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Ausziehen? Leben in den Griff kriegen?

21. November 2009 um 18:09

Hi,
der Thread grade über meinen Ex war zwar ein akutes Problem, aber nicht das, was mich wirklich quält.
Ich habe eher Angst, mein Leben nicht wirklich im Griff zu haben.
Ich hatte schon während meiner Schulzeit das Bedürfnis, auszuziehen, ich habe es bis heute nicht hingekriegt.
Direkt nach dem Abitur ging es nicht, ich hatte zwei Pferde, um die ich mich kümmern musste, ich konnte nicht einfach in eine andere Stadt.
Eins davon ist inzwischen verkauft, um das andere können sich auch meine Mutter und Schwester kümmern.
Allerdings machen sie mir täglich ein schlechtes Gewissen, das Pferd hätte mich doch so lieb, ich müsste mal mehr mit ihm machen. Ich habe angeboten, es zu verkaufen, aber das wollen sie nicht. Ich investiere trotzdem noch täglich eine Stunde Zeit für das Pferd. Inzwischen haben wir Reitbeteiligungen.
Damals nach dem Abitur wollte ich etwas aus mir machen, erst wegen den Pferden Pferdewirtin, bin gescheitert; dann wollte ich ein duales Studium machen, bin gescheitert. Natürlich hat mich das frustriert.
Jetzt wohne ich immer noch zuhause und studiere an der Uni hier am Ort. Bin nicht selbstständiger geworden, habe keinen eigenen Job, keine eigene Wohnung.
Mehrfach wollte ich das ändern, hab mir schon woanders eine Wohnung und einen Studienplatz gesucht, dann bekam ich Angst und hab alles abgesagt.
Ich hocke immer noch hier zuhause, hab keinen Bock mehr auf nichts, streite mich mit meinen Eltern und meinen Geschwistern. Langsam werde ich hier immer depressiver, sperr mich meistens in meinem Zimmer ein. Wenn ich da mal raus komme, spüren meine Mutter und meine Schwester meine Schwäche und machen mich fertig.
Sie haben auch Grund dazu, ich interessiere mich nicht mehr für meine Familie, das Pferd, und bin unfreundlich und schotte mich ab. Aber wenn sie so reagieren, macht mich das noch mehr fertig.
Hier zuhause habe ich das Gefühl, ich werde wahnsinnig.
In der Uni geht es, da kann ich Fassade bewahren und hab außerdem eine wirklich gute Freundin.
Immer wenn ich von zuhause raus bin, geht es mir besser, an den Wochenenden geht es mir schlechter, wenn ich im Urlaub weg bin, geht es besser.
Nach außen strahle ich noch Erfolg und Selbstbewusstsein aus, aber in meiner Familie bin ich die Verliererin.
Auch wenn es mir beim weggehen besser geht, ich kann mich selten dazu aufraffen, auch weil es immer Theater von zu Hause gibt und ich abends noch ausmisten muss.
Mein Vater ist dagegen, dass ich ausziehe, er meint, hier sei doch alles in Ordnung, wir seien eine intakte Familie und woanders wohnen sei weggeschmissenes Geld. Auch er bewahrt die Fassade, geht arbeiten, und abends ertränkt er seinen Kummer in Bier.
Ich habe wegen dem ganzen Theater angefangen zu fressen und zugenommen, meine Schwester lästert auch deswegen über mich, und ab und zu mache ich Diätversuche, die an magersüchtiges Verhalten grenzen, nur um mich abzulenken.
Meist aber verstecke ich mich einfach in Büchern und denk mehr an die Figuren als an mich.

Ok, eigentlich wollte ich euch nicht zujammern, ich will raus aus dieser Situation, und weil ich wie gesagt zuhause nur Depris bekomme und so nah wie wir an der Uni wohnen auch keinen Grund hab auszuziehen, will ich weit weg hier, andres Bundesland, andre Uni.
Nur, ich habe halt die Angst zu scheitern in mir, dass ich wieder keinen Job finde, keine Wohnung finde, und dass die Entfernung von meiner Familie eben doch nicht hilft.
Was meint ihr, wie komme ich aus diesem ganzen Sumpf am besten raus?

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21. November 2009 um 21:49

Wie du aus dem Sumpf kommst?
Ganz einfach:

Kläre alles mit deiner "intakten" Familie. Du hast ja hier schon beschrieben, was dich stört. Warum redest du nicht sachlich und ruhig mit deinen Eltern über dein Problem und sagst ihnen, was dich hier stört, was dein Problem ist?

Es geht ja nur, wenn alle gemeinsam mitarbeiten, du musst aber auch bereit dafür sein.

Was ist das für ein problem zwischen dir und deiner schwester? warum lästert sie über dein gewicht anstatt solz auf eine schwester wie dich zu sein? sprich mit ihr darüber, was da in ihr grummelt.

Kläre alle Missverständnisse und vor allem frag deine Familie, wie sie dich sehen und zeig ihnen ein anderes Bild.

Was ist denn das genau für ein Problem bei dir? warum verschliesst du dich in deinem Zimmer????

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21. November 2009 um 22:39
In Antwort auf brady_12886583

Wie du aus dem Sumpf kommst?
Ganz einfach:

Kläre alles mit deiner "intakten" Familie. Du hast ja hier schon beschrieben, was dich stört. Warum redest du nicht sachlich und ruhig mit deinen Eltern über dein Problem und sagst ihnen, was dich hier stört, was dein Problem ist?

Es geht ja nur, wenn alle gemeinsam mitarbeiten, du musst aber auch bereit dafür sein.

Was ist das für ein problem zwischen dir und deiner schwester? warum lästert sie über dein gewicht anstatt solz auf eine schwester wie dich zu sein? sprich mit ihr darüber, was da in ihr grummelt.

Kläre alle Missverständnisse und vor allem frag deine Familie, wie sie dich sehen und zeig ihnen ein anderes Bild.

Was ist denn das genau für ein Problem bei dir? warum verschliesst du dich in deinem Zimmer????

Danke schon mal für die Antwort
Ok, mit ihnen reden ist nicht einfach, weil eigentlich nie alle zur gleichen Zeit zuhause sind, meine Mutter ist Freiberuflerin und arbeitet abends, mein Vater normal bis nachmittags.
Zwischen ihnen ist auch nicht alles in Ordnung, sie vermeiden einander nach Möglichkeit.
Und wenn ich bei ihnen einzeln anspreche, was mich stört, dann werde ich leider immer sehr schnell emotional und kann nicht mehr sachlich erklären, worum es mir wirklich geht.
Wenn ich mit anderen Leuten spreche, bin ich immer sehr sachlich, nur innerhalb meiner Familie gelingt es mir einfach nicht.
Und wenn ich halt zum Beispiel meiner mutter sage, mich stört was, dann sagt sie mir halt, dass es größtenteils an mir liegt, dass etwas so ist, oder sie sagt genervt "dann mach mal".
Wenn wir in meiner Familie beschließen, die Gemeinschaft zu verbessern, dann bedeutet das purer Stress, wir machen dann alles gemeinsam so lange, bis das Aufeinanderhocken unerträglich wird und jemand explodiert.
Es ist auch so, dass immer nur bestimmte Leistungen wirklich anerkannt werden, wenn ich im Studium gut bin, dann ist das selbstverständlich, aber für meine Mutter zählt nur, wenn ich etwas mit den Pferden mache, sonst bin ich doof und faul, für meinen Vater zählt nur, wenn ich auf dem Hof mitarbeite, und da hilft vor allem mein Bruder, also wird er in den Himmel gelobt, während alle anderen faul und widerspenstig sind.

Meine Schwester ist 3 Jahre jünger als ich, aber sie will immer toller sein, also macht sie vor allem dann etwas, wenn es gerade besonders von meinen Eltern anerkannt wird, dafür hat sie ein super Gespür.
Aber sobald jemand gerade angreifbar ist, dann nutzt sie das aus. Zum Beispiel ich, wenn ich eine Depri-Phase habe, aber auch meinen Vater, wenn er zu viel getrunken hat, sie macht ihn dann fertig und erzählt ihm, was er für ein ... ist.
Ok, aber ich muss zugeben, ich bin auch nicht immer hundertprozent fair zu ihr, manchmal greif ich sie auch ein bisschen an.
Wenn ich gute Laune habe, komme ich gut mit ihr klar, weil dann strahl ich halt positives aus und kann etwas großzügiger gegenüber ihren Gemeinheiten sein. Aber wenn mich mal etwas fertig macht oder ich unglücklich bin, dann spürt sie das und wird fies.

Ein großes Problem zwischen uns sind auch Machtspielchen. Wenn meine Mutter mir irgendeinen Auftrag gibt, der beispielsweise an eine Uhrzeit gebunden ist, dann kommt sie kurz vorher an und kommandiert mich, das zu machen, sodass es so aussieht, als machte ich das, weil sie das so sagt. Damit kann ich gar nicht gut umgehen, vor allem weil sie dann so gern die große Verantwortungsvolle herauskehrt.

Dein Vorschlag ist, ihnen ein anderes Bild von mir zu zeigen, aber es kostet mich unglaublich viel Kraft, das zu schaffen, wenn ich mich mal aufraffe und etwas ganz normales und vernünftiges mache, dann schaut mich meine Mutter auf unglaublich verwunderte Weise an, als sei ich so ungefähr eine Außerirdische.
Oder sie sagt, wenn ich mich bessern will, dann sollte ich das und das und das und so weiter machen und zählt so viele Sachen auf, dass es absolut unmöglich ist, alles zu machen. Wenn ich mich beschwere, meint sie, ich würd ja doch nix hinkriegen, also wär es auch egal.
Um sie also wirklich von einem anderen Bild von mir zu überzeugen, brauch ich unglaublich viel Durchhaltevermögen und Gelassenheit, um nicht wieder durchzudrehen.

Und warum ich mich in meinem Zimmer verschließe?
Es ist mein Zufluchtsraum, wenn ich mal wieder Streit mit meiner Familie hatte, dann macht mich das manchmal so fertig, dass ich mich da schreiend vor Wut oder auch heulend reinflüchte.
Und es ist so, dass ich mich selber schon so von meiner Familie abgeschottet habe, dass ich mich nicht mehr zugehörig fühle, ich weiß nicht, worüber sie sich unterhalten, es interessiert mich kaum, und ihre Fernsehserien interessieren mich nicht, meist ist sowieso keiner da, außer meine Schwester mit ihren Hausaufgaben, und wenn ich mich im gleichen Raum wie sie aufhalte, muss ich ihr helfen, also bin ich da lieber weit weg.
Und ich habe halt das Gefühl, diese Familie nimmt mir emotional viel Kraft, also halte ich auch deswegen lieber Abstand.

Meine Mutter sieht da auch einen großen Abstand, sie hat jetzt behauptet, rein energetisch gehörte ich nicht mehr zur Familie.

Wegen all diesen Problemen meine ich, dass es vielleicht sinnvoller ist, wenn ich ausziehe und erst nur meinen eigenen Kram regele, bevor ich aus mir heraus die Kraft für alle Familienprobleme aufbringen muss.

lg

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21. November 2009 um 23:17

Du
mußt da unbedingt raus! Egal, was Deine Eltern sagen! Such Dir eine WG. Wenn Du in einer Uni-Stadt wohnst, dürfte das nicht so schwierig werden, aber mach das.

Versuch irgendwie, dass Dir Deine Eltern Geld zur Unterstützung geben. Das wär schon ganz gut sonst studierst Du ewig, weil Du ständig jobben mußt.

Versuch die Frage mit dem Geld locker anzugehen, damit nicht allzuviel Stress aufkommt.

Aber mach es!

Viel Glück

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22. November 2009 um 3:05
In Antwort auf zuckerengelchen

Danke schon mal für die Antwort
Ok, mit ihnen reden ist nicht einfach, weil eigentlich nie alle zur gleichen Zeit zuhause sind, meine Mutter ist Freiberuflerin und arbeitet abends, mein Vater normal bis nachmittags.
Zwischen ihnen ist auch nicht alles in Ordnung, sie vermeiden einander nach Möglichkeit.
Und wenn ich bei ihnen einzeln anspreche, was mich stört, dann werde ich leider immer sehr schnell emotional und kann nicht mehr sachlich erklären, worum es mir wirklich geht.
Wenn ich mit anderen Leuten spreche, bin ich immer sehr sachlich, nur innerhalb meiner Familie gelingt es mir einfach nicht.
Und wenn ich halt zum Beispiel meiner mutter sage, mich stört was, dann sagt sie mir halt, dass es größtenteils an mir liegt, dass etwas so ist, oder sie sagt genervt "dann mach mal".
Wenn wir in meiner Familie beschließen, die Gemeinschaft zu verbessern, dann bedeutet das purer Stress, wir machen dann alles gemeinsam so lange, bis das Aufeinanderhocken unerträglich wird und jemand explodiert.
Es ist auch so, dass immer nur bestimmte Leistungen wirklich anerkannt werden, wenn ich im Studium gut bin, dann ist das selbstverständlich, aber für meine Mutter zählt nur, wenn ich etwas mit den Pferden mache, sonst bin ich doof und faul, für meinen Vater zählt nur, wenn ich auf dem Hof mitarbeite, und da hilft vor allem mein Bruder, also wird er in den Himmel gelobt, während alle anderen faul und widerspenstig sind.

Meine Schwester ist 3 Jahre jünger als ich, aber sie will immer toller sein, also macht sie vor allem dann etwas, wenn es gerade besonders von meinen Eltern anerkannt wird, dafür hat sie ein super Gespür.
Aber sobald jemand gerade angreifbar ist, dann nutzt sie das aus. Zum Beispiel ich, wenn ich eine Depri-Phase habe, aber auch meinen Vater, wenn er zu viel getrunken hat, sie macht ihn dann fertig und erzählt ihm, was er für ein ... ist.
Ok, aber ich muss zugeben, ich bin auch nicht immer hundertprozent fair zu ihr, manchmal greif ich sie auch ein bisschen an.
Wenn ich gute Laune habe, komme ich gut mit ihr klar, weil dann strahl ich halt positives aus und kann etwas großzügiger gegenüber ihren Gemeinheiten sein. Aber wenn mich mal etwas fertig macht oder ich unglücklich bin, dann spürt sie das und wird fies.

Ein großes Problem zwischen uns sind auch Machtspielchen. Wenn meine Mutter mir irgendeinen Auftrag gibt, der beispielsweise an eine Uhrzeit gebunden ist, dann kommt sie kurz vorher an und kommandiert mich, das zu machen, sodass es so aussieht, als machte ich das, weil sie das so sagt. Damit kann ich gar nicht gut umgehen, vor allem weil sie dann so gern die große Verantwortungsvolle herauskehrt.

Dein Vorschlag ist, ihnen ein anderes Bild von mir zu zeigen, aber es kostet mich unglaublich viel Kraft, das zu schaffen, wenn ich mich mal aufraffe und etwas ganz normales und vernünftiges mache, dann schaut mich meine Mutter auf unglaublich verwunderte Weise an, als sei ich so ungefähr eine Außerirdische.
Oder sie sagt, wenn ich mich bessern will, dann sollte ich das und das und das und so weiter machen und zählt so viele Sachen auf, dass es absolut unmöglich ist, alles zu machen. Wenn ich mich beschwere, meint sie, ich würd ja doch nix hinkriegen, also wär es auch egal.
Um sie also wirklich von einem anderen Bild von mir zu überzeugen, brauch ich unglaublich viel Durchhaltevermögen und Gelassenheit, um nicht wieder durchzudrehen.

Und warum ich mich in meinem Zimmer verschließe?
Es ist mein Zufluchtsraum, wenn ich mal wieder Streit mit meiner Familie hatte, dann macht mich das manchmal so fertig, dass ich mich da schreiend vor Wut oder auch heulend reinflüchte.
Und es ist so, dass ich mich selber schon so von meiner Familie abgeschottet habe, dass ich mich nicht mehr zugehörig fühle, ich weiß nicht, worüber sie sich unterhalten, es interessiert mich kaum, und ihre Fernsehserien interessieren mich nicht, meist ist sowieso keiner da, außer meine Schwester mit ihren Hausaufgaben, und wenn ich mich im gleichen Raum wie sie aufhalte, muss ich ihr helfen, also bin ich da lieber weit weg.
Und ich habe halt das Gefühl, diese Familie nimmt mir emotional viel Kraft, also halte ich auch deswegen lieber Abstand.

Meine Mutter sieht da auch einen großen Abstand, sie hat jetzt behauptet, rein energetisch gehörte ich nicht mehr zur Familie.

Wegen all diesen Problemen meine ich, dass es vielleicht sinnvoller ist, wenn ich ausziehe und erst nur meinen eigenen Kram regele, bevor ich aus mir heraus die Kraft für alle Familienprobleme aufbringen muss.

lg

Ist echt schwer für dich...
fangen wir mal bei deiner mutter an.
sie sitzt dir irgendwie im nacken, weil du ja die große Schwester bist, die Schwester, die ja für deine kleine Schwester ein Vorbild sein sollte. Du bist 3 Jahre älter, musst also in allen Dingen besser sein als sie. Gewissermaßen wird schon bei dir vorrausgesetzt, dass man bei dir nicht mehr "eiiii eiiii" machen muss und dir für gute Taten über den Kopf streichelt, weil du das ja eben alles so erfüllen musst. Das sind die Dinge, die deine Mam als selbstverständlich ansieht, du aber nicht.
Deine Mam zählt dann viele Dinge auf, die du ändern könntest, packt sich dabei aber leider nicht an die eigene Nase um dir dabei zu helfen und dir die sache(n) zu erleichtern. Das ist echt schade. Aber wenn deine Mam dir angenommen 5 Dinge erzählt, an denen du laut ihrer Aussage arbeiten SOLLST, dann fang doch mit einer Sache an, wo du weißt, dass du das "eigentlich" Schaffen könntest. Arbeite dich dann stück für stück nach vorne. Mache ihr aber auch klar, dass du eine art "Gegenleistung" haben möchtest. Sprich, dass du ihr auch sagen kannst, was dich stört und ihr euch so entgegen kommt.

Ich denke, dass was du mit "Wenn wir in meiner Familie beschließen, die Gemeinschaft zu verbessern, dann bedeutet das purer Stress, wir machen dann alles gemeinsam so lange, bis das Aufeinanderhocken unerträglich wird und jemand explodiert..." meinst, ist auch ein falscher Ansatz für alle. Die Gemeinschaft zu verbessern heißt nicht, dass man aufeinander rumhockt, sondern dass jeder seinen Teil dazu beiträgt um die allgemeine Situation zu verbessern, indem jeder dem anderen tollerierende Freiräume schaft. Zum Beispiel ist deine Mutter mit dem Haushalt überfordert, dann bedeutet die "Gemeinschaft" für mich, dass alle ihr ein wenig zur Hand gehen, damit sie sich nicht damit überfordert. Sprich mit dem Abwasch abwechseln oder wischen, bügeln.. alles was eben so anfällt. Deine Schwester macht ihre Hausaufgaben und du könntest ihr dabei helfen. Dein bruder macht ziemlich viel auf n Hof, dann könnte deine Schwester ihm auch mal helfen. Ich hoffe du verstehst auf was ich hinaus will. Eine Hand wäscht die andere. Ich glaube das ist ein sehr großes Problem bei euch in der Familie, dass ihr alle einfach nur vor euch hinlebt und euch damit gewaltig selbst im Weg steht. Das muss aber nicht sein. Ein netter Umgangston wäre ja auch angebracht, wenn ich höre, dass deine Schwester deinen betrunkenen Vater beleidigt, das muss echt nicht sein. Und genauso sollte sie die Beleidigungen gegen dich einstellen. Wahrscheinlich hat sie auch ihre eigenen Probleme und weiß nicht wohin mit dem ganzen. Sei doch nicht nur die große Schwester, sondern eine Freundin, die ihr gerne Hilft.
Ich weiß dass so was schwer ist. Meine Schwester ist auch 3 Jahre jünger als ich ... Ich hatte die gleichen Probleme wie du.

Mein Vater war Alkoholiker und ist 1994 daran gestorben. Mit 15 bin ich zu Hause ausgezogen. Klar kann ich behaupten, dass ich vor den Problemen weggerannt bin, denn ich konnte es meiner Mutter auch nicht recht machen. Ständig hat sie an mir gemeckert... Mein erstes Tattoo ließ ich mir mit 17 stechen, sie hat mich tagelang beschimpft und beleidigt, teilweise auch gar nicht mit mir gesprochen und kaum war meine schwester 18 hatte sie auch ihr erstes Tattoo und es wurde von meiner Mutter beschönigt und sie lobte sie dafür wie toll es doch sei usw oO komische Welt, ich kenne das alles sehr gut.

Ich hatte die Möglichkeit mit 15 auszuziehen, weil mein Ex die Kellerwohnung von seinen Eltern bezog und ich da miteingezogen bin, ohne Miete zu bezahlen... Dadurch verbesserte sich das Verhältnis zu meiner Mutter und auch meiner Schwester. Ich bin jetzt 24 und sie 21 und wir haben seit 2 Jahren auch einen gemeinsamen Freundeskreis, verbringen am Weekend sehr viel Zeit miteinander. Klar zicken wir uns auch manchmal an aber wie das bei Geschwistern so ist, verträgt man sich sehr schnell wieder, auch ohne aussprache...

Eigentlich ein widerspruch in sich, dass ich dir davon abrate auszuziehen, da ich es selbst getan habe, aber wie gesagt, bei mir stimmten die finanziellen Mittel, die dir ja anscheint fehlen.. Ich will dich um Gotteswillen nicht beleidigen, aber ich habe dann meine Ausbildung angafangen und mit 18 abgeschlossen. Jetzt arbeite ich und verdiene mein eigenes Geld... Du bist am studieren wie ich mitbekommen habe.. Das bringt ja nicht wirklich Geld ein. Also kannich dir nur Raten, dass wenn du ausziehen willst, dass du dir nen Job suchen musst oder ne Ausbildung oder Lehre anfängst. Dann verdienst du eigenes Geld und kannst auf eigenen Beinen stehen. Wobei ich mich frage, ob du auf eigenen Beinen stehen willst, weil du das für dich möchtest oder um deiner Familie zu zeigen, dass du das alleine schaffen kannst ohne auf die angewisen zu sein, damit sie vielleicht auch stolz auf dich sein können.

Alles sehr schwierig.

Aber fang doch einfach klein an, indem du dich von dir aus mehr in die Familie (r)einbringst, damit zeigst du Stärke und Bereitschaft etwas zu ändern. Und auch wenn dich deine Mutter wie ein Alien anglotzt, scheiß einen drauf, du weißt ja was sie eigentlich wirklich denkt und das was sie ausstrahlt ist doch nebensache. Mach was, was DICH stolz macht und worauf du STOLZ sein kannst. Es ist ja schließlich dein Leben was du führst und das sollst du auch für dich führen und nicht für andere!

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22. November 2009 um 9:43

Du hast da Teile falsch verstanden
Ich habe nicht zwei Studien abgebrochen, nein, mit scheitern meinte ich, dass ich die Stellen erst gar nicht gekriegt habe. Eben das hat mir einen so großen Schock versetzt. Das mit den Pferden habe ich mir erträumt, seit ich ungefähr 10 war, und ich war halt so blauäugig und dachte mir, dass ich es nicht wie andere machen wollte und alle Träume aufgeben, sondern ich wollte die Träume in die Wirklichkeit retten. Und eben deshalb war es so ein großer Schock für mich, dass das nicht so funktioniert hat, obwohl ich meine ganze Jugend für die Pferde verschwendet habe, ich habe halt viel mehr Zeit mit ihnen verbracht als mit meinen Freunden.
Und nachdem ich die Stelle nicht gekriegt habe, hab ich die Pferdeträume aufgegeben und wollte in der wirklichen Welt leben.
Das duale Studium, wofür ich mich beworben habe, war dann so ein Anfall von Vernunft, ich wollte halt mein Leben in die Hand nehmen, studieren und Geld verdienen, aber leider habe ich die Stelle auch nicht gekriegt. Hat leider auch an meinem Selbstbewusstsein geknackt.

Ich habe mich auch noch in einer Bar beworben zum Kellnern, und oh Schock, auch da habe ich die Stelle nicht gekriegt. deshalb zweifle ich auch selber an meinen Fähigkeiten, wenn ich schon zu doof bin, überhaupt einen Job zu finden.

Gewissermaßen fehlt mir meine Pubertät. Zu der Zeit war ich vernünftig, bin nie lange weggegangen, habe mich fleißig um die Pferde gekümmert und hatte mehr mit meiner Mutter als mit meinen Freunden zu tun. Habe also den Abkapselungs- und Selbstständigwerdprozess verpasst.

Und jetzt hole ich das teilweise nach und benehme mich deshalb auch nicht immer so, wie ich sollte.

Meine Mutter versteht nicht, dass ich mich jetzt ein bisschen von meiner kindlichen Traumwelt abgrenze und fand mich viel angenehmer, als ich noch so pferdebegeistert war, weil ich mich jetzt auch mehr von ihr abgrenze und sie das nicht verkraftet, ich bin halt die Älteste und sie ist das nicht gewohnt.

Du hast Recht, ich lebe tatsächlich etwas fremdbestimmt, aber nur weil ich nicht die Kraft aufgebracht habe, da etwas zu ändern, und weil ich nach diesen Bewerbungsschocks auch nicht mehr weiß, was ich will.
Das versuche ich gerade rauszufinden.

Und klage mich bitte nicht an, dass ich nicht erwachsen werden will und unmündig bin, das ist es gerade, was ich ändern will. Ich möchte erwachsen werden, ich suche nur dazu ein bisschen Hilfestellung.

Und ich glaube, ausziehen würde schon helfen, denn hier zuhause haben eben alle das Vorurteil, dass ich kindisch bin, und dann muss ich nicht nur an mir arbeiten, mich zu ändern, sondern auch noch gegen diese Vorurteile ankämpfen. Zumindest der Teil würde woanders wegfallen.

Uni wechseln dürfte vom Studiengang her nicht schwer sein, ich hab mich schon erkundigt, in höheren Semestern ist der fast überall zulassungsfrei.

Bafög werde ich nicht oder nur wenig bekommen, da mein Vater leider zu viel verdient. Er wird mich auch etwas unterstützen, aber nicht so viel, dass es reicht, ich müsste auf jeden Fall jobben, wo ich aber auch nicht unbedingt was gegen habe, wenn ich nur einen finde. Hier zuhause unterstützt er mich aber deutlich mehr, weil er das unbedingt will, zum Beispiel darf ich sein Auto benutzen, ohne dass ich Spritkosten zahlen muss.

Also, zuhause bekomme ich alles, bin fast eine Prinzessin, und woanders fast nichts. Aber eben deshalb will ich das machen, denn ich will ja erwachsen werden. Und ich glaube, hier schaffe ich das nicht unbedingt.

Würdest du unter den beschriebenen Voraussetzungen denken, dass ich raus soll und die Uni wechseln?
Das ist nämlich auch noch meine Idee, wenn ich das Bundesland wechsele, spare ich Studiengebühren, die ich dann noch nutzen kann, um die Wohnung zu bezahlen.

lg

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22. November 2009 um 10:20
In Antwort auf brady_12886583

Ist echt schwer für dich...
fangen wir mal bei deiner mutter an.
sie sitzt dir irgendwie im nacken, weil du ja die große Schwester bist, die Schwester, die ja für deine kleine Schwester ein Vorbild sein sollte. Du bist 3 Jahre älter, musst also in allen Dingen besser sein als sie. Gewissermaßen wird schon bei dir vorrausgesetzt, dass man bei dir nicht mehr "eiiii eiiii" machen muss und dir für gute Taten über den Kopf streichelt, weil du das ja eben alles so erfüllen musst. Das sind die Dinge, die deine Mam als selbstverständlich ansieht, du aber nicht.
Deine Mam zählt dann viele Dinge auf, die du ändern könntest, packt sich dabei aber leider nicht an die eigene Nase um dir dabei zu helfen und dir die sache(n) zu erleichtern. Das ist echt schade. Aber wenn deine Mam dir angenommen 5 Dinge erzählt, an denen du laut ihrer Aussage arbeiten SOLLST, dann fang doch mit einer Sache an, wo du weißt, dass du das "eigentlich" Schaffen könntest. Arbeite dich dann stück für stück nach vorne. Mache ihr aber auch klar, dass du eine art "Gegenleistung" haben möchtest. Sprich, dass du ihr auch sagen kannst, was dich stört und ihr euch so entgegen kommt.

Ich denke, dass was du mit "Wenn wir in meiner Familie beschließen, die Gemeinschaft zu verbessern, dann bedeutet das purer Stress, wir machen dann alles gemeinsam so lange, bis das Aufeinanderhocken unerträglich wird und jemand explodiert..." meinst, ist auch ein falscher Ansatz für alle. Die Gemeinschaft zu verbessern heißt nicht, dass man aufeinander rumhockt, sondern dass jeder seinen Teil dazu beiträgt um die allgemeine Situation zu verbessern, indem jeder dem anderen tollerierende Freiräume schaft. Zum Beispiel ist deine Mutter mit dem Haushalt überfordert, dann bedeutet die "Gemeinschaft" für mich, dass alle ihr ein wenig zur Hand gehen, damit sie sich nicht damit überfordert. Sprich mit dem Abwasch abwechseln oder wischen, bügeln.. alles was eben so anfällt. Deine Schwester macht ihre Hausaufgaben und du könntest ihr dabei helfen. Dein bruder macht ziemlich viel auf n Hof, dann könnte deine Schwester ihm auch mal helfen. Ich hoffe du verstehst auf was ich hinaus will. Eine Hand wäscht die andere. Ich glaube das ist ein sehr großes Problem bei euch in der Familie, dass ihr alle einfach nur vor euch hinlebt und euch damit gewaltig selbst im Weg steht. Das muss aber nicht sein. Ein netter Umgangston wäre ja auch angebracht, wenn ich höre, dass deine Schwester deinen betrunkenen Vater beleidigt, das muss echt nicht sein. Und genauso sollte sie die Beleidigungen gegen dich einstellen. Wahrscheinlich hat sie auch ihre eigenen Probleme und weiß nicht wohin mit dem ganzen. Sei doch nicht nur die große Schwester, sondern eine Freundin, die ihr gerne Hilft.
Ich weiß dass so was schwer ist. Meine Schwester ist auch 3 Jahre jünger als ich ... Ich hatte die gleichen Probleme wie du.

Mein Vater war Alkoholiker und ist 1994 daran gestorben. Mit 15 bin ich zu Hause ausgezogen. Klar kann ich behaupten, dass ich vor den Problemen weggerannt bin, denn ich konnte es meiner Mutter auch nicht recht machen. Ständig hat sie an mir gemeckert... Mein erstes Tattoo ließ ich mir mit 17 stechen, sie hat mich tagelang beschimpft und beleidigt, teilweise auch gar nicht mit mir gesprochen und kaum war meine schwester 18 hatte sie auch ihr erstes Tattoo und es wurde von meiner Mutter beschönigt und sie lobte sie dafür wie toll es doch sei usw oO komische Welt, ich kenne das alles sehr gut.

Ich hatte die Möglichkeit mit 15 auszuziehen, weil mein Ex die Kellerwohnung von seinen Eltern bezog und ich da miteingezogen bin, ohne Miete zu bezahlen... Dadurch verbesserte sich das Verhältnis zu meiner Mutter und auch meiner Schwester. Ich bin jetzt 24 und sie 21 und wir haben seit 2 Jahren auch einen gemeinsamen Freundeskreis, verbringen am Weekend sehr viel Zeit miteinander. Klar zicken wir uns auch manchmal an aber wie das bei Geschwistern so ist, verträgt man sich sehr schnell wieder, auch ohne aussprache...

Eigentlich ein widerspruch in sich, dass ich dir davon abrate auszuziehen, da ich es selbst getan habe, aber wie gesagt, bei mir stimmten die finanziellen Mittel, die dir ja anscheint fehlen.. Ich will dich um Gotteswillen nicht beleidigen, aber ich habe dann meine Ausbildung angafangen und mit 18 abgeschlossen. Jetzt arbeite ich und verdiene mein eigenes Geld... Du bist am studieren wie ich mitbekommen habe.. Das bringt ja nicht wirklich Geld ein. Also kannich dir nur Raten, dass wenn du ausziehen willst, dass du dir nen Job suchen musst oder ne Ausbildung oder Lehre anfängst. Dann verdienst du eigenes Geld und kannst auf eigenen Beinen stehen. Wobei ich mich frage, ob du auf eigenen Beinen stehen willst, weil du das für dich möchtest oder um deiner Familie zu zeigen, dass du das alleine schaffen kannst ohne auf die angewisen zu sein, damit sie vielleicht auch stolz auf dich sein können.

Alles sehr schwierig.

Aber fang doch einfach klein an, indem du dich von dir aus mehr in die Familie (r)einbringst, damit zeigst du Stärke und Bereitschaft etwas zu ändern. Und auch wenn dich deine Mutter wie ein Alien anglotzt, scheiß einen drauf, du weißt ja was sie eigentlich wirklich denkt und das was sie ausstrahlt ist doch nebensache. Mach was, was DICH stolz macht und worauf du STOLZ sein kannst. Es ist ja schließlich dein Leben was du führst und das sollst du auch für dich führen und nicht für andere!

..
Das Problem mit meiner Mutter ist, dass wir irgendwann die Kommunikation abgebrochen haben, da es sowieso nur zu Eskalationen kommt.
Das einzige, was sie mir wirklich täglich sagt, ist die Erinnerung, mein Pferd zu füttern, sonst nichts.
Manchmal noch guten Morgen oder so, aber auch nicht immer.
Ein-zwei-mal die Woche reden wir mal länger, aber nie über uns, sondern über irgendetwas neutrales, was möglichst nicht zu Konflikten führt.
Das finde ich sehr schade, denn es wäre schön, mal jemanden zum Reden zu haben.
Und es ist sehr schwer, in ein ernsthaftes Gespräch zu kommen, denn meist hat sie ja keine Zeit oder ich hab keine Zeit. Genau wenn ich zuhause bin geht sie ja arbeiten.

Noch mal dazu, wie es zum Beispiel stressig ist, wenn wir die Familiengemeinschaft verbessern und dabei auch alle helfen. Das Problem ist, dass wir dann nicht einfach meiner Mutter zur Hand gehen und nur das machen, was sie immer macht, nein, wir müssen dann wieder direkt das ganze Haus putzen und perfekt machen, und das ist bei unserem Haus wieder zu viel Arbeit.
Von meinem Vater die Schwester arbeitet nicht außerhalb von zuhause, sondern kümmert sich echt Vollzeit um das Haus, und deshalb ist da natürlich alles viel ordentlicher als bei uns, und das ist der Maßstab, an dem wir uns zu messen haben. Darunter geht nicht.

Noch mal ein nettes Beispiel, wie das in meiner Familie ist.
Ich mache einen Fehler, kann ja mal passieren.
Mein Vater: Ich weiß ganz genau, dass du das so und so gemacht hast, hättest du echt nicht machen sollen.
Meine Schwester: Ja genau, und deshalb mach doch mal das und das, um das wieder gutzumachen.
Reden beide im selben Ton weiter.
Ich: seid ihr die selbsternannte Polizei hier, oder warum macht ihr das?
Schwester: Du bist nicht die Königin, du kannst dir nicht alles erlauben.
Vater stimmt zu.
Beide lästern weiter.
Ich: stoppt das bitte.
Mein Vater ist still.
Meine Schwester: Haha, "stoppt das bitte". Das sollte in eine Fernsehsendung mit dem dümmsten Spruch des Jahres. Haha. Gleich fängt sie wieder an zu heulen.
Ich konzentriere mich auf die Zeitung und lenke die beiden ab.
Manchmal klappt das, aber manchmal schaffen sie es wirkich, mich zum Heulen zu bringen.

Das mit den Sachen, die Eltern verärgern können, als Älteste zuerst machen, wie du mit dem Tattoo, kenne ich. Alles muss ich hart erkämpfen, und meine Geschwister bekommen es dann so.
Bei mir war es zum Beispiel das erste Handy. Bei mir gibt es Theater, nachdem ich es mir gekauft habe, meine Geschwister kriegen es sogar geschenkt.

Erstaunlich, dass du schon mit 15 mit deinem Freund zusammenwohnen wolltest, mein Ex wollte ja auch, aber mir wäre das viel zu früh gewesen, ok, ich war ja nur 3 Monate mit ihm zusammen.

Ich denke, um jetzt selbstständig zu werden, ne Ausbildung anzufangen, wäre nicht so sinnvoll, denn das dauert ja ein Jahr nach ner Bewerbung, bis man damit anfängt, und in zwei Jahren ist ja mein Studium auch fertig. Da ist ein Nebenjob schon sinnvoller.
Es ist ja nicht so, dass ich gar keine Unterstützung bekomme, etwas kriege ich ja, aber eben so wenig, dass ich viel jobben muss, was ja Absicht ist, um mich zuhause zu halten.
Und viele andere Studenten schaffen das ja auch, zu studieren und zu arbeiten, es könnte gehen.
Nur dass ich eben kein Bafög kriege, also nur ein bisschen Unterstützung und Selbstverdientes.

Ich will deshalb auf eigenen Beinen stehen, um auf mich selber stolz sein zu können, aber das hängt auch mit meiner Familie zusammen, denn meine Selbstachtung legt sich dann wie ein Schutzschirm um mich, sodass ich dann auch gegen Anfeindungen immun bin.

Ich weiß nur mittlerweile nicht mehr, worauf ich stolz sein kann, denn ich wurde so oft heruntergemacht, dass ich selbst nicht mehr hundertprozent an mich glaube, ich bin also grad erst auf der Suche nach dem, was ich wirklich wirklich will.

Und bitte, ignorier das, wenn mein Ton hier zu jammernd wird, da will ich ja raus kommen, ich will nicht mehr andere beschuldigen, sondern mein Leben selber packen.

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22. November 2009 um 12:13

Das war ein Versuch
mich selber zu verstehen, ich wollte nicht jammern, sondern mir selbst erklären, warum ich so sein könnte. Nicht dass ich es will.
Ich will es ja schaffen, mein Leben jetzt wirklich selbst zu packen.

Aber ist das nicht auch feige und kindisch, ans andere Ende von Deutschland abzuhauen, statt mich hier meinen Problemen zu stellen?
Jetzt nach meiner Erörterung ist das alles "natürlich", nachdem du vorher gesagt hast, ausziehen würde auch nichts ändern?!

Aber wie du schon sagtest, ich weiß, dass es so nicht mehr weitergeht, das stimmt schon.

Ich habe jetzt einen Teil meines jugendlichen Verhaltens nachgeholt, das musste schon sein, als Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein. Ich konnte diesen Entwicklungsschritt nicht komplett übergehen.
Aber jetzt ist es genug, mehr Rumgezicke muss von meiner Seite nicht sein.
Jetzt kann ich es schaffen. Direkt nach dem Abitur war ich noch zu sehr Kind, um einfach wegzuziehen, aber jetzt bin ich so weit.
Auch wenn ich mich äußerlich noch nicht vollständig so benehme, ich bin doch innerlich gereift, ich denke ich kann es schaffen.

Ist zwar schade, dass ich die eine gute Freundin, die ich hier habe, nicht mehr so oft sehen kann, aber das wird schon gehen, gibt ja Internet

lg

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22. November 2009 um 17:13
In Antwort auf zuckerengelchen

..
Das Problem mit meiner Mutter ist, dass wir irgendwann die Kommunikation abgebrochen haben, da es sowieso nur zu Eskalationen kommt.
Das einzige, was sie mir wirklich täglich sagt, ist die Erinnerung, mein Pferd zu füttern, sonst nichts.
Manchmal noch guten Morgen oder so, aber auch nicht immer.
Ein-zwei-mal die Woche reden wir mal länger, aber nie über uns, sondern über irgendetwas neutrales, was möglichst nicht zu Konflikten führt.
Das finde ich sehr schade, denn es wäre schön, mal jemanden zum Reden zu haben.
Und es ist sehr schwer, in ein ernsthaftes Gespräch zu kommen, denn meist hat sie ja keine Zeit oder ich hab keine Zeit. Genau wenn ich zuhause bin geht sie ja arbeiten.

Noch mal dazu, wie es zum Beispiel stressig ist, wenn wir die Familiengemeinschaft verbessern und dabei auch alle helfen. Das Problem ist, dass wir dann nicht einfach meiner Mutter zur Hand gehen und nur das machen, was sie immer macht, nein, wir müssen dann wieder direkt das ganze Haus putzen und perfekt machen, und das ist bei unserem Haus wieder zu viel Arbeit.
Von meinem Vater die Schwester arbeitet nicht außerhalb von zuhause, sondern kümmert sich echt Vollzeit um das Haus, und deshalb ist da natürlich alles viel ordentlicher als bei uns, und das ist der Maßstab, an dem wir uns zu messen haben. Darunter geht nicht.

Noch mal ein nettes Beispiel, wie das in meiner Familie ist.
Ich mache einen Fehler, kann ja mal passieren.
Mein Vater: Ich weiß ganz genau, dass du das so und so gemacht hast, hättest du echt nicht machen sollen.
Meine Schwester: Ja genau, und deshalb mach doch mal das und das, um das wieder gutzumachen.
Reden beide im selben Ton weiter.
Ich: seid ihr die selbsternannte Polizei hier, oder warum macht ihr das?
Schwester: Du bist nicht die Königin, du kannst dir nicht alles erlauben.
Vater stimmt zu.
Beide lästern weiter.
Ich: stoppt das bitte.
Mein Vater ist still.
Meine Schwester: Haha, "stoppt das bitte". Das sollte in eine Fernsehsendung mit dem dümmsten Spruch des Jahres. Haha. Gleich fängt sie wieder an zu heulen.
Ich konzentriere mich auf die Zeitung und lenke die beiden ab.
Manchmal klappt das, aber manchmal schaffen sie es wirkich, mich zum Heulen zu bringen.

Das mit den Sachen, die Eltern verärgern können, als Älteste zuerst machen, wie du mit dem Tattoo, kenne ich. Alles muss ich hart erkämpfen, und meine Geschwister bekommen es dann so.
Bei mir war es zum Beispiel das erste Handy. Bei mir gibt es Theater, nachdem ich es mir gekauft habe, meine Geschwister kriegen es sogar geschenkt.

Erstaunlich, dass du schon mit 15 mit deinem Freund zusammenwohnen wolltest, mein Ex wollte ja auch, aber mir wäre das viel zu früh gewesen, ok, ich war ja nur 3 Monate mit ihm zusammen.

Ich denke, um jetzt selbstständig zu werden, ne Ausbildung anzufangen, wäre nicht so sinnvoll, denn das dauert ja ein Jahr nach ner Bewerbung, bis man damit anfängt, und in zwei Jahren ist ja mein Studium auch fertig. Da ist ein Nebenjob schon sinnvoller.
Es ist ja nicht so, dass ich gar keine Unterstützung bekomme, etwas kriege ich ja, aber eben so wenig, dass ich viel jobben muss, was ja Absicht ist, um mich zuhause zu halten.
Und viele andere Studenten schaffen das ja auch, zu studieren und zu arbeiten, es könnte gehen.
Nur dass ich eben kein Bafög kriege, also nur ein bisschen Unterstützung und Selbstverdientes.

Ich will deshalb auf eigenen Beinen stehen, um auf mich selber stolz sein zu können, aber das hängt auch mit meiner Familie zusammen, denn meine Selbstachtung legt sich dann wie ein Schutzschirm um mich, sodass ich dann auch gegen Anfeindungen immun bin.

Ich weiß nur mittlerweile nicht mehr, worauf ich stolz sein kann, denn ich wurde so oft heruntergemacht, dass ich selbst nicht mehr hundertprozent an mich glaube, ich bin also grad erst auf der Suche nach dem, was ich wirklich wirklich will.

Und bitte, ignorier das, wenn mein Ton hier zu jammernd wird, da will ich ja raus kommen, ich will nicht mehr andere beschuldigen, sondern mein Leben selber packen.

Ich versteh dich ja voll und ganz..
Aber es muss doch einen Grund geben, warum gerade alle auf dir herumhacken und nur weil du die erstgeborene schwester bist, macht es ja nicht gleich zum Grund.

Ich weiß, warum meine Mama bei mir immer so rumgemeckert hat. Es war ihre eigene Angst, dass ich mir selbst Steine in den Weg lege. Mein Gott, sie hat noch bis vor nem halben Jahr abends bei mir angerufen, um mich daran zu erinnern, dass ich die Pille nehmen soll und bei meinem ersten Arbeitstag im neuen Job, da hat sie mich 5 min bevor mein Wecker klingelte geweckt, damit ich blos nicht verschlafe. Die Frau hat mich fast wahnsinnig gemacht...

Das mit dem Tattoo zB kann ich verstehen, mit 17 ist das ja eigentlich verboten, wenn da nicht zufällig ein sehr guter Freund Tattoowierer und Piercer wäre... und an mir hat sie dann gesehen, dass ich es wirklich toll fand und nicht nach 2 Wochen rumgejammert habe, dass ich es wieder weglasern lassen möchte oder so. Da hat die dann bestimmt gedacht "Wenn die eine Tochter nicht rumweint, und denkt es sei ein Fehler, dann wirds die andere auch nicht machen und ausserdem vermeide ich dann ja den stress, der wieder bei einer tattoo diskussion auftauchen würde. also gleich von anfang an lächeln und winken...

Aber das dein Vater so dreißt ist und sich mit deiner Schwester gegen dich verbündet, was soll der scheiß denn? Dann kann ich verstehen, dass das Verhältnis zwischen euch beiden im Keller ist und dein Vater scheint da nicht gerade schuldlos dran zu sein.

Du hast ja 3 Möglichkeiten:

1. Du lässt alles seinen gewohnten Gang und versuchst das beste draus zu machen.

2. Du suchst bei jedem das Gespräch und versuchst damit an der Situation etwas zu ändern.

3. Du haust einfach ab und lässt alles hinter dich.

Aber überlege genau, wie sich alle 3 Möglichen auf deine Zukunft auswirken. Weglaufen ist schneller gesagt als getan.

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22. November 2009 um 19:15
In Antwort auf brady_12886583

Ich versteh dich ja voll und ganz..
Aber es muss doch einen Grund geben, warum gerade alle auf dir herumhacken und nur weil du die erstgeborene schwester bist, macht es ja nicht gleich zum Grund.

Ich weiß, warum meine Mama bei mir immer so rumgemeckert hat. Es war ihre eigene Angst, dass ich mir selbst Steine in den Weg lege. Mein Gott, sie hat noch bis vor nem halben Jahr abends bei mir angerufen, um mich daran zu erinnern, dass ich die Pille nehmen soll und bei meinem ersten Arbeitstag im neuen Job, da hat sie mich 5 min bevor mein Wecker klingelte geweckt, damit ich blos nicht verschlafe. Die Frau hat mich fast wahnsinnig gemacht...

Das mit dem Tattoo zB kann ich verstehen, mit 17 ist das ja eigentlich verboten, wenn da nicht zufällig ein sehr guter Freund Tattoowierer und Piercer wäre... und an mir hat sie dann gesehen, dass ich es wirklich toll fand und nicht nach 2 Wochen rumgejammert habe, dass ich es wieder weglasern lassen möchte oder so. Da hat die dann bestimmt gedacht "Wenn die eine Tochter nicht rumweint, und denkt es sei ein Fehler, dann wirds die andere auch nicht machen und ausserdem vermeide ich dann ja den stress, der wieder bei einer tattoo diskussion auftauchen würde. also gleich von anfang an lächeln und winken...

Aber das dein Vater so dreißt ist und sich mit deiner Schwester gegen dich verbündet, was soll der scheiß denn? Dann kann ich verstehen, dass das Verhältnis zwischen euch beiden im Keller ist und dein Vater scheint da nicht gerade schuldlos dran zu sein.

Du hast ja 3 Möglichkeiten:

1. Du lässt alles seinen gewohnten Gang und versuchst das beste draus zu machen.

2. Du suchst bei jedem das Gespräch und versuchst damit an der Situation etwas zu ändern.

3. Du haust einfach ab und lässt alles hinter dich.

Aber überlege genau, wie sich alle 3 Möglichen auf deine Zukunft auswirken. Weglaufen ist schneller gesagt als getan.

Ok
warum gerade auf mir alle herumhacken?
Ich weiß es nicht wirklich, aber ich habe die Vermutung, ich bin verletzlich, weil ich selber manchmal an mir zweifle. Das macht mich viel angreifbarer und ich kann mich eben nicht richtig wehren.
Ich merke ja auch, dass ich Tage habe, an denen ich mich richtig gut fühle und nichts mich umwerfen kann, weil ich irgendetwas tolles erlebt habe, dann sind sie auch weniger gemein, ich bin dann nicht so angreifbar.
Nur das ist eben nicht Alltag, dieses super Gefühl habe ich eben nicht immer.

Das miese Verhältnis zwischen mir und meiner Schwester ist schon seit meiner frühen Kindheit, halt der Zeit, wo wir uns auch noch körperlich angegriffen haben, ein bisschen geprügelt unter Kindern, ich denke, das ist nicht außergewöhnlich.
Nur lief es dann immer so ab, dass, sobald ich auch etwas machte, meine Schwester zu meinen Eltern rannte und petzte, ich war ja die körperlich stärkere und hätte ihr weh tun können, also waren sie sauer auf mich. Sie durfte auf mir rumhauen, wie sie wollte, sie konnte mir ja eh nichts tun, weil ich so groß war. Mir wurde alles verboten.
Also mein Leben lang ich gegen meine Eltern und meine Geschwister, immer allein.
Dieses Verhältnis von damals ist immer noch ähnlich, auch wenn es natürlich jetzt nicht mehr über Hauen abläuft.

So, ich gehe noch einmal die drei Möglichkeiten von dir durch:

1. Wie ich schon geschrieben habe, solange ich immer etwas positives habe, was mich beschützt, kann das gehen, aber oft ist eben der Alltag stärker.
Wenn ich mal irgendein Problem habe, wird es schwierig, weil ich mit keinem innerhalb der Familie drüber reden kann und keiner schlechte Laune oder Schwierigkeiten meinerseits akzeptiert.
Ich weiß auch nicht, ob es reicht, mich nur mit ner Freundin zu unterhalten, ich will auch mal mit den Menschen reden können, mit denen ich zusammen wohne.
Ich weiß nicht, ob ich das auf Dauer packe, ich kann natürlich auf Zombie- Modus schalten, rein körperlich da sein, aber sonst weg sein.
Oder mich halt in Arbeit stürzen, immer was fürs Studium tun, dann hab ich was zu tun, bin mehr abgelenkt vom Familienstress, und bekomme vielleicht auch bessere Laune, weil ich mehr Erfolgserlebnisse habe.

Ok, heute kam ich ziemlich gut klar, wahrscheinlich weil ich so euphorisch war wegen dem Wunsch, alles zu verbessern.
Hab meiner Schwester Mittagessen gemacht, weil meine Mama nicht da war und mein Bruder und mein Papa in der Küche ne Riesensauerei gemacht hatten.
Deshalb war meine Mama diesen Abend auch ganz gut auf mich zu sprechen.
Allerdings hat sie wohl ähnliche Probleme wie ich, sagte grad zu mir: Wir zwei hauen irgendwann ab.
Sie redet da schon manchmal von, will im Prinzip noch so lange dableiben, bis meine Geschwister die Schule fertig haben, um die nicht dem Trennungsstress auszusetzen.

2. Ich hab heut mal damit angefangen, mit meiner Schwester zu reden, sie hat noch mal zusammengefasst, wie sie handelt, ich darf sie zitieren. "Ich halt immer zu dem Stärkeren und mach mit dem zusammen den Schwächeren fertig, dafür bin ich talentiert. Ich kann auch die Seiten wechseln."
Ich hab sie gefragt, ob sie das versuchen könnte zu ändern, um was fürs Familienklima zu tun, da meinte sie, sie weiß ja nicht, ob ich die Stärkere bleibe.
Ich finds schade, dass es bei uns ums Gewinnen von Konflikten geht.
Und sie meinte noch, wenn ich jeden einzeln anspreche über das, was ihn angeht, würde ich allen das Gefühl geben, ich würd ihnen die Schuld an unseren Familienproblemen geben, und dann wären alle nur noch saurer auf mich.

Mal sehen, ob ich es noch irgendwann schaffe, auch mit den anderen zu sprechen.

3. Das kann ich am allerschwersten einschätzen, da muss ich noch drüber nachdenken.

Und nun mal ein dickes DANKE an dich starlay, weil du alles so aufmerksam liest und mir antwortest, das ist echt schon super erleichternd, mal so ein langes "Gespräch" zu führen, hab ich ja zuhause nicht oft.

lg

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22. November 2009 um 23:28

Hey hu
hatte gerade ein Gespräch mit meiner Mutter, und ich habe ihr verkündigt, dass ich ausziehen und die Stadt wechseln möchte.
Ich habe beschlossen, die Stadt auszuwählen, in der sie damals gearbeitet hat, als sie mit mir schwanger wurde, und sie freute sich richtig und erzählte mir Erinnerungen von damals.
In den Weihnachtsferien wollen wir mal zusammen hinfahren und uns die Stadt ansehen.
Ich freu mich schon.
Und genau da hab ich auch in den letzten Semesterferien nach ner Wohnung gesucht, als ich dann doch wieder alles abgebrochen hatte. Also kenn ich da immerhin schon ein paar Leute, und aus der Welt ist es auch nicht, also ich könnte am Wochenende notfalls noch heimkommen, ohne mich dumm und dämlich an Zugkosten zu bezahlen.
Also, für mich endet das ganze doch positiv, auch wenn meine Schwester und mein Vater gerade mal wieder einen Riesenkrach hatten, aber sollen sie doch.

Dort kann ich sogar meine Studienschwerpunkte noch etwas eher entsprechend meiner Interessenlage wählen, sodass das Studium noch interessanter wird, und es ist eine richtige Studentenstadt mit dem entsprechenden Flair, sodass das Studieren dort sowieso mehr Spaß macht.

So, jetzt habe ich aber was zu tun, um meine Zwischenprüfungen hinter mich zu bringen, bevor ich wegziehe, damit ich die habe.

Danke für eure liebe Unterstützung und Beratung.

lg

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