gefahren bin. Wir haben sehr viele hübsche Mädels gesehen, und klar ich kam in Versuchung (es ist nichts “passiert&rdquo oder stellte es mir zumindest vor, wie es denn mit einer dieser Mädels wäre. Permanent wurde auch über Tinder-Mädels geredet, Bilder gezeigt etc. Ich schätze das hat das Ganze nicht einfacher gemacht, immer größer wurde das Verlangen auch mal sowas zu erleben. Meine Haare sehen mittlerweile die meiste Zeit fast “normal” aus, ich würde mich auch als recht attraktiv einschätzen ohne groß überheblich wirken zu wollen. Ich habe das Gefühl endlich mal eine “Chance” bei Mädchen zu haben, das hatte ich nämlich auch schon während meines Auslandssemesters verspürt. Damals war ich bereits mit meiner Freundin zusammen und zum ersten Mal, haben Mädchen offenkundig Interesse an mir gezeigt. Ein sehr schönes Gefühl, wenn man bedenkt, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich der Fall war. Ich habe damals mich auch zurückgehalten, es lief nichts. Ich habe es aber sehr genossen begehrt zu sein, was meiner Meinung nach auch etwas Natürliches ist. Zurück zum Sommerurlaub, ich habe mir viele Fragen gestellt: soll ich die Beziehung aufs Spiel setzen, wie groß ist mein Interesse an anderen tatsächlich. Dazu kommt, dass ich nur sehr selten mein Handy dabei hatte, um einfach die Zeit mit meinen Freunden mehr zu genießen, was dazu führte, dass ich auch sehr wenig Kontakt zu meiner Freundin hatte. Komischerweise fand ich das nicht weiter störend … Dadurch und durch diese vielen Fragen, wurden meine Zweifel immer größer, auch durch das Permanente Tinder “gelaber” meiner Freunde wurden sie nicht kleiner. Als ich aus dem Urlaub, der mir im übrigen extrem gut gefallen hat, habe ich ein sehr schlechtes Gefühl gehabt, innerliche Leere, Antriebslosigkeit. 
​Die Gedanken daran meine Beziehung zu beenden haben nicht mehr aufgehört und so kam, dass als wir uns wieder gesehen haben, wir darüber gesprochen haben, dass etwas nicht stimmt. Es besteht meiner Meinung nach schon länger ein gewisses Ungleichgewicht, kurz gefasst sie liebt mich “mehr” als ich sie. Um ganz ehrlich zu sein, liegt das meiner Meinung nach, daran dass ich erkunden möchte was es heißt von anderen begehrt zu sein. Sie hat also ihre Zweifel geäußert, dass ihr zu wenig Liebe entgegen kommt und ich, dass ich Zweifel daran habe genug für sie zu empfinden um sie zu “lieben” und nicht nur sehr gut mit ihr befreundet zu sein. Für uns beide endete das ganze in Tränen, ich schätze sie sehr, sie hat mir immer mit allem geholfen, sie war ein Freund, eine Bezugsperson und Partnerin zugleich und so war es auch andersrum. Sie hat an sich alles was ich möchte und es ist ein ziemlich zerstörerisches Gefühl all das einerseits zu verlieren aber andererseits auch ihr das zu nehmen, weil ich sie dann “alleine” lasse. Ich fühle mich extrem einsam und mir drehen tausende Gedanken im Kopf. Gedanken an die “schönen” Zeiten, wo alles super lief, keine Bedenken vorhanden waren. Gedanken an die “schlimme” Zeit die mich erwartet, wenn ich sie verlieren würde und all das was dazu kommt. Ich glaube auch, dass ich sie nicht mehr “genug” attraktiv finde, als hätte ich jetzt durch mein gewonnenes Selbstbewusstsein meine Erwartungen hochgeschraubt. Der Urlaub hat dieses Gefühl nur verstärkt und irgendwie hasse ich mich dafür, mich von dem Äußeren so beeinflussen zu lassen. Ich habe das Gefühl in einem Loch zu sein, ich frage mich viel, zum Beispiel: Hab ich wirklich Lust auf One-Night-Stands, würde mich das nicht nach schon paar Wochen unglücklich machen? Könnte ich es andererseits aber aushalten, wenn ich in einem Jahr (eventuell setze ich im Ausland mein Studium fort) für ein Jahr mindestens von ihr getrennt bin, jegliche Avancen von Mädchen zurückzuweisen? Sollte ich das ganze abwarten? Kann ich überhaupt noch zurückrudern, verletze ich sie damit nicht noch viel mehr, jetzt und später falls ich merke, dass es wirklich nicht mehr geht? Ich fühle mich irgendwie sehr unmenschlich so “getrieben” zu sein, es so sehr ausprobieren zu wollen, dass ich dazu bereit wäre oder mir zumindest die Frage stelle einen wirklich tollen Menschen zu verlassen. Es ist echt schwierig und womöglich noch schwieriger mich nachzuvollziehen, ich habe nie wirklich das Gefühl gehabt begehrt zu sein und habe mich immer sehr eingeschränkt gefühlt. Ich habe das lange Zeit unterdrückt, aber jetzt wo ich die Situation vor Augen habe beschäftigt mich das mehr denn je. Ich schaffe es nicht zu einem klaren Entschluss, ich finde es auch schrecklich und gewissermaßen pervers, wenn ich daran denke, meine Beziehung und einen tollen Menschen auf eine Waagschale zu legen zusammen mit dem Drang mich quasi auszuleben und “frei” zu sein. Ich kann dem aber nicht entgegenwirken, das sind halt Gefühle dich ich habe und Fragen die ich mir stelle. Eine Antwort bleibt aber aus… Ich denke, dass es langfristig vielleicht das bessere und fairere ihr gegenüberist es jetzt zu beenden, andererseits sind die Verlustgefühle aktuell heftig und nur schwer zu ertragen.

Ich würde mich sehr freuen über Anregungen, vielleicht sogar Erfahrungen..


 

Mehr lesen

11. August um 18:21

Wie alt bist du jetzt?
Es gibt in meinem Leben auf jeden fAll einige ähnliche Erfahrungen. Die Problematik zu beginn in der SChule nicht so begehrt zu werden, war bei mir ähnlich.  Und auch der Haarausfall war bei mir da, wenn auch erst mit 16. Ich hatte dann übrigens mehr so eine Bruce Willis Frisur (nen Tick mehr) das kam bei den Frauen auch später an.

Und bei mir gab es auch dieses absolute hochgefühl und auch ich hab meine Beziehung mit einer nahezu perfekten Freundin sausen lassen für viel zu viele Internet Dates, du willst die zahl gar nicht wissen.
Irgendwann kam dann wieder der Zeitpunkt, dass eine Beziehung besser ist als die ganzen ONS und du wirst sie auch haben. Aber auf der anderen Seite brauchst du vieleicht auch mal diese Phase der Freiheit und der Abenteuer.
Viele Frauen sagen z.B. ich verzichte auf junge Männer, wiel sie sich noch die Hörner abstoßen müssen. Und ich glaube das gibt es ziemlich oft.

Ich denke einfach, dass es nun mal ein Lebensweg ist, den man gehen muss, weil dir einfach die Erfahrungen noch fehlen. Und klar an meine frühere Freundin hab ich auch öfters gedacht und es ist schade, dass es so gelaufen ist, aber vielleciht musste es so laufen -> Schicksal.

jetzt bin ich jedenfalls in einem Alter, wo ich das alles nicht mehr brauche aber ich habe dafür sehrviele Erinnerungen an schöne Zeiten und Abenteuer, das gibt mir auch was. Wenn dann irgendwann die nächste echte Beziehung kommt, kann ich jedenfalls sagen, dass ich diese klassischen Abenteuer nicht mehr brauche, aber das kannst du eben noch nicht sagen.

Klingt wie in einem Zeireise Film wo dir das zukünftige Ich dein Werdegang erzählt, kleiner Spaß.
 

Gefällt mir
11. August um 18:38
In Antwort auf thomastoamto

Ich hole etwas weit aus, alles fing an als ich etwa 12-13 Jahre alt war. Ich hatte meinen ersten kleinen kreisförmigen Haarausfall. Dadurch sollte sich in den nächsten Jahren viel ändern, vielleicht mehr als ich es mir vorstellen konnte. Ich hatte zum Glück immer ein Umfeld das mich bestärkt und unterstützt hat, sei es Familie oder auch Freunde. Allerdings wurde ich von sehr vielen Menschen komisch und manchmal, meinem Gefühl nach, fast angeekelt angeschaut. Einerseits verständlich, ich meine man sieht nicht alle Tage einen Jungen in dem Alter mit zeitweise kaum Haaren auf dem Kopf, andererseits ist es aber schon immer sehr verletzend gewesen. In meinem Bekanntenkreis lief es allgemein gut, worüber ich unheimlich dankbar bin. Anders sah es aus bei Bekanntschaften, insbesondere bei Mädchen. Kontaktaufnahme war quasi unmöglich, wer will schon einen Jungen der so “komisch” aussieht, wenn daneben ganz viele “normale” daneben stehen? Ich habe mit den Jahren mich mit dieser Realität teilweise abgefunden. Ich habe in der Oberstufe noch eine Beziehung geführt, die mir natürlich Mut gemacht hat, nach 2 Jahren kam es dann zur Trennung da sie Umgezogen ist. Später zu Beginn des Studiums habe ich relativ schnell eine neue Freundin gefunden, mit der ich jetzt etwa 3 Jahre zusammen bin. Meine Haarausfälle beschränken sich auf in regelmäßig auftretenden Abschnitten (ca. alle 4-5 Monate) auf kleinere Löcher, die ich gut durch meine Haare kaschieren kann.
it meiner Beziehung bin ich grundsätzlich zufrieden, aber etwas nagt seit jetzt längerer Zeit an mir. Einerseits ist die Beziehung etwas ins stocken gekommen, es passiert nicht viel, manchmal habe ich keine Lust sie zu besuchen, langweile mich bei ihr. Keiner von uns beiden macht etwas “falsch”, ich habe nur das Gefühl, dass dieser Funken zwischen zwei Liebenden langsam erlischt. Auch Corona hat diese Situation nicht verbessert, viel Zeit, wenig zu tun, viel Nähe zu ihr, die zu wenig genossen wurde meinerseits. 
Ganz seltsam wurde es, als ich mit alten Schulfreunden in den Urlaub gefahren bin. Wir haben sehr viele hübsche Mädels gesehen, und klar ich kam in Versuchung (es ist nichts “passiert&rdquo oder stellte es mir zumindest vor, wie es denn mit einer dieser Mädels wäre. Permanent wurde auch über Tinder-Mädels geredet, Bilder gezeigt etc. Ich schätze das hat das Ganze nicht einfacher gemacht, immer größer wurde das Verlangen auch mal sowas zu erleben. Meine Haare sehen mittlerweile die meiste Zeit fast “normal” aus, ich würde mich auch als recht attraktiv einschätzen ohne groß überheblich wirken zu wollen. Ich habe das Gefühl endlich mal eine “Chance” bei Mädchen zu haben, das hatte ich nämlich auch schon während meines Auslandssemesters verspürt. Damals war ich bereits mit meiner Freundin zusammen und zum ersten Mal, haben Mädchen offenkundig Interesse an mir gezeigt. Ein sehr schönes Gefühl, wenn man bedenkt, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich der Fall war. Ich habe damals mich auch zurückgehalten, es lief nichts. Ich habe es aber sehr genossen begehrt zu sein, was meiner Meinung nach auch etwas Natürliches ist. Zurück zum Sommerurlaub, ich habe mir viele Fragen gestellt: soll ich die Beziehung aufs Spiel setzen, wie groß ist mein Interesse an anderen tatsächlich. Dazu kommt, dass ich nur sehr selten mein Handy dabei hatte, um einfach die Zeit mit meinen Freunden mehr zu genießen, was dazu führte, dass ich auch sehr wenig Kontakt zu meiner Freundin hatte. Komischerweise fand ich das nicht weiter störend … Dadurch und durch diese vielen Fragen, wurden meine Zweifel immer größer, auch durch das Permanente Tinder “gelaber” meiner Freunde wurden sie nicht kleiner. Als ich aus dem Urlaub, der mir im übrigen extrem gut gefallen hat, habe ich ein sehr schlechtes Gefühl gehabt, innerliche Leere, Antriebslosigkeit. 
​Die Gedanken daran meine Beziehung zu beenden haben nicht mehr aufgehört und so kam, dass als wir uns wieder gesehen haben, wir darüber gesprochen haben, dass etwas nicht stimmt. Es besteht meiner Meinung nach schon länger ein gewisses Ungleichgewicht, kurz gefasst sie liebt mich “mehr” als ich sie. Um ganz ehrlich zu sein, liegt das meiner Meinung nach, daran dass ich erkunden möchte was es heißt von anderen begehrt zu sein. Sie hat also ihre Zweifel geäußert, dass ihr zu wenig Liebe entgegen kommt und ich, dass ich Zweifel daran habe genug für sie zu empfinden um sie zu “lieben” und nicht nur sehr gut mit ihr befreundet zu sein. Für uns beide endete das ganze in Tränen, ich schätze sie sehr, sie hat mir immer mit allem geholfen, sie war ein Freund, eine Bezugsperson und Partnerin zugleich und so war es auch andersrum. Sie hat an sich alles was ich möchte und es ist ein ziemlich zerstörerisches Gefühl all das einerseits zu verlieren aber andererseits auch ihr das zu nehmen, weil ich sie dann “alleine” lasse. Ich fühle mich extrem einsam und mir drehen tausende Gedanken im Kopf. Gedanken an die “schönen” Zeiten, wo alles super lief, keine Bedenken vorhanden waren. Gedanken an die “schlimme” Zeit die mich erwartet, wenn ich sie verlieren würde und all das was dazu kommt. Ich glaube auch, dass ich sie nicht mehr “genug” attraktiv finde, als hätte ich jetzt durch mein gewonnenes Selbstbewusstsein meine Erwartungen hochgeschraubt. Der Urlaub hat dieses Gefühl nur verstärkt und irgendwie hasse ich mich dafür, mich von dem Äußeren so beeinflussen zu lassen. Ich habe das Gefühl in einem Loch zu sein, ich frage mich viel, zum Beispiel: Hab ich wirklich Lust auf One-Night-Stands, würde mich das nicht nach schon paar Wochen unglücklich machen? Könnte ich es andererseits aber aushalten, wenn ich in einem Jahr (eventuell setze ich im Ausland mein Studium fort) für ein Jahr mindestens von ihr getrennt bin, jegliche Avancen von Mädchen zurückzuweisen? Sollte ich das ganze abwarten? Kann ich überhaupt noch zurückrudern, verletze ich sie damit nicht noch viel mehr, jetzt und später falls ich merke, dass es wirklich nicht mehr geht? Ich fühle mich irgendwie sehr unmenschlich so “getrieben” zu sein, es so sehr ausprobieren zu wollen, dass ich dazu bereit wäre oder mir zumindest die Frage stelle einen wirklich tollen Menschen zu verlassen. Es ist echt schwierig und womöglich noch schwieriger mich nachzuvollziehen, ich habe nie wirklich das Gefühl gehabt begehrt zu sein und habe mich immer sehr eingeschränkt gefühlt. Ich habe das lange Zeit unterdrückt, aber jetzt wo ich die Situation vor Augen habe beschäftigt mich das mehr denn je. Ich schaffe es nicht zu einem klaren Entschluss, ich finde es auch schrecklich und gewissermaßen pervers, wenn ich daran denke, meine Beziehung und einen tollen Menschen auf eine Waagschale zu legen zusammen mit dem Drang mich quasi auszuleben und “frei” zu sein. Ich kann dem aber nicht entgegenwirken, das sind halt Gefühle dich ich habe und Fragen die ich mir stelle. Eine Antwort bleibt aber aus… Ich denke, dass es langfristig vielleicht das bessere und fairere ihr gegenüberist es jetzt zu beenden, andererseits sind die Verlustgefühle aktuell heftig und nur schwer zu ertragen.

Ich würde mich sehr freuen über Anregungen, vielleicht sogar Erfahrungen..


 

Meine Gedanken zu deinem Text: ähnlich wie die meines Vorschreibers. 

Du musst deine Erfahrungen machen und deinen Weg gehen, selbst wenn deine Freundin ein wunderbarer Mensch ist, selbst wenn du dich irgendwann allein fühlst, Zweifel hast, ob deine Entscheidung richtig war, selbst wenn du nicht immer nur spannende Abenteuer erlebst und ONS hast, weil die Freiheit manchmal auch Einsamkeit und Mangel an Halt bedeutet. All diese Prozesse sind wichtig fürs Erwachsenwerden, für die persönliche Reifung, in deinem Fall jedenfalls scheint es mir so. Es mag Menschen geben, die nie dieses Bedürfnis verspüren, sich auszuleben, alleine zu sein, ungebunden. Und das ist auch wunderbar. Niemals aber würde ich jemandem raten, ein solches Bedürfnis zu unterdrücken oder mit jemandem aus Angst vor einer falschen Entscheidung, der Einsamkeit oder davor, niemanden mehr zu finden, zusammenzubleiben. 

Ich habe es nie bereut, mich getrennt zu haben. Auch wenn es nach einer Trennung nicht immer nur leicht war. Denn ich hätte den Wunsch, mich zu trennen, nicht verspürt, wenn es nicht aus irgendeinem Grund für meine persönliche Entwicklung oder weil die Beziehung sich überlebt hatte, wichtig gewesen wäre. 

Gefällt mir
11. August um 18:45

Ich kann dich verstehen, sie ist dein Rettungsring gewesen. Du weißt das sie dich liebt wie du bist, sie sie sicher ist darum die Bedenken wie es ist wenn du sie verlässt. So ging es mir als Teenager, ich fand mich immer etwas unattraktiv etwas zu mollig und nicht so hübsch wie die anderen Mädchen. Ich hätte nie gedacht jemals einen Freund zu bekommen. Trotzdem hatte ich dann doch rechtzeitig einen, er war mein Anker als er sich kurze Zeit später trennte war ich aufgelöst. Ich dachte das es Glück war das mich jemand wollte ich nun niemanden mehr finden würde. So war es aber nicht ich fand wieder jemanden wir waren ein Jahr zusammen dann war es immer ein on und off er machte dauernd Schluss und wenn er wieder an kam nahm ich ihn wieder zurück. Bis mich neue Männliche Bekannte fragten wieso ich das denn täte ob mir nicht auffiel wie viele andere Jungs mich gut fanden das ich es nicht nötig hätte mir das an zu tun. Ich stellte fest das ich mich wirklich verändert hatte ich war schlanker geworden mein Gesicht definitiv attraktiver als noch vor ein paar Jahren. Mein Selbstbewusstsein stieg massiv an und auch ich hatte das Bedürfnis mich auszuprobieren meine Erwartungen an die Attraktivität meiner Partner ebenfalls hochgeschraubt. Ich bereue es nicht jeder sollte glücklich sein, du genau so wie deine Freundin. Nur du liebst sie nicht und das ist ihr gegenüber nicht fair. Du brauchst keinen Rettungsanker und du wirst auch nicht dein Lebenlang allein sein, auch wenn die Angst davor groß, ist lass sie gehen wenn du sie nicht so liebst wie sie dich. Versuche dich mit On night Stands oder kleinen Affären wenn dich das glücklich macht wenn nicht dann findest du eine Frau mit der du eine Beziehung führen kannst glaube mir. Aber du weißt doch so oder so das deine derzeitige Freundin nicht die Frau für dich ist, oder? Wenn du wüsstest das du sicher innerhalb der nächsten 2 Wochen eine andere Frau finden könntest die dich gut findet und die du auch attraktiv findest würdest du dann trotzdem noch mit deiner jetzigen Freundin zusammen bleiben? Und Trennungen tuen immer weh, aber wenn sie weiß das du sie nicht so liebst wie sie dich und sie merkt das sie nur noch ein Platzhalter ist dann tust du ihr nicht nur einmal weh sondern jeden Tag aufs neue. Ich denke das du auch meinst das sie das nicht verdient hat. Ich hoffe ich war dir eine kleine Hilfe. 😊

Gefällt mir
11. August um 21:58
In Antwort auf thomastoamto

Ich hole etwas weit aus, alles fing an als ich etwa 12-13 Jahre alt war. Ich hatte meinen ersten kleinen kreisförmigen Haarausfall. Dadurch sollte sich in den nächsten Jahren viel ändern, vielleicht mehr als ich es mir vorstellen konnte. Ich hatte zum Glück immer ein Umfeld das mich bestärkt und unterstützt hat, sei es Familie oder auch Freunde. Allerdings wurde ich von sehr vielen Menschen komisch und manchmal, meinem Gefühl nach, fast angeekelt angeschaut. Einerseits verständlich, ich meine man sieht nicht alle Tage einen Jungen in dem Alter mit zeitweise kaum Haaren auf dem Kopf, andererseits ist es aber schon immer sehr verletzend gewesen. In meinem Bekanntenkreis lief es allgemein gut, worüber ich unheimlich dankbar bin. Anders sah es aus bei Bekanntschaften, insbesondere bei Mädchen. Kontaktaufnahme war quasi unmöglich, wer will schon einen Jungen der so “komisch” aussieht, wenn daneben ganz viele “normale” daneben stehen? Ich habe mit den Jahren mich mit dieser Realität teilweise abgefunden. Ich habe in der Oberstufe noch eine Beziehung geführt, die mir natürlich Mut gemacht hat, nach 2 Jahren kam es dann zur Trennung da sie Umgezogen ist. Später zu Beginn des Studiums habe ich relativ schnell eine neue Freundin gefunden, mit der ich jetzt etwa 3 Jahre zusammen bin. Meine Haarausfälle beschränken sich auf in regelmäßig auftretenden Abschnitten (ca. alle 4-5 Monate) auf kleinere Löcher, die ich gut durch meine Haare kaschieren kann.
it meiner Beziehung bin ich grundsätzlich zufrieden, aber etwas nagt seit jetzt längerer Zeit an mir. Einerseits ist die Beziehung etwas ins stocken gekommen, es passiert nicht viel, manchmal habe ich keine Lust sie zu besuchen, langweile mich bei ihr. Keiner von uns beiden macht etwas “falsch”, ich habe nur das Gefühl, dass dieser Funken zwischen zwei Liebenden langsam erlischt. Auch Corona hat diese Situation nicht verbessert, viel Zeit, wenig zu tun, viel Nähe zu ihr, die zu wenig genossen wurde meinerseits. 
Ganz seltsam wurde es, als ich mit alten Schulfreunden in den Urlaub gefahren bin. Wir haben sehr viele hübsche Mädels gesehen, und klar ich kam in Versuchung (es ist nichts “passiert&rdquo oder stellte es mir zumindest vor, wie es denn mit einer dieser Mädels wäre. Permanent wurde auch über Tinder-Mädels geredet, Bilder gezeigt etc. Ich schätze das hat das Ganze nicht einfacher gemacht, immer größer wurde das Verlangen auch mal sowas zu erleben. Meine Haare sehen mittlerweile die meiste Zeit fast “normal” aus, ich würde mich auch als recht attraktiv einschätzen ohne groß überheblich wirken zu wollen. Ich habe das Gefühl endlich mal eine “Chance” bei Mädchen zu haben, das hatte ich nämlich auch schon während meines Auslandssemesters verspürt. Damals war ich bereits mit meiner Freundin zusammen und zum ersten Mal, haben Mädchen offenkundig Interesse an mir gezeigt. Ein sehr schönes Gefühl, wenn man bedenkt, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich der Fall war. Ich habe damals mich auch zurückgehalten, es lief nichts. Ich habe es aber sehr genossen begehrt zu sein, was meiner Meinung nach auch etwas Natürliches ist. Zurück zum Sommerurlaub, ich habe mir viele Fragen gestellt: soll ich die Beziehung aufs Spiel setzen, wie groß ist mein Interesse an anderen tatsächlich. Dazu kommt, dass ich nur sehr selten mein Handy dabei hatte, um einfach die Zeit mit meinen Freunden mehr zu genießen, was dazu führte, dass ich auch sehr wenig Kontakt zu meiner Freundin hatte. Komischerweise fand ich das nicht weiter störend … Dadurch und durch diese vielen Fragen, wurden meine Zweifel immer größer, auch durch das Permanente Tinder “gelaber” meiner Freunde wurden sie nicht kleiner. Als ich aus dem Urlaub, der mir im übrigen extrem gut gefallen hat, habe ich ein sehr schlechtes Gefühl gehabt, innerliche Leere, Antriebslosigkeit. 
​Die Gedanken daran meine Beziehung zu beenden haben nicht mehr aufgehört und so kam, dass als wir uns wieder gesehen haben, wir darüber gesprochen haben, dass etwas nicht stimmt. Es besteht meiner Meinung nach schon länger ein gewisses Ungleichgewicht, kurz gefasst sie liebt mich “mehr” als ich sie. Um ganz ehrlich zu sein, liegt das meiner Meinung nach, daran dass ich erkunden möchte was es heißt von anderen begehrt zu sein. Sie hat also ihre Zweifel geäußert, dass ihr zu wenig Liebe entgegen kommt und ich, dass ich Zweifel daran habe genug für sie zu empfinden um sie zu “lieben” und nicht nur sehr gut mit ihr befreundet zu sein. Für uns beide endete das ganze in Tränen, ich schätze sie sehr, sie hat mir immer mit allem geholfen, sie war ein Freund, eine Bezugsperson und Partnerin zugleich und so war es auch andersrum. Sie hat an sich alles was ich möchte und es ist ein ziemlich zerstörerisches Gefühl all das einerseits zu verlieren aber andererseits auch ihr das zu nehmen, weil ich sie dann “alleine” lasse. Ich fühle mich extrem einsam und mir drehen tausende Gedanken im Kopf. Gedanken an die “schönen” Zeiten, wo alles super lief, keine Bedenken vorhanden waren. Gedanken an die “schlimme” Zeit die mich erwartet, wenn ich sie verlieren würde und all das was dazu kommt. Ich glaube auch, dass ich sie nicht mehr “genug” attraktiv finde, als hätte ich jetzt durch mein gewonnenes Selbstbewusstsein meine Erwartungen hochgeschraubt. Der Urlaub hat dieses Gefühl nur verstärkt und irgendwie hasse ich mich dafür, mich von dem Äußeren so beeinflussen zu lassen. Ich habe das Gefühl in einem Loch zu sein, ich frage mich viel, zum Beispiel: Hab ich wirklich Lust auf One-Night-Stands, würde mich das nicht nach schon paar Wochen unglücklich machen? Könnte ich es andererseits aber aushalten, wenn ich in einem Jahr (eventuell setze ich im Ausland mein Studium fort) für ein Jahr mindestens von ihr getrennt bin, jegliche Avancen von Mädchen zurückzuweisen? Sollte ich das ganze abwarten? Kann ich überhaupt noch zurückrudern, verletze ich sie damit nicht noch viel mehr, jetzt und später falls ich merke, dass es wirklich nicht mehr geht? Ich fühle mich irgendwie sehr unmenschlich so “getrieben” zu sein, es so sehr ausprobieren zu wollen, dass ich dazu bereit wäre oder mir zumindest die Frage stelle einen wirklich tollen Menschen zu verlassen. Es ist echt schwierig und womöglich noch schwieriger mich nachzuvollziehen, ich habe nie wirklich das Gefühl gehabt begehrt zu sein und habe mich immer sehr eingeschränkt gefühlt. Ich habe das lange Zeit unterdrückt, aber jetzt wo ich die Situation vor Augen habe beschäftigt mich das mehr denn je. Ich schaffe es nicht zu einem klaren Entschluss, ich finde es auch schrecklich und gewissermaßen pervers, wenn ich daran denke, meine Beziehung und einen tollen Menschen auf eine Waagschale zu legen zusammen mit dem Drang mich quasi auszuleben und “frei” zu sein. Ich kann dem aber nicht entgegenwirken, das sind halt Gefühle dich ich habe und Fragen die ich mir stelle. Eine Antwort bleibt aber aus… Ich denke, dass es langfristig vielleicht das bessere und fairere ihr gegenüberist es jetzt zu beenden, andererseits sind die Verlustgefühle aktuell heftig und nur schwer zu ertragen.

Ich würde mich sehr freuen über Anregungen, vielleicht sogar Erfahrungen..


 

Was du empfindest, ist ganz normal. Du bist ein normaler junger Mann und erste Beziehungen halten nur ganz selten fürs ganze Leben. 

Wenn man jung ist, entwickelt man seine Persönlichkeit erst noch. Daher kommt es vor, dass man sich rasch verliebt, aber nach einiger Zeit wieder entliebt, weil man sich einfach in verschiedene Richtungen entwickelt hat. 

Dass du dir nun überlegst, was besser ist, die feste Beziehung, die nicht mehr so ganz läuft oder die Veränderung, die ungewiss ist, ist ebenso normal.

Ich rate dir, die Beziehung mit deiner Freundin zu beenden, einfach deshalb, weil du nicht mehr mit dem Herzen dabei bist. Das ist deiner Freundin gegenüber sehr unfair. Du hältst sie hin, machst ihr Hoffnungen, die du nicht erfüllen kannst, weil die Gefühle dafür einfach nicht mehr vorhanden sind bei dir.

Natürlich geht das nicht, ohne ihr weh zu tun. Manchmal muss man Entscheidungen treffen, die andere verletzen um seiner selbst willen. Auch das ist Erwachseinsein, das gehört zum Leben dazu. Sei respektvoll, rede persönlich mit ihr und sei freundlich, wenn du Schluss machst. Sei aber gleichzeitig konsequent und ziehe das durch, samt Kontaktsperre. Sie braucht einen klaren Schlussstrich, um die Trennung verarbeiten zu können und Kontakt würde ihr mehr weh tun.

Das Risiko, dass dir das Singleleben nicht gefällt, musst du eingehen. Niemand weiß, was passieren wird, ob du ONS haben wirst, wenn ja, ob du sie genießen wirst oder ob du dich wieder verliebst bzw. bald wieder eine neue Partnerin findest. Garantien gibt es keine, die Zukunft ist immer ungewiss.

Gefällt mir