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Bekomme mein Leben nicht mehr in den Griff

11. Januar 2011 um 19:18

Hallo ihr Lieben,
ich möchte euch einmal kurz meine Situation erklären:
Ich bin 26 Jahre alt, studiere noch und bekomme zur Zeit, wie der Titel bereit aussagt, mein Leben einfach nicht mehr in den Griff...

Es fing alles damit an, dass im letzten Jahr sowohl bei meinem Vater auch als bei meiner Schwester Krebs diagnostiziert wurde, beide haben ihre Therapien jetzt hinter sich, aber die Angst davor, dass diese schreckliche Krankheit wieder ausbrechen könnte, ist sehr groß- zumal bei meiner Schwester der Krebs erst in einem ziemlich fortgeschritten Stadium entdeckt wurde, sie konnte zwar trotzdem tumorfrei operiert werden, und die anschließende Chemo hat dann auch noch die restlichen Krebszellen zerstört, aber trotzdem muss man bei ihrer Art von Erkrankung damit rechnen, dass es wieder ausbrechen könnte und die Überlebensrate beträgt nur 30% (laut Arzt). Ich habe so wahnsinnige Angst davor, dass ihr oder auch meinem Vater etwas geschehen könnte.

Ich bin seit ca 5 Jahren in einer Beziehung, mein Freund ist ein sehr lieber Mensch und er sagt auch, dass er immer für mich da wäre, aber ich merke es irgendie nicht- ich weiß nicht warum, oder was ich erwarte, aber ich bin einfach unzufrieden mit allem...
Er sagt mir oft, dass er mich liebt, aber ich fühle nicht mehr, dass es so ist, obwohl es keinen Grund dafür gibt...
Ich fühl mich manchmal so allein und weiß nicht einmal, weshalb...
Im Grunde genommen ist er so wie immer, und ich weiß auch, dass er für mich da ist, ich weiß, dass er mich liebt, und ich liebe ihn, aber trotzdem fühle ich mich so unheimlich unzufrieden in der Beziehung und bin oft traurig, ohne dass ich dafür einen konkreten Grund hätte.

Ich bin in den letzten Monaten auch öfter schlecht gelaunt, versuche es dann aber vor ihm zu verbergen, nicht dass ich das müsste, denn er sagt immer, dass das vollkommen normal wäre, und er mich nicht nur dann liebt, wenn ich gut drauf bin, aber ich will ihn dann nicht auch noch mit runter ziehen...

Naja, auf jeden Fall weiß ich nicht mehr, was mit mir los ist, ich hab in den letzten Monaten auch mein Studium schleifen lassen, mir ist irgendwie alles egal geworden und ich will nicht im Selbstmitleid zerfließen, aber ich hab keine Ahnung, wie ich aus diesem Loch wieder rauskommen soll. Ich weiß, dass ich selber endlich mal meinen A**** hochkriegen müsste, um etwas an meiner Situation zu ändern, aber es gelingt mir nicht...
Wenn irgendjemand Ratschläge für mich hätte, wäre ich sehr dankbar.

Lieben Gruß
Lena

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11. Januar 2011 um 19:41

Hallo
Lena,
Du brauchst dringend Hilfe. Es hat nichts mit fehlender Motivation zutun. Sondern das Du in einer dauer Panikattacke steckst.
Es gibt Selbsthilfe Gruppen für Betroffene von Krebskranken. ich denke nicht das Du mit dieser Panik allein bist

Eine Auszeit auch vom Studium solltest Du in Erwägung ziehen, denn sonst sausen die Noten in den Keller.

Die ganze Erkrankung in deiner Familie ist hart. Und Du bist wirklich nicht gerade mir Ruhe gesegnet. Also hol tief Luft und plane Schritt für Schritt.
Es lohnt nicht zu rennen und dabei hin zufallen. Mach in ruhe.

Liebe Grüße Earth

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11. Januar 2011 um 19:53
In Antwort auf earthturtle

Hallo
Lena,
Du brauchst dringend Hilfe. Es hat nichts mit fehlender Motivation zutun. Sondern das Du in einer dauer Panikattacke steckst.
Es gibt Selbsthilfe Gruppen für Betroffene von Krebskranken. ich denke nicht das Du mit dieser Panik allein bist

Eine Auszeit auch vom Studium solltest Du in Erwägung ziehen, denn sonst sausen die Noten in den Keller.

Die ganze Erkrankung in deiner Familie ist hart. Und Du bist wirklich nicht gerade mir Ruhe gesegnet. Also hol tief Luft und plane Schritt für Schritt.
Es lohnt nicht zu rennen und dabei hin zufallen. Mach in ruhe.

Liebe Grüße Earth

Hallo
Ich gebe den beiden Recht.
Du brauchst Hilfe.Geh zu deinem Hausarzt und Rede erstmal mit ihm darueber.
Kannst du mit einer Freundin reden,wo du immer wieder eine Anlaufstelle hast und nicht die befuerchtung das fu jemanden runter ziehst.
Ich denke dir ist klar geworden das alles vergänglich ist und davor hast Du Angst

Also hol dir Hilfe,bitte.

Lg

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11. Januar 2011 um 20:03

Vielen
lieben Dank für eure Antworten. Ich denke, schon dass ihr Recht damit habt, dass ich mir irgendwo Hilfe holen sollte, um aus meiner Lethargie endlich mal aufzuwachen.
Bloß würde es mich unheimliche Überwindung kosten mit anderen Leuten darüber zu reden. Hier im Forum ist das ja schon etwas anderes...

Als ich meine Schwester letztes Jahr nach der OP im Krankenhaus besucht hatte, hatte mir eine Schwester dort Informationen zur psychologischen Betreuung Angehöriger, und auch diverse Telefonnummern mitgegeben, bloß habe ich immer gedacht, dass ich das auch so schaffe, zumal noch nicht einmal meine Schwester psychonkologische Hilfe in Anspruch nahm...
Aber wenn es so weiter geht, führt ja kein Weg daran vorbei...
LG

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11. Januar 2011 um 20:14
In Antwort auf torti04

Hallo
Ich gebe den beiden Recht.
Du brauchst Hilfe.Geh zu deinem Hausarzt und Rede erstmal mit ihm darueber.
Kannst du mit einer Freundin reden,wo du immer wieder eine Anlaufstelle hast und nicht die befuerchtung das fu jemanden runter ziehst.
Ich denke dir ist klar geworden das alles vergänglich ist und davor hast Du Angst

Also hol dir Hilfe,bitte.

Lg

Danke
... erstmal für deine Antwort! Ich habe viele Freunde, mit denen ich reden könnte, die mich auch immer fragen, wie es denn geht, aber ich versuche dann immer wieder das Thema zu wechseln, da es dann doch sehr schwer fällt darüber zu reden.
Auch wenn ich bei meiner Familie zu Besuch bin, ziehe ich mich zurück, sobald es um das Thema Krankheiten geht... Wenn ich alleine bin, kann ich weinen und drüber nachdenken, aber nicht vor anderen...
Ich war schon immer so, dass ich meine Trauer für mich behalten hab, da es mir, aus welchem Grund auch immer, unheimlich schwer fällt das auch vor anderen zu zeigen.
LG

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11. Januar 2011 um 20:21

Hallo
ich bin auch der Meinung, dass sich das nach einer Depression anhört und Du einen Therapeuten aufsuchen solltest.

Dafür brauchst Du aber NICHT vorher zu Hausarzt. Warum das immer geschrieben wird, weiss ich nicht. Das einzige was der macht, ist eine Überweisung schreiben, dann sparst Du 10 Praxisgebühr, falls Du die schon gezahlt haben solltest. Ansonsten ist das ein unnötiger Weg/Hürde.

Ich gehe also mal davon aus, dass Du Kassenpatientin bist. Dann ist der beste Weg auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung nach Psychotherapeuten in Deiner Umgebung zu suchen. (Da gibts ne Arztsuche)

Ruf bei denen an. Schon beim ersten Telefonat wird Dir gesagt oder Du wirst merken, ob Du da an der richtigen Adresse bist. Es gibt verschiedene Therapiewege. Bei mir war beispielsweise eine Verhaltenstherapie sehr erfolgreich, um aus meiner Depression herauszukommen. Aber das kannst Du nur im persönlichen Gespräch mit einem Therapeuten herausfinden, was da für Dich das Beste ist.

Mir wurde damals geraten und das war ein sehr guten Tipp: Mach Dir Termine bei mehreren, wenn möglich. Das kostet für das erste Gespräch, jeweils die 10 Praxisgebühr. Das sollte es Dir wert sein. In dem ersten Gespräch wird dann entschieden, ob eine Therapie sinnvoll ist oder nicht. Die Beantragung auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse erledigt der Therapeut.

Ich kann Dir wirklich nur dazu raten. Im nachhinen ärgere ich mich sehr darüber, dass ich das erst nach meinem gefühlten 100. schwarzen Loch, aus dem es irgendwann überhaupt nicht mehr rausging, getan habe. Hätte ich das einige Jahre früher gemacht, wäre mir manches erspart geblieben.

Ich wünsche Dir alles Gute!



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11. Januar 2011 um 20:27
In Antwort auf anlena

Danke
... erstmal für deine Antwort! Ich habe viele Freunde, mit denen ich reden könnte, die mich auch immer fragen, wie es denn geht, aber ich versuche dann immer wieder das Thema zu wechseln, da es dann doch sehr schwer fällt darüber zu reden.
Auch wenn ich bei meiner Familie zu Besuch bin, ziehe ich mich zurück, sobald es um das Thema Krankheiten geht... Wenn ich alleine bin, kann ich weinen und drüber nachdenken, aber nicht vor anderen...
Ich war schon immer so, dass ich meine Trauer für mich behalten hab, da es mir, aus welchem Grund auch immer, unheimlich schwer fällt das auch vor anderen zu zeigen.
LG

...
Ist aber sehr wichtig,alle Menschen haben Angst vor Krankheit,Verlust...
Deine Familie und Freunde reden darueber weil sie reden muessen um ihre Angst zu teilen und mitzuteilen.
Das solltest du auch tun.

Und das mit dem Hausarzt hab ich nur geschrieben,weil man diesen wohl schon etwas laenger kennt und dort weniger Hemmungen hat,finde ich
Lg

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11. Januar 2011 um 20:30

Danke für deine Antwort
Bei Tabletten und Medikamenten im Allgemeinen bin ich schon immer sehr vorsichtig gewesen, da das ja auch schnell abhängig machen kann, und ich dann somit wahrscheinlich gleich beim nächsten Problem angelangt wäre
Deshalb möchte ich es schon lieber ohne chemische Mittel versuchen, aber mit Johanniskraut kann man ja nicht viel falsch machen- danke für den Tip!
Ich bin eigentlich auch nicht durchgehend deprimiert und traurig- es gibt auch Tage, da geht es mir sehr gut und ich bin voller Hoffnung, bloß kann das dann innerhalb weniger Minuten umschlagen, und dann bin ich wieder gereizt, wütend, traurig oder was auch immer... Ich bin einfach überhaupt nicht mehr ausgeglichen- es ist immer ein Auf und Ab der Gefühle...
Lieben Gruß

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11. Januar 2011 um 20:32
In Antwort auf panoramablick

Hallo
ich bin auch der Meinung, dass sich das nach einer Depression anhört und Du einen Therapeuten aufsuchen solltest.

Dafür brauchst Du aber NICHT vorher zu Hausarzt. Warum das immer geschrieben wird, weiss ich nicht. Das einzige was der macht, ist eine Überweisung schreiben, dann sparst Du 10 Praxisgebühr, falls Du die schon gezahlt haben solltest. Ansonsten ist das ein unnötiger Weg/Hürde.

Ich gehe also mal davon aus, dass Du Kassenpatientin bist. Dann ist der beste Weg auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung nach Psychotherapeuten in Deiner Umgebung zu suchen. (Da gibts ne Arztsuche)

Ruf bei denen an. Schon beim ersten Telefonat wird Dir gesagt oder Du wirst merken, ob Du da an der richtigen Adresse bist. Es gibt verschiedene Therapiewege. Bei mir war beispielsweise eine Verhaltenstherapie sehr erfolgreich, um aus meiner Depression herauszukommen. Aber das kannst Du nur im persönlichen Gespräch mit einem Therapeuten herausfinden, was da für Dich das Beste ist.

Mir wurde damals geraten und das war ein sehr guten Tipp: Mach Dir Termine bei mehreren, wenn möglich. Das kostet für das erste Gespräch, jeweils die 10 Praxisgebühr. Das sollte es Dir wert sein. In dem ersten Gespräch wird dann entschieden, ob eine Therapie sinnvoll ist oder nicht. Die Beantragung auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse erledigt der Therapeut.

Ich kann Dir wirklich nur dazu raten. Im nachhinen ärgere ich mich sehr darüber, dass ich das erst nach meinem gefühlten 100. schwarzen Loch, aus dem es irgendwann überhaupt nicht mehr rausging, getan habe. Hätte ich das einige Jahre früher gemacht, wäre mir manches erspart geblieben.

Ich wünsche Dir alles Gute!



Ps
.. das Verschreiben von Antidepressa sollte der Therapeut zusammen mit Dir entscheiden.

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11. Januar 2011 um 20:38
In Antwort auf panoramablick

Hallo
ich bin auch der Meinung, dass sich das nach einer Depression anhört und Du einen Therapeuten aufsuchen solltest.

Dafür brauchst Du aber NICHT vorher zu Hausarzt. Warum das immer geschrieben wird, weiss ich nicht. Das einzige was der macht, ist eine Überweisung schreiben, dann sparst Du 10 Praxisgebühr, falls Du die schon gezahlt haben solltest. Ansonsten ist das ein unnötiger Weg/Hürde.

Ich gehe also mal davon aus, dass Du Kassenpatientin bist. Dann ist der beste Weg auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung nach Psychotherapeuten in Deiner Umgebung zu suchen. (Da gibts ne Arztsuche)

Ruf bei denen an. Schon beim ersten Telefonat wird Dir gesagt oder Du wirst merken, ob Du da an der richtigen Adresse bist. Es gibt verschiedene Therapiewege. Bei mir war beispielsweise eine Verhaltenstherapie sehr erfolgreich, um aus meiner Depression herauszukommen. Aber das kannst Du nur im persönlichen Gespräch mit einem Therapeuten herausfinden, was da für Dich das Beste ist.

Mir wurde damals geraten und das war ein sehr guten Tipp: Mach Dir Termine bei mehreren, wenn möglich. Das kostet für das erste Gespräch, jeweils die 10 Praxisgebühr. Das sollte es Dir wert sein. In dem ersten Gespräch wird dann entschieden, ob eine Therapie sinnvoll ist oder nicht. Die Beantragung auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse erledigt der Therapeut.

Ich kann Dir wirklich nur dazu raten. Im nachhinen ärgere ich mich sehr darüber, dass ich das erst nach meinem gefühlten 100. schwarzen Loch, aus dem es irgendwann überhaupt nicht mehr rausging, getan habe. Hätte ich das einige Jahre früher gemacht, wäre mir manches erspart geblieben.

Ich wünsche Dir alles Gute!



...
Danke für die Tips- das hilft mir schon sehr weiter!
Ich war mir nicht sicher, ob die Krankenkasse die Kosten für eine eventuelle Therapie übernehmen würde- aber anscheinend ist das ja doch so...

Schön, dass dir eine Therapie geholfen hat. Es ist wirklich ermutigend so etwas zu hören, und erleichtert mir dann auch selbst den Gang zu einem Therapeuten.

LG

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11. Januar 2011 um 20:48
In Antwort auf anlena

...
Danke für die Tips- das hilft mir schon sehr weiter!
Ich war mir nicht sicher, ob die Krankenkasse die Kosten für eine eventuelle Therapie übernehmen würde- aber anscheinend ist das ja doch so...

Schön, dass dir eine Therapie geholfen hat. Es ist wirklich ermutigend so etwas zu hören, und erleichtert mir dann auch selbst den Gang zu einem Therapeuten.

LG


Das freut mich sehr. Das mit der Kostenübername war ja auch bei mir eine der großen Hürden.

Die andere Hürde übrigens, ähnlich wie bei Dir, dass es mir ja nicht immer schlecht ging. Habs ja irgendwie immer geschafft aus dem Loch wieder rauszukrabbeln... und damit hab ich mich sooo lange gequält.

Als ich bei den Ersten angerufen habe, war mir das deswegen auch ein bissl unangenehm. Aber schon gleich bei dem ersten Stand der Befund fest: Depression! Therapie!

Ich war am Anfang auch sehr erschrocken darüber. Ist ja schon ein bischen her. Da war das Thema Depression noch nicht so verbreitet und die Diagnose ein ziemlicher Schock für mich.

Aber ich habe dann recht schnell einen tollen Therapeuten gefunden, der mir übrigens auch ganz ohne Medikamente geholfen hat. Allerdings musste ich nach dem ersten Telefonat 6 Wochen auf den ersten Termin warten. Aber der war mir am Telefon gleich so sympathisch und was ich ganz wichtig fand, er hatte de gleichen Humor wie ich. Da hab ich dann gerne gewartet...

lg

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11. Januar 2011 um 21:17

Naja
also der Hausarzt konnte mir damals nicht viel weiterhelfen, ausser n Überweisungszettel zu schreiben. Ok, da bin ich bestimmt nicht bei dem besten gelandet, aber ich widerspreche Dir daher, dass man bei einem Hausarzt "am ehesten" die beste Beratung bekommt.

Und die Beratung bekommt man auch vom Therapeuten.
Sowie ich das Überblicke sind das auf der Kassenärztlichen Seite auch alles Ärzte oder Fachärzte.

Wie geschrieben, das kann jeder halten wie er will, ist aber nicht notwendig. Und bei mir persönlich war das auch nicht sinnvoll.

Für manch einen ist das eben eine Hürde - so wie es bei mir war.


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