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Belohnung und Bestrafung in Beziehungen

29. März 2007 um 0:07

Hi,
es mag vielleicht ungewöhnlich klingen, aber meine Freundin scheint das System von Belohnung und Bestrafung in unserer noch relativ jungen Beziehung anzuwenden.
Hab ich in ihrem Sinne gehandelt, so bekomme ich Aufmerksamkeit, wenn nicht, dann entzieht sie mir diese. Kann ich auch auf den Sex, Streicheleinheiten, Freundlichkeit usw. übertragen.
Fehler mache ich, das geb ich zu, aber sie möchte mir diese unbedingt zeigen und zwar in etwa ähnlicher weise wie ich den Fehler auch gemacht habe. Vergaß ich etwas, dann vergißt sie es später auch (oder was anderes) und solange bis ich gemerkt habe, was falsch gelaufen ist, bestraft sie mich eben, indem sie mir jede Art der Zuwendung entzieht. Erst wenn ich deutlich eingesehen habe, daß ich was falsch gemacht habe, dann wird sie wieder "normal".

Ähm, Verzeihung, kann mir das jemand mal erklären?

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29. März 2007 um 2:31

Interessanter Erziehungsansatz
...aber für dich sicher nervig. Das klingt wirklich so, als wollte deine Freundin dich dressieren wie ein kleines Kind. Dabei greift sie in die Erziehungsmottenkiste, nach dem Motto "schäm dich, stell dich in die Ecke" oder "hast du gut gemacht, kriegst n' Bonbon"...
Möglicherweise greift sie da zu Methoden, die man während ihrer Kindheit an ihr selbst mit Erfolg angewandt hat.
Dass du das erkannt hast und irgendwie mit Fassung trägst (ich wäre schon ziemlich sauer , finde ich schon mal gut. Du solltest das Thema aber mit ihr besprechen, auch auf die Gefahr hin, dass sie vielleicht etwas beleidigt sein wird und sich etwas blossgestellt fühlt. Du musst ihr klarmachen, dass ihr Verhalten da nicht von Partnerschaft, sondern von einem Spielchen gepägt ist, mit dem uns unsere Eltern disziplinieren wollten. Und die Zeiten sind ja wohl auch für dich unwiderruflich vorbei!
Viel Glück von Tom

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29. März 2007 um 5:36

Das
ist eine frage von moral und ethik.
ich vertrete einen anderen ansatz und halte mich aus diesem grunde aus beziehungen/ partnerschaften, die in dieser weise eskalieren fern.
jeder konstruiert seine eigene kleine welt.. ist für sie verantwortlich.
du musst dich entscheiden ob du diese beziehung vertiefen möchtest. diese entscheidung kann dir niemand abnehmen.

oh - aber das war ja gar nicht deine frage

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29. März 2007 um 10:28

Spiegeln, um dem anderen ...
zu verdeutlichen, was welche Auswirkungen haben kann, ist manchmal ganz ok, wenn reden nicht funktioniert, aber Belohnung und Bestrafung geht gar nicht, wenn man sich eine Beziehung auf Augenhöhe wünscht.

Wie schon jemand anmerkte, kann es durchaus sein, dass Deine Freundin da ein Muster aus ihrer Kindheit in die Paarbeziehung übertragen hat. Frag mal nach, ob ihr bewußt ist, dass dann zwei wie Vater und Kind miteinander umgehen und ob es das ist, was sie sich unter einer Paarbeziehung vorgestellt hat.

LG

Larsen

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29. März 2007 um 10:39

Das Leben ist leider geprägt von Missverständnissen
Fühlst du dich denn von ihr missverstanden?

Normalerweise hilft ja meist ein offenenes Gespräch miteinander. Leider gibt es aber auch hier oft das Risiko, aneinander vorbei zu reden, falls man sich noch nicht perfekt kennt, und noch keine gemeinsame Sprache gefunden hat.

Ich bedauere solche Missverständnisse zutiefst, wenn sich durch die Erläuterung einer anderen Perspektive jemand angegriffen fühlt, den man gar nicht verletzen wollte.

Wie man solche Missverständnisse total vermeiden kann, weiß ich nicht. Vielleicht sollte man die eigene Perspektive besser in ganz kleinen Schritten darlegen? Oder sollte man vielleicht jeglichen problematischen Kontext zunächst ungenannt lassen, damit dein Gegenüber diesen Kontext nicht irrtümlich auf sich bezieht?

LG
Daniness




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29. März 2007 um 11:14

Also
Ich konnte bei meinem Ex viel reden und viel sagen. Er hat sich gleich sehr aufgeregt und ist oft im Streit wg. Kleinigkeite gegangen und es hat sich richtig unnötig aufgepauscht.
Ein klärendes Gespräch war einfach nicht möglich.

Dann habe ich angefangen, ihm zu zeigen wie sich manche Sachen anfühlen, auf der gleichen Weise wie er das getan hat. So hat er das eher gemerkt, als wenn ich mit ihm reden wollte. Wir hatten dann darüber ein Gespräch und er hat zugegeben, dass er mit Taten besser umgehen können, als wenn wir reden. Ich habe das nicht in dem Ausmass gemacht wie Deine Freundin, aber wirklich nervige Sachen konnte ich nur so ändern.

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29. März 2007 um 21:06
In Antwort auf raketenfeger

Also
Ich konnte bei meinem Ex viel reden und viel sagen. Er hat sich gleich sehr aufgeregt und ist oft im Streit wg. Kleinigkeite gegangen und es hat sich richtig unnötig aufgepauscht.
Ein klärendes Gespräch war einfach nicht möglich.

Dann habe ich angefangen, ihm zu zeigen wie sich manche Sachen anfühlen, auf der gleichen Weise wie er das getan hat. So hat er das eher gemerkt, als wenn ich mit ihm reden wollte. Wir hatten dann darüber ein Gespräch und er hat zugegeben, dass er mit Taten besser umgehen können, als wenn wir reden. Ich habe das nicht in dem Ausmass gemacht wie Deine Freundin, aber wirklich nervige Sachen konnte ich nur so ändern.

Hmm
sollte das so sein, daß hat sie aber was auf den Ohren
ich habe nämlich laut und deutlich gesagt, daß ich es nicht mag, wenn man a b s i c h t l i c h weh tut und so ist dieses bestrafen wirklich.

aus meiner ex-beziehung kenne ich das anders. da hat jeder den mund aufgemacht und gesagt, was das problem ist. zur not auch 3mal, wenns nicht ankommt.

auf zusätzliche schmerzen durch liebesentzug kann ich nämlich sehr gerne verzichten

außerdem fühle ich mich wie ein kleines kind behandelt, daß nicht hören will. nicht schön.

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29. März 2007 um 23:46

Indirekte Art
es scheint mir, als würde hier eine indirekte Art angewendet werden. Deine frühere Beziehung war scheinbar direkter von der Art her. Dann macht man eben den Mund auf, der Andere versteht es und man findet einen gemeinsamen Weg. Es gibt jedoch auch Menschen, die können nicht direkt kommunizieren (sprich die Punkte, die stören oder belasten direkt ansprechen) und suchen dann andere Formen der Kommunikation. Dies kann erfolgen, indem eine Art Spiegel des eigenen Verhaltens vorgehalten wird, in der Hoffnung, der andere erkennt sein Verhalten und evtl. begangene Fehler.
Man kann vielleicht sagen, dass direkte Art direkt auf den Verstand zielt und eine indirekte Art auf das Gefühl bzw. die Emotionen zielt. Deswegen kann eine indirekte Art auch eher Schmerzen verursachen, denk ich mal.

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29. März 2007 um 23:49
In Antwort auf gulliver78

Indirekte Art
es scheint mir, als würde hier eine indirekte Art angewendet werden. Deine frühere Beziehung war scheinbar direkter von der Art her. Dann macht man eben den Mund auf, der Andere versteht es und man findet einen gemeinsamen Weg. Es gibt jedoch auch Menschen, die können nicht direkt kommunizieren (sprich die Punkte, die stören oder belasten direkt ansprechen) und suchen dann andere Formen der Kommunikation. Dies kann erfolgen, indem eine Art Spiegel des eigenen Verhaltens vorgehalten wird, in der Hoffnung, der andere erkennt sein Verhalten und evtl. begangene Fehler.
Man kann vielleicht sagen, dass direkte Art direkt auf den Verstand zielt und eine indirekte Art auf das Gefühl bzw. die Emotionen zielt. Deswegen kann eine indirekte Art auch eher Schmerzen verursachen, denk ich mal.

Würdest du
die direkte kommunikation mit bewusster und die indirekte mit unbewusster gleichsetzen?

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30. März 2007 um 7:55
In Antwort auf cherish75

Hmm
sollte das so sein, daß hat sie aber was auf den Ohren
ich habe nämlich laut und deutlich gesagt, daß ich es nicht mag, wenn man a b s i c h t l i c h weh tut und so ist dieses bestrafen wirklich.

aus meiner ex-beziehung kenne ich das anders. da hat jeder den mund aufgemacht und gesagt, was das problem ist. zur not auch 3mal, wenns nicht ankommt.

auf zusätzliche schmerzen durch liebesentzug kann ich nämlich sehr gerne verzichten

außerdem fühle ich mich wie ein kleines kind behandelt, daß nicht hören will. nicht schön.

.....
Ich habe Dir gerade nur meine Ex-Beziehung erklärt, wo Kommunikation nicht wirklich erwünscht war. Mein damaliger Freund hat viel gegen sich bezogen, anstatt einfach mal zu erkennen, dass es nicht um ihn geht, sondern um die Beziehung. Ich konnte mit ihm nicht reden. Wegen einer Kleinigkeit waren paar Tage Funkstille. Da man das dann weiß was kommt ,überlegt man sich ob man Kritik äußert. War schon ein Druck. Da ich ein ehrlicher Mensch bin, der sagen muss was mich stört (sonst ersticke ich innerlich) war das eine Qual. Also habe ich Alternativen gesucht, man will ja die Beziehung nicht gleich aufgeben. Letztendlich hat es doch nicht gereicht, da ich doch lieber rede und nun wieder Single bin


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30. März 2007 um 9:18
In Antwort auf einekleinefrau

Würdest du
die direkte kommunikation mit bewusster und die indirekte mit unbewusster gleichsetzen?

Nein
Zum einen ist es natürlich schon so, dass direkte Kommunikation bedeutet, dass man sich bewußt sein muß, was man mitteilen möchte, sonst wird die direkte Kommunikation auf nichts hinauslaufen. Aber die indirekte Kommunikation kann bewusste und unbewusste Elemente haben.
Unbewusst ist's z.B. dann, wenn man das Verhalten des Partners spiegelt, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Durch die Spiegelung kann der Partner erkennen, wie er auf andere Menschen wirkt.

Es gibt aber sicher auch eine bewusste Variante. Man spiegelt dann aber sicher nicht nur das Verhalten, sondern wandelt es z.B. so ab, dass der Partner es "fühlt". Dies kann hilfreich sein (wenn man so darauf hindeutet, wo's einem selbst weh tut), lässt sich aber auch zum Manipulieren mißbrauchen, wenn man damit eine Art "Belohnungs/Bestrafungsspiel" spielt. Dann ist es aber kein (direkter) Hinweis mehr auf die eigenen Gefühle sondern spielt mit den Gefühlen des Anderen.
Die bewusste Variante spiegelt also nicht nur, sondern wird absichtlich eingesetzt um dem Partner etwas mitzuteilen.

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30. März 2007 um 9:28
In Antwort auf cherish75

Hmm
sollte das so sein, daß hat sie aber was auf den Ohren
ich habe nämlich laut und deutlich gesagt, daß ich es nicht mag, wenn man a b s i c h t l i c h weh tut und so ist dieses bestrafen wirklich.

aus meiner ex-beziehung kenne ich das anders. da hat jeder den mund aufgemacht und gesagt, was das problem ist. zur not auch 3mal, wenns nicht ankommt.

auf zusätzliche schmerzen durch liebesentzug kann ich nämlich sehr gerne verzichten

außerdem fühle ich mich wie ein kleines kind behandelt, daß nicht hören will. nicht schön.

Verschiedene Gründe
Das Verhalten Deiner neuen Liebe kann verschiedene Gründe haben: Vielleicht hat sie selber nie gelernt, direkt zu sagen, was sie berührt. Dann geht die Kommunikation einfach nicht anders. Oder vielleicht reagierst Du schneller auf indirekte Hinweise als auf direkte Kommunikation. Wenn man nur ein Mal was zeigen muß, statt es drei oder sogar mehrmals zu sagen, dann sorgt schon alleine das "Erfolgs-Belohnungssystem" des Menschen dafür, dass die erfolgreichere Methode mehr Anwendung findet...

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