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Beruf des Partners, Rollenverteilung, Emanzipation

13. April 2011 um 20:10

Hey Leute,
ich bin gerade ziemlich geladen, weil ich eben beim Abendessen eine heikle Diskussion mit meinen Eltern hatte.
Angefangen hat eigentlich alles damit, dass meine Schwester seit 1,5 Monaten mit ihrem Freund zusammen ist, mit ihm zusammen ziehen will und ich sagte, dass es schön ist, aber ich das nicht alles so schnell könnte.
Daraus ergab sich dann die flammende Diskussion darüber, was eigentlich wichtig in einer Beziehung ist. Ich hatte (meiner Meinung nach schon) die Liebe meines Lebens, ist schon lange her und ich meinte "Er macht jetzt bald seine Kochlehre fertig" Und meine Mutter nur "Tzzzz Koch..." Sie deutet immer wieder an, dass ich mir ja jemand reichen suchen soll. Ich hab schon gar keine Lust mehr zu erzählen, wenn ich jemand nettes kennengelernt habe, der einen "normalen" Beruf ausübt, dh kein Akademiker, keine großen Autos etc
Natürlich hat sie das gleich wieder abgetan, dass es ja nicht stimmt. Aber im Grunde gehts immer nur ums Geld: Was arbeitet der? Wo wohnt der? Was fürn Auto?
Es nervt mich einfach so dermaßen.
Sie reden einfach jeden meiner Bekanntschaften schlecht. Mein letzter Freund war auch nicht gut genug, der war Ihnen zu arrogant. Er hat viel Geld verdient, war jung und fuh ein neues teures Auto.
Kann es sein, dass die gar nicht wollen,dass ich jemanden finde?
Mein Papa ist da "toleranter" dh nicht so voreingenommen. Man muss dazu sagen, dass meine Mutter aus eher ärmlichen Verhältnissen stammte und mein Papa recht hoch auf der Karriereleiter ist.
Aber es kann doch nicht sein, dass es heutzutage auch so ist. Ich meine ich hab auch viel vor, will beruflich viel erreichen und muss doch nicht so abhängig von einem Mann sein oder bin ich da zu modern gewickelt!?
Sorry aber das regt mich gerade echt voll auf
Genauso wie sie sagen, dass die Frau, nachdem sie ein Kind bekommen hat, nicht mehr arbeiten geht und sich die ersten 5 Jahre ums Kind kümmert!?
(-->Mann muss viel Geld verdienen, damit er die Familie gut ernähren kann)
Hinterher kam noch der abwertende Kommentar "tzz soll der Vater etwa daheim hocken und einen auf Hausmann machen???"
ich mein so abwägig ist das doch heutzutage gar nicht!?

Ich kann mir das einfach nicht vorstellen...
Also ich wär mal froh um andere Meinungen

Grüße

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14. April 2011 um 12:27

Deine Eltern
scheinen ja besonders engagierte UWMSS Frager zu sein (UWMSS= und, was machen Sie so?, drohenden Unterton nicht vergessen).

Wenn du ein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen führen möchtest, wirst du nicht drum rum kommen, dich von deinem Elternhaus abzunabeln. Verdien dein eigenes Geld, mach dein eigenes Ding, zieh in deine eigene Butze, wo dir keiner dreinreden kann und Muttern mit dem weißen Handschuh zur Staubkontrolle bleibt mal schön außen vor.

Kostet dich zwar einiges, bringt dafür aber auch einiges.

Es ist DEIN Leben, nicht das deiner Mutter. Und deshalb auch DEIN Freund und nicht ihrer. Wäre ja noch schöner, sich da was vorschreiben zu lassen, so lieb und nett die Eltern auch sein mögen - DAS geht sie wirklich nur peripher was an.

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14. April 2011 um 12:43

Hi liesschen
kann dich voll verstehen - rege mich auch voll darüber auf. sogar die gute frau von der leyen meinte doch letztens, dass das versorgermodell ein auslaufmodell ist - da scheint deine mutter etwas hinter dem mond zu leben. aber natürlich wollen die menschen das, was sie nicht haben (sprich geld, ansehen), andererseits verachten sie aber auch wieder die leute, wenn sie zuviel davon haben (siehe kommentare zu deinem freund). ich finde, du bist da voll auf dem richtigen weg.
der beruf des mannes ist sowas von egal - koch ist doch gut - da kann er dich schön bekochen. mach deinen eltern klar, dass du selbst für dich sorgen kannst und deinen zukünftigen nicht nach statussymbolen aussuchst - es liegt nämlich nahe, dass die eher materiell orientierten leute nicht so wirkliches interesse am aufbau einer partnerschaft/familie haben!
und akademiker und gut situiert ist nicht unbedingt deckungsgleich - viele akademiker - z. B. in sozialen Berufen - verdienen auch nicht unbedingt gut. und wer nur nach geld strebt, dem ist gute bildung oft auch eher hinderlich!

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14. April 2011 um 20:04


danke für eure antworten und erfahrungen.
ich versuche auch mein eigenes ding durchzuziehen und hab auch schon viele pläne für meine zukunft.
ich find es nur irgendwie so nervig, dass meine eltern meinen, dass ne frau kind und job nicht gerecht unter einen hut bringen kann und haben dann gleich wieder diese extrembeispiele (das kind hat keinen bezug zur mutter, kriegt später mal depressionen, wird hyperaktiv) aufgeführt...

und das mit dem mann, naja. ich habe vor ihnen schon meinen ex in schutz genommen. als es dann aus war, kam natürlich gleich "siehste, wir haben doch gesagt dass der nix ist". ich finde es traurig, dass sie urteilen, obwohl sie gar nicht die trennungsgründe kannten bzw kennen. und da bin ich auch das erste mal richtig impulsiv, was das angeht geworden. vllt begreifen sie irgendwann dass es MEIN leben ist und ICH alleine entscheide, wen ich liebe bzw mit wem ich eine beziehung eingehen möchte und mit wem nicht...

danke ihr lieben

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14. April 2011 um 20:06
In Antwort auf dima_11866769


danke für eure antworten und erfahrungen.
ich versuche auch mein eigenes ding durchzuziehen und hab auch schon viele pläne für meine zukunft.
ich find es nur irgendwie so nervig, dass meine eltern meinen, dass ne frau kind und job nicht gerecht unter einen hut bringen kann und haben dann gleich wieder diese extrembeispiele (das kind hat keinen bezug zur mutter, kriegt später mal depressionen, wird hyperaktiv) aufgeführt...

und das mit dem mann, naja. ich habe vor ihnen schon meinen ex in schutz genommen. als es dann aus war, kam natürlich gleich "siehste, wir haben doch gesagt dass der nix ist". ich finde es traurig, dass sie urteilen, obwohl sie gar nicht die trennungsgründe kannten bzw kennen. und da bin ich auch das erste mal richtig impulsiv, was das angeht geworden. vllt begreifen sie irgendwann dass es MEIN leben ist und ICH alleine entscheide, wen ich liebe bzw mit wem ich eine beziehung eingehen möchte und mit wem nicht...

danke ihr lieben

Btw
mein papa arbeitet viel und hat früher auch viel gearbeitet (morgens um 8 aus dem haus, abends um 6 oder 7 heim) und mir ist aufgefallen, dass mein bezug/verhältnis zu ihm ein stück weit wichtiger bzw besser ist als zu meiner mum.
nur das sag ich ja nciht vor meiner mutter...^^

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14. April 2011 um 23:25


Naja, wir haben ein großes Haus, in dem ich meine eigene Wohnung habe, da meine Geschwister schon alle ausgezogen sind. Mache meine Ausbildung und verdiene 420 Euro im Monat, habe ein Auto und mir geht es wirklich nicht schlecht hier.
eine eigene wohnung kann ich mir im mom noch nicht leisten, da ich auf klamotten, urlaub und hobbies auch nicht verzichten möchte.

Es geht alleine um die Sache, dass ich keine Lust mehr habe, meinen Eltern zu erzählen wenn ich einen neuen Freund habe. Es macht mich traurig wenn sie (eigentlich immer) so reagieren, wie beschrieben und es nimmt mir ein stück weit die freude darauf ihn zu sehen.
das liegt auch daran dass ich eigentlich mit meinen eltern aber alles sehr offen spreche und ihnen gerne erzähle, was ich vor habe und was ich so alles am tag erlebt habe, egal ob arbeit, oder freizeit. und ich bin eigentlich auch sehr glücklich darüber, weil sie mir auch alles erzählen.
"Die Zeit, wo man mit seinen Eltern wirklich über alles streitet."
ich streite mit ihnen über fast gar nichts, es ist allein der diskussionspunkt "Mann" in meinem Leben

und gestritten haben wir über das thema nicht, es war eine diskussion.

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15. April 2011 um 9:31
In Antwort auf dima_11866769

Btw
mein papa arbeitet viel und hat früher auch viel gearbeitet (morgens um 8 aus dem haus, abends um 6 oder 7 heim) und mir ist aufgefallen, dass mein bezug/verhältnis zu ihm ein stück weit wichtiger bzw besser ist als zu meiner mum.
nur das sag ich ja nciht vor meiner mutter...^^

Das
ist normal. Gerade das Mutter-Tochter-Verhältnis ist ab einen gewissen Zeitpunkt angespannt. Meine Interpretation war immer, daß die Mutter in der Tochter irgendwann sich selber sieht. Bei deiner Mutter kommt dann auch noch dazu, daß sie aus ärmlichen Verhältnissen kommt und sich wahrscheinlich deinem Vater immer leicht unterlegen gefühlt hat, weil er die bessere Bildung vorweisen konnte. Das sich die Zeiten seit "damals" etwas geändert haben, realisiert sie wahrscheinlich nicht.

Warte noch ein bißchen ab. Bei meiner Mutter und mir hat sich das Verhältnis wesentlich gebessert, nachdem wir ein wenig Abstand hatten und uns nicht mehr täglich auf die Pelle gerückt sind. Obwohl ich mit ihr nie solche Diskussionen führen mußte. Bei so manchen meiner Freunde hat sie einfach nur mit dem Kopf geschüttelt, aber mich machen lassen, weil sie der Meinung war, ich muß diesbezüglich meine eigenen Erfahrungen sammeln und werde schon rechtzeitig dahinter kommen, was ich mir da angelacht habe.

An deiner Stelle würde ich über meinen Bekannten-/Freundeskreis einfach jede Art von Bemerkungen verbitten. Ist nicht ihre Sache, punktausfeierabend! Oder sie einfach mal mit der Bemerkung schocken, "du, der lebt von Hartz4 und hat auch nicht vor, es zu ändern!"

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15. April 2011 um 10:05
In Antwort auf asya_12525814

Das
ist normal. Gerade das Mutter-Tochter-Verhältnis ist ab einen gewissen Zeitpunkt angespannt. Meine Interpretation war immer, daß die Mutter in der Tochter irgendwann sich selber sieht. Bei deiner Mutter kommt dann auch noch dazu, daß sie aus ärmlichen Verhältnissen kommt und sich wahrscheinlich deinem Vater immer leicht unterlegen gefühlt hat, weil er die bessere Bildung vorweisen konnte. Das sich die Zeiten seit "damals" etwas geändert haben, realisiert sie wahrscheinlich nicht.

Warte noch ein bißchen ab. Bei meiner Mutter und mir hat sich das Verhältnis wesentlich gebessert, nachdem wir ein wenig Abstand hatten und uns nicht mehr täglich auf die Pelle gerückt sind. Obwohl ich mit ihr nie solche Diskussionen führen mußte. Bei so manchen meiner Freunde hat sie einfach nur mit dem Kopf geschüttelt, aber mich machen lassen, weil sie der Meinung war, ich muß diesbezüglich meine eigenen Erfahrungen sammeln und werde schon rechtzeitig dahinter kommen, was ich mir da angelacht habe.

An deiner Stelle würde ich über meinen Bekannten-/Freundeskreis einfach jede Art von Bemerkungen verbitten. Ist nicht ihre Sache, punktausfeierabend! Oder sie einfach mal mit der Bemerkung schocken, "du, der lebt von Hartz4 und hat auch nicht vor, es zu ändern!"


"du, der lebt von Hartz4 und hat auch nicht vor, es zu ändern!"
haha die würde ja voll ausrasten
Aber wenn ich irgendwann wieder einen freund habe, dann mache ich das, gute idee

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