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Berufliche Achterbahn, Liebe zum Job.

28. Februar 2015 um 8:52

Damals nach meiner Ausbildung habe ich cirka ein Jahr in meinem Job gearbeitet. Ich war jung, neugierig und wollte was Neues ausprobieren. Habe dann das Vollabi auf der Abendschule nachgeholt, studiert, cirka 3 Jahre in dem Job gearbeitet, dann bin ich Mutter geworden.

Nun kriege ich irgendwie kein Bein mehr auf den Boden. Meine Idee war beide Jobs zu kombinieren. Ich bin nun, bedingt durch die regionalen Gegebenheiten in meinen Ausbildungsberuf zurückgekehrt. Nach 17 Jahren! Oh Gott, es ist Horror. Durch ein Missverständnis waren die Kollegen nicht mal aufgeklärt, dass ich eigentlich Wiedereinsteigerin bin. Einmal habe ich schon vor einem Jahr eine Kündigung bekommen, auch wieder in dem Ausbildungsbereich.

Nun steht wieder eine an. Ich bin überfordert, kann den Aufgaben in diesem Bereich nicht gerecht werden. Durch die Überforderung habe ich auch wirklich kaum noch Motivation.

Irgendwie fühle ich mich gerade sehr nach Versager. Ohne lange Stringenz irgendwo. Habe das Gefühl nirgendwo wirklich professionell zu sein.

Eigentlich würde ich gerne wieder in meinen Studienbereich. Das ginge aber nur auf selbständiger Basis. Dazu fehlt mir alleine der Mut. Ich meine ohne Lebensgefährte, der in schlechten Zeiten zeitweilig mal einspringen würde.

Ich war eigentlich mit meinem von mir konstruiertem Lebensmodell zufrieden. Damit meine ich dass es eigentlich ganz gut zu mir passt beruflich nicht so festgelegt zu sein. Habe z.B. während der Studienzeiten in ganz anderen Bereichen gearbeitet, in denen ich mir Zwischenzeitlich auch immer mal wieder Geld verdient habe, die mir Freude bereiteten.

Zur Zeit arbeite ich in einem extrem konservativem Betrieb und alle Mitarbeiter sind dort schon zehn, zwanzig, manche sogar dreißig Jahre angestellt. Irgendwie blicke ich zur Zeit neidisch und minderwertig auf diese Menschen. Ist es doch gesellschaftlich hier in Deutschland ein Manko so oft zu wechseln, so wenig stringent beruflich vorweisen zu können. Ich weiß, dass dies eigentlich borniert ist und dass es in anderen Ländern positiv ausgelegt wird viele Betriebe gesehen zu haben. Dennoch: Ich lebe nun mal hier und kann mich von diesem Bild nicht befreien. Und es ist ja auch ein Schlag in den Bauch eine Kündigung zu bekommen, weil man eben nicht mehr ganz im Geschehen ist. Ich möchte gerne passioniert arbeiten und dazu gehört für mich Lebendigkeit, Bewegung, Entwicklung. Etwas Neues auszuprobieren. Etwas zu wagen. Vielleicht auch mit dem Gedanken irgendwann mal doch irgendwo anzukommen. Dennoch nagt dieser Gedanke an mir, dass ich irgendwie nicht wertig bin mit dieser Ideologie. Dass ich schön irgendwo zwanzig Jahre sein muss, um dem gesellschaftlichem Bild zu entsprechen. Ich weiß dass dies sowieso eine Illusion ist, auch bezogen auf die wirtschaftliche Lage. Und oft kann ich das auch abschütteln von mir, aber es gelingt eben nicht immer.

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28. Februar 2015 um 12:11

Nein
war ich nicht. Ich war nie arbeitslos. Mein Studium hat schon allein sieben Jahre lang gedauert. Ich war noch einige Jahre im Ausland tätig und habe nach dem Studium auch noch gänzlich berufsfremde Tätigkeiten ausgefüllt.

Habe immer für mich selber gesorgt. Wer hätte so eine Lücke finanzieren sollen? Ich mag diese Ausruher auf dem Staat nicht.

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28. Februar 2015 um 12:15


Da brauchst Du nicht dem "System" die Verantwortung in die Schuhe zu schieben, dass Du keinen Fuß mehr auf den Boden bekommst und jetzt in der Schwebe hängst.
Wenn Du meinst, dass Du nach 17 Jahren einfach wieder in Deinen Ausbildungsberuf rein kannst, dann bist Du, entschuldige die Direktheit, schief gewickelt.

Jeder Job ändert sich mit der Zeit. Alleine, wenn man 3 Jahre raus ist, ist man eigentlich nicht mehr ohne Weiteres tauglich.

Die Standarts und Richtlinien ändern sich, Arbeitsabläufe werden optimiert und angepasst - dafür müsste man eigentlich eine Reihe von Lehrgängen besuchen, um da wieder auf dem Laufenden zu sein.

Und da kann die Gesellschaft nichts dafür.
Dieses Klischee von wegen "Ich kann nur dann ein akzeptierter Teil der Gesellschaft sein, wenn ich lange in einem Job bin." ist Quark. Viele meiner Freunde haben arbeitgeberbedingt auch oft zwischen den Stellen hin- und hergewechselt und sie sind trotzdem gesellschaftlich akzeptiert.
Dass Du Dich auch noch diesem Klischee unterwirfst, obwohl es Dich so nervt, finde ich auch merkwürdig.

Wenn Du was Anderes machen willst, dann mach es doch. Solltest halt nur im Hinterkopf behalten, dass Du für Dein Kind mitverantwortlich bist.

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28. Februar 2015 um 12:33

Wenn Du...
... sowieso schon sicher bist, dass Du eine Kündigung bekommst, warum nutzt Du die Gelegenheit nicht und versuchst Dich wieder selbstständig zu machen? Das ist doch das, was Du eigentlich willst, zumindest war das so aus dem Text herauszulesen. Informiere Dich darüber, welche Versicherungen brauchst Du? Hast Du noch Kontakte, die Du reaktivieren kannst? Lies Dich ein in das Thema, lies vor allem Berichte über Personen, die es geschafft haben. Das wird Dir Mut machen. Wenn Du selbt überzeugt bist, dass es "Dein Ding" ist, wird es auch laufen. Zumal es das damals ja auch so war.

Eine andere Möglichkeit wäre lediglich, Dich selbst in Deinem Ausbildungsberuf fortzubilden, bis Du wieder fit bist. Seminare besuchen, Workshops etc. Mit Deinem Vorgesetzten sprechen, damit er Bescheid weiß und Dir die Chance gibt, wiederaufzuholen. Du wärst nicht die Erste, der es so geht, und wirst bestimmt nicht die Letzte sein, die einiges dafür tun muss, damit der Wiedereinstieg wirklich klappt.

Die Frage ist nur, wofür Dein Herz wirklich schlägt. Im Text lese ich jede Menge Abneigung gegen Deinen Ausbildungsberuf heraus. Basiert die Abneigung lediglich auf der Tatsache, dass Du soviel Wissen nachholen müsstest, bist ansonsten aber zufrieden mit dem Job, dann würde ich sagen, Augen zu und durch! Hast Du aber eine grundlegende Abneigung gegen Deinen Ausbildungsberuf, weil er einfach nicht das ist, was Du eigentlich willst, dann würde ich tatsächlich die möglicherweise anstehende Kündigung dazu nutzen, mich aus dem Bereich zu verabschieden und mein eigenes Ding zu planen und in Angriff zu nehmen.

Man lebt schließlich nur einmal.

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