Forum / Liebe & Beziehung

Bei Ex Freund Psychose diagnostiziert

Letzte Nachricht: 19. April um 15:28
13.04.21 um 21:45

Hallo und guten Abend an alle da draußen,

ich bin zum ersten Mal in solch einem Forum aktiv. Erst dachte ich okay es spiegelt meine Verzweifelung wider, aber ehrlich gesagt fühlt es sich gut an, mal alles von der Seele zu reden und Außenstehende, völlig Unbekannte, anonym um Rat zu bitten.

Ich wende mich an euch, da ich aktuell nicht weiter weiß und auf einige wertvolle Meinungen hoffe.

Eine kurze Vorgeschichte:
Mein Ex Freund und ich sind seit ca. 9 Monaten voneinander getrennt. Unsere Beziehung ging 3,5 Jahre. Die Trennung ging von ihm aus. 
Wir wohnten zusammen und hatten wie jedes andere Paar unsere Problemchen. 
Jedoch mit dem Unterschied, dass nach ca. 2,5 Jahren unserer Beziehung bei meinem Freund eine Psychose festgestellt wurde. Eine sogenannte "Schizophrene Psychose".
Diese "brach" sozusagen in dem Sommerurlaub mit seinen Kumpels aus. Mein Ex Freund arbeitete immer unfassbar viel und wollte immer mehr erreichen. Er war verdammt gut in seinem Job und konnte immer höher aufsteigen. Bis er jedoch in besagtem Sommerurlaub einen Zusammenbruch erlitt. 

Ich möchte hier jetzt nicht zu ausführlich werden, da es sonst einfach ein zu langer Text werden würde. 

Nach diesem Urlaub veränderte sich alles. Mein Ex Freund war einige Wochen in der geschlossenen Klinik, da er nicht mehr schlief und paranoide Gedanken hatte. Er wurde medalimantös eingestellt. 
Ich besuchte ihn jeden Tag. Die Schwestern und Ärzte freuten sich über meine Besuche, da ich zu diesem Zeitpunkt, der einzige Mensch war den er an sich heranließ.
Seine Eltern kamen ebenfalls jeden Tag. Sie waren unfassbar froh mich zu haben, das sagten sie mir auch immer wieder. 
Nach einigen Wochen und Strapazen wurde er endlich in die offene Klinik verlegt. Ab da ging es einigermaßen aufwärts. 
Es wurde über Psychatriche Betreuungen nach der Entlassung gesprochen, alles was dazu gehört. Letztendlich kam er nach ca. 1,5 Monaten komplett raus.
Nach Absprache mit seinen Ärzten, Eltern usw. zogen wir kurz darauf zusammen. Er wollte sein Leben ändern. Mit mir zusammen sein, in seinem Job schaltete er einen Riesen Gang herunter. 
Er ging regelmäßig zu seinem Psychologen und nahm täglich seine Tabletten ein .
Anfangs lief alles noch sehr gut, bis er nach einigen Monaten immer mehr Abstand von mir nahm und letztlich einfach nur noch eiskalt war. Ich kämpfte monatelang unsere Beziehung zu retten, jedoch war es zum scheitern verurteilt da ich die einzige war, die kämpfte. Er sagte mir immer, dass es nicht an mir liegt und er das Problem sei... das versuchte ich ihm auszureden. Ich sagte immer wieder, dass wir beide schuld sind und zusammen einen Weg finden würden. Nach allem was wir gemeinsam durchgestanden haben. 
Es ging nicht mehr, ich zog einige Monate später aus und er wieder Nachhause zu seinen Eltern. Wir sahen uns immer weniger, er hatte keine Zeit oder wollte nicht, bis er dann letztendlich die Beziehung beendete. Wieder mit den Worten, es liegt nicht an mir er wüsste nicht was er will, aber seine Gefühle wären nicht mehr wie zu Beginn der Beziehung. 

So nun sind wir ca. 9 Monate getrennt und haben vor ca. 2 Monaten wieder angefangen uns regelmäßig zu treffen. Schliefen auch miteinander und unternahmen einige Dinge gemeinsam. Er erzählte mir immer wieder, dass er wieder sehr viel Stress auf der arbeit habe und täglich ca. 13-14 Stunden dort verbringe...die Therapie wurde ebenfalls Anfang des Jahres beendet, die Medikamente wurden soweit abgesetzt dass er diese nur noch alle zwei Tage nehmen muss. Er Beichte mir dass er sie gar nicht mehr nehmen würde ...

Meine Angst, dass es wieder zu viel werden könnte bestätigte sich nun vor ca. 2 Wochen. Da ich als Ex Freundin natürlich nicht mehr in der Position war/ bin konnte ich ihn nicht davon abhalten den gleichen Fehler wie damals noch einmal zu machen. Ich versuchte ihn zu warnen, jedoch erklärte er mir immer ganz locker, dass er wüsste was er tut und dass er nie wieder einen Rückfall haben wird. 
Das ist jetzt doch der Fall! Wir waren vor zwei Wochen am Wochenende wieder verabredet, schrieben auch noch zwei Tage davor. Das war das letzte mal, dass ich etwas von ihm hörte. Seine/ Meine Freunde und ich konnten ihn nicht erreichen. Bis ich allen mit zusammennahm und seine Eltern anschrieb. Sie sagten mir dass er ihm wieder sehr schlecht gehen würde.und er sich bestimmt melden wird.... Seine Handys sind aus. Die einzige Info die ich habe ist, dass es ihm wieder schlecht geht ?! Im Gegensatz zum letzten Mal kann ich ihn und seine Eltern nicht unterstützen. Ich bin seine Ex Freundin und meine Hilfe wird wohl nicht gewollt. Ich habe sie in den letzten zwei Wochen mehrmals angeboten. Letzten Freitag habe ich eine Kleinigkeit: Schokolade und einen kleinen lieben Brief mit Aufmunterungsworten beigelegt- also vor die Haustüre seiner Eltern gelegt. Ich schrieb den Eltern, dass sie ihm das Geschenk doch bitte geben sollen. Keine Rückmeldung. Von niemandem...klar habe ich seit unseren letzten Treffen wieder sehr viele Gefühle für ihn entwickelt. 
Und daher ist es ein unfassbar schlimmes Gefühl zu wissen, dass er wieder an dem gleichen Punkt ist wie letztes Mal und ich ihm nicht helfen kann/ darf. Diese Hilflosigkeit. 
Es geht mir schlechter als beim letzten Mal, da ich nicht bei ihm sein kann um ihn in seinen schlimmen Stunden zu unterstützen. 
Ich bin an dem Punkt an dem ich sage , wenn er meine Hilfe wollen würde, dann würde er seinen Eltern Bescheid geben, dass sie mich kontaktieren... 

Hat von euch jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht ? 

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und sollte niemand eine Antwort geben, tat es unfassbar gut, mal alles von meiner Seele zu schreiben. 

Einen schönen Abend euch allen.
LG 

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13.04.21 um 22:43

Ich würde es sein lassen. Du kannst dich mit "Kümmern" nicht zurück in sein Leben manövrieren und unabdingbar für ihn machen, das hat beim letzten Mal ja schon nicht funktioniert.

Wenn er als Erwachsener Mann in einer gesunden Phase seine Medikamente nicht nimmt und einfach die Therapie beendet, dann hält sich mein Mitleid da ehrlich gesagt auch in Grenzen. 

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14.04.21 um 3:39
In Antwort auf

Ich würde es sein lassen. Du kannst dich mit "Kümmern" nicht zurück in sein Leben manövrieren und unabdingbar für ihn machen, das hat beim letzten Mal ja schon nicht funktioniert.

Wenn er als Erwachsener Mann in einer gesunden Phase seine Medikamente nicht nimmt und einfach die Therapie beendet, dann hält sich mein Mitleid da ehrlich gesagt auch in Grenzen. 

Viele psychisch Erkrankte überschätzen sich und unterschätzen die Realität. Das (nicht vom Arzt angeordnete) Absetzen ist genau so etwas.

Das ist Bestandteil der Erkrankung. Nur in wenigen glücklichen Fällen kann der Arzt/ Therapeut rechtzeitig eingreifen.

Lg
Pi
 

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14.04.21 um 8:22
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Hallo und guten Abend an alle da draußen,

ich bin zum ersten Mal in solch einem Forum aktiv. Erst dachte ich okay es spiegelt meine Verzweifelung wider, aber ehrlich gesagt fühlt es sich gut an, mal alles von der Seele zu reden und Außenstehende, völlig Unbekannte, anonym um Rat zu bitten.

Ich wende mich an euch, da ich aktuell nicht weiter weiß und auf einige wertvolle Meinungen hoffe.

Eine kurze Vorgeschichte:
Mein Ex Freund und ich sind seit ca. 9 Monaten voneinander getrennt. Unsere Beziehung ging 3,5 Jahre. Die Trennung ging von ihm aus. 
Wir wohnten zusammen und hatten wie jedes andere Paar unsere Problemchen. 
Jedoch mit dem Unterschied, dass nach ca. 2,5 Jahren unserer Beziehung bei meinem Freund eine Psychose festgestellt wurde. Eine sogenannte "Schizophrene Psychose".
Diese "brach" sozusagen in dem Sommerurlaub mit seinen Kumpels aus. Mein Ex Freund arbeitete immer unfassbar viel und wollte immer mehr erreichen. Er war verdammt gut in seinem Job und konnte immer höher aufsteigen. Bis er jedoch in besagtem Sommerurlaub einen Zusammenbruch erlitt. 

Ich möchte hier jetzt nicht zu ausführlich werden, da es sonst einfach ein zu langer Text werden würde. 

Nach diesem Urlaub veränderte sich alles. Mein Ex Freund war einige Wochen in der geschlossenen Klinik, da er nicht mehr schlief und paranoide Gedanken hatte. Er wurde medalimantös eingestellt. 
Ich besuchte ihn jeden Tag. Die Schwestern und Ärzte freuten sich über meine Besuche, da ich zu diesem Zeitpunkt, der einzige Mensch war den er an sich heranließ.
Seine Eltern kamen ebenfalls jeden Tag. Sie waren unfassbar froh mich zu haben, das sagten sie mir auch immer wieder. 
Nach einigen Wochen und Strapazen wurde er endlich in die offene Klinik verlegt. Ab da ging es einigermaßen aufwärts. 
Es wurde über Psychatriche Betreuungen nach der Entlassung gesprochen, alles was dazu gehört. Letztendlich kam er nach ca. 1,5 Monaten komplett raus.
Nach Absprache mit seinen Ärzten, Eltern usw. zogen wir kurz darauf zusammen. Er wollte sein Leben ändern. Mit mir zusammen sein, in seinem Job schaltete er einen Riesen Gang herunter. 
Er ging regelmäßig zu seinem Psychologen und nahm täglich seine Tabletten ein .
Anfangs lief alles noch sehr gut, bis er nach einigen Monaten immer mehr Abstand von mir nahm und letztlich einfach nur noch eiskalt war. Ich kämpfte monatelang unsere Beziehung zu retten, jedoch war es zum scheitern verurteilt da ich die einzige war, die kämpfte. Er sagte mir immer, dass es nicht an mir liegt und er das Problem sei... das versuchte ich ihm auszureden. Ich sagte immer wieder, dass wir beide schuld sind und zusammen einen Weg finden würden. Nach allem was wir gemeinsam durchgestanden haben. 
Es ging nicht mehr, ich zog einige Monate später aus und er wieder Nachhause zu seinen Eltern. Wir sahen uns immer weniger, er hatte keine Zeit oder wollte nicht, bis er dann letztendlich die Beziehung beendete. Wieder mit den Worten, es liegt nicht an mir er wüsste nicht was er will, aber seine Gefühle wären nicht mehr wie zu Beginn der Beziehung. 

So nun sind wir ca. 9 Monate getrennt und haben vor ca. 2 Monaten wieder angefangen uns regelmäßig zu treffen. Schliefen auch miteinander und unternahmen einige Dinge gemeinsam. Er erzählte mir immer wieder, dass er wieder sehr viel Stress auf der arbeit habe und täglich ca. 13-14 Stunden dort verbringe...die Therapie wurde ebenfalls Anfang des Jahres beendet, die Medikamente wurden soweit abgesetzt dass er diese nur noch alle zwei Tage nehmen muss. Er Beichte mir dass er sie gar nicht mehr nehmen würde ...

Meine Angst, dass es wieder zu viel werden könnte bestätigte sich nun vor ca. 2 Wochen. Da ich als Ex Freundin natürlich nicht mehr in der Position war/ bin konnte ich ihn nicht davon abhalten den gleichen Fehler wie damals noch einmal zu machen. Ich versuchte ihn zu warnen, jedoch erklärte er mir immer ganz locker, dass er wüsste was er tut und dass er nie wieder einen Rückfall haben wird. 
Das ist jetzt doch der Fall! Wir waren vor zwei Wochen am Wochenende wieder verabredet, schrieben auch noch zwei Tage davor. Das war das letzte mal, dass ich etwas von ihm hörte. Seine/ Meine Freunde und ich konnten ihn nicht erreichen. Bis ich allen mit zusammennahm und seine Eltern anschrieb. Sie sagten mir dass er ihm wieder sehr schlecht gehen würde.und er sich bestimmt melden wird.... Seine Handys sind aus. Die einzige Info die ich habe ist, dass es ihm wieder schlecht geht ?! Im Gegensatz zum letzten Mal kann ich ihn und seine Eltern nicht unterstützen. Ich bin seine Ex Freundin und meine Hilfe wird wohl nicht gewollt. Ich habe sie in den letzten zwei Wochen mehrmals angeboten. Letzten Freitag habe ich eine Kleinigkeit: Schokolade und einen kleinen lieben Brief mit Aufmunterungsworten beigelegt- also vor die Haustüre seiner Eltern gelegt. Ich schrieb den Eltern, dass sie ihm das Geschenk doch bitte geben sollen. Keine Rückmeldung. Von niemandem...klar habe ich seit unseren letzten Treffen wieder sehr viele Gefühle für ihn entwickelt. 
Und daher ist es ein unfassbar schlimmes Gefühl zu wissen, dass er wieder an dem gleichen Punkt ist wie letztes Mal und ich ihm nicht helfen kann/ darf. Diese Hilflosigkeit. 
Es geht mir schlechter als beim letzten Mal, da ich nicht bei ihm sein kann um ihn in seinen schlimmen Stunden zu unterstützen. 
Ich bin an dem Punkt an dem ich sage , wenn er meine Hilfe wollen würde, dann würde er seinen Eltern Bescheid geben, dass sie mich kontaktieren... 

Hat von euch jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht ? 

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und sollte niemand eine Antwort geben, tat es unfassbar gut, mal alles von meiner Seele zu schreiben. 

Einen schönen Abend euch allen.
LG 

Komm unbedingt aus der Therapeutenrolle raus. 
Der Mensch tut dir nicht gut. Du kannst nur Stütze sein, wenn du so fit bist, dass du selber 100% fur dich hast und alles, was extra geht, für ihn einsetzen kannst. 

Lös dich von ihm, das geht nicht gut. Das wird keine schöne Beziehung mehr.

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14.04.21 um 9:29
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Hallo und guten Abend an alle da draußen,

ich bin zum ersten Mal in solch einem Forum aktiv. Erst dachte ich okay es spiegelt meine Verzweifelung wider, aber ehrlich gesagt fühlt es sich gut an, mal alles von der Seele zu reden und Außenstehende, völlig Unbekannte, anonym um Rat zu bitten.

Ich wende mich an euch, da ich aktuell nicht weiter weiß und auf einige wertvolle Meinungen hoffe.

Eine kurze Vorgeschichte:
Mein Ex Freund und ich sind seit ca. 9 Monaten voneinander getrennt. Unsere Beziehung ging 3,5 Jahre. Die Trennung ging von ihm aus. 
Wir wohnten zusammen und hatten wie jedes andere Paar unsere Problemchen. 
Jedoch mit dem Unterschied, dass nach ca. 2,5 Jahren unserer Beziehung bei meinem Freund eine Psychose festgestellt wurde. Eine sogenannte "Schizophrene Psychose".
Diese "brach" sozusagen in dem Sommerurlaub mit seinen Kumpels aus. Mein Ex Freund arbeitete immer unfassbar viel und wollte immer mehr erreichen. Er war verdammt gut in seinem Job und konnte immer höher aufsteigen. Bis er jedoch in besagtem Sommerurlaub einen Zusammenbruch erlitt. 

Ich möchte hier jetzt nicht zu ausführlich werden, da es sonst einfach ein zu langer Text werden würde. 

Nach diesem Urlaub veränderte sich alles. Mein Ex Freund war einige Wochen in der geschlossenen Klinik, da er nicht mehr schlief und paranoide Gedanken hatte. Er wurde medalimantös eingestellt. 
Ich besuchte ihn jeden Tag. Die Schwestern und Ärzte freuten sich über meine Besuche, da ich zu diesem Zeitpunkt, der einzige Mensch war den er an sich heranließ.
Seine Eltern kamen ebenfalls jeden Tag. Sie waren unfassbar froh mich zu haben, das sagten sie mir auch immer wieder. 
Nach einigen Wochen und Strapazen wurde er endlich in die offene Klinik verlegt. Ab da ging es einigermaßen aufwärts. 
Es wurde über Psychatriche Betreuungen nach der Entlassung gesprochen, alles was dazu gehört. Letztendlich kam er nach ca. 1,5 Monaten komplett raus.
Nach Absprache mit seinen Ärzten, Eltern usw. zogen wir kurz darauf zusammen. Er wollte sein Leben ändern. Mit mir zusammen sein, in seinem Job schaltete er einen Riesen Gang herunter. 
Er ging regelmäßig zu seinem Psychologen und nahm täglich seine Tabletten ein .
Anfangs lief alles noch sehr gut, bis er nach einigen Monaten immer mehr Abstand von mir nahm und letztlich einfach nur noch eiskalt war. Ich kämpfte monatelang unsere Beziehung zu retten, jedoch war es zum scheitern verurteilt da ich die einzige war, die kämpfte. Er sagte mir immer, dass es nicht an mir liegt und er das Problem sei... das versuchte ich ihm auszureden. Ich sagte immer wieder, dass wir beide schuld sind und zusammen einen Weg finden würden. Nach allem was wir gemeinsam durchgestanden haben. 
Es ging nicht mehr, ich zog einige Monate später aus und er wieder Nachhause zu seinen Eltern. Wir sahen uns immer weniger, er hatte keine Zeit oder wollte nicht, bis er dann letztendlich die Beziehung beendete. Wieder mit den Worten, es liegt nicht an mir er wüsste nicht was er will, aber seine Gefühle wären nicht mehr wie zu Beginn der Beziehung. 

So nun sind wir ca. 9 Monate getrennt und haben vor ca. 2 Monaten wieder angefangen uns regelmäßig zu treffen. Schliefen auch miteinander und unternahmen einige Dinge gemeinsam. Er erzählte mir immer wieder, dass er wieder sehr viel Stress auf der arbeit habe und täglich ca. 13-14 Stunden dort verbringe...die Therapie wurde ebenfalls Anfang des Jahres beendet, die Medikamente wurden soweit abgesetzt dass er diese nur noch alle zwei Tage nehmen muss. Er Beichte mir dass er sie gar nicht mehr nehmen würde ...

Meine Angst, dass es wieder zu viel werden könnte bestätigte sich nun vor ca. 2 Wochen. Da ich als Ex Freundin natürlich nicht mehr in der Position war/ bin konnte ich ihn nicht davon abhalten den gleichen Fehler wie damals noch einmal zu machen. Ich versuchte ihn zu warnen, jedoch erklärte er mir immer ganz locker, dass er wüsste was er tut und dass er nie wieder einen Rückfall haben wird. 
Das ist jetzt doch der Fall! Wir waren vor zwei Wochen am Wochenende wieder verabredet, schrieben auch noch zwei Tage davor. Das war das letzte mal, dass ich etwas von ihm hörte. Seine/ Meine Freunde und ich konnten ihn nicht erreichen. Bis ich allen mit zusammennahm und seine Eltern anschrieb. Sie sagten mir dass er ihm wieder sehr schlecht gehen würde.und er sich bestimmt melden wird.... Seine Handys sind aus. Die einzige Info die ich habe ist, dass es ihm wieder schlecht geht ?! Im Gegensatz zum letzten Mal kann ich ihn und seine Eltern nicht unterstützen. Ich bin seine Ex Freundin und meine Hilfe wird wohl nicht gewollt. Ich habe sie in den letzten zwei Wochen mehrmals angeboten. Letzten Freitag habe ich eine Kleinigkeit: Schokolade und einen kleinen lieben Brief mit Aufmunterungsworten beigelegt- also vor die Haustüre seiner Eltern gelegt. Ich schrieb den Eltern, dass sie ihm das Geschenk doch bitte geben sollen. Keine Rückmeldung. Von niemandem...klar habe ich seit unseren letzten Treffen wieder sehr viele Gefühle für ihn entwickelt. 
Und daher ist es ein unfassbar schlimmes Gefühl zu wissen, dass er wieder an dem gleichen Punkt ist wie letztes Mal und ich ihm nicht helfen kann/ darf. Diese Hilflosigkeit. 
Es geht mir schlechter als beim letzten Mal, da ich nicht bei ihm sein kann um ihn in seinen schlimmen Stunden zu unterstützen. 
Ich bin an dem Punkt an dem ich sage , wenn er meine Hilfe wollen würde, dann würde er seinen Eltern Bescheid geben, dass sie mich kontaktieren... 

Hat von euch jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht ? 

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und sollte niemand eine Antwort geben, tat es unfassbar gut, mal alles von meiner Seele zu schreiben. 

Einen schönen Abend euch allen.
LG 

Hallo,

Schizophrenie ist eine sehr schwere Diagnose. Du kannst dich durch Ratgeber über die Erkrankung informieren, z.B. aus dem Hogrefe Verlag.

Normalerweise werden Phasenprophylaktika verordnet um psychotischen Schüben vorzubeugen, vielleicht ging man bei deinem Freund von einer einzigen Episode aus. Er wird in der Klinik bestimmt völlig neu eingestellt und muss auch weiterhin zur Therapie gehen, auch um selbst zu erkennen, wann ein Schub kurz bevor steht und wie er darauf sofort reagieren sollte und ggfls. auch sein Umfeld.

Ich finde es sehr lieb von dir ihn mit kleinen Aufmerksamkeiten zu bedenken. Lass dich aber nicht von einer möglichen abweisenden Haltung herunterziehen, achte gut auf dich. Sozialer Rückzug ist nur ein Symptom, welches auftreten kann. Bei der paranoiden Schizophrenie kommt es im akuten Schub zu wahnhaften und halluzinatiorischen Auffälligkeiten, meist werden bedrohlich empfundene Stimmen gehört. Auch starkes Misstrauen gegenüber anderen Menschen tritt auf und viele Formen von Gefühlsstörungen. Das hat tatsächlich nichts mit dir zu tun sondern mit der Schwere der Erkrankung. Eine Unterstützung muss durch fachärztliche Seite erfolgen, dass Realitätsbewusstsein ist in einem psychotischen Schub nicht vorhanden. Er kann und sieht deine angebotene Hilfe möglicherweise nicht, sondern ist wie gefangen.

Kontaktiere doch seine Eltern, die bestimmt mit der Klinik in enger Verbindung stehen. Vielleicht sind Besuche möglich, sobald es ihm etwas besser geht. Er braucht dann Menschen, die ihn nicht von sich weisen.

LG Sis



 

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14.04.21 um 13:21

Es geht hier aber um eine Phase ohne Symptome wie es scheint und da sind Menschen mit dieser Erkrankung oft normal "Funktionsfähig". Mit der TE hat er auch in so einer Phase Schluss gemacht, nun wird er komplett abgeschirmt. Die macht sich dabei kaputt, der ist nicht der Nabel der Welt.

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14.04.21 um 19:24

Ich muss glaube ich einige Dinge noch etwas genauer schildern. 
Sein erster "Zusammenbruch" war vorletzten Herbst. Die Ärzte damals verwiesen ihn nach seiner Entlassung zu einem bzw. mehreren Psychatern, letztendlich hatten wir uns gemeinsam für einen entschieden. Diese Therapie wurde für ein Jahr angesetzt. Seine Tabletten wurden in diesem Jahr alle paar Monate um ein paar mg herabgesetzt. 
Dieses Jahr im Januar wurde er dann aus der Therapie entlassen und sollte eigentlich seine Medikamente auf unbestimmte Zeit jeden zweiten Tag einnehmen (diese hat er dann aber ab Januar selbst komplett abgesetzt). 
Unsere Trennung war letzten Sommer. In dieser Zeit war er schon wieder fast der "normale" Mann den ich kannte. Aber mir war und ist auch bewusst, dass er nie mehr ganz "normal" sein wird. Damals war ich immer für ihn da und war auch die einzige Person die er an sich heranliess. Die Ärzte saßen regelmäßig in Sitzungen mit mir zusammen und erklärten mir was los ist wie ich mich verhalten kann, wie ich ihm dauerhaft helfen kann. Im Gegenzug schilderte ich den Ärzten alle Beobachtungen, die ich während meiner Besuche machte. Diese waren immer sehr angetan von mir und meinten immer wieder, dass er genau solch eine starke Partnerin wie mich gebrauchen könnte. 
Aktuell weiß ich nur durch seine Eltern, dass er vor ca. zwei Wochen jetzt wieder einen Rückfall hatte. Er scheint wohl zuhause zu sein (wohnt bei seinen Eltern) Ob die Wahnvorstellungen, die Halluzinationen, die Schlafstörungen wieder genau so sind wie beim letzten Mal, diese Info habe ich nicht. Und genau darum geht es mir - ich fühle mich schlecht weil dieser Mensch mir noch so verdammt wichtig ist und ich ihm nicht helfen darf/ kann. 
Mir ist auch bewusst, dass ich keine Wunderheilerin bin aber es hat damals schon ganz gut geklappt und wenn er nicht wieder in das alte Muster (Stress auf der arbeit etc.) verfallen wäre und sein Leben etwas verändert hätte und vor allen Dingen die Tabletten nicht abgesetzt hätte, wäre es "vielleicht" nicht wieder zu solch einem Rückfall gekommen.
Wie bereits gesagt treffen wir uns seit Februar wieder regelmäßig.  Ich hatte bemerkt, dass es wieder leicht bergab geht, ich jedoch nicht mehr in der Position bin, ihn großartig zu beeinflussen. Er winkte immer ab und sagte "ich werde nie wieder in das Loch fallen". Wir haben auch über vieles gesprochen, da er einige Dinge von damals nicht mehr wusste. Er nahm alles wie immer auf die leichter Schulter... Naja gut, ich weiß dass mir diese Sache gerade nicht gut tut, aber ohne Aufklärung seinerseits (wenn er wieder auf der Höhe ist) und auch wieder erreichbar ist, werde ich keinen Schlussstrich ziehen können. Wenn er meine Hilfe ablehnen sollte werde ich natürlich nichts mehr machen aber solange das nicht passiert warte ich und hoffe dass seine Familie oder er sich bei mir melden wird. 

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15.04.21 um 10:43

Hallo,

nein, in einem Schub sind diese Menschen leider nicht "funktionsfähig" einmal aufgrund der beginnenden produktiven Symptomatik, aber manchmal auch stark eingeschränkt beim Rückzug der Erkrankung, weil alles abnimmt, was einen gesunden Menschen in sozialer Interaktion ausmacht. Sehr schwer für Betroffene und deren Umfeld.

LG Sis

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15.04.21 um 10:54

Hallo,

Antipsychotika sind Hammermittel und verursachen natürlich eine Menge unerwünschte Wirkungen, die allesamt nicht angenehm sind. Dennoch wird es ohne die Medikamente nicht funktionieren. 

Dein Freund braucht aktuell zwar Hilfe, dafür ist die Klinik genau der richtige Ort. M ihn bitte nicht zu einer dauerhaft hilflosen Person. Das erschwert und hindert ihn mit seiner Erkrankung umzugehen. 

LG Sis

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15.04.21 um 11:16
In Antwort auf

Hallo,

nein, in einem Schub sind diese Menschen leider nicht "funktionsfähig" einmal aufgrund der beginnenden produktiven Symptomatik, aber manchmal auch stark eingeschränkt beim Rückzug der Erkrankung, weil alles abnimmt, was einen gesunden Menschen in sozialer Interaktion ausmacht. Sehr schwer für Betroffene und deren Umfeld.

LG Sis

Im Schub nicht, aber nun zum Dritten Mal - Er hat AUSERHALB eines Schubs damals sowohl die Beziehung beendet weil er keine Gefühle mehr für sie hatte als auch seine Tabletten eingenhändig abgesetzt.

Also lasst diesem Menschen doch wenigstens einen kleinen Rest an Selbstbestimmung, schiebt nicht jede seiner Lebendentscheidungen nun auf die Krankheit und hört auf weiter die "Ich kann ihn heilen, ohne mich geht es nicht" Fantasien der TE zu befeuern.
 

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Kannst du deine Antwort nicht finden?

15.04.21 um 14:11

Du kannst da theoretisch echt nicht mehr viel machen

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15.04.21 um 14:47

Hallo rabenschwarz,

ich kann deine emotionale Reaktion nicht richtig nachvollziehen. Weder befeuere ich die TE eine Heilungsfunktion einzunehmen, dass Gegenteil ist der Fall, wenn du nochmal genau liest.. auch nehme ich niemandem sein Selbstbestimmungsrecht. Wenn du erlaubst, werde ich einer nach Antworten suchenden Frau mitteilen, was ich weiß...nämlich, dass es vor, während und nach eines schizophrenen Schubes zu Gefühlsstörungen kommen kann und dies "mitunter" zu Trennungen, Rückzügen ect. führen kann. Du kannst zum Beispiel nicht beurteilen, ob der Mensch, um den es hier geht, extrem unter seinen Symptomen leidet und niemandem mit seiner Erkrankung zur Last fallen will, weil er sie selbst als Zumutung empfindet. Das kannst du nicht wissen. Ich auch letztlich nicht, vielleicht möchte er keine Beziehung mit der TE, vielleicht ist es aber auch seine Erkrankung. Das herauszufinden, diese Chance ist ihr zuzugestehen. Er wird sein Leben so oder so zwangsläufig ändern und anpassen. Ob sie ihm gut tut und er den Weg mit ihr gemeinsam gehen möchte, sie möglicherweise eine große Unterstützung sein kann wird er schon erkennen.

LG Sis

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15.04.21 um 15:51
In Antwort auf

Hallo rabenschwarz,

ich kann deine emotionale Reaktion nicht richtig nachvollziehen. Weder befeuere ich die TE eine Heilungsfunktion einzunehmen, dass Gegenteil ist der Fall, wenn du nochmal genau liest.. auch nehme ich niemandem sein Selbstbestimmungsrecht. Wenn du erlaubst, werde ich einer nach Antworten suchenden Frau mitteilen, was ich weiß...nämlich, dass es vor, während und nach eines schizophrenen Schubes zu Gefühlsstörungen kommen kann und dies "mitunter" zu Trennungen, Rückzügen ect. führen kann. Du kannst zum Beispiel nicht beurteilen, ob der Mensch, um den es hier geht, extrem unter seinen Symptomen leidet und niemandem mit seiner Erkrankung zur Last fallen will, weil er sie selbst als Zumutung empfindet. Das kannst du nicht wissen. Ich auch letztlich nicht, vielleicht möchte er keine Beziehung mit der TE, vielleicht ist es aber auch seine Erkrankung. Das herauszufinden, diese Chance ist ihr zuzugestehen. Er wird sein Leben so oder so zwangsläufig ändern und anpassen. Ob sie ihm gut tut und er den Weg mit ihr gemeinsam gehen möchte, sie möglicherweise eine große Unterstützung sein kann wird er schon erkennen.

LG Sis

Ein wichtiger Punkt ist doch aber das der Erkrankte selbst in klaren Phasen aktuell nicht mehr mitarbeitet und jede Warnung bezüglich seiner Gesundheit in den Wind geschlagen hat. Die TE hat Liebeskummer und leidet nun unter diesem Verhalten + Kann keinen Schlussstich ziehen da sie der Meinung ist er "braucht sie". Helfen kann man aber nur wem geholfen werden will und das sehe ich hier absolut nicht, was über kurz oder lang dazu führt das die TE daran zerbrechen wird.
 

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15.04.21 um 19:02

Er ist dein Ex und das sollte er auch bleiben. Dein Ex ist psychisch krank und muss sich erst einmal darum kümmern, seine Krankheit in den Griff zu bekommen. Das kann eine langwierige Angelegenheit sein. In dieser Zeit ist er nicht beziehungfähig und sollte deshalb auch keine Beziehung eingehen.

Du bist keine Therapeutin und eine Partnerin sollte ohnehin nie Therapeutin sein. Solltest du diese Beziehung eingehen, wirst du ausgesaugt und kannst dich weder abgrenzen, noch herrscht ein Gleichgewicht im Geben und Nehmen. 

Rede also mit deinem Ex, lass alle Gefühle beiseite und hör auf die Vernunft. Hört auf, miteinander zu schlafen und trefft euch nicht mehr, denn das würde auf beiden Seiten Hoffnungen wecken. 

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18.04.21 um 18:25
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Ein wichtiger Punkt ist doch aber das der Erkrankte selbst in klaren Phasen aktuell nicht mehr mitarbeitet und jede Warnung bezüglich seiner Gesundheit in den Wind geschlagen hat. Die TE hat Liebeskummer und leidet nun unter diesem Verhalten + Kann keinen Schlussstich ziehen da sie der Meinung ist er "braucht sie". Helfen kann man aber nur wem geholfen werden will und das sehe ich hier absolut nicht, was über kurz oder lang dazu führt das die TE daran zerbrechen wird.
 

Hallo,

du hast damit absolut Recht aber jeder hat auch ein Recht auf seine eigenen Erfahrungen. Und vielleicht brauchen sie sich gegenseitig noch, er, um Verantwortung zu übernehmen für sich und seine Erkrankung und sie, um zu erkennen, dass sie nicht für ihn verantwortlich ist. Wenn dies gelänge wäre ein Schlussstrich eventuell sogar hinfällig. Die TE leidet solange, bis sie aufhört im helfen zu wollen. 

LG Sis

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19.04.21 um 8:29
In Antwort auf

Hallo,

du hast damit absolut Recht aber jeder hat auch ein Recht auf seine eigenen Erfahrungen. Und vielleicht brauchen sie sich gegenseitig noch, er, um Verantwortung zu übernehmen für sich und seine Erkrankung und sie, um zu erkennen, dass sie nicht für ihn verantwortlich ist. Wenn dies gelänge wäre ein Schlussstrich eventuell sogar hinfällig. Die TE leidet solange, bis sie aufhört im helfen zu wollen. 

LG Sis

Natürlich hat jeder ein Recht auf eigene Erfahrungen, die hat sie aber schon gemacht und es ist total daneben gegangen. Sie ist dabei den selben Fehler wieder zu machen, wohl weil sie sich gebraucht fühlen will. Sowas kann zu ganz schlechten Dynamiken führen für die TE.

 Von mir bekommt jemand der hier öffnentlich um Rat fragt eine ehrliche Antwort, die Antwort die ich mit meinem Gewissen und meiner eigenen Lebenserfahrung am besten vereinbaren kann. Diese Antworten schmecken nicht immer jeden, darum fange ich jetzt aber nicht an unehrlich zu antworten.

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19.04.21 um 11:38
In Antwort auf

Natürlich hat jeder ein Recht auf eigene Erfahrungen, die hat sie aber schon gemacht und es ist total daneben gegangen. Sie ist dabei den selben Fehler wieder zu machen, wohl weil sie sich gebraucht fühlen will. Sowas kann zu ganz schlechten Dynamiken führen für die TE.

 Von mir bekommt jemand der hier öffnentlich um Rat fragt eine ehrliche Antwort, die Antwort die ich mit meinem Gewissen und meiner eigenen Lebenserfahrung am besten vereinbaren kann. Diese Antworten schmecken nicht immer jeden, darum fange ich jetzt aber nicht an unehrlich zu antworten.

Hallo,

kennst du das, zweimal den selben Fehler begangen zu haben mit negativen Konsequenzen für dich? Manchmal müssen Fehler öfter begangen werden bis sie verinnerlicht werden. Ich sehe das entspannter wie du. Für mich gehören Fehler zum Leben dazu, aus denen man am meisten lernt. 

Ich glaube Ehrlichkeit ist genauso subjektiv, wie Meinungen. Das meine ich ganz allgemein und nicht speziell auf dich gemünzt. Menschen können von Erfahrungen und Meinungen anderer profitieren aber man sollte nie außer acht lassen, dass jeder über seine individuellen Erfahrungen und Meinungen verfügt, diese zu überdenken dem ein oder anderen möglicherweise nicht immer leicht fallen und sie auf andere Situationen und Menschen projiziert werden. 

LG Sis


 

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19.04.21 um 15:28
In Antwort auf

Hallo und guten Abend an alle da draußen,

ich bin zum ersten Mal in solch einem Forum aktiv. Erst dachte ich okay es spiegelt meine Verzweifelung wider, aber ehrlich gesagt fühlt es sich gut an, mal alles von der Seele zu reden und Außenstehende, völlig Unbekannte, anonym um Rat zu bitten.

Ich wende mich an euch, da ich aktuell nicht weiter weiß und auf einige wertvolle Meinungen hoffe.

Eine kurze Vorgeschichte:
Mein Ex Freund und ich sind seit ca. 9 Monaten voneinander getrennt. Unsere Beziehung ging 3,5 Jahre. Die Trennung ging von ihm aus. 
Wir wohnten zusammen und hatten wie jedes andere Paar unsere Problemchen. 
Jedoch mit dem Unterschied, dass nach ca. 2,5 Jahren unserer Beziehung bei meinem Freund eine Psychose festgestellt wurde. Eine sogenannte "Schizophrene Psychose".
Diese "brach" sozusagen in dem Sommerurlaub mit seinen Kumpels aus. Mein Ex Freund arbeitete immer unfassbar viel und wollte immer mehr erreichen. Er war verdammt gut in seinem Job und konnte immer höher aufsteigen. Bis er jedoch in besagtem Sommerurlaub einen Zusammenbruch erlitt. 

Ich möchte hier jetzt nicht zu ausführlich werden, da es sonst einfach ein zu langer Text werden würde. 

Nach diesem Urlaub veränderte sich alles. Mein Ex Freund war einige Wochen in der geschlossenen Klinik, da er nicht mehr schlief und paranoide Gedanken hatte. Er wurde medalimantös eingestellt. 
Ich besuchte ihn jeden Tag. Die Schwestern und Ärzte freuten sich über meine Besuche, da ich zu diesem Zeitpunkt, der einzige Mensch war den er an sich heranließ.
Seine Eltern kamen ebenfalls jeden Tag. Sie waren unfassbar froh mich zu haben, das sagten sie mir auch immer wieder. 
Nach einigen Wochen und Strapazen wurde er endlich in die offene Klinik verlegt. Ab da ging es einigermaßen aufwärts. 
Es wurde über Psychatriche Betreuungen nach der Entlassung gesprochen, alles was dazu gehört. Letztendlich kam er nach ca. 1,5 Monaten komplett raus.
Nach Absprache mit seinen Ärzten, Eltern usw. zogen wir kurz darauf zusammen. Er wollte sein Leben ändern. Mit mir zusammen sein, in seinem Job schaltete er einen Riesen Gang herunter. 
Er ging regelmäßig zu seinem Psychologen und nahm täglich seine Tabletten ein .
Anfangs lief alles noch sehr gut, bis er nach einigen Monaten immer mehr Abstand von mir nahm und letztlich einfach nur noch eiskalt war. Ich kämpfte monatelang unsere Beziehung zu retten, jedoch war es zum scheitern verurteilt da ich die einzige war, die kämpfte. Er sagte mir immer, dass es nicht an mir liegt und er das Problem sei... das versuchte ich ihm auszureden. Ich sagte immer wieder, dass wir beide schuld sind und zusammen einen Weg finden würden. Nach allem was wir gemeinsam durchgestanden haben. 
Es ging nicht mehr, ich zog einige Monate später aus und er wieder Nachhause zu seinen Eltern. Wir sahen uns immer weniger, er hatte keine Zeit oder wollte nicht, bis er dann letztendlich die Beziehung beendete. Wieder mit den Worten, es liegt nicht an mir er wüsste nicht was er will, aber seine Gefühle wären nicht mehr wie zu Beginn der Beziehung. 

So nun sind wir ca. 9 Monate getrennt und haben vor ca. 2 Monaten wieder angefangen uns regelmäßig zu treffen. Schliefen auch miteinander und unternahmen einige Dinge gemeinsam. Er erzählte mir immer wieder, dass er wieder sehr viel Stress auf der arbeit habe und täglich ca. 13-14 Stunden dort verbringe...die Therapie wurde ebenfalls Anfang des Jahres beendet, die Medikamente wurden soweit abgesetzt dass er diese nur noch alle zwei Tage nehmen muss. Er Beichte mir dass er sie gar nicht mehr nehmen würde ...

Meine Angst, dass es wieder zu viel werden könnte bestätigte sich nun vor ca. 2 Wochen. Da ich als Ex Freundin natürlich nicht mehr in der Position war/ bin konnte ich ihn nicht davon abhalten den gleichen Fehler wie damals noch einmal zu machen. Ich versuchte ihn zu warnen, jedoch erklärte er mir immer ganz locker, dass er wüsste was er tut und dass er nie wieder einen Rückfall haben wird. 
Das ist jetzt doch der Fall! Wir waren vor zwei Wochen am Wochenende wieder verabredet, schrieben auch noch zwei Tage davor. Das war das letzte mal, dass ich etwas von ihm hörte. Seine/ Meine Freunde und ich konnten ihn nicht erreichen. Bis ich allen mit zusammennahm und seine Eltern anschrieb. Sie sagten mir dass er ihm wieder sehr schlecht gehen würde.und er sich bestimmt melden wird.... Seine Handys sind aus. Die einzige Info die ich habe ist, dass es ihm wieder schlecht geht ?! Im Gegensatz zum letzten Mal kann ich ihn und seine Eltern nicht unterstützen. Ich bin seine Ex Freundin und meine Hilfe wird wohl nicht gewollt. Ich habe sie in den letzten zwei Wochen mehrmals angeboten. Letzten Freitag habe ich eine Kleinigkeit: Schokolade und einen kleinen lieben Brief mit Aufmunterungsworten beigelegt- also vor die Haustüre seiner Eltern gelegt. Ich schrieb den Eltern, dass sie ihm das Geschenk doch bitte geben sollen. Keine Rückmeldung. Von niemandem...klar habe ich seit unseren letzten Treffen wieder sehr viele Gefühle für ihn entwickelt. 
Und daher ist es ein unfassbar schlimmes Gefühl zu wissen, dass er wieder an dem gleichen Punkt ist wie letztes Mal und ich ihm nicht helfen kann/ darf. Diese Hilflosigkeit. 
Es geht mir schlechter als beim letzten Mal, da ich nicht bei ihm sein kann um ihn in seinen schlimmen Stunden zu unterstützen. 
Ich bin an dem Punkt an dem ich sage , wenn er meine Hilfe wollen würde, dann würde er seinen Eltern Bescheid geben, dass sie mich kontaktieren... 

Hat von euch jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht ? 

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und sollte niemand eine Antwort geben, tat es unfassbar gut, mal alles von meiner Seele zu schreiben. 

Einen schönen Abend euch allen.
LG 

Ich kenne so einen Fall. Immer wieder entlassen worden, Medikamente nicht genommen etc. Die Person ist dann verstorben.  Deine Lage ist sehr misslich. Noch schlimmer zu sagen, dass du nichts tun kannst. Lediglich seine Familie. Er ist sehr krank und zeigt keine Einsicht. Ein Teufelskreis 

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