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Bester Kumpel meines Verlobten beleidigt mich.

16. Januar 2015 um 21:54

Liebe Community,

ich sitze gerade weinend vor dem Pc und brauche gerade einen ernst gemeinten Rat. Mein Verlobter und ich sind seit 3 Jahren zusammen, eigentlich auch glücklich (Auseinandersetzungen gibt es in jeder Beziehung) und haben immer zusammen träumen können.

Im ersten Jahr unserer Beziehung ist allerdings etwas passiert, was ich einfach nicht vergessen kann. Sein bester Freund, den er seit 15 Jahren kennt, ist ziemlich - sagen wir, einfach. Er war schon immer ungehobelt, dass habe ich ihn aber niemals spüren lassen, allein schon meines Freundes zuliebe. Im Gegenteil, ich habe mich immer bemüht, habe über anstandslose Kommentare hinweg gesehen und gehofft, dass sich alles zum Guten wendet.

Nun denn - so ist es nicht gekommen. Jedesmal, wenn besagter "bester Freund" in unsrer gemeinsamen Wohnung war, beleidigter er mich. In verschiedenen Formen, unter anderem: Dass mein Studium sowas von lächerlich wäre und überhaupt, was meine Träume angelangt ich das eh abhaken könne. Dann sogar der das ich fett wäre (bei aller Liebe ich bin klein, mache täglich Sport und bestimmt nicht fett) und ich immer fett bleiben würde und der Oberknaller: er hat mir einmal sogar vulgär auf meine Brüste gezeigt und das im Beisein einer fremden Person, die sich köstlich amüsierte. Kein Wunder, dass ich irgendwann komplett ausgerastet bin und in Frage gestellt habe, mit welch nicht nur einfachen, sondern extrem vulgären und augenscheinlich stupiden Menschen mein Verlobter abhängt.

Erste Reaktion meines Freundes war natürlich Wut. Zusammengestaucht hat er ihn. Wohl ein paar Male. Aber dann war es wieder okay. Best friends. Er akzeptiert zwar, dass ich mit solchen Menschen nichts mehr zu tun haben möchte (ich habe in meinem Leben gelernt, dass es ok ist eine zweite Chance zu geben, aber wer die zweite Chance mit Füßen tritt, hat keine dritte mehr verdient), aber er meint immer, ich solle mich nicht so aufregen, er würde seinen Freund nicht aufgeben, nur weil ich "Hassparolen" gegen ihn schieben würde.

Hassparolen? Dieser Mensch hat mich aufs Derbste beleidigt, unentwegt und mein Freund meint, dass ich überreagiere?

Ich bitte um ernste Antworten: Was würdet ihr tun? Ich komme nicht damit klar, dass er diesen Menschen weiterhin als besten Freund betitelt, der sich so mir gegenüber verhält. Würde eine meiner Freundinnen ihn so beleidigen, dass es ihm im Herzen weh tut, würde ich ihr zeigen, wo der Maurer das Loch gelassen hat. Liebe ich mehr als er? Liebe ich anders? Ist es okay, dass ich damit nicht klarkomme, dass er sich mit ihm trifft?

Es ist Freitag abend und er hat mich weinend auf dem Sofa zurückgelassen. Er hat sich mit seinem besten Kumpel getroffen. Wie kann er diesem Menschen in die Augen schauen geschweige denn mit ihm lachen, wenn ich hier weine?

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16. Januar 2015 um 22:26

Nein...
Ich bin ein Mensch, der immer und überall konfrontiert, wenn es geht. In diesem Fall war ich so verletzt und enttäuscht, dass ich sofort wusste, dass ich mir diese Spucke sparen kann.
Er wollte sich einmal entschuldigen, aber sticht man jemandem das Schwert in die Brust und zieht es wieder raus, bleibt die Wunde nicht trotzdem? Ich habe mich für meinen Teil entschieden. Ich habe ihm mehrere Chancen gegeben, einmal sogar mit ihm versöhnt und er hat es wieder ausgenutzt. Interessanterweise immer, wenn mein Freund nicht anwesend war.
Es geht aber auch weniger um diesen Freund. Ich bin ehrlich, er ist wirklich so beschränkt und unfassbar dumm (deswegen muss ein Mensch nicht gleich bösartig sein, aber in seinem Fall ist es so), dass ich die Verletzungen im Alltag schon gut verdrängen kann und ich es abhake.

Viel mehr wurmt mich, dass mein Freund mir teilweise nicht glaubt, was er zu mir sagte, bzw. immernoch mit ihm lachen kann. Einige Beleidigungen gingen mir damals sehr nahe und ich habe oft geweint. (Man versucht zwar immer stark zu sein, aber heimlich im Stillen hat jeder seine Zweifel).

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17. Januar 2015 um 0:10

Hallo Knickoehrchen,
tut mit wirklich sehr leid, wie dein Verlobter mit der Situation umgeht.

Ich finde die Tatsache, dass er mit ihm befreundet bleibt nicht so schlimm wie die Tatsache, dass er dich als Lügnerin hinstellt.

Das ist das Traurigste. Würde mein Partner mir unterstellen, Sachen zu erfinden, dann wäre bei mir erstmal der Ofen aus.

Ihm seinen Freund verbieten kannst du nicht !
Ich kann verstehen, dass du dich dabei nicht wohlfühlst und es dich verletzt, denn sein Verhalten ist auch nicht in Ordnung.

Versucht doch einen Kompromiss zu finden.
Der Freund kommt nicht mehr zu euch nach Hause, nicht zum Geburtstag oder anderen Festivitäten auf denen Du bist.

Ist dein Freund ansonsten auch so, dass er auf deine Gefühle keine Rücksicht nimmt ?

Stehe am besten drüber, umso mehr Stress du deinem Partner machst, umso mehr zieht er sich zurück. Es kann dir doch auch egal sein, was so ein Pfosten von dir denkt. Wenn du das nicht kannst, dann setz ihn klar auf den Pott und sag, entweder ihr trennt euch oder er lernt mit deinen Gefühlen angmessen umzugehen.

Triff dich jetzt am besten mit einer Freundin und sei nicht verweint/wütend Zuhause wenn er kommt !!!

Lieben Gruß,

Emma

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17. Januar 2015 um 0:23

Liebe Emma,
danke für die lieben Worte.

Es tut mir selbst unfassbar weh, dass er mir nicht glaubt. Ich bin eine sehr emotionale Person und muss oft weinen - ich selbst sehe das nicht als Schwäche, sondern als einen Schutzmechanismus, um nicht drauf zu gehen.

Wenn ich dann mal richtig weine, unterstellt er mir ebenfalls, ich würde nur Theater spielen. Das tut mir dann oft so weh, dass ich kaum noch atmen kann und einfach weglaufen möchte. Das macht dann wiederum alles schlimmer - ich sei hysterisch.

Ich verstehe ihn einfach nicht. Er ist 99% so liebevoll, braucht mich sehr und knuddelt mich zu jeder freien Minute. Er ist der Typ Mann, den sich eigentlich jede Frau wünscht. Er tanzt mit mir abends durchs Wohnzimmer, er kocht mit mir, macht die Wäsche mit mir, lacht mit mir und wir treiben zusammen Unfug.

Und wenn es um seine Freunde geht - oder generell um seine Vergangenheit, tickt er vollkommen aus. Der Kompromiss, dass dieser Mensch unsre Wohnung nicht mehr betreten darf, haben wir bereits gemacht. Darum geht es mir nicht. Ich will ihm auch nicht seinen Freund verbieten. Ich verstehe es bloß nicht, wie er mit ihm noch lachen kann im Wissen, wie sehr ich darunter gelitten habe?

Darf ich nicht enttäuscht darüber sein, dass er mich weinend an einem Freitag Abend sitzen lässt, um zu dem Freund zu fahren, der mich zu tiefst wiederholt mutwillig beleidigt hat? Darf ich nicht enttäuscht sein, dass er noch Spaß mit solch einer Person haben kann, der seine zukünftige Frau - mit der er eine Familie gründen möchte, zutiefst verletzt hat?

Vielleicht bin ich einfach ein anderer Mensch. Meine Familie ist mir viel wichtiger als meine Freunde. Bei ihm scheint es mir oft umgekehrt. Das macht mir Angst. Ich erkenne ihn manchmal kaum wieder.

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17. Januar 2015 um 3:22
In Antwort auf knickoehrchen

Liebe Emma,
danke für die lieben Worte.

Es tut mir selbst unfassbar weh, dass er mir nicht glaubt. Ich bin eine sehr emotionale Person und muss oft weinen - ich selbst sehe das nicht als Schwäche, sondern als einen Schutzmechanismus, um nicht drauf zu gehen.

Wenn ich dann mal richtig weine, unterstellt er mir ebenfalls, ich würde nur Theater spielen. Das tut mir dann oft so weh, dass ich kaum noch atmen kann und einfach weglaufen möchte. Das macht dann wiederum alles schlimmer - ich sei hysterisch.

Ich verstehe ihn einfach nicht. Er ist 99% so liebevoll, braucht mich sehr und knuddelt mich zu jeder freien Minute. Er ist der Typ Mann, den sich eigentlich jede Frau wünscht. Er tanzt mit mir abends durchs Wohnzimmer, er kocht mit mir, macht die Wäsche mit mir, lacht mit mir und wir treiben zusammen Unfug.

Und wenn es um seine Freunde geht - oder generell um seine Vergangenheit, tickt er vollkommen aus. Der Kompromiss, dass dieser Mensch unsre Wohnung nicht mehr betreten darf, haben wir bereits gemacht. Darum geht es mir nicht. Ich will ihm auch nicht seinen Freund verbieten. Ich verstehe es bloß nicht, wie er mit ihm noch lachen kann im Wissen, wie sehr ich darunter gelitten habe?

Darf ich nicht enttäuscht darüber sein, dass er mich weinend an einem Freitag Abend sitzen lässt, um zu dem Freund zu fahren, der mich zu tiefst wiederholt mutwillig beleidigt hat? Darf ich nicht enttäuscht sein, dass er noch Spaß mit solch einer Person haben kann, der seine zukünftige Frau - mit der er eine Familie gründen möchte, zutiefst verletzt hat?

Vielleicht bin ich einfach ein anderer Mensch. Meine Familie ist mir viel wichtiger als meine Freunde. Bei ihm scheint es mir oft umgekehrt. Das macht mir Angst. Ich erkenne ihn manchmal kaum wieder.

Ich verstehe Dich soo sehr !!!
Männer reagieren oft unterschiedlich.
Und da du sehr emotional bist, ist er wohl davon genervt und empfindet es als unglaubwürdig. Einfach, weil er es nicht nachvollziehen kann. Männer verstehen oft nicht, wie weh Sachen tun, weil sie selbst er "plump" sind.

Ich bin mir sicher, er meint es nicht böse, er kann nur nicht mit so vielen Gefühlen umgehen. Und denkt, du machst hier viel Wirbel um nichts.

Und ja, du hast das Recht enttäuscht zu sein, du das Recht wütend zu sein. (Ich wäre es auch)
Leider hilft es nur nicht weiter.

Eigentlich ist Kommunikation der Schlüssel. Aber das hast du ja schon versucht.

Hast du schon versucht, ihn ernsthafte Konsequenzen spüren zu lassen ? Wenn du ihm sagst, dass es dir nicht mehr passt und sich was ändern muss und du dann gehst ( Zu einer Freundin, mal ein Weiberwochenende machen) und das alles ohne zu weinen, ohne ihn Nachrichten zu schicken, ich denke das wird Wirkung haben.

Wenn du das Gefühl hast, ihm sind Freunde wichtiger, willst du dann überhaupt eine Familie mit ihm haben ?

Du sagst zwar , dass eure Beziehung sonst sehr, sehr gut ist. Aber wie Cefeu immer gerne schreibt: Auch der größte Idiot ist lieb und nett, solange es nach seiner Nase geht.
Wie verhält er sich denn sonst bei Meinungsverschiedenheiten ?

Geht er auf Dich ein ?
Fühlst du dich ernst genommen ?
Hast du das Gefühl er steht hinter dir ?

Warum wird er ungehalten bei Freunden und seiner Vergangenheit ?

Ich wünsche dir eine gute Nacht. Sofern du schlafen kannst und dein Liebster schon wieder Zuhause ist !

Lieben Gruß,

Emma

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17. Januar 2015 um 11:06

Ich an deiner Stelle
Würde den Kompromiss wieder aufheben.
Klingt im ersten Moment zwar komisch wird dir aber bei deinem Verlobten auch wieder Punkte bzgl seines besten Freundes einbringen.
Die sind ja schon 15 Jahre befreundet, das heißt die beiden haben schon sehr viel durchgemacht. Der beste Freund will mit seinem Verhalten sein Revier markieren (er beleidigt dich und dein Freund macht nichts) Hat er ja geschafft.
Hebst du jetzt den Kompromiss wieder auf, zeigst du ihm dass du erwachsen mit der Situation umgehen kannst. Ich schreibe deshalb erwachsen weil dein Freund dich ja schon hat spüren lassen, dass du dich kindisch verhältst. Für deinen Freund ist die Tatsache dass du immer weinst und deine Hasstiraden los lässt ein kindisches Verhalten, weil er selber es wahrscheinlich auch nicht anders kennt. In einigen Freundeskreises ist es so, dass sie sich ständig und gegenseitig beleidigen (auch noch mit 30 und wenn sie studiert sind) Für deinen Freund ist das also eventuell völlig normal.

Warum du den Kompromiss wieder aufheben solltest
Lass den besten Freund wieder zu euch kommen. Macht er sich über dein Studium lustig, Konter einfach (hat er Abi? Haupt- oder Realschulabschluss? Hat er selber studiert? Ist er zufrieden mit dem was er macht?) Mach dich über ihn lustig.
Sollte er noch mal sagen dass du zu fett bist, Konter. Hat er Segelohren ("Sei froh dass du durch Felix mit denen nicht weggeflogen bist") Hat er nen Bauch? Ist er zu dünn? Hat er zu viele Muskeln?
Sollte er noch mal auf deine Brüste zeigen nimm sie in die Hand und sag ihm dass er darauf zeigen kann so viel er will, er wird sie nie anfassen dürfen.
Wenn dein Freund bei alledem lacht, auch wenn es schwer ist, nimm von ihm ein oberflächliches Problem (auf keinen Fall etwas wo er drunter leidet, Männer sind soooo nachtragend) und mach dich auch darüber lustig

Wenn der Freund dann weg ist, setzt euch beide auf euer Sofa und frag deinen Freund ob jetzt jedes Treffen so ablaufen soll. Ob jeder jeden beleidigen soll, damit sich alle gut fühlen. Bleib sachlich und vor allem (auch wenn es schwer wird) fange nicht an zu weinen. Wenn dein Freund sagt, dass es gar nicht so schlimm war, frag ihn wie er sich gefühlt hat als du ihn beleidigt hast. Ob er das so schön fand. Wenn er immer noch sagt, dass es ein schöner Abend war, sag ihm/Schlag ihm vor dass wenn sein bester Freund kommt, dass du dann mit deinen Mädels was unternimmst. Du kannst es ihm zu liebe gern probieren aber wenn es für dich zu schlimm wird, dann brichst du den Abend mitten drin ab und gehst einfach. Kündige es aber vorher schon an. Das zeigt (vor allem wenn alles sehr sachlich besprochen wurde) mehr Wirkung als wenn du das unter Tränen sagst.

Noch ein Tipp am Rande: behalte die Wut, die der beste Freund in dir auslöst während des gesamten Gespräches bei. So solltest du auch nicht der Gefahr auflaufen weinen zu müssen
Und: wenn ihr fertig seid mit dem reden, sag ihm dass er die Wohnung sauber machen soll oder Wohnzimmer, je nachdem wo ihr alles ward und du gehst dann unter die Dusche und weinst erst wenn das Wasser läuft

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