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Belogen und Betrogen von der ersten großen Liebe, wann vergeht die Wut

8. September 2016 um 20:28

Längere Story,
mein Exfreund und ich waren über 3 Jahre ein Paar, für uns beide die erste Beziehung und wie er es nennt: die erste große Liebe. Schon bei unserem ersten Date mit 16 habe ich ihm erzählt, dass ich nach dem Abitur für ein Jahr ins Ausland gehen möchte. Vor einem Jahr war es dann so weit. Dass die Beziehung bis dahin ging hätte keiner von uns erwartet, allerdings fing es bei uns schon lange an zu kriseln. Er hat mich ständig belogen, ich habe das gemerkt und natürlich immer wieder nachgehackt. Von meinen Freunden hörte ich immer wieder er soll Drogen nehmen. Er hatte keine Zeit mehr für mich, am Wochenende schon gar nicht. Er war nur am feiern und mit seinen Freunden unterwegs. Wir durften nie etwas unternehmen was Geld kostet, er hat sich nicht mehr gemeldet und es wurden andere Dinge einfach wichtiger als unsere Beziehung. Er hat mir für alles irgendwelche Erklärungen aufgetischt und wieder irgendwelche Lügen erzählt. Wir hatten uns ab Juli.2015 bis zu meinem Abflug im September immer wieder getrennt für ein paar Tage und konnten dann doch nicht ohne einander. Kurz vor meinem Abflug hatten wir uns wieder getrennt, jedoch stand er 3 Tage vor meinem Abschied wieder vor meiner Tür, weinend weil er es doch mit mir probieren möchte und mich liebt etc. Also haben wir uns zusammengerauft und noch 3 Tage genossen. Ich bin dann schweren Herzens ins Ausland. Wie soll ich die ersten 4 Monate beschreiben, ich habe ihn vermisst, mir tat es Leid ihn in Deutschland gelassen zu haben, konnte kaum loslassen und die Zeit genießen weil er immer im Hinterkopf war. Es ging im Ausland genauso weiter, er meldete sich selten, meinte er könnte sonntags nicht vor 12 Uhr aufstehen um zu skypen, weil er vom feiern zu fertig ist. Haben uns auch da immer wieder so gestritten dass wir es für 2 Wochen beendet haben. In dieser Zeit hatte ich zum erstem Mal in meinem Leben Sex mit einer anderen Person als ihm. Direkt am nächsten Tag habe ich meinen Freund angerufen ihm alles erzählt, obwohl wir eigentlich getrennt waren. Er ist ausgerastet, hat verlangt dass ich sofort zurück komme, dass das doch klar war bei mir etc. Ich habe mich dagegen entschieden, hatte aber Wochenlang Schuldgefühle und hab unheimlich viel geweint in dieser Zeit. Nach Weihnachten habe ich auf einer Party einen Jungen kennengelernt der mir sehr gefallen hat. Kurz darauf habe ich die Beziehung mit meinem Freund endgültig beendet weil ich ihn nicht weiter verletzen wollte. Das war dann tatsächlich mein Ende von dieser Beziehung. Ein paar Wochen später habe ich von Freunden erfahren dass er nur 3 Wochen nach meiner Abreise eine neue Beziehung hatte. Daraufhin habe ich ihn angerufen, er meinte da lief nie etwas ernstes, sie haben sich paar Mal freundschaftlich getroffen und mehr auch nicht. Aber er meinte auch, seine Freunde und Familie denkt wir seien seit meiner Abreise nicht mehr zusammen. Bis ich wieder in Deutschland war ging es mir aber sehr gut. Zurück in Deutschland hatte ich die schlimmsten 2 Wochen meines Lebens. Wir haben uns wieder getroffen, er hat mir endlich gesagt dass er schon knapp 2 Jahre Drogen wie Extasy etc. nimmt. Ich habe nichts mehr gegessen, 24/7 geweint weil ich nicht verstanden habe mit wem ich so lange zusammen war, wie er mich an der Nase herumgeführt hat, mich so lange belügen konnte obwohl ich ihn immer wieder aus die Drogen angesprochen habe. Ich wusste auch nicht was sonst noch gelogen war, denn er kann tatsächlich besser lügen als jeder andere Mensch auf der Welt. Nach 2 Wochen habe ich eingesehen dass das alles nichts bringt, Kontakt abgebrochen, ihm einen Brief geschrieben und versucht ihm zu verzeihen. Habe mich in eine neue Beziehung gestürzt und war auch ziemlich glücklich bis diese auch ausseinander ging, weil es nicht passte. Habe dann Kontakt aufgenommen mit dem Mädchen dass seine Bekanntschaft gewesen sein soll, und sie bestätigte mir dass zwischen den beiden definiv mehr lief, sie hatten auch Sex und er hat mit den Drogen aufgehört, weil sie dagegen war. (Im Nachhinein hat er mir erzählt dass er das nie hat, aber ihr wieder etwas vorgelogen hat). Seitdem ist mein Herz gebrochen, es gibt Nächte da überlege ich mich oder ihn umzubringen. Ich weiß nicht mehr weiter, diese ganze Beziehung war wohl nur eine Lüge. Ich bin so wütend auf ihn für alles was er mit mir getan hat, er wollte dass ich im Ausland keinen Spaß mit anderen Jungs habe, aber er selber durfte sich vergnügen. Ich weiß nicht mehr weiter, bin so enttäuscht. Alles tut weh, schon seit Wochen. Er hat mich sogar zwischen mich und meinen Freunden gestellt damals. Ich bin völlig fertig. Traurig zu wissen dass man eine vollkommen falsche Person geliebt hat. Klar denke ich manchmal, viel kam einfach von den Drogen denn ich weiß dass er die ersten 2 Jahre unserer Beziehung ein ganz anderer, liebevoller Mensch war. Aber wieso musste er das so beenden, wieso konnte er nicht einfach Schluss machen und mich nicht so verletzen. Am Schlimmsten sind die ganzen Lügen. Ich weiß wirklich nicht mehr was wirklich wahr war an dieser Beziehung. Ich habe alle Bilder von ihn gelöscht aber es tut immer noch so weh. Wann hört das auf, ich kann ihm sein Fremdgehen und die Lügen nicht verzeihen obwohl ich weiß dass das die Lösung wäre. Kann mir bitte jemand helfen wie ich diese Wut und Enttäuschung aus meinem Körper bekomme?

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9. September 2016 um 16:05

Ehrlicher Beitrag
Danke für Deinen ehrlichen Beitrag.

Willkommen in der Erwachsenenwelt! Das, genau solche Erfahrungen, sind der Unterschied vom vollausgereiften zum erwachsenen Menschen. Diese negativen Erlebnisse, insbesondere die Enttäuschung in der Liebe, ist ein natürlicher Prozess des Reifens und gehört einfach dazu.

Ich erzähl Dir dazu eine Geschichte, wo es zwar um den Tod geht, aber die Geschichte ist auch anwendbar auf "enttäuschte Liebe":
Eine Frau kam zu Mahatma Gandhi. Sie hatte ihr totes Kleinkind auf dem Arm, heulte erbärmlich und bat Mahatma Gandhi kniend, bettelnd, flehend, darum, ihr Kind wieder zum Leben zu erwecken. Er ging kurz in sich und bat sie folgendes zu tun: "Suche ein Haus, wo noch nie jemand gestorben ist. Dann, wenn Du es gefunden hast, komm wieder zu mir und ich werde es tun!". Mit Hoffnung ging die Frau auf ihre Reise und versuchte, ein solches Haus zu finden. Nach drei Wochen kehrte sie zurück. Dieses mal ohne Kind. Sie verneigte sich, grüsste Mahamta Gandhi und sagte: "Ich habe verstanden. Ich habe viele Häuser aufgesucht und gefragt, ob hier noch niemand gestorben sei. Doch überall ist schon jemand gestorben. Sei es der geliebte Vater, der geliebte Grossvater, die geliebte Frau, die geliebte Nichte, der geliebte Sohn gewesen. Ich habe mit vielen Menschen darüber geredet, Erfahrungen ausgetauscht und geweint. Mit jeder Erfahrung konnte ich mehr loslassen und schliesslich gestern vollständig Frieden machen mit der Situation und mein Kind beerdigen. Ich danke Dir." Mahatma lächelte sie und bedankte sich ebenfalls.

Diese Geschichte - so meine persönliche Interpretation - zeigt auf, dass man Erfahrungen macht, die verletzen, die traurig machen usw. Aber man ist nicht alleine, was es zwar noch nicht besser macht, aber immerhin findet man Gleichgesinnte und Menschen mit ähnlicher Erfahrung, mit denen man sich austauschen und trauern kann. Bis man erkennt, dass man nur durch all diese Erfahrungen genau der Mensch geworden ist, der einem - im besten Fall - im Spiegel am Morgen anlächelt.

Rede mit Menschen - wie hier oder privat - und merke, sehr sehr viele haben ähnliche, verletzende Erfahrungen gemacht.

Carpe diem!

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